Nummer 105 11. Jahrgang. Montag, dru 6. Mat 19t8 Die „Neue Tageszeitung" erscheint jeden Werttag. Regelmäßige Beilagen „Der Kauer aus Hessen", „Die Kpirmssnbe". Kexngsprers: Bei den Postanstatten vierteljährlich Alk. 2.40 hinzu tritt noch das Bestellgeld: bei den Agenten monatlich 85 Pfg. einschließlich Trägerlohn. Anzeigen: Grundzeit 25 Pfg^ lokale 20 Psg^ Anzeigen von auswätts werden durch Postuachnahme erhoben. Erfüllungsort Friedberg. SchrMlettnng und Verlag Friedberg (Hessen). Hcmauerstraße 12. Fernsprecher 48. Postscheck-Loato Nr. 4859, Amt Frankfurt a. M. Mehr a!s 300 Franxolen gefangen. — Gin englischer Angriff westlich von Kailleul nicht mv Gntwrckinng gekommen. — Unser Sieg in Finnland. 20000 Gefangene. 50 Geschütze. 200 Maschinengewehre, tausende von Pferden und Fahrzeugen. — Der Wirtschaftsvertrag mit Rumänien paraphiert. — 37 000 Tonnen versenkt. » 1 " * Der deutsche Genrralstab . - meldet: - M. T. S. Großes Ha«ptq«arirev, derr 4 . Mai. &mUldu Westlicher Kriegsschauplatz Heeresgruppen Kronprinz Rupprecht und Deutscher Kronprinz. An den Echlachtfronten ist die Lage unverändert. Die Ar- tMerietättgleit war in vielen Abschnitten, namentlich auch während der Nacht lebhaft. Im Kemmcl-Gebiet und zu beiden Seiten der Avre steigerte sie sich heu^e morgen zu größerer Stärke. Ein englischer Teilangriff südwestlich von Arras wurde abgeschlagen. Heeresgruppe Eallwitz. Dor Verdun lebte die Artillerietätigkeit auf. Heeresgruppe Herzog Albrechk. Nach erfolglosen Erkundungsvorstößen des Feindes an der kothringischen Front blieb die Eefechtstittigkett am Vormittag gering. Am Parroy-Walde und westlich von Blamont am Nachmittag von neuem auflebender Fe »erkämpf ließ mit Einbruch der Dunkelheit nach. G Wir schoflen gestern 25 feindliche Flugzeuge und zwei Fes. selballone ab. Leutnant Vuckler errang seinen 33., Leutnant Puetter seinen 22. Luftficg. DfteE rr r Finnland. büdwest-Ftnnland ist vom Feinde befreit Deutsche Truppen im Verein mit finnländischen Bataillonen griffen den Feind zwischen Lahti und Tavastehus um- faflend an und haben ihn in fünftägiger Schlacht trotz erbitterter Gegenwehr und verzweifelten Durchbruchsvcrsuchen, vernichtend geschlagen. Finnländische Kräfte verlegten ihm den Rückzug nach Norden. Von allen Seiten umstellt, stteckte der Feind nach schwersten blutigen Verlusten die Waffen. Wir machten 20 000 Gefangene, 50 Geschütze, 200 Maschinengewehre, tausende von Pferden und Fahrzeugen wurden erbeutet. Der Erste Generalguartiermeister: Ludendorff. Abendbericht. Berlin, 4. Mai, abeicks. (WTB. Amtlich.) Gegenangriffe der Franzosen gegen den Kemmel und gegen Bailleul sind unter schweren Verlusten gescheitert. W. T. S. Großes HlM-Lqttarrier, derr 5. Mai. Amtlich. Westlicher Kriegsschauplatz. Nach stärkster Feuervorbereitung griffen französische Divisionen rmsere Stellungen am Kemmel und bei Bailleul vergeblich an. Sie wurden unter schweren Verlusten abgewiesen und ließen mehr als dreihundert Gefangene in unserer Hand. Der beabsichtigte Angriff einer englischen Division westlich von Bailleul kam unter unserem Feuer nicht zur Entwicklung. Südlich von Hebuterne scheiterten starke englische Vorstöße. An den Kampffronten beiderseits der Somme lebte die Artil- lcrietätigkeit am Abend auf. Sie war namentlich bei Villers- Vretonneux und auf dem Mestufer der Avre gesteigert. Von der übrigen Front nichts von Bedeutung. * Don den anderen Kriegsschauplätzen nichts Neues. Der Erste Eeneralquartiermeister: Ludendorff. Abendbericht. Berlin, 5. Mai, abcnds. (WTB. Amtlich.) Von den Kciegs- sihauplätzen nichts Neues. 3?< 00 Tonnen verftnkt. ftetUn, 3. Mai. (WTB. Amtlich.) Eines unserer Unterseeboote, Kommandant Kapitänleutnant Neureuter, arbeitete in der Frischen Soe und deren Zufahrtstraßen mit gutem Erfolge gegen den Handelsverkehr unserer Feinde. Fünf bewaffnete, zumeist ttef beladene Dampfer und ein Segler fielen den Angriffen des Bootes zum Opfer. Die Ladungen der Dampfer bestanden vorwiegend aus Kohle, ein Dampfer hatte Munition geladen und einer wurde aus einem stark gesicherten Ge- lcttzug herausgefchoffen. Namentlich festgestellt wurde der bewaffnete englische Dampfer „Brakondale", 2093 Bruttoregistertonnen. Im ganzen wurden nach neüeingegangenen Meldungen der Unterseeboote 20 000 Bruttoregistertonnen versenkt. Der Chef des Admiralstabs der Mari»«. * Berlin, 4. Mai. (WTB.) Amtlich.) An der Wefttüste von England wurden von einem unter dem Kommando des Kapitäw- leutnants Freiherrn von Loe stehenden Unterseeboot zwei besonders wertvolle Dampfer, nämlich der englische Dampfer „Laka Michigan" (9288 Bruttoregistertonnen) und ein anderer 8000 Bruttoregistertonnen großer Dampfer aus demselben stark gesicherten Geleitzuge herausgeschoflen. Zusammen waren es 17 000 Bruttoregistertonnen. Der Chef -es Admiralstabs -er Marin«. Kuftkampf an Flanderns Küste. Berliu. 5. Mai. (WTB. Amtlich.) Drei deutsche Seeflugzeuge schoflen am 4. Mai vor der flandrischen Küste vier feindliche Ceeflugzeuge ab. Zwei feindliche Flieger wurden schwer verwundet auf dem Luftwege geborgen. Der Chef des Admiralstabs -er Marine. Der österreichische Generalstak .. meldet: - Wien, 4. Mai. (WTB.) Amtlich wird verlautbart: Im Südwesten anhaltend rege Gefechtstättgkeit. Der Chef des GeneralstaVes. Wien, 5. Mai. (WTB.) Amtlich wird ver lautbar tt. Die Artilleriekämpfe an der Südweftftont dauern fort. An der unteren Piave wurden italienische Erkundungs- Unternehmungen vereitelt. Der Chef des Generalstabes. Der bulgarische Generalstak meldet: Sofia, 2. Mai. (WTB.) Generalstabsbericht. Mazedonische Front: Nördlich von Bitolia war die Arttl- lerietätigkeit auf der feindlichen Seite zeitweise ziemlich lebhaft. Oestlich der Cerna bei Tarnowa und in der Gegend der Moglena verjagten unsere vorgeschobenen Einheiten serbische Sturmabteilungen. Südlich von Doiran verstärkte sich das Ar- tilleriefeur zeitweilig auf beiden Seiten. Inj Strumatal und im Wardartal lebhafte Tätigkeit in der Luf^ Dobrudschafront: Waffenstillstand. Das türkische Hauptquartier meldet: - — Krmstantinopel. 4. Mai. (WTB. Amtlicher Tadesbericht.) Palästinafront: Die erbitterteil Kämpfe im Ostjordanlande halten ununterbrochen an. Mit besonderer Heftigkeit richtete der Feind seine Angriffe gegen unsere Stellungen nördlich der Sttaße Jericho—Es Salt. Alle Anstrengungen brachten ihn dem Ziele nicht näher. Seine Verluste steigern sich zusehends. Die Zahl der erbeuteten Geschütze erhöhte sich auf zehn. Mesopotamien: Starke englische Kräfte machten einen Vorstoß gegen unsere südlich von Kerkus stehenden Truppen. Den von uns zurückgenommenen Abteilungen folgte der Engländer nicht. Hauptmann Schütz schoß ein feindliches Flugzeug ab und errang damit seinen 8. Luftsieg im Irak. Iln den übrigen Fronten ist die Lage unverändert. Deutsche Truppen besetzten am 1. Mai Sebafloyol. Sie fanden dort den größten Teil der russischen Schwarzen Meer, flotte: Linienschiffe, Zerstörer, U-Boote und Handelsschiffe. „Sultan Favus Selim", „Hanridie" und einige unserer Torpedoboote sind nach beschwerlicher, aber glücklich durchgeführte» Fahrt durch das Minengebiet am 2. Mai abends in Sebastopok elngelaufen. v Konstantinopel, 4. Mat. (WTB.) Amtlicher Tagesbericht. Palästtnafront: Auch gestern scheiterten auf dem Ost-For- danufer alle Angriffe der Engländer gegen unsere Stellung«« unter schweren Verlusten. Der Rückzugsstraßen beraubt, stieße« die nördlich des Hauptkampffeldes geschlagenen und versprengten feindlichen Kavallerieregimenter in dem schwierigen Gelände überall auf unsere angriffsfteudigen Truppen. Eine Anzahl Gefangener, einige Maschinengewehre und ein Panzerkraft, wagen fielen rn unsere Hand. Sonst nichts von Bedeutung. Die Schlacht im Westen. Blutopfer der Entente. Berlin, 5 . Mai. (WTB.) Das 10. Ches.-Regt. erlitt an der südlichen Hauptkampffront ungeheure Verluste. Die Division, der es angehört«, wurde vom deutschen Angriff derartig überrumpelt, daß sie in vollkommen aufgelöstem Verbände aus der Front zurückgezogen und neu geordnet und aufgefullt werden mußte. Ein Bataillon verlor das erstemal 350 Mann, das zweitemal 400 Mann und den ganzen Stab. Der Ersatz bestand hauptsächlich aus Arbeitern, Trainformationen und ganz jtm- gen Rekruten. Unter den erbeuteten englischen Schriftstücken aus den Kämpfen der letzten Tage fand sich eine Generalstabskarte mit der Ueberschrift „Verttaulich". Cie stellt Belgien und einen Teil Nordfrankreichs dar und wurde vom britischen Kriegsamt bereits 1913 gedruckt, ein neuer Beweis, daß man englischeres mit einem Aufmarsch an der Seite Frankreichs in Belgien gerechnet hatte. Die Nachrichten über die englischen Verluste häufen sich immer mehr. Die 8. Division hatte in dem früheren Abschnitt Demuin—Moreui derartig geblutet, daß die Kompagnien nur noch 20—30 Mann stark waren. Das 2. Midd.-Regt. wrrrde fast ganz aufgerieben und kehrte mit dem überlebenden Rest des Regiments von nur 30 Köpfen aus den Gefechten zurück. Als Ersatz erhielt dieses Regiment 1150 Mann und zwar den gesamten Bestand seines in England befindlichen Rekruten depots. Nur noch eine Frage de» Zeit. Bafel, 4. Mai. Pariser Meldungen besagen: In Flandern ist die Lage ungünstiger als an der Somme. Wenn es den Deutschen gelingt, die Berbandstruppen über die Bahnlinie Poperinghe—Hazebrouk zu werfen, so könnte die flandrisch« Schlacht eine gefährliche Wendung nehmen. Der Militärkrltiker der „Jtalia" schreibt zur Lage in Flandern: Der Besitz von Ppern ist nur noch eine Frage der Zeit. Wie es scheint, find die englischen Truppen aus der meist gefährdeten Frontstelle ganz oder doch zum größten Teile heraugezog«« und durch Franzosen ersetzt worden. Von einer Aufgabe Pperm» sprechen die englischen Offiziere, während die Belgier und Franzosen Ppern als Deckfeld ihrer Stellungen bezeichnen. Jiun englischen Mlenangriff auf ZeebrSgge. Berlin, 4. Mai. (WTB.) Anläßlich der glänzend durch- geführten Abwehr des englischen Sperr- und Landungsoersuch« gegen Zeebrügge und Ostende hat der Kaiser dem kommandier renden Admiral des Marinekorps Admiral v. Schröder dit Schwerter zum Roten Adlerorden erster Klafle mit Eichenlaub, dem Chef des Generalstabs beim Marinekorps Generalmajor Beriet den Roten Adlerorden zweiter Klafle mit Schwertern, dem Kommandeur der Molenbattette von Zeebrügge. Kapitänleutnant der Reserve Schütte das Ritterkreuz des Königlichen Hausordens von Hohenzollern mit Schwertern verliehen. Dt« weiter ausgezeichneten Offiziere und Mannschaften gehören den verschiedenen Verteidigungsabteilungen von Ostende und Zee- bvügge an. Nach Meldungen der britischen Admtralttät beträgt der Gesamtverlust der Engländer bei diesem Unternehmen 588 Offiziere und Mannschaften. Demgegenüber beziffert sich unser Verlust auf 8 Tote und 16 Verwundete. ffo druMn Kampfer wömunrt »«-«--»s. ************xt***. «* Aus Lugmw meldet der „Beritner SUtahn&ig*': SSt» M I baM S-, «bmeaxwt* “ f“,™ mctbet > ^ der *"* **" « Badn «MBni &M » K» ticQ ro der Bucht von Sebanilla verbrannt. t ^rte Brandstiftung seitens der Mannschaft. Die Beschießung von Paris. Die .Lürcher Post" erfährt von ihrem Pariser Mitarbeiten D,e Beschießung der Stadt durch da- deutsche Ferngeschütz dauert m 3:113 neve Dpfet - Wer es vermag, 1 J* ^. e „f t0bl Aix-les-Va-ins ist vollständig mit Flüchtlin- gen überfüllt. Im Süden ist es nicht anders. Die Masse der Bevölkerung muss natürlich in Paris ausharren. Die Zettun. gen dürfen nur Meldungen über di« zuversichtliche Stimmung d^r Bevölkerung brmgen. Vis jetzt ist es der Regierung noch nicht gelungen. Maßregeln gegen dis deutsche F-rndeschietzung °u finden. Sie unterdrückt jede Nachricht über Schäden und Beunruhigung der Bevölkerung. Man lebt auch in ständiger furcht vor neuen Luftangriffen. Der letzte Luftangriff auf Pa- Zl rt* ^«"^Echen Schaden angerichtet. J„ vcrschiede- E Z'^^über 500° Fensterscheiben zertrümmert worden. . 3etftStt ’ f0 b * 6 605 Innere der Häu- fcr völlig zu Überblicken ist. Sechs große Brände sind aus- gebrochen Die Behörden haben 26 riesenhafte Eirenen in der Umgegend von Pari- aufgestellt, bedauerlicherweise arbeite «der nur die auf Notre-Dame. Der Erz« in Jebateriaburg. «msterdam. 6. Mai. (MTB.) Reut«, »n ftvhere -te. ?** Zarm und eine ihrer Töchter sind, da angeblich Bauern cm bet Umgebung von Tobolsk und monarchistische Gruppen ihnen iZ S nZ ■SfT^l ett bind) dTO NerffiSiMS der Som. *£, 2^t«"-burs ubergeführt worden. Der Zarewitsch wird in der Verfügung nicht erwähnt. Der deutsche Sieg in Finnland. ’? flrd * t 3t0/ ‘ metfcrt ms Stockholm: Amtlich i* mitgeteilt, daß die Zahl der von de» Deutschen und fin- gefangenen Soldaten vor der Schlacht bei Lahti über 30 666 Mann betrage. Durch die au- b-rord-ntliche Niederlage der Noten EardPen betragen chm Verluste Jetzt insgesamt über 50 000 Mann. ^ RiiuMng Aalarids dnrch Stockholm, 4. Mai. (SEES.) Wie nrchrere Stockholmer Zeitungen berichten, beginnt dir schwedisch« Negierung, ihre ^°^d zurückzuziehrn. Eine Kompagnie der Eota-Darde kehrte gestern nach Stockholm zurück. Di- schwedische Remerung halt den Zweck der Expedition für erfüllt und trifft 3 ^°E° Maßnahme. Den von Aaland abziehenden ^edischen Offizieren gab die Bevölkerung der Insel ein großes Der rumänische Friede. Sitzung der Verbündete«. Bukarest, 4. Mai. (SEES.) Alsbald nach dem Eintreffen des bulgarischen Erstminister- in Bukarest wurde in der Slio” nung de- Staatssekretärs 0. Kühlmann eine Sitzung der Letter der verbündeten Frtedensabordnungen abgehaltca. Vor der Unterzeichnung. Köln, 4. Mai. Die Schlnßvechandlungen in Bukarest find gediehen, daß die wirtschaftlichen Arbeite, be. rettr " Paragraphen gefaßt find. Die Unterzeichnung des ge- amten Friedensvertrages steht, so meldet die ..Kölnische Ztg.«. unmittelbar bevor. §tv Wirtschaftsvertrag mit Kum 3 «ie« paraphiert. Bukarest, 8. Mai. (SEES.) Meldung des Wiener Eorr.- Z ift tar * We Vertreter Oesterr°,ch-Ungarn- 6C5». Deutichlands und Rumäniens der wirtschaftliche Zusatz- v -rtr-g ^zum rumänischen Friedensveitrag paraphiert worden. Damit find sämtliche mtt Lm Frieden-schluß^Mlammenb^^'' b"ger ihren Senf f den Vertrag« zwischen D-ntschlanü und O-sterr-Ä.,,^^^ JL 1 staatssekretäre das Wort. den Vertrage zwischen Deutschland und Oesterr-ich-ün ^^ZZ WiifUrcti UmaTUen ani,£ICT!eits ^geschlossen und zur Untere diiie ifDf potjm im KanMus-chuß. Die Ereignisse in der Ukraine. Bert^cte!'"'^« Im Hauptausschuß teilte der JS m * §fm,erS Drr-k-mzler v. Payer m m äwn 25 ‘ atj5riI wurde der ukrainische J° 6rt,t ' bet erfte Nnanzmann in Kiew und Mitglied des Finanzausschusses der ukrainischen Delegation dre im Aufträge der ukrainischen Regierung mit uns I EXT? r v 'ir 9en fÜr,Ct ' b0n btd bewaffneten Männern aur 1£;i ,e ^k-°rt°n daß sie im Aufträge des ..Komitees ?er Ukraine" handelten. Dieses Komitee vor eimger Zeit und verfolgte, wie wir ersehen konnten, etne_ antideutsche Tendenz. Es gehörten ihm auck> allgemeinen seht es sich aus Per- ' f nlicyrerten mit viel Temperament uni, wenig Ueberleanna i U J a ZT rU ? le S ,10en in dieser Beziehung so weit, daß sie nrfjf'r T e \- Verkennung der Sachlage u. a. zum Ziele W UW»n^l^ eUt l ä,en “ U§ dem Lande zu vertreiben. -Wie festgeslellt werden konnte, hatten sie einige Tage vor- de"r eine Zusaupnenkunst. in r eine Art sizilmmsche Vesper angeregt wurde. Nämlich ^ wurde angeregt, die Umbringung aller deutschen Offiziere it den Soldaten wollten sie schon fertig werden. Die Ver- Haftung des mit den Dontsck)en arbeitenden löankdirektorz war eme der vorbereitenden Handlungen. Unter diesen Umftaaden blieb nichts anderes übrig, als schnell zu handeln und die törichten Anstifter des Planes, bevor er ins Leben gesetzt werden konnte, unschädlich zu machen. Unser Bvt- -fl Mumm brachte die Angelegenheit beim sr. ^d^swenlen vor. der sofortiges Einschreiten zusagte. ,nm \ ®° b«°b nichts anderes übrig, als zur Selbsthilfe zu schreiten. Generalfelbmarschall v. Eich. V 1 . öer ^ i0tc tm vollen Einvernehmen mit dem Bot- föKifter den Zustand des erhöhten Schutzes in der Ukraine, bei dem alle Vergehen gegen die öffentliche Nuhe und Ordnung feldgerrchtlich abgeurteilt werden können. So wurde ein gerichtliches Verfahren eingeleitet und die Verhaftung ^ aus der Presse bekannten Persönlichkeiten angeordnet. Daß die Verhaftung einzelner von ihnen in der Nada wäh- rend der Sitzung erfolgte, ist ein von oben nicht beabsich- ffgter Mißgriff der ausführenden Organe, der durchaus f* ^ ^ ir bxe Handlung verantwortliche ^utlche Ortskonmmndant ist sofort von seinem Posten entfernt worden. Im übrigen geht nun die gerichtliche Unter- fuchung ihren Gang. Der Gehilfe des früheren Ministers des Neueren Lubinski ist inzwischen freigelassen worden, da l stch die Grunde für seine Festhaltung nicht als hinreichend | erwiesen haben. Die anderen Beschuldigten befinden fich zurzeit noch in Hast. An diese Ausführungen knüpfte sich eine Debatte. Nach, dem die unvermeidlichen, Scheidemann und Erz berger ihren Senf dazu gegeben, nahmen zwei Unter . Denljcher ReichstaK. «eft^e wurden am Freitag zunächst klein« Anfrage «ch«dert. Abg. p, Gräfe (Ion,.) wie- auf die Behandln^ ” ^Eifchen Lagern hin. Lega. a " " C ’ b°b Me Bestrafung der Schn,. ^verlangt worden fei Eine Anfrage ^ (f0n|,) Ühtt WC ® cFa ^ ein« 93 omtfl der Pferde beantwortete General v. Wrisberg dahin, daß die Hoffnung bestehe, die Krankheit zur Ausrottung bringe» zu können. Nunmehr fetzte das Haus die Erörterung des Haus. Halts des Reichswtrtfchastsamtes fori. Abg. v. Schulde. Gauernitz (Fortfchr.) wünscht eine Mischung von steier und ge. bmkdener Wirtschaft, wobei den kleineren und mittleren Bettie- ^^ Sn laffen sei Weiter wünscht Redner ein Haager ^ bem 1>U£ ^ Friedensverträge errungenen Mcistbegünstigungsrecht zur Durchführung verhelfen wolle. l 5 hmi]6 £ ® mtn in btt Welt nicht groß gewesen sei so habe das am Regrerungssyftem gelegen. Deshalb sei die Neu- crdnung in Preußen zu begrüßen, die der deutschen Ware die Sbuckkehr rn die Welt verschaffen werde! Abg. Dr. Rieß er (Natt.) lehnte die Rathenauschen Gedanken einer Umkehrung unseres Wirtschaftssystems ab. Abg. Dr. W i l d g r n b e (konf.) trat für die Erwerbung des Erzbeckens von Longwy-Briey ein. die zur Aufgabe des Reichswirtschastsamtes gehöre, um die Industrie und ihre Arbeiter zu stärken. Die Industrie denke nicht nur an sich, sondern auch an ihre Arbeiter. Redner lehnte die Ziele Rathenaus ab. Letzterer glaube selbst nicht an seine Theo, rren. sonst würde er sie in seinen Bettieben einführen. Seine Forderung einer Umstellung unserer Wirtschaft sei nnsinnia. denn gerade der Zwang habe sich als unheilvoll erwiesen. Weiter verlangte Redner eine andere Papierverteilung, die jetzt auf Grund einer Vundesratsverorbnung unglaubliche Zustände ge. chaffen habe und uns kulturell schädige. Sonnabend Fort, setzung. o Der Reichstag genehtnigte am Sonnabend die Aufhebung des § 153 in 3. Lesung und setzte die Erörterung des Haushalts des Reichswirtschastsamtes fori Aba. Behrens (Dt. Fr.) wünschte Auskunft über'das sozialpolitische Programm des Wirtschaftsamtes, hielt die ord> nende Hand des Staates bei der Uebergangswirtschast für notwendig und lehnte Rathenaus Gedanken ab. Abg. Jäckel (U. Soz.) meinte, daß der Krieg die Mittelstands- retterei unwirksam gemacht habe. Abg. Dr. Bell (Ztr.) begründete die Mittelstandsentschlietzung des Zenttums und forderte Staatshilfe neben der Selbsthilfe des Mittel- stand es. Montag: Zensur, Belagerungszustand. Ein Gkdenkinn da rotrn Inlnnnlignalk. Don Dr. Felix Kuh. Serbische Friedenssthniucht. Wm^ , ° 9 's 4 \ 2 ! Zai ' i ® eliicr,te 111,0 Vorgänge aus den letzten Monaten deuteten darauf hin. daß sich im serbischen Parla- mmt eme große Wandlung in der Kriegspolitik zu vollziehen begumt. Im Februar hatte die Lvpofftion gegm dnü ^'sterpras'denten Pasiffch eine solche Stärke erreicht cJ? Ums Ministerpräsidenten ernstlich er- ^n. Schweizer Blätter meldeten damals be- m. ,!.y schon fernen Rückttift. Der Grund des Zwistes dem Mmisterprösidenten und der imnrer L« erwachsenden Opposition ist in deren dringenden Begehren Sonderfriedens zu suck)en. Wie Nok zuverlässiger Quelle verlautet, hat sich Pasiffch der drängenden Opposition nicht anders zu er- wehrm gewußt, als daß er alle die Abgeordueten die sick> »,»""r nt °°> i- *«f» &i<: ?ä; aS“ - n , uS ^ rad ^ verhaften ließ. Sie wurden im AckMewn interniert. Er fand dazu allerdings erst den ein fe ^ c knergischer Druck auf ihn vusgeubt worben war. Die Enieüie-Koriferenj in AMM. ^ (ms.) Meldung de- Agenee Kava-. £*'1 ?°'Z aal JZf ,elb0lt ’ 036 Me Konferenz in Abböville sthr befriedigende Ergebnisse gebracht habe. Die Vertreter i^krnds und der Vereinigten Staaten hatten die Notwendig- ^ ra f fmUW beider Länder zu verstärkt „Z ZZl " } aba ^ beträchtlicher« Anstrengungen machen »ur Verfügung zu stellen, die chm gestatteten, die tbm aiwertraut« Aufgabe aut dnrchzuführen. DI- . von denen einer erklärte, die Hoff nung, in der Ukraine Getreide zu finden, sei berechttgi » Kefreikmg Dobrys. Kiew, 6 Mai. (WB.) Der Direktor der russischen Bank für auswärtigen Handel in Kiew, Dobry, der, wie bereits gemeldet wurde, vor eüva einer Woche unter geheimnisvollen Umständen in Kiew verhaftet wurde, ist in Charkow von den deutschen Mlitärbehörden ermittelt und befreit worden. Dobry ist inzwischen nach Kiew zurück- gekehrt. Aus den Untersuchungen des Falls ergibt sich mit voller Siä)erheit, daß die Verhaftung Dobrys auf Veran- wsiung von Mitgliedern der früheren Regierung zwecks Terrors erfolgte, und daß ohne das sofortige energische Einschreiten der deutschen Behörden weitere Verhaftungen vor- genommen worden wären. Auch war zu befürchten, daß die Betreffenden vor schlimmeren Taten gegen die Verhafteten nicht zurückgeschreckt wären. Der Grund für diese Maßnahmen lag darin, daß man alle diejiwigen leitenden Männer des Wirffchcfftslebens einzuschuchtern beabsichffgte die bei den in Kiew geführte» Verhandlungen gute wirft schaftiiche Beziehungen zwischen den Mittelmächten ins- besondere Deuffchland, und der Ukraine Herstellen und aus- bauen wollten. Dieses Verhalten beweist auch, wie !»enig bei der früheren Regierung auf eine chrliche Bereiffchast zur Durchführung der geschlossenen Wirschaftsverti-äge zu rechnen war. a * Dit dritte Lejung der prenß. Uahlrechtsvorlage am 13. Mai. Berlin, 4. Mai Der Aeltefbenrat des Abgeordnetenhauses hat beschlossen, die dritte Lesung der Wahlrechtsvorlage am Montag, den 13. Mai nachmittags 2 Uhr, stattfinden zu lass«. Der Treppenwitz der Weltgeschichte läßt den IvOjLhrige» Geburtstag von Karl Marx (geboren 5. Mai 1818) gerade tm die Zeit des Welttrieges fallen, in eine Zeit, in der sich die fal- schen Prophezeiungen dieses sozialen Apostels und die Grund rrrtümer seiner Lehre tagtäglich cffenbaren. Mit gewischte» Gefühlen werden also die Marxisten diesen Gedenktag begehen, aber anch für die Gegner seiner Theorie ist es angebracht, sich wiederum einmal krittsch mit diesen Grundsätzen zu beschäftigen. die ganze Menschenalter hindurch einen so verhängnisvol- len Einfluß ausgeübt haben vnd deren Wirksamkeit — seren wir ehrlich trotz aller gegenteiligen Erfahrung noch immer fortdaueri Drei Ideen find es vorwiegend, die Karl Marx der Welt nicht beschert hat. — er war alles andere als ein Schöpfer, kein Eigener, sondern nur der von glühender Leidenschaft erfüllte Aus- und Umdeuter überkommener Lehren — also nicht bescheri sondern gepr^>igt und allerdings mit ungeheurem Erfolg auf. geredet hat. Voran die Mahnung zum Internationalismus! Proletarier Mer Länder, vereinigt euch, fort mtt den alten über, lebten Idealen der Nation, der Vaterlandsliebe, der Heimat! Der Sohn des jüdischen Rechtsanwalt aus Trier, desien Mutter eine halbe Holländerin war und in dessen Hause englisch und französisch fast ebensoviel wie deutsch gesprochen wurde, der Mann, der sein Leben hindurch als Nomade gelebt Hai konnte fteilich für deutsches Wesen weder Gefühl noch Verständnis auf. bringen, ttotzdem er der deutschen Philosophie die wichtigsten Anregungen verdankte. Seine internattonale Heilsbotschaft aber, wie klüglich hat sie Schiffbruch erlitten! Heute sehen wir, wie wenig das Proletariat in Amerika, England, Frankreich geneigt ist, sein nationales Empfinden für den Traum einer in- ternatioimlen Verbrüderung einzuLauschen. Und auch in Deutsch, land hat wohl gottlob die Mehrzahl der Arbeiterschaft selbst der, 28eg zu der große Wahrheit gefunden, daß in der heimischen Erde die besten Wurzeln unserer Kraft stecken. Aber täuschen wir uns nicht: noch immer spuckt genug Internationalismus gerade auf deutschem Boden umher, und es ist unsere heiligste Pflicht, gegen diese Irrlichterei erbarmungslose» Kampf z» fiihren. Die materialistische Welt- und Geschichtsauffassung ist das Zweite Danaergescheni das der Mann, der doch in Hegels Schuld anderes hätte lernen können, der Welt aufbürden wollte. Dis Geschichte nur eine Folge von Klassenlämpfen. die wtttschaf^. lichen Verhältnisse maßgebend für alle Entwicklung, nicht Mäiv, ner machen die Geschichte, sondern die Dinge und in ihnen dl« „immanenten Gesetze" herrschen, die Idee „blamiert sich immer", alles hängt ab von den ökonomischen und technischen Zuständen! Und manchen wird es heute geben, der auch diesen Weltkrieg lediglich unter wirtschaftlichen Gesichtspunkten bettachten möchte. Niemals aber ist eine schlimmere, gefährlichere Irrlehre verkündet worden, als dieser radikale Materialismus, der t» geschickter Weise einige wirkliche Tatsachen zur Grundlage ein« ganzen Weltanschauung machen will. Die maßlos übertrieben« Bewertung materieller Dinge, wie fie Marx aufgestellt hat, ist. es sei offen eingestanden, zum Fluch unseres Jahrhundert» geworden. fie hat ihr Gift durch Me Adern de» Bollskörpers flis. den lassen, und vielleicht bedeutet dtesee Krtea. der <*«» itf Mchrheit hoch ein Krieg nicht tu® Mseugrub«^ Mohte-MSer und Daumwollplantagen ist, sonder» Lei dem « fich um dtß Höchsten Kulturgüter und um den Sieg derjenigen Raffe hanbett, Welche die edelsten Menschheitsideale verficht, vielleicht bedeutet er den Anfang der großen Blut- und Ejsenkur, die uns von der Krankheit materialistischen Denkens befreien und zu guter deutscher Art zurückführen soll! Schon erwähnten wir den Klaffenkampf, und mit der haß. erfüllten Propaganda, die Marx für di^se Wahnidee eingeleitet hat, ist sein Schuldkonto vielleicht am schwersten belastet. Reden wir nur von Dingen in unserm Hmrse: den Deutschen Uneinigkeit und Zwietracht zu predigen, das war wahrlich leichte Arbeit, und es ist kein Wunder, daß der Klaffenkampfgedanke gerade bei uns so üppig ins Kraut gefchoffen ist. Darum aber muffen wir natürlich in dieser Hinsicht den Antimarxismus mit äußerster Energie betreiben und jede Regung pflegen, die der natürlichen Solidarität, dem wirtschaftlichen mrd dem aügeurein-sozialen Frieden dienen kann. Hunderte von Büchern sind über den Marxismus geschrieben, mit schlagenden Griillden fiird die einzelnen Sätze dieser fein ausgetüftelten und fanatisch verbreiteten Dogmatik ad absurdum geführt worden. Was ist von der Akkumulation, der KonzentratüM, der Verelendung, der Zusammenbruchstheorie übrig geblieben, von den sonstigen kommunistisch-sozialistischen Hirngespinsten, von der Gleichheitslebre, vom Mehrwert und anderem Unfug ganz zu schweigen?! Unmöglich, sich heute, wo wir zudem wichtigeres zu tun haben, auf dieses Chaos wilder, leider nur allzu verführerischer Utopien olngulaffen. Rur darauf kam es an, in dem Nahmen, den der Platz einer Tageszeitung ja nur gewähren kann, einen Streifblick auf die grundlegenden und schwerwiegendsten Jrrtümer der marxistischen Theorie zu werfen. Die Sozialdemokratie wird natürlich den GedächLnistag nicht vorüöergehen lassen, ohne ,^>ie unsterblichen Verdienste" ihres Meisters von neuem ins hellste Licht zu fetzen. Besinne dich, Deutschland, und wiffe, wo die Ursache so vieler Krankheiten steckt, unter denen du im politischen und sozialen Leben leidest! Ein Uebel erkennen ist halbe Heilung! „Für die neue Meltordnung". Drei Individuen einigen sich über einen Einbruch in einem Zuwellerladen. Sie werden gefaßt und überwältigt. Vor dem Richter über ihre Absichten befragt, gibt ein jeder ein besonderes Ziel an: Der eine wolltt sich einer Uhr bemächtigen, die er als Schaffner unbedingt notig hat; der andere braucht als Glaser einen Diamanten und der Dritte muh seiner Geliebten unbedingt eine goldene Kette schenken, da sie ihn sonst verläßt. Aber es sind gewiegte Köpfe, diese drei Uebeltätcr und sie einigen sich auf eine Parole: Außerstande, sich diese drei Güter auf anderem Wege zu verschaffen, tun sie es im Bewußtsein ihres Anrechts im Wege der Gewalt: denn „Wir kämpfen für nichts Geringeres", erklärt John im Namen seiner Spießgesellen, „als fiir eine neue Wellordnung." Man muß es den Engländern laffen, sie sind geschickt in der Ausgabe von Parolen. Auch diese neue Parole mit der sie ihre rairbfuchtigen Sonderziele verdecken, wird vielen braven Leuten wieder Sand in die Augen streuen. „Es ist kein Krieg zwischen Frankreich und Deutschland, zwischen England und Deutschland, zwischen Italien und Oesterreich", bemerkt die „Westminster Gazette". „sondern ein Krieg zwischen den Alliierten und den Äit- telmächten, in dem kein Staat für sich selbst durch Sonderverhandlung mit dem Feinde Ehre und Sicherheit erlangen kann. Wir kämpfen um nichts Geringeres als für die neue Welt, ordnung." — Für diese „neue Weltordnung" wollte Frankreich die deutschen Provinzen Elsaß und Lothringen noch einmal rauben, Italien das Trentino und die Küstenstriche an der Adria, und England, der selbstloseste aller Weltverbefferer, sowohl von Aegyp- sn die Hand nicht mehr lassen, als auch Mesopotamien und Pa- äftina seinem Reiche neu angliedern; denn alle drei „haben diese Erwerbungen unbedingt nötig" Ein Zurückgebliebener im Be- .eiche des Rechtsgedanken ist. wer diese Ansprüche verkennt? Werden sie durchdringen im Bewußtsein der übrigen Welt mit dieser Auffassung einer neuen Weltordnung? — Wir haben viel erlebt in diesem Kriege an Versagen des Rechtsbewußtseins und des schlichten Denkens, zumal bei denen, die sich vor dem Räuberkorffottium fürchteten. Aber mit der Furcht und damit der Ehrfurcht vor deren Logik geht es bergab. Unsere Heldensöhne im Feld und auf dem Waffe: tun dazu das Bests. Die verblaßte Phrase verliert ihre Zugkraft: die nüchterne Einsicht kommt wieder zu ihrem Recht. Und etn solches Urteil nüchterner Einsicht scheint es uns zu fein, das die holländische Presse im Zusammenhang mit dieser Eröffinmg mit den Worten gibt: „Von nun an sei es noch viel klarer, daß der ganze Weltkrieg um Elsaß-Lothringen ausgesochten werde." Denn Elsaß-Lothringen ist das Symbol für alle Raub- und Annexionsbestrebungen: und wenn (vom Mitläufer Italien gMiz zu schweigen) die Engländer sich nicht als stark genug erweisen, den Franzosenverbündeten zu diesem Ziel ihrer Wünsche zu verhelfen, so schwindet für sie selbst auch die Hilfe, mit der sie ibre eigenen Eroberungen festhalten wollen, und John, der Einbrecher, fürchtet um seine goldene Kette, die ihn an Indien, „seine Geliebte", bindet. Rom Felde der GH re. Friedberg. Herr Oberstleutnant von Züloro hn Hiesigen Off'rziers-Gefangenen-Lager wurde zum Oberst befördert, ^ Ans der Heimat. Friedberg, 5. Mai. In besonderer kirchlicher Feier wurde Heute das vom Verein hessischer evangelischer Geistlichen der hiesigen Stadtkirche gestiftete Lutherfenster der Kirchengemeinde Aferfitfrt», Die Uebergabe erfolgte durch den Vorsitzende» des ftSftenSe* äSnwft* ®e£''flb&Mof am Darmstadt, taö eh« «--sprach«, Jfe Jt$ o«J Stap. O De» s de, H^r üe r b v ieh » und Kap. 8 Bors 11 des 1. Korirrcherbriefes «ch. txrute. Borausgegange» war die Festprttügt, gehalten von Herrn Pfarrer Ritter. Herr Pfarrer Kl eberger namens der evangelischen Gemeinde übernahm das Geschenk «it Wort« warmen Dankes gegenüber de» Stiftern und alle« denjenigen, die bei der Schaffung dieses edlen Schmuckes der Stadtkirche sich beteiligten. Auf den Zusammenhang der evangelischen Kirchengemeinde der Stadt Friedberg mit dem Predigerseminar, von dessen Lehrkörper die erste Anregung für ein Lutherfenster ausgegangen sei, wies Herr Geheimer Kirchenrat D. Schoell hin. Reben dem Eemeindegefang waren Lieder des Kircheib gesangoereins eingeflochten. — Das neue Kirchenfenster, Luther darstellend, wie er mtt Melanchthon und Bugenhage» die vor ihm aufgeschlagsne Bibel bespricht, ist tm edelsten Stil gehalten. Es stammt aus der Kunstanstalt des Herrn Prof. Linnemann in Frankfutt am Main. BF. Schlechte Butter. Der Bürgermeister teilt uns mit: Unter der Butter, die der Lebensmittel-Ausschuß bei der letz* ten Verteilung verausgabte war ein Teil schlecht urtb zum frischen Genuß nicht zu gebrauchen. Der Lebensmittel- Ausschuß trägt an diesem unangenehmen Vorkommnis keine Schuld. Die Butter wurde durch die Landes-Mlch- und Fettstelle aus Württemberg zugewiesen und hat zweifellos, zudem bei dem wärmeren Wetter, durch den langen Transport gelitten. Es wird Vorsorge getroffen werden, um eine Wiederholung solcher Vorkommnisse möglichst zu vermeiden. Voraussichtlich erfolgt in dieser Vorwoche eine Ausgabe einwandfreier Ware. Friedberg. Zufolge Anordnung der Reichskartoffelstelle muffen bei sämtlichen Kartoffel e r z e u g e r n die noch abliefe- rungspslichtigen Mengen Kartoffeln festgestellt werdem Die Nachprüfung soll unverzüglich beginnen und am 15. Mai d. I. ebgeschloffen sein. Die Rachprüfungskommiffion soll aus einem Sachverständigen, dem Bürgermeister oder einem anderen Beauftragten der zu revidierenden Gemeinden und einem Gendarmen bestehen. Außerdem sollen Versorgungsberechtigte (Verbraucher) zugezogen werden, welche berechttgt sind, an den Revisionen der Kommission teilzunehmen, und zwar in dem Umfange, wie es ihnen erwünscht erscheint. Zur Teilnahme als Versorgungsberechtigte sind für den Kreis Friedberg die Herren Kreisstraßenmeister i. R. Z ö r b dahier und Kreispfandmeister i. R. Herget in Vilbel bestimmt worden. Jeder Gendar- meriebzirk bildet einen Nevisionsbezirk. Kriegsbeschädigte und Kriegsteilnehmer. Auf daS heutige Inserat betreffs Zusammenkunft der Kriegsbeschädigten und Kriegsteilnehmer wird besonders hinge- wiesen. Belieferung von Schuhwaren. Man schreibt uns: Es Herr* scheu in Beröraucherkreisen bezögt. der Belieferung von Schuh, waren noch so viele Unklarheiten, daß eine Aufklärung der Käufer in deren eigenem Intereffe angebracht erscheint. Die Produktton ist seil Jahresfrist bedeutend eingeschränkt. Schuh, waren mtt Ledersohlen werden nur noch in geringem Maße hergestellt. Den weitaus größten Teil des neu anfallenden Leders brauchen unsere Feldgrauen. Dazu kommt, daß wir ht Friedenszeiten Hunderte Millionen Häute aus dem Auslände bezogen Die jetzt in Wegfall kommen. Da heißt es nun, persönliche Wünsche dem Vaterlande opfern und sich auch dort mit Holzschuhen begnügen, wo man sich bisher noch iricht daran hatte gewöhnen können. Der Schuhhändler hat jetzt einen schweren Stand. Tagtäglich wird er bestürmt, Schuhe mtt Ledersohlen zu beschaffen. Nun sind aber die Zuteilungen in derartige» Sorten so gering, daß es ein Ding der Unmöglichkeit ist, auch nur in bescheidenem Maße solche» Wünschen nachzukommen. Es ist ihm ebenso unmöglich irgend einen Zeitpuntt zu nenne», wann diese oder jene Sorte Schuhe cintrifft; denn der Schuhhändler hat keinerlei Einfluß auf die behördlichen Zuteilungen. Um den Holzschuhverkanf zu fördern, ist dieser Tage eine neue Verordnung erschienen, wonach Schuhe mit Holzsohlen wie auch Hausschuhe bezugsscheinftei sind. Schuhe mit Lederst hl en werden fortan jedem Verbraucher nur ein Paar im Jahr zugebitttg), vorausgesetzt, daß der Anttagsteller nur ein Paar gebrauchsfähige Schuhe besitzt. Im anderen Falle ist zur Erlangung -es neuen Schuhbedarfsschsines die Abgabe von zwei Paar gebrauchsfähigen Lederschuhen erforderlich. Der neue Bedarfsschein hat 12 Monate Gültigkeit. Aus den neuen Bestimmungen ist deutlich ersichtlich, daß die Belieferung von Leder- ! schuhen eine weitere Einschränkung erfahren hat. Dafür soll die Herstellung kräftigen Schuhwerks mit Holzsohlen für Arbeiter und Landleute gefördett werden. Hoffentlich werden diese Sorten den Schuhhändlern aber auch in genügender Menge geliefert, denn hier täte schleunige Abhilfe dringend not. Die Ortsgruppe „Wetterau" des Zentvalverbandes Deutscher Schuh- wareichändler, der die meisten Geschäfte unserer Gegend ange- hören, hat sich dieserhalb mtt einem entsprechenden Gesuch an den Hauptverteilungsausschutz des Schuhhgudels, Berlin, gewandt. Hoffentlich mit Erfolg! Landgräflrch Hessische cvnceff. Laudesbank. In der am 30. April 1918 stattgehabten Generalversammlung wurde ftir das Jahr 1917 (63. Geschäftsjahr des Jnstttutes) die Ausschüttung einer Dividende vo« 8% (gegen 7% im Vorjahre) beschlossen. Die turnnsgemäß ausscheidenden Mt- glieder des Aufsichtsrates wurden wiedergewählt. Der Auffichtsrat der Barrk besteht aus den Herren: Baron Louis von Steiger-Frankfurt a. M., Bankdirektor Eduard Oppenheim-Frankfurt a. M., Bankier Julius Wertheimber- Bad-Homburg und Bankdirektor H. Aschaffenburg-FranA- fnrt a. M. Der Geschäftsbericht der Gesellschaft konstatiert auch für das Geschäftsjahr 1917 ein Anhalten der außer- ordenllichen Geldflüssigleit. Die der Bank anverttauten fremden Gelder haben eine weitere Vermehrung von annähernd 4 Millionen Mark erfahren mrd Hie Höhe von rund Mark 12600000 erreicht. Dem stehen in Baar, Wechseln und Bankgrtthaben Mark 6 360 000, in Wertpapieren Mark 1786000 und an Debitoren Mark 6800 000 gegenüber Letzterer Posten errthaü Mark 1900 000 kurzfrrstlge Darlehen an Gemeinden. Die Reserven der Bank werden rnit Mark 851616,81 aus gewiesen. Die Gesamtumsätze belaufen sich auf 376 Mllionen Mark (gegenüber 299 Mllionen im Vorjahre). Bei vorsichtiger Bewertung der Aktiven beträgt der Gesamtüberschuß Mark 155 686,99 (gegen Mark 150 106,98 im Vorjahre). . Hiervon wurden de» Reserven Mark 20 581,94 und Mark 1000 der Talonfteuer- Reserve zugewiesen. Verttagsmäßige Tanttemen des Auffichtsrates und Vorstandes, sowie Grattfikattonen der Beamten erfordern Mark 12 575,68. Die Aktionäre erhalten 8% Dividende = Mark 80 000. Die verbleibenden Mark 41 629,37 werden auf neue Rechnung vorgetragen. Die Filialen der Bank in Bad-Nauheim und Friedberg i. H- haben sich rm vergangenen Jahre zufriedenstellend Wetter entwickelt. Ferner erwähnt der Bericht noch, daß die der Bank zur Aufbewahrung und Verwaltung anverttauten Depots eine starke Vermehrung erfahren haben. Mt Befriedigung wird endlich noch festgestellt, daß eine weitere Zunahme des bargeldlosen Zahlungsverkehrs auch im ab- gelaufenen Jahre stattgefunden hat, dessen Förderung von der Bank seit Jahren mit besonderem Eifer gepftegt wird. sr. Hanau, 6. Mai. Mühlenbesther Amend in Rendel, bei dem der größte Teil des im Landkreise Hanau geschobenen Brotgetteides zu „Auslandsmehl" vermahlen worden ist, wurde gegen Hinterlegung einer Kaution von 75000 Mark aus der Haft entlassen. Der Kreisbeamte Walther in Hanau, der Hauptbeteiligte an der Schiebereiaffäre, hatte gleichfalls seine Haftentlassung beantragt und sich zur Stellung einer Kautton von 60 000 Mark erboten. Dieser Antrag ist sowohl vom Landgericht Hanau, als auch vom -Oberlandesgericht Kassel abgelehnt worden. Gleichfalls ist die beantragte Haftentlassung des Kaufmannes Karl Dannhof in Hersfeld gegen 20 000 Mark Kaution abgelehnt worden. Aus Starkendurg. Daemstadt. Auf dem Gefangenenlagerplatz Griesheim sind nunmehr auch eine Anzahl Amerikaner und Portugiesen einge- Iroffen. welche in gleicher Weise wie die Engländer ausgerüstet einen nicht gerade günstigen Eindruck machen. FC. Groß-Gerau, 2. Mal. Die Eheftau Heinrich Klappich 5. in Klein-Gerau ^jatte z» der Milch entrahmte Ziegenmilch geschüttet und sie so in den Verkauf gebracht. Wegen Nahrungsmittelfälschung erhielt sie vom hiesigen Schöffengericht eine Geld» sttafe von 150 Mark event. 30 Tage Gefängnis. Lampertheim. Dieser Tage wurde wieder eine Geheim- schlachtung entdeckt. Als die Frau eines Landwirts die Ein. geweide an einen Wormser Metzger abliefern wollte, wurde st« von einem Gendarmen angehalten, der den Sachverhalt auf- klärte und fesrstellte. daß dar geschlachtete schwere Schwein a» verschiedene größere Gastwirtschaften in Worms geliefert worden war, wo man es auch noch beschlagnahmen konnte. Di« Wirte verlieren nun ihr Geld und haben voraussichtlich noch Sttafe zu zahlen, während der Geheimschlächler empfindlich gestraft werden dürfte. FC. Vorn Odenwald, 2. Mai. In einer Versammlung von Vertretern der obstbautteibenden Bewohner des Kreises Erbach in Michelstadt einigte man sich einstimmig dahin, eine Obftver- wertungs-Genoffenschaft mtt beschränkter Haftung für den Kreis Erbach zu gründen in Erkenntnis der sozialen Notwendigkeit, die Erträgnisse aus der Verwertung des Obstes durch die Glieder der Genoffenschaft dem Kreise selbst auch restlos zu erhalten. Als Sitz der Genoffenschaft wurde Michelstadt in Vorschlag gebracht. Aus Rheiuheffen. FO. Mainz, 2. Mai. Einem hiesigen Weingroßhändler versuchten mehrere Gauner eine größere Menge Zucker, den er zur Herstellung von Schnaps von der Heeresverwaltung zur Verfügung erhalten, zu stibitze». Während der Weinhändler sich vor seinem Hause unterhielt, luden die Diebe auf der Rückseite des Hauses den Zucker auf einen Wagen. Ein vorübergehender Schutzmann schöpfte Verdacht und benachrichtigte den Weinhändler. Die frechen Gauner, die-schon 30 Zentner Zucker ausgeladen hatten, wurden verhaftet. Aus Hessen-Rassau. FO. Aus dem Regierungsbezirk Wiesbaden, 2. Mai. D!e Entwickelungen der Kleinbahnen, an denen der diesseitige Ve- zirksverband finanziell mit 1214 000 Mark beteiligt ist, hat sich vom 1. April 1916 bis Anfang 1918 so gestaltet, daß die Nas- sauische Kleinbahn St. Goarshausen—Zollhaus und Nastätten— Vraubach—Oberlahnsiein wie auch bisher keine Dividende, di« Kleinbahn Höchst—Königstein, die vor dem Kttege schon Divi- denden vetteilen konnte, diese jedoch wegen des Rückganges de» Verkehrs in den ersten Kriegsjahren nicht zahlen konnte, voraussichtlich eine geringe Dividende, und die Kleinbahn Selters- Hachenburg infolge der durch den Krieg verunlaßten Steigerung des Quarzitverkehrs Herschbach—Selters eine Dividende, bere» Höhe noch nicht feststehl, werden vetteilen können. FO. Vom Westeewald, 2. Mai. Gräfin Karoline von Wal- derdorff, eine Schwester des Inhabers des Gräflichen Fideikom- miffes in Molsberg, ist in Bonn gestorben. Die Beisetzung erfolgte heute in der Familiengruft auf Schloß Molsberg. FO. Vom Main. 2. Mai. Das in Lohr in der Gastwirtschaft „Zur Traube" bedienstete Hausmädchen Hedwig Schäfer hat sich bei der Badeanstalt in den Main gestürzt und ist er. trunken Aus Kurhesse«. FO. Aus Niederheffeu, 2. Mai. Für die durch den Tod de« Abgeordmrttn von Pappenheim erforderliche Landtagswahl i» Wahlkreise Hofgeismar-Wolfhageu ist von der konservative» Pattet Herr von Stockhausen-Abgunst in Aussicht genomme* für den auch der Bund der Landwitte eintteten wird. Verantwortlich ftir den politischen und lokalen Tett: O t tE Hirsche!, Friedberg: für den Anzeigenteil: R. Heyner« Friedberg. Druck und Verlag der »Neue« Lageszettung^ A- G., Friedberg i & Mm me durch Aebe Leid geschah. Roman von Conrths-Mahler. ^ Nachdruck verboten. Kans Ullrich von Frankenau schritk nun zögernd den Bahnsteig entlang, dem Ausgang zu. Der Blick der jungen Dame folgte ihm verstohlen. Und da sah sie, daß eine reizende junge Dame sich aus der Menge löste, auf ihren Reisegefährten zueilte und ihm um den Hals fiel. Die Beiden küßten sich sehr herzlich, und der junge Mann umschloß die junge Dame mit großer Innigkeit. Ein ganz leiser, schmerzhafter Stich ging durch das Herz der Beobachte rin dieser Szene. ,^Seiiie Braut — oder gar seine Frau?" So dachte sie. Die Gesichtszüge der jungen Dame konnte sie nicht ffenau erkennen; sie sah nur, daß sie jung und reizend war und elegante Kleider trug. Es erwachte plötzlich ein schmerzlicher Zorn in ihrer Seele. Sie mßte daran denken, daß ihr Begleiter sie mit Eroberungsblicken angesehen und entschieden versucht hatte, ihr ein wenig den Hof zu machen. „Wenn er verlobt oder gar verheiratet ist, dairn hatte er das nicht tun dürfen. Seine Braut oder seine Frau dürfte es sicher nicht wissen," dachte sie. , Und ein wenig tat es ihr weh, daß sie nun doch ihre Meinung über ihn ändern mußte. Als sie nun gar sah, daß Hans Ullrich über den Kopf der jungen Dame hinweg lerne Blicke suchend nach ihr umherschweifen ließ, wandte sie sich hastig ab und gab sich den Anschein, ihn nicht zu bemerken. Neben dem Kofferträger herschreitend, ging sie schnell an dem jungen Paar vorüber. Sie wandte das Ge- sicht zur Seite und gab sich den Anschein, ihn nicht zu bemerken. Hans Ullrich von Frankenau sah der schlanken stolzen Mädchengestalt nach, während er den Arm der jungen Dame dre rhn so zärtlich begrüßt hatte, unter den seinen schob und Mit ihr dem Ausgang zuschritt. Er hatte sichtlich das Bestreben, seiner Reisegefährtin SU. folgen und sie nicht arrs den Augen zu lassen. Aber plötzlich war sie doch in der Menge verschwinden, die sich am Ausgang staute. Er plauderte dabei sehr lebhaft mit seiner jungen SOvester. Das war die Dame, die ihn so zärtlich begriißt hatte. Es war ein schlankes, zierliches Geschöpf mit gold- b ondeni Kraushaar, rosiger Gesichtsfarbe und großen, tief- blauen Augen. Sie schien sehr lebhaft und heiter, und in ihren Augen blitzte es übermütig. Von Uebermut zeigte auch das Schelmengrübchen, das beim Lachen sichtbar wurde. Dies Lachen zeigte auch prachtvolle, gesunde Zähne. Erst als seine schöne Reisegesährtin zu seinem Leid- wesen seinen Blicken entschwunden war, wandte sich Hans Ullrich arifmerksam seiner Schwester zu und betrachtete sie mt fcem Wohlgefallen eines großen, zärtlrcben Bruders. >,^st alles wohl zuhause, Urselchen?" fragte er. Ursula nickte vergnügt. „Jawohl, Hans UllriH, alles wohl an Bord. Mamuschka läßt dich einstweilen tausendmal grüßen, und einen Enipfangskuß von ihr habe ich dir bereits in Beratung verabfolgt. Natürlich wäre sie am liebsten mit zur Stadt gefahren, um dich hier am Bahnhof in Empfang zu nehmen und feierlich einzuholen. Aber sie bekam in letzter Minute noch eine wichtige geschäftliche Abhaltung, und bei Mamuschkas Gwissenhastigkeit versteht es sich am Rand, daß sie die Pflicht über ihren Herzenswunsch stellte. Dr, kennst chren^ Eifer, Frankenau so zu verwalten, daß alles am Schum chen geht. Und so bin ich denn allein losgefahren Mit einem famosen Juckergespann. Du — das geht tadellos rm Zugel. Und die Racker sausen los, wie aus der Pistole geschossen. Da ist mich Friedrich — gib ihm Deinen Gepäckschein. Er fährt den Koffer mit einem anderen Wagen nach Hause; er hatte ohnedies in der Stadt allerlei zu besorgend Bans Ullrich sah lächelnd in das reizende blühende M sicht seiner Schwester. _ "P CTtTT Du plauderst, bist Du noch ganz die Alte, Urselchen. Als ich Dich vorhin so vor mir sah, glaubte ich wahrhaftig, Du seiest eine richtige junge Dame geworden, seit ich auf Reisen war." Sie schmollte ein wenig. >,Na, erlaube mal, eine junge Lame bin W doB längst. Ich bin dlesen Winter doch schon bei Hofe vorgesteüt worden." Er machte ein widriges Gesicht „Ach richtig — davon hast Du mir doch geschrieben. Das war wohl ein feierlicher Augenblick?" Sie reckte sich neben ihm, so hoch sie konnte. - „Natürlich — riesig feierlich. Ich hatte gräßliches Lanipenfteber und wäre im letzten Augenblick am liebsten ausgeknlffen. Aber da hielt mich Mamuschka fest und flüsterte mir zu: „Du wirst Dich doch nicht blamieren und ber Hofe unmöglich machen, Ursula? Na — da habe ich bann dw Zähe zusammengebissen. Mer froh war ich doch, als dre offizielle Vorstellung vorüber war, wenn auch die hohen Herrschaften sehr reizend zu mir waren. Daß der Herzog sich bald nach Deiner Abreise vermählte, weiß Du doch?" „Gewiß, Urselchen — er schrieb es mir selbst." „Hm! Na ja, Du warst ja sein Freund." . „Zu Hofe gehst Du doch nicht mehr," frug Ursula, „rckr merne dauernd?" „Nein," antwortete Hans Ullrich, „ich will doch Frankenau nun selbst verwalten." . „Fern — ich freue mich. In Frankenau ist es ai\d) v^l schöner, als bei Hose. Weißt Du, mit den hohen Herrschaften bin ich famos ausgekommen. Aber so das Drum und Dran — nein, das ist nichts für mich. Da mache ich natürlrch eine Dummheit nach der anderen, und Mamnsckka war, glaube ich, heilfroh, als sie mich ohne Schiffbruch wieder da herausgelotst hatte." Hans Ullrich hatte amüsiert zugehört. „Also jedenfalls bist Du aber mm eine richtige junge Dame. Als ich abreiste, warst Du doch ein echter Backfisch." „Gottlob bin ich mit meinen achtzehn Jahren aus diesem greulichen Alter heraus." Er lachte. „Ist es so greulich, ein Backfisch zu sein?" Sie atmete tief auf. „Schauderhaft! Kein Mensch nimmt einen für voll imd alle Menschen glauben, sie dürfen sich kostenlos über einen amüsieren. Aber nun komm schnell; meine Jucker warten ungeduldig. Sieh nur, wie sie schon die Köpfe zurückwerfen. Also, besorgen Sie das Gepäck, Friedrich. Und nrm steig auf, Hans Ullrich, ich kutschiere doch heim." Hans Ullrich half erst galant seiner Schwester auf den eleganten leichten Wagen und sah sich dann noch einmal suchend nach seiner Reisegefährtin um. Er sah sie aber nicht mehr. „Los. Hans. Ullrich — was suchst Du denn noch?" fragte llrsula. Da stieg er schnell auf. „Ich hielt Umschau nach bekannten Gesichtern," sagte er. Nach wem er spähte, wollte er nicht verraten. STfrer gerade, als er dann neben seiner Schwester, die bereits die Zügel in den kleinen Händen hielt, ans deni hohen Sitz Platz genommen hatte, da fuhr ein Wagen an chnen vorbei, und im Fond dieses Wagens saß seine Reisegefährtin. Sie hielt zwar das Gesicht abgewandt nach der anderen Seite daß sie es absichtlich tat, ahnte er nicht —, of)e r er erkannte sie doch sofort an der stolzen Haltung des Kopfes und an der Pracht der drmklen Flechten, die unter dem Hut sichtbar waren. Ursula hatte mit ihren Juckern zu tun und achtete nicht auf den Bruder und auf den vorbeirollenden Wagen. Da legte Hans Ullrich seine Hand auf ihren Arm. Ankauf eines Fajklockien Die Gemeinde Dornassenheim beabsichtigt einen 16 bis 18Monate alten sprungfähigen Simmentaler Zuchtbullen anzukaufen. Besitzer solcher Tiere werden ersucht, dieses der Bürgermeisterei daselbst miftuleilen. Dornassenheim, 3. Mai 1918. Siirgrrmüsierei Aoroasenheiü! Rack. Suche kleines Häuschen Mit Carren und Stallung auf dem Lande zu mieten. Offerten umer W. II. an die Gelchaftsstelle der „Neuen Tageszeitung." Damerrputz? Eine ll. Arbeiterin gesucht. Lehrmädchen für Kurz- u. Modewaren. Clenaentine Stern, Friedberg. Kaiserstraße Nr. 51. gegenüber der Engel-Apotheke. Bekanntmachung. Käseverkaiif, der Brotkarte an diej'nwen die in den Ge- schaffen ber der, letzten Ausgabe nicht berücksichtigt werden konnten mMag- v7n 3imm “ **■ 7 * Di-n-tag „ach- Handkäse. * .. „Z“ der Brotkarte wird 1 Kküe zum Preise [*' abgegeben. Das Geld ist abzezühlt bereit zu halten. 6ne3fccrg, den 6. Mai 1918. Der skellv. Bürgermeister (stadt. Lebel smittel-Ausschuß) 2. A.: Langsdorf. „Du, Ursula — ist das nicht ein Birkenheim^ Wagen — unU die Birkenheimer Livree?" fragte er. Ursula sah aus und blickte hinter dem Gefährt her. „Ja. natürlich. Wer saß denn in dem Wagen?" „Ich weiß es nicht," erwiderte er scheinbar gleichmütig. Ursula strengte ihre Augen an. „Mir scheint, es sitzt eine fremde Dame darin. Von deA Bewohnern von Birkenheim war es jedenfalls niemand." v