Plummer 87 Die „zleue Tagesxettung" erscheint jeden Werttag. Regelmäßige Beilagen „Dev Kanev ans Kessen", „Die Kpirmssnke". Kerngspreis: Bei den Poftanstalten vierteljährlich Mk. 2.4© hinzu tritt noch das Bestellgeld: bei den L! aenten monatlich 85 Pfg. einschließlich Trägerlohn. Anxeigen: Grundzeile 26 Pfg., lokale 20Pfg^ Anzeigen von auswärts werden durch PoitnachnahmO erhoben. Erfüllungsort Friedberg. Hchriftlelturrg und Deriag Friedberg (Hessen), Hanauerstratze 12. Fernsprecher 48. Postscheck-Conto Nr. 4853. Amt Fcanisurt a. M. Montag, den 18. April 1918 11. Jahrgang. Krtjlhmtkndn Ättnriff in MoManlittich. Der Ploegsteert-Mald und Uienvekerke, Merris und Diene Kergnin genommen. — Daris und Dordenfiland von Flngschissen beschossen. — Die deutsche Flotte vor Helftngfors. — Gin Telegramm des Kaisers Karl. Mcklritt Cxernins. — 45000 Tonnen versenkt. Der deutsche Generalstak meldet: M. T. K. Großes Haitptrirmrlier» den 13. April. Amtlich. Westlicher Kriegsschauplatz. Auf dem Schlachtfeld an der Lys machten unsere Angriffe gegen eilig auf Kraftwagen und mit der Bahn herangeführte englische Divisionen gute Fortschritte. Don den Höhen von Meissen (Messines) aus stießen wir über den Cteenbach vor und erreichten den Ostrand von Wul- vergem. Südlich vom Ploegsteert-Walde vorgedrungene Truppen schwenkten in schnellem und selbsttätigem Handeln unter ihrem Regimentskommandeur Obecstleninant Polmann nach Norden ein, erstürmten die befestigte Höhe von Rossignol und reichten den nördlich am Wald entlang vorgestoßenen Abteilungen die Hand. Der stark verdrahtete, frontal schwer zu nehmende Wald fiel durch Umfassung. Zwischen den von Armentieres auf Bailleul «nd Merville führenden Bahnen trugen wir de» Angriff bis an die Bahn von Bailleul nach Merris und an den Ostrand des Waldes von Nieppe vor. Südlich von Merville überwanden unsere Truppen den Clarence-Fluß und erreichten nach Erstürmung von Lo- eon den La Bassee-Kanal nordwestlich von Bethune. An der Schlachtfront zu beiden Seiten der Somme hielt in vielen Abschnitten lebhafter Artilleriekampf an. Oertliche Vorstöße unserer Infanterie beiderseits des Luce-Vaches brachten 400 Gefangene, Franzosen und Engländer, ein. Zwischen Maas und Mosel drangen Erkundungsabtellun- gen in ftanzöfischs und amerikanische Gräben ein und machten Gefangene. In erfolglosen Gegenangriffen erlitt der Feind schwere Verluste. » Dev österreichische Generalstak f I «--===== meldet: =■■■■■■ Wien, 13. April. (MTV. Nichtamtlich.) Amtlich wird verlautbart: Bei Eapo Sile an der untersten Piave schlugen wir einen Angriff der Italiener zurück. Der Chef des Ceneralstabe». Wie«, '14. April. (WTB.) Amtlich wird verlautbart: An der italienischen Front keine besonderen Ereignisse. Der Chef des Ceneralstabes. Das türkische Hauptquartier ■■■: meldet: _ i Konftantinopel, 11. April. (WTB.) Tagesbericht. Palästinafront: In erneuten wütenden Anstürmen mühte sich der Engländer, die ihm gestern versagt gebliebenen Erfolge zu erreichen. Unter Einsatz starker Artillerie richtete er seine Angriffe mit besonderer Heftigkeit gegen unsere Stellungen östlich von Rafat. Alle seine Angriffe wurden abgewiesen. Ei« vorübergehend verloren gegangener Stützpunkt wurde dein Gegner durch sofortigen Gegenstoß wieder entrissen. Die Stellun- gen sind fest in «nserer Hand. Eingebrachte Gefangene bestätigen übereinstimnrend die schweren blutigen Verluste, die der Engländer durch seine Angriffe erlitt. Ein Flugzeug wurde im Luftkampf hinter unserer Front abgeschossen. Die Insassen find tot. — Kaukasusfront: Unsere Truppen rückten auf der ganzen Front planmäßig vorwärts. Von den übrigen Kriegsschauplätze« werden keine Ereignisse von Bedeutung gemeldet. , denreich und Flemming und Korvettenkapitän Arnold Schütze mit ihren tapferen Besatzungen. Der Chef des Admiralstabs der Mariue. Die englischen Meldungen. London, Ist. April. (WTB.) Reuter. Amtlich. Feindliche Luftschiffe überflogen abends die Osttüste und griffen die östlichen Bezirke Mittelenglands an. Ein oder zwei Angreifer drangen tiefer in das Binnenland und warfen einige Bomben : ab. Der Angriff dauert ncch an. Reuter: An dem Luftangriff in der letzten Nacht nähme« vier Luftschiffe teil, zwei drangen einige Meilen in das Innere vor, von den beiden anderen erreichte eines die Midlands, da« ■ andere erreichte beinahe dte Rordwefttüste. Die Angreifer fuhren in großer Höhe und zeigten keine Neigung, Versuche zu unternehmen. in die verteidigten Gebiete durchzudringen. Die meisten Vonrben wurden aus offenes Feld abgeworfen. Abgesehen davon, daß in einem Orte vier Häuser zerstört wurden, ist nach den vorliegenden Berichten der angerichtete Schaden unbedeutend. Zwei Männer, zwei Frauen und ein Kind wurde« getötet. Acht Männer, sechs Frauen und ein Kind wurden verwundet. Deutsche Flieger über Daris. Paris, 13. April. (MTV.) Haoas: Amtlich. Deutsche Flie- ger überflogen unsere Linien und richteten sich nach Süden. Nur zwei von ihnen gelang es, die Umgebung von Paris zu überfliegen und einige Bomben abzuwerfen. Der zweite Alar « wurde um 10 Uhr 10 gegeben und hörte um 10 Uhr 40 auf. Dtt ' Zahl der Opfer ist noch nicht bekannt, sie wird veröffentlicht, sobald die Berichte bekannt gegeben sind. Hcwas teilte heu mittag amtlich mit: Die Zahl der Opfer der Luftangriffe in der letzten Nacht erhöhte sich auf 26 Tote und 72 Verwundete. Von den anderen Kriegsschauplätzen nichts Neues. Der Erste Ceueralquartiermeister: Ludendorfs, Abendvericht. Berlin, 13. April, abends. (WTV. Amtlich.) Auf dem Schlachtfelde an der Lys gewannen wir kämpfend Boden. Sonst nichts Neues. .. W. T. »3. Kauprqnariirr, de» 14. Aprti. Amiirch. Westlicher Kriegsschauplatz. Auf dem Schlachtfelde an der Lys gewannen wir in zähem Kampfe Boden. Südlich vom Tcuvebache durchstießen die Truppen des Generals v. E b e r h a r d t die feindliche Stellung füd. westlich von Wulvergem und erstürmten nach erbittertem Ringen mit englischen, zum Gegenangriff angesetzten Verbänden Nieuvekerke. Ein in den Abendstunden durchgeführter Angriff unter Führung des Generals Maercker brachte uns ln den Besitz der Höhe westlich vom Orte. Bei Bailleul wurde wechsel- voll gekämpft. Die Orte Merris und Vieux Verquin wurden genommen. Dem Schlachtfelde zustrebende feindliche Kolonnen erlitten in unserem durch Erd- und Luftbeobachtung wirksam geleiteten Feuer schwere Verluste. An der Schlachtfront zu beiden Seiten der Somme Artilleriekämpfe Ein Angriff mehrerer französischer Bataillone gegen Hainvillers brach blutig zusammen. Zahlreiche Gefangene blieben m unserer Hand. Nördlich von Mihiel führten wir einen erfolgreichen Vorstoß gegen amerikanische Truppen aus, fügten ihnen schwere Verluste zu und brachten Gefangene zurück. * 3m Luftkampfe wurden in den letzten Tagen 37 feindliche Flugzeuge und 3 Fesselballone abgeschossen. Leutnant Menck- / errang seinen 24 . Luftsieg. * / Von den anderen Kriegsschauplätzen nichts Neues. st Der Erste Eeneralquarti-rmeister: Ludendorff. Abendbericht. Berlin, 14. April, abends. (WTV. Amtlich.) Auf dem Schlachffeld an der Lys erfolgreiche Kämpfe zwischen Nieuwe- Eerke und Vieux Bammn. 45000 Tonne« versenkt. Berlin, 12. April. (WTB Amtlich.) Unsere U-Boote im Mittelmeer versenkten in der Aegäis und bei Malta fünf Dampfer und neun Segler von zusammen 22 606 Bruttoregistertonnen. Die Dampfer fuhren in gesicherten Eeleitzügen. Der Chef de, Rdmiralstibs der Start««, * Berlin, 13. April. "(MTV. Amtlich.) Im Sperrgebiet um England wurden von unseren U-Vooten 23 000 Bruttoregistextonnen feindlichen Handelsschiffsraumes vernichtet. Schwer betroffen wurde durch die Versenkungen wiederum der feindliche Transportverkehr im Aermelkanal zwischen der französischen und englischen Küste. Zwei 6000 Bruttoregistertonnen große, tief beladene Dampfer wurden dort in gut durchgeführten Angriffen bei starker feindlicher Gegenwirkung aus Geleitzügen herausgeschossen. Ein 6000 Vruttoregistertonnen großer Tank- dampfer, der durch Zerstörer gesichert war. wurde an der englischen Westküste vernichtet. An den Erfolgen hatte Kapitän- leutnant N e m y den Hauptanteil. Der Chef de, Admlralstabr der Marin«. - ^ die deutsche Flotte vor hchrißsors. Berlin, 13. April. (WTB. Amtlich.) Der die Hilfsunter- nehmung der Armee nach Finnland unterstützende Teil unserer Seestreitkräfte ist am 12. April nachmittags in den Hafen von Helsingfors (Süd-Finnland) eingelaufen und vor der Stadt vor Anker gegangen. Der Chef des Admiralstabs der Marine. Deutsche Kuftjchisse über England. Berlin, 14. April. (WTB. Amtlich.) In der Nacht vom 12. zum 13. April griff Fregattenkapitän S t r a s s e r mit einem unserer Marineluftschiffgeschwader wichtige Stapel-, Herstellungs- uird Verfchiffungsplätze der Kriegsindustrie Mtttel-Englands an. Beworfen wurden Birmingham, Nottingham, Sheffield, Leeds, Hüll und Erimsby. Trotz Fliegerverfolgung sind alle Luftschiffe wohlbehalten zurückgekehrt. An dem Fluge haben besonderen Anteil die Luftschiffkommandanten Hauptmann Manger, Kavitänleutnant Ehrlich (Herbert), v. 8re«. Die Schlacht im IM?». Berlin, 13. April. (WTB.) Auf der Kampffront vom Ka» nal von Hollebeke bis westlich Ploegsteert-Wald leistete de, Engländer zähen Widerstand. Trotz der harten Kämpfe östlich von Wyischaete gewann der deutsche Angriff Boden. Feindlich« !■ Gegenangriffe verbluteten. Auch westlich des Dorfes Ploeg- steert machten die Deutschen Fortschritte. Hier wurden 28 Geschütze erbeutet und zahlreiche Gefangene gemacht. Bei den Kämpfen westlich von Messen (Messines) und bei Wulwerghen wächst die Beute an Gefangenen, Geschützen und Kriegsmaterial. Berlin, 13. April. (WTB.) Südlich von Hebuterne wurden am 12. April starke feindliche Patrouillenvorstöße abgewissen. Die deutsche Artillerie beschoß in den Nachmittagsstunden mit gutem Erfolge den äußerst regen Bahn- und Kraftwagenverkehr, der zwischen Doullens und Armentieres und auf den Straßen von Arras beobachtet wurde. Der Bahnhof Laherliere wurde. von den Deutschen in Brand geschossen. Unter den Gefangenen aus den erfolgreichen Kämpfen beiderseits des Lysbaches befinden sich sieben Offiziere. Außerdem wurden zahlreiche Ma- schinengewehre erbeutet. Am 12. April 3 Uhr vormittags griffen dis Franzosen mit Flammenwerfern die deutsche Stellung auf dem Mont Renaud an. Der Feind wurde teils durch Feuer, teils durch sofortigen Gegenstoß zurückgcschlagen. Die Beschießung der Städte Roye und Laon durch die Fran- •- zosen hielt weiterhin an. Die Eroberung des Ploegstecrt-Waldes. Berlin. 14. April. ' (WTB.) Ueber die Eroberung de» Ploegsteert-Waldes erfährt der Berichterstatter des Wolfffche« Bureaus: In jahrelanger Arbeit halten die Engländer diese« Wald in eine starke Festung umgewandelt. Die Baumstämm« waren förmlich in Stacheldraht eingesponnen: unzählige Gräben mit starken Betonbauten liefen kreuz und quer durch da» hügelige Waldgelände. Die Detonunterstände waren durch Förderbahnen untereinander und mit rückwärtigen Stellungen verbunden. Der sogenannte Nachtigallenberg, der weithin da» Gelände beherrscht, war" ebenfalls durch starke Betontunnel» unterbaut, deren einer allein tausend Mann faßte. Ein lothringisches Regiment stürmte ohne jede Artillerievorbereitung diese« stellen fortartigen Blockabsatz. Die Zahl der Gefangenen und der Beute nimmt beständig Unter den eroberten Geschütze«^ -efinden sich zwei schwere weittragende Eisenbahngeschütze. DaH .Schlachtfeld des Ploegsteertwaldes ist mit eilig fortgewseßene» englischen Ausrüstungsgegenständen und Waffen übersät. An- ßerdem ließ der Feind zahlreiche Munition und Verpflegung». Bestände zurück. Die Engländer verloren seit dem 9. Apvtt aufs neue über 560 Quadratkilometer französischen Boden, dessen Verteidigung sie erst vor kurzer Zeit in größerer Ausdehnung übernommen hatten. Die Franzosen sind nunmehr gezwungen, breite Frontstrecken ihrerseits wieder zu besetzen. Sie müssen ferner die durch die ungeheuren britischen Verluste entstandenen Lücken schließen und schließlich auch infolge der schweren britischen Niederlage ihre Reserven zu nutzlosen Gegenstößen ein- setzen. Gescheiterte französische Angrifft. Berlin, 14. April. (WTV.) In der Nacht vom 12. zum 13. Iffpril verstärkte sich das feindliche Artilleriefeuer auf unsere Stellung von Rallot bis Laffigny und schwoll in den Morgenstunden des 13. bis Roye-sur-Matz andauernd zur größten Heftigkeit an. Dem feindlichen Feuer folgte um 6 Uhr 30 vormittags der bereits gemeldete starke französische Angriff gegen Hainvillers, der blutig zusammenbrach. Eine größere Anzahl Franzosen blieb in unserer Hand. Auch auf dem Mont Renauld brachten heftige Angriffe den Franzosen keinen Geländegewinn. Laon wurde weiter rücksichtslos vom Feinde beschossen und die Stadt aufs neue schwer beschädigt. Die Bahn Clermont—Amiens unter Feuer. Berlin, 14. April. (WB.) Seit dem deutschen Erfolg aus dem westlichen Avre-Ufer liegt die Bahn Cleimcni— Amiens unter Artilleriefeuer. Diese Bedrohung einer ihrer wichtigsten Verbindungslinien mit dem britischen Heer, das diese allein nicht zu sichern vermochte, zwingt die Franzosen sertdem zu unausgesetzten Gegenangriffen, die bisher sämtlich unter äußerst schweren blutigen Verlusten zusammenbrachen. Nach den vergeblichen Anstürmen am 7. und 8. April versuchten die Franzosen am frühen Morgen des 11. April nach stärkster Artillerievorbereitung vom Nordrand des Senecat- Waldes bis zum Arriercourt-Wald anzugreifen. In meh- reren dichten Sturmwellen hintereinander fluteten sic heran. Aber nur der ersten Welle gelang es, das deutsche Sperr- feuer zu unterlaufen. Als die Stürmenden vor den deuffck^n Gräben anlan-gten und sahen, daß ihre Unterstützungen im deutschen Artillerie und Maschinengewehrfeuer liegen geblieben waren, gaben sie sich ohne weiteren Widerstand gefangen. Der Nest der französischen Stoßtruppen, der tirt schweren Feuer vor den deuffchen Gräben lag, versuchte sich wieder zurückzuziehen. Allein nur einem geringen Teil gelang es, die Mehrzahl der Flüchtenden brach im Strichfeuer der deutschen Maschinengewehre zusammen. Alle Opfer der Franzosen, hier von England verlorenes französisches Land wtderzugewinnen, waren umsonst. Die Bahn Clermont— Amrens liegt unter schwerem deutschen Feuer, das sich am Nachmittag^des 11. April zu besonderer Heftigkeit steigerte. Die Bahnhöfe von Dmnmartin und Remiencourt stehen in hellen Flammen. Die nördliche Bahnstrecke wurde gleichartig von Fliegern angegriffen, die sie seitdem täglich mit Bomben bewarfen. Ei« neutrales Urteil. Stockholm, 13. April. (WB.) Der militärische Mitarbeiter von „Svenska Dagbladet" schreibt zu dem deut- sck>en Durchbruch an der Lys: Die deutschen Erfolge nehmen tagstch. größeren Umfang an, und der Charakter der Operation cnff Einleitung entscheidender Ereignisse tritt rnimer deutlicher hervor, doch ist wahrscheinlich der nördliche Verstoß für die Deutschen nicht das Hauptziel. Auf Seiten der Entente wird angesichts des äußerst schwierigen Vrob- lems die Ratlosigkeit besonders groß. Fm ganzen verhält man sich untätig, wahrscheinlich um seine noch zugänalichen KReserven nicht zu binden. Durch die Untätigkeit gibt die Entente den Deutschen Gelegenheit, in Ruhe ihre neuen Schlage vorzubereiten. Die Folge hiervon wird sein, daß drese mit kräftigen Ueberraschungen einsetzen werden, die die Lage der Entente täalich schwerer gestalten. Die „Zürcher Post" schreibt, der Fall von Armentieres habe die enolilche Armee ihrer Deckung beraubt. Die ganze ^spernstellung sei nun in schwerer Gefahr. Der deutsche Vorstoß bedrohe ernsthaft das strategisch wichtige Vailleul mit seinen Verbindungen, und zugleich ziehe er den wichtigen Eisenbahn. ^ knctenpunkt Hazebrouck in den unmittelbaren Bereich der kriegerischen Operationen. Baffer Karl und Frankreich. Basel, 12. April. Nach einem Pariser Havasbericht teilt Man folgende offizielle Note mit: Es ist kein Naitpunkt vorhanden im Triebwerk der Lüge. Indem Kaiser Karl unter den Augen Berlins die lügnerischen Dementis des vmfen Ezermn auf sich nimmt, zwingt er die französische Negierung dazu, den Bew»s zu liefern. Folgendermaßen ulet der Text des am 31. März 1917 durch den Prinzen l101 ! Bourbon, den Schwager des Kaisers von Oester- reich, dem Präsidenten der Republik P o i n c a r e in der Urschrift nberrerckten und mit Zustimmung des Präsidenten Briefe? ^ ^"Eschen Ministerpräsidenten übermitteln ''^ C - n fie *! r S^tus! Das Ende des dritten Jahres mcI ^ rölier und so viele Schmerzen Iv Fracht hat, rückt heran. Alle Völker meines cherch^. find enger als je vereint im gemeinsamen Willen, ^utegritat der Monarchie selbst um den Preis der schwersten Opfer zu erhalten. Dank ihrer Einigkeit und oer Hi fe aller Nationalitäten meill?s Reiches konnte die Monarchie seit bald drei Jahren den ernstesten Anstürmen widerstehen. Niemand dürfte die von meinen Truppen davongetragenen militärischen Vorteile bestreiten, besonders d» auf dem BalkairkriegsickauDlatz. Seinerseits hat ^ Frmrkreich eine prächtige «iderKmdSkraft wä Begeitte»« rmg gezeigt. Wir aöe bewundern rückhaltlos die wunderbare Tapferkeit seiner Armeen und den Opfergeist' des ge- ' samten französischen Volkes. Deshalb ist es mir besonders angenehm zu sehen, daß, ckwohl wir augenblicklich Geg«r sind, kein Auseincmdergehen der Gesichtspunkte oder der Aspirattonen mein Reich von Frankreich trennt. Ich bia berechtigt, hoffen zu dürfen, daß meine lebhaften Svw- pathien für Frankreich und die, welche in der Monarchie herrschen, auf immerdar die Rückkehr eines Kriegszustandes vermeiden werden, für welchen mir keine Verantwortung zufällt. Zu diesem Zwecke und um die Echtheit dieser Gefühle auf besfimmte Art kunttzutun, bitte ich Dich geheim und inoffiziell Herrn Poincare, dem Präsidenten der französischen Republik, mitzuteilen, daß ich mit allen Mitteln und unter Aufbietung all meines persönlichen Einflusses bei meinen Verbündeten die gerechten französischen Ansprüche hinsichtlich Elsaß-Lothringens unterstützen werde. Was Belgien anbetrifft, so muß es rn seiner Souveränität wiederhergestellt werden und seine gefaulten afrikanischen Besitzungen behalten unbeschadet der Entschädigungen, die es für die erlittenen Verluste echalten soll. Der Brief bespricht dann weiter die Integrität Serbiens, dem außerdem ein Zugang nach dem Meere gesichert werden soll. Das angebliche Schreiben schrieet: Nachdem ich nun meine Gedanken dargelegc habe, bitte ich Dich, mir Deinerseits, nach Besprechung mit den beiden Mächten, zuerst die Meinung Frankreick)s, dann Englands auseinanderzusetzen und dergestalt eine Grundlage vorzubereiten, auf welcher offizielle Besprechungen begonnen werden könnten, um zur Befriedigung aller zu gelangen. Hoffen wir, daß wir auf diesem Wege beiderfssits bald dem Leiden Tausender von Menschen und von Familien, die in Trauer und Furcht leben, ein Ende setzen können. Genehmige.... usw. Karl. Wenn auch anzunehmen ist, daß das Schreiben nicht gefälscht, wohl aber verfälscht ist, so ist doch wohl an seinem Dasein nicht zu zweifeln. Aber wenn auch! Die Zeiten hoben sich geändert und heute ist nicht 1917. So schreibt die Kreuzzeitung: Eine Betrachtung über die beiden Erklärungen hat im Grunde jetzt nur noch historisches Interesse, denn die Zweifel die etwa an der Treue unseres größten Bundesgenossen ent- standen sein könnten, sind durch das loyale Telegramm des Kaisers Karl in einwandfreier Form beseitigt worden. Unser Kaiser hat mit einem Dank für die erneute Betonnung der Solidarität der Interessen beider Reiche diese Ber- sicherung entgegengenommen und damit seinerseits das Vertrauen zu der Gesinnung unseres Mitkämpfers erneut zum Ausdruck gebracht. Am Schlüsse ihres Arttkels, in dem die „Kreuzzeitung" u. a. offenbar ganz zutreffend vermutet, das Graf Czernin den Privatbrief seines Kaisers an den Prinzen Sixtus von Bourbon gar nicht gekannt habe, schreibt das Blatt: Das Endergebnis ist, daß das deutsch-österreichische Bündnis so fest wie je zuvor ist, bekräftigt du"-ch die Teilnahme der österreichischen Artillerie an der Westfront, und vielleicht hören wir auch bald von einer Offensive in Italien: denn wenn unsere Feinde gleichzeitig aut allen Kriegsschauplätzen angegriffen werden, wird ihr Schicksal noch schneller entschieden werden. Die Kanonen antivortcn. Wien, 14. April. (WB.) Seine k. u. k. Apostolische Maiestat hat an den deuffchen Kaiser folgende Depesche gesandt: „Die Anschuldigungen Herrn Clemenceaus gegen mich sind so niedrig, daß ich nicht gesonnen bin, mit Frankreich sicher die Sache ferner zu diskutieren. Unsere weitere Antwort sind meine Kanonen im Westen. In treuer Freundschaft Karl. Zn der Angelegenheit der Briefe wird amtlich verlailt- vart: Die letzten Ausführungen des Herrn Clemenceau andern nichts an der Wahrheit der bisherigen amtlichen Erklärungen des k. u. k. Ministeriums des Aeußern. Prinz Sixtus von Bourbon, dessen ^Seiner k. u. f. Apostolischen Majestät bekannter Charakter eine Fälschung nnsschliekt, wurde derselben ebensowenig beschuldigt wie irgend eine andere spezielle Persönlichkeit. Da vom f. u. k. Ministerium nicht festgestellt werden kann, wo die Unterschiebung dcs falschen Briefer erfolgt ist, »vird hiermit die Angelegenheit als beendet erklärt. Rücktritt Czermnj Wien, 14. April. (WB.) Das k. u. k. Korrespondenz- birreau mdhet: Der Minister des k. u. k. Hauses und des Aeusteren Graf Czernin hat heute Seiner k. :u k. Apo- stolischen Majestät seine Demission unterbreitet. Seine Majestät geruhte dieselbe allergnädigst anznnehmen und Graf Czermn bis zur Ernennung eines Nachfolgers mit der Wahrnehmung der Geschäfte zu betrauern. Die Znkmrft des Kaltllrmns. Ein Beschluß des Vereinigte« Landesrats. Berlin. 13. April. (WTB.) Der Vereinigte Landesrat von Livland. Estland. Riga und Oesel hat im Schloß zu Riga unter großer Beteiligung und Jubel einstimmig folgenden Be- schluß gefaßt: Der Vereinigte Landesrat von Livlarrd, Estland, Riga und Oesel beschließt: 1. Den deutschen Kaiser m bitten. Livland und Estland dauernd unter militärischem Schutz zu behalten und bei endgültiger Durchführung der Loelösung von Rußland zu unterstützen. L Den Wunsch auszufprechen. daß Livland, Estland, Ku«> laub und die vorgelagerten Inseln und die Stadt Riga ein eiw« heMtcher. geschlossener und monarchisch-konstitutioneller Staat mit einheitlicher Verfassung durch Verwaltungsgemeinschaft werden und dem Deutschen Reich durch Personalunion mit dem König von Preußen angeschlossen zu werden, und den deutsche, Kai^r zu bitten, diesen Wunsch der baltischen Bevölkerung huldvollst zu genehmige« und dessen Verwirklichung herbeizu. führen. 3. Den deuffchen Kaffer zu bitten: I. daß er die Schaffung eigener Landeseinrichtungen für Livland und Estland ermögliche, die bis zum staatlichen Zusammenschluß der balischen Gebiete die Verwaltung Livlands und Estlands führen sollen. II. daß zwischen dem Deuffchen Reich bezw. dem König von Preußen und dem aus den baltischen Gebieten gebildeten Staat die erforderlichen Militär-, Münz-, Verkehrs-, Zoll-, Maß-, Ge. wichts- und sonstige Konventionen abgeschlossen werden. Der Landesrat bestand aus 58 auf den Landesveffammlun» gen gewählten Mitgliedern, und zwar von der Ritterschaft 3 Deutschen, von den Landgütern 13 Deutschen, von den Land- ' gemeinden 13 (9 Esten, 4 Letten), von den Städten 20 (13 Deut- scheu, 5 Letten. 2 Esten), von der Geistlichkeit 7 (4 Deuffchen. 2 Esten. 1 Lette), von der Universität Dorpat einem Vertreter (Deuffchen), aus dem Gebiet von Petschory 1 Vertreter (Lette). An den Kaiser wurde folgendes Telegramm gesandt: „Seiner Majestät dem Kaiser und König. Die im gemeinsamen Landesrat geeinigten Vertreter de, gesamten Bevölkerung von Livland, Estland. Riga und Ocse». danken Eurer Majestät aus tiefbewegtem Herzen für die Er rettung aus schwerster Bedrängnis. Befteit von Todesno- und Vergewaltigung kann die Bevölkerung jetzt ihre Wünsche für die Zukunft des Landes offen vor aller Wett bekenne, und bittet daber einmütig. Euer Majestät wolle die Lettischer. Lande für alle Zeiten unter dem machtvollen Zepter Ei,r- kaiserlichen und königlichen Majestät dem Deutschen Reich im Personalunion mit dem König von Preußen anschließen. Ein lanMoot an Jiff Haag. 14. April. Reuter meldet aus Washington: Die Re> gierung wurde benachrichtigt, daß ein deutsches Unterseeboo größten Typs bei Monrovia (Liberia) auftouchte und die Sto tion für drahtlose Telegraphie beschoß, wodurch ein sehr große Schaden enfftand. Das Unterseeboot ricktete dann das Feue auf den Fesselballon. Als das Unterseeboot ein Dampfschifi sichtete, das am Hafeneingang vorbeifuhr, verfolgte es dieses k aller Eile und kehrte nicht mehr zurück »nd KklsMMil-"M<'q. ..Tägliche Rundschau" unternimmt einen außergemöhv lich heftigen Vorstoß gegen Erzberaer und in Verbindung dami gegen den ftüheren Kanzler von Bethmann-Hollweg Das Blad macht dabei einige Mitteilungen, die bisher nicht allgemein be tamrt waren, so z. B.r »Schon im Januar 1917 hat Erzberge. mtt Wissen v. Bethmanns durch Vermittlung eines holländische, Journalisten, der in Berlin wirkte, unseren Feinden in Rotterdam ein Friedensangebot gemacht, das auf einen Frieden u« jeden Preis hinauslief und das von der unheilvollen Angst dik ttert war. die die ganze Politik Bethmanns gekennzeichnet hat/ Der Nachfolger Bethmanns. Dr. Michaelis, „konnte", wie eir rheinischer Zentrumsabgeordneter schrieb. „Erzberger peffönlick nicht leiden, aber er wagte nicht, seine Vollmachten anzutasten.* Uirter Hertling änderte sich das Verhältnis. Erzberger wird wie der Artikel der „Täglichen Rundschau" behauptet, von: Kanzler nicht mehr empfangen. „Graf Hertling hat den Par. teiführern erklärt, daß er zurucktreten werde, wenn das Zentrum an der Erzbergerschen Kriegspolitik festhalte und das hat ae. wirkt." An die deut'chen Kandwirte. Berlin, 11. April. (WTV.) Die großen landwirtschaft. lichen Körperschaften richten nochmals in letzter Stunde an di, Landwirte den nachstehenden Aufruf zur Zeichnung der achten Kriegsanleihe: Im Osten ist der Feind erledigt. Im Westen legen unser« heldenmütigen Truppen Bresche auf Bresche in den Wall de, Feinde. Um den Endsieg vor allem über unseren schlimmsten Feind, England, zu erreichen, ist es rwtwendig, die- gesamte Kriegsausiüstung auf voller Höhe bis zum Schlüsse zu behal. ten. Dies ist aber nur möglich, wenn dem Reich die nötigen Mittel in der neuen Kriegsanleihe in opferfteudiger und be> reitwilligster Meise zur Verfügung gestellt werden. Kein Geld ist sicherer und nützlicher angewendet als durch Zeichnung der Kriegsanleihe. Niemand möge glauben, daß feine Zeichnung, auch wenn sie einen noch so kleinen Betrag bildet, gegenüber den Milliarden nicht in Betracht komnre. Es kommt nickt nur auf die Hohe der Zeichnung an, sondern vor allem auch darauf, daß durch die Beteiligung aller Kreise des Volkes unseren Feinden zum Bewußffein gebracht wird, daß das ganze deutsche Volk geschlossen und einmütig voB dem einzigen Willen beseett ist, bis zum Endsiege auszuholten. Der^. Effolg der Kriegsanleihe soll unseren Feinden zeigen, daß nicht nur die wirtschaftliche, sondern auch die sittliche Kraft des deutschen Voltes beim Ausgang des vierten Kriegsjahres noch unversehrt und ungebrochen geblieben ist. I« diesem Sinne richten wir an alle Landwirte und Landarbeiter die dringende Mahnung und die herzliche Bitte, die Kriegsanleihe zu zeichnen, für sie mit allen Kräften zu werben und von Mund z« Mund Aufklärung zu geben. Kriegsausfchuß der dentfche» La«d«irtschaft, Deutsche, Laudwirtschastsrat. Bund der Landwirte, Bereinignng der deutsche« Baueruvereinr. Deuffche LandwLrffchaftsgesell- schaff, Reichs verband der dentfche« landwirtjchastliche, «enoffenMjien. «s Verkörperung des Willens. Sie forverl den Einsatz der Persönlichkeit. Verantwortung und Gewisses bestimursn sie. Aur sie überwindet dis Hinderniffs und führt;um Zieh Die Tat wohnt nicht bei Kleingläubige« und Zaghaften; sie ist der Deutsche« stolzesles Wort. Dis Tatkraft des Volkes darf nicht Nachlassen, wenn wir, unserer Vorfahren Mirdig, das Ziel erreiche« und für unsere Vachkommeu sicher» wollen. Die S. Kriegs-Anleihe ruft das deutsche Volk erneut zur Tat. N»m Felde der Ehre. Nredrr-Erkenbach. Der Gefreite W. Brückmann wurde -um Unteroffizier befördert. Ans der Heimat. Soll der Endsieg uns geringen: Jeder mutz fein Scherfletn bringen, Drum ein Jedes, wer es fei, Zeichne heute K r i e g s a n l e i h'l Aufer Dollsheld und „Die Tat". Dieses stolze eiserne Movt, Deinem anderen kommt eine Erläuterung darüber mehr zu als unserem Hindenburg. der den Begriff „Tat" in seiner vollen Tragroeite erkannt hat, der selbst die Personifizierung der Tat tft Auf dem Zenit des Lebens stehend, vollbrachte er weit- gefchichtl:ch große Taten, wie kaum ein Feldherr zuvor. Nur auserwählte Männer ftnb zu solchen großen Taten berufen, die gewaltige Entscheidungen bringen. Aber die Gelegenheit zur Tat wird jedem Deutschen gebeten, Gelegenheit zu einer Tat, die mithelfe« soll die LuHche-tdung M bringe». Wie Hinden- bürg «it itintm Stet siegreiche Feldschlachten jchkug. so ssckl das Hermathe« sich i» der Gekdfchlacht bewähren. And wenn Hindenburg uns Deutsche jetzt zur Tat anffordert, dann darf kein Deutscher zögern, dem Vaterlands zu helfen. Die Pflicht ruft zur Zeichnung aus die Kriegsanleihe. Und Kriegsanleihe zeichnen, ist Ehrenpflicht. Schützt Saat und Ernte 1918. Wer bei der Landung eines Flugzeuges auf oder in der Nähe von bestellten Feldern durch deren Betreten Flurschaden verursacht, gefährdet die für die Volksernährung erforderliche Bereitstellung von Brotgetreide und schädigt damit das Vaterland. Die Namen der Betreffenden sind von den Besitzern^der Felder oder von ihren Vertretern sowie von dem Wach- oder Absperr- kommando festzustellen und zwecks Schadenersatzes oder Bestrafung zu melden. Nach einer Verordnung des stellv. Generalkommandos XVIII. Armeekorps und des Gouvernements Mainz vom 16. 6. 1916 wird mit Gefängnis bis zu einem Fahre, beim Vorliegen mildernder Umstände mit Haft oder Geldstrafe bis 1500 Mark bestraft, wer sich ohne Befugnis einem aufsteigendeu, landenden oder niedergehenden Flugzeug außerhalb eines öffentlichen Weges nähert. Friedberg, 9. April. (Der oberhessische Kirchen- g e m e i n d e t a g), der gestern hier gehalten worden ist. erfreute sich, wie die bisherigen Cemeindetaze, trotz der Ungunst der Kriegsrerhältnisse eines guten Besuches; insbesondere waren mehr als 50 Theologen anwesend, und, der Absicht der diesjährigen Veranstaltung entsprechend, überwogen unter den Teilnehmern die Männer. In seiner Eröffnungsansprache wies Prof. v. Sch ia n in eindrucksvollen Worten nach, daß die Lan- ' deskirchen, zumal wenn die in Aussicht stehende Neuorientierung des Verhältniffes von Staat und Kirche kommen wird, sich nur behaupten können, wenn sie wirkliche Gemeindekirchen werden. in denen alle Glieder und insbesondere auch die Männer, mobil gemacht werden für die Mitarbeit am Gemeindeleben. Beide Vortragende, die den Hauptgegenstand der Verhandlungen, die Frage: „Wie gewinnen wir die Man n er für das kirchliche Gemeindeleben?" behandelten, fesselten das dankbare Interesse der Versammlung dadurch, daß sie Begeisterung und Hoffnungssreudigkeit mit nüchterner Berücksichtigung der gegebenen Verhältnisse und Möglichkeiten verbanden. Auf Grund feiner Erfahrungen im städtischen Gemeindeleben zeigte Pfr. P a b st. das; es nicht allein die notwendigste, sondern auch eine der dankbaren Aufgaben ist, an der Verwirklichung dieses Zieles zu arbeiten, darauf hinweisend, daß in seiner Wormser Luthergeme'nde 60 Prozent derer, die zu den Männec-Versamm- lmrgen geladen wurden, der Einladung Folge leisteten und an dem Gemeinschaftsleben leilnahmen, daß aber das Geheimnis des Erfolges der Arbeit an den Männern darin besteht, daß jeder Ausdruck des kirchlichen Lebens möglichst wahr, schlicht und echt den Kern der Sache widergibt. Alsdann beantwortete Pfarrer Mahr- Gießen dieselbe Frage von seinen in der Dors- kirchenarbett gesammelten Erfahrungen aus, indem er zeigte, wieviel auch in den Dorfgemeinden an den Männern zu wirken notwendig und möglich ist. aber betonte, daß es nicht gut, neue Vereine zu gründen, so,Wern mi mehr zu erreichen fei. wenn b'eß^ allen Vereinigungen und Versammlungen die Gesamtgemeiudch die Gruildlage ist, schließend mit dem Bekenntnisse, daß, wer t» diese Arbeit eintritt, mehr Freude erleben werde als Enttäusch ung. Die Aussprache, an der sich Geh. Oberkonsistorialrat IX Petsrse », Professor D. Diehl, Pfarrer Vogel, Pfarrer Weck, Pfarrer Strack, Prof. D. M atthes und Vorsitzender Professor D. Schian beteiligten, war eia lebhaftes Echo auf die dankbar aufgenommenen Gedanken, Anregungen und Ermutigungen zur Arbeit; besonders wurde erörtert, wie unser« Kirchenverfassung als erster Versuch zur Mobilisierung der Männer sich bewährt habe, und wie sie zur Erfüllung unserer heutigen Ausgabe zu verwerten sei. Reichelsheim. Infolge der Werbetätigkeit des Vor« standes des hiesigen Vorschuß- und Ereditvereins wurden bis zum 12. April bei dieser Genossenschaft 100 000 Mark zur 8. Kriegsanleihe gezeichnet. Dadurch wird es diesem Geld- institut ermöglicht, seine reichen Geldmittel, die bei den. schiedenen Banken eingezahlt sind, gut und llcher anznleaen und sie im vaterländischen Interesse dienstbar zu machen. Hieraus erhellt aber auch, wie segenbringend eine gut ge« leitete Genossenschaft wirken kann. Beienheim. Der etwa 26jährige Hilfsbremser Rosen« b eck er geriet heute früh gegen K9 Uhr kurz vor der Station Dorheim unter den von Friedberg kommenden Zug nach Nidda. Dem Unglücklichen, der erst vor kurzem vom Militärdienst rekln, miert wurde, sind beide Beine abgefahren worden. Nachdem ihm alsbald ärztliche Hilfe zuteil geworden, wurde er nack Friedberg ins Krankenhaus eingeliefert. FC- Aus dem Bändchen, 12. April. Sehr teure junge Gans, chen! Ganz junge Gänschen, ein Tag alt. werden in Bierlladi und KloppenheiH zurzeit für zehn und zwölf Mark pro S^Ü6 verkauft. In Friedenszeiten kosteten sie 70 Pfg. pro Stück. Erv Gänfe-Ei zum Brüten ist unter drei Mark nicht zu haben. FC. Eronberg. 10. April. Hier soll durch den hiesigen Obss und Eartenbcruverein ein Obstmarkt ins Leben gerufen werden Eine Konkurrenz ist ihm aber schon in Aussicht gestellt, denn da, Frankfurter Lebensmittelamt beabsichtigt, hier Aufkäufer anzu stellen, die das gesamte Obst nach Frankfurt abschieben sollen. FC. Usingen, 11. April. Ein 18jähriger Bursche in Wil Helmsdorf hantierte bei Nachbarsleuten mit einer alten Schuss waffe. Hierbei entlud sich das bewehr und die Ladung tur letzte die im Hofe arbeitende 45jährige Frau Lifette Ohly. Su wurde nach Gießen in die Klinik gebracht, wo sie nach kurze' Zeit unter furchtbaren Schmerzen verstarb FC. Dom Main, 12. April. Der jüngster Ritter des Baue rischen Max-JosessOrdens ist der Sobn des Postboten Reicher in Grosbach bei Wiesenfeld, der Leutnant d. R. Iosei Reicherl der vor dem Krieg in Schweinfurt als Kaufmann tätig war Verantwortlich fiir den politischen und lokalen TpiI- Ctti Hirlchel Friedberg: für den Anzeigenteil '0 * 115 v. H. oder 420 v. H.) zurückgrzahLt. '' ' '34““"' 1 k*. u ■ v’» v ' i ** *" Graue Gefahren. r' J&ymcm aus der Gegenwart von M. Gontard - €>dpt& 76 >> Nachdruck verboten- Kanin batte sich die Türe der Apotheke hinter dem Wagenführer geschlossen, als Archibald Douglas aus dem Wagen sprang und airf den Vordersitz kletterte. Die Bewegungen waren rasch und geschickt und verrieten nichts oon stufen Gliedern. Mit festem Griff faßte er das Steuerrad, der Wagen drehte und fuhr in der Richtung zuriick, aus der er gekommen. Als einige Minuten später der Wagenführer wieder auf ric Straße trat, spähte er vergebens nach dem dunkelblauen Wagen. Er schritt iiber den Platz und blieb zögernd vor dem Renners-chen Geschäfte stehen. Sollte die Gnädige denn schon wieder heraus gewesen sein? War sie vielleicht schon zu Reinhard gefahren? . Sonderbar! Ihn einfach hier stehen zu lassen wie euren dummen Jungen! Aber das sah ihr eigentlich gar lucht ähnlich. Er trat an die großen Eingangstüren des Geschäfts und spähte hindurch. Es war nichts zu sehen. — Zögernd ging er an den Rand des Fußsteigs und ließ dre Blicke straßauf, straßab schweifen. Eben war er im De- Mrff weiterzugehen, nach der Breiten Straße zu, als die ^?aronrn, gefolgt von einem jungen Manne, der ihr einige Pakete nachtrug, auf die Straße trat. Verwundert sah sie sich nm. Der Wagenführer ging an sie heran und wollte etwas flogen. e- „Mein Gott, Berger, wie stehen Sie denn da? Wo haben Sie den Wagen? Wo ist mein Bruder?" „Ich weiß nicht, gnädige Frau! Ich war drüben In der Apotheke, und da und als ich zurückkam — war der Sbogen verschwunden. Ich dachte schon, gnädige Frau seien selbst weitergefahren? Durch Helens Kopf zuckte ein Verdacht. Wie ein wahn- sinniger, eisiger Schreck flog es über sie. „Was wollten Sie in der Apotheke, Berger?" Mi Mae m Tffiett ÜxmöfoS ffaäe _ ihm etwas dagegen zu hoien. .^Zahnschmerzen s Ach — h — K t? SdS, und 5o wollten ®ie etwas holen?- Mit irbermouschlicker Anstrengung brachte sie die Worte heraus. Dann wandte sie sich an den jrmgen Menschen, der hinter ihr stand und verwundert dem allen zufchaute. „Nehmen Sie die Sachen vor. läufig wieder mit hinein. Ich werde sie später holen lassen? Dann wandte sie sich zu dem Wagenführer und sagte so ruhig es ihr möglich war: „Ich kann mir den Vorgang nur so erklären — mein Bruder hat mich überraschen wollen. Er hat den Wagen gewandt, um mir zu zeigen, daß er auch schon wieder fahren kann, und hat aus irgendeinem Grunde die Steuerung verloren. Fa, ja, so wird es sein. Jedenfalls kommt er bald wieder. Er ist sonst ein sehr guter Fahrer und wird die Maschine bald wieder in der Gewalt haben." — Ihre Wangen waren blaß imd ihre Lippen zitterten erregt. Mit übermenschlicher Anstrengung hatte sie «ich zur Ruhe gezwungen. „lind was befehlen gnädige Frau, was geschehen soll?" Was geschehen sollte! Hilslos sah sie sich um. Dann preßte sie die Hand gegen die Stirne. Fest drückte sie die Finger gegen die Schläfen. Ruhig! Nur ruhig! Darnit nicht gleich alle Welt erflchr, was geschehen. Damit nicht gleich alle Welt wußte, daß ihr Bruder' sein Ehremwort gebrochen hatte. Man wurde sie vielleicht steinigen, würde sie mit Kot bewerfen als eine Spionin, eine Fremde, eine Angehörige jenes Volkes, das jetzt alle hier haßten. Sie besann sich. „Ich werde jetzt in das Kaffeehaus gehen, Berger. Sie wissen, welches ich meine? In der Breiten Straße. Ich kenne den Namen nicht. Besorgen Sie,' was Sie zu erledigen haben, und dann foturnen Sie gegen 5 ochs ilhr mit einem Wagen und holen mich ab. Sie willen ja Bescheid hier und werden ein Fuhrwerk finden. Ich fürchte, mein Bruder kehrt doch nicht zurück. Jedenfalls fährt er gleich nach Tannenberg." Sie nickte dem Dkmne flüchtig zu und wandte sich dann zum Gehen. „Er glaubt mir nicht! Ich sah es ja! Er glaubt mir nicht! Wie könnte er auch? Ich rede ja wie eine Wahn- sinnige!" iwJf“ *5* ?-Erts und Ware in ihrer Aufregung o«roö|e an dem Kaffeehaus vorbeigelaufen. ließ sich dann erschöpft in einer **""*«: So gern sie sonst m.ch zuweilen an. fcÄÄ" rt ;\ 5C n d°r kleinen Stadt zuge. schaut hatte, heute blieb rhr alles gleichgültig was um ft* mögen. 0 * ^ *** dunkelste Ecke hätte sie sich verkrieche« ^6te sie sich immer unö immer wieder. 'Ee sre nur sagen, wenn sie nach Hause kam? Wen« sie heute abend dem alten Herrn gegenüber stand Was sollte ste nur sagen? Cr glauben, wenn sie ihm erzählte, daß sie “ Aber er mußte ihr doch glauben! -.er Wagenführer hatte es ja gesehen, daß es ohne ihre Mitwirkung geschehen war. ^^^'Agekartetes Spiel!" würde der Baron sagen oder doch Sie fürchtete sich vor dem alten Herrn. Vor seinen ftn- flcien Augen. Am liebsten wäre sie^überhaupt nicket wieder nach Tannenberg gefahren. Mer wohin? Wo sollte sie denn hin? Nach Kiel? Aber würde das nicht gerade als ein Eingeständnis ihrer Schuld aufgefaßt werden? Einen Augenblick flogen ihre Gedanken dem Bruder nach. Zorn und Empörung übermannten sie. Gemein hatte er an ihr gehandelt. Das war der Dank oafür, daß sie ihn hierher genommen. Was er nur gedockt hat? Kennt weder Weg noch Stegi Er wird den Hals brechen, sicherlich! „Geschieht ihm aber schon recht!" murmelte sie erbarmungslos. „Warum ist er nicht hier geblieben! Ailf ih« allein kommt's ganz gewiß nicht an? Sie verfiel in Sinnen. Sie dachte an Emily vo« Düring. Die war doch auch erwischt worden, damals. ttn$ her hatte sie doch sogar ein wenig geholfen. „Mir geht es doch auch zu schlecht mit meinen englische« Verwandten und Bekannten? Fortsetzung folak. Es ist bestimmt in Gottes Rat, Daß man vom Liebsten was man hat Muß scheiden. Tieferschüttert erhielten wir die traurige Nachricht, daß unser iimigstgeliebter, einziger, hoffnungsvoller Sohn, der Trost und die Stütze unseres Alters August Lind Hornist in der 3. Kompagnie Infanterie-Regiment Nr. 115 Inhaber des Eisernen Kreuzes II. Klasse bei den Kämpfen am 21. März in treuer Pflichterfüllung im noch nicht vollendeten 24. Lebensjahre den Heldentod fürs Vaterland erlitten hat. Wölfersheim, den 13. April 1918. In tiefem Schmerze: Mhkliil £iitD II, und fnni. :V $ : mgmsL Cefchiiftsdrucksacheir sowie alle Drucksachen für behördlichen und familiären Gebrauch fertigt schnell, sauber und geschmackvoll an die Neue Tageszeitung Fernsprecher Nr. 48 Friedberg u H. 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