Die ..L!er,e Tag-s?-ttung" erscheint jeden Werktag. Regelmäßige Beilagen „Der Kauer aus Hessen". „Die Spiunssube". Kemgspreia: Bei den Postanstalten vierteljährlich Mk. 2.40 hinzu tritt noch das Bestellgeld: bei den Agenten monatlich 85 Pjg. einschließlich Trägerlohn. Anreizen : Grundzelle 25 Pfg., lokale 20 Pfg^ Anzeigen von auswärts werden durch Postnachnahm^ erhoben. Erfüllungsort Friedberg. Schriftleitung und Uerlaz Friedberg (Hessen), yanaueri'tratze 12. Femiprecher 48. Postjcheck-Conto Nr. 4859. Amt Frankfurt a. M. "".™ ..E, -. ' ... -- - - ■ ■-> ■ -- ' ' —. i Dimmer 115 Samstag, den 18. Mai 1918 11. Iahrganz. Avmehr englischer Uorstöhe. — Cin Erfolg bei Arras. — Feindlicher Angriff ans die Ssterrrichischen Stellungen in Albanien. — 25000 Tonnen versenkt. * " ' -- • * Der deutsche GeneraMab « -- = meldet: s M. T. 6. Großes Hawp1q«ortirr, de« <7. Mai. Amtlich. Westlicher Kriegsschauplatz. Ein feindlicher Monitor beschoß Ostende und fügte der Bevölkerung erhebliche Verluste zu. An den Kampf-Fronten war die Feuertätigkeit nur in wenigen Abschnitten gesteigert. Rege Erkundungstätigkeit hielt an. Bei Abwehr eines starken englischen Vorstoßes nördlich von der Scarpe und bei Beaumont—Hamel sowie bei erfolgreichen eigenen Unternehmungen südlich von Arras machten wir Gefangene. An den übrigen Fronten nichts von Bedeutung. * Gestern wurden 18 feindliche Flugzeuge und 1 Fesselballon abgeschossen. Leutnant Löwenhardt errang seinen 22., Le«tnant W i n d i s ch seinen 21. Luftsieg. Der Erste Generalquartiermeister: Ludendorfs« Abendberkchl. Berlin, 17 . Mal, tf6eni>s. (WTB. Amtlich ) Bon den Kriegsschauplätzen nichts Neues. Der österreichische Generalstab r ' ,— = meldet: - Wien, 17. Mai. (WTB.) Amtlich wird verlautbart: An der italienischen Front stellenweise lebhafter Artilleriekampf. In Albanien griffen Engländer und Franzosen unsere Ge- birgsstellungen zwischen den Flüssen Osum und Devoli an. Abgesehen von einem unbedeutenden Eeländegewiun westtich von Korea wurde der Feind überall zurückgeschlagen. Der Chef des Eeneralstabrs. Ueber 25000 Tonne» versenkt. Berlin, 16. Mai. (WTB. Amtlich.) Unsere Mitielmeer- U-Boote vernichteten über 25 000 Bruttoregistertonnen feindlichen Schiffsraumes. Den Hauptanteil an diesen Erfolgen hatte das von Kapitänleutnant M a r f ch a l l befehligte U-Boot Die englischen beladenen Dampfer „Kut Sang", 4895 Tonnen und „Comway", 4003 Bruttoregistertonnen, wurden aus gesicherten Geleitzügen herausgeschossen, der ganz neue, mit zwei Hilfsmotoren versehene amerikanische Biermastschooner „City os Pensacola", 705 Bruttoregistertonnen, durch Sprengpatronen versenkt. Der Chef des Admiralstabs der Marine. Zre Schlacht im Westen. Die bayerischen Truppen am Kemmel. Berlin, 17. Mai. (WTB,) König Ludwig von Bayern besichtigte am 15. Mai seine Regimenter, die in den schweren Kämpfen um den Kemmelberg ganz Hervorragendes geleistet und die ganze Welt mit Bewunderung erfüllt haben. Auf dem Bahnhof begrüßten den König Kronprinz Rupprecht, der Oberbefehlshaber der Armee, General Sixt von Armin mit seinem Heneralstabschef, General von Loßberg, und der Führer der iegreichcn Kemmelstürmer General von Tutfchek. Im Auto zings zur Stadt hinaus, wo in einem Park unter frischem Grün nächtiger Ulmen die Regimenter vom Kemmel aufgestellt waren. Der König dankte dort den Truppen für die Taten der letzten Zeit. Später nahm der König eine kriegsmäßige Truppenschau über die ruhmreiche Division des Prinzen Franz ab. dem er das Kommandeurkreuz des Max Joseph-Ordens überreichte. Die Luftkämpfe. Berlin, 17. Mai. (WTB.) „Homme Lrbre" vom 2. Mai veröffentlicht ein Londoner Telegramm über die Flugze-ugver- lvste im April. Die darin angegebenen Zahlen stehen wiederum in schroffem Gegensatz zu den Tatsachen. Man meldet aus London, daß die Entente insgesamt nur 113 Flugzeuge im April verloren habe, in Wahrheit sind allein 122 feindliche Flugzeuge In unserem Beütz und weitere 149 wurden hinter den feindlichen Linien abgeschossen. In diesen Zahlen find jene achtzehn Flugzeuge nicht einbegriffen, die die Engländer auf ihrem eiligen Rückzuge in der Schlacht bei Armentieres auf dem Flughafen von La Gorgue verbrannten. Rach der englischen Meldung betragen unsere Verluste im April 470 Flugzeuge. Tatsächlich verloren wir nur 123 Flugzeuge, also etwa ein Viertel der von den Engländern veröffentlichten Zahl, von denen 87 in die Hände des Gegners fielen. Berlin, 17. Mai. (WTB.) Das gute Wetter der letzten Tage ließ am 14. und 15. Mai die Tätigkeit unserer Luftstreil- kräfte wieder zur vollen Enffaltung kommen. In zahlreichen Luftkämpfen wurden an beiden Tagen 35 feindliche Flugzeuge und vier Fesselballone abgeschossen. Das alte Geschwader des Rittmeisters v. Richthofen ist daran allein mit vierzehn Abschüssen beteiligt. Leutnant Windisch errang den 20. Luftsieg. Unsere Verluste betragen nur 12 Flugzeuge und keinen Fesselballon. Wiederum wird, entgegen allen feindlichen Behauptungen, durch die Zahl bewiesen, daß noch wie vor die Herrschaft in der Luft in unseren Händen ruht. Nachts unternahmen unsere Bombengeschwader starke Angriffe auf militärisch wichtige Anlagen beim Gegner. In beiden Nächten wurde die gewaltige Menge von 73 200 Kilogramm Bomben abgeworfen. Vorbereitungen. Noilerdarn, 17. Mai. Die „Morning Post" meldet von der französischen Front: Die relative Ruhe an der ftanzösischen Front wird auf der gegnerischen Seile zu wahrnehmbaren Vorbereitungen an der ganzen Front ausgenutzt. Rach der Meinung der englischen Militärs wird der Feind nochmals angreifen, man weiß aber nicht, ob jetzt oder erst in Wochen. Der Besitz des Kemmel gibt ihm die Möglichkeit, selbst den Zeitpunkt für den Beginn der neuen Kämpfe zu bestimmen Zur Beschießung von Ostende. Berlin, 17. Mai. (WTB.) Der englische Admirafftab straft seine eigenen Mitteilungen von der Blockierung Ostendes Lügen, indem er am Vor- und Nachmittag des 16. Mai gegen den angeblich blockierten und damit bedeutungslosen Hafen Monitors vorschickte. Die Wirkung der Beschießung unterschied sich in nichts von den früheren. Die durch Beton und Panzer gesicherten Marineanlagen blieben ungestört. Nur unter den Einwohnern forderte die Beschießung sehr erhebliche Opfer. Kämpfe mit den Bolschewisten. Konstantinopel, 16. Mai. (WB.) Die Agence Milli erfährt: Nach den letzten Nachrichten erhielten die Bob schewiki in der Gegend von Baku Verstärkungen aus Turke- stan und Astrachan, die auf russischen Kanonenbooten über das Kaspische Meer gekommen sind. Nach dem Eintreffen dieser Verstärkungen gingen die Bolschewiki-Banden zum Angriff über, in dessen Verlauf die Muselmanen trotz des heldenmütigen Widerstandes wegen des Mangels an Vec- teidigungslnitteln die Stadt Baku verloren, die nicht gehalten werden konnte, wiewohl Muselmanen aus Dagherstan und Georgien zur Hilfeleistung hergeeilt waren, weil den Verteidigern die Patronen ausgingen und es ihnen überdies an Verteidigungsmitteln mangelte. Die Bolschewik: setzen den Angriff in heftiger Weise fort. Schm-ni «egen Englands Willkür. Stockholm, 16. Mai. (MTV.) Die englische Minenlegung an der schwedischen Westküste wird weiterhin lebhaft besprochen und scharf verurteilt. Die Londoner Ableugnung, wonach die britische Admiralität keine für die Handelsschiffahrt gefährlichen Minen ausgelegt haben will und die Schuld den Deutschen zuschiebt, gibt den Morgenblättern erneuten Anlaß, auf den Verlust von 15 Menschenleben und die Störung der wichtigen Fischerei htnzuweisen. So erklärt „Stockholms Tid- ningen": Die verbrecherische Rücksichtslosigkeit liegt darin, daß diese Minen, deren Gefährlichkeit für die schwedische Schisfahrt schon so blutig bewiesen wurde, in unmittelbarer Nähe unserer Gewässer ohne die übliche Notifikation im voraus ausgelegl wur. den. Hierdurch zeigen die Engländer jene Verachtung der neutralen Interessen, deren sie die Deutschen zeihen. Stockholms Dagblad" schreibt: Die Voraussetzung des englischen Dementis, daß die bösen Deutschen oberhalb der für die Handelsschiffahrt ungefährlichen englischen Minen andere gefährliche Minen ausgelegl haben sollen, zeugt von einer Der» achtung der Intelligenz eines neutralen Volkes oder von Vertrauen auf die Entschlossenheit, es zu gläubigem Gehorsam zu zwingen. „Svenska Dagbladet" meint, das englische Dementi erwecke den Eindruck, daß irgend ein Beamter dem neuen Propaganda- minister der Admiralität zugeteilt wurde, um den Dementis größeren Schwung zu verleihen. Die englischen Seeoffiziere dürften jedoch kaum mit einer solchen Mitarbeiterschaft zuftie- den sein. Der Erfolg werde vielleicht auch anders fein, als man erwartet habe. Selbst „Dagens Ryheter", die in einem geschraubten Leitartikel mit allgemeinen Redewendungen sich über die Schlechtig^ keit der heutigen Welt beklagen, müssen doch zugeben, daß die Engländer eine „unverzeihliche Nachlässigkeit" begangen haben und hoffen im Anschluß hieran, die britische Negierung werde alle mögliche Genugtuung für das Geschehene leisten. „Syd Svenska DaMadet"°Malmö schreibt: Es muß als empörend bezeichnet werden, daß in aller Stille das offene Meer an den Küsten der neutralen Länder mit Minen gesperrt wird. Man hat uns in keinem Falle Mitteilung gemacht, um es vor den Deuffchen geheim zu halten, aber man hat gleichzeitig keine Bedenken gehabt, die freie neutrale Schiffahrt der größten Gefahr auszusetzen. Mit zynischem Gleichmut überließ man es den Neutralen, sich selbst Kenntnis von den: neuen Minenfelde zu schaffen und Schweden mußte diese Entdeckung mit dem Verlust von Fischdcrmpfern und tüchtigen Fischer» bezahlen. Ehrung von Heerführern. Berlin, 17. Mai. Um die großen Taten der Heerführer, welche sich in diesem Kriege bei der Verteidigung und der Sicherung der deutschen Ostgrenze besondere Verdienste erwarben» späteren Geschlechtern in der dauernden Erinnerung zu erhallen, hat der Kaffer befohlen, daß jedem der acht Wahrtürme des an dem alten deutschen Ordensschlosse Marienburg zu errichtenden Plauenschen Bollwerks der Name eines dieser Generale gegeben wird, und zwar: des Generalfeldmarschalls v. Mackensen, des Eeneralfeldmarschalls v. Eichhorn, des Eeneralfeldmarschalls v Woyrsch, des Generals der Infanterie Ludendorff, des Generals der Artillerie v. Gallwitz, des Generals der Artillerie v, Scholtz, des Generals der Infanterie v. Francois uitb des Gene« rals der Infanterie von Below (Otto). Deutsche Pfingsten 1918. Als am Tage des Lenzbeginns die ersten gewaltigen Schläge ans die Front unserer Feinde im Westen nieder- wuchteten, da schien die Welt für einen Augenblick den Atem anzuhalten und hinauszuhorchen in die aufbrausenden Frühlingsstürme, ob das Ahnen einer Entscheidung in ihnen sich ankündigte. Und als dann Tag um Tag die Meldungen von den herrlichen Erfolgen unserer Truppen eintrafen, da ging es wie ein stummes befreiendes Aufatmen durchs ganze Volk in der festen Gewißheit, daß endlich die Zeit gekommen war, den letzten und schioersten Waffengang auszufechten. Der Frühling zog in§ Laub und breitete seine Herr* schaff mehr und mehr aus. Leben gebend und Hoffnung *äend schritt er weiter und weiter hinein in die ihm entgegenbangende Welt. Und nun ist er auf seinem Gipfel angelangt: Psingstsonne liegt über der Menschheit unü leuchtet mit Vertrauen heischendem Glanz bis in die ferm sten Winkel des nach Frieden und Glück sich sehnendem Herzens. Es ist ein eigenes Ding um das Pfingstfest, und- enr eigenes besonders um dieses vierte und, will's Gott, letzts im Krieg. Die Christenheit begeht heute den Geburtstag ihrer Kirche, den Ursprung der Ausbreitung ihrer sich gründenden Herrschaft. Und wie ein Gleichnis, entnommen denl zartgläubigen Bewußtseinsinhalt kirchlicher Religiosität» mutet es an, wenn das lenzstarke Werden und Wachsen dek Natur einen heißen Zuversichtsglauben und einen heiligen Geist der unerschütterlichen Hoffnung auf Erfüllung der tiefsten Sehnsüchte des ganzen Volkes und her ganzem Menschheit über die Welt verbreitet. Der Lenzgeist, der die Herzen sich ergießt und sie stählt zu frischem und frohem Ausharren in der Not der Zeit, der gleicht dem Pfingsb wehen, durch dessen Wunder die Jünger Christi gefestigt wurden, trotz aller Anfeäffrmae^durchzubalten in der mmt der UnSttwi-dlichkeit wrd Megeshafttgkeit iürer Sendung. ' Wenn int Wachsen des Frühlings kalte Nachtfröste Meich hemmende« Schranken sich einstelle«: wenn in der Ausbreitung ihrer Botschaft die Apostel auf wehrende Hindernisse in der umwohnenden Heidenwelt stießen: nichts kann den endlichen Sieg der steigenden Sonne aufhalten- über alle Hemmungen hinweg hat das Christentum seinen Weg gefunden Und so ist es ein herrliches Zeugnis glau- big« Ziwerstcht des deutschen Volkes, daß keine vorüber- gehende Stockung der Waffentaten an der Front, keine für die siegreiche Fortführung der Kampfhandlungen nötige ku^ere oder lang«? Atempause ihm die überzeugte Ge- ^be-t rauben kann: Der Sieg ist auf dem Marsch, mir m ®omt«f[f)Iagen zog der Lenz in die Welt; und 12 SWtT Sonnenstrahlen seines pfingstlichen Hoch- zeitsfestes gießt « den Geist mutvoller Zuversicht in unsere Herzen daß sie fröhlich und swrk bleiben im Vertrauen aus den ba.digen Sieg unserer gerechten Sache. Das ist der Pflngstgeist der Deutschen, der uns in tiefster Kriegsnot mende^ Wied«! b" unerschütterlichem Glauben an kom- Nlendes Wiedersehen eines völkerbefreienden deutschen K 1 " 9 V" »ukunftssreudigen Mchterglauben^ Es »st e,n großer Marentag der ganzen Welt beschieße" >» Kricgsflcfanflructtansianich. -v^ri dem öm 15. d. Mts. in Kraft getretenen Berner fotraiien ift eine besondere Vereinbarung über den dcutick». franzosisckien Knegsgefanir raus tausch enthalten welw- beMmm» v. kriegsLgene Lime'kn »nterniert, V offiztere und Mann!ck>aften t2^n bezw. Frankreich entlassen vereinbarten Bestimmungen werden nur stens28bM°nat7b^'°''«Er bet'. ,n die sich seit minde- nens is Monaten in Krieasac- Vff ,, , Mannü^tt^°" bet ^oförderuug der Unteroffiziere und s£ä t ä sä f sis ^und^AusL!' sich Ä d«'LL- ff *£*£*££& SÄ to Ä £ tft S? 11 besetzen, die alte Familienväter Saften L st Ö Unteroffizieren und Mann- bei den Transporten soll wie 15 zu 85 sein, Äft/ Mannschaftszügen läuft jedesu^ em mit t~*£XSSS£Z Ä SESSUS u 1 ÄnrjÄ si Gefangene werden nach wie vor. gemäß der Bern« Verein- ^ungvom 15. Mörz 1918, in die Heimat entlassen oder ch der Schwer interniert. A»gabe« mmU$ Brot- «6 Setrevepre^ P « äußerst schwierig, et» genaues ML» wm dem teroeiligeir Stande gu geben. Dte nachstehende Ueberficht möge als Anhalt diene». Die Umrechnung in Reichsmark ist nach dem Friedenskurse et» folgt, was vor allem bei Rußland mit seiner völligen Entwertung des Papierrudels zu unglaubliche« Zahle» fuhrt. Die Getreidepreise für die Schweiz. Holland und Skandinavien find die gesch^en Preise für den eingeführten Weizen.- überall sonst stnd die Höchstpreise für inländisches Brotgetreide eingesetzt. . Eetreideprei, Brotpreis m Mark f. L. Tonne in Pfennig für Deutschland.^IT *2T 1 f 1 * Oesterreich. 340 340 22 England.329 __ 7§ Frankreich. 480 — 04 Italien.461 — 04 Schweiz. 600 — 2 fi Holland ...... 600 — 04 Dänemark.600 __ -,«> Schweden ...... 600 _ 49 Norwegen.60l) — 42 Spanien.»1 — 15 Vereinigte Staaten . . 349 438 17 Kanada.341 _ 17 Rußland. 800 . 65» 100 Der der Beurteilung der obigen Vrotpreise ist noch zu beachten, daß sie in sich nicht ganz vergleichbar find, weil das Brot je nach der vorherrschenden Eetreideart aus Weizen oder Roggen oder Gemisch von Brotgetreide mit anderem Getreide I oder anderen Zusätzen hergestellt ist. Immerhin - geht aus der | Ueberficht hervor, daß die höchsten Vrotpreise zurzeit in Echwe- den. Norwegen, der Schweiz, Holland und ferner in Frankreich und Italien bestehen. Wenn in manchen Ländern die Vrot- prerse den hohen Getreidepreisen nicht entsprechen, so liegt dies daran, daß verschiedene sowohl Neutrale als auch feindliche Staaten schon seit längerer Zeit dazu übergegangen find, ein-n ul * S ^Preises auf dte Staatskafie zu übernehmen. So zahlt Großbritannien jährlich etwa 800 Millionen Mark Zuschuß. ebenso das kleine Dänemark allein gegen 100 Millionen Mark und ähnlich die Schweiz. Don besonderem Interesse dürfte aus der obigen Ueberficht noch der Roggenpreis in den Vereinigten Staaten sein, der fast, 100 Mark für die Tonne höher ist als der Werzenprers. Die Erklärung hierfür liegt darin, daß der Roggen keinen Höchstpreis hat, sondern frei gehandelt wird. Die MchMdliMni m de» Frankfurter Kurorten «nft« MUch" ist.' aver mtt 1,60 Mark per Liter bezaM wrrvef W Grior, T U l n- - -- 20 Pfg. Do», ^ "^ -Uicyye „del mit Ü-S Pfg, begnügen mttf.' fett. Wahrend z. Zt. der Landwirt mit all' seine» Unkosten 32 Pfg. erhält, bleiben an der städti«' scheu Verteilung und an dem Zwisch enhandet 2 0 P f g. hängen, ja für die Magermilch muß der Verbraur cher 4 Pfg. mehr ausgeben, als der Landwirt für seine gute Vollmilch erhalt. Wir wenden uns an Sie, hochverehrter Herr Regierungs, pichident. weil wir eingesehen haben, daß wir bei den städtische» Behörden doch kein Gehör finden. Uns leitet einzig die Sorge, daß die Kinder in der Stadt genügend mit Milch versorgt werden. Wir stnd uns dieser Pflicht vollauf bewußt und bereit, sie zu erfüllen, aber man darf nicht verlangen, daß die Opfer die wir neben unserer Pflichterfüllung bringen, zu groß werden. Verekts machen sich die Folgen im Stadtgebiet von Frankfurt om Main bemerkbar, indem der Bestand an Milchkühen in er- chreäender Weise zurückgegangen ist. Das wird noch mehr ge» fckiehen und schließlich die Milchversorgung de: Kinder in de: «?anz in Frage gestellt werden, wenn unseren Forderungen nicht Gehör geschenkt wird. Wir bitten um eine gerechte Preisfest, »etzung. die einigermaßen in Einklang steht m it den Preisen, für die wir die Produkte, die wir zur Milcherzeugung gebrauchen, jederzeit und mit Leichtigkeit erhalten können. Wir heben nochmals hervor, daß wir dies nicht in unserem sondern im Interesse der Allgemeinheit verlangen. Wir ersuchen Ew Hochwohlg.boren höflichst. Schritte in die Wege leiten zu wollen. die zur Festsetzung eines gerechten 'Milchpreifes führen werden. ' ' Vom Felde der G.,re. Die Kritosfrmdkn in Fronkintt 0. M. b-kannte schweizerische Milrtärkrttiker. Oberst r fl r! I L^ e * 6t u6et f eine Fronteindrücke während seiner kurzlichen Reise an die Westfront: ^ ,etner ..Von Frankfurt habe ich einen peinlichen Eindruck mit- toftlwtT'- gewissem Gegensatz steht zu der Opfer- Willigkeit einfacher Volkskreise, Ich speiste einem !ebr guten und nicht sehr billigen Restaurant zu Abend das recht gut besetzt war. Man sah den Gästen an. 2>ß sie die Not L noch nicht am eigenen Leibe verspürt hat ten. Wohlgenährte Herren und ebensolche Damen in kost- baren Kleidern ,mt funkelnden Steinen! Was auf den Tisch fani, war gut und teuer. Eine bescheidene, bleiche Fron kommt nnt der Sammelbüchse für das Rote Kreuz. Sie wrrd von fast all den satten Bürgern mit ihren Frauen ab- ieb^wS ®i h ” 6 •! ö6c " Ji '’ Listen von ihnen wohl schon lehr viel gegeben ihre Namen standen wahrscheinlich in den fw’ 90 ? 7,™ ® eräeid ^ li? der großen Zeichner auf Kriegsanleihe und nnt großen Beiträgen an der Spitze der Sammelliste für Kriegswohltätigkeit. Und doch bin ich der kl rn^LÄr* etn ! arteS ® etä muß. um eine kleine Gabe für Verwr-ndetenpflege zu verweigern, wem, ImmenH Th ^ ^ ««ff«» und getrunken hat und namentlich einer Zeit, wo die großen Kämpfe im Gange n%> “s 61 ' ^ Reiches entscheiden. Wer " .7?r für eine Flasche gut gekühlien Wein be- “ 1§ 10 dsennig verwehren denen, die »hi Blut auch für die Genießer im Hintsrlande gegeben Cktrodk- m!d Sroipmie bei mis «nd m Alislgüök. *? l#fcrt **** des «.Lichts hat stärk« die alte Wahrheit «wiesen, baß das Brot dao wicht.gst. Nahrungsmittel des Volkes bildet, als der 'ZuSS'stte in ^ ter 9i ‘ >Hefle ' in die sie itt t! ? d°t, lieber auf die Zufuhr von Muni- m Zufuhr von Brot- getreide. Aller verstmbare Schiffsraum wird jetzt in erster lume dazu verwandt. Weizen und Weizenmchl und nochmals Weizenmehl und Weizen nach England, Frankreich „nd Italien bL™ tt 0< f en - an9efi ^ i9 di«!« Sachlage spielt von allen Le- hSK? bet St0tptei5 di- -rst- Ralle, Bei »ns in Denpchlmch kommt za ihm noch als fast ebenbürtig der Kar- toffelprers hrnzu. Bet den warlichen und vielfach mrzuverläj. haben jlingst sine Besprechung in Frankfurt am Main abgehak. rew Ihre Wünsche wurden in der nachstehenden Eingabe fest- gelegt, die on den Herrn Regierungspräsidenten von Wiesbaden gerichtet werden soll. Frankfurt a. M., 10. Mai 191& An Se. Hochwohlgeboren ben Regier«ngspräsidenten Herrn Dr. 0. Meister Wiesbaden. Die mangelnde Versorgung der Großstädte mit Milch droht immer mehr zu einer ernsten Gefahr auszuwachsen. Leider müssen wir dabei die Erfahrung machen, daß die städtischen Bchor- den vielmals selbst die Schuld daran tragen, wenn sich die Ber- hältnifie so ungünstig gestaltet haben. Man erblickt das Ziel lediglich in einer schärferen Erfassung der Milch und strengen Koirtrollmaßregeln und übersieht, daß das beste Mittel wäre, um die Erzeugung der Milch Ai fördern, den Eifer an der Produktion zu heben. Das kann und sollte in allererster Linie dadurch geschehen, daß man den Landwirten wenigstens einen Preis sichern würde, bei dem sie einigermaßen auf ihre Unkosten Die Landwirte sind sich ihrer vaterländischen Pfllcht bewußt und wollen bei der Milcherzeugung kein Verdienst machen, aber man darf ihnen auch nicht zumuten, daß sie bei ihrer Pflichterfüllung noch Geld zulegen sollen. Auch in Frankfurt am Main niacht sich der Mangel an Milch immer mehr bemerkbar, so daß erst jüngst wieder eine Olnschrankung der Milchration stattfinden mußte. Trotzdem sieht Ü Milchbeschaffuugsstelle nicht veranlaßt, den Landwirten in Bezug auf ihre gerechten Forderungen entgegenzukommen. Namentlich leidet darunter die Milchproduk- non in den eingemeindeten Vorortem Wir erhielten bisher 32 Pfg. für den Liter Milch. Wenn man bedentt, daß wir ohne Zukauf von frischmelkenden Kühen nicht auskommen können. e,ne solche aber heute beim Einkauf 1800—2000 Mark kostet und beim Verkauf der abgemolkenen Kuh höchstens 900—1000 Mark erlöst iverden, so entsteht beim Ein- und Verkauf der Kuh schon ein Verlust von 900-1000 Mark. Rechnet man die Ergiebig- kert wahrend der Lactationsperiode mit 2000 Liter, so kommt uns auf diese Weise schon ein Liter Milch auf 45 Pfg. zu stehen. iBtr ctnp[urben es werter als eine Härte, daß die städtische Milchversorgung für Milch aus weiterentfernten Gegenden 40 Pfg.. also bedeutend mehr als an uns, bezahlt, während es doch auch ihr bekannt sein dürft«, daß dte Landwirte im ISroßstadt- grbiet wert höhere Produktivnskosten haben. Wie wir erfahren haben, soll uns jetzt ein Pfennig mehr bezahlt werden, diese Erhöhung tst so dürftig, daß dainit kein Anreiz zur Mehrerzeugung von Milch gegeben wird. Auch durch dre Staffelung d« Preise wird das nicht erreicht. Wir erheben gegen die sog. Zusatzpräurie Einspruch, da hierdurch namentlich die kleinen Landwirt« in Nachteil versetzt Ltt °^"ch d-n eigenen Haus- halt zustchenden Milchnienge, und wenn man in Betracht zieht aß bei ih«n die Kühe als Eospannttcre gebraucht werden.' von dn °b°r zwei Kühen im Verhältnis nicht „ eiern wie die größeren Kuhhalter. Die Hessisch« Lnü>«s-M,lch- und Fettstelle, dte auf die Staffelung der Milch- BeWt batte, hat diese Maßnahme wie- per aogeschafst. , ^ '^ UR Milchpreisen, bi« an die Landwirte g«. zahlt w«den. stehen die Preise, die von den Verbrauchern verlangt werden, im schrMten Wid«spruch. Wir wollen hier gar *M« von der sogen. Kunnilch reden. Mt auch nicht beff« n>t« Berstadt. D« Kanonier Karl Rau von hier, Sohn des Vi-lgeordneten Gg. Rau, wurde die Hessische Tapferkeits- Medaille verliehen. Das Eiserne Kreuz «hielt er schon früher. Ans der 3ra«tfun am Main. (Betriebsetnstcllung des Hotels zum Schwan.)^ Eines der angesehensten Hotels Frankfurts, der „Schwan" auf dem Steinweg. unter defien Dach am 10. Mai 1871 der Friede zwischen Deutschland und Frankreich abgeschlossen wurde, hat mit dem gestrigen Tirge seinen Betrieb geschlossen. Die „Fra,rkfurter Nachrichten" schreiben daM- Auch dieses vornehme Haus mtt einer alten, auf vergangene' Jahr, hunderte zurückreichenden Tradition ist etn Opfer des Krieges geworden, der gerade dem Hotelgewerbe übel mitspielt. In Berlin verschwinden die großen Herbergen des internationalen Verkehrs, um sich in Behausungen für alle möglichen Kriegs, gefellfchasten zu verwandeln, in den übrigen Städten des Reiches findet sich leider kein derartiger Ersatz. Die gesamte Innen, elnrrchtung an Möbeln und Gebrauchsgegenständen kommt mi Versteigerung. Das historische Friedenszimmer wird ziveifek. lcs erhalten bleiben. Jedenfalls sollte bei Zetten dafür gesorgt werden, daß dte Einrichtung des Friedenszimmers al« eme htswnsche Sehenswürdigkeit nicht mit zur Versteigerung ® efanntUd > wohnte auch das deutsche Kaiserpaar am IL^ 01 « 1896 onl{t&lic & der Frankfurter Friedensfeier im „Schwan. Aus Starkenburg. Neu-Isenburg. 12. Mai. (Die Aepfelweknkarte.) Der Ve. siher einer vielbesuchten Apfelwein-Wirtschaft hat die Apfel- Weinkarte eingeführt, jedoch nur für auswärtige Besucher Jeder Gast erhält fünf Marken, hat er das ihm auf diese Marken zu- slehende Quantum Apfelwein getrunken, so muß er das Lokal verlassen. Aus Nheinhessen. FC. Mainz, 15. Mai. Der Beigeordnete Geh. Kommerzien» rat Haffner ist heute im 75. Lebensjahre gestorben. Aus Hessen-Nassau. . FC. Wiesbaden, 15. Mai. 52. Kommmiallandtag. c>. öffentliche und Schlußsitzung. Heute befaßte sich der Kommunallandtag abennals mit der Erlveiterung der Naussauischen Lebensversicherungsanstalt in eine Hessen- Nassauische Lebensversichernngsanstalt, da die Verwaltung ihre Bedenken geäußert hatte, daß die Durchführung des Beschlusses des Hauses vom 13. Mai die Bildung der Anstalt eine unliebsame Verzögerung erfahren würde. Dis Vorlage wurde daher noch einnral dem Finanz-, Eingaben- rmd Beamten-Ausschuß überwiesen, der nach nochmaliger Prüfung dem Laiürtag folgenden Antrag unterbreitet und zur Annahme empfichlt: „In Ergänzung und Abänderung des Beschlusses vom 13. Mai betr. die Satzungen der Hessen-Nassauischjen Lebensversicherungsanstalt beschließt der Kommunallandtag: die zu wählenden zehn stimmberechtigten Mitglieder zur Hauptversammlung und fünf Stellvertreter derselben werden zunächst auf die Dauer eines Jahres bis zur nächstjährigen Tagung des Komniunallandtages ge- tvählt. Dieselben erhalten hierdurch gemäß § 16 der Satzungen die bindende Weisung, Wer Anträge zu den in 8 18 Abs. 3, 6, 7, 8 der Satzungen erwähnten Gegenstände nur nach vorheriger Beschlußfassung des Kammunallandtags unb gemäß dessen Beschlusses abzusümmen. Einen Antrag auk AuÄrehnmrg der Geschäftstäügkeit der Anstalt auf das bwt des Großherzogtums Hessen und auf den zur Rhein- Provinz gehörigen Kreis Wetzlar rm Sinne des 8 3 und 8 18 Abs. 6 der Satzung sind diese Mtglisder berechtigt zuzuC MnMen^jchgch nur. dam und tofafem als hierdurch ein*? j5Tefli>cmttdj der SahmtgL«^«kyr DÄDK geifWrFWbB. DrrrK die Beschlüsse erachtet der Kcmrmmrallandtag de» Zweck ,seines arrf Satzungsänderung des 8 18 gesatzbm Bo- Wusses als erreicht und hebt daher diesen Beschlutz auf.* Dem Antrag wird einstiinnttg zugefttmmt. ES folgt darauf die Wahl der Mitglieder für die Hauptversammlung der neuen Hessen-NassaUrschen Lebensver^ sicherungsanstalt. Es wurden gewählt die Landesbankbeiräte und deren Stellvertreter sowie die Abgeordneten Bleicher-Frankfurt, Wagner-Riidesheim, Schön-Netzbach und Freiherr von Brandis-Biebrich. Als Stellvertretende Mitglieder wurden gewählt v. Sybel-Dillenburg, Lübke-Bad- Homburg, Harten-Limdurg, Hopf-Frankfurt und v. Eck- Wiesbaden. Zur Beratung kommt sodann der Voranschlag des Bezirksverbandes für das Rechnungsjahr 1918. Der Hauptetat schließt in Einnahmen und Ausgaben mit 11304 000 Mark ab, das ist gegen das Vorjahr ein Mehr feto TOKOOO Mark. Der Hauptetat und sämtliche Neben- etvtS stütz totetec Mt größter Vorsicht und Sparsamkeit ausgestellt worden. In der allgemeinen Betzuechung bemerkte tt a. Abg. Woell-Frankfurt er halte es für wünschenswert, daß bezüglich des den Rheingauer Winzern seinerzeit gewährten Notstandsdarlehns im Betrage von 1150000 Mark, das noch zu verzinsen und zu amortisieren ist, nunmehr am Platze sei nachzuprüfen, ob diese Notstandsaktion unter den heutigen veränderten für den Winzerstand günstigen Verhältnissen noch Sinn und Zweck habe. Darauf wird der Etat genehmigt. Hiermit war das Arbeitsprogramm des Landtags erschöpft. Der stellvertretende Königliche Landtagskommiffar erklärte hierauf den 62. . Landtag für geschloffen. Mit einem Hoch auf den König ging das Haus auseinander. FC. Eltville, 15. Mai. Die hiesige städtische Warenstelle hat für eine Million Mark Waren umgesetzt. FC. Flörshet«, 15. Mat. Der Fisches «mch-ttnü ' «HS- stutz im Matn eht Prachtexemplar von einem Sab» im jEBfe wicht von 1 1 Pfund. FC. Limburg, 15. Mal. Der Bahnhofsarbe'iter Maxelttttt von hier, der gestern unter die Räder eines geriet untz schwer verletzt wuürn jst Hospital gestorben. FO. vom Westerwald, 15. Mai. Pfarrer Haas in Trotz« holbach begeht am 16. Mai seinen 80. Geburtstag. Gr steht im 56. Priesterja.hr und ist an Dienstjahren der älteste Priester de» Bistums Limburg. An Lebensalter überragt ihn um eiittM Monate Pfarrer Hirschmann in Kiedrich. Aus Kurheffen. FC. Bad-Orb, 1s Mai. Ein Wirt aus Frankfurt am Main, der in den Speffartdörfern schwer gehamstert hatte, wurde auf dem hiesigen Bahnhof von der Polizei angehalten und ihm etv großes Quantum Fleisch, vier Pfund Butter, Eier usw. abge- nommen. Bekanntmachung. Der Bundesrat hat auf Grund des § 3 des Gesetzes über die Ermächtigung des Bundesrats zu wirtschaftlichen Maßnahmen usw. vom 4. August 1914 (Reichsgesetzblatt S. ') die Vornahme einer Reichswohnungszählung angeordnet und w ist als Zählungstag für das Eroßherwgtum Hetzen der 24. Mai bestimmt. Für die Zählung kommen Hausltsten zur Verwendung. Für jedes Hausgrundstück mit mindestens einer Wohnung ist eine Hausliste auszufüllen, iu die alle Wohnungen, die bewohnten, die ander- weit benutzten und die leerstehenden, einzeln einzutragen sind. 2n der Liste ist folgendes zu beantworten: 1. Lage der Wohnung (ob Vorderhaus, Hinterhaus, Seitenflügel. Quergebäude) 2. Stockwerk (ob Keller, Untergeschoß, Erdgeschoß eine Treppe usw.) 3. Name des Wohnungsinhabers (Haushaltungsvorstandes) ; leerstehende und anderweit benutzte Wohnungen sind als solche zu bezeichnen, auch ist anzugeben, seit wann sie leerstehen oder anderweit benutzt werden; 4. Zahl der Wohnräume (heizbare oder nicht heizbare Zimmer und Kammern) 5. Ob außerdem eine eigene Küche vorhanden ist; 6. Veriraglicher Jahresmietpreis der Wohnung; 7. Falls sich der Mietpreis aut Wohnung und zugehörigen Eewerberaum bezieht, die Art des Gewerberaums (ob Laden. Kontor, Werkstatt usw.) 8. Zahl sämtlicher Bewohner einschließlich der Kinder. Dienstboten, Schlafgänger usw. 6. Ob in der Wohnung außer der Ehefrau oder der Haushaltführenden eine verheiratete oder verwitwete Frau sich aufhält, die zur Zeit keine eigene Wohnung hat und nach dem Kriege mit ihrem Ehemann oder ihren Kindern oder allein eine besondere Wohnung beziehen wird. Wenn ja, in welcher Gemeinde der Ehemann dieser verheirateten oder verwitweten Frau zuletzt gewohnt hat (Gemeinde. KrSis). Die Hauseigentümer oder ihre Stellvertreter sind verpflichtet, die Hausliste die am 23. Mai zugestellt und am 25. Mai wieder abgeholt w-rd, sofort nach Empfang auszufüllen. Die Haushaltungsvorstände oder ihre Stellvertreter sind verpflichtet, dem Hauseigentümer alle zur Ausfüllung der Hausliste erforderlichen Angaben zu machen. Wer sich weigert, die auf Grund dieser Verordnung vorqeschrte- benen Angaben zu machen, oder in die Hausliste einzutragen, oder wer vorsätzlich wahrheilswidrige Angaben macht, wird mit Geldstrafe bis zu 1500 Mk. bestraft. Friedberg, den 15. Mai 1918. Der Bürgermeistee. I. V.: Damm. Fttmilligkl gmiakiKf. Meine Kirchgaffe 5, in Friedberg-Fauerbach gelegene Hofreite, nämlich Wohnhaus mit allem Zut^hör und Garten, in welchem längere Jahre hindurch erfolgreich Geschäft betrieben wurde, will ich Dienstag. 21. Mai 1918, abends 8 Uhr öffentlich versteigern lasten. Die Versteigerung findet statt in meinem Haufe, Fritz-Reuter- straße 12, Wirtschaft „Zum geflügelten Rad". Ludwig Wilhelm HaaS, Gastwirt und Metzgermeister. _ Friedberg-Fauerbach. 9ST Ohne Frage kaufen Landwirte alle gangbaren Wasch-, Schmier- vnd Putzartikel nirgends besser, nirgends billiger wie bei dör Firma Heß. Versandhaus Phil. Diener, Spezialhaus für Wasch- und Putzartikel, l'rietlbers: S. II, (In den frühereis Räumen des Warenhaus Geschwister Mayer, am alten Bahnhof.) Jean Kogler, ESÄ Nähe des Rathauses. Suchender. 35 Jahre alt, ledig, zur Zeit im Militärdienst, beabsichtigt nach Kriegsende ein Anwesen «ron etwa 30 Morgen zu erwerben. Genügend Barmittel vorhanden. 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Steuernagel, Bad-Nauheim, Lutherstraße 7. Bekanntmachung. Die Zwischenscheine für die 5°/o Schuldverschreibungen und 4'/z°/o Tchatzanweijungen der VII. Kriegsanleihe können vom 27. Mai d. Is. ab in die endgültigen Stücke mit Zinsscheinen umgetauscht werden. Der Umtausch findet bei der „Umtauschstelle für die Kriegsanleihen*. Berlin W 8, Behrenstratze 22, statt. Außerdem übernehmen sämtliche Reichsbanb anstalten mit Kaffeneinrichtung bis zum 2. Dezember 1918 die kostenfreie Vermittlung des Umtausches. Nach diesem Zeitpunkt können die Zwischenscheine nur noch unmittelbar bei der „Umtauschstelle für die Kriegsanleihen" in Berlin umgetauscht werden. Die Zwischenscheine find mit Verzeichnissen, in die ste nach den Beträgen und innerhalb dieser nach der Nummernfolge geordnet einzutragen find, wahrend der Vor- mittagsdienststunden bei den genannten Stellen einzureichen. Für die 5^/o Reichs an- leihe und für die 4 V 9 % Reichsschatzanweisungen find besondere Nummernverzeichnisse auszufertigen,' Formulare hierzu sind bei allen Reichsbankanstalten erhältlich. Firmen und Kaffen haben die von ihnen eingereichten Zwischenscheine rechts oberhalb der Stücknummer mit ihrem Firmenstempel zu versehen. Von den Zwischenscheinen für die I., III., IV., V. und VI. Kriegsanleihe ist eine größere Anzahl noch immer nicht in die endgültigen Stücke mit den bereits feit 1. April 1915, 1 Oktober 1916. 2. Januar, 1. Juli, 1. Oktober 1917 und 2. Januar d. Is. fällig gewesenen Zinsscheinen umgetauscht worden. Die Inhaber werden aufgesordert, diese Zwischenscheine in ihrem eigenen Interesse möglichst bald bei der „Nmtauschftelle für die Kriegsanleihen", Berlin W 8, Behrenstrabe 22, zum Umtausch einzureichen. Berlin, im Mai 1918. Rkichsbstck-MrMmW. H a v e n st e i n v. E r i m m. Mitglieder-Versammlung Samstag, den 25. Mai 1918, nachm. 2V 2 Uhr im Gasthause Zum Solmser Hof in Hungen. Tages-Ordnung: Vorlage der Rechnung pro 1917. Entlastung des Vorstandes. Wahl des Ausschußes. Satzungsänderung des § 24. Abs. 2. Beratung von Vereinsangelegenhetten. Ridda, den 16 . Mai 1918. __ _ Der Vorstmid. Weichst du die Wäsch’ mit „Burnus“ ein, Wird sie geschont, griffig und rein. Burnus wäscht Wäsche wunderbar. Spart Arbeit, Heizung, Geld sogar. Ueberall zu haben. Sonst durch die Ctaem. Fahr. Rohm & Haas, Darmstadt. IMiilt Landwirte v. frattri jJ.ii. IM i.i. Geschäftsstelle Frankfurt a. M., Kronprinzenstraße 41. (Kronprinzenbau.) — Fernruf Römer 4208. Biirsstunden: Montag, Dienstag, Donnerstag, Freitag, nachmittags osn 2—4 Uhr. — Eeschäftsanzeigen in diesem Raum nur für unsere Mitglieder; dieselben sind kostenlos, jedoch muß bei Aufgabe der Anzeige auf die Mitgliedschaft hingewiesen werden. Ein zugfest gelernter Fahrochfe 2*/, Jahre alt, zu verkaufen. Zu erfragen in der Geschäftsstelle der „Netten Tageszeitung". Zur Ausbildung in der Landwirtschaft suche ich auf kleiner Wittschaft entsprechende Stelle. Angebote unter flfr. Ott* an die Geschäftsstelle der „Neuen Tageszeitung". Mafchinen-Oel bestes, für landwittsch. Maschinen Wasserglas ä‘" Salmiakgeist Seifenpulver^U"' loses und in Paketen Lckniiittstisky-Ersah BleWlfk, BilrM TrMnßack, Stärkc-Krast sowie and. bewährte Putz-. Wasch-, Stärke-Mittel, empfiehlt Fr. Hilbrecht Wwe., Friedberg i. H. ZNöppkllpijmikr-Wageti 1 Grasmäher 1 Grubber u. 1 Gisschrank stehen zu verkaufen bei Mtth. Uich. Schneider, Ober-Mörlen. Zu verkaufen! Ein einjähriger, reinrassige^ englischer Zuchtschafbock . eingetragen, aus dem Spezial- zuchthof Meiner», (Wesermarsch). Liebhaber werden gebeten nur am 22. und 23. Mai bei mir zwecks Kauf oorz, »sprechen. Georg Theiß, Schafhirt, i Ober-Mddersdetm. Statt Karten, Todes-Anzeige. Verwandten, Freunden und Bekannten hiermit die tieftraurige Nachricht, daß meine liebe, gute Frau, unsere gute Tochter. Schwester, Schwägerin und Tante geb. Schmidt im Alter von 27 Jahren heut« Morgen im Krankenhause zu Friedberg sanft entschlafen ist. vurg-Eräsenrode, den 17. Mai 1918. Die tieftrauernden Hinterbliebenen Reinh. Gebhardt, Sergt. Familie Heinrich Schmidt. Die Beerdigung findet in Burg-Eräfenrode am 19. Mai, nachmittags 4'/ 2 Uhr statt. T r £isit jeder besonderen Anzeige. H-ute Nacht 1 Uhr entschlief sanft nach langem, schwerem Leiden mein lieber Mann, unser herzensguter, treubesorgter Vater. Bruder Schwager und Onkel Herr Heinrich Lotz II. im kaum vollendeten 72. Lebensjahre. Echzell, den 18. Mai 1918. Die tieftrauernden Hinterbliebenen: Kath. Elis. Lotz geb. Wolf Auguste Lotz Hilda Lotz. Die Beerdigung findet statt am 2. Pftngstfeiertage, nachmittags 3 Uhr. St att Karten. Elisabeth Walther August Hildebrand Verlobte Friedberg-Fauerbach — Nieder-Weisel Pfingsten 1918. Statt Karten. Elisabethe Hofmann Reinhard Thielmann Verlobte Ober-Rosbach v. d. Höhe, Pfingsten 1918. Karl May Tilly May geb. Köhler kriegsgetraut Staden, den 18. Mai 1918. Auf dem Felde der Ehre starb in treuer Pflichterfüllung am ^ 12. Mai d. I. unser lieber Kamerad, der Rudolf Schultheiß Inhaber der Hesfifchcn Tapserkeitsmedaille im Lichtmetztrupp 168. Wir verlieren mit ihm einen guten, treuen Kameraden, dem wir stets ein ehrendes Andenken bewahren werden. 2m Felde, den 12. Mai 1918. Sergt. Seifert, Utfft. Kuhn, Obergefr. Mann, Obergesr. Biermann, Gefr. Walter, Kanonier Vösfing, Möller und Heilscher. EinjMlMr-Grasmäher Kuhmäher ImeijpSmitr Grasmäher mit Norntal- und Mittelfchnitt Heuwender Pferderechen rambinierte Schwadenrechen Getreidemriher Garbenbinder sofort preiswert lieferbar. Wilh. Häuser, landwirtschaftliche M aschine», Frtedberg, Fernsprecher 76. EiiisMililerHrllsmiihtt für 2 Kühe MspiiiMKitiilier mit Mitlelschnittba^u Heuwender NMinüher }\ EarholMr In gutem Zustande, preiswert ab- -ugeben. M. Nofenthal, landwirtschastt. Maschinen, Eietzen, Fernsprecher 72. 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Mai kommen in den Waldungen der Gemeinde Büdesheim zur Versteigerung: 32 Eiche 40-60 cm Durchm. 2,4—9,8 m Lange = 29.62 fm Inhalt (Schnittholz), 86 Eiche 22—39 cm Durchm. 3,6—15,6 m Länge = 25,48 fm Inhalt. 2 Buche 31 u. 35 cm Durchm. 8 u. 10 m Länge = 1,52 fm Inhalt, 57 Eiche- und 8 Efche-Deichseln, 159 Eiche-Spalierpfosten, 12 Fichte-Stämme, 7 Lärche-Stämme und 45 Lärche-Derbstangen. Zusammenkunft vormittags 9 Uhr im Distrikt Brandholz bei der Schutzhülle. ' Büdesheim, den 17. Mai 1918. Grotzh. Bürgermeisterei Büdesheim. Schaub. Holzoersteigerung. Dienstag, den 21. Mai 1918, kommt im Eemeindewald Ober- Rosbach. Difttikt Alterbufch und Westerfeldfchewald folgendes Holr zur Versteigerung: 175 Rm. Buchenscheiter, 48 Rm. Buchenknüppel. 1560 Buchenwellen, 7000 Reihen Baumholzwellen, 1135 Vftkenwellen, zu Besenreisern geeignet, und 62 Rm. Buchenstöcke. Die Zusammenkunft ist vormittags 9 1 /* Uhr vor dem Walde am Waldschlößchen. Ober-Rosbach, den 14. Mai 1918. Erotzh. Bürgermeisterei Ober-Nosbach. D i e f f e n b a ch. Redegewandte, intelligente, und gut beleumundete Herren u. Damen (auch Kriegsbeschädigte) aus allen Kreisen haben Gelegen heit, berufsmätzig und nebenberuflich guten Verdienst durch Uebernahme einer Vertretung zu erzielen. Emsthaste Bewerber mögen sich melden. ßmbikg - M,Hemer Bers.-M.-8ts. Bezirksdirektt-m Frankfurt a. M., vraubachfir. 84. i! rcO er nur lummer 115 Neuen TagesfertnngM _ ui m ■ i a k— ——ümm—MWP j 11. Jahrgang Samstag, den 18. Mai 1i)18 /"^w. ^wmniM rnij; 3e^5' - - w,rza3!i nwTvaazr? Psingftgemittee. Blüh'n und Werden aller Orten, Drosseljang und Lerchenlieder- Festlich über Deutschlands Gauen Geht ein Psingstgewitter nieder! Und sein königliches Brausen Mahnt vergangner Maientage! Und sein feierliches Rufen Grüßt mein Volk mit herer Frager Ob die Zeit, die wundergroße, Ihm den Weg zum Himmel zeigte? Ob es sich, wie seine Väter, Glaubensvoll dem Höchsten neigte? Ob die Frucht des großen Sterbens Eine deutsche Lebensernte? Ob mein Volk zum Kreuz gefunden? Ob es wieder beten lernte? Gottes Sturm zieht durch die Lande, Gottes Geist wsht durch die Zeiten: Gottes Uhr schlägt allen Völkern! Gottes Hand wägt Freud und Leiden, *- Ist der Wächterruf der heil'ge. Wie ein Hall und Schall verklungen? Hat der Satan uns im Feuer Wirrer Geisterschlacht bezwungen? Königs!' me kämmt vom Himmel, Heimatliebe wurzelt droben, — Heil'ges Gut, — mit unsrem Leben, Unsrer Ewigkeit verwoben! Halt's mein Volk! der Geist der Gnade « Weiht dein Kleinod immer wieder! — Festlich über Deutschlands Gauen Geht ein Psingstgewitter nieder. —- — & E. von Maltzahnin i,Kreuz und Kraft", Sturmnacht. Von Otto R te- icke. Die Nacht wachst aus den Niederungen', die rote Riesen, scheibe des Vollmondes schiebt sich niedrig an den Ruinen des Dorfes Pys vorbei,' Rauch- und Nebelschwaden tanzen Ee- spensterreigen. Sttirmtruppen harren in der Dämmerung. Wir klettern über die Granatlocher der zertrommelten Straße. Hinter uns schleudern schwere Batterien Geschosse am Firmament entlang gegen Courcelette. Weißglühend sehen wir diesen henlenden Tod an der Himmelskuppel dahinfahren. Es ist, als streife er die Sterne und risse Stücke davon mit sich. Aus tiefen Unterständen züngeln Feuerzungen: Feldhanbitzen, Kanonen und Mörser bellen ihre Wut westwärts. Platt über den Erdboden hinweg jagen schreiende Flachbahngeschosse: als sollen k wir uns ducken. Von drüben wirft der Feind denselben Tod. Mit Glutkratern wühlt er um uns. Aus lodernden Farben singen rotierende Messer, haarscharf und eisern. Schrapnells schütte« sich klirrend über die Straße. An der ganzen Front vom Süden zum Norden steigen weiße Leuchtkugeln: Raketensignale zischen hoch und zerplatzen in grüne, rote, orangene Sterne, wie Luftfeuerwerk zur Sommersonnenwende. Beobachter fangen sie auf und geben sie rückwärts weiter. Längs allen Straßen stehen ihre Farben und leiten den sausenden Tod. Darüber prasseln die Schrapnells ihren Elutregen gegen nächtliche Flieger. Hart drückt der stählerne Helm unsere Gedanken. Diese Gedanken, die nur das eine kennen: Vorwärts? Diese Gedanken, die in der Pflicht gipfeln, in selbstlosem Willen. Zn den Tod marschieren, geradeaus, in den Orkan von Eisen, Feuer und Gift, losgetcennt vom andern, abgerissen vom Führer, verschwiegen vom Dunkel — und doch nicht einmal denken: Du könntest'umtehren. Das ist der deutsche Soldat, der draußen kämpft, das ist die Felsentreue, auf der unser Vaterland dem anstürmenden Zehnstaatenbunde trotzt. Was fnw hier Worte? . . . Ueber die doch mancher lächeln wird, der den Ktzieg nicht anders sieht als durch die künstlichen Prismen eines Kriegsberichterstatters, der da im Automobil sichere Straßen durchrast und hastig Bilder ausrafft, die wohl Kriegsleben, aber nicht dieser Krieg sind, — des Seele nicht die Seele eines Soldaten sein kann, der alles Gedicht hinter sich läßt, der nur Kraft sucht, euch, die ihr nicht teilhabt, den Krieg zu zeigen, den wirklichen heroischen, diesen wirklichen, grauenvollen .... Mit dem Sturmgepäck des leichten Gewissere ziehen wir daher, verkörpert in Pflicht und Vaterlandsliebe ... in der Heimat ließen wir das Ich . . . und die Sorge, darum ... die andern obliegt . . . wir tragen nur die Hoffnung noch mit uns . . . die Hoffnung der Wiedergeburt .... Daß Gott uns einmal das Leben w t e d e r g i b t, wenn die Auferstehungsglocken des Friedens läuten. Bis dahin sind wir tot. Und selbst gestorben! So singt die Seele des deutschen Soldaten. So klingt sie, wenn er mit Gott und sich allein in einem jener granatgeschaufetten Krater der zerpeitschten Erde auf dem zertrommelten Graben liegt und der Feind im Sturmschritt über blaches Feld naht — und an diesen Löchern, die Festen deutschen Muts und deutscher Treue sind, zerschellen muß! Unaufhörlich trommelt die Front: alle Kaliber trommeln - auf die mürben Gräben. Hoch über uns ziehen die Schwer- geschoffe unserer Artillerien: in Pausen pauken die Zweiund- vkerziger ihre riesigen Klöppel auf den Feind. Um einen Trichter liegen sechs Tote. Von einer Granate. Sie heben ihre Arme steif aus dem Kornfeld. Vorwärts? Vorbei an schon schanzenden Kompagnien, durch sinkende Gräben, über wachsende Wälle, zwischen Hindernissen und Verhauen, hinein in dieses betäubende Brüllen, in dieses Pfeifen, Johlen, Schreien, Schrillen, Klirren, Heulen. Huhlen, Pauken, Trommeln, Wirbeln, in diesen Cancan von Schlacht und Blutrausch, in diesen rasenden Tod. Vor uns deckt Eisenhagel Kameraden zni Kameraden, denen Minuten zu Stunden, Stunden zu Wochen werden. Hundertmal fragen sie lautlos: Wie weit seid ifyt?, Wir schanzen. Wir werfen die bebende Erde. Wie Geiser im Feuerwerk springt der weiße Lichtschaum ätzender Gasgranaten und überschwemmt das Feld. Steigend von Zentimeter zu Zentimeter frißt er sich vorwärts. Als soll, ten wir ertrinken. Unsere Augen tränen aus brandige« Lide^ unsere Lungen hüsteln. / Aber unsere Hände arbeiten. ^ Seit wir diese Frage kennen, die niemand sprach, die off* fühlen, diese Frage aus Not und Vertrauen geschweißt, die vo» euch da vorn zu uns kam, von dem Heer hinter uns, die sich losrang vom lauschenden Herzen des Vaterlandes: „Wie weit seid ihr?" ringen wir der Erde die Erde ab. als feien eure Bitten Fäuste, mitschaffende fühlende Fäuste. Wachsend schiebt sich der Riegel vor den Feind. Unaufhörlich trommelt die Front: alle Kaliber trommeln auf die mürben Gräben. Hoch über uns ziehen die Schwer- gefchosie unserer Artillerien: in Pausen pauken die Zweiund- vierziger ihre riesigen Klöppel auf den Feind. Unaufhörlich trommelt diese Front? Sie ruht nicht, und sie schläft nicht. Zch sehe Kanoniere mit nackten Oberkörpern hinter ihren Geschützen stehen, wie Gesellen Vulkans: sie werfen ohne Unter» laß Granatmengen in die schwarzen Rohrschlünde, wo sie die Explosion packt und mit langen Glutarmen auf den Feind hämmert. Immer — immerzu. Wir schanzen. Wir treiben den Riegel weiter: Kalk und Stein zerhämmert sich unter den Spitzhacken Ein langes Regiment der Pioniere schanzt. Granaten krachen dazwischen, Schrapnells platzen darüber, Minen zerspringen, und streichend fahren Maschinengewehre über uns hinweg. Wir muffen unsere Befehle schreien, die dennoch kaum verstanden werden: wir springen, den Leuchtkompaß in der Hand, von Trichter zu Trichter und legen die Richtung fest, die Pioniere folgen, die Pioniere schanzen beispiellos. Oft taucht der Himmel entsetzt in Blutröte, frischdampfende Lechen saugen sich aus dem Horizont — da schleudern Flammenwerfer den Tod des Grausens, das Feuer der Hölle, mit zischr?» den Flammenruten peitschen sie aufeinander . . . Zm Mondlicht schleicht sich Eist schräg an uns vorbei. Eine Kompagnie reißt die Gasmasken vor das Gesicht und ertrinkt im Dunst der teuflischen Wolke. Aber sie schanzt weiter, sie schanzt in Erft und Feuer? . . . Wieder fällt der Mond bleich und jämmerlich hinter Courcelette, bleibt noch ein Weilchen in Baumskeletten hängen und stirbt. Aus den Eranatlöchern davor steigen farbige Kugeln: Wie weit seid ihr? Und wir schießen die rote Rakete in die rasende Nachts Fertig? Ganz langsam treibt diese Rakete über den Erdriegel von Courcelette dahin- * Aus „Ringen an der Somme und im ^zen". Auf. Zeichnungen des Feldpioniers Otto Riebicke. Creutzjche Verlags- buchhandlung, Magdeburg. Preis 2 Mark. Mm nie Mrd) fiele Leid Mich. Roman von C o u r i h s - M a h l e r. 13> Nachdruck verboten. Christa neigte das Haupt. Und groß und ruhig sah sie in die Augen der Baronesse, die sie ziemlich taktlos anstarrte. Baroneß Karla fand, daß Fräulein Hellmut eine auffallend schöne Erscheinung war, und sie belegte im stillen Graf Steinau mif wenig schmeichelhaften Namen, weil er eine so schöne junge Dame nach Birkenheim geschickt hatte. Daß sie selbst neben Christa recht unvorteilhaft wirken mußte, kam ihr zum Bewußtsein, und es ärgerte sie ungemein. Sie beschloß sofort, ihrer Mutter zu sagen, daß man Fräulein Hellmut in möglichster Zurückgezogenheit halten müsse. Dieser Gedanke tröstete sie ein wenig. Aber in ihren Augen blieb doch das böse Flimmern noch eine Weile sichtbar, trotzdem sie sich sonst sehr in der Gewalt hatte. Die Baronin erhob sich. „Ich werde Sie also nachher sogleich meinem Vetter, Herrn von Birkenheim, vorstellen. Er wird den Tee mit uns nehmen, und Sie können dabei zugegen sein. Wenn wir keine Gäste haben, wird es das Beste sein, Sie nehmen Ihre Mahlzeiten in unserer Gesellschaft. Ich kann Ihnen da mancherlei Anweisungen geben, wie Sie sich meinem Vetter gegenüber zu verhalten haben. Danach müssen Sie sich strengstens richten, verstehen Sie wohl?" Christa verneigte sich. Sie stand noch immer aufrecht vor den beiden Damen, die es noch nicht für nötig befunden Hatten, ihr einen Sessel anzubieten. -„Ich verstehe, Frau Baronin," erwiderte sie. „Gut! Denn aber Gäste zugegen sind, wünsHe ich, daß Sie auf Ihrem Zimmer speisen. Das Essen wird Ihnen dann dort aufgetragen." In Baroneß Karlas Augen leuchtete es bei diesen Dorten ihrer Mutter zustimmeud auf< . Ehrffta verneigte sich ruhig. [ Die Baronin fuhr fort: „Wie Ihnen Graf Steinau wohl mitgeteilt haben dürfte ist mein Vetter augenleidend. Bisher haben wir beide, meineTochter und ich, getan, was nun Ihres Amtes sein soll. Da wir jetzt gesellschaftlich mehr in Anspruch genommen werden dürften, bleibt uns nicht mehr die nötige»Zeit dazu. In schwerer Sorge betreue ich eine andere Person mit diesem Amt und ich muß mich in jeder Beziehung darauf verlassen können, daß Sie sich an meine Bestimmungen halten und in zweifelhaften Fällen stets erst meinen Rat einholen. Ihr Hauptamt ist ja, meinem Vetter täglich einige Stunden vorzulesen und seine Korrespondenz zu führen. Da mein Vetter leidend und in reizbaren Stimmungen unberechenbar ist, nruß ich darauf dringen, daß Sie mir über alles Ungewöhnliche sofort Bericht erstatten, wovon er natürlich nichts wissen darf, weil es ihn nervös macht, wenn man sich um ihn sorgt. Verstehen Sie mich Fräulein Hellmut?" In Christa Hellmuts Augen hatte es bei diesen Worten einen Augenblick aufgezuckt. Mer sie senkte die Lider und sagte nun wieder ruhig und ergeben: „Ich versiehe, Frau Baronin." „Und Sie werden danach handeln?" „Ich werde mich nach Ihren Worten richten, Frau Baronin." „Gut. Wenn Sie sich streng nach meinen Befehlen richten, kann ich Ihnen eine dauernde Stellung zusichern. Sie müssen dafür sorgen, daß meinen: Vetter alle Aufregungen fern gehalten werden, und da Sie selbst nicht wissen können, was ihn aufregt, will ich eben von allem unterrichtet sein, was in meiner Abwesenheit geschieht. Die Sorge um die Gesundheit Herrn von Birkenheims gebietet mir diese Vorsichtsmaßregeln. Sein Wohlergehen liegt mir sehr am Herzen. Christas Gesicht verriet nichts von dem, was sie bei diesen Worten empfand. „Ich werde ganz sicher nie vergessen, was Sie mir gesagt habe« und werde danach handeln, Frau Baronin", sagte sie. - Die Baronin neigte etwas huldvoller das Haupt. „Ich hoffe, daß ich mit Ihnen zufrieden sein kann. Sie scheinen doch für Ihre Jugend recht vernünftig zu sein Wenn Sie sich genau nach meinen Angaben richten, werde ich bei meinem Vetter darauf hinwirken, daß Ihre Stelle dauernd sein wird." „Das will ich im Auge behalten, Frau Baronin," antwortete Christa mit einer undurchdringlichen Miene." „Gut. Und wie ist es mit Ihren Papieren Ihren Zeug nissen? Ich möchte sie durchsehen." Einen Augenblick zögerte Christa Hellmut. Dann sagt» sie ruhig: „Graf Steinau hat mir alle Papiere abgefordert und in Verwahrung genommen. Sie haben wohl die Güte, sie von ihm zu erbitten." „Das kann ja gelegentlich geschehen. Es eilt nicht. Der Herr Graf wird sie wohl eingehend geprüft haben." „Gewiß." „Waren Sie schon in einer ähnlichen Stellung?" Ein leichtes Rot huschte über Christas Gesicht, und ein scharfer Beobachter hätte wohl merken können, daß ihr die Beantwortung dieser Frage schwer fiel. „Ja, Frau Baronin." Das kam knapp und widerwillig heraus. „So viel ich mich erinnere, hat uns Graf Steinau mit- geteilt, daß Sie keinerlei Fannlienanhang haben?" fragt« die Baronin weiter. „So ist es, ich stehe ganz allein im Lebens „Das ist für Sie bedauerlich, aber fiir uns angenehm und wünschenswert. Wenn sich mein Vetter erst an Sie ge- wähnt hat, würde er es nicht gern sehen, wenn Sie viel Urlaub nehmen, um Verwandte zu besuchen." „Das wird nicht geschehen." ^ „Das ist gut. Nattirlich werden Sie jeden Tag einige.^ freie Stunden für sich haben, wenn meine Tochter oder ich Herrn von Virkenheim Gesellschaft leisten. Ueber die Höhe Ihres Gehalts und ähnliche Fragen wird Sie Graf Steinau! wohl unterrichtet haben." ^ \ ^Jck. Frau Baronin? (Fortsetzung folgst^ Die Schlacht der Tanks. (Ausschnitt gwg der neuert Sommeschlacht.) V* f ! > Kürzlich kam es, wie kurz gemeldet wurde, zwischen Somme Mkd Avre -um erstenmal -u Zusammenstößen und erbittetten Kämpfen zwischen ervglischen und französischen Tanks und deutschen Sturmwagen. Die „Dossische Zeitung" veröffentlicht aus der Feder des bekannten Kriegsberichterstatters Dr. Max Ostern« eine überaus fpannnende Schilderung dieses ganz neuartigen und seltsamen Schauspiels, das neuerdings dartut, wie selbst auf dem Schlachtfeld, dem Feld der Vernichtung und Zerstörung, eine Reuerfindung die andere ablöst und immer neue Schlachtonbilder schafft. Wir entnehmen der fesselnden Darstellung das Folgende: Den Infanteristen voraus fahrt der Sturmwagen über die erste feindliche Linie. Bald hat er auch die zweite überquert. Nun ist er mitten zwischen englischen Gräben, 860 Meter etwa vor der vordersten deutschen Stellung. Wildes Maschinengewehrfeuer tobt von allen Seiten gegen den Wagen. Ein Geschoß dringt durch eine schmale Oeffrmng — der erste Richtkanonier sinkt tätlich verwundet zurück. Ein anderer tritt an seine Stelle. Wieder taucht vor ihnen ein feindlicher Graben aus, von Reserven dicht gefüllt. Als die Leute das Ungetüm herannahen sehen, springen sie entsetzt auf und fluten in regelloser Flucht zurück. Das Tankgeschütz schießt mit Kartätschen in sie hinein. Der Erfolg reißt die deutsche Infanterie mit. Der Tank fahrt weiter die feindliche Linie entlang, beschießt die Gräben, lockt die Mannschaften heraus, die sich ergeben, und treibt sie den deutschen Sturmkolonnen zu. Gr fahrt zurück und hin und her, um die Verbindung aufrecht zu erhalten und einzngreifen, wo es notig ist. Durch Stunden wahrt der Kamp?. Da. gleich nach 12 Uhr mittags, was kommt dort entgegen? Wahrhaftig, der Feind hat auch feine Sturmwagen mobil gemacht. Ein Tank taucht vor den Deutschen auf! Nach Größe und Bauart scheint es ein französischer zu sein. Im Lärm des Eifenkastens wird der Befehl von Mund zu Mund wettergegebrn: „Rich'ung Tank!" Aber da löst sich aus dem Dunst ein zweiter feindlicher Wegen. Ein dritter, rin vierter! Noch mehr' Jetzt sind es sieben! Von allen Seiten kommen sie heran. Sie bilden einen Halbkreis vor dem deutschen, um ihn zu umfassen. Ein mörderischer Kampf entspinnt sich. Aus einer Entfernung von 150 Metern gelingt es dem zweiten Kanonier, der den gefallenen Kameraden ersetz! hat. auf einen der feindlichen Kolosse einen Volltreffer zu fcr*e n. „Datlchschuß!" — eine riesige Stichflamme scheidet jäh in die Luft. Die anderen manöverieren weiter, sie geben in ihrer Uebermacht den Umfassungsplan nicht aus. Der deutsche Tank bewegt sich schnell hin und her. Er fährt im Zickzack wie ein Schiff in der Seeschlacht. Jetzt wird der zweite Franzose aufs Korn genommen. Einige Schüsse gehen fehl. Aber beim vierten oder fünften sicht der Kommandant auch dort eine h.lle Flamme aufzüngeln. Irgend eine Explosion hat fiattgefunden. Und wahrhaftig, es gelingt, auch den dritten zu erledigen. Ein Schuß auf feine Raupenkette macht ihn bewegungsunfähig und zum wehrlosen Ziel des deutschen Geschützes. Aber noch lst die große Gefahr nicht gebannt. Nock sterben vier feindliche Tanks dem einen derttschen gegenüber. Und bei uns sind arge Verluste. Auch an Material. Das Geschütz ist getroffen. Mehrere Maschinengewehre bleiben noch. And mit diesen führt der junge Komman- —' ein kühnes Manöver aus. In Schlängelbewsgllngen fährt er — den vier Franzosen vorbei und bestreicht sie ununterbrochen mit rasendem Feuer aus den beiden Maschinengewehren, den einigen Waffen, die er Übrig hat. Wirklich, was er selbst kc""n mehr gehofft, gelingt. Rach Und nach machen die vier, offer^r schwer beschädigt und mit böser Menscheneinbuße. kehrt. Von Mund zu Mund wirb in Lärm. Hitze und Kampferregung jedesmal der kaum glaubliche Erfolg im Innern weitergegeben. Mit Hurra antwortet die Mannschaft. An 25 Minuten hat der ganze Kamps gedauert. Der deutsche Tank ist dabei auf einen halben Kilometer an Cachy heran- gekommerr. Er rückt nun noch weiter vor. fährt im Kreise und feuert aus nächster Röhe kn die Gassen des zerschossenen Dorfes. Immer mit den beiden Übrig gebliebenen Maschinengewehren. Dann rollt er zurück, der Infanterie Bericht ;u geben. Inzwischen hatte ein anderer Tank derselben Abteilung eine ähnliche Begegnung mit feindlichen Sturmwagen. Leutnant V.. der ihn führte, war ein wenig weiter nördlich vorgerückt, wo er mit der Infanterie zusammen operierte. Er beschoß englische Schützenlinien, die sich mit dichten Drahthindernissen eingebaut hatten. Dann, südlich Villers-Dretonneirx, geben ihm deutsche Soldaten durch Winken ein Zeichen. Ein feindlicher Stützpunkt liegt dort, ausgezeiön-' versteckt, kaum ausznfintden, aus dem ohne Unterlaß Me'- ewehrfeuer herüberspritzt. Der Tank fährt dicht aut den W zu und nimmt ihn unter Schnellfeuer. Sofort zeigt sich der Erfolg. Die Maschinengewehre des Nestes verstummen, die Reffe der Besatzung springen auf und suchen zu entkommen. „Gott sei Dank!" sagten die deutschen Infanteristen, „wir liegen eine Stunde vor dieser Ecke und kommen nicht vorbei." ✓ L SBaßtn, feuert auf den D»qchen m» setzt , hm einen SSoUftcffn gerade in den vorderen Geschützstand. Leutnant D. denkt, es ist zu Ende. Rauch und Qualm steigt auf und umhüllt olles. Zwei Leute feiner Besatzung find schwer verletzt, ihnen ist nicht mehr zu helfen. Mit den Übrigen vettert er selbst schnell heraus Sie legen sich platt auf die Erde. Jetzt sofort, denken sie, mutz Explosion und Brand erfolgen Aber es erfolgt nichts. Mitten im wahnsinnigen Feuer gibt der Kommandant feine Befehle. Einige seiner Mannschaften schließen sich dem nächsten deutschen Tank an. Er selbst mit zwei Ehaffenren und einer« verwundeten Sergeanten Vettert wieder in den Tank hinein! Sie finden dort von den Kameraden einen tot, den anderen im Sterben liegend, und einen dritten sehr schwer verwundet vor. An der Maschine ist der Wasserbehälter getroffen und zerschlagen. Aber die Maschine ist noch manöverierfähig. Feuernd zieht B. sich zurück, den Tank zu bergen. Roch ein zweiter Treffer packt den Wagen. Jetzt ist auch der Oetbehälter gefaßt! Doch immer noch arbeitet der Motor. Und mit ungeheurer Anstren- gnng gelingt es, trotz allem, rchne Wasser und Ock. die Fahrt fertzufetzen. bis am Nachmittag der Wagen glücklich in unserer Linie angelangt ist. Ttr MnMiinsrttbrgoch im WMnkgk. 3n den 600 Treffen, Gefechten und Schlachten des Krieges imm gitB die deutsche Infanterie rund 220 Millionen, die Feldatt-llerre 338 209 und die schwere Artillerie 320 600 Schutz ob. Straßburg siel nach fünswöchentkicher Belagerung mit 202 099. Paris nach fünfwöchentlicher Belagerung mit 110 286, Metz nach zrrölfwLchentkkcher Belagerung mit nur -1877 Schutz unserer Belagerungsgeschütze in deutsche Hände. Das sind Zahlen, die gegen den ungeheuren Munitionsauf- wand des Weltkrieges verschwindend klein find. Schon wahrend der großen Offensive im Jahre 1915 wurde der tägliche Munitionsverbrauch auf unserer und feindlicher Seite auf etwa 300 000 Schutz Artillerie eingeschätzt: die Stahlsaat der heutigen Cchlochten aber wird, wenn sie erst einmal eingeschötzt werden kann, diese Zahl noch weit Übertreffen! Bei Beginn der Commeoffenflve verschossen die Engländer in einer Woche mehr Munition, als in den ersten elf Kriegsmonaten zusammen ge vom men, und wahrend des Trommelfeuers dieser Riefenschlacht verbrauchten ste an einem einzigen Tage soviel schwere Granaten, wie die Munitionsherstellung von 11 Kriegslasten überhaupt hervorgebre.cht hatte!. In der Arrasschlacht 1917 wurden von ihnen in vier Tagen fast sechsmal soviel Granaten verfeuert, als der ganze Krieg 1870/71 erfordert hatte! In der Schlacht bei Verdun wurden zu Zeiten von beiden Parteien zusammen rund eine Million Geschosse an einem Kampftage verschossen. Nimmt man nur an, daß im Durchschnitt der siebente Teil dieser Menge, also 1 Million Geschosse in der Wocl)e verfeuert wurden und setzt das Durchschnittsgewicht an Metall mit 4b Kilogramm fest, lo kommt man nach der schwedischen Zeitschrift „Industritidning Norden" ?2* die dreißig Wochen eigentlicher Kampfzeit zu dem ungeheuerlichen Resultat, daß das Gelände in dieser Zeit mit 1 350 000 Tonnen Stahl überschüttet worden ist. Zum Transport dieser Stahlmenge wären 135 000 Eisenbehnwaggons nötig. Das Kampfgelände hatte ungefähr eine Ausdehnung von 2609 Kilometer; somit find nach dieser Berechnung auf jedes Sektor Bodens 50 Tonnen Stahl niedergegangen. Der Wert dieser Stahlmenge überttifft den Wert des Grund und Bodens, den sie übersät. Cs ist vorgekommen, daß beide Parteien an einem einzigen Tage eine Million Artillerie- munition verschossen haben? Trotz dieser furchtbaren Stahlsaat, die in den Großkampftagen zu ungeheuren Zahlen anschwillt, die ohne Unterbrechung Tag und Nacht auf die Fronten niedergeht, haben unsere herrlichen Soldaten, von der Cturmirffanterte bis zum letzten Armierungssoldaten. unerschrocken und unerschütterlich ausgeharrt und sich die Hoffnung des Sieges nicht nehmen lassen. Nun sind sie gecren die Kriegsoerlangerer aus den Graben gestiegen. UnÄ der Geist von 1911 ist mit ihnen! ben Senntz von Mhnerfteisch -u haben scheine^ tem sorft mu&fc ***** rhnen eine Ahnung dämmern, daß man auch Hühner ge. gessen haben kann. Ekmrso scheint man auch in Ctollberg. wie wir das schon von Schlochou bemerkten, über die Sterblichkeit der Hühner seine besonderen Ansichten zu haben. Wenn der Krieg noch lange dauert und die Kriegswirtschaft weiter Inder Weise wie jetzt ausgebaut wird, dann kommen wir noch dahin, daß es Kornmunalverbände gibt, die nicht nur von toten Hühnern Eier, sondern «rch von geschlachteten und auch krepierten Kühen die Ablieferung der Milch fordern und bei Richtablieferrrng mit Strafen drohen. Es scheint tatsächlich, als ob wir schon so weit gekommen find, daß auch mit den widersinnigsten Verordnungs- Möglichkeiten gerechnet werden muß. Kirchliche Nachrichten. Skilizes W-yftf.st. Pfingst Sonntag, den 19. Mai 1918. Gottesdienst in der Stadtkirche. Vormittags 9% Ahr; Herr Pfarrer Diehl. Mitwirkung des Kirchengcsangvereins. Abends 8X Uhr: Herr Pfarrer Ritte,. Kollekte für die Lutherstiftung. « Gottesdienst in der Dvrgkirche Vormittags 11 Uhr: KinbergotUsdienst. Herr Pfarrer Diehl. • Pffngft-Montag, den 20. Mai 1918. Gottesdienst in der Ctaotkirche. Vormittags 9% Uhr: Herr Pfarrer Kkebergcr. Mitwirkung der Chorschule. Feier des hl. Abendmahls. Kollekte für die Stadtkirche. m Gottesdienst Im Stadtteil Fauerbach. 1 Pfingstjeiertag. 19. Mai. 10 Uhr: Festgottesdienst. Anschließend Beichte und Feier des hl. Abendmahls. Kollekte für die Lutherstiftung VA Uhr: Iugendgottesdienst. 2. Pfingstfeiertag. 20. Mai. 10 Ahr. Festgoitesdierrst. Eier'urnststückchen Da naht euch diesem Tank eine feindliche Uebermacht. Leuten! B. zählt echt Einheiten. Er sieht, wie fünf davon mit andren Magen seines eigenen Geschwaders nahe daboi ins Gefecht kein wen, und wie die drei übrigen — diesmal scheinen es Engländer — auf ihn selbst zusteuern. Sein Tank steht in diesem Augenblick so, daß er dem Ge<>nkr die Breitseite darbietet. Blitzschnell biegt er um und er"" das Feuer aus seinem Vug- Die Engländer a- a. In schneller Folge wechseln Ne Schüsse. B. kettet den Angriff auf die beiden feindlichen Tanks, die chm zunächst find, und steht mit Jubel, wie der erste Gegner nach wenigen Minuten nordwärts auf der Straße nach Fouilloy (bei Eorbie, wo Richthofen fiel) zu entweichen sucht, wre er aber plötzlich, offenbar tödlich getroffen, stehen bleibt und nicht mehr weiter kann. Der zweite seiner Angreifer scheint „ ® efed)t ^ch et rührt sich nicht mehr und schief nicht mehr, entweder vorher von B. selbst oder von einem deutschen Maschinengewehr außerhalb des Tanks vernichtend aeiakt. Der dritte Gegner aber, der mitteitte der englischen Verfügung des Konlmunalverbandes Schlochau verlangt. daß die Eierablkeferung für das laufende Jahr aufgebaut wrrd auf der Viehzählung vom 1. Dezember 1917, obwohl inzwischen am 1. März 1918 eine Eefügelzählunz siattgefunden hat, die z. V. andere Kommunalverbände ihren ..Eierverordnungen" zugrunde gelegt haben. Die Auffassung, daß während so und so vieler Wintermonate ein Hühnerbestand intakt bleiben muß, scheint man nun nicht bloß in Schlochau. sondern auch in einer anderen Ecke des Deut, schon Reiches, nämlich im Kommunalverbande Ctollberg im Königreich Sachsen zu teilen. Von befreundeter Seite wird uns dre Nummer des „Stollberger Anzeigers und Tageblattes" vom 23. 4. 1918 übersandt, in der sich folgender Mas für die Eierablieferung findet: „Da das System der Eieranfbrrngung auf dem HLhner-- bestände vom 1. Dezember 1917 aufgebaut ist, können grundsätzlich Veränderungen im Hühnerbestande bei der Berechnung der von jedem Geflügelhalter a^uliefernden Mindestpflichtmenge an Eiern nicht berücksichtigt werden. Für die Zukunft werden die- Geflügelhalter darauf aufmerksam gemacht, daß Verkäufe und Abschlachtungen von Hühnern ohne Einfluß auf die Menge der abzuliefernden Eier bleiben. Stollberg. den 18. April 1918. Der Kommunalverband.- Wenn man nun schon die Nichtberuckfichtigung von Verkauf und Abschluchtungen nach Erlaß dieser Verfügung vielleicht rechtfertigen kann, so ist es doch ganz unverständlich, wenn hier, gerade wie in Schlochau, alle vorhergehenden Veränderungen bis zum 1. Dezember 1917 zurück unberücksichtigt bleiben sollen. Es scheint doch tatsächlich, wie die Veffpiele aus beiden Kommunalverbänden zeigen, Kommunalverbande zu geben, deren leitende Persönlichkeiten eine ausgesprochene Abneigung geaen Hohes Pffngstfest. Sonntag, den 19. Mal 1918. Gotlesdienst der Katholischen Gemeinde. Beichtgelegenheit am Samstag von 5 Uhr an und Sonntags früh von 6 Uhr. A7 Uhr: Frühmesse. 8 Uhr Militargottesdienst (Singmesse mit Predigt). MIC Uhr: Feierliches Hochamt mit Segen und Predigt Nachmittags 2A Uhr: Feierliche Vesper. Vetchtgekegenheil bis 4 Ufa und wieder von 6 Uhr an. Abends 8 Uhr: Mai-Andacht. 2. Feiertag. Beichtgekegenheit morgens von 6 Uhr an. A7 Uhr: Frühmesse. 8 Uhr: Hl. Messe. )410 Uhr: Hochamt mit Segen. Nachmittags 2A Uhr: Andacht mit Segen. Während der Woche um 7 Uhr hl. Messe. Freitag abends 8 Uhr: Kriegs-Andacht. Verantwortlich für den politischen und lokalen Teil: Cttc Hirsche!. Friedbera: für den Anzeigenteil '0 Kenner Friedberg. Truck und Verlag der „Neuen Tageszeitung" A G.. Friedbcro i KLcherbeipre l ung. Cine gute Nachricht nach der andern kommt von dem well lichen Krie sichauplatz herein und zeigt unsern Feinden, laß wir fester denn je auf den Füßen stehen. Und der herrliche Erfolg der letzten Kriegsanleihe hat bewiesen, daß die Heimat der Front nicht nachstehi. Könnte das eiienftesserische Kleeb'at' Lloyd George — Elemenceau—Wilson einmal e-ö^en Bl ck in urrjer häuslickes und geiellschattliches Leben tun, >o wüiden die He ren zu ihrem Verdruß wahrnehmen, daß es durchaus nicht mu los und ve.zagt ist. im Gegenteil, je ichwerer die Bürde ist. die uns der Krieg ouf- erlegt, desto kräftiger und entlrdlosiener stemmen wir die Schultern- dagegen. Und hoben wir auch Um feinte Tuch mehr auf dem Leibe und keine Lackschuhe mehr an den Füßen, so tragen wir das mit jenem echten, alles überwinden en Humor, der den Deu chen eigen ist. und der sie fest und widerstandsfähig macht wie Feuer den S',hl. Und diese edle Lebenstunst zu vllegen, ist darum auch deren berufenen Vertretern gerade jetzt eine hohe und dankens» werte Aufgabe.-Man nehme z. B. nur einmal die Meggendorser- Vläiter zur Hand, und eine ganze Fülle launieen H' mors sprudelt uns wie ein lustig plätschernder Quell entgegen. In Wort und Bild, in Poesie und Prosa, von Künstler- und Dichlerhand mundgerecht bereitet. 2n heiteren Scherzen und wohl auch in manchem tiefempfundenen Gedanken zieht hier ein Stück Zeit an unserem Auge vorüber und legt sich wie ein buntschillerndes Feiertags- kleid über den grauen Alllag, frohe und gehobene Stimmung erzeugend. Und wenn die Meggenoorser-Blälter in ihrer Krreas- chronik unfern hochmütigen und verbissenen Gegnern einmal eins tüchtig an die Schienbeine versetzen, jo sprechen sie ihrer Leser- schast gewiß ganz de anders aus der Seele. Satire und Ironie ge j^uüber Toren und feindlichen Prinzipien sind eben einer denkenden und intelligenten Zeit ein unentbehrliches Bedürfnis geworden. Wer Lust hat, kann jederzeit, auch monatweije in den Bezug der Meggendorfer eintreten, den jede Postanftalt, rede Buch- und Zeitungshandlung vermittelt. Am einfachsten ist natürlich der Vietteijahrsbezug, der nur Mk. 3.S0 (ohne Potto) bettägt, was in manch einem öden „VretU" an einem Abend ausgegeben wird, ohne daß mau irgend welchen nennenswerten Genuß davon hat.