Uummer 111_ ^ Freitag, de« 17« Mai 1918 11. Iahe^ \ Die i ’cmc Taaes?stt«ng" erichemt leden Werktag. Regelmäßige Beilagen „Der Kauer aus Hessen", „Die Spirmssuve". Kerugspreia: Bei den Postanstalten vierteljährlich Mk. 2M bimu tritt noch das Bestellgeld; bei Den Anenten monatlich 85 Pfg. einschließlich Trägerlohn. Anzeige«: Grundzeile 25 Pfg., lokale 20Psg^ Anzeigen von auswärts werden durch Postnachnahme 9 5 „hoben. Erfüllungsort Fttedberg. Hchriftlettung und Derlag Friedberg (Hessen). Hanauerstratze 12. Fernsprecher 43. Postscheck-Tonto Nr. 485g. Amt Frankfurt a M. Mn MOms mit OchrmWigm. Franraleu aus den GinkrnchsteUen am Kemmel wieder hinausgewarfeu. 115OO Tonnen versenkt. — Englische Minenfelder im Kattegat. Ker den. Generalstak —. meldet: — . M. T. S. Großes gauplquartier, den 16. Mai. Amtlich. Westlicher Kriegsschauplatz. Nach Abschluß der gestrigen Infanteriegefechte nördlich vom Kemmel. in denen wir den Franzosen aus örtlicher Einbruchstelle wieder zurückwarfen, flaute der Artilleriekampf im Kemmel-Eebiet ab. Auch an den anderen Kampffronten ließ die Artillerietätigkeit nach. Heftige Feuerüberfälle dauerten gegen unsere Infanterie- und Artilleriestellungen beiderseits des La Baffee-Kanals, sowie zwischen Somme und Avre an. Auf dem Westufer der Avre stieß der Feind gestern früh aus dem Senecat-Walde mit starten Kräften vor. Unter schweren Verlusten wurde er zurückgeschlagen. An der übrigen Front kleinere Vorfeldgefechte, a Starter Fliegereinfatz an den Kampffronten führte zu zahlreichen Luftkämpfen. Wir schossen 33 feindliche FluMuge ab; 14 von ihnen brachte wiederum das früher von Rittmeister Frhrn. v. Nichthofen geführte Jagdgeschwader pmr Absturz. Leutnant Windisch errang seinen 20. Luftsteg. Don den anderen Kriegsschauplätzen nichts Neues. Der Erste Ve«eralq>artler«eister: Ludentzorff. Adendbericht. Berlin, 16. Mai, abends. (DÄB. Amtlich.^ Don den Kriegsschauplätzen nichts Neues. O er österreichische Generalstak meldet: — ; Wien, 16. Mai. (MTB.) Amtlich wird verlantbartt Zwischen Brenta und Piave wurden mehrere Ertundungs- »orstöße der Italiener abgeschlagen. Auf dem Monte Asolone und dem Monte Pertica kam es hierbei zu Nahkämpfen. Der Chef des Eeneralstabes. i>L. __ Der bulgarische Generalstak ■ ,■.—i meldet: Sofia, 14. Mai. (WTB.) Generalstabsbericht. Mazedonische Front: Eine unserer Angriffsabteilungen drang in die feindlichen Stellungen auf den Südabhängen des * Perister-Berges und machte mehrere Franzosen zu Gefangenen. Im Cerna-Bogen, bei dem Dorfe Rapasch, auf beiden Seiten des Dobropolje und bei Doiran verstärkte Feuertätigkeit zeitweilig auf beiden Seiten. In der Ebene vor unserer Stellung westlich von Serres Patrouillenzufammenstöße. Im Wardartal lebhafte feindliche Lufttätigkeit. Das türkische Hauptquartier meldet Konstantinopel, 14. Mai. (WTB.) Tagesbericht. Palästinafronl: Stellenweise gesteigerte Artillerie- und Fliegertätigkeit. Bei Medsch del Laba entrissen wir dem Gegner eine vorgeschobene Stellung. Auf dem östlichen Iordan- ufer wurden feindliche Patrouillen vertrieben. Angriffe von Rebellen auf Mann und die Hedschasbahn wurden überall abgeschlagen. "-Mesopotamien: Am Euphrat besetzten wir Han Bagdadie. Auf der übrigen Front nichts Besonderes. i ~ r 11500 Touueu versenkt. r Berlin» 15. Mai. (WTB. Amtlich.) Im Sperrgebiet um England wurden neuerdings von unseren Unterseebooten ,11 500 Bruttoregistertonnen feindlichen Handelsschiffraumes pei\entt Der Chef de» Admiralstabs der Marine. Husarenstreich eines U-Dvotes. Ueber den Vorstoß des deutschen U-Bootes in den befestigten Hasen von Earloforte (Sardinien) am 29. April unter Führung des Kapitänleutnants Steinbauer, der einer unserer bewährtesten U-Bootkommandanten und bereits mit dem Orden Pour le merite ausgezeichnet, werden noch folgende Einzelheiten bekannt: Kapitänleutnant Steinbauer vermutete in dem Hafen von Earloforte wertvolle Dampfer. In schwieriger und besonders tatkräftig durchgeführter Aufklärung beobachtete er den englischen Dampfer „Kingstonian" (6564 Brt.) dort im Hafen vor Anker liegend, längsseits von ihm zwei große bewaffnete See- fchlepper, außerdem mehrere andere Fahrzeuge. Bei fahlem Mondlicht und schon beginnender Morgendämmerung dringt das U-Boot durch die stark befestigte Durchfahrt von San Pietro in den Hasen von Earloforte ein und greift unter restloser Ausnutzung aller Waffen den Feind überraschend an. Torpedoschuß auf „Kingstonian", gleichzeitig Artillerieschnellfeuer auf die längsseits liegenden Schlepper. Der Tor- podotrefter reißt „Kingstonian" mit gewaltiger Detonation in der Mitte auseinander. Die Schlepper find nach wenigen Ar- tillerietreftern in weißen Rauch gehüllt und verschwinden in der Explosionswolke des „Kingstonian". Wahrend das U-Bool im inneren Hofen dreht, um einen französischen Mermaftschooner zu vernichten, setzt Schlag auf Schlag die Gegenwirkung ein. Cs wird schnell hell. Die Batterien draußen an der Einfahrt und auf der Insel Antioco können das U-Boot sehen und vereinigen aus dieses thr Feuer mit der Molenbatterie von Carlo, forte, deren Feuer vom U-Boot mit Schrapnells erwidert wird. Auch vom Heck des sinkenden „Kingstonian" wird Artilleriefeuer eröffnet, jedoch schnell durch wenige Granaten des U-Bootes erstickt und die Geschützbedienung vernichtet. Das U-Boot schießt den ftanzösischen Viermastschooner in Brand und wendet der Ausfahrt zu. Da bricht zwischen feindlichen Segelfahrzeugen ein Motorboot mit hoher Fahrt aus dem inneren Hafen hervor und nimmt das U-Boot unter Schnellfeuer Vergeblich versucht das Motorboot, das U-Boot mit Torpedoschuß anzugreifen und ihm die Ausfahrt aus dem Hafen zu verlegen. Zum gleichen Zweck legen etwa sechs Batterien aus beiden Usern des Ha. fens, teils Flachbahngeschütze, teils Haubitzen, Sperrfeuer vor das U-Voot. Unbeschädigt durchfährt dieses die gefährliche Zone, wird beim Kap Colonne von einer Haubitzen-Vatterie nochmals erfolglos eingedeckt und taucht nach etwa einstündigem Ueberwasseraufenhalt im Hafen draußen in tiefes Wasser. Wieder auftauchend und von Earloforte ablaufend, führt das U-Voot ein halbstündiges Gefecht gegen einen starf bewaffneten Bewachungsdampfer und beschießt die F. T. und Signalstation von Kap Sperone (Insel Antioco) mit beobachteter Trefferwirkung. Erfolgreiche Fliegerangriffe. Berlin, 16. Mai. (WTB.) Deutsche Bombengeschwader entwickelten in der Nacht vom 15. zum 16. Mai rege Tätigkeit. Bei Dünkirchen, Calais, Poperinghe wurden Munitions. rrnd Bahnanlagen mit großen Vombenmassen belegt. An allen Stellen wurden Treffer einwandfrei beobachtet. Auch der Westbahnhof und die Unterkünfte in Amiens wurden von unseren Geschwadern mit gutem Erfolg angegriffen. Explosionen und Brände waren die Folge. Die Schlacht im Westen. Beunruhigung der Entente. Aus Lugano wird der „Kriegszeitung" gemeldet: Die Entente zeigt sich sehr beunruhigt wegen des langen Ausbleibens der Wiederaufnahme der deutschen Offensive. Daß sie unbedingt erfolgen wird, darüber find sich alle einig. Der Pariser Korrespondent des „Secolo" meldet, daß sie jeden Tag, ja vielleicht schon in der nächsten Stunde mit ungeheuren Kräften losbrechen könne. Der „Secolo" glaubt, daß der große Angriff an der Front in Frankreich und Italien stattfinden wird, obgleich sich Kaiser Karl sehr gegen die Forderung Kaiser Wilhelms, an der Offensive teilzunehmen, gesträubt habe. Man könne auch in Italien mit Ruhe der österreichischen Offensive entgegensehen. Sie werde an der italienischen Kraft und Einigkeit zerschellen. * Schwere englische Verluste bei Braye-Corbie. Berlin, 15. Mai. (WTB.) Die im Heeresbericht vom 15. Mai erwähnte Unternehmung beiderseits der Straße Braye- Corbie hatte vollen Erfolg. Wir schoben hier unsere Linien vor. Der Gegner erlitt bei seinem zähen Widerstand außerordentlich schwere Verluste. Am Vormittag setzte er in zwei Kilometer Breite zum Gegenangriff an. Indessen waren schon seine Bereitstellungen von dem deutschen zusammengefaßten Vernichtungsfeuer fast zerschlagen, so daß der Angriff nicht voll zur Durchführung kommen konnte. Am Nachmittag brach ein zweiter starker Vorstoß unter großen Feindopfern im deutschen Feuer zusammen. Die Engländer haben beiderseits der Straße Braye-Corbie letzthin wiederholt die Australier eingesetzt, deren Angriffe jedesmal ergebnislos verliefen. Der erfolgreiche deutsche Vorstoß an dieser Stelle und die kurz darauf anhebenden starken nutzlosen Gegenangriffe haben England besonders viel Blut gekostet. Ueber die ungeheure Größe der englischen Verluste laufen fast täglich neue bestätigende Meldungen ein. So bekundet ein gefangen genommener englischer Drigadekommandeur, er habe in den letzten Märztagen drei Brigaden, darunter die 119. und eine Brigade der 16. Division geführt, die zusammen nicht annähernd die normale Stärke einer einzigen Brigade gehübt hätten. Die Entente unter sich. Berlin, '15. Mai. (WTB.) Die gefangenen Engländer und Franzose,i aus den Gefechten in der Kemmelgegend schieben sich gegenseitig die Schuld am Verlust des Kemmel und an den weiteren Mißerfolgen zu. Ein gefangener Engländer erklärte, er habe einen französischen Soldaten verprügelt wegen desien Behauptung, die Franzosen feiert von den Engländern im Stich gelasien worden. Ein anderer Engländer schien ein schlechtes Gewissen zu haben; als er sich unter Flüchen über die Behauptung eines Franzosen beschwerte, die Engländer seien wie die Hasen weggelaufen, setzte er hinzu, von 140 Mann seiner Kompagnie seien nur sieben übrig geblieben. Die französischen Gefangenen sind dagegen aufs äußerste über die Unverschämtheit der Engländer erbittert, mit der diese es wagen, die Schuld an allen Mißerfolgen grundsätzlich immer wieder den Franzosen aufzuhalsen, die doch tatsächlich nur eingesetzt und geopfert worden seien, um die englische Armee zu reiten. Derartige Klagen find auch wieder von Gefangenen aus den neuesten Gefechten in Flandern, sowohl von Franzosen als Engländern zu hören. So erklärte z. V. eine Anzahl Gefangener eines Port er Regiments, die am 8. Mai eingebracht wurden, daß das Gelingen des letzten deutschen Angriffes allein der Nachlässigkeit der Franzosen zuzufchreiben sei. Die französische Nachbardivision sei natürlich wieder durchbrochen worden und die Verluste der englischen Truppen hätten daraufhin 50 Prozent betragen. Ueber die schweren Verluste äußert sich ein Angehöriger eines anderen Regiments dahin, daß bereits Ende April die 30. englische Division in eine Brigade umgewandelt werden mußte, da der Menschenmangel zu groß war und feni Ersatz eintraf. Auch am 8. Mai habe ein Bataillon von i l Mann wieder über 200 verloren. Der llklchtikrik Angriff ans floh,. Wien, 15. Mai. Klus dem Kriegspressequartier wird gemeldet: Ein feindlicher Versuch, am 14. bei Tagesanbruch mit einem geräuschlosen Torpedomotorboot in den Hafen von Pola einzudringen, scheiterte vor dein Hafen durch die Wachsamkeit unserer Vorposten und infolge unserer Sicherungsmaßnahmen. Das italienische Motorboot wurde versenkt und die Bemannung, bestehend aus einem Korvettenkapitän und drei Mann, von denen einer schwer verletzt ist, gefangengenommen. Die feindliche Unternehmung wurde anscheinend durch eine Flottenabteilung in See unterstützt. Nach Tagesanbruch stießen eigene Aufklärung^ flieger in der Nordadria ans ein starkes feindliches Flug* zeuggeschwader. In den sich entwickelnden, eine Stunde währenden Luftkämpfen wurde ein feindliches und ein eigenes Flugzeug abgeschossen. Die englischen Minen im Kaiiegat. Berlin, 16. Mai. (WB. Amtlich.) In den letzten Tagen wurden in der schwedischen Presse verschiedentlich Unfälle durch Minen im Kattegat gemeldet, denen auch neutrale Fischerfahrzeuge zum Opfer fielen. Die englische Ab- rniralität teilt dazu amtlich mit, daß von englischer Seite im Kaiiegat und Skagerrak keine für die Handelsschiffahrt gefährliche Minen ausgelegt seien und schreibt dies den Deutschen bei ihrer gewohnten Verachtung für die Interessen der Neutrale« zu. Demgegenübek .mtTf'&arWe en$oS£r fefe, (A4 ~y/T (Zäßfafi* WOeML J ^ckKvedsschen Mitteilungen hingewiesen, daß die kürzlich ilN Kattegat gefundenen imfc sogar inrrerhalb der schwedischen Hoheitsgewässer festgestellten Minen unzweifelhast eng* fischen Ursprungs waren. Jede wertere Erklärung der englischen Heuchelei erübrigt sich Stockholm, 15. Mai. (2323J Wie die schwedischen Blatter melden, hat das englische Minenfeld vor der schwedischen Westküste gestern ein neues Opfer gefordert. Vor Marstrand Itnurde gestern nachmittag ein Fischerboot in die Lust ge sprengt, wobei vier Mann getötet wurden. Die meisten ^führenden Zeitungen Schwedens drücken ihre Entrüstung aus. Das „Svenska Dagbladet" schreibt: Der militärische und politische Angriff verläuft nebeneinander. Der- Raub des holländischen Schiffsraumes wie die angekündigte Minenlegung innerhalb der neutralen und schwedischen Küstengewässer gehen Hand in Hand mit den verschiedenartigen Versuchen, die neutrale Presse zu erfassen, worüber wir in der letzten Zeit einiges erfahren haben. Gerade in diesen Tagen soll das sogenannte Stockholms Telegram- byran durch etwas Eindruck machendes ersetzt werden. Wäre die Neuschöpstlng schon glücklich vollendet, so hätten wie sie jetzt gewiß vielstimmig verkünden hören, daß die Minenlegung der Ostküste geschehen sei, um die neutrale schwedische Fischerei vor deutschen Uebergriffen zu schützen. England legte seine Minen nicht nur in unsere Küstengewässer und trotz des Unglücks, das sie dort unserer Fischereibevölkerung zugefügt haben, sind dic^e Minen nicht gefährlicher als die anderen. Die „Stockholms Tidningen" meint, es sei wohl leicht verständlich, daß solche Handlungen mehr als etwas anderes die Stimmung in neutralen Ländern verbittern. Das „Stockholms Dagblad" weist besonders aus die auf- fallenden Bemiihungen der verüandssteundlichen Presse hin, den ganzen Vorgang möglichst bescheiden hinzustellen. Der „Dagens Nyheter" findet das englische Vorgehen nur höchst erstaunlich. Der „Sozialdemokraten" meint ganz kurz, falls die Minen wirklich innerhalb der schwedischen Gewässer aus- gelegt feien, habe man es mit einer Verletzung der Neutralität zu tun, in einem solcher Fälle werde die Regierung wohl die nöfige Erklärung verlangen. Sogar die verbandsfreundlichste Zeitung „Stockholms Aftontidningen schreibt: Die beiden Katastrophen vor Gotenburg haben die schvedische Volksmeinung aufs tieffte erregt. Wir, die wir bisher gegen Deutschlands Vorgehen auf dem Meere Einspruch erhoben, haben keinen Grund, von unserem Urteil abzuweichen, weil jetzt England als blufiger Prrat des Meeres austritt. Dieser Uebergriff kommt von einer Seite, auf der man sonst behauptet-, man wolle sich cm menschliche Kampfweisen halten und den Sinn für Recht und Freiheit der kleinen Völker wahren. Sollen derartige Reden mehr als hohle, inhaltsleere Phrasen sein, so ver- pflickten sie auch zu etwas. Die Zeitung weist darauf hin, daß die wichtige Fischerei an der Westtzifte stillgelegt werden müsse, und daß dies besonders empfindlich sei, da das Land sich wegen des Fleischmangels der Hungergrenze mit Riesenschritten nähert. Die amtliche englische Ableugnung, in der behauptet wird, die Engländer hätten keine für die Handelsschiffahrt gefährlichen Minen ausgelegt, wird besonders scharf ver- urteilt. Das „Nya Dagligt Mllehanda" meint, diese Be- bauptung wirkte lächerlich, wenn sie nicht so zynisch wäre. Das „Astonbladet" stellt fest, der englische Versuch, zu leugnen, sei gänzlich mißglückt, für die Gefährlichkeit der Minen habe inan leider schon tragische Zeugen. Kristiania, 15. Mai. (28B.) Das Minenfeld im Kattegat, durch das die Versenkung des schwedischen Fischdampfers „Agnes" verschuldet wurde, wird nach amtlichen schwedischen Feststellungen auch von der norwegischen Presse als nicht deutschen, sondern englischen Ursprungs bezeichnet. Dem Reederblatt „Sjöfarts Tidende", das gestern mit sichtlicher Befriedigung die Stockholmer Privatmeldung, wonach die Minen als zweifellos deutschen Ursprungs hingestellt wur- den, besonders hervorhob und äußerem in einem Leitauf- sähe die Auslegung dieser Minen als einen neuen Völker- rechtsbruch Deutschlands bezeichnete, ist diese amtliche schwedische Feststellung offenbar sehr unwillkommen und wrrd deshalb von ihm totgeschwiegen ÄkM-ijAmrilhilche Siindnis. Weierle über das Bündnis. «--dnpep IG. Mai. CSEEB.) Im Abgeordnetenhaus« fngie »raf Michael Karolyi wegen der Erneuerung des Bündnisvertrages mit Deutschland an und ersuchte den Erstminister, die beruhigende Erklärung abzugeben. daß die Vereinbarungen erm Abgeordnetenhaus- unterbreitet würden, damit nicht ohne vvs über uns entschieden werde. Der Redner steht auf dem Standpunkt, man muffe vermeiden, daß künfttg einzelne Staa- te?'gruppen einander feindlich gegeniiberftehen. Die Schaffung Mitteleuropas, das engestrebt wird, wäre ein großes Hinder- ms für die Wiederherstellung des Friedens. Sodann stagte ^rc-l^Karolyl nach einem Brief des Monarchen an den Prinzen Sirius und ersuchte um Aufklärung, welche Haltung Czer- mn m dieser Angelegenheit eingenommen habe. Der Redner mte hinzu, daß Czernin die Aufmerksamkeit aus den Prinzen nL^ le ü H r Unb , m Berlin diese Tatsache auch zur Kenntnis Cb ^ abe ' J 0mit matC * s verfassungsmäßig richtig gewesen, daß der verantwortliche Minister die Krone deckte und nich umgekehrt. ' Erftminister Dr. Meter le beantwortete die Anfragen sagte: Ich kann den Ansrager kurz auf die amtliche Mel- mg verv^rsen, die nach der Zusammenkunft, die am 12. Mai im {£^u % Z0 }'uJ >aUVtqnrbrit9umtktanj(i9tr|SÄÄÄÄ'* c «S.“vS: Offene Stellen: Hilssdienstpflichtige, sowie Frauen und Mädchen aller Beruft für besetztes Gebiet. 1 Metterlehrling. 8 Kutscher. 1 Knecht, 1 Arbeitersamilie. 1 Knechtefamilie, 3 Schreiner. 2 Hausburschen. 1 Eutsschmied, 1 Müller. 2 Heizer, 9 Dienstmägde. 2 KUchenmädchen, 9 Hausmädchen, 2 Haushälterinnen, 1 Beiköchin, 1 Köchin. Stellensuchende: Mehrere Melkerfamiliev und ledige Melker. 2 Melkerinnen in einen Stall. 1 Bäcker. 3 Fräulein für Büro. 1 Eutsjekretärin. Näherin für Bataillon. Verantwortlich für den politischen und lokalen Teil: Otto Hirsche!, Friedberg; für den Anzeigenteil: R.Heyner. Friedberg. Druck und Verlag der „Neuen Tageszeitung, A. Friedberg l H, Wem nie !mch Liede Leid itrlrtjnfi. Roman von Courths-Mahler. H) Nachdruck verboten. Fräulein Hellnint achtete nicht weiter auf das Menenspiel des Dieners. Sie schritt aufrecht und elastisch neben ihm her durch die große Vorhalle und stieg im Hintergrund derselben eine breite, mächtige Steintreppe empor, die schneeweiß getont und mit breiten Teppichläuferu belegt war. Vmnk geputzte Mcssingstangen hielten diese Läufer fest, und ein goldbronziertes Geländer, das Arabesken im Barockstil zeigte, säumte zu beiden Seiten die Treppe ein. Im ersten Stock führten zwei breite Gänge nach beiden Seiten des Hauses. Sie waren mit den gleichen Teppich- läufern belegt und führten zu den beidcu Flügeln. Rechts und links mündeten zahlreiche Türen auf die Gänge, die in diese Gemächer führten. Das alles überflog Fräulein Hellmut mit einem forschenden Blick. Der Diener zeigte ihr jedoch durch eine Handbewegung, daß sie noch weiter emporsteigen müsse. Er führte die junge Dame in den zweiten Stock. Dieser war genau so angelegt wie der erste. Zur rechten Hand öffnete nun der Mener eine Tür und machte eine einladende Bewegung. „Hier ist Ihr Wohnzimmer, Fräulein Hellmut, das Schlafzimmer stößt links daran. Ihre Koffer werden sofort heraufgebracht werden." „Ich bitte darum," antwort/te die funge Dame, ihr Zimmer betretend. „Haben Sie sonst noch Wünsche?" „Augenblicklich nicht." „Sollten Sie etwas brauchen, bitte ich Sie, zu klingeln, einer Stunde werde ich Sie abholen und zur Frau Baronin führen." „Es ist gut." Damit enließ Fraulein Hellmut den Diener und war nun allein. Sie sah sich im Wohnzimmer um. Es war sehr hübsch und freundlich eingerichtet mit guterhaltenen alten Möbeln, die wohl schon Jahrhunderte aus ihren Plätzen Landen. Das nebenan liegende Schlafzimmer zeigte indes eine ganz moderne Einrichtung: Ein weißes Reformbett mit geblümten Vorhängen, weiß lackierte Möbel und an Türen und Fenstern denselben Blnmenstoff, unter dem an den Fenstern weiße Mullvorhänge hervorsahen. Ganz eigenartig wirkten diese beiden Zimmereinrichtungen neben einander Fräulein Christa Hellmut war zufrieden. Ihr neues Heim gefiel ihr. Sie trat an eins der Fenster, die tiefe Nischen bildeten, und sah hinaus. Vor ihren Augen lag ein gutgepflegter Rasenplatz, in dem drei große Blumenrondells angebracht waren. Das mittelste Rondell war mit wundervollen Centifolien bepflanzt, die in voller Blüte stairden. Rechts und links davon waren sternförmig andere Blumen gepflanzt worden. Jenseits des Rasenplatzes sah man die hohen Baumriesen des Parkes emporragen in den wolkenlosen tiefblauen Himmel. Crista meinte den Vlumendrrft zu spüren. Sie atmete tief auf und sah einige Minuten sjnnend auf das hübsche Bild. Dann wurde ihr Gepäck gebracht. Sie wandte sich schnell um und gab Anordnung, wo man es niedersetzen sollte. Entschieden verriet dabei ihr ganzes Wesen, daß sie gewohnt war. Befehle auszuteilen, wenn sie auch ruhig und freundlich blieb. vZN Als sie wieder allein war, regte sie schnell Hut und Jacke ab. Sie öffnete die beiden Rohrplattenkoffer und nahm zuerst ihre Kleider heraus, die sie sogleich in den Schrank hängte. Schnell packte sie auch die anderen Sachen heraus und legte sie sogleich an Ort und Stelle. Mit geschickten Händen schaffte sie Ordnung und Behagen um sich her. Dann zog sie ihr Kleid aus, säuberte sich Gesicht und Hände und o'dnete ihre einfache, aber sehr kleidsame Frisur, die das herrliche .Haar zur, Geltung brachte. Eine Weile stand sie dann überlegend vor ihrem Kleiderschrank und entnahm demselben schließlich ein schlichtes, aber sehr gediegen gearbeitetes Kleid von schwarzem Seidenkrepp, das keinen andern Schmuck zeigte, als einen kleinen, 'sehr schönen Spitzenkragen um den sehr kleinen Halsausschnitt. Als sie das angelegt hatte und sich vor die, einen Spiegel bildende Schranktüre stellte, sah ihr eine sehr schöne und vornehm wirkende Erscheinung entgegen. Diese junge Dame in ihrer selbstverständlich stolzen Haltung niachte so gar nicht den Eindruck einer Untergebenen. Und doch war sie nur die durch Graf Steinau für Herrn von Birkenheim angestellte Sekretärin und Vorleserin. Sie hätte aber sehr wohl trotz ihres einfachen Kleides für die Herrin dieses Hauses gehalten werden können. Als sie nun fertig war, bereit den Damen des .Hauses ihre Aufwartung zu machen, trat sie an den Schreibtisch heran, der an einem der Fenster stand. Auf die Platte desselben hatte sie eine Kassette gestellt. Diese öffnete sie durch Druck auf eine verborgene Feder. Ter Teckel sprang auf. In dieserKassette lag nichts, als ein verschnürtes, versiegeltes Päckchen, das scheinbar nur Papier enthielt. * Crista nahm dieses Päckchen heraus und sah darauf nieder. Es trug eine Aufschrift. Darauf ruhten ihre Augen eine Weile inr nachdenklichen Sinnen. Dann legte sie das Päckchen sorgfältig, als sei es ein Wertgegenstand, wieder in die Kassette, verschloß dieselbe und stell:e sie in ein Fach des Schreibtisches. Das schloß sie sorgfältig ab und nahm den Schlüssel an sich. Gerade als sie sich von dem Schreibtisch abwandte, klopfte es an die Türe. Auf ihren Zuruf öffnete der Diener der sie heraufgeführt hate. „Frau Baronin wünschen. Sie zu empfangen." Christa Hellmut neigte das Haupt. „Bitte, führen Sie mich zu ihr," sagte sie. Der Diener ließ seinen Blick mit unverhohlenem Erstaunen über die vornehme Erscheinung gleiten. Unwillkürlich trat er zur Seite um sie Vorbeigehen zu lassen. Er führte sie die Treppe hinab nach dein ersten Stock und dort rechts den Gang entlang bis ungefähr zur Mitte. Dort öffnete er eine Tür, die zu den Zimmern der Baronin Haßbach führte. Christa Hellmut betrat einen mit königsblauen Möbeln imd Vorhängen dekorierten Salon. Am Fenster saß in einein Lehnsessel die Baronin Haßbach, eine Dame in der Mitte der Vierzig. Sie hatte ein nicht unschönes, aber etwas kaltes und unbeseeltes Gesicht, in den: ein sonderbares Lächeln festgebannt schien — ein Lächeln, von dem die Augen nichts wußten. Dies Lächeln und eine eigenartig verbindliche Kopfhaltung erweckten den Eindruck, als habe man eine sehr liebenswürdige, sanfte Persönlichkeit vor sich. Sie hatte hellblondes, etwas farbloses Haar, das sorg- sältig frisiert war und nur zu sehr an die Brennschere gemahnte. Jedenfalls hatte man den Eindruck, als ob die Varonin noch nicht darauf verzichtet hatte, durch ihr Aeußeres Gefallen zu erregen. Sie war jeffv elegant unff nach der neuesten Mode gekleidet. Ihr gegenüber saß, in einen hochlehnigen Sessel ge- schnnegt, ihre Tochter, Baroneß Karla. Sie war eine verjüngte Kopie ihrer Mutter. Es wirkte fast lächerlich, wie genau der Gesichtsausdruck und die Kopfhaltung der Mutter abgelauscht war. Ihre Augen waren etwas dunkler, und die Jugend verklärte manches, was an der Mutter nsißfiel. Ohne Zweifel war die Baronesse eine sehr hübsche, junge Dame, und sie schien das zu wissen und sich etwas darauf zugute zu tun. Christa Hellnmt hatte zunächst nicht Zeit, Mutter unt Tochter genauer zu betrachten. Sie merkte nur, daß bei ihreni Eintritt die beiden Damen sich zugleich sehr überrascht unangenehm überrascht — aufrichteten und sie in wenig taktvoller Weise austarrten. Die Baronin griff sofort nach ihrem Lorgnon und hielt es vor dle etwas kurzsichtigen Augen. In den Madonnenaugen der Baronesse erschien ein eigenartiges, flimmerndes Leuchten, das entschieden etwas Falsches, Katzenartiges hatte. Christas Augen glitten mit einem ruhigen, aber forschenden Blick über die beiden Damen hin. Sie verneigte sich anmutig und höflich, aber ohne Unterwürfigkeit, so, als de* grüße sie gleichstehende Menschen. „Sie sind Fräulein Hellmut, die Sekretärin und Vorleserin, die Graf von Steinau für meinen Vetter, Herrn von Birkenheim, eingestellt hat?" fragte die Baronin ziemlich verblüfft. „Ja, Frau Baronin, ich heiße Christa Hellmut und Graf Steinau war so freundlich, mich für dieses Amt zu bestellen." Mutter und Tochter sahen sich an, als wollten sie sagen: „Da hat Graf Steinau einen argen Mißgriff getan." Christa deutete diesen Blick sehr richtig, aber sie nahm scheinbar keine Notiz davon. Eine Weile herrschte tiefes Stillschweigen. Dann sagte die Baronin, ziemlich deutlich ihr Mißvergnügen verratend: „Sie sind so jung und — jedenfalls ganz anders, als ich mir gedacht habe." Sie hatte sagen wollen: „und viel zu schön", aber das hielt sie doch lieber zurück. Es zuckte leise um Christas Lippen. „Graf Steinau glaubte, daß mein Alter Nebensache sei. Er meinte sogar, daß ich meinen Posten besser ausfüllen könne, als wenn ich älter wäre." „Aber ich hatte ihn ausdrücklich darum gebeten, eine Dame im gesetzten Alter einzustellen. Ich weiß doch nicht, ob Sie die geeignete Persönlichkeit sind. Herr von Birkenheim ist sehr reizbar und nervös und braucht eine Persönlichkeit um sich, die viel Ruhe und Geduld hat. Da Sie viel in seiner Gesellschaft sein müssen, wäre viel Takt und Fein- gefiihl nötig und eine große Zuriickhaltung. Bei Ihrer Jugend ist es doch fraglich, ob Sie über die nötige Selbstbeherrschung verfügen werden." Christa Hellmut behielt ihre ruhig, sichere Haltung. „Ich glaube in dieser Beziehung für mich einstehen zu können, Frau Baronin. Sie dürfen außer Sorge sein." Die Baronin hatte sich wieder in der Gewalt und wechselte wieder mit ihrer Tochter einen Blick, der zu sagen schien: „Es läßt sich vorläufig nichts dagegen tun." Sie lehnte sich in ihren Sessel zurück. „9cun, da Sie nun einmal hier sind, muß man wohl den Versuch machen," sagte sie mit einem für Christa recht wenig schmeichelhaften Seufzer. (Fortsetzung folgt.) Für die vielen Beweise herzlicher Teilnahme, die uns bei dem Hinscheiden unserer lieben Entschlafenen zuteil wurden, dankt Im Namen der trauernden Hinterbliebenen Frau Lina Sprado Wwe. Nieder-Wöllstadt, den 17. Mai 1918. Holzversteigerung. D enstag, den 21. Mai 1918, kommt im Gemeindewald Ober- Nosbach. Distrikt Alterbusch und Westerfeld,chewald folgendes Holz zur Versteigerung: 0 175 Rm. Buchenscheiter, 48 Nm. Buchenknüppel. 1560Vuchen- wetten, 7000 Reihen Baumbol'.wellen, 1135 Virkenwellen zu Besenreisern geeignet, und 62 Nm. Vuchensröcke. ' Zusammenkunst ist vormittags 9% Uhr vor dem Walde am Waldschloßchen. Ober-Rosbach, den 14. Mai 1918. Erotzh. Bürgermeisterei Ober-Nosbach. D i e f f e n b a ch. Redegewandte, intelligente, und gut beleumundete Herren u. Damen (auch Kriegsbeschädigte) aus allen Kreisen haben Gelegen heit, berufsmäßig und nebenberuflich guten Verdienst durch llebernahme einer Vertretung zu erzielen. Ernsthafte Bewerber mögen sich melden. HMirg-Rmhkimr Vtts.-M.-Ees. Bcziiksdirektion Frankfurt a. M., «raubachstr. »1. Buchen, ofenlang geschnitten, den Ztr. zu Mk. 4.60 franko, empfiehlt Fr. Sehmitt, Schellnhof, Post Schotten, Fernsprecher 216. Mehrere drei- und vierjährige und ältere belgische stehen zu verkaufen bei Wilh. Etz, Dornassenhrim, Telefon Reichelsheim 41. Dnuksluhes aller Art in sauberster Ausführung liefert schnell und billig Nttt Mctei ii. Peilux A.-8. Sonnenschirme empfiehlt Schirmfabrik .Bi. JMervert^ Friedberg; i. H., Kaiserstrasse 109 . Lebertran Niest-Sahne Atterklllichklttllkhl Drogerie AdolsSchmidl Feiedberg l A., Kaiserstraße 7. Einen Posten norddeutsche JMsick- SMartchtln (sehr schöne Qualität) hat noch abzugeben l*afldw. Central-Gsnmiäafl, Ariedberg i. H. WOMMasaHer für 2 Kühe mit Mittelschniltbalken Heuwender Getrckmäljer l Muntir in gutem Zustande, preiswert abzugeben. M. Rssenthal, loirdwirtschrfftl, Maschinen, Eiehen, Fernsprecher 77. Eine Henne mit zehn Küchlein, hat zu verkaufen Heinrich Keuch. Defkeshelm. Extra große Thüringer Reiserbesen alle Sorten Bürsten, Besen, Striegel, Toilette-Artikel, prima Rasier- u. Toilette» seife, prima Linoleum- und Parkettwachs alles in großer Auswahl. Theobald Steines Bürstenfabrik. Friedberg, Kaiserstraße 117. Asitkilkartkil W jlr»rS-Msuü-»g örndrrei