Unmmer 107 Mittwoch, den 8. Mai 1918 11. Jahrgang Die ,»Me«r Tag-s?-it«ns" erscheint jeden Werktag. Regelmäßige Beilagen ..Der Kauer aus Hessen", „Die Spinnstube". V-xirgspr-is: Bei den Poftanftatten vleckelsährttch ML 2.40 hinzu tritt noch das Bestellgeld: bei den Agenten monatlich 85 Pfg. einschließlich Trägerlohn. Anzeigen: Grundzette 25 Psg., totale 20 \i\q H Anzeigen von auswärts werden durch Po tnachnahm« erhoben. Erfüllungsort Friedberg. Hchriftleitung und Verlag Friedberg (Hessens, -^anaueritraße 12. Ferniprecher 48. Zoitjcheck-Lonto Ar. 4359. Int Frankfurt a. M. ftt Englische Angriffe abermals gescheitert. — Die Mederlage der Dolen Garde in Finnland. Die fünftägigen Kämpfe am Jordan zum Ilachteil der Engländer entschieden. 16500 Tonnen versenkt. Der MedeimerlW mit Rilimmeil llilterstllijU!! Bukarest, 7. Mai. (WTB. Amtlich.) Der Friedens- Vertrag mit Rumänien ist heute um 11 Uhr vormittags Von den Bevollmächtigten der vier verbündeten Mächte unterzeichnet worden. Die feierliche Schlußsitzung, in welcher die Unterzeichnung erfolgte, fand unter dem Vorsitz des Staatssekretärs von Kühlmann in Cotroceni und zwar in demselben Raume statt, in dem seinerzeit der Eintritt Rumäniens in den Weltkrieg beschlossen wurde. Der Friede wird den Namen „Friede von Bukarest" führen. Der Wortlaut des Vertrages »ird alsbald Veröffentlicht werden. M Bukarest. 7. Mai. (WTB.) Die Verhandlungen in Bukarest waren am Abend des 6. Mai zum endgültigen Abschluß gelangt, so daß die Unterzeichnung des gesamten Vertragswerkes für den Dornrittag des 7. Mai angesetzt werden konnte. Am Vorabend hatte der Generalfeldmarschall v. Mackensen alle hier anwesenden Delegierten zu einem Mahl geladen, an dem auch der Ministerpräsident Marghiloman, der Minister des Aeu- ßern Arion sowie die übrigen rumänischen Unterhändler teil- nahmen Der Generalfeldmarschall feierte in einer Ansprache die Bedeutung der geleisteten staatsmännischen Arbeit und beglückwünschte die Bevollmächtigten zu dem erzielten schönen Erfolg, indem er hervorhob, daß mit dem rumänischen Frieden der Krieg im Osten seinen Abschluß gefunden habe. Zugleich ver- lich er der Hoffnung Ausdruck, daß Rumänien auf der Grundlage dieses Friedens einer glücklichen Zukunft entgegengehen werde und schloß nrlt der Aufforderung an die Anwesenden, auf das Blühen und Gedeihen und die Freundschaft ihrer Heimatländer zu trinken. Des Kaisers Dank. Bern«, 7. Mai. (MTB. Amtlich.) Der Reichskanzler hat Seiner Majestät dem Kaiser den Abschluß des Friedens von Bukarest durch folgendes Telegramm gemeldet: „Eurer Kaiserlichen Majestät melde ich alleruntertänigst, daß heute der Frieden in Bukarest abgeschloffen worden ist. Damit ist auf der gesamten Ostfront der Kriegszustand beendet. Unter der festen und siegreichen Leitung Eurer Majestät hat die hingebungsvolle Opferfreudigkeit des ganzen deutschen Volkes besonders seiner von ruhmreichen Führern befehligten Wehrmacht einen Erfolg errungen, deffen weltgeschichtliche Größe erst spätere Generationen in seinem vollen Umfange wahrnehmen werden. Eurer Majestät bitte ich, aus diesem Anlaß meine ehrerbietigen Glückwünsche huldvollst entgegennehmen zu wollen. Sie sind getragen von dieser Dankbarkeit für das, was wir mit Gottes Hilfe vollbracht haben und von unerschütterlicher Zuversicht darauf, daß auch auf den übrigen Kampfplätzen der Krieg mit einem Siege unserer gerechten Sache endigen wird. Alleruntertänigst gezeichnet Graf von Hertling." Seine Majestät der Kaiser hat dem Reichskanzler mit fotzendem Telegramm geantwortet: „Der durch den Frieden mit Rumänien vollendete Abschluß des Krieges im Osten erfüllt auch Mich mit stolzer Freude und Dankbarkeit. In nie versagender Vaterlandsliebe erkämpft sich das deutsche Volk dank Gottes gnädigem Beistand unter glänzender militärischer Führung und mit Hilfe einer kraftvollen Staatskunst Schrttt für Schritt den Weg zu einer glücklichen Zukunft. Meinen Dank auch Ihnen und Ihren Mitarbeitern aus diesem Anlaß zu übermitteln, ist Mir ein aufrichtiges Bedürfnis. Gott wird uns helfen, den Kampf, zu dessen Weiterfiihrung uns die friedensfeindliche Haltung der noch gegen uns die Waffen führenden Mächte zwingen, auch weiterhin zu bestehen und zum Wohle Deutschlands und feiner Verbündeten siegreich abzufchließen. gez. Wilhelm I. R. Seine Majestät der Kaiser hat an den Staatssekretär von t^ühlmann folgendes Telegramm gerichtet: „Der Abschluß der Verhandlungen mit Rumänien gibt Mir Veranlassung, Meine fteudige Genugtuung darüber aus- zufprechen, daß nunmehr dem ganzen Osten der Frieden wiedergegeben worden ist. Möge dem Volke aus der Wiederaufnahme der Friedensarbeit, der es sich jetzt zuwenden darf, reicher Segen ersprießen. Ich danke Ihnen und Ihren Mitarbeitern für die im freien Zusammenwirken mit unseren Verbündeten geleistete Arbeit und verleihe Ihnen als Zeichen meiner Anerkennung den Kronen-Orden 1. Klaffe. gez. Wilhelm I. R. Zer deutsche Geueralstab ---7—" meldet: : = = W. T. S. Großes Hauptquartier» den 7. Mai. Amtlich. Westlicher Kriegsschauplatz. An den Kampffronten war die Artillerietätigkeit ln den Morgenstunden lebhafter. Tagsüber blieb sie meist gering. Auf dem Nordufer der Lys scheiterten Vorstöße englischer Kompagnien. Zwischen Ancre und Somme fetzte der Feind Australier zum nächtlichen Angriff an. Beiderseits der Straße Sorbin—Vray konnten sie unsere vordere Linie erreichen, im übrigen brach der zweimalige Ansturm schon vor unseren Posten verlustreich zusammen. Der Artilleriekampf hielt hier bis Tagesanbruch in großer Stärke an. Südlich von Vrimont ftteßen Sturmabteilungen über den Aisne-Kanal in die feindlichen Stellungen bei Courcy vor und brachten Gefangene zurück. An der übrigen Front vereinzelte Vorfeldkämpfe. Osten. In den Hafenanlagen von Mariupol wurden wir durch russische Schiffe beschoffen. Mazedonische Front Starke englische Abteilungen griffen gestern abend bulgarische Stellungen südlich vom Doiransee an; sie wurden abgewiesen. Asiatischer Kriegsschauplatz. Der Vorstoß englischer Brigaden von Jericho aus über den Jordan nach Osten und Nordosten ist zum Scheitern gebracht worden. Nach erbitterten fünftägigen Kämpfen wurde der Feind in feine Ausgangsstellungen zurückgeworfen. Teile deutscher Truppen haben sich hierbei an Seite ihrer türkischen Kameraden hervorgetan. Die den Engländern abgenommene Beute ist erheblich. Der Erste Generalquartiermeister: Ludendorff. Alicnddrrlcht. Berlin. 7. Mai, abends. (WTB. Amtlich.) Von den Kriegsschauplätzen nichts Neues. Der österreichische Generalstab € — ~ -— meldet: —.— Wien, 7. Mai. (WTB. NichÄuntlich.) Amtlich wird verlautbart: Südwestlicher Kriegsschauplatz. Infolge ungünstiger Witterung ist das Arttlleriefeuer ab- geflaut. Der Chef des Seneralstabe». • . 4 . . 16 500 Tonnen versenkt. Berlin. 6. Mai. (WTB.) An der Westküste Englands wurden neuerdings oersentt 16 500 Bruttoregistertonnen. Sämtliche Schiffe waren tief beladen. Einer der Dampfer wurde aus einem stark gesicherten Geleitzug herausgefchoffen. De, Ehef des Admiralstabs der Marine. -^Die Schlacht Im Weste». Die Zerstörung A,niens. Lugano, 4. Mai. Der Berichterstatter des „Secolo" meldet: Der Anblick der Stadt Amiens ist niederschmetternd: Amiens geht feiner völligen Vernichtung entgegen. Der fünfte Teil aller Gebäude wurde bereits getroffen, darunter die Präfektur, das Rathaus und das Museum. Die Straßen liegen voller Trümmer und Scherben. Die Bevölkerung hat fett vierzehn Tagen die Stadt verlaffen und nur sehr wenige Personen find zurückgeblieben. Auch die Dörfer der Umgebung sind geräumt und ihre Bewohner haben sich im Innern Frankreichs zerstreut. Die Deutschen haben ihre schweren Geschütze in Stellung gebracht und halten sowohl Amiens wie auch die umliegenden Ortschaften unter ihrem beständigen Feuer. Fochs Reserven verbraucht. Die Größe der deutschen Erfolge wird wirksam dadurch belegt, daß auf den Schlachtfeldern der Somme und in Flandern General Foch gezwungen war, den größten Teil seiner Heeresreserven zur Unterstützung der geschlagenen Engländer einzu. setzen. Es wurden bereits 44 Infanterie-Divisionen, darunter drei zum zweiten Male, und außerdem fünf Kavallerie-Divisionen in den Kampf geführt, in Summe also 52 französische Divisionen infolge der englischen Niederlagen eingesetzt. Jede dieser Divisionen hat während der deutschen Offensive und ebenso im Laufe der zahlreichen, stets vergeblichen Gegenangriffe aufs schwerste bluten müffen. Wie nöttg die französische Hilfe für die Engländer war, geht daraus hervor, daß von den gesamten 59 englischen Infanterie-Divisionen in Frankreich bereits 53 an den großen Kampffronten und von diesen 23 zweimal und zwei Divisionen dreimal eingesetzt werden mußten, im ganzen also hat der Engländer während der kurzen deutschen Offensive 80 Divisionen in den Kampf geworfen. Engländer und Franzosen haben im ganzen bereits 132 Divisionen an der von der deutschen Führung erzwunge^rn Front in die Schlacht geführt, die belgischen portugiesischen und amerikanischen Truppen find hierbei nicht mitgerechnet. Britifche AbschSffe. Berlin, 6. Mal. (WTB.) Die Unzuverlässigkeit der eng. lischen Berichte über die Lustkampferfolge ist bekannt. Amtliche englische Schriftstücke, die bei den letzten Angriffen erbeutet wurden, liefern dafür neue schlagende Beweise, weil sie mehrfach den Ort der angeblichen Abschüffe nennen und dadurch eine genaue Nachprüfung ermöglichen. Die englischen Meldungen vom 25. September 1917 find besonders bezeichnend. Ein« Pattouille der 20. Squadrons will am 25. September 1917 über Becelaere zwei Albattos-Iagdflugzeuge abgefchoffen und zwei steuerlos heruntergetrieben haben. Tatsächlich verloren di« Deutschen am genannten Tage weit im Umkreise dieses Ortes kein Flugzeug. Eine Patrouille der 54. Squadrons behauptet» drei deutsche Jagdflugzeuge Über Middelkerke zerstört zu haben, wovon eins ins Meer stürzte. In Wahrheit verloren die Deutschen in dieser Gegend nur ein Flugzeug. Dieses stürzte tatsächlich ins Meer. Leutnant Berlow vom 56. Squadron beansprucht zu Unrecht einen Sieg über dem Houthoulsterwalde, desgleichen eine Flugzeugbesatzung der 46 Squadrons in der Gegend von Selves. Insgesamt wollen die Engländer am genannte» Tage 19 deutsche Flugzeuge zerstört und 13 steuerlos Heruntergetrieben haben. Tatsächlich betrugen die deutschen Verlust« an der englischen Front im ganzen 5 Flugzeuge. Bevorstehende Räumung Aperns? Genf, 7. Mai. Im Anschluß an einen Artikel des Londoner „Daily Chronicle" bereitet auch der „Temps" auf die Preisgabe von Dpern vor, indem er auseinandersetzt. daß die Verteidigung nur noch einen moralischen Zweck habe und daß diese im Todeskcnnps liegende flämische Stadt nur noch aus Trümmern bestehe. Genf, 7. Mai. Clemenceau hat gestern dem Kaup^ quartier einen neuen Besuch abgestattet und ist wieder, wiv die Zeitungen melden, befriedigt zurückgekehrt. Ucne Erfolge in Finnland. Kopenhagen, 6. Mai. (WB.) Das finnische Haupk^ quartter meldet: Die Operationen zur Reinigung des Ge* biets westlich und südwestlich von Tavastehus werden fortgesetzt. In den letzten Tagen wurden über 2000 Gefangene genracht. Unter der Leitung des Generalnwjors Lindner haben die Operationen gegen die noch kämpfende Rote Garde in der Gegend von Kotka und Frederiksham zu neuen entscheidenden Ergebnissen geführt. Bei Jngernis machten wir 1600 Gefangene und eroberten sieben Geschütze und zwanzig Maschinengewehre. Am Sonntag morgen wurde Kotka erobert. Die Zabl der Gefangenen Äea owf über *2000. Der DersuH Set Nolen Varve, Arf Sem Seewes mnh Rußland zu entkommen, wurde von deutschen Kriegsschiffe» verhindert. Die auf Frederikshcnn vorrückenden Truppe» erreichten Verejoski und machten über 8000 Geftmgene. Das Ostheer eroberte die KListenbatterien bei Lrongsung mit schweren Geschützen. Frederiksham genommen. Kopenhagen, 7. Mai. (WB.) Das Finnische 'Haupt- Märtier in Wasa meldet unter dem 4. Mai: Der Sieg über die Rote Garde ist nun vollständig. Frederiksham, die letzte Stellung der Revolutionäre, ist genommen. Die Beute bestand aus 6 Geschützen, 20 Maschinengewehren, Lausend Gewehren und zwei bewaffneten russischen Schiffen. PreiMches ^bettnAneftahattA (144. Sitzung döw 7. Mai.) Archangelsk als Gntentehafe». . Stockholm, 6. Mai. (WB.)' „Astonbladet" veröffentlicht interessante Angaben eines nichtschwedischen Beobachters der kürzlich die russischen Eismeerhäfen im Norden besuchte. Er sah dort mit eigenen Augen fünf große Kriegsfahrzeuge darunter zwei Dreadnoughts, die teils Frankreich teils England und teils auch Italien gehören. In Archangelsk anwesende Ententetruppen schätzte er auf 5000 Mann. Besonders zahlreich waren die Offiziere vertreten. Durch diese Meldungen werden die früheren Gerüchte von den Plänen der Entente, sich in Nordrußland festzusetzen, deren Richtig- kelt der englische Gesandte in Stockholm durch ein offizielles Dementi bestritten hat, erneut bekräftigt. sser Zwijchenfall in Irkutsk. Der „Tagt. Rundschau" wird gemeldet: Die Verhaftung des japanischen Vizekonsuls und des Präsidenten der japanischen Gesandtschaft in Irkutsk wird nach dem „Echo des Paris" jedenfalls die Pläne der Neuerung von Tokio beschleunigen. Schon seit zwei Monaten hat r, n beschlossen, in Sibirien einzugreifen, um dem Drucke der Maximalisten entgegenzuwirken. Auf die Ermordung von drei japanischen Kaufleuten landete eine Abteilung Soldaten im Hafen von Wladiwostok. Die Abteilung hat in dem Gebiet östlich von ^rkutsk einen strengen Wachdienst eingerichtet. Infolge der neuesten Ereignisse ist ein Feldzug Japans unter Mithilfe der Vereinigten Staaten und Chinas in nächster Zeit zu erwarten, da man unter diesen Umständen bestrebt sein wird, die Vorbereitungen zu beschleunigen Iren wie Verbrecher behandelt. Berlin, 6. Mai. (WB.) Wie die Engländer die Irländer behandeln, und mit welch großen Strafen sie die geringsten Vergehen belegen, bsveisen die vielen in Schottland zu Zwangsarbeiten untergebrachten Irländer. In London allein sind 13—14 000 Irländer, die wegen Beteiligung an Unruhen in Irland zu zn^i Jahren Arbeitsdienst verurteilt wurden. Sie werden bei Tage zu anstrengenden Arbeiten herangezogen, abends werden ihnen Handfesseln angelegt. Machtmehrmrg Ungarns? Budapest. 7. Mai. Der „Az Est" erfahrt. Wekerle werde sein neu übernommenes Amt mit aufsehenerregenden Ankün- digungen antreten. außer dem Wahlgesetze und der Neugestal- tung des ungarischen Heeres werde er mit königlicher Ermächtigung den Anschluß Bosniens und der Herzegowina an Ungarn ankündigen. Ebenso soll es die Absicht des Kaisers sein, von nun an längere Zeit in der ungarischen Hauptstadt zuzu-' brmgen. Die Vorstellung der Negierung im Abgeordnetenhaus wird voraussichtlich am Freitag stattfinden. W\t Fölnng der nn-^Wn Krijk. .. Die zweite Beratung de» Gesetzentwurfes betreffend Ab» an^rung der Verfassung wird fortgesetzt. Dazu liegen vor die Srcherungsantrage des Zentrums (Anträge Porfch) und der An. drag Vredt (Frettonf.), nach welchen bei Abänderung der ver. faffung und des Landtags- und Eemeindewahlrechts eine Zwei, drittelmehcheit erforderlich sein soll. Nach kurzen Erklärungen der Abgg Hirsch-Berlin. Strobel (Unabh. Soz.), Dr. Bell (Ztr.) wird d^ AEag Vredt zurückgezogen. Die Anträge Porsch werden gegen die Etrmmen des Zentrums, der Polen und der Abgg. v. Kardorff (b. k. Frakt.), Dr. Vredt (Freik.) und Tn. Arendt (Freik.) ab. gelehnt. Nach Artikel 1 des Mantelgesetzes, in welchem die drei Ne- formvorlagen vereinigt sind, beruft der König den Landtag und schlicht seine Sitzungen. Er kann das Abgeordnetenhaus auf. Abg. Aronsohn (Dpt) begründet seinen Antrag, nach welchem der König auch die Erste Kammer auflösen kann. Nachdem sich der Minister des Innern Dr. Drews gegen den Antrag erklärt, wird der Antrag Aronsohn abgelehnt. , Artikel 2 ist die Uebereinstimmung des Königs und beider Sauser erforderlich. Wenn das Abgeordnetenhaus gegen den Widerspruch der Regierung einen Ausgabeposten streicht oder nicht in vollem»Umfang bewilligt, dann soll ein aus Mitgliedern beider Häuser gebildeter Verständigungsausschuß er- ^ Wer den Posten beschließen. Erst nach einer endgültigen Beschlußfassung ftndet die Abstimmung der Ersten Kammer über den gesamten Haushalt statt. Abg. Dr. Bell (Ztr.) begründet einen Antrag auf Erweiterung des Vudgetrechtes des Abgeordnetenhauses. Artikel 2 wird unter Ablehnung aller Anträge in der Kom- mrffionsfaffung angenommen. Die Artikel 3 bis 6 werden ohne Erörterung angenommen. Nach Artikel 7 prüft die Erste Kam- mer die Berechtigung Ihrer Mitglied« und entscheidet darüber. Ueber Einsprüche gegen die Gültigkeit der Wahlen der Mitglieder des Abgeordnetenhauses entscheidet das Oberverwaltungs- gencht. Das Verfahren wird durch königliche Verordnung ge. regelt. * ^ Die weitere Beratung ergibt im wesentlichen die Annahme der Kommissionsvorschläge. Abg. Dr Ludwig (Natl.) begründet seinen Antrag, wonach das Verfahren nicht durch königliche Verordnung geregelt wlrp sondern das Oberverwaltungsgericht im Beschlußverfahren entsche'.den soll. enj. Hierauf vertagte sich das Haus auf Freitag den 10. Mai, vormittags 9% Uhr. FO. Biebrich am Rhein, 5. Mai. Seit zwei Monaten wurden am Bahnhof Biebrich-Ost fortgesetzt Eisenbahnwaggons erbrochen und bestohlen. Nunmehr wurden zwei Bahnarbeiter als Haupttäter ermittelt, außerdem waren zwei Straßenbahn- bsdienstete und mehrere jugendliche Taglöhner daran beteiligt. Lebens* und Genußmittel, ganze Ballen Tuch sind von der or- ganifietten Bande mit Vorliebe gestohlen worden. FC. Aus dem Unterwestenvaldkreis. 6. Mai. Der Kreisausschuß hat beschlosien, für dieses Jahr eine Prämie für den Abschuß von Raubvögeln und Krähen von 20 Pfennig und für den Abschuß von Habichten und Sperbern eine Mark pro Stück zu zahlen. Aus Kurhesse». FC. Cassel, 6. Mai. Die besuchteste höhere Schule in der Provinz Hessen-Nassau, die hiesige Oberrealschule 1» blickte am 5. Mai auf 75 Jahre ihres Bestehens zurück. FC. Flensungen, 5. Mai. Dem Karl Peppler 2^ besten Ehefrau und Tochter dahier sind die Ausweiskarlen für den Ankauf von Eiern in den Gemeinden Merlau, Kirschgarten und Lehnheim wegen Unzuverlässigkeit entzogen worden. FC. Ortenberg, 5. Mai. Rechtsanwalt Holzapfel, zurzeit Leutnant bei einer Batterie im Westen, erhielt das Eiserne Kreuz 1. Klasse. ffIfs Starkevburg. Darmstadt, 5. Mai. Eine Diebes- und Einbrecher-Gefell- schaft. die mindestens aus drei Personen bestand, hat in der Nacht zum Freitag unseren Nachbarott Ober-Ramstadt heim- gesucht. Die Bande drang in das nicht verschlostene Anwesen des Landwirtes A. Ehrhardt V. ein, tötete von zwei Schweine das eine von etwa 80 Kilo durch einen Schutz in den Kopf, nahm das Tier kunstgerecht auseinander uni> warf dir Eingeweide beiseite. Den ganzen Kopf haben sie abgeschnitten und mit der Richtung nach dem Schweinestall auf den Lattenzaun gesetzt. Auch in das Nachbarhaus des Landwirtes Oppermann sind sie durch Erbrechen der Türe eingedrungen, taten sich an dem dort vorhandenen Aepfelwein und anderen Lebensmitteln gütlich und nahmen eine Partte Kartoffeln mit. Was sie hier sonst noch gestohlen haben, konnte bisher nicht festgestelll werden. Anscheinend fehlt hier noch Wäsche sowie Kleider. Durch gewaltsames Oeffnen eines Fensters schafften sie stch dann Ein- gang in die Waldmühle und stahlen dem Besitzer Anton drei Treibriemen im Werte von etwa 500 Mark. Die Staatsanwaltschaft weilte gestern am Otte der Tat, doch konnte man die Diebe bis jetzt nicht ermitteln. Die vorhandenen Spuren lasten ver- muten, daß man lle in aller Kürze festnehmen kann. — Ein teueres Vergnügen leistete sich ein junger Mann von hier, der in der vergangenen Nacht zu seiner Unterhaltung ein weibliche» Wesen auf der Straße ansprach und dann in ein Hotel mit. nahm. Als er heute früh aufwachte, war seine Freundin ver- schwanden, mit ihr aber auch seine Barschaft von mehreren hundert Mark. Da ihr Nam' und Art ihm nicht bekannt, wird sie wohl erst ermittelt werben, wenn sie ihre Beute verjubelt und verausgabt hat. Darmstadt. 5. Mai. Die hessische Lgndcsfleischstelle soll nach einer Veröffentlichung des Ministeriums des Innern unter Ab- ändeWng der Bestimmungen aus dem Jahre 1916 nunmehr ein» andere Zusammensetzung erfahren, und zwar sollen ihr angehören. Ein Staatsbeamter als Vorsitzender, je ein Mitglied der Ersten und der Zweiten Ständekammer und besten Stellvertreter, je ein Vettreter der Kommunalverbände, der Städte über 20 000 Einwohner, der Landwirtschaftskammer, der hessischen Genostenschaften, der Landwirte Oberhessens, der Handwerkskammer, der drei Viehhandelsverbände, der hessischen Konsumgenostenschaften und der gewerblichen Arbeiter. Der Amtssitz bleibt im Ministerium des Innern. Der Dienst wird ehrenamtlich versehen. FC. Groß-Gerau, 5. Mai. Der Eemeinderat beschloß, die Höhe des Steueraufschlages für das Jahr 1915 wie im Vorjahre beizubehalten. Mithin wurde der Verteilungsmaßstab auf einen Pfennig für die Vermögenssteuer und fünf Pfennig auf die Mark Einkommenssteuer festgesetzt. FC. Lampertheim, 5. Mai. Einer Eeheimschlächterei ist man hier auf die Spur gekommen. Das Fleisch, das nach Worms ausgefiihrt wurde, konnte bei verschiedenen dortigen Wirten beschlagnahmt werden. Kirchliche Nachrichten. Himmelfahrtfest: 9. Mai 1918. Gottesdienst in der Stadtkirche. Vormittags 9)( Uhr: Herrn Pfarrer Kleberger. Gottesdienst im Stadtteil Fauerbach. 10 Uhr: Gottesdienst. * * * Katholische Gemeinde. Christi Himmelfahrt: 9. Mai 1918. (Schluß der österlichen Zeit.) Beichtgelegenheit am Vorabend von 5 Uhr an und Feier« tags früh von 6 Uhr. «7 Uhr: Frühmesse. 8 Uhr: Militärgottesdienst (Singmeste mit Predigt.) GÄ meinsame hl. Kommunion der Jungfrauen. ^10 Uhr: Feierliches Hochamt mit Segen und Predigt Nachmittags 2% Uhr: Feierliche Vesper. i Verantwortlich für den politischen und lokalen Teil: Ottd Hirfchel, Friedberg: für den Anzeigenteil: R. Htzyner. Friedberg. Druck und Verlag der „Neue» TogeS-eittmL, «. <8* Frtedberg i tt " & Dezember 1898. heißt EW W Öeoii lauft Mr Eröffnung deft größten Dell ta Frankfurt abgefetzt, di« der Freund de» Lotz, 7) Mm nie dmch litte fciü v Nomau von Co urthS-Mahler. *n««® cuid sicher ge hei d'jrchTlerSrzle' probte orath ' Qr.Flafe. Brügge iw. Ia. Qualität agenjett garantiert rein, empfiehlt Herz Aaron, Friedberg i H. Holzo erfteigerungen der Gräflichen Oberförsterei Laubach. I. Montag, »cn >3. Mal, vormittags 10 Uhr. unvor. oezcigt auf der Cchremersmühle, aus Revier Oberseei, Dnttilt Wialerberg 2 und 4, Mushau 1 , 2 und Kendcl- ram. Bug,en rm: ls Scheit II. KI., 8 Prügel II Kl., 17 Sjocfe, 3 Reilerp'ugsl- Distrikt Peterswaid, I, 2 , 3 und v: Buchen rm: 8 Scheit li. Kl., 12 Prügel kl KI 49 Sletfetaribel; Prügel rm: 37 Eichen (meift adlig.,' 4 Erlen labst!), 32 Nichten, 3 Kiefern: Distrikt Schorn- berq 1. 2 undi 3: Fichte» rm: 1 Scheit, bS Prügel. 22 ^rncke: aus Revier isrelenseen, Distrikt: Weidenau 3 und 4, Herrnnpfen, Altenhau, Tränkbach und Sieindieocl' S-i'-" rm: Ia Buchen il. KI.. 2 Birken: Prügel rm: 5 7 uchen It. Kl., o Birken I. und II. KI., 1 Eilen 3 flich- ten:D,stritt: Jmsenhau, Wetterauerberg 2 , Ziegenberg 1 -a: Scheiter rm: 24 Buchen II. KI., 1 Ahorm Prügel BuchenKl.. »Lichen „.Kl.. 0,'s KirsZbaum 8 Fichten 0.9 Lärchen: Distritt Kreuzseenerberg 5 , 3 und ^.?uchen II. RI.; Prügel rm: 3 Buchen, 0,4 Eichen 19 Fichten. — Rot unterstrichene Nummern fliichenwesie^t Ausgebot. Kohtreiser und Leseholz Dienstag, den 14. Mai, vormittags 10 Uhr, auf d-!» Z°»°rl,aus unvorgezeig« aus Revier Jägerhaus: Distritt Kilchberg 4a: SKeiter rm: 3 (rd.) Kirichbaum' J? *« 119 buchen, Kirschbaum, Radel und Nf'chholtl U- Kl.: Stammrciscrprügel rm: 178Buchen' !!..?°l>emin kchmilthain, Bvchholz und Strickberg! Scheiter rm: 3 Buchen und Eichen II. Kl : Prügel rin: 0 buchen Radel und Weichholz II. KI.: Distrikt Lingcl- n bchifs-nberg und Roth 2 : Scheiter rm: 2 Buchen m- 5!i ’. ™ : 38 Buchen, Eschen, Radel und Weichholz II. Kl.: 2 Abt Kohlreiser aus Kirchberg 4 a und freien eener Thomasbiegel. Blau unterstrichene Nummern werden nicht verileigert. — Aus Revier Eonterskii-dn'n Vrübl" Forstwiese, Weingärtnerskopsi Feldchen: Scheiter rm: 3 Buchen 4 ®^! I PJ H- KI. ; Stammrerfer rm: 36 Buchen (schichten); Distrikt Eiehern, Seekopf, Hölzchen D^irn- berg: Scheiter rm: 1 Buchen II. Kl., Prügel'rm: 10 Vud^en ll. Kl., 1 Eicke: Stöcke rm: 3 Buchen. Rot unter- if Er zog sie an sich. sagle"»lLn?^ arf ° Du hilfst mir suchen.' sah ihn unsicher an. 17 r "8etzt machst Tu Dich wohl lustig über mlck?" fraate Ursula mit einem prüfenden Seitenblick Er küßte ihre Wange. , . nicht,' lachte Hang Ullrich. „Ganz rüh' rend finde ich Deine Sq'ge um mein Glück. Nun sei aber wieder vergnügt und mache Dir keine Kopfschmerzen ' Sie atmete auf. ."Wenn Du nur Karla nicht heiratest, dann bin ich schon zufrieden. Kannst Du mir das versprechen?" Er lächelte. selbst'^ii? Urteil bildm.^^ "*** ^ Utnen mh Sie seufzte. ^b"n sie Dich dann behext, wie sie es mit Mamuschka getan hat? Die ist ja ganz vernarrt in Karla." « gewarnt, Urselchen. und werde die Auaen offen halten. Se, unbesorgt. Und nun laß uns von anderen Dingen reden.' Damit brachte Hans Ullrich ein anderes Thema auf. . Aber nachdenklich war er doch geworden durch die Worte seiner Schwester Zwar hatte seine Mutter keinen Namen genannt, als sie ihm mitteilte, daß sie eine passende Frau für ihn im Auge habe in der nächsten Nachbarschaft. Aber er hatte doch gleich heransgefühlt. daß sie Baroneß Haßbach meinte Wenn er auch gerade nicht begeistert gewesen war be, diesen Gedanken, so hatte er sich doch gesagt: Wenn ich ""El heiraten ^ muß — warum denn nicht Baroneß Hatzbach so gut wie eine andere? Jetzt aber, nachdem ihm seine junge Schwester eine so eigenartige Schilderung von der Person der Baronesse gemacht hatte, fühlte er doch eine ziemlich heftige Abneigung gegen den Gedanken, sich mit dieser jungen Dame zn verheiraten. Eme lügnerische, herzlose und berechnende Frau — nern — die mochte er nicht an seine Seite stellen. Wenn er sich auch über seine künftige Ehe durchaus, keinen rosigen Illusionen hingab und dieselbe durck)aus von der vernünftigen Seite betrachtete, so verlangte er doch mindestens von seiner künftigen Frau, daß er sie hochachten und ihr vertrauen konnte, denn er mußte ihr ja seinen Namen geben und mit Ehre, Gut und Blut für sie einstchem __ Fortsetzung folgt. 4 jährige, braune rsr treu und zugfest, zu verkaufen bei Lorenz Müller I V., Langenhain, Post Ostheim bei Butzbach. Suche kleines Häuschen mit Earlen und Stallung auf dem Lande zu mieieu. Offerten unter W. UI. an die Geschäftsstelle der „Reuen Tageszeitung." II. Guterhaltenes Break preiswert zu verkaufen bei Karl Strauch. Metzgerei, _Eroß-Karben. Betr.: Die Fleifchveriorgung fiir die Stadt Friedberg. Kekanntmachnng Hierdurch bringe ich zur öffentlichen Kenntnis, daß der Verkauf von Rind- und Kalbfleisch sowie Wurst für diese Woche am Freitag. den 10. Mai 1918, nachmit. tags von 1—6 Uhr in den sämtlichen hiesigen Metzgerläden tatt- sindel. A Schweinefleisch gelangt nicht zu^ Die Verkaufszeit ist genau einzuhalten. Snedberg. den 7. Mai 1919. Der Bürgermeister. I. V.: Damm. _sirichene Nummern kommen nicht zum Ausgebot. miiüie ««v. fmunhM 11 Geschäftsstelle Frankfurt a. M., Kronprinzenstraße 41 . ' (Kronprmzenbau.) — Fernruf Uourer Dienstag, Donnerstag, Freitag, nachmittags sT in diesem Raum nur für ^igUeder; dieselben sind kostenlos, jedoch muß bei Ausgabe der Anzeiae auf die Mitgliedschaft hinaewiesen werden. Ickkr darf ra-fahren mit meinem erlaubnisfreien Original-Spiralfederreifen?,75, Holzrei- fen 6,25, la. Hanf- Taureifen 14,75, Elfenring 11 ,—, elastischer Feder- Holzreifen 13 Mk., alle per Sick. Kann jeder auf jede Felge auflegen. Umtausch gestattet, also kein Risiko. Tausende gelie ett. Wiederverkäufer Rabatt. «Uni»,, »SS,Ti. 4. Einige tausend gespitzte und ungesprtzte lange zu haben bei G. Vranbukger Nchs., Nieder-Wölllladt. 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