11 Ja hrgang. Umnmer 111Dienstag, »eit 14. Mai 1918 Di- T«gc»?eit«ng" erscheint jeden Wertt-g. RegelmWge Beilagen ..Der Kauer ans Hessen«. ..Ale Kpinnssnbe». Ke?»gspeeis: den Postanitalten »ierleliälnlich Mk 2« hinzu «ritt noch dao Beitellge d: de. den elaenten monallich 85 Psg. einschließlich Trägerlohn. Anzeigen: Grund,eile 2b Psg.. lolale MPjg. An,eigen von auswarls werden durch Postnachn'ahin t erhooen. ^rfullnng^orr ^riedberg. Hchriftleitnng und Nerlag ^riedberg (Hessen), ocmaueritraße 12. Fernsprecher 48. Postjcheck-Loitto Nr. 4859. Amt Frankfurt a. M. 15 tuMk Wballsile imii 271 Flugreuge im April Ogejch Keine we^uiliche» Kampfhandlungen an der Front. — 18 000 Tonnen oerjenkt. Die dritte Frjnng der preußische» Wahlrechtsoorlage. I Der deutsche Generalstad s^== meldet: =^r- ■ W. T. D. Großes HarrpLrznarriev, de» IS. Woi. Amtlich. Westlicher Kriegsschauplatz. Im Kemmel-Eebiet hielt die lebhafte Artillerietätigkeit in Verbindung mit örtlichen Infanteriegefechten an. Auch in den übrigen Kampfabschnitten lebte sie am Abend vielfach auf. Im Ancre-Tal südwestlich von Albert wurde ein -englischer Teilangriff abgewiesen. An vielen Stellen der Front setzte der Feind seine Erkundnngsvorstöße fort. Boi ihrer Abwehr machten wir mehrfach Gefangene. • Im April beträgt der Verlust der feindlichen Luftstreit- krafte an den deutschen Fronten 15 Fesselballone und 271 Flugzeuge, von denen 122 hinter unseren Linien, die übrigen jenseits der gegnerischen Stellungen erkennbar abgestiirzt sind. Wir haben im Kampf 123 Flugzeuge und 14 Fesselballone verloren. O Von den anderen Kriegsschauplätzen nichts Neues. Der Erste Seneralquartiermeister: Lttvendsrff« Abendberkcht. Berlin, 13. Mat, abends. (WTB. Amtlich.) Von den Kriegsschauplätzen nichts Neues. !] Der österreichische Generalstab h ===== meldet: = = = > Wien, 13. Mai. Amtlich wird verlautbart: An der italienischen Eebirgsfront ist die Kampftätigteit an, dauernd rege. Der Chef des Generalstabes. Der bulgarische Generalstab —— meldet: -- Sofia, 13. Mai. Generalstabsbericht vom 11. Mai. Mazedonische Front: Bei Bitolia, im Cernabogen und östlich von Dobropolje war die Feuertätigkeit auf beiden Seiten zeitweilig heftiger. In der Gegend der Moglena zerstreuten wir stärkere serbische Patrouillen. Westlich des Wardar und bei Doiran verstärkte sich das feindliche Artilleriefeuer. Im Vorgelände östlich des Doiranfees und südwestlich von Serres zerstreuten wir englische und griechische Erkundungsabteilungen. Die Sch'acht im Westen. Verschärfte Kampftätigkeit. Der „Züricher Tagesanzeiger" meldet: Das Gesamtbild der vorliegenden Kriegsnachrichten weist eine merkliche Verschärfung der Kampftätigkeit auf allen Fronten auf; besonders auf den Schlachtfeldern von Vpern und an der Somme hat die Kampf- tätigleit gewaltig zugenommen. Alle Militärkritiker der Entente schließen aus dieser Fortdauer des deutschen Druckes auf der ganzen Front von dpern bis zur Oise auf den nächsten deutschen Angriff, der abermals und mit verstärkten Kräften an den bisherigen Offensiostellen erfolgen werde. Amiens verlassen. Kopenhagen. 12. Mai. „Daily Mail" meldet ans Amiens: Vis jetzt fielen 7000 deutsche Granaten in die Stadt, 1200 Häuser wurden getroffen. In die Kathedrale schlugen neun Granaten ein. Das mächtige Christus-Standbild der Kirche liegt zerschossen am Boden. Da die Deutschen in letzter Zeit in großem -llmsang Gasgranaten benutzen, verließ die Bevölkerung die £tobt. Von 120 000 Einwohnern sind nur noch einige hundert iturückgeblieben. Italienische Furcht vor der Offensive? Lugano, 12. Mai. Barzlni meldet dein „Eorriere della tcera": Die neue Offensive scheine unmittelbar bevorzustehen, toch dürfe man über den Offensiven nicht die gleichzeitigen De- fenflvmaßnahmen des Feindes urrbeachtet lassen, die einer englisch-französischen Gegenoffensive stanidznbalten bestimmt seien. Die Folge der deutschem Angriffe mit ihrem jedesmaligen Landgewinn fei eine unangenehme Verlängerung der Front Mord an dentlchen Gefangenen? Genf. 13. Mai. Der Aufklärung bedarf eine vom 4. Mai vom Kemmelg-elände datierte Meldung des „Temps", die besagt: Um einen angeblichen Akt der Illoyalität seitens Gefangener dreier deutscher Maschinengewehrabteilungen zu sühnen, wurden diese in eine strohgedeckte Scheune gesteckt. Alle kamen infolge Brandlegung um. Der Bericht ist unterzeichnet von dem ständigen Kriegsberichterstatter des „Temps", der diese Untat Erena-' dieren einer französischen Division zufchreibt. 18 000 Tonnen versenkt. Berlin, 12. Mai. (MTV. Amtlich.) Eines unserer Uboots aus Flandern, Kommandant Oberleutnant z. S. Schmitz (Walter), hat im östlichen Teil des Aermelkanals die bewaff. neten englischen Dampfer „Hunerford" (5811 Vrt.), „Vroderick" (4321 Brt.) und einen anderen ca. 5000 Tonnen großen bewaffneten Dampfer, zusammen 15 000 Bruttotonnen versenkt. Die schönen Erfolge des Bootes, das nach dem Blockierungsversuch wohlbehalten in Zeebrügge eingelaufen ist, zeigen bester als Worte, daß sich der Feind falschen Hoffnungen hingibt, wenn er immer wieder die Meldung ausstreut, daß ihm die Blockierung unserer flandrischen Stützpunkte und die Lahmlegung unserer dort stationierten U-Boote geglückt ist. Im ganzen find nach neuen eingegangenen Meldungen unserer U-Boote versenkt worden 18 000 Bruttoregistertonnen. Der Chef des Admiralstabs der Marine. » London, 12. Mai. (WTB.) Die Admiralität meldet: Der englische Minensucher „Stepp" ist am 6. Mai von einem deutschen U-Boot torpediert worden und gesunken. Zwei Offiziere und dreizehn D^ann werden vermißt. * Berlin, 12. Mai. (WTB.) In ausländischen Blättern, vereinzelt auch im Inlande, findet sich unter Hinweis auf die reiche Beute an Lebensmitteln und Kriegsgerät, die unseren Truppen nach ihrer letzten siegreichen Offensive im Westen zufiel, der unzutreffende Einwand, daß der U-Bootkrieg auf die feindliche Volkswirtschaft nicht ganz die erwünschte Wirkung ausüben könne, da andernfalls unsere Beute geringer hätte ausfallen müsten. Dieser Ansicht ist entgegenzuhalten, daß die Folgen unserer Unterseekriegführung selbstverständlich in erster Linie nicht an der Front und auch nicht in der Etappe bemerkbar, sondern landeinwärts im Heimatgebiet der feindlichen Länder. Hinter der Front stapelt jede Heerführung ihre Vorräte auf, um sie im Bedarfsfälle rasch zur Hand zu haben. So verfügten die Italiener am Isonzo über vollgefüllte Speicher, bis der deuffche Vormarsch sie in unsere Hand brachte. So würde auch ein feindlicher Sieg im Westen auf volle deutsche Proviantämter stoßen, wenn dieser Sieg eben nicht dauernd ein frommer Wunsch Englands bliebe. Die deutsche» Unterseelrreiyer. Wien. 12. Mai. Anläßlich der Versenkung von Dampfern im Sperrgebiet um die Azoren durch einen Unterseekreuzer unter Kommando des Korvettenkapitäns Eckelmann schreibt die „Neue Freie Presse" unter Hinweis darauf, daß zum ersten Mal in dsuifchen Berichten offiziell von einem Unterfecbootkreuzer gesprochen wird: Nicht unwahrscheinlich ist es, daß die stolze Bezeichnung in den deutschen Berichten von nun ab häufiger zu lesen sein wird, und da wird es auch wohl große Beuteziffern setzen. Noch wissen wir nichts Näheres über die deutschen Kreuzer, aber sie werden wohl bald mehr von sich reden machen, dann wird man klarer sehen, vielleicht von einer neuen Aera des Tauchbootkrieges sprechen können Zum Sperrangrill auf Ostende. Berlin, 13. Mai. Die Untersuchung des bei dem Angriff auf Ostende vor der Hafeneinfahrt versenkten britischen Kreuzers „Vindictive" hat ergeben, daß das Schiff nicht mit Zement beladen war, so dgß der Kreuzer nicht von der eigenen Besatzung versenkt worden sein kann, sondern durch die Wirkung unseres Geschützfeuers untergegangen ist. Damit wird die englische Darstellung des angeblichen ErfMes Lügen gestraft. König Luwig im Großen KnupliMM- München, 12. Mai. Die Korrespondenz Hoffmann melde- amtlich' Der König ist heute abend ins Große Hauptquartier und an die Front abgereist. In seiner Begleitung befindet sich der Staatsminister des königlichen Hauses und des Aeußern »on Dandl. Kailer Knr! im Großen Kanpignorüer. * Berlin. 13. Mai. (WTB. Amtlich.) Der Kaiser von Oesterreich und König von Ungarn hat am 12. Mai im Großen Haupt- quartier einen Besuch abgestattet. In der Begleitung Kaiser Karls befanden sich außer dem persönlichen Gefolge der Minister des Aeußern Graf Burian. der Chef des Generalstabes Freiherr von Arz und der Botschafter in Berlin Prinz zu Hohenlohe. Deutscherseits nahmen an der Begegnung teil Reichskanzler Graf von Hertling, Eeneralfeldmarfchall von Hindenburg, General der Infanterie mH Erster GeneralquartierMeister Ludendorff, Staatssekretär von Kühlmann und der Kaiserliche Botschafter in Wien Graf Wedel. Zwischen den hohen Verbündeten und ihren Ratgebern fand» eine herzliche Aussprache und eine eingehende Erörterung aller grundlegenden politischen, wirtfchaftlichen und militärischen Fragen statt, die das gegenwärtige und zukünftige Verhältnis zwischen den beiden Monarchien berühren. Hierbei ergab sich ein volles Einvernehmen in allen diesen Fragen und der Entschluß, das bestehende Bundesverhältnis auszubauen und zu vertiefen. Die Richtlinien der in Aussicht genommenen vertragsmäßigen Abmachungen stehen bereits grundsätzlich fest. Im Gange der Besprechungen trat erfreulicherweise zu Tage, wie hoch von Seiden Seiten das nunmehr auch im Verteidigungskriege so glorreich erprobte langjährige enge Bündnis zwischen Oefterreich-Ungarn und dem Deutschen Reiche bewertet wird. Der angebliche Meile $mf Kailer Karls. Rotterdam, 11. Mai. (WB.) Der Pariser Berichier- statter des „Manchester Guardian" meldet: Der zweite Brief Kaiser Karls ist anscheinend wichtiger als der erste. Der Kaiser erklärte im zweiten Briefe, er sei überzeugt, daß er Deutschland bewegen könne, Frieden unter der Bedingung zu schließen, daß die Verbündeten ihre Gebiets- forderungen auf Elsaß-Lothringen beschränkten. Die be» setzten' Gebiete sollten selbstredend geräumt und die Unabhängigkeit und Staatshoheit Belgiens wiederhergestellt werden. Der Kaiser sagte, er habe sich bereits der Zustimmung Bulgariens versichert. Der Kaiser ersuchte, dis private Form des Briefes durchaus zu achten. Die französische Regierung erklärte übrigens aus Ehrenwort, ihn nicht verraten zu wollen. Poincar6 schlug während der Verhandlungen vor, daß die Monarchie im Tausche gegen Schlesien Triest und das Trentino an Italien abtreten sollte, aber Kaiser Karl antwortete, daß ein sehr wichtiges Bedenken dagegen bestehe, daß nämlich die Monarchie das Trentino besetzt halte, daß aber Frankreich Schlesien nicht besetzt habe. Ribot antwortete aus die ihm durch den Ausschluß für aus" ivärtige Angelegenheiten vorgelegten Fragen, daß ei zwischen einer Ablehnung des Vorschlages der Monarchie und einem Bruche mit Italien zu wählen habe. Ribot ha gestanden, daß George erst nach langem Zögern der voK Sonnino gewünschten ablehnenden Antwort beistimmte. George hat also angeblich mehrere Male die Wichtigkeit der österreichischen Vorschläge hervorgehoben und den Wunsch befürwortet, die so schöne Gelegenheit, Frieden zu schließen., nicht vorübergchen zu lassen. Poincar6 machte jedoch grund» sätzliche Einwendungen gegen alle Fricdensverhandlungeu und behauptete, daß der Krieg nur durch einen völligen militärischen Sieg des Verbandes beendet werden könnte. Der Beriüsierstatter des „Manchester Guardian" teilt weiterhin mit, daß im vorigen Sommer abernrals Vor* schläge gemacht worden sind, und zlvar an Brrand. Der Berichterstatter wiederholt die frühere Mitteilung, derzu- folge Ribot alle Verbündeten über die Briese Kaiser Karls zu Rate gezogen habe, die russische mrd amerikanische Rogier, nrg aber feien erst unterrichtet worden, nachdem die Vorschläge abgelehnt worden lmren. Wie das Wiener k. u. k. Bureau von zuständiger Stelle erfährt, besteht der in der vorstehenden Meldung wiedergegebene angebliche Brief Kaiser Karls nicht, und dieser muß als neuerliches Machwerk bezeichnet werden. Deutschland und Rußland ^ Eine englische Falschmeldung. dernn, 13. Mai. (WTB.) Reuter meldet angeblich ans Moskau, der deutsche Gesandte Graf Mirbach habe dem Volks* Kommissariat ein Ultimatum der deutschen Regierung mit einer Reihe von Forderungen überreicht, deren Annahme Rußland zu einem deutschen Schutzgebiet machen würde. Wir sind zu der Feststellung ermächtigt, daß diese Nachricht jeder Begründung «entbehrt. Die mit dem Volkskommissariat geführten Verhand- Lungen sichen durchaus auf dem Boden des Vrester Friedensver- träges und betreffen lediglich die technische Durchführung der darin aufgeführtcn Vereinbarungen. Sie werden in absolut versöhnlichem Tone geführt und sind ihrer ganzen Natur nach nicht dazu angetan, auch nur den Anschein eines Ultimatums zu erwecken. Reuter beabsichtigt offenbar, durch derartige Lügen den schlechten Eindruck zu verwischen, den die Drohungen der Entente bezüglich Sibiriens bei der russischen Negierung heroor- gerufen haben und diese sogar zur Forderung der Abberufung des französischen Gesandten und einiger Entente-Konsuln veranlaßt haben. Ae rnlM-nkrainijitieil Fr'k^nMrhandllinm Kiew, 13. Mai. (WTB.) Die ukrainische Regierung ist mit der russischen Regierung dahin übereingekommen, das; die Friedensverhandlungen zwischen den beiden Negierungen nicht in Kursk, sondern in Kiew stattfinden sollen. Die beiderseitigen Delegationen werden schon in allernächster Zeit in Kiew zu- fammtreten. polauö Nikolajkivitjch in dtlllichtt Hm. Berlin, 13. Mai. Die Kaiserin-Witwe von Rußland und die Großfürsten Nikolai Nikolajewitsch, Peter Nikolajewitsch und Alexander Nikolajewitsch find auf dem Gute Djulbar, südlich ^von Jalta in der Krim, in unsere Hand gefallen. Sie wurden bisher von 25 Matrosen hemafit und waren völlig von der Welt ubgeschnttten. Japan und Sibirien. Kenf, 13. Mai. Der ..Herold" meldet aus Tokio, das Parlament habe mit großer Mehrheit die auswärtige Politik Ja- pLvs gebilligt. Der neue Minister des Auswärtigen erklärte, daß Japan nicht in der Lage sei, seine Sicherungsmaßnahmen in Wladiwostok aufzugeben. Er kündigte wettere japanische Trup. pensendungen nach dem Festland an. AtnllWndliche Anglihreitniigen in Amerika. Amsterdam, 13. Mai. Nach einem Telegramm des „Alge- ween Handelsblad" aus New York vom 11. Mat ist es im Staate Illinois zu Ausschreitungen gegen die Deutschen gekommen, wo. bei ein Deutscher in Collinsville ermordet wurde. Die Regierung hat im Zusammenhänge damit 12 Personen verhaften lassen und gegen 4 Polizeiagenten die Anklage wegen Pflichtverletzung schoben. Die Nachkommen der Mohikaner. Zürich, 11. Mai. Die „Neuen Zürcher Nachrichten" melden: Die Pariser Zeitung „Eclair" berichtet aus Washington: Der Kommissar für Indianer-Angelegenheiten teilte mit, daß sich 5000 Indianer, echte Rothäute, in die amerikanische Armee anwerben ließen und daß diese bald nach dem westlichen Kriegsschauplatz abgehen werden. Dos Pariser Blatt bemerkt hierzu: Es werden also nunmehr auch die Nachkommen der Mohikaner den Kriegspfad betteten, damit die Bleichgesichter nicht erdrückt werden von den Barbaren. Das Wunderbare aber ist, so meint das Blatt, daß die Söhne des Falkenauges in ihren Prärien die Gefahr gewittert haben, in welche die Zivilisaiion geraten und welche sie zuerst so heftig verachtet haben. (Nach der Schändung aller Ehr- und Kulturbegrisfe durch die Ententegenossen braucht man sich über die Berwendung von Indianern nicht weiter anfzuhalten. aber für die abgrundttefe moralische und kulturelle Verkommenhett der Franzosen, der „ersten Kulturnation der Welt", ist es doch immerhin bezeichnend. daß sie über diese neue Untat geradezu in Verzückung geraten. Das aber sind die Leute, mit denen wir uns über die Zukunft Deutschlands „verständigen" sollen. D. ' sag MglenmMoMkn mit Rmiimen. Das Petroleumabkommen der Mittelmächte mit Rumänien wird nunmehr veröfferiilicht. Es besagt in seinem ersten Abschnitt im wesentlichen, daß die rumänische Regierung für die Dauer von 30 Jahren der Oellcmdereien-Pachtgesellschas! m. b. H. das ausschließliche Recht erteilt, die gesamten rumänischen Staatsländereien zur Aufsuchung, Gewinnung und Verarbeitung von Erdöl. Erdgas. Erdwachs. Asphalt und allen anderen Vitu. mina auszunutzen. Der rumänische Staat, der verpflichtet ist, Holz Mm Friedenspreis zur Verfügung zu stellen und auch sonst rede Förderung zu leisten, erhält acht vom Hundert des rumäni- schen Marktwertes des gewonnenen Rohöls, außerdem einen Anteil von dem darüber hinausgehenden Gewinn. Die Gesellschaft darf keinen höheren Abgaben, Lasten oder schärferen Vorschriften unterworfen werden als alle sonst in Rumänien arbeitenden Erdolunternchmungen. Auch hat ihr Zollfreiheit für die Einfuhr von Materialien. Maschinen usw. zugestanden zu werden. Gehr eingehend wird über die Anteile dieser Gesellschaft bestimmt. Ferner ist oorgeschen. daß der Vertrag um weitere 80 verlängert wird, falls die Gesellschaft es nach 23 Jahren beantragt und um nochmals 30 Jahre, falls es nach 55 Jahren DctJaiigt roirb. Für diese zwei wetteren Perioden erhält die rumänische Reaieruva erhöhten Gewinnanteil. ftfir Streittgkei- ffct P tmfet AvsMMU ve» M yvA WU *ft tw v-lehen. In einem weiteren Abschnitt wird bestimmt, daß der tunnfi. Nische Staat ein Handelsmonopol fiir Erdöle begründet und die Ausübung dieser Rechte einer Handelsmonopolgesellschaft über- ttägt, die von deutschen und österreichisch-ungarischen Finanz- gruppen gegründet wird. Feindliche Men über dentjche Verluste. Gegenüber den Behauptungen unserer Feinde, daß unsere großen Erfolge im Westen nur mit den schwersten Verlusten er- kauft seien, ist es von Interesse zu erfahren, welches Urteil sich ein neutraler Offizier aus eigener Anschauung gebildet hat. Der bekannte Kriegsberichterstatter der „Basler Nachrichten", Oberst Egli, schreibt nach einer Reise an die Westfront in Nr. 200 des Blattes vom 30. 4. 18 folgendes darüber: „Wenn man den Berichten aus London und Paris Glauben schenken will, so haben die Deutschen bei ihrer Offensive gewaltige bluttge Verluste erlitten. Wenn dem fo ist, so verstehen sie es meisterhaft, solche zu verbergen, denn ich habe auf meiner Reise nirgends die Spuren deutscher Massenverkuste gesehen. Größere Abgänge an Toten sind doch sicher an frischen Massengräbern erkennbar; aber selbst an Stellen, wo es zu heftigen Zusammenstößen gekommen war. blieben die an den Gräbern erkennbaren Verluste immer noch mäßig und auf jeden Fall waren sie geringer, als ich erwartet hatte. Heute las ich in einer Pariser Depesche: „Flandern ist von deutschen Verwundeten, die von der Westfront kommen, überflutet. In Blankenbergs allein seien 20 000 Verletzte. Ueberall kommen Stürme von Verwundeten an. Die Spitäler sind überfüllt." Auch davon habe ich nichts bemerkt. Ein Spital, das ich nahe der Kampftont in Rordftankreich besuchte, hatte noch leere Räume und in den flandrischen Ortschaften, durch die ich kam, war nirgends eine auffällige Ansammlung von Verwundeten erkennbar. Daß die Deutschen eine größere Zahl von Verwun» beten nach Blankenbergs, also in den Bereich der englischen Schiffsgejchütze bringen, ist ganz undenkbar. Auf jeden Fall irren sich jene, welche die Hoffnung hegen, daß die Verluste der Deutschen so groß gewesen seien, daß sie ihre Angriffe einstellen müßten." Der Bericht zeigt, daß unsere Feinde nur aus agitatorischen Gründen von unseren angeblich großen Verlusten berichten. Sie tun das einerseits, um den Mut und die seelische Kraft des eigenen Volkes immer noch aufrecht zu erhalten und es über die eigenen schweren und blutigen Verluste möglichst hinwegzutäu- schen. Andererseits hoffen sie aber auch immer noch im Stillen, daß solche Berichte auch bei Kleinmütigen in unseren eigenen Reihen ihre Wirkung nicht verfehlen werden. Darauf rechnet die Entente ja bei ihrem ganzen Pressefeldzug, aber hoffentlich auch hierin vergebene. Preußisches Abgeordnetenhaus. Berlin, 13. Mai. Auf der Tagesordnung steht die dritte Beratung der Wahlrechtsvorlage. Abg. P or sch (Ztt.): Wir werden erst klar in der Wahl- rcchtsftage sehen können, wenn über die Vorlage im Herrenhause Beschluß gefaßt worden ist. Wir verlangen, daß unsere Stellungnahme in der vorliegenden Frage als aus gewissenhafter Ueberzeugung hervorgegangen betrachtet wird. Bei den früheren Verhandlungen über das Wahlrecht haben wir uns^einmütig auf den Bvden des direkten und geheimen Wahlrechts gestellt und waren bemüht, das plutottattsche Wahlrecht zu beseitigen. Auf diesem Standpunkt stehen wir auch heute noch. Dieser Standpunkt kam in der Osterbotschaft zum Ausdruck. Wir waren bereit, auf dem Boden des gleichen Wahlrechts zu einer Verständigung zu gelangen und werden auch in Zukunft zu einer Verständigung bereit sein. Eine Auslösung des Hauses in der Kriegszeit wäre ein Unglück für unser Vaterland. Im Sinne meiner Ausführungen werden wir unsere Abstimmung vornehmen. (Beifall im Zentrum.) Abg. v. Heydebrandt (Kons.): Wir halten an unserer Abstimmung in der Zweiten Lesung fest und sind bereit, aus der Grundlage des Mehrstimmenrechts zu einer Verständigung zu gelangen. Dem Antrag Lohmann können wir nicht zufttmmen. Abg. Dr. Lud ewig (Rail.): Wir werden für die Sicherungsanträge des Zentrums fttmmen und verlangen, daß mich die Rechte der evangelischen Kirche gewahrt werden. Dem An- trag Lohmann können auch wir keine Folge geben. Wir erwarten nun selbstverständlich, daß das Zenttum für das gleiche Wahlrecht stimmen wird. Abg. Lüdicke (Freikonf.): Unsere Stellung ist gegenüber der Zweiten Lesung unverändert geblieben. Ueber die Sicherungsanträge behalten wtt uns unsere Stellungnahme vor. bis eine Einigung über § 3 erfolgt fft. Nicht die Sicherungen sind entscheidend, sondern das Wahlrecht selbst. Der Anttag Lohmann kann eine Brücke zur- Verständigung zwischen der Regierung und uns bilden. Wenn die Regierung bereit ist, auf dieser Grundlage zu verhandeln, so sind meine Freunde gern bereit. in eine nähere Prüfung des Anttages einzulreten. Wir wollen gern etwas Positives schaffen. Wenn bei unseren Verhandlungen nichts herauskommt, so wissen wir uns von jeder Schuld frei. Abg. Dr. P a ch n i ck e (Vpt.): Auch in unserer Haltung hat sich seit der Zweiten Lesung nichts geändert. Wir lehnen die Sicherungsanträge ab und treten ein ftir das von der Krone versprochene gleiche Wahlrecht. Wir scheuen auch einen Wahlkampf nicht, der unser Ansehen dem Auslande gegenüber erhöhen würde. Der Wahlkampf würde zeigen, daß wir so stark sind, daß wir >dem Austrag eines inneren Streites auch während des Krieges nicht aus dem Wege gehen. Abg. Loh mann (Ratl.) begründet seinen Anirag und führt aus: Die königliche Botschaft versprach keineswegs das gleiche Wahlrecht, sie stellte eine Vorlage in Aussicht, die auf der Grundlage des gleichen Wahlrechts ausgebaut ist. Mein An- tcaa verfolgt das Ziel, einen Streitpunkt auf dem Wege des Be» tzleÄhi» aus der Welt zu schaffen. Wir werden geschlossen für den Anttag Lohmann fttmmen und die Ausschußbeschlüsse der zweiten Lesung zu § 3 ablehnen. (Bewegung.) Stellvertretender Vorsitzender des Staatsminffterlums Dr. Friedberg: Ich darf mich zunächst eines Auftrages des Herrn Erstmtmsters entledigen. Er bedauert, hier nicht anwesend sein zu können, da er durch anderweitige Dienstgeschäfte behindert ist. Er wäre sonst in Ihrer Mitte erschienen, um nochmals den Standpunkt der Regierung dmzulegen. Sowohl vom Abg. Dr. Porfch als auch jetzt vom Abg. Dr. Lohmann ist die Frage der Verständigung aufgeworfen wovden. Die Negierung hat schon bei der ersten Lesung mehrfach zum Ausdruck gebracht, daß sie einem Entgegenkommen auf der Grundlage des gleichen Wahl- rechts und in seinem Rahmen sehr wohlgeneigt sei, sie hat ihr Versprechen auch dadurch eingelöst, daß sie sich in bezug auf die Sicherungsanträge einer großen Partei dieses Hauses zustimmend verhalten hat. Die anderen Ausschußvorschläge müssen natürlich nach der gleichen Richtung hin geprüft werden, ob sie der Regierung tragbar erscheinen oder nicht. Ungerecht und undankbar wäre es von mir, wenn ich nicht anerkennen wollte, daß der Abg. Lohmann und feine Freunde den ernsten Willen zu einer BerstäiMguug gezeigt haben, und zwar in einer Weife, die ihnen aus vaterländischen Gründen Opfer auferlegt. Wenn ich in die Prüfung seines Anttages eintrete, so scheint er mir doch nicht den Zweck zu erfüllen, den die Anttagfteller wollten. Ueber die Altersstimme ließe sich vielleicht reden. Hier haben wir ein etwas, das in der Hauptsache mit der Grundlage des allgemei. nen, gleichen Wahlrechtes Lbereinstimmt, aber bei den übrigen Punkten muß ich sofort ernsteste Zweifel hegen. Namentlich erscheint die Bedingung der zehnjährigen Ansässigkeit ganz be- sonders anfechtbar. Denken Sie denn, daß das Mehrstimmenwahlrecht auch nur eine Sitzungszeit überleben wird? Dann haben Sie eine solche Zusammensetzung des Hauses, daß Sie dann sicher sein können, daß das gleiche Wahlrecht kommt, wenn die Regierung eine neue Vorlage macht. Der Gesichtspuntt lst ja schon hervorgehoben worden, daß die Sicherungen auch dann notwendig erscheinen, wenn selbst ein Mehrstimmenwahlrecht eingeführt werden sollte. Ich bin mit den bisherigen Rednern vollkommen darin einig, daß neue Gesichtspunkte nicht aufzubringen sind. Ich beschränke mich deshalb jetzt auf wenige Worte: Ich möchte nur noch sagen: Es fft heute der Tag, wo jeder mit seinem Gewissen zu Rate gehen muß (sehr richtig!), wo er sich veranlaßt sehen muß. nach ttgendeiner Richtung seinem Gewissen etwas abzuringen, wenn er die Folgen bedenkt, die die Ablehnung der Regierungsvorlage hatte. Es - fft ein Irrtum, wenn man denkt, daß mit der Ablehnung der Regierungsvorlage die Sache zu Ende sei. das fft, um sich dramatisch auszudrücken, nur der Aufbau, das eigentliche Drama folgt erst nach. (Sehr richttg!) Das fft das, was wir im Augenblick zu erklären haben. Abg. Braun (Soz.): Die Ablehnung des gleichen Wahlrechts durch die Rechte enffpringt nur der Aengstlichkeit vor der Ueberflutung des Abgeordnetenhauses durch die Sozialdemo, traten. Sie wollen die Arbeiterklassen entrechten. Wir fordern das gleiche Wahlrecht und lehnen alle Sicherungsanttäge ab. Abg. Korfanty (Pole): Wir stehen auf dem Boden des gleichen Wahlrechtes und lehnen das Mehrftinrmenwahlrecht ab Die Anttägs des Zenttums, die die Rechte der Kirche sichern sollen, sind für uns unannchmbar. Wenn es zur Auflösung kommt, dann schaffen wtt zwanzig von Ihnen (nach rechts) aus dem Hause hinaus. Die allgemeine Besprechung schließt. Es folgt die Einzel, beratung über das Verfassungsgesetz. Die Anträge des Zentrums betr. die Sicherung der Rechte der Kirche werden abae- lehnt. * Artikel 1 beruft der König den Landtag und schließt seine Sitzungen. Er kann das Abgeordnetenhaus auflösen Der Artikel wird angenommen. Die Weiteiberatung des Gesetzentwurfes wird zurückgestellt. Der Gesetzentwurf über die Zusammensetzung des Herrenhauses wird ohne Erörterung im ganzen angenehmen. Die Weiterberattng wird auf Dienstag 11 Uhr vertagt. Schluß %6 Uhr. Nrichstageerlahm *h! in Znnchnn. Zwickau, 13. Mai. (WB.) Bei der heutigen Reichstags» ersahwahl im Zwickaner Wahlkreise wurden nach dem bisher vorliegenden Ergebnis abgegeben für: Klug (Natl.) 6096 Stimmen, Meier (Soz.) 12 433 Stimmen, Kez- k e r t (Unabh. Soz.) 8036 Stimmen, Braun (mittl. Stände) 102 Stiarmen. Die Wahl Meiers dürfte ohne Stichwahl gesichert sein, da nur noch einige kleinere Orte schien. Der Wahlkreis war bis jetzt bekanntlich im Besitz der Unabhängigen. Erhöhung der ReichstagsdMen. Berlin, 11 . Mai. (WTB.) Zur Aenderung des Gesetzes vom 21. Mai 1906 über die Gewährung einer Entschädigung cm die Mitglieder des Reichstages infolge der durch die Kriegsve» hältnisse geschaffenen Teuerung ist die bisher den Reichstagsab» geordneten gesetzlich gewährte Aufwandsenffchädigung unzureichend geworden. Die am 10. Mai 1918 vom Bundesrat beschloß' sc-ne Aenderung des Diätengchtzes hat deshalb anstelle der bisher gewährten 3000 Mark die Entschädigung auf 5000 Mark e» höht. Da die für die Erhöhung der Bezüge der Neichstagsab- geordneten sprechenden Gründe schon längere Zett bestehen, fft i« Aussicht genommen, den neuen Bestttnmungen rückwirkende Kraft vom 1. Dezember 1917 cm zu verleihen. Grzkerger gegen Hertttng. Das Echo i« der Zentrumsprest«. Die oibenstehende Kopfmarke. mit zwei Ausrustmtzs-oiche« veHehen. gibt die „Kölnffche Bo-llszettung" einer ausführliche« Würvtauuv des Verhältnisse» einmal Erzbergers uuld »um twj d-. oes Zentrums pt Äiuql«. ^-rvnologffch schildert das att darrn die Entwicklung der Gegnerschaft ErKergers gegea den Kanzler während dessen Amtszeit, wobei es bezeichnenderweise als Grund anführt: „Graf Hertling war ohne Befragung Erzbergers berufen worden, und daraus ergab sich für diesen von vornherein eine gegensätzliche Stellung." Immer deutlicher sei in der weiteren Entwicklung der rein persönliche Charakter der Grzbergerschen Gegnerschaft zutage getreten, immer eigenmächtiger sein persönliches Eingreifen in den verschiedensten Fragen geworden, bis zur Überschreitung des verfassungsmäßigen Rahmens seiner Abgeordneteneigenschaft. Und dann folgt eine Ab- schüttelung des Abgeordneten von Biberach von den Rockschößen des Zentrums, die sich sehen lassen und von der man nui wünschen kann, daß sich die Partei oder Fraktion als solche Lei nächster Gelegenheit anschließt. in ihrem ureigensten Interesse: „Das jetzige Vorgehen des Abg. Erzberger stellt sich daher lediglich als eine Konsequenz seines bisherigen Verhaltens dar. treibt dieses allerdings auch weiter, und man weiß nicht, wieweit der Abg. Erzberger noch zu gehen geneigt ist. Wir können nur sagen, daß diese Entwicklung der Haltung des Abg. Erzberger bei denkenden politischen Köpfen, namentlich innerhalb der Zentrumspartei, je länger desto mehr, Unbehagen und tiefe Mißstimmung erzeugt hat, gefolgt von der Besorgnis, ob die Fraktion und Partei weiterhin noch in der Lage fein würden, für die Betätigung des Abg. Erzberger die Verantwortung zu übernehmen. Wir unserseits — und wir wissen uns darin einig mit sehr weiten Kreisen der Zentrums- partei — sind nicht in der Lage, den Abg. Erzberger als den maßgebenden Führer der Zentrumspartei anzuerkennen, dem die Partei durch Dick und Dünn zu folgen hätte. Es wird dem Abg. Erzberger nicht gelingen, aus der alten großen Zen- trumspartsi einfach eine Erzbergerpartei zu machen, etwa nach der Art der persönlichen Gefolgschaften, wie wir sie in anderen Parlamenten kennen gelernt haben. Wir müssen es ablehnen, daß die Zentrumspartei für alles in Anspruch genommen wird, was der Abg. Erzberger sagt und tut. Wir halten es für das verfehlteste — und für das unverantwortlichste — was im gegenwärtigen Augenblick denkbar ist. der Kanzlerschaft des Grafen Hertling Schwierigkeiten zu bereiten, nicht nur vom Standpunkt der Zentrumspartei aus. sondern auch vom S ' d- punkt der Gesamtinteressen des deutschen Vaterlandes au9 " In einem weiteren Artikel bedauert das Blatt, daß Erzberger überhaupt von der Fraktion zum Reden in diesen Fragen des Ostens zugelassen wurde, da nach allem Vorausgegangenen sein Ausfall gegen die Negierung und Hertling zu erwarten ge- »efen fei. Die „Kölnische Dolkszoitung" steht mit ihrer scharfen Stellungnahme gegen Erzberger nicht allein in der Zentrums presse. Die Zahl der Stimmen, die ihr sekundierten, mehrt sich. Die Auslassungen des „Münsterischen Anzeigers" dürften Herrn Erzberger nicht gerade angenehm sein. Angeführt ssi noch ein Artikel der „Essener Volkszeitung", in dem es u. a. heißt: „Wie im Juni des vergangenen Jahres, fragen wir auch heute wieder: „Wer ist der Führer des Zentrums, und erfolgt jede Aktion, die der Abg. Trzberger gegen die Reichsloitung unternimmt, unter der Verantwortlichkeit des Zentrums?" Im vorigen Jahre ist der Abg. Spahn über den Vorstoß des Abg. Erzberger in der U-Boot-Frage nicht verständigt worden. diesmal ist der Abg. Gröber nach dem Bericht der „Voss. Ztg." ebenfalls nicht unterrichtet gewesen. Die Zentrumspariei im Lande hat das allergrößte Interesse daran, klar und bestimmt zu wissen, ob der Abg. Erzberger auf eigene Faust oder im Einverständnis und rm Aufträge der Fraktion handelt. Bisher ist uns von parteioffizieller Seite keinerlei Mitteilung über den neuesten Vorgang übermittelt worden. Unsererseits machen wir kein Hehl daraus, daß das Vorgehen des Abg. Erzberger gegen die Reichsleitung, an deren Spitze der Reichskanzler Graf Hertling steht, keine Zustimmung bei der Partei im Lande findet. Dort wünscht man dringend nach einer ruhigen Entwicklung der Dinge, ohne das fortgesetzte Dreinreden des Abg. Erzberger. Die Fortschrittspartei, die Nationalliberalen, die Konservativen wollen schon dem Ausland gegenüber nicht, daß ein Zwiespalt zwischen dem Reichskanzler und der Obersten Heeresleitung künstlich hervorgerufen wird. Tatsächlich ist er nicht vorhanden. Es biegt ebensowenig im vaterländischen Interesse wie im Interesse der Zentrumspartei, daß es den Anschein gewinnt, als gehe das Zentrum im Verein mit der Sozialdemokratie darauf aus, der Regierung Schwierigkeiten zu bereiten." Es scheint doch, als habe Herr Erzberger in jugendlichem Äeberschwang die Kräfteverteilung Zwischen sich und seinem ehemaligen Parteifreunde Hertling reichlich falsch eingeschätzt. Jedenfalls steht er in diesem Fall peinlich allein auf weiter Flur. v ine Stimme der Permmft. Essen, 10. Mai. Die Vereinigung der Handelskammern des nieder rheinisch-westfälischen Industriebezirks und die Vereinigung der südwefifälifchen Handelskammern haben folgende Entschließung gefaßt: Das kriegssozialistische System verringert durch seine ungünstige Rückwirkung aus die Erzeugung unb Erhaltung der Güter die Summe der verfügbar-m Lebensmittel und beeinträchtigt damit die Ernährung de: breiten Massen der Bevölkerung. Sie vergeudet Arbeitskräfte und Intelligenzen, sie beraubt den Handel seiner hergebrachten Arbeit und Verdienstmöglichksit und stellt die Behörden vor unlösbare Aufgaben, deren naturgemäß mangelhafte Erfüllung ihr Ansehen und das Ansehen des Staates bei der Bevölkerung herabsetzt. Es legt der ohnehin durch den Krieg beeinträchtigten Erzeugung nachgerade unerträgliche Fesseln auf. Die bäuerliche Wirtschaft leidet darunter ebenso -wie Handwerk und Industrie, dagegen werden alle diejenigen Elemente des Volkes dadurch in den Vordergrund geschoben und in ihrem Treiben begünstigt, die in der rücksichts- und skrupellesen Umgehung und Zerreißung der Maschen dieses unmöglichen Systems ihren Verdienst suchen. Die Unehrltchkeit nimmt auf allen Gebieten des wirtschaftlichen und öffentlichen Lebens in erschreckender Weise zu. und es entsteht die Gefahr der Vernichtung eim» der größten Güter unseres Bottes, feiner sittliche« Integri. tüt. Cs ist notwendig, dieses falsche System so schnell wie mög- ltch und mit starker Hand abzudcvuen. Da ein neues Erntejahr bevorsteht, ist diese Aufgabe der Lebensmittelbewirtschaftung besonders dringend. Die öffentliche Bewirtschaftung sollte vorläufig auf die Hauptwaren: Getreide, Fleisch und Fett beschränkt werden. Auch für sie wird zu erwägen sein, ob nicht das wohl- bewährte, mildere System des Generalgouverneurs von Berlin vorzuziehen ist, nach dem zur Deckung von Mindestrationen nur ein Teil der ländlichen Erzeugnisse beschlagnahmt, der Rest aber uirler Abstandnahme von Höchstpreisen völlig frei gegeben wird. Das würde neben anderen wohltätigen Folgen den Handel wieder ehrlich machen und das Volk zur Wiederkehr einer gesunden Friedenswirtschaft erziehen, ohne die es seine wirtschaftliche Stellung in der Welt nicht wieder erlangen kann. Was die Kartoffeln angeht, so wird die Art ihrer Bewirtschaftung von den Ernteaussichten abhängig sein müssen. Bei einer normalen Ernte liegt die Hauptfrage in der Lösung der Ernte und Versandschwierigkeilen. Alle übrigen Erzeugnisse der ländlichen Wirtschaft, wie Obst, Gemüse. Eier, Geflügel, Milch mw., sollten im Interesse sowohl der erzeugenden wie der verr zehrenden Bevölkerung umgehend sreigegeben und von der taktisch überall gescheiterten Festsetzung von Höchstpreisen befreit werden. Die „Frankfurter Zeitung", das demokratische Hauptorgan, kann nicht umhlck, ihrem Unmut über diese vernünftigen Anschauungen Ausdruck zu geben. Entsprechend der vorjährigen Regelung hat das Kriegs- ernährungsamt auch für das laufende Jahr durch eine im Reichsgesetzblatt Rr. 61 veröffentlichte Verordnung Höchstpreise für lebende und geschlachtete Gänse festgesetzt. Die Preise entsprechen, soweit es sich um die Erzeugerpreise handelt, den vorjäh- j Vfgen Sätzen und bringen nur hinsichtlich der Handelszuschläge \ eine durch die Steigerung der Handelsunkosten gerechtfertigte, ' mäßige Erhöhung. Für lebende Gänse, die regelmäßig als Magergönse zu Mastzwecken veräußert werden, sind die Preise zeittich abgestuft. Sie bettagen: im Mai .... 12 Mk. für das Stück im Juni . . . . 14 Mk. „ „ „ im Juli . . . 16 Mk. „ „ „ im August ... 17 Mk. „ „ „ und später . . . 19 Mk. " " " Der Handel darf zu diesen Preisen jeweils einen Betrag bis zu 3 Mk. e'.uschließlich der Beförderungskosten Zuschlägen. Der Preis für geschlachtete Gänse ist einheitlich nach Gewicht bemessen: er bewegt sich zwischen 3,60 Mark (Erzeugerpreis) und 4,50 Mark bezw. 4,75 Mark (Kleinhandelspreis) für das Pfund. An der Befugnis der Landeszentralbehörden. niedrigere Höchstpreise festzusetzen, und auch für lebende Gänse den Verkauf nach Gewicht vorzuschreiben, ist nichts geändert. Ebenso bletbt die bisherige Zuständigkeit der Einzelstaaten, Höchstpreise für Gänsetetle urd Erzeugnisse aus Gänsefleisch festzusetzen, unberührt. Dom Fride der Ehre. Nieder-WöNstadt. Musketier Ludwig Balz er, Sohn des Herrn Nikolaus Balzer, wurde mit dem Eisernen Kreuz 2. Klasse ausgezeichnet. Wcckeshcim. Dem Pionier Wilhelm S t e f f a n wurde die Hessische Tapserkeitsmedaille verliehen. Herzlichen Glückwunsch! Ans der Heimat. Friedber-g-Fauerbach. Kriegerheimstättenverein. Dem Ortsausschuß im Stadtteil Fauerbach ist es gelungen, 142 Mitglieder mit einem Jahresbeitrag von 196 Mk. zu gewinnen: gewiß ein erfreulicher Beweis für das große Interesse, das man hier den edlen Bestrebungen des Vereins für Kriegerheimstätten entgegenbringt. Städtisches Schwimmbad. Vom 16. d. M. ist die Schwimmhalle bis auf weiteres Donnerstags, Freitags, Samstags und Sonntags Vormittag zu den bekannten Badezeiten für Herren und Damen geöffnet. Brkcfbcstcllnng. Vom 15. Mai ab finden die Ortsbrief- bestellungen an Wochentagen wie folgt statt: 1. Bestellung 7% Uhr vorm., 2. Bestellung 2 Uhr nachm., 3. Bestellung 6 Uhr nachm. Dortelweil, 12. Mai Heute fand hier der Bezirkstag des Kriegerbezirks Vilbel statt. Lehrer Will, Büdesheim, der Vorsitzende unseres Bezirks, begrüßte die Anwesenden aufs Herzlichste, ehrte die Toten: Bürgermeister F r i tz e I, Ober-Eschbach und Kamerad Meng es Harheim, sprach die Anteilnahme der Versammlung einigen verdienten Kameraden ob ihres Familienunglücks aus, erwünschte einen baldigen Frieden und schloß mit einem dreifachen Hoch auf Kaiser und Heer. Auch Kamerad Wagner, der Vorsitzende unseres Kriegervereins bewillkommt die Versammlung aufs Freundlichste. Nach Feststellung der Anwesenheit der Vereine verlas Kamerad Mohr, Ober-Eschbach das Protokoll der letzten Versammlung, welches die Versamnr- lung guthieß. Kainerad Mohr erstattete dann in bekannter gründlicher und ausführlicher Weise den vorjährigen Rechen schaftsbericht und erntete lebhaftes Bravo. Der Vorsitzende spricht fiir den Kalender und fordert zur Bestellung desselben auf. Kamerad Stock verlas herauf die Rechnung von 1917. Die Versammlung dankte ihm und erteilte ihm Entlastung. Die Vereine des Beziicks haben aus ihren Kassen 8810 Mark zur 8. Kriegsanleihe gezeichnet. Als Vertreter für die Vertreterversammlung am 12. Juni wurden Kamerad Hergert» Vilbel, urü> als Stellvertreter Kamerad Flach- Kiem-Karven, gewählt. Dieser hrelk zum Schluß einen schönen und ausführlichen Vortrag iiber die Ukraine und ihre große Bedeutung für unser Wirtschaft-^ liches Leben, nämlich als Absatzgebiet für unsere Industrie und als Lieferant von Getreide für uns; herzlicher Dank, lohnte ihm für feine Worte. Ein Hoch auf S. K. H. den^ Großherzog endete die schöne Versammlung. FO. Oberursel, 12. Mai. Der Schutzmann Kollert nahm einen Mann aus Heddernheim im hiesigen Walde fest, der einen frisch geschossenen Hasen im Rucksack hatte und ein Flobert. Nicht weit von der Stelle lagen drei abgeschlachtete Hammel, die aus der Stierstädter Herde gestohlen waren. Ob der Wilddieb auch damit was zu tun hat, ist noch nicht festgestellt. FC. Griesheim am Main, 12. Mai. lieber 100 Strafbefehle von denen viele den Betrag von hundert Mark übersteigen, wurden heute an diejenigen hiesigen Einwohner zugestellt, die aus der Hausschlachtungsperiode 1916/17 den vorgeschriebenen Speck nicht abgelieferi haben. Ans Starkcnburg. FC. Lampertheim, 12. Mai. Heute wurden Aer die sogen. „Grasschläge" versteigert. Dabei wurden märchenhafte Preise erzielt. Lose, die in Friedenszeiten mit 50—80 Mark abgingen» kamen heuer auf 500 Mark. Aus Rheinhessen. FO. Mainz, 12. Mai. Drei hiesige Eisenbahnbeamte wurden verhafiet, weil sie dringend verdächtig sind, an den Waggon» beraubungen auf der Station Biebrich-Ost beteiligt zu fein. FO. Worms, 12. Mai. Das Fest der diamantenen Hochzeit feierten in Mutterstadt die Eheleute Johann Rapparlie 5 Aus Hessen.Nassau. FO. Eltville, 12. Mai. Von den sieben Söhnen der hier wohnenden Witwe Holland waren sechs zu den Fahnen einberu. fen. Von diesen sind nunmehr vier gefallen. FO. Eltville, 12. Mai. Als der 13jährige Sohn des Gärtners Simon dahier den Spirituskocher anzünden wollte, schlug die Flamme über und erfaßte die Kleider seines achtjährigen Schwesterchens. Das Kind erlitt so schwere Brandwunden, daß es nach dem Krankenhaus gebracht werden mußte und dort unter gräßlichen Schmerzen verstarb. FO. Von der Oberlahn» 12. Mai. Die bei dem Dorfe Steeden belegenen, als vorgeschichtliche Fundstätten von großer Be. deutung bekannten Höhlen waren durch einen zur Ausbeutung des Gebirges zur Kalkgewinnung gestellten Der Pachtungsantrag bedroht. Dadurch, daß der Verein für Rassauische Geschichte und Altertumskunde und der Bezirkskonservator dagegen Einspruch erhob, versagte die Königliche Regierung dem Anträge die Genehmigung. FO. Aus Nassau. 12. Mai. Vor 50 Jahren! Am 8. Mat 1868 wurden die Herzog!. Nassauischen Wintergärten in Biebrich am Rhein, die 1843 errichtet und jährlich der herzoglichen Schatulle eine Ausgabe von etwa 14 000 Gulden verursachten, und in den Frühlingsnronaten jeden Jahres Tausende von Fremden von nah und fern nach Biebrich lockten, aufgelöst und ihr Inhalt an die Stadt Frankfurt am Main für 60 000 Taler verkauft, wo er den Hauptbestandteil des daraufhin angelegten Palmengartens ausmachte. Die damaligen Gesuche der nassauischen Bevölkerung, die sehenswerte Anlage in Biebrich zu erhalten- konnten leider von der Nassauischen Hofhaltung nicht berücksichtigt werden. FO. Aus dem Unterlahnkreis, 12. Mai. Der Adelsheimer Hof, der zum Rathaus der Stadt Nassau eingerichtet ist, soll wieder hergestellt werden. Zu diesem Behufe besichtigten ihn der Konservator der Kunstdcnkmäle: in Preußen, Eeheimrat Lutsch- Berlin, sowie zwei Vertreter der Königlichen Regierung in Wiesbaden, Vezirkskonfervator Luthmer-Frankfurt, Vertreter der Gemeindeverwaltung usw. Die beantragte Beihilfe der Regierung von 6000 Mark, um die Herstellungsarbeiten auszuführen, wurden nunmehr vom Kultusministerium bewilligt, und der gleiche Bettag vom Landesausschuß. AuS Kurhcsscn. FO. Kirchhain, 12. Mai. Eine Verkäuferin aus Frankfun am Main hatte in einem hiesigen Geschäftshaüse Anstellung gefunden. Rach kurzer Zeit stellte sich heraus, daß sie Stoffe. Stik- kereien, ja sogar Briefe, stibitzt hat und große Posten Waren an ihre Angehörigen nach Frankfurt abgeschtckt hat. Die Diebin wurde zur Anzeige gebracht. FO. Gelnhausen, 12. Mai. In der Nacht machten sich Diebe an ein auf einer Wiese an dem Bahndamm weidendes Rind heran, schlachteten es ab und stahlen das Fleisch. Haut und Kopf ließen sie liegen. Kirchliche Nachrichten. Gottesdienst in der Stadtkirche. Mittwoch. 15. Mai, abends 8K Uhr: Kriegsandacht. Herr Direktor S ch o e l l. Gottesdienst im Stadtteil Fauerbach. Mittwoch, den 15. Mai, abends K9 Uhr: Kriegsandacht. JrtrilwitklwjHjriiSSÄÄwXt Offene Stellen: Hilssdienstpflichtige. sowie Frauen und Mädchen aller Beruft für besetztes Gebiet. Mehrere Fabrikarbeiter, 1 Arbeiter für Preßmafchine. 1 Milchfahrer, 2 Kutscher. 1 Knechtefamrlie. 1 Arbeiter-, samrlie. l Hausbursche. 2 Heizer. 1 Bäcker. 3 Schreiner, 1 Müller. 1 Schmied. 3 Melkerinnen, 9 Dienstmägde, 1 Köchin, 9 Hausmädchen. 2 Haushälterinnen, 2 Küchenmädchen. Stellensuchender Mehrere Melkerfamilien und ledige Melker, 2 Melkerinnen in einen Stall. 1 Näherin für Bataillon, 3 Fräulein für Büro. Verantwortlich für den politischen und lokalen Teil: Otta Hirsche!. Fnedberg: für den Anzeigenteil: R. H e y n e r. Friedberg. Druck und Verlag der „Neuen Tageszeitung", A- Friedberg l H W» »if durch Mt M Bchch Roman von C o u r 1 h s. M a h l 11. = -A ^ 0^ Nachdruck verboten. „Ganz gewiß nicht, KanS Ullrich. Ich habe Dir ja euch nur die Wege ebnen und Dich auf die junge Dame aufmerksam marf cu wollen. Du sollst natürlich erst selbst naher mit ihr bekannt werden. Ihr seid euch ja'srüher rnrmer slnchtrg begegnet. Du mußt sie Dir mit anderen Augen ansehen." « rr'Z-°'l ^ Eun, Mama. Un§ wenn mir Baroneß sympathisch ist, dann will ich gern Deinen Wunsch erfüllen. mb l miht Du- °b ihr Oheim zu ihren Gunsten testieren wird?" Gut über 5ö0 Morgen in guter Lage (Oberhessen) zu verpachten. Üebernahme mit In- -"k° Jean Abpianal^, Frrcdüerg i. H. SismarLSr. 4b. Ferisiprkcher 312. Zu verkaufend Ein gnterhaltenes Klavier, ein Schlafzimmer und Eßzimmer fast neu, ein Kassenschrank, ein kleiner Eis- kchrank, mehrere einzelne Betten, Teppiche, Tische, Stühle, Spiegel. Kokosläu- fer, Kleiderschrünke, ein Kü- chenschrank, 2 Klubsessel usw ' Bad-Nauheim, Schnurstratze, Talysienhof. WWs» „Könnte aber .fierr vön Birkenheim nW einen an- deren Erben einsehen?" Frau von Frankenau schüttelte den Kopf. „Nein, nein, er denkt nicht daran. Andere Erben kommen nicht in Betracht." „Es existiert aber doch noch eine andere Kusine von ihm." . ^ r , Die alte Dame sah sinnend vor sich hin. „Allerdings — er besaß noch eine Kusine. AVer nüt dieser ist er völlig entzweit. Wer weiß auch, ob sie noch am Leben rst. Sie hat nie wieder von sich hören lassen, seit ße damals — das ist ja länger als zwanzig Jahre her — nach dem Auslände ging. Maria von Birkenheim war ja sogar mrt ihrem Vetter verlobt — das dauerte freilich nur wenige Wochen." Hans Ullrich sah sinnend vor sich hin. . ,'Ja, ja — das war ja eine etwas romantische Geschichte. Erzähle mir doch einmal, wie das alles kam.^ „Das will ich gern tun, soviel ich selbst darum weiß Also damals führte Herrn von Birkenheims Tante, Frau Anna von Schratt, seinen Haushalt. Sie war Witwe und war eine Schwester von Marias Mutter. Und sie hatte Maria von Birkenheim eingeladen. Zu gleicher Zeit weilte übrigens auch Helene von Birkenheim — so hieß damals die Baronrn Haßbach — mit ihrer Mutter in Birkenheim zu Besuch. Man hatte eigentlich angenommen, daß Heinz von Birkenheim seine Kusine Helene heiraten würde, weil diese sehr oft mit ihrer Mutter in Birkenheim weilte. Aber dann kam es doch ganz anders. Heinz von Birkenheim )atte . tn Wahrheit nie daran gedacht, Helene zu heiraten. Ab er in Maria h at er sich dann wohl heftig verliebt. Er *» >" tm ife- „Und warum nicht, Man,»?" xE das ist eine etwas räiselhasje Geschichte - mft EselH°ft »schiene,,. In jener Zert hatten w,r hier u, Franke,nm einen Gast - einen | re / r;en ' n von -Plate». Er war als Gesandtslgaftsaitache m Petersburg gewesen nnd sollte nun einen Posten, bcr der dcufick)en Botschaft in Stockholm er* Wlfen. Für einige Monate war er beurla«, nnd eine,. Teil dieses Urlaubs brachte er bei uns in Frankenau zu weubwrA" ^hr lieber, sfiller lind ernster Mensch, der eine sreudlose äugend hinter sich hatte. Er lernte hier bei uns Mana von Birkenheim kennen lind verliebte sich, bei,» ersten Sehen schon, intensiv in das schöne nnd liebenswürdig, '"E° '"eine Bcobachtnngen >ind glaubte bc- “mm«“ »"* “">«»■ "" »J ä SLf'** —- - »«• . — aber erst später. Jedenfalls sah ich an ernciu Festabend, daß er draußett auf der Terrasse mit offet , n war und ernsthaft mit ihr redete. Nachher erschken mrr Maria bedrückt, und auch Herr von Platen machte eine unglücklichen, melancholischen Eindruck. Das wurde uochschlrmmer, als einige Tage später die Verlobung zwischen Mana und Heinz von Birkenheim proklamiert wurde. Diese Verlobung hat entschieden Frau von Schratt . * öntc des Brautpaares, zustande gebracht. Ich habe mrr damals gedacht, daß Maria Wohl nur Heinz von Birken- yeims Braut wurde, weil ihr die Tante sehr zugeredet hatte. - lese mochte Helene nicht leiden und wollte wohl verhüten, daß diese Herrin von Birkenheim wurde. Deshalb begnnsttgte sie Heinz von Virkenheims Werbung um Maria. Fortsetzung folgt. Todes-Arizeige. Heute entschlief sanft meine herzensgute Frau, unsere liebe Mutter, Schwiegermutter und Erotzmulter 8 Iussn Fran Am schvtisAtkg nach langem schweren Leiden zu Hofheim i. T. Friedberg, 13. Mai 191L Die tiestrsiittniikil Kiilterblikbeiltli: Heinrich Schweinsberg (Bahnhofswitt) nebst Kinder und Enkel. Die Beerdigung findet Mittwoch Nachmittag 3 Uhr von der Friedhofskapelle Friedberg aus statt. Kondolenzbesuche dankend verbeten. Neuheiten SiniMKiifßt für Konservengläser in allen Größen liefern an Händler. Anlagen bitten gewünschte Großen bekanntzugeben. E. m. b. H. a. M., Kanalplatz 7, __Fernsprecher 1332. Einige lauiend gespitzte und llngesprtzte lange zu haben bei G. 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A.: Langsdorf. in vornedmen ttormen, rflesfiger Auswahl und sehr preiswert = Bitte mein enormes Lager zu besichtigen. = Fr.Mw, mmnm. l n. Ich kaufe Reisig Wintersällung) von Buchen. Eiche», Erlen, Ulme«, Ltnden. Cfpen, Rüstern, Ebereschen, Birken, Pappeln, Weiden, Haselnuß ' in kleinen bis größten Mengen und des Stadtteils Fauerbachs Alle, der Pflichtfeuerwehr zu- geteilten männlichen Personen vom vollendeten 19. bis zum noch nicht vollendeten 56. Lebensjahre, sowie alle noch in diesem Alter stehendenvom Militär Entlassenen und bei der Uebung am 5. Mai .3 5 - nicht anwesend gewesenen Pflichtigen, haben sich am Don* nerstag. den 1k. ds. Mts., abends 9 Uhr zwecks Vornahme einer Nachubung am Gerätebaus in Friedberg einzufinden. Wiederholtes Fernbleiben von der Uebung zieht Bestrafung nach sich. Friedberg. den 13. Mai 1918. Der Bürgermeister. 2. V.: Da nt tn. »er fern. D«S licfdlilte JSertrrSrr nrfttdiS, Breis pro Zentner Mk. 1.80 fr-r Waggon der " r . .. ■ ■■ ■ —Verladestation. n .. Das Nelsig mutz gebündelt geliefert werden in natürlicher (etwa 1 m lang), das Bündeln mutz unter Verwendung von Neistg-Enden oder Stroh erfolgen. Draht darf hierzu nicht benutzt werden und schließt die Abnahme aus. Das Reisig-.Holz darf an den Schnitiftächen (dicksten Stetten) nicht stürker als 1 Zentimeier fein Es werden an hie die Lieferungen abnehmen, für die Beförderung zur Bahn beforw stnd und die Auszahlung des Geldes an die Lieferanten übernehmen. Es ist dringende vaterländische Pflicht, daß alles Reisig geliefert wird. Aoguist Komratl, Hungen (Ofterh.) t«a au fcetl I)ie ' i8en Kolonialwarengeichästen bringe» wir von Man- ^iftellter Auskäufer für Ob-rh-ssen und angrenzende Gebiete. Gemüsekonserven .verschiedener Art zu den aufgedruckten Preisen zum Verkauf -«#**£% -- Friedberg, den 14. Mai 1918. Der stellv. Bürgermeister (stadt. Lebensmittel-Aus chutz) 2. A.: Langsdorf. Krüanntmachnng. und Linoleumhaus «Scan MilgBer, Friedberg, Kaiserstr, 27. 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