Umniner 89 Mittwoch,«de« IV.'Aprtt 1918 11 . Ial,rgang. .Die .,Mrur Taoesr-iLrnrg" erscheint jeden Werktag. Regelmäßige Beilagen „Z-v Kanev a«s Hessen". «Die Kpirmstnde". Kezugspreis: Bei den Postanstalten vierteljährlich Mk. 2.40^ hinzu tritt noch das Bestellgeld; bei den Anenten monatlich 85 Pfg. einschließlich Trägerlohn. Anzeigen r GrundzeUe 2b Pfg^ lokale 20Psg^ Anzeigen von auswärts werden durch PostnachnahmO.- erhoben. Erfüllungsort Friedberg. HrKr-Msilung und Verlag Friedberg (Hessen), yanauerstratze 12. Fernsprecher 48. Postscheck-Conto Nr. 4859. Amt Frankfurt a. W. KaiUeul gefallen. Die Höhen von MyL)chaete gestürmt. — Datum von den Türken besetzt. — 25 000 Tonnen versenkt- tu: —.====== "' 1 z# Der deutsche Generaistab ... meldet: - . M. T. K. Grotzes Zanpr^rrartteU» den 16. April. Amtlich. —- Westlicher Kriegeschauplatz. ^ ^ Angriffe ans km Schlachtfelde an der Lys führten zu vollem Erfolge. Dre großen Sprengtrichter aus der Wytfchaete-Schlacht 1617 wurden im Handstreich genommen; nach kurzem Feuerschlag er. stürmten wir in überraschendem Angriff Wulverghem und die feindlichen Stellungen beiderseits des Ortes. Gegenstöße englischer. Kompagnien brachen völlig zusammen. Don der Ebene herauf erstiegen unsere Truppen im Angriff die Höhen zwischen Nienwekerke und Bailleul und entrissen sie ln heftigem Nah- Aampf dem Feinde. Englische Angriffe gegen Locon scheiterten. An der Schlachtfront zu beiden Seiten der Somme nahm der Ariilleriekampf mir am Lucebach in der Gegend von Moreux und Montdidier größere Stärke an. Bei Abwehr eines von Engländern und Franzosen gemeinsam durchgeführten Angriffes nördlich vom Lucebach machten wir Gefangene.. Am Ofie-Aisne-Kanal und auf dem Westufer der Mosel Führten wir erfolgreiche Unternehmungen durch. Oste«. Finnland. 3« 2oyffa östlich von Helsingfors nach Ueberwindung schwieriger Eisverhältnisse gelandete Truppen stießen über Lapptransk nach Norden vor, brachen mehrfach feindlichen Widerstand und haben die vcn Tammersors nach Wiborg führende Bahn östlich von Lathr erreicht. Der Erste Generatquartiermeister: Ludendorff. Abenbbericht. Berlin. 1C. Sprit, nbendn, (WTB- Smttidj.J Die tzöhen vcn Wytschaete wurden erstürmt. Bailleul ist genommen. Der österreichische Generalstab meldet: - SBicit, 16. April. (WTB.) Amtlich wird verlautbart: An der italienischen Front nichts von Belang. Der Chef des Eeneralstabes. Das türkische Hauptquartier «=====£=== meldet: ==gs===— Konstantinopet. 14. April. (WTB.) Tagesbericht. Palästinafront: Borstoßende Erkundungsabteilungen der Engländer wurden an mehreren Stellen der Front zurückgeworfen. 11 Maschinengewehre wurden hier in den letzten Tagen erbeutet. Aus einem erbeuteten englischen Operationsbefehl geht hervor, daß bei den letzten Angriffen Arzum und Kilki- likie erreicht werden sollten. Kaukasusfront: Fortschreitender Angriff vor Batum. Von den übrigen Kriegsschauplätzen nichts Neues. * Konstantinopel, 15. April. (WTB.) Tagesbericht. Kaukasusfront: Die Festung Batum ist gefallen. Nachdem der hartnäckig sich verteidigende Feind Schritt für Schritt auf den Gürtel der Festung zurückgedrängt worden war, begann am 13. April abends der Angriff auf die Werke der Südostfront. In erbittertem Ripgen gelang unseren tapferen, von frischem An- grifssgeist beseelten Truppen der Einbruch in die stark verdrahteten und ousgebauten Werke dieser Front. Während im weiteren Verlauf des Angriffs einige Nachbarwerke die weiße Flagge hißten, leisteten andere bis zum letzten Augenblick zähen Widerstand. Die Besetzung der Stadt und des Hafens vollzog sich ohne Kampf. Eine Abordnung der Bürger begrüßte unsere Truppen. In der Stadt herrscht Ruhe. Die Zahl der Gefangenen und die Beute sind noch nicht festgestellt. Die blutigen Verluste des Gegners find schwer. Oestlich des Wan-Sees ist Cerai von uns besetzt Auf den übrigen Fronten keine Ereig. «tsse von Bedeutung. " i 25000 Tonne» versenkt. Berlin. 15. April. (WTB. Amtlich.) Im Sperrgebiet des mittleren Mittelmeeres versenkten deutsche und österreichischungarische U-Bocte sechs Dampfer, die in gesicherten Geleitzügen fuhren, und zwei Segler, zusammen mindestens 25 000 Brutto- Register tonnen. Der Chef de, «dmlrafftab» der Marine. \ M , Die Schlacht im Westen. Die Erstürmung von Wulverghem. Berlin, 16. April. (WTB. Nichtamtckch.) An: Vormittag des 15. April stürmten deutsche Truppen das bisher von den Engländern mit äußerster Zähigkeit und unter hohen Verlusten gehaltene Dorf Wulverghem nebst den beherrschenden Höhen nordwestlich des Dorfes. Die Gunst der Loge ausnutzend, schlossen sich die südlichen Nachbar truppen an und nahmen gleichfalls im kühnen Angriff die feindlichen Stellungen. Während der äußerst wirksamen Artillerievorbereitung, im Nahkampf und auf der Flucht, erlitten die Engländer ungewöhnlich starke Verluste. Vor allem tat ihnen Abbruch das Verfolgungsfeuer der von den eroberten Hohen in die dichten fliehenden Massen feuernden deutschen Artillerie. Der Erfolg des 15. April. Berlin, 16. April. (WB.) Am Nachmittag des 15. April setzte um 2 Uhr ständig zunehmendes Artilleriefeuer auf die englischen Stellungen ein. Sie lagen auf der Hügel- kette zwischen Nienwekerke und Bailleul. Diese Hügel, vor allem der Mont de Lille, der Ravetsberg nd die Kuppe von ZwartenmolemHoek gestatteten den Engländern freie Beobachtung auf das flache Land bis jenseits Armentieres. Tie Hügelstellungen selbst waren mit breiten Drahthindernissen festungsartig ausgebaut, das glacisartige Vorgelände ein tief gegliedertes System von Maschinengewehrnestern, außerordentlich geschickt zur Verteidigung hergerichtet. Langsam hatte sich in den letzten Tagen der deutsche Angriff an dieses Glacis herangezogen. Die starken Stützpunkte wurden durch die Geschosse der schweren Mörser zertrümmert, die Gehöfte auf den Höhenkämmen, in denen sich die englischen Actilleriebeobachter aufhielten, brannten lichterloh. Munitionsdepots flogen mit riesigen schwarzen Rauchwolken in die Luft. Noch vor der für den Angriff festgesetzten Stunde brach die deutsche Infanterie, die Erschütterung der englischen Besatzung wahrnehmend, aus den Sturmstellnngen vor. Dank der genauen Feuerleitung der schweren und leich- ten Batterien gelang es, das Feuer so rechtzeitig vorzuver- legen, daß die deutschen Sturmwellen unmittelbar hinter den Mörser- und Haubitzen-Einschlägen einen feindlichen Graben nach dem anderen erreichen» konnten. Die englischen Maschinengewehre wurden durch das schwere Feuer nieder gehalten. Nur auf dem linken englischen Flügel, wo in dichten Büschen und Hecken verschiedene feindliche Stützpunkte un- entdeckt geblieben waren, eröffneten einige Maschinengewehre ihr Feuer. Sofort griffen jedoch hier diejenigen Truppen ein, die tags zuvor die nördlich Nieuvekerke liegende StampkopMühle genommen hatten. Durch Mi-'en- werferfener hielten sich die englischen Maschinengewehre nieder Unaufhalffam vorwärts stürmend, trugen die Deutsche den Angriff über den schweren Boden der Sturzäcker/ durch Stacheldrahtverhaue hindurch bis auf die Kuppen der' Hügel vor. Die englische Artillerie, die entweder in der Um-' grllppierung begriffen oder ihrer Beobachter beraubt war,' hat den Beginn des Angriffs nicht erkannt, jedenfalls setzte das englische Sperrfeuer % Stunden zu spät ein, sodaß nicht nur die vordere Welle, sondern auch die Masse der nntfjk* rückenden deutschen Reserven die fetnMtdje Feuergarbe bereits unterlaufen hatten. Mit dem Erscheinen der »rsterr Deutschen auf den Höhen begannen die Engländer in helle»» Haufen aus ihren Unterständen, Gräben und aus denr/ Barackenlager von Brecmeerschen zu fliehen. Auch westlich kam ihre Linie ins Wanken. Starke deutsche Kräfte rückten in lichten Schwärmen über den sumpfigen Grund, der ficht auf dem Ravets-Berg hillzieht und erstürmten eine Kuppe noch der andern. Die deutschen Feldbatterien begannen so-^ fort den Stellungswechsel. Sie jagten im vollen Galopp der^ Infanterie nach und eröffneten ihr vernichtendes Feuer auf > die dichten Reihen der fliehenden Engländer. Der Bormarsch in der Lys-Ebene. Der Militärkritiker der „Zürcher Post" schreibt: Der deutsche Vermorsch auf den beiden Lysufern entwickelt sich aus einer fer-> n^n Drohung zu einer unmittelbaren Gefahr für die ganze englische Stellung im Pas de Calais. Deutsche Vortruppen stehen nur noch zehn Kilometer von dem wichtigen Eisenbahnknotcn- V Punkt Hazebionck entfernt. Damit fink die Bahnlinien nach ' Boulogne, Calais, St. Omer und Dünkirchen unmittelbar schwer bedroht. Zunehmender deutscher Druck macht sich außerdem auf ^den südwestlichen Verbindungen des Ppernöogens bemerkbar, wo die Deutschen die Vorbedingung für den konzentrischen Aw» griff auf den 156 Meter hohen Kemmelberg, der das Gebiet v 0 M Ppern beherrscht, geschaffen haben. Die Lage bei Rpern kann infolgedessen nur noch durch außerordentliche Maßnahmen ge-' halten werden. Rückverlegung des englischen Hauptquartiers. Nach Meldungen Schweizer Blätter soll das englische Hauptquartier gegenwärtig in St. Omer liegen, infolge der wachsen- den Bedrohung dieses wichtigen Knotenpunktes ist eine Rückverlegung in Aussicht genommen. Auch an der Somme. Bern, 16. April. Nach Pariser Berichten aus Fachs Haupt, guartier wird diese Woche neue Kämpfe nördlich und südlich der Somme bringen. Gegen irgend welche Ueberraschung von gegnerischer Seite sei Vorsorge getroffen. Kritik französischer v Bern. 15. April. (WTB.) Die französischen Blätter sind über den Anfang des Angriffs bei Armenticres und La Bassee ziemlich bestürzt und bemüht, die Unternehmung als eine Ablenkung hinzustellen. Einige Blätter, vor allem die sozialistischen, betonen allerdings, daß die Deutschen bereits am ersten Tage einen großen Erfolg errungen haben. „L'Heure" erklärt, das Kohlengebiet von Bethune, das gerade im Südwesten des Kampfgebietes liege, sei schwer bedroht, die „Verite" hält es sogar für wahrscheinlich, daß Bethune mit seinen Minen nicht mehr gerettet werden kann. Das ..Echo de Paris" deutet an, daß die Engländer alle verschiebbaren Truppen heranwersen. Furcht vor einem dcutßhen Generalangriff. Der „Baseler Anzeiger" meldet: Die neuesten französischen Berichte geben mit sichtlicher Beunruhigung der Befürchtung Ausdruck, daß die deutsche Heeresleitung in allernächster Zeit' zum Generalangriff an der ganzen Front zu schreiten beabsichtigt. Es sei seit einigen Tagen nicht nur bei Amiens und cur der Lys, sondern auch im Abschnitt von Royon. bei Reims und an der gesamten Maaslinie ein auffallendes Aufleben der Ar- ' tillerietätigkeit wahrzunehmen. Die Bedrohung der englischen Front Schweizer Vlättermeldungcn zufolge hat Marschall Haig um dringende Entsendung von Hilfskräften nach der englische» fUm Donnerstag mittag wirb die Kriegsanleihezeichnung geschloffen. Wenn alte, dis noch nicht gezeichnet haben oder die ihre Zeichnung noch erhöhen können, Siess GeksgenHsiinichi ver paffen, kommen noch viele Millionen Zusammen. Gersds diese letzten Millionen vollenden erst den großen Erfolg,den wir brauchen. Also - zeichne, zeichne heute. nachgesuchk. An^Kä'LysL'rSckeU^uad »et Bechrnm 4 iYrch kenne ihn nicht und habe feinen Konen jetzt zum KrikgsMlchk-Vkl'üMilM der landrv. OryM'-lliilinkN. Am Samstag, den 13. d M.. fand im ..Mainzer Rad" dahier eine gut besuchte Versammlung der Landwirte der Wetterau und angrenzenden Kreise statt, wozu die Landwirtschaftskammer, der Verband der hessischen lar.dw. Genossenschaften, die Zentralkasse und dre Zentralgenossenfchaft in Darmstadt Einladung ergehen ließen. Herr Oekonomierat H e n s e l - Dortelweil, der im Aufträge von Herrn Geh. Oekevomierat Wolter, welcher am Erscheinen verhindert rceu> die Versammlung eroffn-ete und leitete, wies mit kernigen deutschen Worten auf die Wichtigkeit der 8. Kriegsanleihe bin und gab zunäcksst Herrn Direktor B e r g - Darmstadt dos Wort zu Punkt 1 der Tagesordnung über allgemeine landwirlschaftlich-genossenschaftlick)« Tagesfragen. Der Redner gab zunächst ein anschauliches Bild über he günstige Entwicklung des bessisch'n landwirtschaftlichen Cenosfenschasts- mesens im Jahre 19 17 und im ersten Vierteljahr 1918, in welchem weitere 26 Genossenschaften — davon 14 aus Oberhessen — der Zentcalgenossenschaft sich angeschlossen haben. Weiter behandelte er die Frage der Veranlagung zur Vermögens- und Einkommensteuer und die Schweigepflicht der Genossenschaften. Lerder wurde von einigen Finanzämtern Ansinnen an Genossenschaften gestellt, die diese ablehnen mußten. Der Verband habe sich wegen dieses llebereifers der Steuerbehörde be- schwerdesührend an Großh. Finanzministerium gewandt, lieber die derzeitigen Verhältnisse im Dünger-, Futtermittel- und Samenbezug machte der Redner eingehende Darlegungen und bedauerte ganz besonders, daß der Saatmais aus Rumänien von der Militärverwaltung beschlagnahmt wurde und nur ein Vier, tel der ursprünglichen Menge zu erwarten sei. Den angeschlos- senen Genossenschaften könne aber mit Welschkorn ausgeyolfen werden. Eingehende Ausführungen machte der Redner über den derzeitigen Stand der Frage der Erfassung landwirtschaftlicher Erzeugnisse durch die landwirtschaftlichen Genossenschaften. Auf diesem Gebiet stehe unseren Genossenschaften ,roch ein großes Feld der Betätigung offen. Namenttich in der Erfassung von Getteide, Milch. Obst, Gemüse (auch Dickrüben). Kartoffeln und Vieh ging der Redner näher auf die oberhessischen Verhältnisse ein und schloß seinen interessanten Vortrag mit einem warnen Appell an die Landwirte zur vaterländischen Mitarbeit auf diesem Gebiete. An der Aussprache beteiligte sich der Herr Vorsitzende. Herr Jäger-Oberhörgern, Fassauer- Wölfersheim, Bürgermeister G r e b - Eichenord und Herr Landtagsabg. Fenchel- Oberhörgern. Zu Punkt 2 der Tagesordnung, die 8. Kriegsanleihe, sprach Herr Direktor Mager- DarmstadL. Er gab eia anschau- liches Bild von der gesunden Entwicklung der Zentralkasse der ^ssischen landwirtschaftlichen Genossenschaften, ging daun aal dto im Verkehr mit den oberhesstschen Spar, und Darlehnstasse» sich ergebenden Erfahrungen im bargeldlosen Verkehr, Eeldai» läge usw. naher ein. besprach die Bankenkonkurrenz und erörtert» die technische« Fragen bezüglich der Werbung. Verbuchung und geschäftlichen Behandlung der Kriegsanleihe. Anschließend a, das sinnreiche Flugblatt „Der letzte Hieb" schließt er mit eine» warmen Appell an die Anwesenden, in dieser vaterländischen Pflicht als Heimkämpfer ebenfalls zum letzten Hieb auszuhole, und alles aufzubieten, um der 8 Kriegsanleihe ein glänzendes Ergebnis zu sichern. Auch an diesen Vortrag schloß sich eine befriedigende Aus. spräche. Herr Regierungsrat Dr. M i ch e l - Darmstadt nahm zur Steuersache nochmals das Wort, wobei er der Auffassung zustimmte, daß die Genossenschaften nur durch einen Gerichts- befchluß verpflichtet feien, über die Einlage der Mitglieder, ge- fchäftliche Umsätze usw. Auskunft zu erteilen. In der Frage der Deckung unserer Schuldenlast führte er unter Zustimmung der ganzen Versammlung aus. daß von einer Kriegsentschädigung nach dem heutigen Stand der Dinge nicht abgesehen werden könne. Es fei Rechtens von altersher, daß in einem Prozeß der verlierende Teil auch die Kosten trägt. Noch stünde — um mit LrHendorff'schen Worten zu sprechen — die Tat über dem Wort. Herr Oekonomierat Hensel schloß um 6 Uhr die anregend verlaufene Versammlung mit einer warmen, zu Herzen gehenden Anspr-ache, daß jeder bei der 8. Kriegsanleihe seine vater ländische Pflicht und Schuldigkeit tun möge und daß der Zusammenschluß der Landwirte zu starken und leistungsfähigen Wirb schaftsorganifationen einen dringendes Gebot der Zeit sei. Ans der Heimst. Frredberg. Infolge der Neuerrichtung einer einheitlichen Sammelstelle aller Abfallstoffe für den ganzen Kreis Friedberg, hat die hiesige Sarmnelstelle des „Alice- Frauen-Bereins" ihre selbständige Tätigkeit anfgea-ben jedoch werden die bisher tätigen Damen der neuen Organn iation gerne ihre Mitarbeit zur Verfügung stellen. Die Sammlungen des „Alice Frauen-Vereins" durch Friedberger Schüler ergaben einen Ueberschuß von 700 M.rrk, der dem ftädt. Lebensmittel-Ausschuß überwiesen wurde, zur An. schaffung von Holzschuhen für Kinder unbemittelter Familien, hauptsächlich Kriegsteilnehmern, auf den kommen- den Winter. Für den gleichen Zweck wurden von der Firma Trapp & Münch 500 Mark gestiftet, wofür an dieser Stelle öffentlich Dank ausgesprochen wird. FC. Butzbach, 14. April. Im nahen Hochweisel verstarb im Alter von 88 Jahren der in weiten Kreisen bekannte Musiker Johannes Mohr 2. an Altersschwäche, nachdem er noch vor kurzem mit feiner Ehefrau das Seltene Fest der Eisernen Hochzeit begangen hatte FC. Büdingen, 14. April. Bei einer Revision der Fleisch- karten ergab sich, daß mehrere hiesige Metzger erhebliche Fehlbeträge an solchen aufzu,Dessen harten. Einzelne wurden des. halb von dem Fleischoerkauf b:v auf weiteres ausgeschlossen. In Zukunft wird Metzgern, denen Unregelmäßigkeiten nachgewiese« werden, ihr Geschäft kurzerhand geschlossen. FO. Aus dem Kreise Büdingen. 14. April. Das Ergebnis der Anmeldungen von Pf'.egestellen der Stadtkinder Ist im hiesigen Kreise bis jetzt sehr gering im Vergleich zum Vorjahre. Büdesheim. Verflossene« Sonntag fand dahier eine vom Kriegerverein veranstaltete, recht gut besuchte vaterländisch« Versammlung statt. Eingeleitet wurde dieselbe durch eine herz, liche Begrüßungsansprache des Herrn Pfarrer Der n b eck. in welcher er an die Anwesenden den Appell richtete, recht tüchtig Kriegsanleihe zu zeichnen Herr Lehrer Wämser- Vilbel hielt hierauf einen sehr schönen Vortrag über: „Ursachen unk Wirkungen des Weltkrieges". Reicher Beifall wurde dem Red net zuteil. Eine Sammlung zu Gunsten bedürftiger Hinterbliebenen der im Felde stehenden Kameraden ergab die Summ« von 8.50 Mark. Möge die Veranstaltung reiche Früchte tragen Büdesheim. De: Krieg hat wieder ein Opfer gefordert Karl Gregor ius ist den Heldentod gestorben. Ehre seinen Andenken. Aus Starkeuburg FC. Bensheim, 11. April. Die Stadtverordneten genehmigten die Ausstellung eines Denksteines für den verstorbener Dichter Pfarrer Knodt in den Brunnenweg-Anlagen und beschloß die Uebernahme von 328 090 Mark neuer Aktien der Gruppen Eas- und Elektrizitätswerk Bergstraße Aktien-Geielü schaft. Von der Bergstraße. Im badischen Ladenburg wurde in einer der letzte« Nächte eine sechs Jahre alte frischmelkende Kuh aus einem Stalle gestohlen. Von dem Dieb hat man nock: keine Spur. AvS Rheinhesseu. FC. Oppenheim, 14. April. In den Kellern der Landskrone. Wirtschaftshave wurde ein zweiter nächtlicher Einbruch verübt und für 3000 Mark Wein gestohlen. Oppenheim, 12. April. Bei der Gesellenprüfung der Bäcker- lmrung des hiesigen Kreises befand sich zum erstenmale eia weiblicher Prüfung. Fräulein Rockcr aus Eichloch. FC. Erbenhei«. 12. April. Den ersten Spargel stach hier vorgestern bereits der Landwirt Adolf Born. Monsheim. 12. April. In der Nacht von Mittwoch auf Donnerstag wurden fünf Familien von hier durch Diebstähle heimgesucht. In einer Familie wurde ein belg scher Hase entwendet, in den anderen vier Fällen siel den Dieben große Beute an Wäschestücken in die Hände. Auch haben die Diebe auf einem Platze außer der zum Trocknen aufgehängten Wäsche das ganze Lederzeug an dem Einfpannungsgefchirr für Srchfuhrwerk ab- geschnitten und mitgenommen. Verantwortlich für den politischen und totalen Teil: Otto Hirschei, Friedberg; für den Anzeigenteil: N. Heyner. tzriedbrrg. Druck und Verlag der .Renen LWytzettung", «. «„ {WeirterflJ.Jj * Grane Gefahren. Roman aus der Gegenwart von M. Goniard. Schuck. 7C ) Nachdruck verboten. Was wird' nur Alfred sagen? Wenn er doch hier wäre! Er glaubt mir, wenn ich ihm sage, daß ich es nicht gewußt habe. Aber sein Vater! — Nein, der glaubt mir nicht? Und im Grunde genommen kann ich's ihm nicht einmal sehr verdenken. Der Schein ist gegen mich. Und ich weiß ja, wie «i'er von den Engländern denkt." Berger kam und meldete, daß er mit einem Magen da sei. Aber nur eine Droschke. Ein Kraftwagen sei nirgends anfzutreiben gewesen. „Es macht nichts. Wenn wir nur nach Hause Aminen. Fahren Sie erst bei Renner vor und lassen Sic sich ineine Pakete geben." Sie stieg ein und im Zuckeltrab ging es durch die holprigen Straßen. Als man aus dem Städtchen hinaus war, nahmen die Pferde einen Anlauf und etwas beschleunigter ging es vorwärts. Je näher sie Tannenberg kamen, desto angstvoller schlug ihr Herz. Wenn doch nur erst die Unterredung überstanden wäre. Schrecklich! Tot- schämen möchte sie sich. Ob er es nicht sofort wußte, wenn er sie mit oiesem Fuhrwerk ankonnnen sah? Aber natürlich! Sofort wiirde er es wissen! Der war doch nicht so dumm wie sie! Hätte sie es denn nickt ahnen können? Aber nein! Sie konnte doch ihren. Bruder nicht gleich für einen Schuft halten! Aber alles Für und Wider half nun nichts. Immer näher kam der Wagen den altertümlichen Türmen von Tannenberg. Als ihr in der Halle der Diener den Mantel abnahm und sie auf die Frage, wo der gnädige Herr sei, die Antwort erhielt, der Herr Baron sei noch nicht zurück, da atmete sie wie von einer großen Gefahr befreit auf. „Gott sei Dank," Er war so jung und starb so früh, Wer ihn gekannt, vergißt ihn nie. Tieferschüttert erhielten wir die traurige Nach, richt, daß unser innigstgeliebter, hoffnungsvoller Sohn, Bruder, Neffe un) Vetter Kamin Sf 6 |(irM am 3. April nach erst kurz vollendetem 20. Lebensjahre den Heldentod für's Vaterland erlitten haL. Bvrg-Gräfenrode, den 16. April 1913. In tiefer Trauer: Wilhelm Gebhardt und Frcm Gefr. Karl Gebhardt, z. Zt. im Felde. Nutzholzversteigernng im Mockstatztcr MarNvatt» am 19. April 1918. Es kommen zum Verkauf: 171 Eichen-Stämme mit 52 fm (Bau- und Waanerholz) 4 Krefern-^tan me mit 5 fm 115 Fichten-Stämme mit 42 fm £ ?n g!.<ä)ten=$erbitan 8 en mit 70 km. zu Leiierbäumen geignet o0 Larchen-Derbjtangen mit 6 fm a Aff ? zu Bohnenstangen und Baumstützen geeign. Io rm < 5 lchten-Nutzrerstg. J ö ö mS U aiT mntUnft vormittags 9 Uhr bei der Ziegelei Nieder- murmelte sie, „dann will ich ihn hellte auch gar nickt mehr sehen. Morgen werde ich nicht mehr solche Furcht haben. Bef Tageslicht sieht manches anders ans." Und froh wie ein Kind, das glücklich der erwarteten Strafe noch einmal entgangen ist, lief sie die Treppe hinauf. „Bringen Sie nur in einer halben Stirnde den Tee in mein Schlafzimmer, Bessie. Ich bin ganz erschöpft und lege mich sofort hm," sagte sie zu der Zofe, die ihr beim Ans- kleiden behilflich war. „Sagen Sie es auch Friedrich, dünnt der Herr Baron unterrichtet ist." Vorläufig war die Gefahr Noch einmal abgewandt. Was aber morgen? Und der Wagenführer! Gewiß würden sie es unten im Gesindczimmer jetzt schon alle wissen. Denn er hatte ihr ja nicht geglaubt, ganz gewiß nicht! Wie hätte er es auch können! Es war ja Zolles Wahnsinn, was sie geredet hatte. — . Stundenlang lag sie wach und zermarterte sich vas Gehirn, was morgen früh werden sollte, was sie sagen wollte. — „Ich werde ihm gleich alles selbst gestehen, ehe er mich fragt," dachte sie. „Oder ist es besser, ich warte, bis er sein Frühstück zu sich genommen hat? Aber wenn er nach Archi- bald fragt?" . Zuletzt übermannte sie doch der Schlaf, ohne daß sie zu ernem Entschluß gekommen war, wie sie es am klügsten anfangen wollte. — Sehr früh am andern Morgen wurde sie wach. Der Schlaf, in dvn sie verfallen, hatte sie nicht erquickt. Von häßlichen Träumen war sie gequält worden und all ihre guten Vorsätze halfen ihr nicht über die bevorstehende Aussprache hinweg. — Und nun stand sie am Fenster des Frühstückszimmers und sah in den trüben Morgen hinaus. Dem herrlichen Frühlingstage von gestern war schnell wieder der Umschlag gefolgt. Die Welt sah heute trübe und traurig aus. „Grau in mir und grau uni mich!" dachte Helen. Da klangen Schritte an ihr Ohr. r So, dachte sie, nun gibt es kein Entrinnen inehr. geßerf* 6 sich um und ging dem Schwiegervater eilt- 2Bettcr?"^ n ^ und bei diesem Wimmer* rntf Ö m^a ete E' eie versuchte nur, ein Lackel« aus ihr Gesicht zu zwingen. Dann trat sie an den ahm Herrn heran und gab ihm die Hand. „Wollen wir mit unserem Frühstück anfangen cdek warten wir auf Deinen Bruder?" „Wir können ja beginnen." antwortete sie stockend. ES würgte ihr in der Kehle, und kaum brachte sie die Worte hervor. Plötzlich war sie wieder feige. Innerlich redete sie sich vor, sie wolle dem alten Herrn sein Frühstück nicht oer- derben, nach dem Frühstück sei auch noch Zeit. Und doch war es rn Wirklichkeit nur Angst, nichts als Angst vor der Aussprache. Das Frühstück verlief schweigsam. Herr von Werkh-nn warf einige Male einen verwunderten Blick auf Helen, sagt« aber nichts. J Als der Diener die Posttasche brachte, stand ste auf »n8 trat hinter den Stuhl des Schwiegervaters. Nun wollte sie e? sagen Jetzt war die höchste Zeit. Aber ins Gesicht konnte sie ihm daber nicht sehen. „Hier ist auch ein Brief an Deinen Bruder!" Er drehte das Schreiben von einer Seite auf die andere. „Amtlickk Wahrscheinlich wird er benachrichtigt, daß er in diesen T wen m cm Lager oder nack einer Festung iiberführt wird." Ein sonderbarer Laut hinter seinem Rücken ließ ibn sich plötzlich nmdrehen. Leichenblaß stand Helen hinter ihm. m !f ran ? "W"s ist — was ist geschehen, Kind? Was x)t denn los?" Sie gab sich einen Ruck und riß sich innerlich zusammen. „Archibald ist fort!" „Was? Was sagst Du? Fort? Archibald ist fort?" Sie nickte. Sprechen konnte sie nicht. Fortsetzung tolat. Bim- »ii> AOchiitOUNW. Freitag, den IS. April, kommen im Ober-Florstädter Eemeindewald zur Versteigerung: Buchen-Stämme 2 Sick. III. Kl.. 2,95 fm Inhalt. Buchen-Stämme 7 Stck., IV. Kl., 5,07 fm Inhalt. Buchen-Stämme 1 Sick., V. Kl. 44 im Inhalt. Eichen-Stämme 8 Stck. lV. Kl. 8,06 fm Inhalt. Eichen-Stämme 13 Stck. V. Kl. 6,99 fm Inhalt. Eichen-Stämme 9 Stck. VI. Kl. 2,06 fm Inhalt. Kiefern-Stämme 3 Stck. V. Kl. 1,75 fm Inhalt. Fichten-Stämme 1 Stck. V. Kl. 61 fm Inhalt. Buchen-Stämme 1 St. V. Kl. 46 fm Inhalt. 6 rm Eiche Garten-Pfosten. 2 rm Eiche Rund-Scheit. Zusammenkunft nachmittags 2 Uhr am Eingang des Waldes. Erobh. Bürgermeisterei Ober-Florstadt. B 1 1 d, I e. Feingemahlenes HolWerstsig§rrmgen -? en L 2s. werden versteigert aus den ?.f^nkten § losterwald 7,9 und 10, Großer Dreyer,ch 1 und 3 und Sttckes der Forstwartei Wippenbach: Stümitie: Kiefer 111. Kl. 4 Stück = 4,95 fm. xlTutz- knuppei: Kreier 3 rm. SclieSteri Buche 1. 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Kekanutmachnng Durch amtliche Mitteilung urte 1 auch durch Mitteilungen von Privatpersonen ist schon wiederholt zu meiner Kenntnis gekommen daß in letzter Zeit seitens Mild» tärpersonen den hiesigen Althänd-' lern und Auch Privatpersone» Garnison-Bekleidungs- und Wäschestücke zum Kauf angeboten mi* daß diese auch tatsächllch gekauft worden sind. Es ist doch ganz selbstverständlich, daß Solda en nicht im Besitze von eigener Wäsche sein können, die mit dem Stempel der Militärverwaltung versehen ist. In solchen Fällen kann nur Diebstahl vorliegen. Ich sehe mich daher veranlaßt, vor derartigen Ankäufen hierdurch strengstens zu warnen. Weitere derartige Verfehlungen und Begehung strafbarer Hand« lusigen von An- und Verkäufen solcher Gegenstände werden der Strafbehörde rücksichtslos zur Anzeige gebracht und die sofortige Beschlagnahme dieser angeordnet. Fiedberg. den 16. April 1918. Der Bürgermeister. 2. V.: Dam m. Eine frischmelkende ^ieg© zu verkaufen. Nieder-Rosbach, Vahnhofstr. 18. 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