'.Die ..Per,- Tagesrettnrrg" erscheint jeden Werktag. Regelmäßige Beilagen „D-r- Kauer ans Oeffen", „Die HpinnSnbe". Se?ngspr-ia: Bei den Postanstalten vier.elsährlich AU. 2.4V hinzu tritt noch das Bestellgeld; bei den Aoenten monatlich 85 Pfg. einschliehlich Trägerlohn. An?eigrnr Grundzeile 20 Pfg., lokale 20 Anzeigen von auswärts ::ti>ert durch Po g Nachnahme erhoben. Erfüllungsort Frtedberg. Kchriftleitmrs und Verlag Friedberg (Hessen), raaaauer-traße 12. Ferniprecher 43. Pr t, check-Ls rta Nr. 1453. i n ftr i furt a. N. Alls im bliltdllrchtlliikirtkk De» kt mUnzm DlllldkNljtzcht. Dormiirtsdringen in stetem Kampf. — Pasfchendaele beseht. — Mytschaetr erstürmt. Cappelqnde, Meieren, KoelkapeUe und Kangemarck genommen. — 10000 Tonnen verjr kt. Der deutsche Generalstab _:_ = meldet: -j W. T. K. Gvokes Hattpltznartiev» derr 17. Apvil. Amtlich. Westlicher Kriegsschauplatz. Auf dem Slutdurchtränklen Kampfseld der vorjährigen Flandernschlacht besetzte die Armee des Generals Sixt von Arnim Passchendaele und schob auch bei Becelaere und Eheluvelt ihre Linien vor. Nördlich von der Lys erstürmten die Truppen des Generals Sieger in den frühen Morgenstunden das Dorf Wytsihaete, warfen den Feind trotz heftiger Gegenwehr von den Höhen nordöstlich und westlich vom Orte und wiesen starke Gegenangriffe ab. Den südwestlich von Wulverghem in rückwärtige Linien ausweichenden Gegner drängten wir über den Douvebach zurück. Bailleul und die zäh verteidigten Stützpunkte Cappelynde, nördlich von Bailleul, und Meteren wurden genommen. Mit starkem Krafteeinsatz versuchte der Engländer, gestützt durch die Franzosen, vergeblich Meteren und das ver- korene Gelände beiderseits von Merris zurückzuerobern. Seine Angriffe brachen unter schwersten Verlusten zusammen. Auf dem Schlachtfeld zu beiden Seiten der Somme entspannen sich heftige Feuerkämpfe, die auch wahrend der Nacht, »amentlich südlich vo« der Somme anhielten. Mazedonische Fro«t An Borseldkämpfen iir der Struma-Ebene «ahmen h»lga- slsche Stoßtruvpen 155 Engländer und einige Griechen gefangen. Der Erste Generakquartiermeistrr: Lude«dsrff. Abe»dbericht. -v»'!". 17 . Sprit, abends (WTB. «mtlich.s Anf dem Kampsfeld der vorjährigen FlanÄernschlacht wurden Poelkapelle und Langemarck genommen. Der österreichische Generalftab meidet: Wien, 17. April. (WTB) Amtlich wird verlautbart: An zahlreichen Stellen der italienischen Front wurden feindliche Erkundungsabteilungen abgewiesen. Der Chef des Eeneralstabe». 10000 Tonnen versenkt. Berlin. 16. April. (WTB. Amtlich.) Durch unsere U-Boote wurden im Sperrgebiet um England wiederum 16 000 Brutto- Registertonncn feindlichen Handelsschiffsraumes versenkt. Der Chef des Admiralstab, der Marine. Sie Schlacht im Welle». Ungehsure englische Materialeinbuße. Berlin. 17. April. (MTB.) Nach dem Verlust ihrer Stellungen in La Vassee und Wytschaete haben die Engländer nunmehr seit dem 21. März fast zwei Drittel ihrer Eesamtfront verloren. An gehaltenen Stellungen bleiben ihnen vorläufig nur die schmale Strecke zwischen Arras und La Bassee und die zwischen Wytschaete und dem Südende der -belgischen Front. Was alles cutf dom weiten Raume an Minenwerfern, fest ein- gebauten Mcsschinengewehren in Beton und Panzertürmen, an Fernsprechgerät, Feldbahngerät, Stacheldraht, festeingebauten Unterständen usm. verloren ging, läßt sich nicht annähernd abschätzen. Die gesamte Stellungsmunition, d. h. die in den Bat- teriestcllungen.liegenden eisernen Bestände, und die Munitionslager der eingesetzten Divisionen wurden deutsche Beute oder durch Artillerieseuer vernichtet. Der Verlust dieses ungeheuren Kriegsgerätes bedeutet eine schwere Einbuße für die Briten. Die Tiefe des deutschen Vordringens brachte es ebenfalls mit sich, )aß die zahlreichen im Kriegsverlaufe mühsam gebauten Stellungen für Eisenbahngeschiitze, zum Teil mit den zugehörigen Kanonen, überall in deutsche Hände fielen. Bedenkt man, welch ungeheure Kosten für Herstellung und Versendung dieses Gerät verursacht hat, so läßt sich de: englische Vermögensverlust zahlenmäßig nicht annähernd abschätzen. . Von den in deutsche Hand gefallenen englischen und franzä- , fischen Gefangenen siZd etwa 50 bis 60 vom Hundert Ersatzmannschaften, teils aus französischen, teils aus englischen Rekrutenabteilungen, die erst vor Wochrn eintraten und keinerlei Kriegserfahrung besitzen. Viele wußten nicht einmal, zu welcher Vri. gade oder Division ste gehörten. Die älteren Mannschaften sind meist Über vierzig Jahre alt. Englische Brutalität. Berlin, 17. April. (WTB.) Seit Beginn der deutschen Offensive haben die Engländer die französische Bevölkerung zu ganz kurz befristeter Räumung des Kampfgebietes gezwungen. Niemanden wurde Zeit gelassen, sein Hab und Gut zu bergen. Die englische Soldateska bemächtigte sich plündernd des zurückgebliebenen französischen Eigentums. Neuerdings behandeln die Briten die Bundesgenossen noch grausamer. Im Kampfgebiet der Lys unterließen die englischen Militärbehörden selbst die rechtzeitige Benachrichtigung der Bevölkerung! Die bedauernswerten Menschen konnten also aus der gefährlichen Zcne nicht einmal enffliehen. nm das nackte Leben zu retten. Sie ließen vielmehr die Einwohner von Estaires, Sailly und vielen anderen Orten erbarmungslos zurück, ohne die Mittel zur Abbeförderung zu stellen. So wurden Greise, Frauen und Kinder schonungslos den Schrecken des Trommelfeuers und der sich um die einzelnen Ortschaften abspielenden Kämpfe ausgesetzt. Die unglückliche ftanzösische Bevölkerung in der Zone ist zum Teil tot oder verwundet, und Soldaten fanden Frauen und Kinder vor. die infolge der Erlebnisse wahnsinnig geworden waren. Zitternde Greise, irrsinnige Worte murmelnd, starben in den lodernden Flammen ihrer Häuser. Sterbende Kinder lagen allein und verlasse« in der Nähe der Trümmerstätten. Die Krisis der Schlacht. Schweizer Grenze. 17. April. Die britischen Frontberichterstatter drahten, daß die Krisis der Schlacht an der britischen Front keineswegs vorüber wäre, doch hoffe man, daß die schlechteste Zeit für die Engländer beendet sei. Hazebrouk gefährdet. Rotterdam, 17. April. Der „Nieuwe Notterdamsche Courant" meldet, daß die Engländer verzweifelte Anstrengungen machen, um die deutsche Bedrohung von Calais und Dünkirchen abzuwenden. Nach den weiteren Londoner Berichten gilt Haze- brouk bereits als unmittelbar gefährdet. Jedenfalls ist in den Londoner Zeitungen eine Stockung in der Berichterstattung der englischen Pressevertreter an der Front eingetrcten. Der „Daily Telegraph" meldet, der neue Oberbefehlshaber Foch hat sämtliche verfügbaren Truppen in England und Frankreich nach den bedrohten Stellungen geworfen. Obwohl der deutsche Vormarsch bisher nicht aufgehalten werden konnte, hofft man, daß die Unternehmungen der nächsten Tage den Stillstand der feindlichen Schlack,thandlungen herbeiführen werden. „Der Hauptgrund des deutschen Erfolges," so schreibt eine heutige Havasnote, „liegt in einer unrichtigen Beurteilung der deutschen Angriffslinie, woran die englische Führung die Schuld trägt, die die Ansammlung der deutschen Streitkräft« mir bei Amiens vermutet hatte." Die Angst um Calais. Wie aus London gemeldet wird, spricht die englische Presse von der Absicht, Dünkirchen und Calais zu räumen. „Het Vaterland" enipfiehlt den Engländern eine Beschleunigung ihrer Maßnahmen und glaubt nicht, daß es gelingen wird, die riesigen Vorräte rechtzeitig abzutrans- pyrtieren. Wenn es den Deutschen erst einmal gelungen sei, Calais als Stützpunkt für ihre U*Boote und Torpedojäger zu gewinnen, dann sei auch Dover bedroht Die Defchieftnny von Paris. Paris, 16. April. (WB.) Meldung der Agentur Hcwas: Das weittragende Geschütz setzte die Beschießung der Gegend ren Paris im Laufe des 16. 4. fort. Es gab 13 Tote und 45 Verwundete. ssin dtuAi-frarijijMes GefaiiMiiiibknüiiM. Konstanz, 17. April. Nach langjährigen Verhandlungen wurde endlich ein Uebereinkommen mit Frankreich erzielt, daß ein Teil der 48 Jahre alten Mannschaften, welche schon über 18 Monate in französischer Gefangenschaft sind, ausgetauscht wird. Von diesen deutschen Kriegern, meist Familienvätern, wird heute abend 8 Uhr 25 Min. der erste Transport hier eintreffen. w Das englische MordgesmL Zu der absichtlichen Beschießung deutscher Lazarette wird noch folgendes gemeldet: Nordwestlich von Geteuft—IS. Mein hatte sich ein deutsches Lazarett eingerichtet. Es hatte fein 18 Zelte so ausgestellt, daß sie für die Beobachtung aus der Luft und von der Erde deutlich durch das Note Kreuz kenntlich waren. Am 13. April erhielt dieses Lazarett plötzlich starker planmäßiges Feuer von einer schweren englischen Batterie Sämtliche Zelte mit dem Zeichen des Roten Kreuzes wurde« zerstört oder beschädigt. Glücklicherweise war das Lazarett nur sehr schwach belegt. Die Verwundeten konnten größtenteilL rechtzeitig geborgen werden. Bei der Beschießung des Lazureltt wurden im ganzen acht Mann, Lazarettkranke und Pfleaepersor nal, verletzt. Diese Mißachtung des Roten Kreuzes, für dir keinerlei Entschuldigung möglich ist, verdient schärfste Zurück» Weisung. Ihr Vekannttverden hat bei den deutschen Truppen große Erbitterung hervorgerufen, obwohl ihnen dieses Kampfes- wcife von feiten der Engländer nicht neu ist. » Englische Erplosivpatronen wurden westlich der Anne kfften« weise in Enten verpackt gefunden. Die Kisten tragen die Auf-, fchrift „Explosiv", die Patronen die Bezeichnung ..Margu VII Z.". die Patronenhülsen find rötlicher gefärbt als die ge. wohnlichen, das Geschoß selbst ist im vorderen Teil mit P^pie^ gefüllt und platz beim Auftreffen schon der leichtem Widerstand auseinander. Es ist Dum-Dum-Geschoß, das fabrikmäßig so her>- gestellt wird, daß es äußerlich ohne weiteres von der gewöhm ttchen Jnfanteriepatrone nicht zu unterscheiden ist. Finnland. Abo besetzt. Berlin, 17. April. (WB.) Das finnische Hauptquartier meldet unterm 15. April: Ein Schaerenbataillon unter Führung des Lentn.intt' Grafen Ebrensvaerd besetzte Abo und nahm die dottiger- russiscken Truppen gefangen. Die Noten räumen dia Küsten, siegend zwischen Hangoe und Nystadt und ziehen sich schneK nach dem Landesinnern zurück. An der tavastländischien Front fortgesetzte lebhafte Gefechtstätigkeit bei Lemvaeaelar. Asikkala, ein Kirchdorf an dem östlichen Ufer des Paesanne, wurde von unseren Truppen besetzt. In Savolak^ und Karelien fortgesetzt Gefechtstätigkeit. • m imn faü oon He!8nß*el§. Kopenhagen, 16. April. Während die gesamte bürgerliche. Presse, die sonst an Finnlands Schicksal den regsten Anteil zr- nehmen scheint, von der deutschen Besetzung von Helsingsore keine weitere Notiz nimmt, als die Berliner Meldung ’buu drucken, schreibt „Sozialdemokraten"' Damit muß man den finnischen Bürgerkrieg als beendet anfehen. Dkrlk-um dn filin ^kn ilr ; rr>!r. Die „Vofsische Zeitung" meldet: Wie wir aus finnische Kreisen erfahren, beabsichtigt die finnische Negierung in nächster Zeit von Wasa, wo sie ihren provisorischen Sitz h t, nach Helsingfcrs zu überssedeln. Alle Vorbereitungen sind ge. troffen, doch sind die Wege nach der Hauptstadt noch nicht ganz von den Roten Gard'.sten gesäubert Mit der Regierung werden die Gesandtschaften — bisher besteht nur eine deutsche unfeine schwedische Gesandtschaft — nachHelsingfors übersiedeln unk der Landtag wird unmittelbar nach dem Eintreffen der Regierung in der Hauptstadt zusammenberufen werden. Ueber den Einzug der deutschen Truppen herrscht in ganz Finnland beger. sterte Freude. KiindBnng dn ftun-ilihtn ZspaHsitn. Stockholm, 12. April. (WTB.) Nach einer Meldung dek „Svenska Dagbladet" haben die sozialistischen Mitglieder des Landtages in Helsingfors einen Aufruf erlassen, in dem u gesagt wird: Das durch Vertreter der Roten Garde verstärkte Parteikomitee beschloß den für das ganze Land und hauptsäch» lich für die sozialistische Partei unglücklichen Staatsstreich, der- am 27. Januar ausgeführt wurde. Keine sozialistische Parteiversammlung hatte einen ähnlichen Staatsstreich oder eine rot« Diktatur beschlossen. Als der Staatsstreich durchgeführt wurde» wurde die sozialistische Landtagsgruppe Überhaupt nicht befrans der Parttirot erst eine Woche nach' dem StaatsstreM^ß» fammenberufen, um über die Angelegenheit z» beraten. Jeder» der bei dieser Sitzung gewagt hätte, sich irgendwo zu wider- setzen, wäre ein Opfer der Bajonette geworden. Dieser Staats- streich ist nicht nur gegen den Willen des vom Volke nach dem allgemeinen Wahlrecht gewählten Landtages in Szene gesetzt worden, sondern auch ein Staatsstreich gegen die sozialistische Partei selbst gewesen. Stockholm, 13. April. (WTB.) Nach einer Meldung von Stockholms Tidningen" haben die beiden finnländischen sozialistischen Landtagsabgeordneten Blongnist und O. Ptisingen im radikalen Organ der Agrarpartei „Ilkke" einen Artikel veröffentlicht, in dem besorgt gefragt wird, was aus der finländi- schen Arbeiterbewegung werden wird. Sie erklären, daß dir sozialistische Zeitung „Tyomies" die Hauptschuld an der Irreführung der Arbeitermaffen habe. Die Helstngforser Sozialisten seien durch das im Lande befindliche russische Militär und durch niedrigste Elemente der menschlichen Gesellschaft auf eine ungewollte Bahn gebracht worden. Gegen Kloyd George. Genf. 17. April. „Petit Journal" meldet aus London: Die bisher für die Regierung Lloyd Georges eingetretenen großen englischen Blätter „Manchester Guardian", „Evening Standard" und „Evening Times" befürworten in lebhafter Weife einen Rücktritt Lloyd Georges, um schwere innere Kämpfe zu vermeiden. Rotterdam. 16. April. (MTB.) Dem „Rieuwe Rotter. damschen Courant" zufolge schreibt „Manchester Guaroian" gegen Lloyd George: Wir erkennen Asguiths Bedenken gegen eine Veränderung der Negierung in oieser Zeit an, aber wenn die Regierung durch ihr Sandeln das Land mit einer unmittelbaren Katastrophe bedroht, dann ist es weniger gefrhr.'ich. sie zu stürzen, als sie in der Macht zu erholten. Cs ist fraglich, ob wir nicht durch die Anwendung der Dienstpflicht auf Irland auf diesem Punkt angekcmmen sind. Auf Grund von Berichten aus Irland, daß die Iren sich der Ausführung des Gesetzes w'derjetzen werden, richtet das V.ait au alle Liberalen einen Appell, gegen das Gesetz zu stimmen. Irlands Kairpl mtn die AiknitpjW. Amsterdam. 16 . April. (WTB.) Nach einem hiesigen Blatte erfahren die „Times" aus Dublin, daß in ganz Irland große Entrüstung über das Dienstpflicktgesetz herrscht. Die Stnfetner sprechen von Opposition. Die parlamentarischen Nationalisten scheinen mehr an eine PoUtik des passiven Widerstandes zu denken. Home Hnie für Irland. London, 16. April. (WB.) Meldung des Reuterfchen Bureaus. Die Lösung der Home Rule-Frage darf fetzt als wahrscheinlich betrachtet werden und zwar auf der Grundlage daß die Wehrpflicht in Irland nicht eingeführt wird, bevor Home Rule Gesetz geworden ist, und daß die Regierung zurücktreten wird,. wenn das Oberhaus Home Rule ab- lehnen würde. » Die Annahme des Mannschaftssrsnhgesetzes. London, 16. April. (WB.) Meldung des Reuterfchen Bureaus. Unterhaus. Das Mannschaftsersatzgesetz wurde m dritter Lesung mit 301 gegen 103 Stimmen angenommen. Graf Czernins Rücktritt. Man ist da und dort, wo man sich noch immer den Wirklichkeiten. weil sie unangenehm sind, verschließt, geneigt, in Graf Ezernln das Opfer des Tatzenhiebs des Tigers Elemenceau zu erblicken. Das ist nicht richtig. Es steht heute unwiderleglich klar fest, daß Graf Ezerntn das Opfer der höfischen Diplomatie wurde. Wenn man klar sieht, muß es einem auch verstattet sein, klar zu reden, denn unter den Unklarheiten und den uns aufge. bürde en Verworrenheiten haben wir nun lange genug gelitten. Was heute unbestreitbar vor uns liegt, ist das: der jugendliche Kaiser Karl hat in seinem übereifrigen, allzueifrigen Bemühen um den Frieden, bei dem er sich in dem Wollen ganz mit seinem Außenminister begegnete, Schritte unternommen, die der Minister nicht mchr decken konnte, nicht lediglich deshalb, wUl er nicht darum gewußt, sondern weil sie in ihren Folgerungen und Weiterungen zu Bloßstellungen geführt haben, die eben im politischen Leben schlechterdings Konflikte tm Gefolge haben müssen Die Liebenswürdigkeiten, die zwischen Paris und Wien gewechselt wurden und die mit der letzten amtlichen französischen Veröffentlichung und der Wiener Erklärung, darauf nicht mehr zu reagieren, ihren vorläufigen Abschluß gefunden haben, kön. uen hier^ ruhig ausscheiden. Der peinlichen Eindrücke, die sie Hinterlagen baben. waren und sind es genug, und man mag schließlich mehr zu der einen oder anderen Auffassung neigen, sicher ist jedenfalls, daß man dabei in Wien keine Seide gesponnen hat. Ganz abgesehen davon, daß die klotzigen Grobheiten und Beleidigungen Elemenceaus tatsächlich keine Antwort mehr verdienen, die Korrektweit der eigenen Rechtfertigung hätte es aber, wie wir schon vor einigen Tagen bemerkten, erforderlich gemocht, daß den Pariser Veröffentlichungen der authentische -Lortlaut der in Frage stehenden Schriftstücke gegenübergestellt worden wäre. Das allein hätte eine unbedingte Urteilmöglichkett geschaffen. So aber steht auch bei loyalster und wohlwollendster Gesinnung die Abwägung auf peinlichen Zweifeln und Unsicherheiten. Diese Zweifel und Unsicherheiten sind nun durch den Rücktritt des Grafen Ezernin nicht behoben, sondern im Gegenteil »och verschärft, denn dieser Rücktritt beweist eben, was uns »on «»fang an nicht zweifelbatt war. da» Vorhandensein von kuftimmigk«« M-WM ** wätimdtoTwig höfisthe« Diplomatie. Kaiser Karl hat. darüber ist jetzt wähl nicht «ehe M rechten, Lei der „Befassung- des Prinzen Sixt von Bourbon, feines in Frankreich lebenden Schwagers und Bruders der Kaiserin Zita, mit dem Versuch der „Annäherung" zwischen de« kriegführenden Staaten, auf eigene Faust operiert. Das wäre noch hingegangen, wenn der schwagerltsche Briefwechsel eine familiäre Angelegenheit geblieben wäre. Dadurch, daß er dies nicht blieb - durch wessen Verschulden oder Willen, kann außer Betracht bleiben, wenn es sich tatsächlich nur um einen rein persönlichen Briefwechsel ganz außerhalb des Rahmens sonstiger Aktionen gehandelt hat — ist der Brief zu einer diplomatischen, zu einer Staatsaktion geworden, zu einem Faktor höfischer Diplomatie. Auch so noch hätte er ohne Folgen bleiben können, wenn diese höfische Diplomatie in Einklang mit der ministeriellen gebracht worden wäre. Daß das nicht der Fall war, beweist die Rede des Grafen Ezernin. durch die Elemenceau herausgefordert wurde. Von diesem Augenblick an war der Konflitt da. Man weiß, daß die Beziehungen des Grafen Ezernin zu Kaiser Karl besonders intime, soweit die politischen und namentlich die friedenspolltischen Auffassungen in Betracht kamen, geradezu herzliche waren, und Graf Ezernin hat es sich auch nie entgehen lassen, diese Uebereinstimmung und die Friedenspolitik des jungen Kaisers besonders zu unterstreichen, aber durch die Briefgcfchichte ist dem Grafen eine böse Suppe eingebrockt worden: es war ihm da mehr zugemutet, als er verantworten konnte, und fein Rücktritt ist darum nur eine absolute Folgerichtigkeit. ist der unzweideutige Ausdruck der Unstimmigkeiten zwischen der ministeriellen und der höfischen Diplomatie. Tzer- nin hat hier tatsächlich als aufrechter Mann die Konsequenzen gezogen. Dieses eine Zugeständnis darf ihm nicht versagt bleiben. Oesterreich-Ungarn hat in ihm zweifellos einen seiner befähigtsten Staatsmänner verloren. Daß diese Befähigung bei uns mehr als reine Anerkenntnis wecken wurde, kann uns nicht zu- gemutet werden. Sie war nie besonders auf die deutschen Zn. teressen eingestellt. Vom österreichisch-ungarischen Standpunkt aus mag sie dadurch noch ihr besonderes Gepräge erhalten: für uns ist das jedenfalls keine Ursache, wärmere Gefühle hervorzurufen. Kllrilm der UMolim Cstrnins. Budapest. 16. April. sWTV. Amtlich.) Seine Majestät bat, wie das Ung. Telegr.-Korr.-Vur. erfährt, mit Entschließung vom heutigen Tage den gemeinsamen Finanzminister Baron Stefan Rurian von Rajecz zum Minister des kaiserlichen und königlichen Hauses und des Aeußern ernannt. Die Wahl ist aus dem Grunde auf Burian gefallen, weil er. abgesehen davon, daß er das Verttauen Seiner Majestät besitzt, alle Antezedenzie« im einzelnen kennt, deren gründliche Kenntnis im Zusammenhang mit den zur Verhandlung gelangenden internationalen Vereinbarungen außerordentlich wichtig ist. Der Minister des Aeußern wird, wie das Ungar. Telegr.-Korr.-Vur. erfährt, auch weiterhin die Führung des gemeinsamen Finanzministeriums beibehalttn. « Rücktritt Wekerkes. Berlin, 17. April. Das Ministerium Wekerle hat beschloß sen. seinen Abschied zu nehmen. Als möglich gilt, daß Wekerle mit der Neubildung des Ministeriums bettaut wird. Die ungarische Kabinettskrise. Budapest, 17. April. (WB.) Meldung des Ungarischen Telegr.-Korr.-Bur. Heute Vormittag fand unter dem Vorsitz des Ministerpräsidenten Dr. Wekerle ein Ministenat statt, wt dem mit Ausnahme des von Budapest abwesenden Han- delsminsters Szterenyi und des Ministers a latere Grafen Aladar Zichy fänitlicbe Mitglieder des Kabinetts teilnahmen Der nur kurze Zeit dauernde Ministerrat beschloß den Rück- tritt der Regierung, worauf die anwesenden Mitglieder des Kabinetts die Nücktrittsurkunde unterschrieben. Dtt ßliüa an die Rigaer % aufinannlifjatt. Riga, 16. April. Der Kaufmannskammer in Riga ist das folgende kaiserliche Antworttelegramm zugegangen: „Seine Majestät der Kaiser erwidern den freund* lichen Dank und den treuen Gruß der Rigaer Kaufmannskammer mit den wärmsten Wünschen für die wirtschaftliche und nationale Zukunft der Ordenslande. Mit dem deutschen Volke gedenken Seine Majestät in warmer, inniger Anteilnahme des schweren Leids, das die ver- gangenen Monate erneut über viele baltische Familien gebracht haben, und der Sorge, die noch heute auf vielen von ihnen lastet. Seine Majestät hoffen bestinrmt, daß Gottes Gnade im Bunde mit der bewährten baltischen Zähigkeit und dem starken Schutz des Deutschen Reiches die Wunden heilen und den Grund zu einem schnellen Wiederaufbau und einer reichen, glücklichen Zukunft legen wird. Mit diesem Wunsch entbieten Seine Majestät von den Schlacks- feldern Nordfrankreichs der Rigaer Kaufmannschatt seinen allerhöckKen freundlichen Gruß. Auf allerhöchsten Befehl: Der Gehern« Kabinettsrat v. B e r g. Hinrichtung Kolos. Paris, 17. April. (Agence Havas). Bolo iff heute morgen sechs Uhr im Walde von Vincennes erschossen du!wH!ig gibt England nichts zurück. Daß Llcyd George sich gegenüber den Forderungen de, fen Hertling. im Interesse der freien Schiffahrt fein, Flot- ttnfivtzpmrtts b* Gebiet» fremder „fleinu Nationen"'wV Gibraltar, Matt«. Ade». Hongkong, die Fcklttandsinfel« ufW cmfzugeben, ablehnend verhielt, war nicht anders zu erwarte«. England will immer nur nehmen, nicht aber geben. Die Fremd» Völker unter englischer Herrschaft sind ja auch nicht unterjoch^ sondern „bestell"! Es kämpft bekanntermaßen auch nur um die „Befreiung" und .»Unabhängigkeit" der kleinen Staaten, — bas große, edle, seelensgute Albion! Rur der spanische Ministerpräsident Maura scheint einer von den Wenigen zu sein, diO anderer Ansicht sein. Der „Limburger Koerier" zittert, gel« gentlich einer Besprechung über die englischen Flottenstützpunkts in Nr. 63 eine Rede dieses Ministers vom April 1917: „Es ist nicht wahr, daß für die Unabhängigkeit der klel» neu Staaten gestritten wird, ebensowenig wie für die Freiheit dcr kleinen Völker gekämpft wird. Unwahr ist auch, daß man durch den Krieg der Militär-Hegemonie ein Ende mache« will, denn die Hegemonie zur See ist ebenso Militarismus wie die zu Lande, mit dem einzigen Unterschiede, daß sie sich sogar über die ganze Welt erstrecken kann. Die englisch» Herrschaft über Gibraltar hindert uns am Beherrschen der eigenen Küste und Gewässer. Unsere Verbindung mit Spa- nisch-Marokto hängt von dem Wohlwollen Englands ab (Anmerkung der holländischen Zeitung: Genau dasselbe ist mit unserem Verkehr nach Riederländisch-Jndien der Fall). Wen« es England mit seinen Versicherungen hinsichtlich der Selbständigkeit der schwächeren Völker ernst ist. so muß es dar gL- raubte Spanisch-Eibraltar an Spanien zurückgeben. " Ja, wenn es England mtt seinen Versicherungen „ernst" ist?I Deutscher Reichstag. (Sitzung vom 17. April 1918.) Vizepräsident Dr. Paasche eröffnet die Sitzung um Auf der Tagesordnung steht die zweite Lesung des Post» Haushalts. Abg. Meyer. Herford erstattet den Bericht des Ausschusses und bittet um unveränderte Annahme des Haushalts in der Fassung der Kommission. Staatssekretär des Neichspostamts Nüdlin: Die Mehr- ausgaben des Posthaushaltes entfallen größtenteils auf dis fortlaufenden Ausgaben, besonders auf das Fuhrwesen und für das Fernsprechkabelnetz. Die einmaligen Ausgaben sind weniger bedacht werden. Insgesamt haben wir Mehrausgaben von 7.9 Millionen. Die Ausgaben werden wesentlich beeinflußt durch die Teuerungszulagen für die Arbeiter und die um ei« Vielfaches gestiegenen Materialpreise. Die Postdiebstahle fal- len nur zum Teil den Beamten zur Last. Die Feldpost hat mit gewalttgen Schwierigkeiten zu kämpfen. Dahin gehört auch dis Beschießung durch den Feind. Abg. Racken (Z.): Gtne große Zahl vcn Postbeamten hat den Tod fürs Vaterland gefunden. Ehre ihrem Andenken. (Beifall.) Alle Klassen der Beamtenschaft haben ihre Pflicht voll erfüllt. Postdiebstähle find in vielen Fällen auf Rot zu- rückzuführen. Sie stellen meist Mundraub dar und sollten mtt möglichster Milde behandelt werden. Die Einjchreibpokete müssen wieder eingeführt werden, wodurch dem Verderben vieler Waren vorgebeugt werden wird. Die Portofreiheit für die Fcldpostsendungen muß bestehen bleiben, ihre Aufhebung war« eine verkehrte Sparsamkeit. Staatssekretär Rüdltn: Die Mehrzahl der Bestrafungen für Postdiobstähle betrifft da« nicht ständige Personal. Mi, haben durch eine bessere Beleuchtung der Vettaderiiume dem Uebelstande abzuhelfen gcsucbt. Viele Päckchen verschwinden schon vor der Einlieferung bei den Postanstalten durch Hausan- gestellte usw. Ein weiterer Teil verschwindet auf dem Eisem bahntransport. Er teilte dann mit, daß die Postbeamten zum erstenmal in diesem Sommer vollen E'-bolungsurlaub erhalte» würden. Abg. Taubadel (Soz.): Die Post- und Telegraphenverwaltung sollte lediglich ein Verkehrsinstitut sein, statt dessen wird sie als ein Zuschußmittel für die Reichsmittel angesehen Das beweist wiederum die geplante Reichsabgabe unter der Steuervorlaaen. Abg. H u b r k ch . Oberbarnim (Fartfchr. Dp.): Publikum, Presse, Parlament und die ganze Beamtenschaft erwartet von dem neuen Staatssekretär, daß er die alten Klagen beseitigt, fü, die sein Amtsvorgänger kein Verständnis hatte Darauf wird die Weiterberatung auf Donnerstag 3 Tlh, vertagt. Außerdem Etat der Reichsdruckerei und der Reich» eijenbahn. Schluß ^8 Uhr. Dkr sinjkßkn der Zmansiswiriickal. „Man mache den Schleichthandel wieder ehrlich, so werde» die Preise sinken und wir alle was hoben", sagte uns neulich ein einfacher Mann aus dem Volke. Diese Mahnung kommt auch von folgender Stelle. Die Handelskammer für die Kreise Essen, Mülheim (Ruhr) und Oberhausen beschäftigte sich in ihrer letzten Sitzung u. a. mit der Lebensmittelversorgung für die kommenden Monate. Die Handelskammer befürchtet, daß die Schleichhandelsverordnung ihren Zweck nicht erfüllen, vielmehr bewirken werde, daß viele Nahrungsmittel, die heute neben und trotz der öffentlichen Bewirtschaftung immer noch durch private Initiative in dls Hände der Verbraucher und im Induftrierevier insbesondere de» Arbeiter geschafft wurden, in Zukunft, weil sie ttotz aller burean- kratischen Theorien und Zwangsmaßnahmen von der öffentliche« Bewirtschaftung doch nicht erfaßt werden und erfaßt werde« können, überhaupt nicht an den Markt kommen werden, Richß darauf komme es jetzt an, ein System, das sich als falsch erröte» sen habe, restlos durchzufahren, sondern darauf, neben diesem System die legale Möglichkeit für Betättgung auch der privatem Jnitiattve zu geben, mit anderen Worten, dem Handel dt« Möglichkeit zu geben, auf legalem Wege das zu tun, was de» vielberufene Schleichhandel auf illegalem Wege getan habe. Mtt einer einfachen Unterdrückung durch drakonische HtrafVO. werde das Gegenteil bewirkt. / Der Preis istber einzig fähige Regent ^ftTroirtfcStftl Lebens. Auch ist es nicht ein Preis, sondern vielmehr ein ganzes System von Preisen, ein tausendfaches Gewebe vcn Zahlen, die alle voneinander abhängig sind. — bis auf den Pfennig und bis truf den Bruchteil eines Pfennis gegeneinander aufgerechnet, — ein riesiges Rechenexempel, an welchem feder Kaufmann und jedes Bäuerlein rechnet. — welches vor Jahrhunderten begonnen ist und durch Jahrhunderte weiterlaufen soll' was von keinem ganz übersehen wird und was doch Millionen von Menschen ganz genau sagt, was sie tun sollen und tun dürfen. Wer mit täppischer Hand in dies wunderbare Gewebe der vielen Millionen Weber hineingreift, der zerstört die friedliche Arbeit, er zerstört die Klugheit und Voraussicht in ihr, er verwüstet 'einen großen Teil der Ernte und schafft auf der einen Seite erlahmende und müßig gehende Hände de: Arbeit und auf der anderen Seite hungernde Mäuler, frierende und darbende Kinder. Wunderbar, daß man gerade das „Rationierung" nennt, was genau besehen nichts anderes ist als ein Kampf gegen die Ratio, die Vernunft, gegen die Herrschaft des Preises, der Zahl im Wirtschaftsleben. Wir hoben schon oft gesagt, daß das ganze System der Unvernunft bei den Parteisekretären und Gewerkschaftsführern feine Herkunft hat. Es steht aber zu befürchten, daß diese Herrschaften. wenn einmal die volle Unzufriedenheit mit den Zwangs- Maßnahmen ausgereift sein wird, ihr eigenes Kind verleugnen, die Mißstimmung für ihre Parteizwecke ausnutzen werden und den Groll des Vclkes über den zusammengebrochenen Kriegs- sozialismus auf die Behörde zu lenken suchen. Wir warnen! -In Oesterreich nennt man dies System, das dort ans sehr natürlichen Gründen noch gefährlicher wirkt, als bei uns: Das „stramme preußische System". Es könnte auch bei uns der Tag kommen, wo man es im feindlichen Sinne das „preußische" oder „bureaukratische" oder gar das ..militärische" nennen würde, obwohl wir es eigentlich nur der Weisheit der Herren Gewerkschaftsführer und noch mehr der Angst vor ihnen verdanken. run-g auf anderer Grundlage vermiede» wird. Die KommvnalverbSnde sind von der Reichsbeklekdungsstelle ermächtigt worden, von den wirtschaftlich besser gestellten Per. sonen, von denen anzuuchmen ist, daß sie Oberkleidung in grö- herer Anzahl besitzen, dir Anzeige ihres Besitzstandes an Oberkleidung einzufordern, wenn diese den Aufruf zur freiwilligen Abgabe unbeachtet lasten. Wer freiwillig aus seinen Beständen mindestens einen Anzug abliefert, ist von der Verpflichtung zur Vestandsanzeige seiner Oberkleidung von vornherein befreit. Bei der Abgabe der OberNeidungssMcke wird dem Atliefernden eine Vescheinung mit der amtlichen Zusicherung erteilt, daß bei einer im weiteren Verlguf des Krieges etwa notwendigen Ein- forderung getragener Oberkleidung die jetzt abgenommenen Stücke mit in Anrechnung kommen. Die abgelieferten Anzüge werden nach einem geordneten Schätzungsverfahren angemesten bezahlt, wobet auf ausreichende Bezahlung auch von der Reichsbekleidungsstelle Wert gelegt wird. Zur Anregung einer beschleunigten Abgabe hat die Reichsbekleidungsstelle ferner bestimmt, daß die Annahmestellen für die getragenen Kleider, die innerhalb drei Wochen abgeliefert werden. 10 Proz. Zuschlag zu den regelmäßigen Schätzungs- beträgen zahlen. Dte Retchsbekleidungsstelle verhehlt sich nicht, daß die zur Beschaffung von einer Million Männeranzügen auf dte Mitwirkung aller Kreise angewiesen ist, die durch ihre wirtschaftliche Stelluirg über größere Kletderbestände verfügen. Bon diesen Bevölkerungrschichten erwartet die Reichsbekleidungsstelle volles Verständnis für die Notwendigkeit, der geforderten Abgabe. Vom Felde Du..Mjili-s'knkr l-nnd" irr Eine zwanglose Besprechung von Anhängern aller bürgen kichen Parteien im Reichstagsgebäude hatte die Notwendigkeit einer ehrlich neutralen Organisation der Kriegsteilnshmer- tnteresten zum Gegenstand. Es wurde der ln München gegrün. dete Bund deutscher Kriegsteilnehmer und Kriegsbeschädigter (den man tm Gegensatz zum Berliner Bund kurz „Münchener Bund" nennen wird) alz geeignete Stelle für eine Sammlung cuf neutralem parteilosem Boden anerkannt. Dem „Münchener Bunde" schlosten sich eine Anzahl Parlamentarier verschiedenster Parteirichtungen an. darunter die Herren: (Behrens (D. F.), Bruhn (F. B. P.). Heckmann (N. L.). Held (Bayr. Z). Irl (Z.), Koßmann (Z.), Dr. Müller-Meiningen (F. D. P.) M,;mm (D F.). Scheef (F. D. P.). Dr. Werner-Gießen (D. F.), Dr. Wildgrube (K.). U»ber das Programm wird berichtet: Der „Münchener Bund" nimmt sich nicht bloß der Jnteresten der kör- perlich beschädigten Kriegsteilnehmer an. sondern er stellt auch ein umfangreiches Programm positiver Vorschläge aus zur Ausführung von Maßnahmen, um jenen Kriegsteilnehmern, welche in ihrer wirtschaftlichen Existenz besonders schweren Schaden erlitten, seinerzeit bei ihrer Heimkehr entsprechen- unter die Arme zu greifen. Wie der Vertreter des „Münchener Bundes" in der erwähnten Besprechung im Reichstagsgebäude bekanntgab. wird eine Denkschrift über die Art. wie das ganze Fürsorgewerk aufgebaut werden könne, demnächst den maßgebenden Stel. lcn zugeleitet werden. Es ist erwünscht, daß Publikum und Presse sich über folgende Tatsachen klar sind' der Berliner Bund, der sich neuerdings ..Reichsverband" nennt, ist ein rein sozialdemokratisches Produkt, als solches behördlich und von allen, die halbwegs eingeweiht sind, erkannt: der Berliner Bund selbst aber stellt seinen sozialdemokratischen Ursprung und seine rote Tendenz in Abrede und gebardert sich neuerlich rein „neutral". Ter „Mümhener Bund" hat das Vertrauen angesehener Parlamentarier aller bürgerlichen Parteien, er will das Kriögsteilnehmerintereste auf rein fachlicher Grundlage, ohne jede Nebentendenz, sammeln und vertreten. — im Benehmen mit den einschlägigen Behörden und privaten Organisationen jeder Art. Und der weiteren Tatsache wolle man nicht vergesten: die Kriegsteilnehmer haben ein gemeinsames Interesse, sie werden für dieses Jntereste Anschluß suchen. Sache des Publikums und der Preste ist es. dafür zu sorgen. daß die Kriegsteilnehmer nicht unter dem Deckmantel von Schlaga örtern in Richtungen und Parteihinterhalte gezogen werden, denen sie zufolge ihrer vaterländischen Leistungen im Felde nicht zugehören! Die „frekrmMae" Kleiderabgabe. Von der Reichsbekleidungsstelle werden 3 Millionen Män- Ner-Anzüge verlangt an — Arbeitskleidung für kriegswichtige Betriebe nfw. Von der Großkonfektion und dem Schneiderhandmerk können nur rund 840 006 Anzüge geliefert werden, von der Kricgsrchstoffabteilung sind Stoffe für 330 000 Anzüge und von der Bekleidungsabteilung des Kriegsministeriums annähernd 560 000 getragene Uniformen in Aussicht gestellt. Es bleiben also rund eine Million Anzüge noch zu beschaffen, und diese will man aus den Beständen an Alttleidern bei der Bevölkerung durch Sammlungen heraushvlen. Ob unter diesen Altkleidern aber gerade zu Arbeitskleidung geeignete Anzüge sich in großer Zahl befinden, das ist eine Frage, die bei der heutigen Knappheit und Teuerung der Kleidung sich wohl aus dem Er- fclg dieser freiwilligen Sammlung bald ergeben wird. Die Sammlung ist wie folgt gedacht: Für jeden Kcmmunalverband wird durch die Landeszentral- behörde dte Zahl der zu beschaffenden Anzüge festgestellt, wobei als Anzug auch jede hochgeschlossene Joppe und Hose gilt, während Fracks, Smokings und Uniformen von der Sammlung aus- ^schlosien sind. Die Reichsbekleidungsstelle erwartet, daß die »rfor erlichen Kleidungsstücke durch die eingeleitete Sammlung der Ehre. Bruchenbrücken. Dem Gefreiten Karl S ch l e u n i n 3, Sohn des Bahnarbeiters Heinrich Schleuning l., wurde wegen hervorragender Tapferkeit das Eiserne Kreuz zweiter Klasse verliehen. Die Hessische Tapferkeitsmedaille erhielt er schon früher. Herzlichen Glückwunsch! Södel. Der Kriegsfreiwillige Heinrich Knoll, bei einem Pionier-Bataillon im Westen, wurde zum Unteroffizier befördert. Herzlichen Glückwunsch! Ans der Heimat. AuS Starkcnburg. FC. Lampertheim. 14. April. Ein 24jähriges Mädchen von hier wurde bei der Feldarbeit von einem Gewitter überrascht und durch einen Blitzschlag getötet. FC. Lampertheim, 15. April Hier wurde eine Geheim- schlächterei aufgedeckt und die Bet-eiligten, ein Matter und ein Metzger, verhaftet. AuS Heffen-Nastau. Höchst am Mai«, 12 . April Im Stadtteil Sindlingen hatte im vorigen Scmmer ein Kaufmann einen Jungeu. den er tn seinem Garten beim Diebstahl von Johannisbeeren überraschte» durchgeprügelt. Der Daker des Jungen stellte darob Strafantrag wider den Kaufmann. Dieser wurde aber vcm hiesigen Schöffengericht freigesprochen, womit sich jedoch der Kläger nicht zuftieden gab und Berufung cinlegte. Doch auch das Wiesbadener Landgericht sprach den Kaufmann frei und führte dazu im Urteilspruch begründend aus, daß Selbsthilfe gestattet und in der gegenwärtigen Zeit mit ihrem Mangel an Aufsichtsperfo. nal sogar geboten sei. FC. Flörsheim, 14. April. Die Gemeindevertretung genehmigte den Haushaltungsveranschlag, der ohne Erhöhung von Steuern in Einnahme und Ausgabe mit 321842 Mark balan- ziert. Der günstige Stand ist dadurch bedingt, daß eine Mehr, einnahme von 2&000 Mark aus dem Gemeindewald vorhanden ist und die Steuerverhältnisie sich überhaupt gebesiert haben, vor allem durch die guten Verdienste der Munitionsarbeiter, fo- daß die Stcuereinnahme von 80 989 Mark auf 102 546 Mark angewachsen sind. FC. WrLSbüdsn, 15. April. Im Herbst v. I. wurde in dem Zigarrengejchäft Müller in der Eschenheimergasie in Frankfurt am Main durch zwei junge Burschen, Graf und Weiß aus Eschborn, eingebrochen und 500 Zigarren und 10 000 Zigaretten gestohlen, die scdann in einem Koffer der Geliebten des Graf, der Kellnerin Maria Degenhardt in Franlfurt am Main, gebürttg aus Wolfhagcn bei Cassel, verstaut wurden. Sodann hatten die Burschen in der Bürgermeisterei in Eschborn eingebrochen und dort Lebensmittelkarten, Brotkarten, Bezugsscheine und Stem. pel entwendet. Dte Polizei nahm die Diebe bald fest und bei der Vernehmung stellte sich herauf daß die Kellnerin Degenhardt dte Haupttriebfcdec zu den Einbrüchen war. Das Diebshandwerkzeug hatte sie den Burschen zur Verfügung gestellt und den Raub mit ihnen geteilt. Wegen Beihilfe zu einem schweren Diebstahl und wegen Hehlerei, weil sie gestohlene Fleischkarten und Bezugsscheine an sich genommen, erhielt sie von der Straf- kammer eine Gefängnisstrafe von 5 Monaten. Wiesbaden, 12. April Das hiesige Landgericht hob. nachdem Sachverständige angehört warm, die zu Eltville und tn anderen Rheingauorten auf Veranlasiung des Kriegswucheramtes erfolgte Beschlagnahme von Rheingauer Qualitätswetnen auf. FC. Weilburg, 11 . April. Die dem französischen Staatsangehörigen Myrtill Marie in Paris gehörigen Mühlenwerke in der Gundersau werden laut Verfügung des Landwirtschafts- Ministers am 13. April versteigert. FC Eanb, 14. April. Der hiesige Vorschuß und Kreditver- ern beschloß in seiner Hauptversammlung für das abgelaufene Geschäftsjahr eine Dividende von 5^ Prozent auszuschütten. Die Umsätze im vergangenen Jahre waren recht bedeutende. Sie überschreiten die Summe von eineinviertel Million Mark. Die beschlossene Umwandlung des Verein» i« eine Genossenschaft mit beschränkter Haftung tritt mit dem ersten Januar 1919 in Kraft. In den Aufsichtsrat wurde Bäckermeister Manthe anstelle des zurückgetretenen Aufsichtsratsmitgliedes Boes gewählt. / FC. Bo» Rhein. 14. April. Der zeit und breit bekann«' Obstrvald, der sich längs des Rheines von Niederlahnstein bi« Wellmich -inzieht, steht zurzeit tm herrlichsten Blütenflor. De, letzt» Frost hat leider den Aprikosen geschadet, aber immerhi, dürfte es noch eine nennenswerte Ernte geben. Pfirsiche blühe» reichlich, Kirschen mehr wie im Vorjahre, Zwetschen, Mirabellen und Reineklauden dürften nach den Aussichten eine voll« Ernte ergeben. Don Obstbausachoerständigen wird im allgemeinen die Frage, ob Heuer wieder ein guter Obstertrag zu ztm rocrten sein wird, bejaht, denn die vielen Sonnenscheintage de» vergangenen Herbstes gaben Gelegenheit, daß durch die lang, Vlattätigkeit der Bäume, die durch den Erttag ziemlich er- schöpften Reserven wieder zum größten Teil mit neuen Kraft- stoffen aufgefüllt werden konnten. Zwei Gefahren drohen de, Obstkulturen: Frostgefahr und Obstbaumschädlinge, wie die Rau. pen des Frostspanners, der Gefpinnstmotten, ferner der Blutenstecher und die Obstmade. FC Aus dem Ländchen, 14. April. Der Hockenbergermühl, in Kloppenhcim. Besitzer Bäckermeister W. Efaias, ist wegen er- wiesener Unzuverlässigkeit in wiederholtem Falle vorerst der Väckereibetrieb und der damit verbundene Brot- und Mehlver- kauf untersagt worden. FC. Arfurt. 15. April. Im Atter von 75 Jahren starb dahier plötzlich der Eemeinderechner Keuler. FC. Nastätten, 11 . April. Zwei fremde Damen, die vo» einer Hamsterfahrt auf dem hiesigen Bahnhof zur Abreise ein- trafen wurden durch eine Gepäckreoiston um die hübsche Summ, von 126 Eier gebracht. Bermbach. Einem pflichtvergessenen Bürgermeister a. D. ist man in der Person des früheren Bürgermeisters Hahn au» dem Taunusdorfe Bermbach auf die Spur gekommen. Hab, war dem zuständigen Kommunalverband gegenüber mit seine, Lieferungsverpflichtungen im Rückstand geblieben, u. a. hatte er noch 60 Zentner Getreide und 50 Zentner Kartoffeln an de. Kommunalverband zu liefern,' für die Nlchtlieferung hatte er allerlei Ausreden gefunden, angeblich befaß er überhaupt keine Vorräte. Als man auf Grund einer Anzeige bei ihm nach, forschte, entdeckte man 15 Zentner Eetteide. 330 Zentner Mehl. 300 Pfund Kleie und 100 Pfund Raps. Der große Vorrat a» Mehl deutet darauf hin. daß er bedeutende Mengen Getreid« bereits hat vermahlen lasten. Die Vorräte wurden beichlag. nahmt und der Bürgermeister dürfte sich demnächst vor de» Gericht zu verantworten haben. FC. Frauenstein. 12. April. Heute nachmittag wurde dir Lelche der am Dienstag in Wiesbaden verstorbenen Grafi, Hatzfeldt. Witwe des in London am 22. November 1901 verstor- denen Kaiserlich Deutschen Botschafters Grafen Paul von HaH» feldt, zu Grabe getragen. FC. Graveneck, 11 . April. Ein hiesiger Landwirt, der vom Felde heimkehrte, wollte von seiner Hacke den Schmutz, der sich an derselben festgesetzt hatte, an einem Steinhaufen abschlage,, als eine heftige Explosion erfolgte und der Mann blutüber. strömt am Boden lag. Das rechte Bein und dte linke Han» waren durch Sprengstücke schwerverletzt, so daß seine Ueberfüh. rung nach der Klinik in Gießen notwendig wurde. Wie d« Explosionskörper, wahrscheinlich eine Handgranate, auf deA Steinhaufen gekommen, wird vielleicht die Untersuchung auf» klären. FC. Bom Westerwald. 11. Ppril. Dem Leutnant d. R. W Gail aus Donsbach, ftüher Lehrer in Weiperfelden bei Butz, bach, Sohn des Gemeinderechners Gail in Donsbach. wurde da. Eiserne Kreuz 1. Klaste verliehen. FC. Aus Nastau, 11 . April. Die ersten Schwalben werden aus verschiedenen Gegen Nastaus gemeldet. Aus Kurhesten. 3r. Fulda, 12. April. Das schwere Eisenbahnunglück, das sich am 9. April gegen 1 Uhr mittags auf der Kleinbahnstrecke Hünfeld-Vacha ereignet hat. ist nach den angestellten amtlichen Ermittlungen nicht auf Eingriffe von dritter Hand zurückzufüh. ren. Vielmehr ist die Ursache des Unfalls offensichtlich dis. daß die vordere, anscheinend ausgeleierte Achse der schweren Ma- schine zwischen den Stationen Großentaft und Eiterfeld auf de» Ueberaang über einen Feldweg, der gleichzeitig eine Kurve bildet, aus dem Geleise gesprungen Dadurch entgleiste die Maschine und stürzte die etwa 3 Meter hohe Böschung hinunter. Dte drei nachfolgenden Personenwagen sind dann durch ihren eigenen Druck nach vorn geschoben worden und ebenfalls abgestürzt, während der vierte Wagen zur Hälfte auf dem Geleise hängen geblieben ist. Mehrere von den in den Wagen befind- liehen Personen, die in ihrer Angst vermutlich versucht haben, durch dte Fenster ins Freie zu gelangen, find hinausgefallen und so unter die umstürzenden Wagen geraten, von denen sie er- drückt wurden. Auf drese Weise fanden die 50 Jahre alte Ehefrau Adelheid Hufnagel, die ledige 24 Jahre alte Marie Held, beide aus Lberwicfenborn. utib die 35 Jahre alte Ehefrau Anna Seibold von Großentaft den Tod. während der Zugführer Auto, Kitz von Hünfeld in dem Post- und Gepäckwagen durch eine, auffahrenden Wagen vierter Klasie eingeklemmt und getötet wurde. Außerdem wurden noch 12 Personen verletzt, darunter 8 schwer FC. Bad-Ork, 14. April. Die älteste hiesige Eiruvohnert« Fräulein Minna Meinhold ist im Alter von 89 Jahren gestor- ben. Ihr Großvater mütterlicherseits mar der letzte männlich» Träger des alten Avelsnamens „Schelm von Bergen". FC. Cassel, 12. April. Der im anrtlichen Tagesbericht vo« 11. April genannte Leutnant D r i e b i n g vom Infanterie. Regiment 370 ist ein Bürger der hiesigen Stadt. Er ist seit sechs Jahren Lehrer an der Knabenbürgerschule 15 und war früher Schullehrer in Heringen. Die Abgabe getragener Kleidung erleich- tert den Erwerb eines Bezugsscheines. Verantwortlich für den politischen und lokalen Teil: Otto» Hirsche!, Friedberg; für den Anzeigenteil: R. Heyner. Friedberg. Druck und Verlag der „Neuen Tageszeitung, L. onen Garnison-Betteidun 7S- und Wäschestücke zum Kauf anqeboten und datz dieie auch tatsächlich gekauft worden find. Es ist doch ganz selbstverständlich. dag Soida en nicht im Besitze von eigener Wäsck« sein können, die mit dem Stempel der Militärverwaltung versehen ist 2n solchen Fällen kann nur Diebstahl vorliegen. 2ch sehe mich daher veranlaßt, vor derartigen Ankäufen hierdurch strengstens zu rrarnen. Weilers derartige Verfehlungen und Begehung strafbarer Handlungen von An- und Verläufen solcher Gegenstände werden der Slrafbehörde rücksichrslos zur Anzeige erbracht und die sofortige Beschlagnahme dieser angeordnet. Fiedberg. den 16. April 191-8. Der Bürgermeister. 2. V.: Damm. »er sie mit so kalte«, erSanmingsÜM' AuO» MaK Slird- ihr ja fach nicht glauben. So stand sie bewegungslos — Sekunden — Minuten — ffe wußte es nicht. Da schlug wieder Me harte Stimme an ihr Ohr. .Haft Du oder Dem ehrenwerter Herr Bruder denn eine Ahnung davon, was rhr mir getan habt? Du wußtest so gut wie er, daß ich mich fiu ihn verbärgt habe! Freilich, ich hätte es wissen sollen! In einem Lande, wo Treu und Glauben nur dazu da sind, um geschändet zu werden, kann eine andere Gesinnung ja gar nicht gedeihen." Sie hörte hastige Schritte, die Tür fiel ins Schloß, und als sie bie Augen hob, war sie allein. Mit hängenden Armen stand sie da. Bewegungslos — gedankenlos. Ter alte Friedrich kam, um den Frühstücks- ttsch abznrüumen. Sie schrak auf und sah verwirrt nm \vh Dann Tief sie wie gehetzt zur Tür, die Treppe hinauf in 'hr Zimmer. — Verwundert sah der Alte ihr nach. „Da muß doch wohl was an dem Gerede fein, was der Berger erzählt," murmelte er. ich hätt's nicht gedacht!" Die alte treue Seele konnte sich nicht zurechtfinden. Tie schöne junge Frau war sein besonderer Liebling, und nun sollte sie — . „Nicht möglich! Nicht möglich!" murmelte er immer wieder. „Freilich, es ist ihr Bruder! Und dann diese Engländer!" ' XXIV. Eine Stunde später 'befand sich Baron von Werkheim mr f öem Wege zur Stadt. Keinen Augenblick länger als nötig wollte er zögern mit der unangenehmen Meldung. Mochte eine sttenge Untersuchung eingeleitet werden ibm war es recht. Ja. er wünschte es sogar. — Ein Verhör mit Berger hatte Helens Anssage bestätigt. Aber was wollte das sagen! Das alles konnte vorher abgemacht gewesen sein, ja. fas mußte es sein, anders war es ja gar nicht möglich. Wie kam Helen plötzlich dam zur Stadt zu fahren? Was hatte sie dort zu tun? Und hätte H Ur nicht' türffallen müssen, wenn der' Bruder zu diesH Ausfahrt drängte? Einkäufe machen! Ms ob es nötig wäre, faswegeni zrrr Stadt zu fahren! Als ob nian fas nicht alles schicken' lassen konnte, wenn man nur wollte. Aber man wollte eben nicht! Werkheim redete sich in immer größere Wut hinein, rrr,8- als er zur Stadt kam, beschloß er, sofort weiter zu fahren!» und gleich in Berlin beim Generalkommando die Sache pers^ sönlich zu melden. Wenn dieser Douglas nicht durch Zufall gefaßt wordeitzj war, auf telegraphische Anordnung hin konnte er nun nicht- mehr erreicht werden. Er mußte längst irgendwo über die, Grenze sein. Zwar — er hatte keine Papiere, aber was war> diesem Menschen denn unmöglich? — In Berlin konnte er sofort seinen Bericht erstatten. Eine Untersuchung des Falles wurde angeordnet. Selbst- verständlich glaubte man ihm aufs Wort, daß er schuldlos sei. Trotzdem konnte man ihm aber den Vorwurf allzu großer Vertrauensseligkeit'nicht ersparen. Dieser Vorwurf, so verbindlich er auch vorgebracht wurde, verletzte den alten Herrn tief. Sein ganzer Groll häufte sich ans die Urheberin desselben, auf Helen. Er vermochte es nicht über sich, sofort wieder nach Hause zu fahren. ES war ihm unmöglich, sie zu sehen, zu spreche harmlos mit ihr zu verkehren. Aber er hatte es ja vorausgesehen, faß durch diese im* glückselige Verbindung nur Unheil entstehen würde. Wie konnte er sich nur einen Augenblick durch die glatte LarvS tauschen lassen! Immer mehr redete er sich in Groll imd Wut hinein Zu ttef war er verletzt. Hatte er doch Helen in diesen! Wochen herzlich lieb gewonnen, so faß er schon ganz mit Alfreds Wahl ausgesöhnt war. "Daß sogar ich alter Esel noch auf fas schöne Gesicht rrrrd fas holde Lächeln heremsallen mich. Alles Verstellunak Alles Berechnung!" Fortsetzung solat. Gott der Herr nahm mir mein liebes Kind, unser gutes Brüderchen Ernst Ludwig heute Nacht 2 Uhr durch einen sanften Tod. Echzell, den 17. Apri' 1918. Ja c > .X -Mvc Wilhelm Jung HllSegarv Jung. Die Beeidigung findet Fre tag Mittag 3 Uhr statt. NMr-Nerßihmiig für Fnrdterg itib Kigrgri). Sonntag den 28. April 1918, nachmittags 3 Uhr findet in der Wirtfchcch Zum Deutschen Haus" am Bahnhof zu Friedberg (Ellermeier) die Zahres-Bersammlung Zu reger Teilnahme wird aufgefordert. Tagesordnung: Eeschäftsbericht, Rechnungsablage, Entlastung d« Vorstandes, Wahlen, Verschiedenes. Flieüberg, den 14. April 1918. Der Vorsitzende: Falk. Oie Seti.: Die Flepchuei.orgmii für die Bevölkerung der Stadt Friedberg. Seknmrtmachmig Hierdurch bringe ich zur öffentlichen Kenntnis, daß der Verlauf von Rind-, und Kalbfleisch sowie Wurst für diese Woche am Frei, tast. den 18. April 1918, von nachmittags 1—6 Uhr in den sämtlichen hiesigen Metzgerläden statt- frndet. Schweinefleisch gelangt diesmal Nicht zur Ausgabe. Die vorstehende Verkaufszeit ist ?enau emmhallen. Fttedberg, den 17. April 1918. Der Bürgermeister. ..__ 2,-33.: Dam m. Haushälterin (mit 4jährigem Kind) seilher auf dem Lande, sucht Stelle in,rau- und mutterlosem Haushalt auf dem Lande, geht auch in biär nerer. Offerten unter itr. 755 an bic schänsstelle der „ Neuen Tages,tg... r>- - _ __ _ j Kekamttmachnng. Nächsten Montag, den 22. April, verteilen wir in der a!ten Post frische Land-Eier Zeiteinteilung wie bei der Butterver:e»lrMg. Es werben abgegeben: Auf Eierlare gelb. Marke 2.8 l Ei zu 32 Pfa., auf ab«* emo eite fryVnmV/rf tcn ' 24 ’ 1 * u 32 llfg Gegen Vorlage der $ allair” 2 l C e«®U 3*‘" 4 Vf*'” e * Ä “ Uf -o'e «ierfanen, Ki,rS i ,^ i f?l a,len - , , i . nö wlt vor,u!egcn. Nicht aboefScmselie rot- Ererkauen sind ungültig. Eierla len ohne die beircffenden Marlen wett^os^^" ^ ^ezug .' einzeln abgeirenn e Marken sino Friedberg. den 17. Avril 1913. Der stellvertretende Bür-erme! er. (Stadt. Lebensmittel-Aus chuß) _ 2 A.: Lanasdor«. VssZ Tageszeifung Druckerei und Werlau ßfeften-GeseHscfcaSf Fdsd&org (Hessen) Hanajershassß 12 fernsareclier 43 Feinaemableues Zum L -Altai suche ein Mädchen das Kochen kann. Frau Slpothsksr Brill, Reichelsheim (Wetterauj. zur HeLerichvcrti.gung empfiehlt FMmiflh.CMrsI-Gkmjj'kiisW Friedberg i. H. Zu Verkaufen ein Schlafzimmer fast neu, ein Echreibttjch,Stühle, einige Betten, Kasienschrank, Tische. Sasa. Kleiber,chraak, Klavier. Zu erfragen Bad-Nauheim. Parkstraße 26. l. Unsere SToi'sS«',au5 vorzüglichem Material he/gestellt, besitzen ganz besonders gute Back- und Dörr-Oefen. Kosfi-Ilerde in reicher Auswahl bei David Groedel Sine Eisenhandlung: u. Kuchenmagazin, hmpecber 169 Ffiedbßrg lalMfitM3/45. empüeMf sich zur Ln-eklmlmZ von Erucksackeu aller ßrf Vereins-, Geschäfts- und Famiiien- Druckarheilen, Mehrfarbendrucke, Katalog- und Werkdruck in jeder Ausführung. Oehernahme von Massenauflagen. Mclieijcr sucht Theodor Haller. Friedrichsdorf am Taunus. Suche eineu braven Zungen als Lehrling evtl, jüngeren Gehilfen. Backerei Weisensee, Friedberg. 4»ieß«‘u, Bahnhofstr. üO. - Fernspr. 1097 Beginn des neuen Schuljahres am Montag,den 8. April vvrm. Aufnahme täglich bis Anfang Mai. Ee chloffen durchgefllhrte Halbialjrrs-ii.IiihrkskIasskn Besond. Kurse fürAnwäner der öriimikn.jiiiftiihil (Post. Telegr. und Eisenb.) Drucksachen u. Auskunft kosten!. . Die Gemeinde Nieder-Eschbar 1 beabsichtigt einen sprungfähige Bullen anzukaufen. Besitzer lolcher Tiere wollen sic bei der donigen Bürgermeistern melden. Siicder-Eschbach. 10. Apnl 1918 Der Bürgermeister: Richter. Einige belgische, 5jährige flricifö - Deck sowie drei belgische 1jährige ^ilDsiiiit« sind zu verlausen bei Wilhelm Cß, Dornassenheim, Fernspr. 41, Amt Reichelshelm Verkaufe 4jähttge Iiiüisllie AlDstttte prima ein- und zwei pännig gr? fahren, weil überzählig. _K. Wit-i ch, Rendel. 2 Clucken mit 34 Kücken rebhuhnfarbige Italiener, zusatW» men oder geteilt abzugeben Ferdinand Heckmann, Langd bei Hungen. Extra große Thüringer Reiserbesen alle Sorten Bürsten, Veser Ctnege!, Toilette-Artike! prima Rasier- u. Toilette seife, prima Linoleum- un! Parkettwachs alles in großer Auswahl. Theobald Steinei Bürstenfabrik. Friedberg. Kaiserstraße 117. Pferde welche an Husten, Cchnaufen Atcmn« Atembeschwerden. Katarrh ic.'eiben, hel bar. viele ireiwtllioe Anerkennungen Osstzieren.Ritteroutsoesitzern. Landwirt, usw.iiber gute Erfolge. Austunst tostenlo Ein versuch lohnt. Postkarte aenüa 1« Völrtg 107V*¥