U,immer N4 Dienslas. de« 23.April 1918 LI« Jahrgang» Neue Tageszettuz Z : .-„„„.«lim,«" ’ilAtmt .eben Perlten Sieoelmafetge »eüo 0 en „»** Sauer aus 8*(T«i», „51* Spinn»«»-'. K-,nggp»is- Bei Sen PostamtaUen v>er,-Ilm>r„-!i Mk. 2.40 21 um no* 2TäK«lb; M oen «.«rten mona.li* 85 Pj«. -inlchli.tzltch Trage-,-tzn. Ameigen- Grund,eile 25 Pjg„ .a.ale Zeigen °«n-«-«-in- °er»en durch -vE-chnahm. VtZen. ffi?uU«nq«ot» Frtedberg. HcheiN.e.tnng und Vev.ng -,-i°°d°,g ,Hessen,, yanau-r^-tze 4L ^rn^urecher 48. P°,t,k-4.TE° Nr. 48,2. ° M. 88 «»s!ä»v-r gkfa»»e». — G-steig-rl- Ariilienetätlgkeit in Jinli-n. — Krirgsmat-rialtranopar:- nc,— «in lüpanisch.chinrIUchca Abkommen. — Kritische Sage in Irland. Der deutsche GeueraiKalr !==: meidet: ==s W. T. O. Großes Hrrrrz-ttzttarttev, der- ZZ. April. Amtlich. Westlicher Kriegsschauplatz. An den Schlachtfronlen örtliche Infanterie-Unternehmungen. Versuche des Feindes, über den La Bassee-Kanal nordwestlich von Vethuno vorzudringen, scheiterten in unserem Feuer. Nördlich von Albert nahmen mir 88 Engländer, darunter zwei Offiziere, gefangen und erbeuteten 22 Minenwerfer und einige Maschinengewehre. Der Artilleripkampf lebte nur in wenigen Abschnitten auf. An der übrigen Front blieb die Gefechtstätigkeit in mäßigen Grenzen. Südwestlich von Altlirch machten wir bei einem Erkundungsvorstoß Gefangene. * * Gon den anderen Kriegsschauplätzen nichts Neues. Der Erste Eeneralquarliermeister: Ludendorff. Aiiendbrricht. v-rllu. 22. April, abend«. (WTB. Amtlich.) « 0 i der Welt die selbstverschuldete Beschießung von Reims als erne deutsche Barbarei hinzustellen, ist zwar verständlich, aber vergeblich zu elner Zeit, wo die französischen Batterien rm Verein mit den britischen eine französische Stadt nach der Mtc. ec n m Krümmer legen und dadurch ihre eigenen Lands- Leute dem Tod mch Verderben aussetzen. Es braucht bloß an Laon, Montöidier. Dapaume, St. Quentin und Rayon sowie wele andere Städte erinnert werden, die mit ihren Ylstorts-chen Kunstbauten in Rinnen verwandelt worden sind. Zudem haben gerade in Reims die Franzosen sich nicht ge-' M«ut. die Kathedrale zu militärischen Zwecken zu benutzen, -dem sie auf dem Turm eine Signalstation einrichteten. * FranMsche Unwahrheite«. 5 ptiL ^TB. Nichtamtlich.) Der franzS» siM Nockrichtendienst vom 20. April versucht wieder einmal durchweinen Hinweis auf die ungeheuren deutschen Verluste ote niedergedrückte Stimmung des Landes über die neueste engllsche Mederlage an der Lys zu heben, zumal auch dies- nral wieder französische Divisionen dort schwer bluten mußten: unbeschickterweise fübren die Franzosen aber hierbei die angeblrch vernichteten Divisionen und Regimenter mit Nmnmern auf. Dadurch ist es möglich, festzustellen, daß entweder ber diesen Regimentern die Toten wieder lebendig werden, »der daß die Franzosen absichtlich derart falsche Nachrichten verbreiten. Bei keinem der genannten Truppen- teile kann von einer teilweisen oder gänzlichen Vernichtung vre Rede sein. Die Konwagnien weisen kerne Verluste auf. we über das gewöhnliche Maß hinausgehen und stehen sämt-' Kein deutsches Regiment mußte infolge von Verlusten aus dem .Kampf gezogen werden. Hätten die - a ^ Cr ^ rer Behauptung reckt, so wäre das ^vigitch ein Schwachegeständnis der englischfranzösischen Heere, die nicht einmal mit den angeblich so dezimierten Gegnern fertig werden. ^ Dße mit Krrmimie« mtüw, 22. ApE Der Staats sekretär v. KLhtma«» mch der neue österreichifch.ungarifche Minister des Auswärtigen. Baron Bur tan. werden Ende dieser Woche nach Bukarest whren. um dort die Friedensverhandlungen mit Rumänien ru Ende zu bringen. Dadurch erfährt der von dem Minister von Durian kn Berlin beabsichtigte Besuch zunächst eine Berschte. bung. Er kann erst nach Abschluß der Bukarester Verhandlungen stattfinden. Ein Bund der Eltern. Bukarest, 2L April. (WTB.) In der Moldau hat sich na. rer der Bezeichnung „Liga Barintiloe sBund der Eltern) eine Bereinigung gebildet, die mit äußerstem Nachdruck die Bestta. fung jener Männer fordert, die Rumänien in den Krieg gedrängt haben. Der neue Bund richtet an die Bevölkerung einen Aufruf, in dem in leidenschaftlichen Worten der Erbitterung breiter Schichten des Volkes gegen die Politiker Ausdruck gege- den wird, die das Land ms Unglück stürzten. Der Aufruf führt die folgenden Pcogrammpunkte des neuen Bundes an- 1 Der Bund treibt keine Politik. Er ist aus dem Schmerze und der -Lrauer der Nation hervorgeaangen. 2. Der Bund wird von der Regierung verlangen, daß sie sofort nach dem Friedensscklutz die Politiker zur Verantwortung zieht, die das Vertrauen des Landes mißbrauchten und das allgemeine Unglück verschuldeten 3. Das Vermögen der schuldigen Politiker soll beschlagnahmt uud far die Unterstützung mtttelloser Eltern benutzt werden, die ihre Soyne im Kriege volleren haben. Berlin, 22. April. Ueber den Stand der Perhand- inngen zwischen Deutschland und Holland erfahren wir folgeirdes: Die wichtigsten Verhandlungen Ziehen sich auf JP 1e !i“ nfferitn 0 . des am 31. März abgelaufenen Wirt- schastsvertrages Die Verhandlungen scheinen einen be- Medrgenden »erlauf zu nehmen. Wir sind bereit, an Hol» äii liefern, während wir unserer- leit^ von Holland aus den eigenen holländischen Vorräten ^^bniilol. besonders Butter. Käse. Gemüse und Fette erwarten.^ Daber Mden zurzeit andere Verhandlungen »wischen einer holländischen und einer deutschen Kommission statt, zur Herbeiführung einer Vereinfachung betreffend den . »stausch des in holländischen Häfen liegenden Sckiiffs- raumes gegen Schiffe, die sich in der Macht der Entente be> ffnden und die Brotgetreide nach Holland bringen sollen. »it Krschielnncr von Paris. Paris, 21. April. ^ (WTB.) „Ercelsior" beziffert die Zahl ^ ^ch^vung üon y ati5 ^ weittragende ^ insgesamt 354. nämlich auf 118 Tote und 2*6 Verwundete. Das Blatt bemerkt, diese 29tägtge Beschießung ennnerr an dre Beschießung von Paris im Jahre 1871. die dauerte und im ganzen 474 Opfer forderte, nämlich 105 >u>tt uno 369 Verwundete P-rlo. 25. April. (WTB.) Meldung der Ag-uce Saoas Da- weittragende Geschütz setzte die Beschießung von Pari- am 6»nntag fort. E- sind leine Opfer zu verzeichnen. . 22 ‘ Di- Gesamtzahl der Opfer d„ Fern- »eMietzung vom vergangene» Dienstag beträgt 3 Tote, darunter firben Frauen, und 23 Verwundete. Die Splitter eines Geschosses zrrstan-pitcn das Stiatzenpflaster und rissen Steine aus.. Eine z-relie Granate rtel auf einen Bauplatz, ein Baumstamm wurde vollständig drirchgeschnilten Ein drittes Geschoß fiel in eine Nebrilt Dort wurden drei Arbeiter und Arbeiierinnen getötet {*!!*** 1 0ez I! untKt Dn Werkmeister der Fabrik wurde buch- Ern anderes Geschoss riss eine Schonen in Zwei Stücke. Di- Matrosen warfen sich n Jame " mit dllem k-lten Bade davon. An einer anderen Stelle wurden weitere drei Personen getötet und zwölf meyr oder we?.kger schwer verletzt. » me ’i tn aus 550115 den Beginn der teil- » isen Evaluierung von Paris. Infolge der schweren Beschie- bung-,ollen zunächst -MlM Einwohner nach au-wäri- gebracht 23. April. Der Pariser „Temps" meldet die Eva- ™ n , St ; Dmer und Et. Po!. Der ..Matln" meldet. Bel- fott und Spinal werde« von der schweren Artillerie beschoss«» ein chint8!ch-snpnm!lj?kr Geheininttlrag. London, 22. April. (WB.) Reuter. „Dcnly Mail" 5 lCntfin 16 : dlvril: Nack Meldmrgen ' T" hTUrbe Cm ^kiger Geheimvertrag Aschen Ehrna und Japan abgeschlosien. ?ie lriiche Opposition. London,21. April. (WB.) Meldung des ReutersDen Bureaus Der infcbe nationalistische Abgeordnete Devlin bat in Bel.ast vor erner Menge von mehreren Tausend Per- for&erte bte ^ dringend auf. in oder We,,e dem Wehrpflichtgesetz die Anerkennung zu per- sagen, ^ndem sie diese Haltung etnnabm^n, saate Devlin kncrden sie nur dasselbe tun. was die Ulstermänner gegen^ Wer Homerule getan hätten. ^ ^ Irland unter Militärkommando. London, 21 Avril. (WB) „Daily Ehronicle« erfährt ® orf: Die Militärbehörden übernahmen die hanpt- achüchsten Eisenbahnen. Postämter und Telephonbureaus ln Irland. Die Dienfrpslichi in Irland. London, 21 . April. (WB.) Renter-Melbimg. Die Polizei entfernte gestern alle Waffen und Munition ans den Buchsenmacherläden in Dublin. Wie gemeldet wird ist eine ähnliche Maßrege! in ganz Irland dmchgeführt worden. Amerika. Militarismus. der fetzten Zeit wurdo mebrmals aufmerksam gemacht, daß die Strafen der englischen Militärgerichte durchweg sehr viel höher sind als die in Deutschland üblichen. Von der ame- rttanrschen Armee gilt das gleiche. In einem Uebunaslager in Muflachusetts stand kürzlich der Sergeant William Ninke vor Gericht,^veil er folgende Aeußerung« getan haben sollte: „Ich werde für die Bereinigten Staaten kämpfen, solange ich auf dieser Seite des Ozeans bleiben darf, schickt man mich ober auUie andere Seite, so werde ich nach eigenem Ermessen handeln - „Wenn ich drüben eine Abteilung kommandieren soll, so werde ich zu den Deutschen üdergehen. ob sie schwach oder stark an Zahl sind." w u ™ Strafbare Äußerungen ohne Zweifel. Urteil? — Drei, brg Jahre Kerker! Humbug. ~ *, Basel. 22. April. Dem „Echo de Paris" wird nach einer Parster Havasmeldung au» Washington mitgetetlt. daß demnächst große Kalilager in den Bereinigten Staaten den Alliierten zur Verfügung gestellt würden. Diese Lager seien bet wei. tem ausgiebiger als diejenigen Deutschlands. Die Führer der amerikanischen Finanz- und Zndusttiewelt befaßten sich bereits mit der Notwendigkeit des Zusammenwirkens mit den Entente- machten nach bem Kriege. Da. ..Echo de Paris" veröffentlicht <«^^bnde Ettlärungea des Prästdenten des Kalifyndikats. (Bet dieser dLrtte der Wrmsch der Vater de» Seda», Lew» fetL Bisher hat man in Amerika Kalifunde von nennen-, werter Ergiebigkeit noch nicht gemacht und war völlig von Deutschland abhängig. Die schlechten Ernten in den letzte, xrtegsjahren sind denn auch zu einem großen Teil auf den Ma» gel au deutschem Kali zurüctzuführen. Die Red.) Die Friederwrrsalniiott. Berlin, 22. April. (WB.) Die Mitteilung einer Korre. spondenz, daß zwischen der Regierung und der Reic^taas- Mehrheit Verhandlungen über die Außerkraftsetzung der Fnedensresolntton im letzten Sonrmer schweben, ist, wie di» „Nordd. Aüg. Ztg." meldet unrichtig MkM! Dkl dGikjdk fnn, -g iü kg nicht dastkülk. Kennzeichnend für den Radikalisnlus ist es von jeher ge- wesen daß ec selbst ungescheut und ungestraft alles zu tun und zu lasten glaubt, was er bei anderen von Erund aus verdammt und wmteilt. Dafür gibt eine Abhandlung in der Frankfur- ter „Volksstimme" über den bekannten Brief Kaiser Karls eine, schonen Beleg. Das Blatt schreibt u. a.: „Ein junger Herrsche, von raschem Entschluß, den das brennende Verlangen nach Veen, digung des Blutbades peitschte und die ungeheure innere Wirrnis jenes Oesterreich, in dem sehr große Volkstetle offen das Verlangen nach Zerreißung des Staatwesens ausshrachen, vor. wärts trieb, hat er getan, was nicht seines Amtes war: ' ohn« dem Minister, der die Verantwortung trägt, ein Wort zu sagen. Hot er Verhandlungsversuche emgeleitet . . Und nochmals- dag Ccnze ermutigt die Entente zum Ausharren: die Kanonen di. Karser Karl zu Ehren des Bündnisies an der Westfront ertöne, laßt, dieses traurige letzte Mittel der Regierenden, schweige« auch aus der anderen Seite nicht. Ein grausames, fürchterliche, Verhängnis, daß die beste Absicht scheitert und das Unheil ver. mehrt. Also Kaiser Karl hatte die beste Al<,cht. er wollte seinem r-ande den Frieden bringen, aber der Erfolg mar der. daß de, Feind zum Ausharren ermutigt wird. Za. verehrte „Volks- stimme . trifft denn nicht ganz genau das gleiche bei der Frie» densentschließung der ruhmreichen Reichstagsmehrheit zu"> Mtt dem Unterschied freilich, daß diese Mehrheit nicht von der bester; Absicht gekettet war, sondern daß ihr der „Wille zur Macht" und Rechlhaberei die Ursache gewesen ist. Im Steuertrubel. Aus Berlin schreibt man der „Südd. Ztg."s der Segen kommt von oben! Nur wird er nicht überall als solcher empfunden. Ter Krieg hat uns das „Denken rn Mlllrarden" zur Gewohnheit gemacht: nur auf ore selbswerstandlrche Konsequenz daraus, auf das Auf. von Mlllmrdenvorlagen auch mrf dem steuerpoli- tmen Gebiete, rst man bei uns noch nicht recht gefaßt gewesen. Und doch haben gerade diejenigen Parteien und ihre „erleuchteten" Führer, die in ihrem rechthaberischen Dok- tnnansmns bis heute an dem serbsttnörderisck-en Gedanke» des Verzichts auf jederlei Kriegsentsck-ädigung festhalten,— „angenommen, eine ganze Natton fasse vermittels des demo- kratrschen Systems Entschlüsse, die ihr Unglück herbeiführen: dann rst doch immer das Prinzip gerettet....", so schrieb die „Frankfurter Zeitung" am 4. Dezeniber 1917- ^rteien des „geretteten Prinzips" also haben am wenigsten Grund, ob des kolossalen AnsGvellens der Steuer- .^oen zu klagen und zu trauern. Denn dieses Drei- nnlliarden-Steuerbukett zur Deckung allein der Fehlbeträg« L ür -? nb 18 mtrb ein Kinderspiel gegen das sein, tva* un§ erb uht wenn uns der abgeschlossene Friede den Kriegs, kostenersatz durch den Feind nicht verbürgt, wenn also die volle Zinsenlast der Kriegsausgaben von u1t§ selbst durch ® CIiern ' Abgaben und Monopole aufzubringen sein wird, wenn das demokratische „Prinzip" zwar gerettet, die Natio« aber ms Unglück gestoßen sein wird. Natürlich braucht deshalb die grundsätzliche Anerkerv nung der Notwendigkeit, die gewaltigen Fehlbeträge deb Rerchshaushalts unverweilt zu decken, nickt auch die An. erkennung gerade dieser Steuerauswahl und -bemessung zu bedeuten. Und so wenig es schon im Augenblick möglich sein kann, über die rnnfangreichen und komplizierten Enk. Wurfe erne Ueberblick zu gewinnen, der die genngcmden Urv terlagen für eine erschöpfende Kritik bietet, so wenig wir- heute schon über die Systenrlosigkeit der neuen Vorlagen, |L l . e * e2) . eri 6^ßen Gesichtspunkts, jeder programmatischen RrchLlrnre entbehren, irgend ein Zweifel obwalten können. Wre wrr es hrer in jedem Betracht nur mit einer Ueber- gangs-Stenermacherei zu tun haben, so scheint Grat Roedern auch sich selbst nur als den llebergangs-Schatzsekretär anzusehen, der töricht wäre, überließe er die harte Arbeit der grundlegenden, organischen Finanzordnung, der finanziellen Reichserneuerung an Haupt und Gliedern nicht seelenruhig dem, der nach ihm kommen wird. Trotzdem gebührt der Steuerpolittk, welche er mit dieser Dreimilliardenfordernng erngeschlagen hat. in einem wichtigen Punkte uneingeschränkte Anerkennung. Das ist die vollkommene Schonung der Emzelstaaten und der diesen vorbehaltenen direkten Be^ fteiieninß die Deckung des gesamten Mehrbedarfs alle!» durch indirekte Steuern und Angaben. Wenn man hierin , ^ entschlossenen Willen der Reichsfinanzverwaltting zur Umkehr auf den Boden der alten. Bismarckschen Finanz- polrnk wenigstens in den entscheidenden Fragen — et- tmtfen darf, so könnte man dem vorgelegten Steuerbukett vieles Nachsehen, was nran sonst an ihm autzzusetzen hätte' unter der Voraussetzung freilich, daß die gegenwärfige Re- ? -f t Un0 . Ltegt, lvrrs niemand befttstten wollen; datz tt auf KSm 'oo^ geschlagenen ober auf ähnlichen Wegen gedeckt werden kann, scheint zweifelsfrei. Ebenso, dah diese ganz außerordentliche Belastung der Genußmittel, der Börse und des Verkehrs bw zu der vorgesehenen Höhe noch erträglich ist unter der amen Voraussetzung: der in absehbarer Zeit in Aussicht sehende Friedensschluß darf nur unter solchen finanziellen \mb wirtschaftlichen Sicherungen, Schadloshaltungen und Kriegsentschädigungen erfolgen, welche uns den schnellen Wiederaufbau und das Wiederaufblühen unserer Volkswirt- sckfaft gewährleisten. Sonst wird der Dreimilliardenentwurf des Grafen Reedern, wie gesagt, ein Kinderspiel sein gegen das, was kommt! MtümmheMr und Fan-wirtichaft. Die große Bedeutung, die eine einigermaßen zuverlässige Wettervoraussage für dis Landwirtschaft haben würde, leuchtet ein. und es ist begreiflich, wenn die ältesten Wetterwarten unserer Gegend, die in Weilburg und Gießen, mit landwirtschaftlichen Unterrichtsanstalten verbunden waren. Leider ist es jedoch um die Zuverlässigkeit dieser Ankündigungen auch heute Noch Übel beMllt. Völlig in der Luft schweben natürlich die Prophezeiungen, die sich auf einen fernen Zeitraum ^ziehen. und mit Recht hat einer unserer angesehensten Meteorologen, Dr. Steffens, in einer Polemik gegen einen österreichischen Fachgenosien, der letzten gerbst einen frühen und harten Winter ankündigte, darauf hin- gewiesen, daß wir nach dem heutigen Stand der Wisienschast nur auf 24 Stunden eine einigermaßen sichere Prognose stellen könnten Da will der eine aus dem Vorkommen von Eisbergen in nördlichen Meeren, de: andere aus Sonncnflecken oder dem Verholten der Tiere auf einen kühlen Sommer einen frühen Winter schließen: die Haltlosigkeit dieser Prognose ist längst erwiesen. Für 1817 war von verschiedenen Seiten und mit verschiedener Begründung ein kühler Sommer geweissagt: so von dem Sachverständigen des Frankfurter General-Anzeigers vom 22. Febr.,' so von Tr. Hennig in der Leipziger III Zeitung vom 10. Mai. Dieser schreibt: „Das einzig sichere (?) Mittel, eine leidlich zuverlässige Antwort zu erhalten, besteht in einer Prüfung früherer ähnlicher Verhältnisse. Alle die unzähligen sonstigen Methoden. an Hand von Bauernregeln, willkürlich ausgeklügelten Mondhypetesen und anderen Hilfsmitteln, deren Zurerlässigkeit stets mit um so größerer Sicherbeit von ihren Erfindern verfochten wird, je wertloser sie sind, die Witterung auf Wochen und Monate vorauszubestimmen, muffen als völlig wertlos bezeichnet werden. Das Thema unserer Untersuchung spitzt sich daher auf dir Frage zu: wie waren früher die Sommer beschaffen, die aus strenge und lange Winter zu folgen pflegten?- Nach Henntzs Behauptung folgen auf solche Winter in der Regel kühle Sommer (??), und so kommt er zu dem Ergebnis: „Die hohe Wahrscheinlichkeit spricht für einen kühlen Sommer. Diese Feststellung deckt sich vollauf mit den Feststellungen von Hellmann» Hann And B«chre." Wie gründlich er sich samt seinen Gewährsmännern geirrt bat. ist noch in frischer Erinnerung. — Es wirkt erheiternd. Denn gelegentlich die Wetterpropheten allen Ernstes verfichern. ihre Voraussage sei ganz richtig gewesen, das Wetter sei eben abnorm. Im Gießener Anzeiger war (3. Febr. 1917) wöttlich zu kesen „Die gegenwärtige Kältepertode stellt, wie wir erfahren, gknen völlig abnormen Zustand "dar. da eigentlich das Wetter läng st einen Umschlag erfahren haben müßte" Es ist allerdings auch nicht schön von dem Weiter, daß es den Berechnungen der Herren Gelehrten nicht folgt. Nrcht Diel besser steht es indessen mit der Voraussage auf kürzere und kürzeste Frist, von heute auf morgen. Die Wetterlage in den angrenzenden Bezirken, Windrichtung, Barometerstand und dergl. geben hier einen gewissen Anhalt, aber von Zu. ftettässigteit sind die darauf gegründeten Schlüsse doch sehr weit entfernt. Einen krassen Fall von weltgeschichtlicher Bedeutung haben wir kürzlich erlebt. Dü» große Offensive war auf den 21. Mörz festgesetzt. Die Sachverständigen hatten für diesen Tag schönes Wetter verheißen: statt dessen herrjchte — undurchdringlicher Nebel! Als Minister Braun den Landständen die lleber. kmhme der Kosten der Wetterdienststelle mundgerecht machte, berief er sich auf angeblich 86 Prozent Treffer. Die Zahl ist hinterher nicht zu kontrollieren, will aber, auch wenn sie richtig ist, nicht viel besagen. Bleibt dos Wetter wochenlang konstant, so kann man leicht eine große Zahl von Treffern buchen: einen unerwarteten Mitterungsumschlag treffen dis Gelehrten fast nie. Aber auch wenn die Voraussage von heute auf morgen durch- Mrs zuverlässig wäre: de: Landwirt hätte davon auch nicht den geringsten Nutzen. Karrn es ihn bestimmen, für morgen den Beginn des Heu- oder Getreideschnitts anzufetzen, weil er morsen gutes Wetter zu erwarten hat. wenn auf den heiteren Tag Vielleicht tage- oder wochenlang Regen folgen kann? Noch etwas kommt hinzu Die sommerlichen Regen sind meistens gewitterhaften Ursprungs. Nun sind aber bekanntlich Gewitter öttlich oft so begrenzt, daß über eine Gemarkung ein wollenbnrchartiger Regen niedergeht, während wenige Kilometer davon kein Tropfen fällt. Niemals wird es menschlichem Witz gelingen, den Ort. wo ein Gewitter sich entlädt, vor. herzusogen. Damit allein ist aber die Nichtigkeit aller Wetterprognosen schon bewiesen; mit Ankündigungen wie: Gewitter. Neigung, lokale Gewitterregen u. ä. ist dem Landwirt natürlich Nicht gebleut. * Schließlich ist auch die Form der Ankiürdigung oft zweideutig und irreführend Es war z. B. von Gießen aus heiteres Wetter prophezeit, hat aber hier geregnet. Die Prognose lautet: Fortdauer der bestehenden Witterung. Ja. welcher denn? Des heiteren Wetters, das vielleicht in Gießen wirklich ge- Mdtijchkr Lanwirilchlisigdeirikb. Schadenfreude ist keine schöne Eigenschaft, ttotzdem möchte Ae uns überkommen, wenn wir hören und sehen, wie sie ln den Städten Landwirtschaft treiben. Wir haben schon dargelegt, wie die Städte, die früher über einen Pfennig Milchpreis- Erhöhung Zeter und Mordlo geschrieben haben, Milch für XM sffdtt von Sck-ee y«svttMttN «. m wL" |MK KM mU erbauliches kn der JVMfcfttmne*. Auf den Niederhofen treibt die Stadt Frankfurt «nt Main Schweinemast. Dem genannten Frankfurter Blatt Dird dazu beschriebe«: „Auf den Rtederhöfen dürsten zurzeit nur noch etwa 140 Stück Schweine sein. Zar Verwaltung dieses geringen Schweinsbeftarwes sind vorhanden: ein Ober- verwalter, ein Oberfchweizer, ein Buchhalter, ein Oberknecht, drei Knechte, zwei Arbeiter für die Schweineställe und fünf Gefangene. Von diesen Gefangenen werden allerdings einige für die Privatarbeiten des Oberverwalters und des Buchhalters mitvenvandt." Es wurde ein Pferd gekauft, der Herr Ober- vorwalier nahm sich den „Direktor" der Kleinviehhaltung auf den Riederhöfen, einen ehemaligen Weinreisenden Mehler, bei dem Kauf mit, der keine Ahnung von Pferden hatte. Als dann das Pferd im Besitz der Riederhöfe war, ließ der Oberverwalter den Verwalter vom Mainwasen und den Tierarzt Horneck kom. men, die beide das' in der „Voiksstlmme" bereits gekennzeichnete Urteil abgaben, daß das Pferd ein alter Klepper wäre, der nur herausgeputzt worden fei. Nette Zustände! Wer Läßt das veröffentlichen? lieber die Ernährung der Stadtkinder auf dem Lande wird durch das Wölfische Vuceau den Zeitungen schon wieder eine Auslassung zur Veröffentlichung zugesandt, die nicht erkennen läßt, wer diese Bestimmungen getroffen hat. Es muß rundweg als ein Unfug bezeichnet werden, der mit der Presse getrieben wird, wenn ihr durch ein offiziöses Bureau Notizen zur Veröffentlichung zugestellt werden, dis sich dann womöglich als irreführend Herausstellen. So war in einer den Zeitungen vor einigen Monaten ebenfalls — namenlos — vom Wolffbureau übermittelten Auslassung zur Ernährung der Stadtkinder auf dem Lande gesagt, daß den Landwirten, die sich zur demnächstigen Aufnahme von Stadtkindern verpflichten, gleiche Mengen an Getreide. Hülsenfrüchten und Kartoffeln zu belassen sind, wie für Angehörige ihrer Wirtschaft. Die Reich 5getreidestelle erklärte das für unzulässig und wies die Landwirte darauf hin, daß sie sich strafbar machen würden. In der jetzt den Zeitungen zugegangenen Auslassung findet sich wiedor dieser Hinweis. Es muß daher die Frage aufgewor. feit werden, wer die ofiiziöfe Nachrichtenstelle denn eigentlich mit diesen Notizen versieht. Grundsätzlich sollte von allen Kriegsstellen ihren Mitteilungen die Herkunft vorangesetzt werden, da- mit die anderen Stellen, die davon berührt werden, sich gleich mit ihnen direkt auseinandersetzen könnem Vom Felde der Ehre. Affenhelm. Dem Sergeant Krmpel bei einem Feld- Artillerie-Regiment wurde wegen hervorragender Tapferkeit das Eiserne Kreuz erster Klasse verliehen. Das Eiserne Kreuz zweiter Klasse und die Hessische Tapferkeitsmedaille erhielt er schon früher. Herzlichen Glückwunsch! Niedcr-Florftadt. Der Unteroffizier Fritz Kern, Sohn des Milchfuhr marines Kern, wurde zum Sergeanten befördert. Das Eiserne Kreuz und die Hessische Tapferkeits- Medaille erhielt er schon früher. Wir gratulieren! Ans der Heimat. Eine interessante Streitfrage dürste demnächst zwischen maßgebenden Körperschaften bezw. Behörden voraussichtlich zu entscheiden sein. Infolge der israelitischen Osierfetertags wurden auf Anregung der Viehhändler auf Anordnung des Starkenburger Viehhandelsverbandes, die Auflieferung der Schlacht» tiere in der Provinz Strrkenburg in doppelter Zahl vorgenommen, dte Hälfte der Tiere aber für die nächste Woche zurück- gestellt, da in der jüdischen Osterwoche keine Tiere aufgeliefcrt wurden. Während der acht Tage ist nun an den Tieren resp. an dem Fleische ein außerordentlicher Gewichtsverlust entstanden der nach den Aussagen Sachverständiger etwa 12 000 Mark beträgt, den nach -bisherigem Gebrauch die Mctzzger zu tragen haben da sie das Stallgewicht nach Abzug der 5 Prozent zahlen müssen, wobet das Mindergewicht außer diesen 5 Prozent manchmal bis zu 15 Prozent und noch mehr beträgt. Bis zu 15 Prozent Gewichtsverluste müssen die Metzger auch noch zahle«. Da nun im vorliegenden Falle die Metzger-an der Verzögerung resp. dem durch die verspätete Verteilung entstandenen Verlust keine Schuld tragen, soll die Stadt resp. der Vtehhan. delsverband für den Schaden aufkommen. Man darf gespannt sein, auf welche Weise die Sache geregelt wird. Vernichtung der Saatkrähen. Der Abgeordnete Lang. Michelstadt hat folgenden Antrag im hessischen Landtag gestellt: Im Odenwald richten die Saatkrähen, welche zu Hunderten auf den eingesäten Feldern einfallen, sehr großen Schaden an. Gerade zur Zeit des Krieges, wo es an Saalfrucht fehlt und alles sehr knapp ist. muß ein Mittel zur Vertilgung der Krähe gesucht werden, weshalb ich die Kammer bitte an die Grobherzogliche Negierung das Ersuchen zu richten: Mittel zur Verfügung zu stellen, daß die Großh. Oberforftereien in die Lage versetzt werden die Saatkrähen mit allen zu Gebote stehenden Mitteln zu vertilgen. Viele Landwirte erkenne« dir Sommerzeit nicht an. In vielen Orte« — Euntersblum. Gimbsheim, Eich und anderen mehr — behalten die Landwirte die bisherige Zeit bei. weil insbesondere die Ausführung der landwirtschaftlichen Arbeiten nach der Sommerzeit überaus nachteilig wirkt. Es wurde durch die Ortsschelle der Beschluß bekanntgegeben, die bisherige Zeit betzubehalten Auch in Oberhessen, wir nennen die Gemeinde K a t ch e n bekümmert man sich nicht um die „verrückte" Zett. Großes Fischsterben im Untermal«. Wir lesen im „Frankfurter General-Anzeiger": „Die Fischer- und Schlffergenossen- schast Sachsenhausen schreibt uns: Wer Gelegenheit hatte. Ende voriger Woche an den Main unterhalb Höchst zu kommen, konnte Tausende und Abertausende Fischteichen darauf schwimmen sehen. Dieses -rohe Fischsterbe» war durch das Ablassen Luhert Listiger Abwasser in den Main seitens einer cheurifchmr Fabrlß's verursacht worden. Die Untersuchung der taten Fische erga-, daß deren Augen aus dem Kopfe herausgetrettn und die Bäuche ganz dick augeschwollen waren. Der Umfang des Fischsterbens erhellt sich am besten daraus, daß die toten Fische von unterhalb Höchst den Main hinunter bis in den Rhein die Wasseroberfläche bedeckten. Die Menge der zugrunde gegangenen Fische wirb von Sachverständigen auf 30 bis 40 Zentner geschätzt, ohne dis Sämlinge, die dem Auge nicht sichtbar sind und deren Vernichtung eine Schädigung des Fifchbestandes auf viele Jahre bedeutet. Eine Untersuchung ist durch das Königliche Wasserbauamt bereits im Gange. Nach Feststellung der Ursache wird die Flörs« heimer Fischerzunft eine Entschädigungeklage gegen die betreffende Fabrik anhängig machem Es wäre an der Zeit, daß derartigen Vorkommnissen von den zuständigen Behörden durch hohe Geldsttafen Einhalt getan wird, denn bei der heutigen Le- bensmittelknappheit bedeutet dieser Vorfall ein großes Verbre» che» an der Volksernährunz." Wir stimmen dem vollständig bei. Dieses Verbrechen ist umso größer, weil die in Frage kommenden Fabriken Millionen und Abermillkonen verdienen und für Geld auch Vorrichtungen schaffen könnten, daß die giftigen Abwässer auf eine andere Art be» seitigt würden als durch Verpestung der Flüsse und damit Vergiftung der Fische. Gambach, 19. April. Dte Zeichnung der achten Kriegsanleihe in hiesiger Spar- und Darlehenskasse hatte ein sehr erstell- liches Ergebnis. Es wurden von 201 Zeichnern 185 400 Mark gezeichnet. s7. Kriegsanleihe 145 Zeichner 105 600 Mark). Dis hiesigen Schulkinder zeichneten bei der 8. Kriegsanleihe 816b Mark, die Gemeinde 10 000 Mark. FC. Gießen. 21. April. Die Stadtverwaltung hat zur Förderung der Vohnenzucht aus ihren Waldungen 3500 Fichten- Vohnenstangen anfertigen lassen, die in Gebinden von 25 Stück zum Preise von 5 Mark ausgeyeben werden. FC. Crrnberg, 21. April. Mit dem Eisernen Kreuz 1. Klaff» wurde Freiherr Josef von Keltler. Leutnant und Adjutant t« Feld-Artillerie-Regiment Nr. 68, ausgezeichnet. Aus Starkenburg. Darmstadt. (Eine weltbewegende Frage.) Die Rangordnung der Orden und Ehrenzeichen, soweit sie an der Ordensschnalle getragen werden, hat Zu Meinungsverschiedenheiten Veranlassung gegeben, weshalb der Groß- Herzog besttnrmt hat, daß das Kriegsehrenzeicbrn, die Tapferkeitsmedaille, das allgemeineEhrenzeichen für Kriegs- Verdienste, das Militärsanitätskreuz, das Kriegsehrenzeichen und das Ehrenzeichen für Kriegsfürsorge unmittelbar hinter dem Eisernen Kreuz zweiter Klasse und vor den übrigen Orden und Ehrenzeichen anzubringen sind. Das Militär- fanitätskreuz und die Tapferkeitsmedaille sind in der Ran^ vrdnung zu streichen. FC. Aus dem Odenwald, 21. April. In Friedrichsfeld wurde ein Hamster verhaftet, der in Körben verpackt ein zerleg, tes Schwein und Kalb von hier ausführen wollte. Das Fleisch wurde beschlagnahmt. Aus Rhrinheffen. FC. Eich, 21. 8^»ril. Die Täter des dreisten Ginbruchdieb- stahls in der Löwenbrauerei wurden ermittelt. Es ist dies di« Aufseherin der hiesigen Trockenmerke, dte noch mehrere Arbeiter der Werke zur Beteiligung an dem Diebstahl verleitet hatte. Ans Hesskn.Naffon. FC Bierstadt, 21. April. Der 11jährige Schüler Roth vo» hier, der ein ziemlich vogelfreies Leben führt, hat dem Kaufmann Stiehl den ganzen Spinat gestochen und in der Stadt verkauft. FC. Rüdecheim, 18. April Eine in Turnerkretstn weit und breit bekannte Persönlichkeit, der Hotelier Stephan Jung, ist hier nach kurzer Krankheit im 88. Lebensjahre gestorben. Im Jahre 1845 hatte der Verstorbene die Anregung zur Gründung der Turngesellschast gegeben, aus vcr sich im Jahre 1847 dir heute noch bestehende Turngemeinde bildete. Mit ihm ist ihr letzter Mitbegründer dahingegangen. FC. Oberlahnftcin, 21. April. Der Anttag des Magistrat wurde von den Stadtverordneten angenommen, daß der Ras- säuischen Möbelindustriegesellschaft mit einem Anteil vbn 5000 Mark beizutreten ist. Eine längere Debatte entstand wegen der Einführung der Kundenltsie bet der Brotabgabe. Hierauf machte Bürgermeister Schütz als Antwort die auf aufsehenerregende Mitteilung, daß die Stadt 14 Tage kein Brot habe oder dte Brotration verringern müsse, wenn nicht die Kundenliste ein- geführt würde. Dunkle Machinationen seien am Werke gewesen, wo die Schuld liege, wisse er nicht. Kirchliche Uachrichten. Gottesdienst in der Stadtkische. Mittwoch, 24. April, abends 8% Uhr: Kriegsandachik. Herr Pfarrer Ritter. Gottesdienst im Stadtteil Fauerbach. Mittwoch, den 24. April, abends 8X Uhr: Krtegsandacht. JtliriltÄdtklMjrijfriSSSKÄÄ’ÄÄi Offene Stellen: 5 Knechte. 3 Tagelöhner, 1 Knechtefamilie, 1 Kutscher, 1 Schmied für Gut, 2 Glaser, ü Schreiner, 1 Feldmävchen, 8 Dienstmäqde» 2 Haushälterinnen, 12 Hausmädchen, 4 Küchenmädchen, 1 Köchin. Für besetztes Gebiet, Hilisdienftpfltchtiqe: 10 Mann für schwere Dienste. 1 Ofensetzer. 1 Schneider. 2 Schuhmacher, 1 Sägemüller, 1 Ordonnanz, für Bataillon, 1 Pstrdepfleger. SteHensrrchender N Mehrere Melkerfamilien und ledige Melker, 2 Melkerinnen^ in einen Stall, 2 Fräulein für Büro, 1 Wirtschafterin. Verantwortlich für den politischen und lokalen Teil: Ottch H i r f ch e i, Friedberg; für den Anzeigenteil: R. Heyner« Friedberg. Druck und Verlag der „Neuen Tageszeitung*, L. <&„ Sstiedberg i. L- * Grane Gefahren. %3!!ion aus der Gegenwart von M. Gvntard . Scho». ^ , , Nachdruck verdaten. . "^se Tsilnahiiilosigkeit ist unser größter Feind," sagte eines Tages der Medizinalrat zu Herrn von Weckheim ,le nur die mindeste Anteilnahme zeigen wollte. L/Ucht einmal nach ihrem Gatten fragt sie." j, ;; 5ßieWeid > t sie ihn vergessen. Kommen solche Fälle ,O, natürlich! Gewiß! —" Der Medizinalrat zögerte und schwieg. „Was ist zu tun. Doktor? Es muß doch einen Weg geben, sie dieser Gleichgültigkeit zu entreißen." 0 Der Arzt zögerte noch immer. Zweifelnd sah er den x^aron von der Seite an. aber"-" nidft neugierig sein, Herr Baron — „Was aber? Reden Sie doch keinen Unsinn, Duktor! bc 'X e kennen uns doch. Lenk ich! Also was ist es. was ~ &er Erkrankung der gnädigen Frau muß etwas auranf gegangen sein, ein Ereignis, ein Vorfall, der sie lief erschüttert fat. Dieser Schreck — dieser Druck hält sie noch dann. Und solange der nicht behoben ist, kämpft alle ärztliche Knnst vergebens. Wenn eine Sorge oder eine j,"}“! ° u , f ’ ßr lQftet ' so muß sie von ihr genommen werden, oast stecht „e »mg nach und nach dahin." „ f ^ e i rr ® erff,eim antwortete nicht sofort. Mil düster gefurchten Brauen starrte er vor sich nieder. Sein» Hand krampfte sich fest um die Lehne des Schreibstuhls. ^bizinalrat störte ihn nicht. Er wußte, daß der schweren Erkrankung der jungen Frau eiwas Bestin,mt-s zi'grrwde lag. So etwas kam nicht von ungefähr nnd außerdem hatten ibm die abgebrochenen Werte und Sätze wahrend des Fiebers genug gesagt. - S /'"wen Minuten hob der Baron den Kopf. „Sa, Mtdrzinalrat, es ist etwas vorgeganaen. Etwas, das wohl geeignet ist, so em kleines, schwaches Frauenzimmerrben über ^H°ufen zu werfm. Äit 's doch sogar mich alten Knaben M geschüttelt. Na — also! Sie wissen ja, ich hatte den Bruder meiner Schwiegertochter hier zur Pflege/ Na, und als er beinahe gesund war und gerade davor stand, in ein Gefangenenlager uberführt zu werden, ist er geflohen, nnd Mar nnter Umstanden, die mich vermuten ließen, daß seine Schwester ihm zu dieser Flucht geholfen habe. Na und da können sie sich ja denken, daß ich nicht gerade -nM ?' ' * ,e /’ r liebenswürdig gewesen bin. Ich hatte niich für den Burschen verbürgt." Er schwieg kurz. Man sah ihin an, wie peinlich es ifim war, von der Geschichte zu sprechen. ' 0 " faffsÄtTi* ^ ,e ": f ®° r0 . n - Erregung war jeden- "Ekjgk- Mer ich meiste, wenn die gnädige Frau sich schuldig gesuhlt hatte, wäre ihr das alles nicht so nahe ac- gangen. Nach meiner festen Ueberzeugung hat sie nicht? davon gewußt. Baron sah unsicher auß „Ich glaub' es jetzt ja auch! sagt? er gepreßt. „Freilich, damals —" 7^" Sie zu ihr! V-elleickit genügt das lchot,, ne. aus diesem stumpfen Hinbrüten aufzurütteln. Sprachen Lie mir ihr. schaden?^" iä> i>en " ? fi “ nnte i6r bie Aufregung nicht «ÄS XT “* — ->>»"-«- ->« -««- „Dann will ich sofort gehen, Doktor! Begleiten Sie mich mit nach oben. Sie können dann beobachten, wie eZ rhr bekommt." . „Natürlich will ich mit dabei sein, lieber mb STnef tor wollen doch warten bis morgen früh. Ich werde d>nn Mt mit rhr sprechen, sie ein wenka vorbereiten, illw ans Wiedersehen, Baron! Und den Mut nicht verlieren? Wir weroen sie uns schon erhalten. Wenn das Wiedersehen mit ->hnen nach Wunsch ablänft, dann können wir auch bald daran denken, ihr das Kind zu zeigen." XXV. Wochen waren ins Land gezogen. ES war Frühling geworden. ö Detr.: Anbau- und Ernteflächen, erhebuni im Jahre 1918. Ke?; an utm ach uikg Im Hinweis mütz 1 der Bekanntmachung Grogh. Ministeriums des im ^mtsverkündigunas- blatt Jlr. 73 vom 18. April 1 e^eht an iämtl'chehiefizen Grund- ergent >mer, die Lan^ verpacktet odcr sonst zur entgeltlichen oder unentgeltlichen Nutznießung fcts D>en,Hand, Depuunland, mu ö*rfeU oder auf onstige Weise) Tu^eneben haben, die'dringliche Anftoideruna der Grotzb. Bürger- meplerei. ln der das Grundstück oder zu Protokoll an-ugeben: 2 ) Die Namen einer Pächter (Nutznießer usw.) d) die Größe der einem derselben verpachteten ober sonst ausgegebenen Fläche. Dieieniqen, welche eine zu- sammenh'ingende Fläche in kleineren Stücken an verschiedene Jeronen ,ur garienmäßigen Nutzung für ihren eigenen Haushalt abgegeben haben iSckreber- . garten usw.) brauchen die Namen der em;elnen Pächter, 'Nutznießer usw. nicht anrngeben. Es genügt m die em Falle die An ade der Große des o ausiegeb.men Landes und der Zahl der Pächter, Nutznießer ufw. Zuwiderhandelnd werden nach d' n in § 4 der gleichen Bekanntmachung en'habenen 6ncv vestimmungen bestra t. Liedberg. den 22. April 1918. Der L ürgsrmeister. . _ I. B.' Damm. zlckanntmachkkchg A n Donnerstag, den 25. ds. 2/119., nachmittags 3 Uhr werden ^uf dem städtischen Lagerplatz in der Bis., arckstraße mehrereBündel Erbfenreifer versteigert. Fnedberg. den 20. April 1918 Jtec Bürgermelster. I. B.: Dam m. Kcüattutmachunst. den 24 ds. Mts., nachmittags öou3bis 5Uhr verkaufen wir rn der arten Post, Zimmer Nr. 7 ^ ’ Msndlcäse. Helen von Werkherm war kainn wieder zu erkennen Sie schien großer geworden und die dunklen Ana-n bli^onl gar traurig. Das leben-ustige. unbekümmert Mn ^ » Le?n'te7altkr?sS 'worden. um h. esrass *= ä 8 ?ää} merftamfeu bemühte sich der Baro» stets um die junge Fron >md sie vergalt seine Lieb- mit rührender Dankbarkeit SS z S™ mut toome nodjeöv nirf)t in ben i»"«- Si: Ä,!W5«s er nnev gutmütigen Art und Weise. DaVn holl/ Selen nur ein mattes, trauriges Lächeln. ^ , , "Es ist gar kein Lebenswille in der jungen §nuii* fnrrte er auch heute wieder zu Herrn von Arkbeini. „Ais mußte langst wieder kräftig 'ein. Ob ste sich so gar md* prächtig ßtn& fTel ' t? Der kleine Kerl gedeiht doch „Wenn ich ihr morgen einen Brief von dem Vater des Kindes geben Knute, dann Erden Sie sehen, wie rasch die Besserung sortsckintte. Doch so —" Ter Medizinalrat schwieg eine Weile. „Sie können nichts in Erfahrung bringen über Ihre« Herrn Sobn?" fragte er dann. „Nichts." „Haben Sie selbst noch Hoffnung?" SWtfefeima folat ieden rückständigen Bro karienabschnikt .,H v und HV" verabso gen wir 1 Zia,e zum Preise von 23 Pfg. Friedberg, den 20. April 1918. Der stello. Bürgermeister, (stadi. Lebensmiitel-Ausschuh. —___ I- A.: L a n " s d o r i. E/ii'Iiu« Kuhlen Rheinlan/s schönstes und lei- ftunnsfähigües Unternehmen trifft im Lauie dieser Tage von Mar- bürg kommend in Feiedfoepg Ein. Alles Nähere durch spätere Inserate und Plakate. EZ. FGtGFiinS'» Geschäftsführer. Kelranntmachnng. Gemüseverkanf. Let,ker Kleinverkauf in Mengen von 10 Pl»nd. °l.en^SRo^7uk'°° "" ° U"K E"-g«ng von «er aelbe Rüien. Preis pro Pfund 11 Pf». Kohlraben, Preis pro Pfund 8 Pfg. Kartoffelverknnf nur «m Minderbemütelie, auf Kailoffellarlen, Samstag vsrmittaa Preis pro Psund 6 Pfennig. ^ S * Friedberg, den 20. April 1918. Der stellvertretende Vüraermeister. (städt. Led.nsmiltel.Ausschuß) I. A.i Langsdorf. Mitteilung! Ende irre Hmmöt? Di« Seidenzwipne, w-,-,- waschbar tmb von unbegren'ter valtbarkeir sind, find deschlaqnahme- srei und lönnen Eie bei mir bekommen. Clementine Ster». »SÄ?" gegenüber der Engel-Apotheke. La ms tag, öen ll üljiri! 1918 , aaHMagHW im ßolel „Kroghrrzag" ' AmMHik emp.ehle: Seifenmilver, K -A.-Seif^ SchmierwaschmiL el, Wafchpulverp Bleich'odaT Bleichwasser, Salmiakgeist Kngelblau usw. Droierie AdolfKchmld§ Friedberg i. K.. Kai erstratze 7« wird Herr,0r Vischoff-Brrlin. Geschäftsführer der Kar loftelbaugesellschast, über: Luzerns (ewiger Kleefamenj ,u haben bei Moritz Strautz, , Ni der- 'i'i llftadr, Telefon 13 . 2un s ang?hende ^ Verkäuferin für Galauleris und Spielwaren, vwie em Lehrmädchen' lei steigender Vergütung gesucht, m ^Ioüanna Sprengel, Bad-Nauheim, Kurstraß e Nr. 11 . Kleineres oder mittleres^ =££ Gut sss: ^ * a »* e « oder zu pachte« gejucht. ?ü6Edore un.er F. A. *972 an kVtou * Anzeigen- ?' H" «erliu 3ü. 9, Budove,^erttr. v. ^liflkik«. Filliinij?!,. Wk«. Fllllic'ii. Fsckk. . JHnjrl, ‘ nirgends bester, nirgends billiger wie bei ld»ll lleclistciii, Zm alr.Koßam . frVicsUicrg; i. Bf. Stljulßr 15 Teleto« ü!r. 45». Gvöhle- Kager am Alahe l Briefbogen, Briefumschläge, Postkarten, Rechnungen, Rundschreiben, Formulare oder sonstige andere Mr's Wrichplttr 6eft bewährtestes Mittel zur Vernichtung von Hederich, Lljteln und allen Unkräutern, anerkannt als bestes MUtel von vielen landwirtschaftlichen Versuchsstationen empfiehlt gm Kiir. Mo'inbach. Tklefon Ami WSlfershrlm gr. 7 . Tapeten- und Lfnoleumhaos Jean KSgler, Ä Habe de« Kathanse*. sprechen. Wir^ laben zu dem Vortrage dringlich ein. Oekonomierat Breidcnbach.Dorheim, Landlagsabgeordneter, Vorsitzender des Provinzialaus- schuffes der Landwirtschastskammer. Graf Wilhelm r» Solms-Laubach-Arnsbura Präsident des Oberhessischen Landwirtschaftlichen ' Prooinzialvereins. Geheimer Professor Dr. Gisevins, Direktor des Landw. llnioersttäts-Instituts, Vertrauensmann der Kartoffelbaugesellschaft, Leiter der Kattoffel- versuchsstelle Eietzen. Worte der Anerkennung werden uns oft über die Änseralions- erfolge ausgesprochen, die selbst mit kleinen Anzeigen in der „Neuen Tageszeitung" erzielt werden. Wenn Sie irgend etwas anzubieten, zu verkaufen oder zu kaufen haben, so bedienen Sie fich vorteilhaft unseres Blattes. für Ihren Geschäftsverkehr oder persönlichen Bedarf dann bestellen Sie diese dort, wo Sie die Gewissheit für einwandfreie Ausführung haben. Wir empfehlen uns bei eintretendem Bedarf und sichern schnellste und sau- bersteAnfertigung zu. (tut lutsztiisi; Druckerei u. Verlag A.-O. Friedberg i. H.