Nummer 95 MMmoch. de« Ä4. April LS 18 11. Jahrgang Tageszeitung Die ..Aleue Tao-sreitnng" erscheint ieden Werktag Regelmäßige Beilagen „Der Kauer aus HeUen". „Die Kpirmstube". Ke?«gspreis: Bei Len Poftanftalten vierteljährlich ML 2.4V hinzu tritt noch das Bestellgeld; bei den Aacnten monatlich 85 Pfg. einschließlich Trägerlohn. Auxrige«: GrundzeUe 2b Pfg., totale 20 Pfg^ Anzeigen von auswärts werden durch Postnachnahm« erhoben. Erjüllungsort F-riedberg. tzchriftlsitun-a und Derlag ^riedberg (Hessen), yaaaueritraße 12. Fernsprecher 48. Postscheck.Conto Nr. 4359. Umt Frankfurt a. M. 16 469 999 sklüliche Tullllge seit Knegslikgi«« nrr|enht, 689009 Tonne« im War;. — Rittmeister von Dichthofen gefallen. — Englische Angriffe gescheitert. Kämpfe in Mazedonien. — Gin Seelreffen in der deutschen Sucht. Wilmßn«. Pitljotrn irftln. Jeglichem kommt endlich sein Tag! So hat denn das Schicksal den hehrsten Helden der Lust dahin gerafft und Freiherr von Nichthofen, der erfolgreichste deutsche Kampfflieger hat dem Tode sein Opfer gezollt. Wie es dereinst von dem unvergeß- lichen Freiheitskämpfer Friesen geheißen hat: Ihn hat in offenem Kampfe keines Sterblichen Klinge gefällt, so kann sich keiner unserer Feinds rühmen, Freiherrn von Richthofen im Streit besiegt zu haben. Das Flugzeug, das feinen Lenker so oft zum Kampfe und Siege geführt hatte, versagte und brachte den Helden zu Fall. Wohl hatten und haben wir in unserem Heer viele wackeren Kämpfern, viele schon deckt der kühle Rasen, keiner aber konnte sich an Erfolgen mit Richthosen messen, er ist der Schrecken der Feinde gewesen und unwiderstehlich war sein An- griff. Nun ist er dahin gegangen, von wannen es ke-ne Wiederkehr gibt. In dem Heldenbuch aber, worinnen so viele deutsche Streiter ihren Namen eingetragen haben, wird sein Name mit goldenen Lettern prangen und ewig unvergeßlich wird in dem Heldenkampf Deutschlands um fein Dasein gegen eine ganze Welt voll Feinde der Name F Le iherr von Richthofen Strahlen. G Berlin. 29. April. Im Hauplausschuß des Reichstages wurde heute den Abgeordneten davon Mitteilung gemacht, daß Deutschlands erfolgreichster Flieger, Rittmeister vom Nicht- Affe«! om der Westfront gefallen ist. * Berlin, 29. April. (MTB. Amtlich.) Am 21. April ist Rittmeister Manfred Freiherr von Nicht Hofen von einem Jagdfllkg an der Somme nicht zurückgekehrt. Nach übereinstimmenden Wahrnehmungen seiner Begleiter und verschiedener Erdbeobachrer stieß Richthofen einem feindlichen Jagdflugzeug in der Verfolgung bis in eine geringe Höhe nach, als ihn anscheinend eine Motorstörung zur Landung hinter den feindlichen Linien zwang. Da die Landung glatt verlief, bestand die Hoffnung, daß Freiherr von Richthofen unversehrt gefangen sei. Eine Meldung des Neuterschen Bureaus vom 23. April aber läßt keinen Zweifel mehr, daß Rittmeister Freiherr von Richt- hofen den Tod gefnade« hat. Da Richthofen als Verfolge, von fernem Gegner in der Luft nicht getroffen worden sein kann, so scheint er einem Zufallstreffer von der Erde zum Opfer gefallen zv sein. Nach einer englischen Meldung wurde Freiherr von Nichthofen ans dem Kirchhofe in der Nähe seines Landungsplatzes am 22. April unter militärischen Ehren bestattet. » Haag, 23. April. Reuter meldet aus London: Der Korrespondent des „Daily EhromUe" bei dem englischen Heer in Frankreich berichtet, daß das Geschwader Richthofen in der Stärke vcn ungefähr 30 Aufklärungsflugzeugen am Sonntag oberhalb der englischen Linie im Sommetal erschien und Jagd auf die englischen Flieger machte. Es schwenkte dann in nördlicher Richtung ob. Rasch waren ungefähr 50 Flieger im Kamps. Alle Flugzeuge mischten sich in den Kampf. Es kam zu einem allgemeinen Luftgefecht, in dem es unmöglich war, die Kämpfer zu unterscheiden. Man sah jedoch Richthofen nur 150 Meter über der Erde hinwegfliegen, als sein Apparat vor dem Feinde ntederstürzte. Als man seine Leiche aufnahm, entdeckte man, daß er dicht unter dem Herzen einen Schuß erhalten hatte. Amsterdam, 23. April. (WTB.) Reuters Berichterstatter an der Front telegraphiert: Die Beisetzung des Freiherrn von Richthofen war sehr eindrucksvoll. Der gefallene Flieger wurde auf einem hübschen kleinen K'cchhofe nicht weit von der Stelle, an der er niedergebracht worden war, beerdigt. Eine Abteilung der könialichen Luftstreitkräfte erwies ihm die letzte Ehre. Der Berichterstatter fügt hinzu: Wenn es auch mdft unsere Aufgabe ist. der übrigen Welt Kultur aufzuzwingen, so werden wlr doch nicht aushören, uns unseren Feinden gegenüber ritterlich zu erweisen. Der Nachruf des Generals der Luftstreitkräfte. Berlin, 23. April. (WTB. Amtlich.) Anläßlich des Heldeir- todes dcs Rittmeisters Freiherr von Richthofen erließ der kommandierende General der Luftstreitkräste folgenden Nachruf im Derordnungblatt für die Luftstreitkräfte: „Unserem Rittmeister Freiherr von Richthofen! Rittmeister Manfred Freiherr von Richthofen ist von der Verfolgung eines Gegners nicht zucilckgekehrt. Er ist gefallen! Die Armee hat einen rastlosen und verehrten Helfer, die Jagdflieger ihren fortreißenden und geliebten Führer verloren. Er bleibt ein Held des deutschen Volkes, für das er kämpfte und für das er starb Sein Tod ist eine tiefe Wunde für das Geschwader und für die gesamten Luftstreitkräste. Der Wille, durch den er siegte, mit dem er führte und den er vererbte, wird die Wunde heilen. Der kommandierende General der Luftstreitkräfte von Höppner. Der- deutsche Generaistab - meldet: — s M. T. K. Großes Kanptqrmrtier, de« 23. April. Amtlich. Westlicher Kriegsschauplatz. Auf den Schlachtsronten blieb die Gefechtstatigkit auf zeitweilig auflebenden Artilleriekampf und örtliche Infanterie- Unternehmungen beschränkt. Die englische Infanterie war namentlich zwischen Lens und Albert sehr tätig. Erkundungsabteilungen, die an zahlreichen Punkten gegen unsere Linien vorstießen, wurden überall zurückgeschlagen. Vergeblich versuchte der Feind mit starken Kräften das am 21. April am Walde von Aveluy verlorene Gelände wiederzunehmen und beiderseits der Straße Vouzincourt—Aveluy die Bahn nördlich von Albert zu gewinnen. In mehrfachem» verlustreichen Ansturm büßte er Gefangene ein. An den übrigen Fronten nichts von Bedeutung. » In beu beiden letzten Tagen wurden dreißig feindliche Flugzeuge abgefchosten. Leutnant Buckler errang seinen 32^ Leutnant M e n k h o f f seinen 25. Lustfieg. Mazedonische Front. Zwischen Ochrida- und Prespa-See sowie nordwestlich von Monastir Artillerie- und Minenkampf. Deutsche Abteilungen stießen westlich von Makovo in französische Stellungen vor. Bulgarische Truppen wehrten südlich des Doiran-Sees englische Teilangriffe ab. Einige Franzosen und Engländer wurden gefangen. Der Erste Generalquartiermeister: Ludendorff. Abendbericht. Berlin, 23. April, abends. (WTB. Amtlich.) Von den Kriegsschauplätzen nichts Neues. Der österreichische Generalstab .= meldet: Wien. 23. April. (WTB.) Amtlich wird verlaulbart: Keine besonderen Ereignisse. Der Chef des Generalstabe». 1 . . -..r——..y Der bulgarische Generalstab || - meldet: =• Sofia, 22. April, (WTB.) Generalstabsbericht. Mazedonische Front: Westlich des Prespa-Sees und an einigen Stellen im Cerna-Bcgen kurze Gegenseitige Feuerüberfälle. In der Moglena-Gegend verstärkte sich das beiderseitige Artilleriefeuer. Bei Kukuruz zersprengten wir mehrere feindliche Jnfanteriegruppen durch Feuer. Züge französischer Infanterie versuchten an unsere Posten südlich von Eewgheli heran zu kommen, wurden aber blutig abgeschlagen. Südwestlich von Doi- ran hält die beiderseitige verstärkte Feuertätigkeit an. Im Strumatal Erkundungstätigkeit. Dobrudschaftont: Waffenstillstand. ^ r ^ Das türkische Hauptquartier --— meldet: = Konstantinopel, 22. April. (WTB.) Tagesbericht Palästinafront: Bon der Wüste bis zum Jordan nur geringe Eefechtstätigkelt. Auf das östliche Jordanufer vorstoßende englische Panzerkraftwagen wurden durch unser Artilleriefeuer vertrieben. Eine gegen Maon und die Hedschesbahn gerichtete Unternehmung von Rebellen scheiterte an dem tapferen Widerstande unserer Besatzungstruppen. Unsere herbeigeeilten Unterstützungen schlugen die feindlichen Banden in die Flucht u«D brachten ihnen erhebliche Verluste bei. Kaukasusfront: Unter steten Kämpfen nähern sich unferO Truppen der Stadt Kars. Osurgety, nordöstlich von Baturitz wurde genommen. 16469990 jkindiilht Tsnmge ?eü Kriegsisrginn wrlÄ Mär;beute 689 000 Tonnen. «crUn, 22. April. lWTB. Amtlich.) Im Monat März find insgesamt 689 000 Bruttoregistertonnen des für unser« Feinde nutzbaren Handelsschiffsraum vernichtet worden. Der unseren Feinden zur Verfügung stehende Welthandels» schiffsraum ist somit allein durch kriegerische Maßnahmen sei- Kriegsbeginn um rund 16 469 000 Bruttoregistertonnen verringert worden. Der Chef des Admiralstabs der Mariue. « Berlin, 22. April. (WTB.) Wieder ein Markstein in unserer opferreichen, doch unvermeidlichen und von hohen sittliche« Zielen getragenen Auseinandersetzung mit England. Ein Monatsoerlust von 689 000 Bruttc-Negistertonnen bedeutet VA v. Hundert, auf das Jahr umgerechnet 42 v. H. des gesamten, den Westmächten für'ihre militärischen und bürgerlichen Zwecke zur Verfügung stehenden Schiffsraums, der nach amtlicher deutscher Berechnung am 1. Januar d. I. keine 20 Millionen mehr betrug. Woher schöpft Eeddes den Mut, in seiner am 5. März gehaltenen Parlameytsrede von einer „abfälligen" Richtung der Kurve der britischen Handelsschiffsverlusie zu sprechen? In seinem „Weißbuch trägt er vor, daß der Welthandelsschifssraum im Verlaufe des Krieges bis Ende 1917 nur 11,8 Millionen Brutto- Registertonnen Verluste erlitten hätte, während der deutsche Admiralstab an Kriegs- und Seeverlust unwiderleglich runh fünf Millionen Brutto-Registertonnen mehr Nachweise. Doch das Verfahren, mit dessen Hilfe die britische Admiralität das Wagnis unternimmt, der gesitteten Welt daheim und Über Se« diesen sinnfälligen Betrug vorzusetzen, ist entlarvt. Lloyd George and Geddes veruntreuen die Verluste an in militärische« Diensten fahrenden Schiffen, die sogenannten Marineverluste, Hilfskreuzer, Wachfahrzeuge, Lazarettschiffe, sehr wahrscheinlich aber auch Truppentransporter und Munitionsdampfer, also gerade die Schiffe, die unseren U-Booten besonders ausgesetzt sind. Diesen Sachverhalt hat laut „Times" vom 13. Dezember i« Unterhause Dr. Mac Namara auf eine Frage des Abgeordnete« Dr. Pringle aufaedeckt. Nur diese Unterschlagung versetzt das britische Kabinett in die Lage, der stürmisch Klarheit fordernden öffentlichen Meinung Englands eine scheinbar befriedigende Statistik zu unterbreiten. Schlimm bestellt ist es um ein Land, besten Minister zu solchen Mitteln greifen müsten. Der Tag der Abrechnung wird kommen. Das englische „Weißbuch" zeugt nicht gegen, sondern für die Richtigkeit der amtlichen deutschen Angaben. Zu einer mörderischen Waffe gegen die Defraudanten auf Ministersesseln wird es werden, seitdem wir den Betrug entdeckten. Geddes und Lloyd George stemmen sich der ehernen Entscheidung unserer Waffen mit Lug und verzweifelter Gewalt entgegen. Sie werden Unglück haben. Ein Kkkgelklht bki Terlchkilinß. Berlin, 23. April. (WTB. Amtlich.) Eine unserer Patrouillen stieß am 20. April nachmittags im Grenzgebiet der Deutschen Bucht nördlich T e r s ch e l l i n jg M lehre» Schiff Kümpfe». Die Vertreibung des deutschen Handels aus Antwerpen. London, 20. April. (Reutermeldung.) Der leitende Direktor vettchiedener großer Schiffahrtsgesellschaften Lord Inchcape erklärte auf einem Diner, das die englische Schrffahrtskammer den Delegierten des englisch-belgischen Handelskomitees gab, daß der Wiederaufbau Belgiens eine grganttsche Aufgabe sei. Der deutsche Einfluß sei in Antwerpen außerordentlich groß gewesen; aber in Zukunft werde ^ er viel geringer sein. Vor dem Kriege hätten die Deutschen die englischen Schifte verhindert, stch einen ansehnlichen Teil des Antwerpener Handels zu sichern. Me englischen Schiffseigentümer ^eitlen gekämpft, sich den Handel ßu erhalten, den sie in diesem großen Hafen bereits betrieben. Aber die deutschen Machenschaften hätten bisher der- hindere, daß sie den Anteil aiu Antwerpener Handel erhielten, den sie zu übernehmen bereit waren. Er könne den belgischen Freunden versichern, daß, wenn sie bereit seien, t»ie englischen Schrffseigentümer zu unterfttitzen, diese bereit seren, dem belgischen Handel jede Erleichterung zu gewähren, Hank) mit den belgischen Schiffseigentümern zu ar- Derten und alles daran zu setzen, sowohl den Ausfichr- wie De» (,lnftchrhandel Antwerpens den belgischen und en» Schrff-eigentidaen, sichern, («etfoit) f i werd, lvohl nicht möglich feta. die deutsche« Schiffe bo&ffimMg bo» Antwerpen fern zu halten. Das würde eine Verewigung des Krieges bedeuten. Me belgischen und englichen Schiffs« eigentmner und Kaufleute würden jedoch aufrichtig zu ihrem gegenseitigen Nutzen zusamnrenarbeiten. Sie hätten ihr Blut durch beinahe vier Jahre für die gemeinsmne Sache vergossen. Wenn es nöttg sei, würden fte 14 Jahre und selbst 40 Jahre den Kanrpf fortsetzen. (Lauter Beifall.) Der deuffche Friede sei undenkbar. Es wäre unmöglich, in einer von Deutschland beherrschten Welt zu leben. Wenn es notwendig iväre, würde der Kanrpf fortgesetzt werden, solange England noch ein Schiff auf See habe, und selbst, wenn es aus Frankreich vertrieben würde — irnd das werde sicher nicht der Fall sein — würden die Schiffe der Alliierten den Kampf bis zur Erschöpstmg Deutschlands wetterführen. Der Widerstand der Ire». Rotterdam. 23. April. Die „Times" melden ans Dublin: In der Nacht vom Samstag zu Sonntag kam es zu mehrfachen Anschlägen gegen milirärische Anlagen und Depots. Man glaubt, daß bei der Fortdauer der Unsicherheit der Reiseverkehr in Irland verboten wird. Gärung im Kaplande. Kapstadt, 22. April. (WTB. Nichtmntlich.) Meldung des Reuterschen Bureaus. Im Parlament forderte der Premier, minster Botha alle Parteien zur Mäßigung auf, sonst würde er zu gesetzgeberischen Maßnahnien schreiten nttissen, um den Frieden im Lande durchzusetzen. Hertzog erklärte, er selbst wünsche den Frieden zu erhalten und machte seine Gegner für die gegenwärttge Lage verantwortlich. Krieg gegen deutsche Zeitungen. London, 23. April. (WB.) Reutermeldung. Dir „Daily Mail" berichtet aus New Uork vom 21. April, daß das Hearst-Blatt „Deutsches Journal" sein Erscheinen eingestellt hat. Es inachte sich in der letzten Zeit im ganzen Lande eine gesteigerte Feindseligkeit gegen die Zeitungen in deutscher Sprach bemerkbar. An einigen Stellen verboten die städtischen Behörden den Verkauf der deutschen Zeitungen. Man glaubt, daß auch die „New Norker Staatszeitung" ihr Erscheinen einstelleu wird, und daß demnächst überhaupt keine deutschen Blätter mehr herauskommen werden. Die Konstls Herren der Knge. Rotterdam, 23. April. (WB.) Nach dem „Nieuwe Rotterdamschen Courant" berichtet der Moskauer Korrespondent der „Daily News" wom Freitag: Die zunehmende Macht der Sovjetregierrkng ist aus dem Mißlingen der letzten Versuche, Stteitkräfte gegen die Sovjettegierung ins Feld zu bringen, ersichtlich Die dem Sovjet feindlichen Truppen, die letzte Woche bei Nowotscherkask im Don-Gebiet erschienen sind, wurden zersprengt und die Sovjets beherrschen die Lage vollkommen. Me von General Kornilow auft gestellten Banden haben, obwohl sie gut bewaffnet, diszipliniert und ausgerüstet waren, eine schwere Miederlage erlitten. Selbst Semenow war ttotz der Hilfe, die er vom Auslande erhielt, beim Angriff viel schwächer, als bei den ftüheren. Gerüchtweise verlautet, daß Semenow und Kornilow gefallen seien. Dir bal ti|djf Ab»rl>»n»ü»i Größt« Hanplqlmlier Berlin, 22. April. (WTB.) Den Abendblättern zufolge ist die estnisch-livländiscke Abordnung am 21. April im Großen Hauptquartier vom Reichskanzler empfangen worden. Graf Hertling dankte der Abordnung für das ln dem Beschlüsse des Landesrates zum Ausdruck gebrachte Vertrauen zum Kaiser und erklärte die Bereitwilligkeit des Kaisers, die vom Landesrat vertretenen Länder unter den militärischen Schutz des Reiches zu nehmen und sie bei ihrem Versuche der Loslösung von Rußland zu unterstützen. Schließlich erklärte sich der Reichskarrzler namens des Kaisers bereit, die losgelösten Gebiete als selbst-, ständigen Staat anzuerkennen. Der Wunsch des Landesrates nach der Bildung eines einheitlichen monarchisch-konstttutionel- len Staates in Personalunion mit der Krone Preußens werde vom Kaiser wohlwollend geprüft und dem Landesrat demnächst die allerhöchste Entscheidung mitgeteilt werden. Kindkubing |init Ailleihk-Reksr-. Dem Staatssekretär des Reichss-stzamtes ging vom Gene, rglfeldmarschall v. Hindenburg folgendes Telegramm zu: Eurer Exzellenz spreche ich für die Mitteilung über das hocherfteuliche Ergebnis der achten Kriegsanleihe meinen Dank aus und zu dem außerordentlichen Erfolg meine herzlichsten Glückwünsche. Dieser Sieg der Heimat bietet der Welt einen deutlichen Beweis von Deutschlands Kraft und Siegeszuversicht. - ii 1 V~cr - Depciltzknivechle! Wiche» Kaiser »nl> Groscheyog. Darmstadt, 23. April. (WTB. Nichtamtlich.) Me „Darmstädter Zeitung" veröffentlicht folgendes Telegramm des Kaisers: Großherzog von Hessen. Königliche Hoheit, Darmswdt. „Es war Mir heute eine große Freude, Derne Division und Teile Deines Armeekorps zu begrüßen und AU ihren herrlichen Erfolgen beglückwünschen zu können. Ich habe freu Truppen Meine höchste Anerkennung und -en Dank des Vaterlan-e- ausgesprochen für ihre Tapfer feit vnd ihren Heldenmut in den schßvere« Kämpfen de« letzte« Zeit, zumal es besonder- schwere Aufgaben wareu^ welche chnen gelangen, dank dem Geist, der sie von jeher ausgezeichnet hat. Dir dies nntteilen zu könuen, erfüll- Mich mit großer Genugtuung. Gott helfe weiter. gez. Wilhelm. Darauf hat -er Großherzog geantwortet: Seiner Majestät dem Kaiser! -„Dein Telegramm habe ich mit aufrichttgem Dank e** halten und freue mich für meine Truppen von Herzea der hohen Anerkennung, die ihnen der Oberste Kriegsberr gespendet hat. gez. Ernst Ludwig." Deutscher Deichsiag. Sitzung vonl 23. April. Auf der Tagesordnung stehen zunächst Anfragen. Abg. L e u b e (F. V.) verlangt entschiedenes Auftreten gegen das Bestreben der Kriegtzgesellschaften, sich noch lange Zeit nach dein Kriege zum Schaden des freien Verkehrs z» betätigen. Ein Vertreter des Reichswirtschrftsamtes: Von dieser Absicht ist dem Reichskanzler nichts bekannt. Die Gesellschaften werden sich nach dem Bedürfnis zu richten haben. Abg. Hoff (Fortschr. Dp.) fordert gleichmäßige Belieferung der Landwirte mit stickstoffhaltigen Düngemitteln ohne Rücksicht auf Größe der Vettiebe und Mitgliedschaft bä den landwirtschaftlichen Genossenschaften. Unterstaatssekretär Dr. Müller: Ainmon'rakhaltige Düngemittel werden an solche Verbraucher abgegeben, die auf diese Stoffe eingestellt sind. Eine besondere Rücksicht auf Gnosscnrschaftsmttglieder findet nicht statt. Abg. Noske (Soz.) verlangt Aufhebung des Zensur» Verbotes für die Fälle bett. Sieuerhinterziebung und Be» stechung von Heeresangehorlgen bei den Mannesman«» Waffen- und Munittonswerken und anderen Firmen. Oberst Waiz: Die Untersuchung ist 'eingeleitet, d« Verdacht hat sich nur teilweise bestätigt. Das Verbot ist. nach dem der Zweck einer vorzeitigen Bekanntgabe verhindert ist nunmehr aufgehoben worden. Abg. Mumm (Deutsche Fraktion) fragt nach Aus Hebung der Beschlagnahme von Kupfergerät angesichts der großen Kupferbeute in Nordftankreich. Die Antwort ist auf der Tribüne tiicht zu verstehen. Abg. We in Hausen (Fortschr. Vp.) wünscht Auskunft über die Zurückhaltung jüngeRr Kriegsteilnehmer nachtet Demobilisierung unter den Fahnen. Oberst Braun: Die Annahme ist nicht richtig. Wer die gesetzmäßige Dienstzeit hinter sich hat, wird entlasse» werden. Für Landfturmpflichttge gilt die gesetzliche Menftz Pflicht. Leute im mcAmilitä rischen Alter dürfen nicht zurück- gehalten werden. Abg. Weinhausen (Fortschr. Vv.) fragt ferner nach Maßnahmen gegen Auswüchse der Militärzensur im L Armeekorpsbezirk, die sich sogar auf eine Parlcnnentsrede deL Landtagsabgeordneten Lippmann erftteckte. General v. Wri-berg: Die Angelegenheit liegt dem Obermilitärbefehlshaber zur Entscheidung vor. Es folgt die erste Lesung der Steuervorlagen. Es wird beschlossen, zunächst über die Berkehrssteueru zu sprechen, erst später über die Gettänkesteuern. Staatssekretär Grof Rödern spricht seinen Dank aus für den großen Erfolg der Kriegsanleihe. Von 14^ Milliarden sind ja fast 12^4 Milliarden bar eingezahlt worden. (Hört! Hört!) Unsere Steuerpolittk hat bisher dse Bib ligung der großen Mehrheit des Reichstaaes gefunden. Es wird aber auch jetzt noch esnpfohlen, die Bauzinsen auf da» Kapital zu schlagen, und das Ganze aus Anleihen aufzm bringen. Ich halte das für bedenklich Was wir jetzt b& schließen, belastet uns nicht in der Uebergangszeit, in der wir genug zu tun haben werden. Man vergesse nicht, wie uurständlich bei uns der Weg ist den eine Vorlage bis zu ihrer Verabschiedung durchgumachen hat. Dazu kommt, daß gewisse Erscheinngen, wie die hohen Preise ftir Wein und die Kunstversteigerungen, zu einer Regelung auffordern. England ist uns in der Steuerpolittk fteilich voraus. ES hat dadurch seine Schuldenbelastung etwas verringert und tritt infolgedessen in die Uebergangszeit mit einer Reih« von fertigen Steuern. 9lber seine schwebenden Schulden sind erheblich höher als bei uns, und die Preise der Lebensmittel und Bedarfsartikel sind gleich hoch oder hoher als bä uns. Die Militarisierung der Kriegsbetriebe hat auch England nicht verhindern können, daß erhebliche Kriegsgewinn« gemacht wurden. Daß es uns in der Besteuerung im übrigen voraus ist, liegt in der Natur der Dinge, in seiner einfacheren staatsrechtlichen Konsttuktion und in anderen Dingen. Die Einkommensteuer ist die letzte, über die dis Bundesstaaten noch verfügen können für sich und für die Gemeinden. Die. Realsteuern sind den Gemeinden Vorbehalten, die Verbrauchssteuern hatte das Reich sich Vorbehalten ebenso die Verkehrssteuern. Auch an das Vermögen ist das Reich bei der Wehrsteuer und der Kriegsgewinnsteuer herangegangen, und wir werden es bei dem nicht zu vermeidenden Ausbau der Erbschaftssteuer wohl wieder tun. Man kann es begreifen, wenn die Einzelstaaten für die Einkommensteuer wie die Löwin für ihr Junges kämpfen. Die Dezentralisation unserer Verwaltung ist ein Zeichen unserer Stärke. Das hat aber zur Folge, daß wir den Einzelstaaten auch die Herrschaft über gewisse Einnahmen belasse« müssen. Mir können auch nicht Übersehen, wie sich die Laste« für die Eiuzelstaaten nach dem Kriege gestalten werden. All« Bundesstaaten werden an eine Reform ihrer direkten Steuer« Herangehen müssen. Darüber läßt stch aber erst «ach Abschluß des Krieges Klarheit gewinnen. Eine Vereinheitlichung de» .Einkommensteuer wich nohoeMr sein, ab» man muß sie tat -BundessmaiLN^überlaisen? krchste m ui tm dieie AujgaLs **# lösen Wir brauchen eine gesunde Mischung von direkten »nd indirekten Steuern, und die Zahl derer, die glauben, mit einer direkten Steuer alles machen zu können, wird sehr gering sein. Man wird sc gen. die direkter! Steuern sind einmalig«, die in* direkten find laufende. Aber wir sind ja mit der direkten Besteuerung noch nicht zu Ende. Im Herbst kommt zum Beispiel die Kriegsgewinr.besteuerung der physischen Personen. Bei der endgültigen Reform muß jedenfalls die Gesamtbelastung von Reich. Bundesstaaten und Gemeinden in Betracht gezogen werden. Jetzt ist eine prinzipielle Aenderung in der Steuerverteilung nicht angebracht. Noch nicht zu übersehen ist zum Beispiel die Hohe der Kriegsentschädigung, auf die ich hoffe. Bei der endgültigen Regelung wird auch die Monopolfrage erörtert werden müssen. Für ein Allheilmittel halte ich die Monopole auch nicht Ein Monopol bringen wir jetzt. Mas später auf dem Gebiet der Mineralöle, des Stickstoffs wird, das wollen wir abwarten. Man macht uns den Vorwurf des Flickwerks. Aber wir haben voriges Jahr bereits eine Kohlensteuer erhalten, die 700 Millionen verspricht, und erledigen jetzt das gesamte Gebiet ver Eetränkestener mit einem Gesamtbetrag von 1200 Millionen, der also für die Uebergangszeit ausfällt. Kann man das Flickwerk nennen? Man zeige uns irgend einen Staat, der eine organischere Reform vorgelegt hätte, als 'ich sie vorgelegt habe. Dann werde ich das Schlagwort Steuerflickerei weiter über mich ergehen lassen. Die Verhältnisse, unter denen wir den Krieg zu führen haben, sind nicht leicht. Wir sind etwas im Rückstand. Die Ausgaben laufen weiter, und wir müssen ein schnelleres Tempo anfchlagen, damit wir die Ausgabenvermehrung einholen. Wir dürfen nicht vergessen, daß ein Teil der Steuern nicht läuft. Auch für 1918 mutz mit einem Defizit gerechnet werden. Wir werden den Ertrag der alten Krieassteaer mit heranziehen müssen. Tun wir das aber, so werden die fünf Kriegs-tatsjahre so abschliotzen, daß wir kein großes Defizit weiter zu tragen haben. Es werden dann die Zinsen der Anleihen voll aus Kriegssteuern gedeckt sein. Ucöer die volkswirtschaftliche Bedeutung der Börse sind wir uns klar, und wir wollen oech nach dem Kriege die Geschäfte nickt von unseren Börsen durch zu hohe Besteuerung vertreiben. Die Postgebühren hoben wir rm vorigen Jahre durch Abgaben erhöht. Wir folgen hier dem Wege aller anderen kriegführenden Staaten. Auf diesem Gebiet wollen wir jetzt ausfüllen. Einen der wichtigsten Teile bildet zweifellos der Ausbau der ilmsatzsteuer. Zu diesem Ausbau der allgemeinen Umsatzsteuer führte die Erwägung, daß die Frage der Rohltoffsteuer nicht spruchreif ist. Die glatte Einsüh- nmß einer ganz allgemeinen Rohstoftsseuer ist nicht denkbar. Rach dem Krieg werden wir an der Kohlensteuer festhalten und sie wird zu einer noch besseren Ausnützung der Kohlen führen. Ganz unlösbar ist die Frage der Rückvergütung beim Export. Bei der Auswahl der der Luxussteuer unterworfenen Waren werden wir mit uns reden lassen. Die Geschäfte sollen auch die Steuern nickt tragen. Die Luxussteuer soll abgewälzt werden. Goldwaren und Juwelen können die Steuern ganz gut tragen. Bor allem geht durch die Juwelen sehr viel Geld nach dem Ausland. Würde durch die Steuer ein Rückgang im Juwelen» Handel eintreten. so würden wir das nicht bedauern können: ' denn wir sparen dadurch dem Reiche namentlich in der Ueber- gangszeit Geld. Sie haben sich im vorigen Jahre von der Rücksicht auf die Bedürfnisse des Reiches leiten lassen. Sie haben Rüchicht aenommen auf unseren Kredit im Inland und Ausland, Und ich hoffe, daß Sie auch diesmal fo handeln werden. (Beifall.) WeilkMrhttlsak M LandvirWM. (Durch ein Versehen des Setzers ist dieser Aufsatz gestern nur Unvollkommen erschienen. Wir holen deshalb heute das Versäumte nach und bringen den Artikel des besseren Verständnisses halber noch einmal.) Die große Bedeutung, die eine einigermaßen zuverlässige Wettervoraussage für die Landwirtschaft haben würde, leuchtet ein. und es ist begreiflich, wenn die ältesten Wetterwarten unserer Gegend, die in Weilburg und Gießen, mit landwirtschaft- luhen Unternchtsanstalten verbunden waren. Leider ist es jedoch um die Zuverlässigkeit dieser Ankündigungen auch heute noch übel bestellt. Völlig in der Luft schweben natürlich die Prophezeiungen, die sich auf einen fernen Zeitraum beziehen, und mit Rtzcht hat einer unserer angesehensten Meteorologen, Dr. Steffens, in einer Polemik gegen einen österreichischen Fachgenossen, der letzten Herbst einen frühen und harten Winter ankündigte, darauf hin. gewiesen. daß wir nach dem heutigen Stand der Wissenschaft nur auf 24 Stunden eine einigermaßen sichere Prognose stellen könnten. Da will der eine aus dem Vorkommen von Eisbergen in nördlichen Meeren, der andere aus Sonnenflecken oder dem Verhalten der Tiere auf einen kühlen Sommer, einen frühen Winter schließen: die Haltlosigkeit dieser Prognose ist längst erwiesen. Für 1917 war von verschiedenen Seiten und mit verschiedener Begründung ein kühler Sommer geweissagt: so von dem Sachverständigen des Frankfurter General-Anzeigers vom 22. Febr.: fo von Dr. Hennig in der Leipziger Jll Zeitung vom 10. Mai. Tiefer schreibt: .,Das einzig sickere (?) Mittel, eine leidlich zuverlässige Antwort zu erhalten, besteht in einer Prüfung früherer ähnlicher Verhältnisse Alle die unzähligen sonstigen Methoden, an Hand von Bauernregeln, willkürlich ausgeklügelten Mondhypothesen und anderen Hilfsmitteln, deren Zu verlässige it stets mit um so größerer Sicherheit von ihren Erfindern verfochten wird, j? wertloser sie sind, die Witterung auf Wochen und Monate vorauszubestimmen, müssen als völlig wertlos bezeichnet werden. Das Thema unserer Untersuchung spltzt sich daher auf die Frage zu: wie waren ftüher die Sommer beschaffen, die auf strenge und lange Winter zu folgen pflegten?" Rach Hennigs Beykruptung folgen auf solche Winter in der Regel kühle Som. mer (??), und so kommt er zu dem Ergebnis: „Die hohe Wahrscheinlichkeit spricht für eine kühlen Sommer. Diese Feststellung deckt sich vollauf mit den Feststellungen von Hellmann, Hann Ind Behre." Wie gründlich er sich samt seinen Gewährsmännern geirrt hat, ist noch in ftischer Erinnerung. — Gs wirkt erheiternd, ißven« gelegentlich die Wetterpropheten allen Ernstes versichern, «hre Voraussage fei «an# üMh «*wj**, dar Weiter fei eben «ST norm. I« lmeßener Anzeiger war (3. Febr. 1917) wörtlich zu lesen: „Die gegenwärtige Kälteperiode stellt, wie wir erfahren, einen völlig abnorme« Zustand dar, da eigentlich da» Wetter längst einen Umschlag erfahren haben müßte." Es ist allerdings auch nicht schön von dem Wetter, daß es den Berechnungen der Herren Gelehrter! nicht folgt. Nicht viel bester steht es indessen mit der Voraussage auf kürzere und kürzeste Frist, von heute auf morgen. Die Wetterlage in den angrenzenden Bezirken, Windrichtung, Barometerstand und dergl. geben hier einen gewissen Anhalt, ocher von Zuverlässigkeit sind die darauf gegründeten Schlüsse doch sehr weit entfernt. Einen krassen Fall von weltgeschichtlicher Bedeutung haben wir kürzlick erlebt. Die große Offensive war auf den 21. Mürz festgesetzt. Die Sachverständigen hatten für diesen Tag schönes Wetter verheißen: statt dessen herrschte — undurchdringlicher Rebe!! Als Minister Braun den Landständen die Ueber- nahme der Kosten der Wetterdienststelle mundgerecht machte, berief er sich auf angeblich 86 Prozent Treffer. Die Zahl ist hinterher nicht zu kontrollieren, will aber, auch wenn sie richtig ist, nicht viel besagen. Bleibt das Wetter wochenlang konstant, so kann mau leicht eine große Zahl von Treffern buchen: einen un. erwarteten Witterungsumschlag treffen dis Gelehrten fast nie. Aber auch wenn die Voraussage von heute auf morgen durchaus zuverlässig wäre: der Landwirt hätte davon auch nicht den geringsten Nutzen. Kann es ihn bestimmen, für morgen den Beginn des Heu- oder Getreideschnitts anzusetzen, weil er morgen gutes Wetter zu erwarten hat, wenn auf den heiteren Tag vielleicht tage- oder wochenlang Regen folgen kann? Noch etwas kommt hinzu Die sommerlichen Regen sind meistens gewitterhaften Ursprungs. Nun sind aber bekanntlich Gewitter örtlich oft so eng begrenzt, daß über eine Gemarkung ein woltenbruchartiger Regen niedergeht, während wenige Kilometer davon kein Tropfen fällt. Niemals wird es menschlichem Witz gelingen, den Ort. wo ein Gewitter sich entlädt, vor- herzusagen. Damit allein ist aber die Nichtigkeit aller Wetterprognosen schon bewiesen: mit Ankündigungen wie: Gewitter- ueigung. lokale Gewitterregen u. ä. ist dem Landwirt natürlich nicht gebient. * Schließlich ist auch die Form der Ankündigung oft zweideutig und irreführend Es war z. B. von Gießen aus heiteres Wetter prophezeit, hat aber hier geregnet. Die Prognose lautet: Fortdauer der bestehenden Witterung. Ja. welcher denn? Des heiteren Wetters, das vielleicht in Gießen wirklich geherrscht hat. oder unseres Regens? Auf Grund langjähriger Beobachtungen muß ich behaupten, daß unsere Wettervorhersage seit den Tagen der Klinkerfues, Overzier und Falb noch keine erkennbare Fortschritte gemacht hat, daß sie namentlich für den Landwirt vollkommen wertlos ist. Wenn nach dem Krieg das große Zwangssparen beginnt, mögen fich die Landboten ernstlich überlegen, ob sie es verantworten tonnen, die reckt beträchtlichen Mittel für eine fo mrtz- lofe Sache noch weiterhin zu bewilligen. Büdingen. Dr. Dinge ldein. Gin srttfamer „Saucrnbund". Der „Deutsche Bauernbund des Herrn Dr. Böhme hat sich in einer Steudaler Versammlung für das gleiche Wahlrecht begeistert und an den Vizepräsidenten des Staatsministeriums, den Parteifteund Dr. Böhmes. ein Telegramm gerichtet, in dem zum Ausdruck gebracht wird, wie ungemein es der „Bauernbund" begrüßen würde, wenn Herr Dr. Friedbecg die Auflösung des Abgeordnetenhauses zustande brächte. Diese Leistung beweist wieder, daß der „Deutsche Bauernbund" in den bäuerlichen Kreisen eine ähnliche Rolle sprelt wie in der nationalltberalen Partei, die nämlich des Eindringlings, der in dem Bestreben die Aufmerksamkeit auf sich zu ziehen, unfähig wird zur Selbstkritik seiner Handlungen. In der nationalliberalen Parte! ist von gemäßigten Elementen an den radikalen Eskapaden Dr. Böhmes wiederholt schärfste Kritik geübt worden, im deutschen Bauerntum verfolgt man die Leistungen des auf dem Asphalt in bemerkenswerter Nähe des Hansabundes empor„geblühten" Bundes mit wachsendem Erstaunen. Er war gewiß von vornherein in einer mißlichen Situation. Denn auf wirtschaftlichem Gebiet mutzte er vom ersten Augenblick an feine Ueberflüssigkeit erkennen. Was dort zu leckten war, halte längst der Bund der Landwirte in Angriff genommen oder schon durchgeführt. Blieb also das politische Gebiet, und in ihm, entsprechend seiner Entstehung und der Gegensätzlichkeit zum Bunde, die demokratische Seite. Zwar widerstrebt gesundem Vauernsinn. der im besten Sinne konservative Anschauungen in sich verankert, eine solche Politik von Grund aus. aber Herzensneigung der „Führer" und äußere Notwendigkeit ließen keine Wahl. Also daß jene merkwürdige Mischung von Radikalismus, Nahrung kleiner Unzufriedenheiten und virtuoser Demagogie in der Verhetzung des Bauernstandes untereinander entstand, die man in diesen Tagen »Deutscher Bauernbund" nennt. So kann es denn dahin kommen, daß eine Organisation, die Bauerninteressen zu vertreten behauptet, für das gleiche Wahlrecht eintritt und damit den wahren Interessen der ländlichen Bevölkerung ins Gesicht schlagt. Das gleiche Wahlrecht bedeutet die Herrschaft der Massen, und zwar der besitzlosen, großstädtischen, über Mittel- und Bauernstand, bedeutet die Entrechtung des flachen Landes zugunsten der Großstädte. Niemand wird behaupten wellen, daß unter der Herrschaft des gleichen Wahlrechts die Landwirtschaft im Reichstage im Vergleich zur Zahl der angeblichen Arbeitervertreter eine angemessene Vertretung, habe. Dr. Böhme aber und sein Bauernbund wollen dieselbe Lage für das preußische Abgeordnetenhaus mit allen Mitteln herbetführen. Man kann nicht zween Herren dienen. Demokratie und Bauerninteresse schließen fich aus: Wurzellosigkeit ist der Feind des Bodenständigen: Radikalismus widerstrebt ruhiger Fortentwicklung in historisch erwachsenen gemäßigten Bahnen. Und so hat auch der „Deutsche Bauernbund", als er getreu seiner bisherigen Traditio«, in der Wahlrechtefrage die gekennzeichnete Stellung nahm, wieder eine« Blick hinter da. visier tu« lasse«. \ n ' * - < Felde Ehre. Lus Kmerhach v. d. H. kommt die Trauerkunde, bo$ Herr Wilhelm Lehr auf dem Felde der Ehre gefallen ist. Der Verstorbene war lange Jahre Lehrer in der Gemeind« Fauerbach und hat sich durch sein ersprießliches Wirken di« allgemeine Liebe und Achtung erworben, auch für Bo- ftrebuugen auf landwirtschaftlichem Gebiete hatte er allezeih reges Interesse bewiesen. Ans der Heimst. Friedberg. Die drei Diebe, die in der Nacht vom 14. auf 15. l. Mts. im Warenhaus der Geschwister Mayer dahier einen großen Einbruchsdiesstahl begangen hatten, stirb sämtlich in Frankfurt a. M. festgenomen worden. Zwei dieser sind geständig. Die gestohlenen Seidenwaren solle« in Darmstadt abgesetzt worden sein. Stadtverordnetensitzunz. Die Herren Stadtverordnete» werden zu einer Sitzung auf Donnerstag, den 25. April 1918, nachmittags 4 Uhr, mit nachstehender Tagesordnung eingeladen: 1 Die Vergütung für den stellvertretenden Ortsgerichtsvor- steher; 2. Ankauf von Gelände zur Kreisstraße nach Bad-Nau. heim: 3. Sttatzenkostenbeittag der Frau Geometer Müller Wwe. zur Mainzertoranlage: 4. Verkauf von Gelände an Geh. Justiz rat Warthorst: 5. Gesuch des Lehrers Meyer um käufliche Heber« lassung von städtischen Gelände: 6. Anttag auf Eröffnung be* sogen. Haingrabenweges von der Fauerbacherstraße bis ; ir ver. lungerten SchmidLstraße,- 7. Gesuch der Frau von Helmolt uri pachtweise Ueberlassung vcn städtischen Gelände an ver Mainzer» tcranlage: 8. Antrag von Stadtbaumeister t. R. Zorb um Rück, erstattung von Straßenretnigungskosten; 9. Straßenreinigungs« kosten der Stadt- und Burgkirche: 10. Aenderung des Ortsbru« statuts: 11. Das Läuten der Neunuhrglocke: 12. Gesuch des Steueramts um Vornahme von baulichen Veränderungen: 13 Gesuche des Geh. Schulrats Karg und des Wilhelm Häuser uir Entfernung von Bäumen:- 14. Die Rechnungen für 1916 des Gas- und Wasserwerks» der Elektrizitätsanlage und der Schiller» schule: 1b. Der Ausbau der Schtllerfchule: 16. Gesuch der Posb Hilfsstelle im Stadtteil Fauerbach um Erhöhung des städtisches Zuschusses: 17.,Gesuch des städtischen Fuhrmanns Jost um Ev Höhung der Vergütung für Fuhrleistungen; 18. Gesuche des Hermann Lind und des Konrad Spieß um pachtweise Ueberlassunß von städtischem Gelände: 19. Gesuch der ..Gießener Hochschub Gesellschaft" um einen Beitrag: 20. Eürgabe des „Städtebeam- tenverbandes": 21. Eingabe der „Lebensmittel-Einkaufsvereinb gung": 22. Mitteilungen. Hierauf geheime Sitzung. Reklamation gegen die Ablieferung von Schlachtvieh. Da« Kreisamt zu Friedberg gibt bekannt: Alle Reklamationen gege« die Aufnahme von Schlachtvieh sind nicht durch besonderes (5* such, sondern auf vorgeschriebenem Formular durch die Bürger, meistere'! einzureiche«. Dieses Formular ist von der Druckerei der „Neuen Tageszeitung" zu beziehen. Mündlicher Einspruch oder persönliche Eingaben der Reklamierenden können keine Be» rückfichtigung finden und find zwecklos. Nur auf oorgeschnebs» nem Formular durch die Bürgermeisterei gestellte Anträge be» stehen zu Recht und werden einer Kommission zur Entscheidung vorgelegt. Die Stadt Darmstadt wird vom 1. Mai ab die für die Bevölkerung auszugebende Wurst nicht mehr von den einzelne« Wurstmetzgern sondern in einem gemeinsamen Bettiebe im städttschen Schlachlhofe Herstellen lassen. Während man von der Stadtverwaltung erhofft, daß hierdurch einheitlich eine gute, qualitätsreiche Wurst Herstellen zu können, sind Fachleute des Anschauung, daß es den Metzgern im eigenen Interesse immer noch besser gelungen wäre, die nötigen Zutaten für die Wurst selbst zu beschaffen. Die Erfahrungen in vielen Städten spreche« nicht für die Herstellung von Regiewurst, an einzelnen Orte« will man bisher gut damit gefahren fein. Die Zeit wird e« lehren. Petterweil. Die Sammlung „Heimatdank" für deutsch« Kriegsgefangene, veranlaßt durch Herrn Lehrer Ohlemutz, erga« von 84 Gebern die Summe von 193 Mark. Allen Gebern sei a« dieser Stelle im Namen des Ortsausschusses herzlicher Dank gesagt. — Auf die 8. Kriegsanleihe zeichnete die hiesige Schule dt« Summe von 2231 Mark. Die Cesamtzeichnung der Schule beläuft sich nunmehr auf 9550 Mark. Aus Kurhcsseu. FO. Gelnhausen, 21. April. Die Gegend bei Lohrhaupte« zeigte dieser Tage eine vollkommene Winterlandschaft. Der Schnee lag etwa 3 Zentimeter hoch. FO. Homberg, 22. April. Um den am 1. Jrmi freiwerdenden Bürgermeisterposten dahier haben sich nicht weniger als 8« Bewerber gemeldet. FO. Kirchhain, 2L April. Von Bubenhänden wurden an de« Marburg.Hersfelder Straße an jungen Lindenbäumen die Kr«, nen abgeschnitten. FC. Kassel, 22. April. Eine öffentliche Belobigung i« Amtsblatt der Gemeinde Helsa durch den Regierungspräsidenten wurde der ganzen Gemeinde Helsa zu teil. I« hervorragender. Weise hatten sich die Einwohner des DorfeA Helsa bei einem Waldbrande in der Königlichen Oberförsterei Oberkaufungen im März ds. Js. am löschen de« Feuers beteiligt. Nur dem takräftigen Eingreifen der Bewohner Helsa ist es zu verdanken, daß der Waldbrand beschränkt wurde. Verantwortlich für den politischen und lokalen Teil: Ott- Hirsch e l. Friedberg: ffir den Anzeigenteil: R. H ey n er, Fiiedberg. Druck und Verlag der „Neuen Tageszeitung*, A- G.. Friedberg i. H. Mit herzlichem Dank bescheinigen wir den Empfang folgende# Gaben: Firma Trapp & Münch 500 Mk. Fräulein M. Lamp«» gesammelt im Kränzchen 25 Mk. Weitere Gaben werde« gerne entgegen genomunn. > , Mutter- imd Säuglinassttriorge,^, Graue Gefahren. No man ans der Gegenwart von M. Gontard. Schuck. 81) Nachdruck verboten. „Hoffnung? Sagen Sie mir, wann die Hoffnung stirbt. Und wenn mir morgen einer sagte: Ich habe mit meinen eigenen Augen gesehen, wie U 57 unterging, so toitröe ich doch noch denken: Dsa Schiff ist untergegangen aber er- kann leben, er kann gerettet sein. Me Hoffnung stirbt nicht so leicht. Obgleich —" „Sie waren kürzlich in Kiel? Was sagte man Ihnen da?" „Man weiß nichts, oder gibt vor, nichts zu wissen. Ich selbst würde das alles ja eher ertragen — obgleich die traurigste Gewißheit besser ist als diese folternde Ungewißheit — wenn ich nicht täglich diese Augen sehen müßte. Es ist zum Verzweifeln." „Ist es denn überhaupt möglich, daß das Boot wieder auftaucht?" Der Baron zuckte die Schultern. „In Kiel sagen sie ja. Ich selbst glaube es nicht. Es sind jetzt genau zehn Wochen, seit wir nichts gehört haben. Wo sollte er denn sein?" „Zlber einerseits muß man sich auch wieder sagen, wenn ü 57 vernichtet wäre, würden die Engländer sich schon-längst dainit gebrüstet haben. Die hätten's nicht verschwiegen." „Je nachdem! Vielleicht ist etwas dabei zu verbergen. Oder der Untergang hat keine Zeugen gehabt." „Ist es nicht möglich, daß der Herr Kapitänleutnant unten bei den Dardanellen ist? Haben Sie übrigens den Aufsatz heute gelesen: Deutsche U-Boote bei Gibraltar?" „Nein, ick habe nichts gelesen. Ich bin noch nicht dazu gekommen. Aber wenn U 57 ins Mittelmeer beordert wäre, so müßten sie es in Kiel doch wissen." „Das werden sie auch. Damit ist natürlich nicht gesagt, daß sie es auch sagen." Der Baron schwieg einige Minuten. „Ich bin so froh, daß wir das Kind durchgebracht haben. Schließlich — lvie die Sachen lagen — mußte ich damit rechnen, daß mein Sohn eines Tages Unglück hatte, so zuversichtlich er auch immer war. Sollte mir nun wirklich die Gegenwart genonnnen werden, so habe ich doch immer noch, die Zukunft meines Hauses — das Kind. Aber auch seine Mutter möcht' ich behalten, denn ich bin alt." Die niedergedrückte Art des sonst so aufrechten alten Herrn ergnff den Arzt. „Mein lieber Baron, Sie sehen auch gleich zu schwarz. Gewiß, es gibt wohl wenige, die in diesem Kriege niemanden zu beklagen haben. Aber damit ist immer noch nickt gesagt, daß unser tapferer Werkheim zu denen gehört, die ihr Leben lassen müssen. Und wenn es so wäre, so würde man in ganz Deutschland mit Ihnen trauern. Aber nun möchte ich wir doch erst einmal mAne beiden Pfleglinge ansehen. ist die gnädige Frau? Wo „Ich werde Sie begleiten, Doktor. Meine Scktvleger- tochter ist mit dem Kinde im Park." — Helen saß in einem bequemen Korbstuhl und gab sich ihren Träumen hin. Sie hatte den Kopf zurückgelehnt und hielt die Augen geschlossen. Wie schön war es doch hier! Wie wundervoll das Sonnenlicht durch die Aeste schimmerte. In der Luft war ein Singen und Klingen wie ein tausendstimmiges Konzert. — Plötzlich zogen sich ihre Brauen schmerzlich zusammen. — Waron erinnerte sie nur dieser duftreiche Frühlingstag? Sie sann und sann. — Jetzt wußte sie es. Im letzten ^ahre war es, in London — in Douglas' Palast. An dem Tage, als sie zu Alfred ging. Alfred! Wie lange hatte sie keine Nachricht mehr von ihm! Wie lange? Sie sann und sann, aber'dann gab sie es auf. Sie wußte es nicht. Sie war so müde, so müde. Und sie sollte doch gesund uttb kräftig werden, um ihren Sohn erziehen zu könne:,. — Ihr Sohn! Wie seltsam klang das Wort in ihrem Ohr. Ob sie sich freute — sie wußte es nicht. Wenn sie das kleine, zarte Gebilde mit den winzigen Fäustchen und den dunklen Aeugelchen ansah, dann war ihr immer, als müsse sie laut ausweinen. Freuen! Wie konnte sie sich denn freuen, wenn Alfred nicht wiederkam. Nur ein grenzenloses Mitleid wuchs in ihr hoch Ob sie noch einmal wieder so recht von Herzen froh werden konnte? Der Kies knirschte unter nahenden Schritten. "Das ist recht, mein Töchterchen," rief der alte Herr schon von weitenu „Nur immer in Luft und Sonne mit dem kleinen Mann, damit er ein tüchtiger Kerl ist, wenn sein Vater kommt." Helen richtete sich auf. Ein freudiges Leuchten trat in die dunklen Augen. „Hast Du Nachricht? Einen Brief?" Herr von Werkhenn erschrack vor dem verlangenden, sehnsüchtigen Ausdruck in den dunklen Augen. Er wurde unsicher. Was sollte er sagen? Da mischte sich der Medizinal- rat ins Gespräche „Noch ist kein Brief angekommen, meine liebe, gnädige Frau. Aber wie ich soeben dem Herrn Baron schon gesagt habe, find unser U-Boote jetzt bei den Dardanellen. Es ist also ziemlich sicher, daß der Herr Kapitänleutnant auch dort ist." Helen sah den Arzt mißtrauisch an. Unsicher flogen ,hre Augen von einem zum andern. „Aber warrnn schreibt er nicht?" Herr von Werkheim zuckte die Achseln. „Wer weiß, ob er dazu Gelegenheit hat. Wer kann wissen, wo sie ihren Stützpunkt haben. Dann bedenke, die lange Fahrt! Es dauert doch mindestens vier bis fünf Wocken, bis sie dort hinkmnmen. Wir wissen natürlich nichts Bestimmtes', aller < alle Anzeichen sprechen dafür, daß Nfred da unten ist" Fest preßte sie die Hand auf dar pochende Herz. Etwas von der alten Helen schien über sie glommen. Mrt einem Laut des Entzückens beugte sie sich über das schlafende Kind. ''Wenn es wahr wäre!' Wenn es wahr Ware! M-i-» Kind! Ach, mein Kind!" stammelte sie. Die beiden Herren warfen sich bedeutsame Blicke af* Auge des Barons schimmerte es feucht, und auch der Medizmalrat strich sich hastig über Stirn und Augen. "Ja, ja, kleiue Mama! Du mußt gesund und kräftig werden. Der Vater soll sich doch über euch beide freuen, wenn er wiederkommt." "Ja, ich will gesund und ki'äftig werden!" sagte di? tunge Frau und richtete sich entschlossen auf. „Wenn Alfred lebt, dann will ich auch leben." „So ist's recht!" lobte der Medizinalrät. „Nun wird'ck 1-chon rasch gehen. Und wenn erst mal ein schöner, langet Brief kommt, dann geht es mit Riesenschritten vorwärts.* Als die beiden Herren gleich darauf dem Schlosse wieder zuschrrtten, sagte Herr von Werkheim: „Nun haben Sie e< selbst gesehen. -Doktor! Ich glaube, sie hat sich zum erftcn Male über das Kind gefreut. Sie sieht alles nur durch ihn, durch ihren Fred. Sie ist eine Natur, die vollständig imto restlos in ihrer Liebe aufgeht." „Es gibt solche Frauen. Glücklich der Mann, der eins solche Frauenliebe findet. Die gnädige Frau darf aber unter keinen Umständen schon jetzt erfahren, was ihr früher oder später vielleicht doch mrtgeteilt werden muß. Wir miiffett vor allen Dingen Zeit gewinnen. Später kann si« dann einen solchen Schlag eher ertragen." „Was an mir liegt, so soll sie sicher nichts erfahren. Graut nur schon jetzt vor dem Zeitpunkt, wenn es einmcül soweit ist. Denn, Doktor — ich fürä-te — ich fürchte, all« Selbstbesckwichtigung nützt nichts. Ich werde mich damD abfinden müssen, daß ich meinen Sohn verloren habe." „Es ist das Los so vieler in diesem unseligen Kriege. Damit müssen wir uns trösten. — Uebrigens, eh ich's vergesse, ich wollte schon immer fragen, haben Sie nie wieder etwas von dem Bruder der jungen Frau gehört? Ist er glücklich entkommen?" Der Baron strich sich verloren über die Augen. „Man soll von den Toten nur Gutes reden," sagte er langsam. „9lber von diesem Manne kann ich es nicht. Er hat mir zuviel Böses getan. Hätte er doch beinahe die Zukunft meines Hauses vernichtet." „So ist er tot?" Der Baron nickte. „Ja," erwiderte er. „Gestürzt f in der Nacht gegen einen Schlagbaum gefahren. Er mutz sofort tot gewesen sein, denn er hatte das Genick gebrochen." Schluß folgt. Die Gemeinde Burq-Gräfer,- eode beabsichtigt einen jungen sprung fähigen Eber enzukaufen. Besitzer solcher Tiere wollen sich bei umerzeichneter Bürgermeisterei melden. Hur-r-Griienrode, 23. April 1918. Grogh. Vüraermeisterei ^_ I. V. : Rahn. Mir suchen mm so artigen Eintritt einen fleißigen und strebsamen Mann als Lagerarbeiter. Auch Kriegsbeschädigte, die solche Posten versehen können, wollen sich bei uns melden. statt. Der Proich AttWn,' Friedberg. Suche zum 1. oder 15. ein tüchtiges, zuverlässiges Mai Mädchen welches schon gedient hat und Hausarbeit versteht Frau Apotheker Schmidt, Echzell. Habe für Besucher der städtischen Gewerbe-Akademie abzugeben: zirka 20 Bände Bauingenieur-Wissenschaft u. andere technische Bücher, isleihzeug, Planimeter, alles wie neu. Anfragen bitte zu richten an Bauführer. Franz Keivel, Bad- Ealzhau en. Obe rhessen. Mund groß, wachsam (Art Dobermann) $u verkaufen. Zu erfragen in der Geschäfts- ffelle der„Neuen Tageszeirun z". Schwere, braune , Stute öugfest gelernt, weil überzählig zu verkaufen bei Rudolf Vetth, Heuchelheim. Dekauntmachung. Am Freitag, den 26. April findet in der alten Post die Abgabe von Margarine Zeiteinteilung wie bei der Butteroerteilung. , ^ ® ic Pö Q be erfolgt nur gegen Vorzeigung der Lebensmittelkarten. Landwirtichast treibende und Milch erzeugende Hausham lungen und Haushaltungen, die Hausschlachtungen vorgenommen haben, sowie Me rituell lebende israelitiiche Bevölkerung, sind vom Bezüge ausgeschlossen. Für jede auf der Lebensmittelkarte verzeitynele Person werden 100 Gramm zum Prei'e von 40 Pfg. abgegeben. Friedberg, den 23. April 1618. Der stellvertretende Bürgermeister. (städt. Lebensmittel-Ausschuß) _ 2. A.: Langsdorf. w uns»mu„.. Geschäftsstelle Frankfurt a. M., Kronprinzenstraße 41. (Kronprinzenbau.) — Fernrus Römer 42011. Zurostunden: Momaa, Dienstag, Donnerstao, Freitag, nachmittags oer [ llbr. — Eefchäftsanzeigen in diesem Raum nur für unsere Mitglieder; dieselben sind kostenlos, jedoch muß bei Aus- »e der Anzeige auf die Mitgliedschaft hingewiesen werden. Bputeier aus meiner langjährigen anerkannten Reimuchr des rebhuhnf. ttal. Huhnes hat abzugeben Ta ms tag, den ll April 1818 , nachmittags 2 Uhr im Holkl „Grohherzag wird Herr Dr. Bischofs-Berlin, Geschäftsführer der Kartoffelbaugesellschaft, über: gäbe hat abzugeben Adolf Bausch, Nieder-Möllstadt. Wosö'schcr WbeiibMs Grasmäher Nom zmeifpännig ßmäittier Slopn Vf 2 ' einspännig WcliMer Hackmaschine, LLL gebraucht, noch in gutem Zustande, abzugeben I. ßosenthal, Landwirt'chaftlichr Geräte, Kieken, Fernsprecher 77. 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