Dummer 78 Donnerstag» den 4. April 1918 11. Jahrgang. Neue Tageszeitung Di- .,1'K» Tageszeitung" erscheint isden Werktag Regelmäßige Beilagen „Der Kauer aus Helsen", „Die Spinn stirb e". Kezugspreis: Bei den Postanstalten vlerteljährlich ML 2.40 hinzu tritt noch das Bestellgeld: " JIL. ■ 1 ' 11 ■■ 'J- . ■' - ■ ■ - ... ■' _ > Adgemlelene Angriffe. — Die Höhe südwestlich Morenil durch Handstreich genommen. Landung deutscher Truppen in Finnland. — 19000 Tonnen versenkt. 75. Knftsteg Freiherr v. Dichthofens. Der deutsche Generalstak = meldet: --- M. T. K. Großes Hauptquartier, deu 3. April. Amtlich. Westlicher Kriegsschauplatz. Zeitweilig lebhafter Feuerkampf bei und südlich von Lens. An der Schlachlfront blieb tagsüber die Gefechtstätigkeit auf Artilleriefeuer und Erkundungsgefechte beschränkt. Ein nächtlicher Vorstoß englischer Kompagnien gegen Ayette wurde tm Gegenstoß abgewiesen. Mit stärkeren Kräften griff der Feind am Abend zwischen Marceleave und dem Luce-Vache an. Er wurde unter schweren Verlusten zurückgeworfen. Durch Handstreich setzten mir uns in den Besitz der Höhe südwestlich von Moreuil. Die Zerstörung von Laon durch französische Artillerie dauerte an. Vor Verdun und in den mittleren Vogesen lebte die Artille- rietätigkeit aus. Südwestlich von Hirzbach brachte ein erfolgssicher Vorstoß Gefangene ein. » Rittmeister Freiherr v. Richthofe« errang seinen 75. Luftsteg. * Bon den anderen Kriegsschauplätzen nichts Neues. Der Erste Generalqnartiermeister: Ludendorff. Abendkericht. BerN», 8. April, abends. (MTB. Amtlich.) Von dem Schlachtfelds in Frankreich nichts Neues. j Der österreichische Generalstak z== meldet: ..= Wie«, 9. April. (WTB.) Amtlich wird verlautbart: Im EtschtaL wurden italienische Erkundungstruppen abgewiesen. Der Chef des Ceneralstabes. f Der knlgarilche Gcneralstak || •= meldet: l. April. (WTB.) Generalstabsbericht. Mazedoniscke Front: In der Gegend von Bitolia brachte eine Patrouille des Regiments Sofia französische Gefangene tim Im Cerna-Bogen und östlich des Flusses bei Tarnowa beiderseits kurze Feuerübersälle. Zu beiden Seiten des Mardar nahm die Artillerietätigkeit zu. Lebhafte beiderseitige Flieger- tätigkeit. Mir schossen durch Geschützfeuer ein feindliches Flugzeug ab, das südlich vom Doiran-See niederfiel. Dobrudschafront: Waffenstillstand. Wüche ^r!rppeli!g!!h!!.!;i m finiiliinä. Berlin, 3 April. (WTB. Amtlich.) Teile unserer See- preitkräfte haben heute morgen nach, beschwerlichem Marsche durch Els- und Minenfelder die für die Hilfeleistung ln Finnland bestimmten Truppen in Hangö (Südfinnland) gelandet. Der Chef des Admirolftabs der Alerine, 19000 Tonnen versenkt. Berlin, 2. April. (WTB. Amtlich.) Neue U-Vooterfolge lm Sperrgebiet um England: 19 000 Vruttoregistertonnen. Durch dre Versenkungen wurde hauptsächlich der Kriegsmaterialtransport des Feindes im östlichen Teile des Aermelkanals betroffen. Vier tiefbeladene, bewaffnete Dampfer sielen dort einem unserer Unterseeboote unter Führung des Kapitänleut- nants Mahner zum Opfer. An der Ostküste Englands wurde ein armierter Fischdampfer, wahrscheinlich ein Vemachungsfahr- -eug, von einem U-Boot in einem Artilleriegefecht in Brand geschossen. Der Chef des Ubmiralsta-s der Moriue. Die Schlacht im Westen. Die Atempause. Berlin, 3. April Während der seit einigen Tagen im Westen eingetretenen Kampfpause haben sich die Engländer und Franzosen immer wieder in nutzlosen Gegenangriffen verblutet und ihre Verluste ins Ungeheure gesteigert. Dagegen haben örtliche Erfolge die Deutschen in Besitz wichtiger Höhenstellungen auf dem westlichen Avreufer gebracht. Größere Kampfhandlungen spielten sich zurzeit auf dem Schlachtfelde im Westen nicht ab. Dies ist nur natürlich. Nach so gewaltigen Schlägen wie die der letzten Woche mußte eine Kampfpause eintreten. um die weiteren Entscheidungskächpfe vorzuberelten. Auch bei den früheren Offensiven hat die deutsche Oberste Heeresleitung so verfahren. So folgte dem Durchbruch bei Eorlice, nachdem der San erreicht war, eine längere Pause, nach deren Ablauf ein umso kräftigerer und erfolgreicherer Ansturm losbrach. Das gleiche trat in Italien nach der Erreichung der Tagliamento- Linie ein. Eine methodische Kriegführung hat bisher die deutschen Erfolge stets gewährleistet. * Der Kriegsberichterstatter Hermann Katsch berichtet mehreren Berliner Blättern aus dem Hauptquartier vom 1. April: Wer den Sieg hat. hat das Schlachtfeld und wer das letzte Feld behauptet, zählt die, die darauf liegen. Mit der Waffe besiegt, will jetzt durch Worte der Feind an unserem Siegeswillen und unserem Vertrauen rütteln durch aufdringliche Funksprüche, die unsere großen Verluste immer wieder behaupten. Nack den gewissenhaften Ermittlungen des Generalstabs sind unsere Verluste im Durchschnitt erfreulich gering. Unsere planvolle Führung und die Kopflosigkeit der feindlichen, die unvorbereitete Truppen in den Kampf warf, bürgen dafür, daß bei uns möglichst viel unter möglichst geringen Opfern erreicht wird. Kampf kostet Opfer, Sieg auch, aber der weitausschauende Feldherr, der mehr erreichen will als Augenblickserfolge, schont seine Kräfte. Co ist auch die Atempause in der großen Schlacht lediglich auf Befehl der deutschen Heeresleitung, nicht auf feindliche Erfolge zurückzuführcn. Bahnen muffen in Ordnung gebracht, Verpflegung und Munition müsien nachgeschafft werden. Da gibt es einen kurzen Halt. Regen und Sturm können den Fortgang der Kampfhandlungen etwas verzögern, aber der Feind wird es bald merken: Es geht weiter! * Ueber die Vorbereitung zur Entscheidungsschlacht meldet der Berichterstatter des Londoner „Daily Chronicle" von der Westftont: Der Feind ist mit dem Antransport von schweren Geschützen, Flugzeugen und mit der Neugruppierung seiner Streitkräfte besckdtigt. Enorme deutsche Streilkräfte haben sich I zur Schlachtfront in Bewegung gesetzt - Noch im Anwachsen. Bafel, Z. April Die „Morning Post" meldet von der Front: Der Riesenkampf ist noch im Anwachsen, und die Entscheidung kann sich noch lange hinausziehen, wenn nicht der ungeheure Kräfteverbrauch aller Kriegführenden einen vorzeitigen Zusammenbruch herbeiführt. Es fei gar kein Zweifel mehr, daß der Riesenkampf im Westen auf eine entsprechende Entscheidung, unbekümmert um die Opfer, zudrängt. Genf- 3. April. Aus Paris wird gemeldet: Die Städte und Bezirke Rouen. Avre und Dieppe wurden in die Kriegsgefahrzone eingezogen. Amiens und Compiegne. Genf, 3. April. Die Pariser Zeitungen vom Dienstag/abend melden zensuriert die Fortdauer der schweren deutschen Artilleriebeschießung auf Amiens. Auch die Orte 15 Kilometer hinter der Front liegen unter schwerem deutschen Fernfeucr. Die Pariser „Oeuvre" schreibt in einem von General Ber- reaux gezeichneten Artikel, die französische Verteidigung in: Kampfgebiet sei gelähmt, weil man über die Reserven weder zu früh, noch zu spät verfügen dürfe, angesichts der Tatsache, daß der Feind zu einem neuen gewaltigen Schlag sich vorbereiten und auf anderen Frontabschnitten zum Halbkampf voroehen kann. Jedenfalls fei weder Amiens noch Compiegne jetzt vor einer deutschen Ueberrumpclung sicher. * Die deutsche« Tuuks. Rotterdam. 2. April. Ueber die großen Tanks, die in der . Schlacht im Westen verwendet werden berichtet Reuter: Die Deutschen haben drei Arten von Tanks. Die erste Art sind diejenigen, die der englischen Armee abgenommen worden find. Die zweite Art ist kleineren Umfangs und läuft wesentlich ge» räuschloser. Cie sind stark bewaffnet und stark gepanzert. Die dritte Art, die sogenannten Landkreuzer, find besonders große Tanks. Die kleineren, schnellen Tanks, sind 26 Fuß lang. 10 Fuß breit und 11 Fuß hoch. Die Landkreuzer sind 45% Fuß lang, 13 Fuß breit und fast ebenso hoch. Die Bewaffnung besteht aus Kanonen, Maschinengewehren und Flammenwerfern. Besonders die Flommenwerfer erhöhen die große Zerstörungskraft der Tanks. Wie es heißt, sollen die Mannschaften dis Tanks hermetisch verschließen können, wenn sie durch Gaswolke» fahren. Aufgeriebene englische Divisionen. Berlin, 3. April. (WTB.) Bis zum 24. März einschließlich» waren in dem Sammellager der südlichen deutschen Angriffs, armee von nachstehenden englischen Divisionen an Gefangenen eingebracht: Von der 14. Infanterie-Division ino Offiziere 4079 Man» 18. 78 n 4094 30. 83 n 2348 „ 36. 143 n 3215 „ 61. „ 56 », 2298 .. Zählt man zu dieser hohen Einbuße an Gefangenen die sehr schweren blutigen Verluste hinzu, so bleibt auch von diesen 5 englischen Divisionen nicht viel übrig. Aehnlich werden die Verluste bei vielen anderen Divisionen des Feindes sein, der bis jetzt im ganzen 75 060 Mann an Gefangenen eingebüßt hat. Die wahre« Barbaren. Berlin. 3. April. (WTB.) Ebenso schwer wie die französische und belgische Bevölkerung täglich unter der brutalen zwecklosen Beschießung durch Engländer und Franzosen leidet, was erst kürzlich wieder durch den erschreckenden Vorfall in Laon kraß zu Tage trat, muß auch die französische Bevölkerung des von den Engländern besetzten Landes unter deren Druck seufzen. Die Dörfer zwischen Ancre und Avre wurden kurz vor den: Eintreffen der Deutschen geräumt: nur Kranke, Greise, hoffende Frauen und Mütter Neugeborener blieben zurück. Nach ihren Aussagen wurde die Räumung der Dörfer am 33. und 24. Mär» durchgeführt. Englische Polizisten erschienen in den Häusern und forderten die Bewohner zum sofortigen Verlassen ihrer Heimstätten auf. Ihnen wurde weder Zeit gegeben, den Hausrat milzunehmen, noch irgendeine Verkehrsgelegenheit zur Verfügung gestellt. Zu Fuß mußten sie weinend und widerstrebend Haus und Hof Hals über Kopf verlaßen. Dieses unmenschliche Verfahren steht im schroffen Gegensätze zu der Wegschaffung französischer Einwohner im Jahre 1917, wo die Deutschen den ärztlich begleiteten Einwohnern mit reichlichen Lebensmittel» versehene Züge zur Verfügung stellten und besonders der Abbeförderung der Kranken und und Schwachen weitgehende gesundheitliche Vorsorge widmeten. Wie stets bei allen Kämpfen der Engländer mußten auch jetzt wieder ihre Hilfsvölker aufs schwerste bluten. Sie wurde« immer an den Brennpunkten der Kämpfe eingesetzt. Die kana* dische Neiterbrigade, die nördlich Morenil angriff, wurde durch deutsches Feuer fast bis zum letzten Mann vernichtet. Die MüM linlrrrv WßmtkMk. Während der letzten Loge des vorigen Monats schränkten tiefhängende Wolken, Regen und Sturm di«: Tätigkeit der deutsck)en Luftstreitkrüste im wesentlichen ur.fi Naherkundung über dem Schlachtfelde und Bekämpfung vo>Ü Erdzielen in und hinter der Kampflinie. Beide Aufgabe?^ wurden erfolgreich gelöst. Unsere Ballone waren an ein-j zelnen Tagen bei Windstärken von über 20 Sekundenmetcra in der Luft, um den Verlauf der Kampfhandlungen zu überwachen und das Feuer der eigenen Artillerie zu leiten.' Wichtige Bahnhöfe, besonders Compiögne und Lonfueau bei Amiens sowie Verkeh^Mittelpunkte und Truppenansamm< lungen hinter der feindlichen Front wurden in den Stunden günstiger Witterung wirksam mit Bomben angegriffen/ Der Hafenplatz und Etappenhauptort Boulogne erhielt i» der Nacht von: 1. zum 2. April Bomben schlversten Kalibers/ Günstigeres Wetter gestattete arn 1. April eine planmäßige Fernerkundung. Sie hatte eine sehr rege Luftkampstätig- feit zur Folge. 22 Flugzeuge und 5 Ballone de« Feindes' wurden abgefchol,en. Die Gesmirwerlufte unterer Gegner seit Beginn der Durchbruchsschlacht betragen nunmehr 18S Flugzeuge und 11 Ballone Unsere Flugabwehrgeschütze sind daran mit der außerordentlichen Zahl von 46 Flugzeugen beteiligt. Leutnant Bongarts besiegte 33, Leutnant Kroll 23 Gegner. Wir büßten 32 Flugzeuge ein (davon 10 -ies- jeits) und 4 Ballone. "* - | Eine kühne Tat. Berlin. 3. April. (WTB.) Am Abend des 1. Aprtt schaukelten dicht vor Arras fünf englische Fesselballone in der Luft. Nachdem die englischen Flieger durch den Angriff einer deutschen Jagdstaffel hinter ihre Front zurückgeschlagen worden waren, ging Leutnant R ö t h mit einer Jagdmaschine blitzschnell zum Angriff gegen die Fesselballone vor. Rasch hatte er die beiden ersten erledigt, brennend kamen sie herunter. Trotz wütenden Fläkfeuers stürzte er sich nun auf den dritten und setzte auch die. sen durch Nahangriff mit dem Maschinengewehr in Brand Von den deutschen Beobachtungsstellen wurde der Hergang gesehen und frisch zurückgedrahtet. Während nun alles die Rückkehr des erfolgreichen Fliegers mit höchster Spannung envartete, schraubte sich diese: unerwartet mitten in den englischen Sprengwolken nochmals ein Siück in die Höhe, bog seitlich ab und neigte sich erneut zum Sturzflug gegen den vierten Ballost. Auch dieser ging in Flammen auf. Gleichzeitig griff Feldwebel Wagner den fünften Ballon überraschend von oben herab an und brachte rbn brennend herunter. Beide Flieger erreichten, vom englischen Geschoßhager vergeblich verfolgt. v?n Flugplatz, wo sie von den Kameraden und den höheren Befehlsstellen herzlich beglückwünscht wurden. Die ganze englisch. Dallonaufftellung in dieser' Gegend war damit binnen zehn Minuten erledigt. nieder cwsbeflet« Heute ooetmitag mm sich ich englische Ot» Palette damit beschäftigt, die mm de« Englarcdern in St. Que». angerichteten Zerftöruirge« aufzuräumen. Auch hier gab die Tat die Antwort auf das prahlerische Wort. _ - "" - n Der Frieden mit Rumänien. Bukarest, 2 . April. (WTB.) Ministerpräsident Marghilo- man und der Minister des Aeutzern Arion sind nach Jassy ab- gereist. Friede Milchen Rußland und Runiijilikn? Die „Bossische Zeitung" meldet: Pariser Zeitungen berichten aus amtlicher Quelle über den Abschluß eines russisch-rumänischen Abkommens auf folgender Grundlage: i. Räumung Beffarabiens durch Rumänien innerhalb zweier Monate, 2. Austausch der Gefangenen. 3. Ausfuhr der in Beffarabien befind, lichen Ueberfchufses an Getreide nach Rumänien. Die Demobilmachung in Rußland. Haag, 3. April. Reuter meldet Petersburg: Die Regierung befahl, daß die Demobilmachung aller Heere, die am Kriege gegen Deutschland teilgenommen haben, am 12. April beendet sein muß. Die Beschießung non Panis. Genf, 2. April. Das Bombardement von Paris wurde am 1. April eine Stunde später eingestellt als am Tage zuvor. Die Fernbeschießung der Festung Paris. Berlin. 3. April. (WTB. Amtlich.) Die Fernbeschießung ver Festung Paris wurde deutscherseits am Mittag des 3. April eingestellt, da bekannt geworden war, daß an diesem Tage nachmittags die Beerdigung der einem beklagenswerten Zufallstreffer zum Opfer gefallenen Einwohner stattfinden sollte Nicht zu finden. Bern 2 . April. Obgleich ganze fcanzöfifche Fliegergeschwa- ver fett Tagen den Frontbereich der Deutschen abfuchen, ist es ihnen noch immer nicht gelungen, die Stellungen der großen r ! °us denen Paris fett einigen Tagen er. «eut befchosien wurde, ausfindig zu machen. Ms xn 56 Jahren. Rotterdam. 2. April. (WTB.) Rach einer Meldung des ..Nieuwe Rotterdamfche Courant" aus London schreiben die ..Times". daß die Erhöhung des militärischen Dienstalters auf' 50 Jahre sicher bevorsteht. Der Hauptvorteil, den die Regierung aus dieser Maßnahme ziehen wird, wird sein, daß sie gegen die Befreiuikg der jüngeren Männer schärfer wird Vorgehen können. Die deuftchen Riejengeschütze. Der Kriegsberichterstatter SB. Scheuermann schreibt aus dem Felde: Vorgestern vormittag vernahm man auf dem Schlachtfeld« n regelmäßigen Abständen sehr schwere Abschüsse. die von so besonderer Att waren, das, st« stch trotz der weiten Entfernung deutlich von dem übrigen Eeschützlärm abhoben. Sluch die alten Kanoniere merkten auf und hatten bas Bewußtsein, daß stch hier während der Großen Schlacht noch etwas Außerordentliches ankundige. Unsere Vermutung, daß die großen Paris-Kanonen zu schiegen begonnen hatten, wurde schon am Abend durch die franzosilchen Funksprüche bestätigt Damit ist eine weitere Uebcrraschung des Feindes zur Tatsache geworden, die seit langem vorbereitet war. Sie ist so vollkommen geglückt, daß man m Paris bei den ersten Einschlägen an Fliegerbomben gedacht hat, denn der Gedanke, daß deutsche Batterien über lüv Kilo- meter weit über die Fronten und das gesamte unbesetzte Frank, reich hinweg die Festung Paris unter Ziclfeuer nehmen könn- ten, erschien zu unerhört, als daß man ihn glauben konnte. Erst das Auf,inden von Sprengstücken zeigt«, daß die Eeschoste Ee- ^utzen entstammten. Damit hat Deutschland, das nach den, 5e,tlbe Ende seiner Kriegsrohstoffe ist, eine t-chnilche und lngenwse Leistung vollbracht, die ihm niemand nachmachk Der Bau und der Einschuß dieser Geschütze hat gewaltige Vararbeitev verursacht, ist aber in erstaunlich kurzer 11 ’ 0rtfn - Genaue Einzelheiten können selbstverständlich nicht mitgeteilt werden, doch kann sich auch der Laie sagen, daß bei der Länge der Flugbahn der Kulminationspunkt in Hohen erheben muß, die bisher mit Menschenlrast niemals erreicht worden sind, daß di- Hitze des Mllndungsfeuers einen Grad hat, bei dem gewöhnliche Geschosse verbrennen wür- v *\ bie ^geschwindigkeit so groß ist, daß Hartstahle durch che Reibung der Lust glühend wie Meteorite werden müß- “1* bel .J iofma °"°r der Rätsel Jules Verneschcr Phanto,- nachzugrubeln, deren Berwirtlichung einem Deut- ,chen Ölungen ist, wird die Pariser die Sorge bewegen, wie sie b.ese Strarheimsuchung ihrer stch weit »om Schuss« wähnenden von sich abwehren können. Doch ist ihnen auch in dieser Beziehung leder mögliche Gedanke vorausgedacht. In diesem Augenblicke, wo Hindenburg uns LuSendorff, die »Ranner die d,e deutsche Tat und den deutschen Willen vcrkür- " Ut ( b E F-inde in der einzigen Sprache reden, gegen die “ 6 ' ‘ *» angebracht, an einige der jüngsten Ueber. Hebungen der Entente zu erinnern, die ihre Geistesversassung vor der Schlacht erkennen lassen. Lloyd George hat es gewaat £7 den deutschen Soldaten der Feigheit zu^ihens di- d-L scheu Truppen verkrochen stch wie Kaninchen in ihren Löchern! Ja einem englischen Armeebefehle hieß es. Frankreich könne vor der deutschen Offenfire beruhigt sein, da das englische Heer sich tn breiter Front vor Frankreich gestellt habe: niemals würden di- Deut chen «indringen. In einem bei farnzosischen Truppen ^br-itet-n Hetzflugblatt hieß -s. die Deutschen würden nach ihrer völligen Besiegung die Sklaven Europas weiden und müß. ** mit eigener Hand jed« Kri-gsbeschädtgunq in Frankreich Willon, der Friedenshenchler. Amerikanische Kriegserklärung an Bulgarien? Haag, 3. Avril. Die „Morning Post" behauptet in einem Telegramm aus Washington. Präsident Wilson werde demnächst Vorschlägen, Bulgarien den Krieg zu erklären. Als Oesterreich- Ungarn der Krieg erklärt worden fei. habe im Kongreß eine starke Stimmung für die Kriegserklärung auch an Bulgarien und an die Türkei geherrscht, aber aus unbekannt gebliebenen Gründen habe damals der Präsident lediglich die Kriegserklärung an Oesterreich-Ungarn gewünscht. Der Wunsch. Bulgarien den Krieg zu erklären, werde jedoch immer stärker, und der Präsident könne sich dem nicht widersetzen. Schwarze Amerikaner. Rotterdam, 3. April. Aus einer Washingtoner Meldung des Reuterschen Bureaus geht hervor, daß sich unter den 95 000 amerikanischen Soldaten, die in 47 Staaten ausgehoben worden find, 24 000 Neger befinden. (Die Neger werden im freien Amerika ähnlich wie das liebe Vieh behandelt, sie werden nicht für voll angesehen und der Weiße fühlt sich besudelt, wenn ihm ein Nigger die Hände drückt. Zur höheren Ehre der Yankees ihr Leben zu opfern, dafür sind sie aber gut genug.) Der New Yorker deutsche Klub geschlossen. Bern. 2. April. (WTB.) Der „Matin" meldet aus New York: Der Vizepräsident des New Yorker deutschen Klubs. Gustav Kuhlenkampff. wurde verhaftet und interniert, der Klub geschlossen. Kuhlenkampff wird verdächtigt, die Besprechungen Bolos mit Paveastaedt begünstigt zu haben; die Besprechungen hätten im deutschen Klub ftattgefunden. ^Verzweifelte franko st (che Fage^ Der de» Truppen bekanntgezebene amtliche französisch^ Heeresbericht vom 25. März lautet: W bet uns einlaufenden Nachrichten lasten schon ftar erkennen, daß die riesigen Anstrengungen der Deutsche^ die mit einer Erbitterung ohnegleichen unter den Augen des ^nsers gegen die englischen Truppen anrennen, mit eine» schweren Mißerfolge enden. Die Absicht des deutschen Oberkommandos. als es alles auf eine Karte fetzte, war. das vor Jahresfrist verlorene Gelände wiederzugewinnen und gleich- zeltig gerade an der Verbindungsstelle des englischen und französischen. Heeres durchzubrechsn. um die Straße nach Pari» durch das Oife-Tal wiederzugewinnen. 6 500 000 Mann aus. erlesener Truppen, von einer furchtbaren Artilleriemaste unter- stutzt, wurden in Bewegung gesetzt, um jenes Ziel zu erreichen. Unerhörte Opfer an Menschenleben wurden unbedenklich ge- bracht, uni zum Ziele zu gelangen. Durch schrittweise Er. rampfung^ielen einige Linien, die in deutschem Blute schwimmen. Dre Engländer räumten in guter Ordnung drei vor- springende Teile ihrer Stellung, die an sich ohne Wert waren und ohne Bedenken aufgegeben werden konnten. Vor der ei. gentlrchen englischen Verteidigungslinie angelangt, wurde bU Germanenflut, die sich unaufhörlich mit frischen Divisionen durch unseren Kugelregen heranwälzte, wieder zum Stehen Sebracht und zerschellte, sogar ohne daß noch die Reserven des Berbandes hätten eingreifen müsten. Der deutsche Gelände, gewinn, verglichen mit den im Angriffsbefehl gesteckten Zie. len, ist gleich Null." Eine Regierung und ein Feldherr, die nicht nur nicht wagen, dem eigenen Volk und Heer die Wahrheit einzugestehen, sondern zu dem Verzweiflungsmittel greifen, die Wahrheit auf den Kopf zu stellen, müsten völlig das Vertrauen zu ihrer Sache und ihrem Land verloren haben. KnHcr M I' kln rniD Mer Karl. Wien, 2. April. (WB.) Kaiser Wilhelm hat an Kaiser Karl ein Telegramm gerichtet, in dem es heißt: „Mich erfüllt hohe Genugtuung, wenn ich rückwärts schauend mir die gewaltigen Leistungen vergegenwärtige, die meine und Deine Heere und mit ihnen die tapferen verbündeten Truppen in treuer Waffenbrüderschaft gegen die an Zahl weit überlegenen Gegner vollbracht haben. Daß Du Dich entschlossen hast, mehreren meiner Generale zur Erinneruna an den Abschluß der großen Kämpfe im Osten als Zeichen Deiner Anerkennung Ordensauszeich. nungen zu verleihen, ist mir eine besondere Freude. Ich dai^ke Dir, daß Du in diesem Augenblick von neuem die Notwendigkeit des engen Zusammenschlusses bervorhebst, um die großen Aufgaben zu lösen, die unser noch harren. Ich grüße Dich herzlich in treuester Freundschaft W i l h e l nt.* Kaiser Karl antwortete: „Mit besonderer Befnedigung müssen Dich die außerordentlichen Erfolge der unter Dernem Befehl siegreich vordringenden Armeen erfüllen. Möge alles, was noch kommen wird, Gottes Segen im gleichen Maße begleiten und ein baldiger, ehrenvoller Friede uns beschieden kein. Für die mehreren meiner Generale verliehenen Airszeich. nungen empfange ineinen wärmsten Dank. Von Herzen grüßt Dich in treuester Freundschaft, Karl.* Aiispjgk uns tunlichen Solftüfftibrifffn. 2 ' lWTB.) Englische Rahrungsmittelsor- gen. Auszuge aus erbeuteten englischen Soldatenbrieien Birmingham. 27. 2. 18. Die Zustände bei uns sind schreck, lrch. Es grbt kaum noch Lebensmittel zu kaufen. Es ist erstaunlich. wie arme Leute überhaupt noch leben können Perth, 11 . Z. 18. Es kostet unendliche Mühe, irgend etwa» Eßbares zu erhalten. Wie soll das in nächster Zeit werden Glasgow, 11. 3. 18. Die Zustände werden jeden Tag fchlim- mer . . . Letcester, L 3. 18. Man steht stundenlang in langen Rei. hen. doch vergeblich, da alles ausverkauft ist. Wir hatten beut« nur Tee als Mittagesten . . . Pleifton, 24 12. 1917. Wir armen Leute haben jetzt wirklich genug ausgehalten. Der Krieg muß aufhören Rock Island. Canada. 3. 3. 1918. Wir müsten große Men. gen Lebensmittel nach Europa schicken, damit die Englände, nicht verhungern. Aber auch tn Amerika ist schon alles knapp. Dre amerikanischen Truppen scheinen den Anforderungen in $tantteidi nt< ^* gewachsen zu sein. Unsere Kriegsaussichten sin, erschreckend düster. Auszeichnung Mchthoftns. Berlin, 2. April. (WTB.) Deine Majestät der König hat dem Rittmeister Frhrn v. Rtchthofe« in Anerkennung sei- ner besonderen Leistungen den Roten Adlerorden dritter Klage mit Krone und Schwertern verliehen. Eint itfiiirnlf und rinf dtillcht MrliürMilNtz 3n ihrer Oster - Betrachtung sagen die „N. Zürcher Nachr.": Deutschland sollt« entmachtet. Oesterreich-Ungarn so gui wie vernichtet werden. Ban Jahr zu Jahr mehr hat die Politik der Feinde der Mittelmächte es aber ia gefügt, daß diese nicht mehr nur zu Sieger» über die anfängliche russisch-französisch-eng. lisch« Koalttion, sondern zum europäischen und schließlich zum mondialen Sieger werden mußten, mit einer so gewaltigen neuen Weltstellung, daß keine andere an sie heranreichen wird und kann. Das haben bte Feinde der Mittelmächte zustande gebracht, und noch mehr, nämlich den Verlust der Wcltmachtstellunq Eng. lands- und Frankreichs. Mit dieser ungeheuren politischen Weltumwälzung vollzieht sich etwas, das über Menschenwille und -Absicht hinausreicht und die Züge eines providentiellen Schicksals trägt. In der Weltkriegsgeschichte ragen zwei Osterschlachten em- por. Die Osterschlacht in den Karpathen von 1915, die die groß, Einleitung zur Gesamtwendung im Osten war. und jetzt dt, Osterschlacht von 1918, die den Entscheid im Westen bringt und dem Krieg das Grab schaufett So über alle Maßen grausig si, ist. wird sie doch der Bringer des Friedens fein, die endlich« Erlösung vom furchtbarsten aller Kriege. So schreibt ein Blatt, das in der neutralen Schweiz er> scheint. Dahingegen lesen wir in dem Ostec-Aufsatz der F r a n k- furter „Volksstimme" folgendes: „Im Osten ist der Friede» geschloffen worden, doch nicht im Geiste der Versöhnung und de, Völkerverständigung. Wiederum log der Geist am Boden Ge. walt hat den Frieden unterschrieben. Außer wenigen Macht- und Profithungrigen frohlockt keine einzige Mutter ob dies . Saat, die mit Haß geworfen und Blut gedüngt, nur Haß un. Blut gebären kann.. . Denn besser ist es immer noch um des Friedenswillen unterzugehen, als mit dem Schwert zu siegen." Man weiß warhaftig nicht, hak Dummheit oder Bosheit dem Schreiber dieser Zeilen die Feder geleitet. Die dküi-chkn Liege int Lpiege! der Die Schlag auf Schlag folgenden deutschen Siege im Westen haben an den Börsen der Entente tiefe Verstimmung und scharf« Kursrückgänge hervorgerufen. An der New Yorker Börse trat besonders starkes Angebot in allen Kriegswerten hervor. Di« Yankees, die von dem Kriege ein „großes Geschäft" erhofft hatten. scheinen immer mehr einzusehen, daß ihre Beteiligung am Kriege für sie ein schlechte» Geschäft geworden ist. Dabei ist zn ^berücksichtigen, daß an de, Parti« Vörie jUiefi 0 infcufttLd ' werte schon In den letzte» Monaten schärfe Kursrückgänge y& m leiden kalten, ohne daß das stark ermäßigte Kursniveau irgend« «te neue Käufer herbeilockt. Der russische StaaLsbankerott ist eben den französischen Kapitalisten schwer in die Glieder gefahren Dab^i ist es bemerkenswert, daß die ruffischen Industrie- werte tm Gegensätze zu den russischen Renten und zu den fran- zöfischen Industriepapieren neuerdings eine wesentliche Befestigung erfahren haben. Der Grund hierfür ist ein für die französische Volkspsyche höchst bezeichnender: die französischen Politiker zetern über den deutschen Einmarsch in Rußland, die französischen Kapitalisten aber erhoffen von der deutschen Ordnung einen Aufschwung der russischen Industrie. Ein französisches Blatt, „Reforme Economique", schrieb jüngst: „Seit Tagen steigen die Kurse russischer Jndustriewerte an der Pariser Börse. Der Grund ist der deutsche Einmarsch in Rußland. Die Deutschen sagen, oder vielmehr, irm behauptet, daß sie sagen, daß die Truppen des Kaisers oer russischen Industrie ihre alte Blüte wied-ergeben werden" Ebenso bezeichnend wie -.t Rückwirkungen der deutschen Siege auf die-Ententebörsen .ren die Rückwirkungen auf den Stand der Reichsmark an den neutralen Börsen. Die Mark hatte zu letzt auf die Annahme der deutschen Friedensbedingun-. gen durch Rußland eine Besserung erfahren. Diese war aber, zum Teil durch neue Baissemanöver der Entente, wieder zum größten Teil verschwunden. Auf die deutschen Siege im Westen hin ist aber di-e Mark in der Schweiz, in Holland und in den skandinavischen Ländern stark in die Höhe geschnellt, wie sich aus nachstehender Tabelle ergibt: Mitte Dez. 1^. Jan. 31. Jan. Ans. März Jetzt Schweiz . . * , * 77,57 88,90 84,75 80.— 87.- Holland . . . 42,05 46,55 42.40 40,60 43,80 Schweden 54 — 50) 64,50 59,75 56,50 61.- 65,— Die letzten Meldungen lasten erkennen, daß die Aufwärts- bewegüng der Mark weitere Fortschritte macht. Ihre Steigerung bei gleichzeitigem Rückgang der Ententedevisen, sowie die tiefgehende Verstimmung an den Börsen von New Pork, London und Paris beweisen, daß trotz aller Beschwichtigungsversuche der Ententepreffe Feinde wie Neutrale endlich an das glauben, was sich auf den blutigen Schlachtfeldern Frankreichs emporringt: an den deutschen Sieg. Zentrum und Koitiervalive. Ausgehend von der Frage der Sicherungen für Kirche und Schule bei der preußischen Wahlreform untersucht Professor Martin Spahn in einem Artikel deS „Tag" das Verhältnis des Zentrums zu der Rechten und findet, daß es unter dem Einfluß ErzbergerS Formen angenommen hat. die das Zentrum nicht erwarten lassen können, daß die Kon- servativen ihm besondere Opfer bringen. Er sieht in der völligen Isolierung des Zentrums bei der Abstimnnmg über seine Sichernngsanträge im Wahlrechtsausschuß das Endergebnis der Abstoßungspolitik der Reichstagsfraktion. Dieses Verhalten erscheint ihm gegen Tradition und Geschickte, die beide das Zentrum an die Seite der Rechten verweisen. Das Zentrum habe seinen Einfluß im Reiche nicht zuletzt der gleichzeitigen Zunahme des konservativen Einflusses im Reiche wie in Preußen zu verdanken. Tie Schwankung verdanke man Herrn Erzberger, der auf seine Faust 1908 den Konservativen die Fehde angesagt und sie bereits damals mit dem Hinweis auf die Verfassungsfragen begründet habe. Den entscheidenden Schritt habe man dann einstweilen mit der Friedensresolution getan, zu der die Fraktion ebenfalls von Erzberger gedrängt worden sei. Spahn ist in starker Sorge um die daraus sich für die Partei ergebenden Konseguenzen und sagt: Weil es die Verteidigung der Kirche gelte, sind in den siebziger Jahren Hunderttausende von Wählern in die Zentrumspartei gezogen worden, die andernfalls im konservativen oder rechts liberalen Lager geblieben wären und das Gewicht dieser beiden Parteien verstärken würden. Auch heute denken diese Hunderttausende noch nicht so und können nicht so denken, wie es die Zentrumsfraktion des Reichstags ihnen zumutet. Trotz aller Hemmnisse, die einer zureichenden Urteilsbildung über die Politik der Reichstagsfraktion entgegenstehen, ist der Widerspruch innerhalb der Partei gegen die Fraktion von nickck zu unterschätzender Gewalt. Alle Wahlen sind für die Partei seit den Ereignissen des vorigen Sommers unter dem Zeichen völliger Zerrüttung der Parteizncht verlaufen ... Die Zentrumspartei als Ganzes kann sich nur als Partei der Mitte mit vorsichtiger, aber zuverlässiger Pftege ihrer alten Beziehungen zur Rechten lebensfähig erhalten. Sollte sie sich auf diese Spur nicht mehr zurückfinden, und sollte es in«Vreußen infolgedessen nicht mehr gelingen, Kirche un-d christliche Schule dauerhaft zu stützen, so wird man im katholischen Lager kein Recht haben, gegen andere Vorwürfe zu erhben. Die Zentrumsvartei, die unter ausgezeichneter Führung so viel zum Schutze und zur Förderung des KatholizimuS in Preußen und im Reiche geleistet hat, würde am Ende ihrer politischen Lufbohn der Kirche in Deutschland wir dem christlichen Charakter unseres Staatswesens selber das Grab ge- sä^aufelt haben. Es kaiin keinem Zweifel unterliegen, daß der Widerstand gegen die rein demokratisch Richtung im Zentrum infolge manckzer Erscheinungen innerhalb der Partei allmählich erstarkt, und daß Prof. Spahn der Sprecher einer Gruppe ist. die an Bedeutung wächst. Streik im Glauben. Es gab Zeiten während dieses Kampfes ums Dasein, wo bcheidemann zu sagen wagte: „Ein Narr, der an den Steg glaubt" — schlimmer noch, es gab Zeiten, wo die, die so dachten und redeten, für ihre Kleinmütigkeit die Mehrheit der Daheim» geMebeE gEttmsk schien««« Der heimatlich- Stoßtrupp war tzn Gefahr, »on der Maste der Verzagenden und Verzicht«», den erdrückt z» werde» — aber blieb stark im Glauben und unermüdlich im Handeln, und stehe: der Glaube der Mutigen ist wieder einmal wahr gemacht worden und das schnöde Wort sollte umgedreht werden: „Ein Wicht, wer am Sieg seines Volkes zweifelt." Geheimnisvolle unüberwindliche Kraft war es» die mau der englischen Zlotte nachsagte; unbesiegbar sollten Schiffe und Besatzungen sein. Mil diesem Blendwerk hatte unser Erzfeind alle Welt in seinen Bannkreis gezwungen. So traten wir in den Seekrieg ein. — Lim Skagerraktage zerriß der Schleier. Die Täuschung wurde offenbar. Schadenfreudeselbst bei seinen Vundesgenoffen bezeichnet Englands Absturz. Sorgfältig mied der Brite den zweiten Waffengang; er fah es mit an, wie feinem schändlichen Llushungerungsversuch das deutsche U-Boot entgegentrat. Die Zlotte wurde zum Handgriff, das U-Boot zur Klinge des Schwertes, das auf die britische Brust zeigt. Lag für Tag brechen aus dem künstlichen Bauwerk briilfcher Bormacht die Blöcke. — Noch wollen englische Staatsmänner nufer Reich schmälern, unser Volk des täglichen Brotes berauben. Wir Seeleute wissen es, der Tag ist nicht mehr fern, wo England sein spätes Zugeständnis bereut. Bis dahin heißt es, alle Hände gerührt, alle Kräfte gesammelt, alles dem Kaiser, all es demVaterlandl / Milchkühe als Schlachtvieh. Zu der Einführung eines Durchschnittspreises von 80 Mk. für alle in die B-Klaffe fallenden Schlachttiere, die bekanntlich erfolgt ist. um den Milchviehbestand zu schonen, der bei der Differenzierung des Preises je nach dem Gewicht gefährdet war, bemerkt der „Vorwärts" mit seiner „einzigen Weisheit letzter Schluß": „Unserer Meinung nach wäre es zweckentsprechender gewesen, statt dieser Maßregel, die natürlich eine Steigerung des Kleinhandelsfleifchpreifes zur Folge haben wird, den Verkauf von gut milchenden Kühen zu Schlachtzwecken einfach bei Strafe zu verbieten." Wenn es sich um Preiserhöhungen bei der Landwirtschaft handelt, ganz gleich, aus welchen Gründen, gibt es beim „Vorwärts" stets Widerspruch Er läßt hier keine Preiserhöhung gelten, mag die Maßnahme auch zur Förderung einer Produktion notwendig sein, die wie Mrlch auch von den Arbetterkreisen dringend begehrt wird. Es ist bedauerlich, daß nicht die Löhne der Munitionsarbeiter gesetzlich festgelegt und so jede Veränderung öffentlich bekanntgegeben wird mitsamt den verschiedenen Prämien. Dann könnte man nämlich auch kurz und bündig zum Beispiel verlangen: „Unsere Meinung nach . . . wäre der Ueber- tritt in eine höher als mit . . . M. bezahlte Stellung für Arbeiter bi? zu 18 Jahren bei Strafe zu verbieten." Ohne Rücksicht darauf, ob das „zweckentsprechend" ist. Fall? es dem „Vorwärts" nicht bekannt sein sollte — was tttr aber bzwerfeln — sei darauf hingewiesen, daß es sich gar nicht um den Verkauf handelt, sondern um die Ablieferung, die verlangt wird. Bei dem Fleischbedarf kann der Eingriff in den Kuhbestand nicht ganz vermieden werden. Für den Landwirt ist es natürlich vorteilhafter, wenn er nun schon diesen Bestand angreifen muß, möglichst gutgenährte Tiere herzugeben. Das ist aber Milchvieh. So gehen die bellen Milchtiere zur Schlachtbank. während die mageren später herangesüttert werden. Inzwischen aber fehlt uns die Milch von den anderen Tieren. Das läßt sich zwar durch entsprechende Preisgestaltung verhindern, nicht aber durch schablonenhafte Vorschriften und Zwang. Ebensowenig wie man die Arbeiter durch schablonenmäßtge Bezahlung zu Höchstleistungen anreizen kann. Vom Felde der Ehre. Friedberg. Dem Gefreiten August R a th k e, bei einer Minenwerfer-Abteilung im Westen, wurde das Eiserne Kreuz verliehen. Herzlichen Glückwunsch! Södel. Dem Gefreiten Ph Fourier, Polizeidiener von hier, seit Kriegsbeginn im Felde, wurde für tapferes Verhalten das Eiserne Kreuz 2. Klaffe verliehen Ans der Heimat. Wer den Krieg gewinnen will Scheue keine Gelder; Unsre Braven schützen Euch Grenze, Wald und Felder. Sei auch du kein geiz'ger Wicht, Helfe, zeichne, fehle nicht! • Deutsche Worte des Admirals Schere. In der Seeschlacht am Skagerrak hat sich in diesem Kriege der Geist unserer Flotte den Engländern wett überlegen gezeigt; die Erinnerung an diese Großtat zur See darf und wird nie tm deutschen Volke erlöschen. Die Worte des Admirals Scheer, des Siegers vom Skagerrak erklären kurz die Bedeutung dieser größten See. schlacht: „Wir Seeleute wtffen es, der Tag ist nicht mehr fern, wo England fein spates Zugeständnis -ereut." Der U-Boot» krieg sorgt dafür, daß wie Admiral Scheer sagt, „Tag für Tag dis Blocks aus vem Litnftliche» Bau britischer Vormacht brechen.^ Tagtäglich erfahren Vir durch die amtliche Tauchbootmeldungf von der beispiellosen, erfolgreichen Tätigkeit unserer Unterseee Boote, die von demselben Geist wie unsere Skagerraktämpfe» beseelt, uns den Erfolg des U-Vootkrieges sichern. Aber der U-Bootkrieg wäre nicht möglich, wenn unsere Hochseeflotte dich Zugänge zu unseren U-Vootstützpunkten nicht freihalten würden Der Geist unserer Flotte muß sich auch in der Heimat zeigen. Auch hier heißt es: Alle Hände gerührt, alle Kräfte gesammelt und Kriegsanleihe gezeichnet, damit die achte Geldfchlacht gleich der Skagerrakschlacht mit einem vollen deutschen Siege endet. Hessischer Landesverein für Kriegerheimstätten. Die Werbearbeit für den Krtegerheimstältenoerein hat in Friedberg bis jetzt den Erfolg gehabt, daß die Zahl der Mitglieder auf über 250 in die Höhe ging. Die Gesamtsumme der gezeichneten jährlichen Beiträge übersteigt 400 Mark. Außerdem wurden an einmaligen Beittägen 358 Mark gespendet. Erftealicher Stand der Wintersaaten. Wir gehören gewiß nicht zu denen, die schon mit dem beginnenden Frühjahr eine gute Ernte prophezeien. Aber eines können wir dieses Jahr mit Freuden feststellen: Der Stand der Wintersaaten ist heuer ein ganz erfreulich guter und wir können nunmehr getrost behaupten, daß der Weizen über die Fährnisse des Winters hinw eggekommen ist und nichts mehr von den Unbilden der Witterung zu befürchten hat. Aus allen Teilen des Landes wird uns diese hocherfteuliche Tatsache von den Landwirten bestätigt, öfters mit dem Hinzufügen, daß noch selten die Frucht den Winter so gut üderstanden hat, wie dieses Jahr. Während im vorigen Jahr der Roggen und mehr noch der Weizen um diese Zeit ein krankhaftes Aussehen hatte und der kalte April der jungen Saat nicht aufhelfen konnte, steht dieses Jahr die Winterfrucht gesund und in üppigem Grün. So wollen wir hoffen, daß Gott weiter hilft und uns dieses Jahr eins recht gesegnete Ernte beschert. Bekanntmachung. Vom 1. April 1918 an werden die auß Grund der Mttiiarversorgungsgesetze zahlbaren Pensionen usw. für Offiziere und Beamte. Invalidenpensionen und Mililär- renten usw. sowie Hinterbliebenengebührnisie, ferner die von Militärbehörden an solche Empfänger bewilligten Unterstützungen, Zuwendungen, Beihilfen usw. — nicht aber Marine- Gebührnisse usw. — durch die für den Wohnort des Empfängers zuständige Bestellpostanstalt gezahlt. Die fortlaufend zahlbaren Gebührniffe werden von diesem Zeitpunkt ab bereits am 29., oder, wenn dieser Tag ein Sonn- oder Feiertag ist, am 28. des der Fälligkeit der Gebührniffe vorhergehenden Monats (im Februar am 26.) gezahlt. Die Auszahlung der Beträge erfolgt bet den Postanstalten an den hierfür eingerichteten Zahlstellen. Die pünktliche Abhebung der Gebührniffe an den Fälligkeitstagen ist dringend notwendig. Empfänger, die ihre Gebührniffe nicht persönlich abheben wollen, sondern im Giro- oder Postwege zu erhalten wünschen, haben dies bei der zuständigen Postanstalt zu beantragen. Dies gilt auch für diejenigen Empfänger, die zur Zeit ihre Gebührniffe bereits im Girowege oder im Postscheckwege erhalten. Jeder Empfänger erhält von der seitherigen Zahlstelle neue Vordrucks zu Quittungen für das Rechnungsjahr 1918, die ausschließlich verwendet werden dürfen. Auch die Militärinvaliden und Rentenempfänger erhalten ihre Gebürhniffe von jetzt an auf Grund von Quittungen. Es haben also vom 28. März 1918 an diejenigen Empfänger, denen nicht von der seitherigen Zahlstelle eine gegenteilige Mitteilung zugeht, ihre Gebührniffe bei der für ihren Wohnort zuständige» Bestellpostanstalt und nicht mehr bei der staatlichen Kaffestelle abzuheben. Etwas für die Hessische Landes-Eiersiclle. Dem „Zevener .Kreisblatt" wird eine Geschichte mitgeteilt, die wirklich de» Tatsachen entspricht: In irgend einem Ort (der Name soll nicht genannt werden) ersucht die Behörde einen Hühnerhalter um Aufklärung über den Umstand, daß er für die Eierablieferung nur sieben Hühner, m der Diehzählungsliste aber acht Hühner angegeben habe Darauf richtet der Hühnerhalter an die Behörden folgenden Brief'. „Verehrte kgl. Eierei! Scfort nach Eingang Ihres Schreibens habe -ch meinem Gockel, als dem achten Mitglied meiner Hühnerschar, ernstliche Vorstellungen im Sinne Ihrer Forderungen gemacht. Der Hahn ging auch in sich und versprach, die Angelegenbett in ernste Erwägung zu ziehen. Nur, meinte er, müsse er eine Bedingung stellen, von der e< nicht abgehen könne. Er verlangte, daß die Herren der Kgl. Eierei alljährlich willig die Hebamme bei sich amtieren lassen und dem Vaterlands einen jungen Kämpfer zur Welt bringen, dann will auch er der bisher ungewohnten Arbeit des Eierlegens sich im vaterländischen Interesse gern unterziehen." — Eine Antwort hat der Huhnerhalter nicht erhallen; nun weiß er nicht, wollen die Herren oder wollen sie nicht? Bad-Homburg. (Die Uebergabedes Bades.) Durch eine einfache Feier wurde gestern nachmittag die Kur- und Badeverwaltung Homburgs von der Stadt der Aktien-Eefell- fchaft Bad-Homburg übergeben Oberbürgermeister Lübke betonte in kurzen Worten, daß der Tag der Uebergabe für die Ortsgeschichte Homburg? sehr bedeutsam sei. Er sprach dis Hoffnung aus. daß der Stadt und dem Bade reicher Segen aus der Umwandlung des Kur- und Badebetriebes in die A.-G. er- sprießen möge. Den versammelten Beamten und Angestellte» der Kur. und Badeverwaltung, die größtenteils feit Jahrzehnten im Dienst der Stadt standen, dankte der Oberbürgermeister herzlichst für ihre tteu geleisteten Dienste. Kurdirektor Feld- sieper dankte für die Worte des Oberbürgermeisters und bat die anwesenden Mitglieder der städtischen Körperschaften, auch fernerhin dem Bad Homburg ihr Irtterrffe zuzuwenden. Er wünschte ein gedeihliches Zusammenarbeiten zwischen Stadtverwaltung und Kur- und Badeverwaltung, aus dem für Stsdß und Bad reichste Früchte erwachsen mögen. , i ■ ■■■■ i i ■——iBM gggg»j Verantwortlich für den politischen und lokalen Teil: Ottch H i r schel. Friedberg; für den Anzeigenteil: R. Heyner^ Friedberg. Truck und Verlag der „Neuen Tageszeitung*- A G., Frredberg k, L Grane Gefahren. Roman üu£ der Gegenwart von M. Gontard - Schuck. '67) Nachdruck verboten- Außerdem urat er Gefangener, also Besiegter. Und es stand dem Sieger wohl an, dem Besiegten gegenüber höflich und großmütig zu sein. Wenn er auch sehr gut wußte, daß gerade die Engländer dieses Verfahren nicht verdienten. Er war ein Edelmann^ und Tannenberg dereinst auch Helens Eigentum. Als Archibalds Bauchwunde sich gebessert hatte, Netz Helen euren bequemen Fahrstuhl kommen, so datz der Bruder auch bei den gemeinsamen Mahlzeiten und des Abends zu einem Plauderstündchen unten sein konnte. Und nicht lange währte es, datz der alte Herr merkte, wie ihm etwas fehlte, wenn er sich mal einen Abend nicht mit denr Engländer herumzanken konnte. Douglas war klug und widersprach seinem Gastgeber nicht zu sehr. Und es kam die Zeit, wo Herr von Werkheim es nicht für möglich hielt, datz ein Engländer so vernünftig sein könnte. Helen verhielt sich meist schweigsam bei den abendlichen Unterhaltungen. Sie freute sich, datz der Papa anscheinend doch Gefallen an dem Bruder fand. O, sie hatte es wohl gefühlt, wie ungern er ihn aufnahm und daß er es schließlich nur ihr zu liebe getan hatte. Mit um so größerer Freude sah sie nun, wie zwischen den beiden ihr lieben Menschen allabendlich die Unterhaltung — die sich natürlich fast ausschließlich um den Krieg drehte — herüber und hinüber ging. Archibald Douglas war ein echter Engländer. England würde und mutzte siegen! Etwas anderes gab es für ihn nicht. Aber dann würde alles wieder gut sein. Es war wie beim Boxkampf. Hat einer dem anderen die Nase zerschlagen, gut! Man ist besiegt! Aber dann gibt man sich die Hände und ist wieder gut Freund. Genau so würde es nach diesem Kriege „Wir wollen siegen und wir werden siegen! Es ist undenkbar, datz England unterliegt. Wenn es aber dann vorbei ist, wenn wir siegreich den Frieden geschlossen haben, na, dann ist alles wie es gewesen. Wir werden die besten Freunde, genau wie früher, möglicherweise sogar noch besser." Ein feines Lächeln spielte um die Lippe des alten Herrn. „Das wollen wir nicht hoffen, Herr Douglas, daß es wieder wird, wie es gewesen." „Und warum nicht, Herr Baron?" „Vor allen Dingen wird eins anders sein: Unsere Liebedienerei England gegenüber wird ein für allemal aufgehört haben. Die Zeiten, in denen man ln Berlin angstvoll auf das Stirnrunzelu des englischen Vetters schaute und seinen Wünschen ein immer williges Ohr lieh, müssen für immer vorbei sein." „Aber es liegt doch in der Natur der Sache, datz England die Führerrolle in allen größeren Wellfragen zustehen mutz. Wir haben die größte Flotte, den größten Kolonialbesitz. Es ist gar nicht anders möglich?" „Die Zukunft wird Sie überzeugen, daß es auch anders geht. Ich gestehe unumwunden zu, datz England vor einigen zwanzig Jahren unser Lehrm-nste: war. Nun hat der Lehrling den Meister überflügelt. — Das kommt oft vor. Denn England — ja, warum soll ich es nicht sagen? — England hat nichts dazu gelernt in den letzten Jahren. Es war zu sehr mit sich selbst zu- , frieden. Sie werden's mir natürlich nicht glauben, aber es ist l doch so. Wir haben hier in Deutschland ein schönes altes Sprichwort' Stehende Gewässer werden muffig. Das kann auch in etwas anderer Form auf England angewendet werden." Archibald Douglas schwieg einige Augenblicke, dann sagte er: „Da muß ich entschieden widersprechen, Herr Baron. England steht nie still, ist nie zufrieden. Es sucht stets seinen Besitz zu.mehren." Werkheim lachte^ „Darin kann ich Ihnen wirklich recht geben. Da haben Sie die Wahrheit gesagt. Besitz mehren! Danksagung. <^ür die uns bei dem schweren Verluste in so überaus reichem Matze erwiesene Teilnahme sprechen wir auf diesem Wege unseren herzlichen Dank aus. Ilbenstadt, den 3. April 1918. Familie Reh Schuch. Ja,, gibt es denn gar keine anderen Werte, die ein Volk pflegen kann? Müssen es denn immer nur Eroberungen fein? Man soll das Eroberungsgelüst nicht zu stark werden lassen. Der Besitz eines Menschen darf nie so groß lein, daß er ihn nicht übersehen kann. Genau so ist es mit einem Volk, mit einem Staatswesen. Denken Sie an Napoleon. Hütte der sich zur rechten Zeit beschieden, es wäre besser für ihn gewesen. — Deutschland steht jetzt im Krieg. Es hat ihn nicht gewollt, Gott weiß es! Wir wollten keine Eroberungen. Wir halten andere Ziele. Aber nun wir einmal hineingetrieöen worden sind, muß auch der Preis des Opfers wert sein. Auf unsere Großmut braucht der Feind diesmal nicht zu hoffen." „Sie .sagen, Herr Baron, England habe nie andere Werte gepflegt. Sie meinen damit doch wohl Kunst und Wissenschaft? Aber England steht darin nicht hinter anderen Völkern zurück." „Darüber ließe sich streiten. Wenigstens was die Gegen» wart betrifft. In der Vergangenheit — alles was -echt ist — hat England Glänzendes geleistet. Es kann auf eine stolze Geschickte zurückblicken. Aber gerade diese glänzende Vergangenheit steht der Zukunft im Wege. — Es ist schon so — damals waren die Engländer noch nicht so reich, noch nicht so iett und noch nicht so zufrieden. Jetzt ist jeder ein-" zelne Engländer so von seiner Vortrefflichkeit durchdrungen, er ist so überzeugt, daß er einst im Himmel einen bevorzugten Platz einnehmen wird, daß er es für eine Anmaßung hält, wenn andere Völker für sich dasselbe beaniorncken. Ja, ich glaube bestimmt, daß sie drüben der festen Meinung sind, daß unser Herrgott ein Engländer ist." Helen lachte laut auf. „O. Papa! Aber da hörst Du es, Archie, wie sie in Deutschland über uns urteilen. Und der Papa macht gar Witze." (Fortsetzung folgt.) Holzversteigerung. Montag, den 8. April, vormittags 10 Uhr anfangend, kommet im Eemeindewald Burg Eräfenrode zur Versteigerung: 6 Stück Eichenstämme VI. Klasse 0,48 fm 12 Stück Buchenftämme III. Klasse 10,44 fm 27 Stück Buchenstämme IV. Klasse 14,08 im 5 Stück Buchenstämme V. Klasse 2,20 fm 1 Stück Lärchenstämme Hl. Klasse 1,45 fm 1 Stück Lärchemtämme V. Klasse 0,11 fm Zusammentunst im Distrikt Hochholz. Burg-Bräsenrode, den 2. April 1018. Erohh. Bürgermeisterei Burg-Gräsenrode _ _ I. V : Rahn, Gem. Santerbsen n. ZaMaser ausverkaust ! Vorrätig sind noch: §MMn, Saatarfctbofincu «nil Lacherße gegen Abgabe der Saatkarten. Wir machen darauf aufmerksam, daß wir nur an Regierungs-Bezirk Kassel und in den Kreisen Friedberg, Offenbach und Büdingen liefern dürfen. Kernhaus Hanau Telefon Rr. 245, 246 und 247. Bett.: Die Flei chver orgun s für die Bevölleiung der Stadl Frtedberg. Kestnnntmachnng Hierdurch bringe ich zur öffentlichen Kennlnis. datz der Verlauf von Nind-, und Kalbfleisch sowie Wurst für riese Woche om Freitag. den 5. April 1918, von nachin tta^s 1—6 Uhr in den sämtlich, n hiesigen Metzgelladen statt- findet. Schweinefleisch gelangt diesmal Nickt zur Aes^abe. Die vorstehende Verkaufszeit ist genau einzuhallen. Friedberg, den 4. April 1918. Der Bürgermeister. __ I. V.: Dam m. Keüonntmachnng Für Gartenbesitzer, die ihren Bedarf nicht anoerweitig decken > können, steht eine gewisse Menge ' Frühsaatkartoffeln .Zur Verfügung. Eine Familie kann vis zu 50 Pfund erhallen, die zum Preise von 10 Pfg. das Pfund abgegeben werden. Die Aus abe erfolgt vom kommenden 'Momaz ab in dem Keller der Stadtschule nach vorheriger Bezahlung und Aoholung einer Anweisung auf Zimmer Vir. 14 tee Siaothauses, was am besten noch im Lause dieser Woche, vormittags geschieht. Zu beachten ist, daß 30 P-und Saattarloffeln eine Anbaufläche von 25 Quadratmetern ergeben müssen. Die Anbauflächen werden durch das Feld- .lchutzpersonal nachgeprüft werden. Friedberg. den 3. April 1918 Der Bürgermeister. L. B.: Damm. Keknnntmnchnug betreffend: Metallbeschlagnahme. 3ch bringe hierdurch zur öffentlichen Kenntnis, datz eemätz der Bekanntmachung des stello. Generalkommandos XVill. Armeekorps vom 26 . März 1918 die Einrichtungsgegenftände die aus Kup? t, Kup erle^ierungsn, Nickel Nickellegierungen. Aluminium und Zinn bestehen, nunmehr zu Zwecken der Landesvcr- teidigung beschlagnahmt und enteignet sind und zur Ablieferung gelangen müssen. Ich verweise auf den Inhalt der vorerwähnten im Amtsver- kündi^ungsblatt Nr. 58 vom 28. März d. Js. «bedruckten Bekanntmachung und besonders auch darauf, datz grundsätzlich alle Gegenstände, für die ein Er.atz nicht unbedingt erforderlich tst, ohne Verzua, und alle übrigen innerhall angemeffener Frist, nachdem der Erwerb der Er.atzstucke möglich gemacht ist, abgeliefert werden müssen. Tahec ist in der Zeit vom 8. bis zum 18. April d. Js. an jedem Dienstag und Mittwoch, nachmickags von 3—6 Uhr die Kriegsmetallsammelstelle, Haagstratze 16 Zur Abnahnie der beschlagnahmten Gegenstände geöffnet. Auch andere dieser Beichlagnahme nicht unterliegende Gegenstände, die aus den obengenannten Metallen bestehen, können dn- jelbst zur freiwilligen Ablieferung gelangen. Der Preis der abgegebenen Gegenstände wird alsbald bezahlt durch die Stadtkasse Friedberg, die auf Wun ch der Ablieferer auch bereit rft, die Anlegung der entfallenden Beträge in Kriegsanleihe zu vermitteln. Friedberg, den 30. März 1918. Der Bürgermeister. ____ * 2. V.: Dam m. Einen Simmentaler angekörten sprungfähigen Bullen hat zu verkaufen Adolf Habicht. Echzell. Drucksachen liefert schnell und billig Haue Taoeizeifimg, Drachiref u. Verlaq Jl.-fi. Kelramltmachmig ^roigrlrribffelbßorrlorgrv die einen Anspruch auf die Kchwerurdkiter-Krol^lagk erheben zu können glauben, wollen dies spätestens am 6. d. Akts, im Stadthaus, Zimmer Nr. 9 anmelden. Friedberg. den 3. April 1918. Der Bürgermeister. I. V.: D a m m. 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