Unmmer 77 Mittwoch« Leu 8. April 19 k 8_ _ 11. Jahrg ang. Die .,L?e«e Tanes-eitrrng" erscheint ^eden Werktag. Regelmäßige Beilagen „Aer Kauer aus Hellen", „Die Spinnstube". Kemgspreis: Ge, den Vostanstalten oierleisäyrllch Mt. 2.40 hinzu'tritt noch das Bestellgeld: i'ci den Renten monatlich 85 Pfg. einschließlich Trägerlohn. Anzeigen: Grundzeile 2b Pfg., lokale 20 Anzeigen von auswarrs veroen ourch Po.tnachnahms erhoben. E .üllungsorr Fttedberg. Hchriftteituug und Verlag rriedberq sHeisen). ^anaueräraye 12. Fernoreher 48. Po t, zeck-Lorro Nr. I m vcaiiurt o. 9W. Jriillfye Gkstnililgriße unter Humen ierlujten Graf Czerniu zur Kage. — 220V0 Tonnen versenkt. ^»er deutsche Grneralstak —-—- meldet: —- W. T. S. Gro-tzes Hauptquartier, den 2. April. Amtlich. Westlicher Kriegsschauplatz. An der Schlachl'ront blieb die Lage unverändert. Gegenangriffe. die der Feind bei Hebuterne und mit blonderer Zähigkeit ge en die von uns genommenen Höhen zwischen dem Luce-Bach und der Avre führte, brachen unter schweren Verlusten zusammen. Kleinere Infanteriekämpfe zwischen Avre und Oise. Die ‘' - ,n setzten die Beschießung von Laon fort. Zahlreiche C . :er fielen ihr zum Opfer. E^' ndungsgesechte auf dem Ostufer der Maas bei Haudio- mont und südöstlich von Thann brachten Gefangene ein. » Gebern wurden 22 feindliche Flugzeuge und 5 Feffelballone abg'schossen. Leutnant Kroll errang seinen 23. Luftsieg. Bei tackrätiger Durchführung der Fernaufklärung von der Küste bis südlich der Somme hat die Fliegerabteilung 3 unter Führung des Oberleutnants Fricke Außergewöhnliches geleistet. Von den anderen Kriegsschauplätzen nichts Neues. Der Erste Generalquartier«eister: L«»e«d»rff. Abendbericht. Berlin, 2. April, abends (WTB. Amtlich.) Von dem Schlachtfeld« in Frankreich nichts Neue^ Ttv österreichische Generoistab meldet: Wien. 2. Aprtl. (WTB.) Amtlich wird verlautbart: Nichts zu melden. Der Chef dev Generalstabe-. - ----- - » — Id Nos türkische ttzauptquartier i —. .... : meldet: —. Kons antinopel, 1. April. (WB. Nichtamtlich. Gene- ralstabsberichl. Palästinafront.' Das Artilleriefeuer blieb auf dem westlicl-en Jordanufer lebhaft. Tie Jnfanterietätigkeit war geringer. Sie beschränkte fick auf Patrouillen- und Stast- truppsunternehmungen von unserer Seite, die mit glänzender Unterstützung unserer unter den schwierigsten Verhältnissen arbeitenden Jagdflieger gute Erfolge hatten. Feindliche bei Mesraa vorgegangene starke Patrouillen wurden verlustreich zurückgetrieben. Auf dem östlichen Jordanufer begann der Feind nach erneuten, blutig abgeschlagenen Angriffen zurückzugehen. Er wird verfolgt. Sonst leine besonderen Ereignisse. 22000 Tonnen versenkt. Berlin, 1 April. (WTB. Amtlich.) Einer unserer U-Boot- iom Mandanten, Kapitänleutnant Wenninger. hat im westlichen Teile des Aermelkanals sechs Dampfer und einen Segler mit zusammen über 22 000 Brutto-Negister-Tonnen vernichtet. Fünf der versenkten Dampfer wurden aus stark gesicherten Ge- teitzügen herausgeschossen. Unter den versenkten Schiffen befanden sich der englische bewaffnete Dampfer „Lady Cory Wright" (2516 Vrutto-Register-Tonnen) mit Kohlenladung, ein englischer bewaffneter Dampfer vom Einheilstyp von etwa 5500 Brutto-Reglster-Tonnen, ein mindestens 7000 Tonnen großer bewaffneter Dampfer und ein Tanldampfer. Der Segler war der französische Raa-Schoner „Fileur". Der Chef de» Admiralstabs der Marine. * Eine kühne Tanchboot-Tat. Berlin, 2. April. Eines unserer U-Boote versenkte am 26. März von der Insel Thixa bei Kreta einen vor Anker liegenden Segler und setzte dann ein Landungskommando ans, das zwei weitere im Hafen liegende Segler mit Sprengpatronen versenkte und einen großen für Lasten von 15- bis 20 Tonnen bestimmten Hebekran ins Wasser stürzt?. Zunächst wurde das U-Boot von der Bevölkerung freundlich begrüßt, dann flüchtete aber die Bevölkerung in die Wälder, und das U-Boot wurde aus Maschinengewehren beschossen. Mehrere Treffer fügten dem U-Boot keinerlei Schaden zu, das, nachdem es das Lcmdungskommando wieder an Bord n .'nommen hatte, tauchte und davonfuhr. Ein englischer Hilfskreuzer versenkt! Kopenhagen, 2. April. „Berlingske Tidende^ meldet aus Kristiania: Ein Handelsgeleitzug auS 19 Schiffen auf der Reite von England nach Norwegen wurde von deutschen U-Vooten angegriffen und obgleich er von Torpedomgern und Torpedobooten begleitet war, acht Seemeilen von der norwegischen Küste mit Torpedos beschossen. Einer davon traf den norwegischen Dampfer „Vafoß", der sofort unter einer heftigen Explosion fonf. Vier Heizer wurden getötet und vierzehn Mann von einem norwegischen Torpedoboot ausgenommen. Auch ein englischer Hilfskreuzer wurde versenkt: von dessen Besatzung kamen viele um. Von den 19 Schiffen desGeleitzugeß sind fünf ans Norwegen, die übrigen aus Schweden. Die Schlacht im Westen. Uor Amiens« Die deutschen Truppen stehen ungefähr 16 Kilometer vor Amiens in erbittertem Ringen. Der „Züricher Tagesanzeiger" meldet: Deutsche Truppen sind Amiens nunmehr auf zehn Kilometer nahe geruckt. Der „Basler Anzeiger" meldet: Die Spitze der deutschen Angriffstruppen ist von Amiens nur noch knapp 2 l A Wegstunden entfernt. Der wichtigste Eisenbahnknotenpunkt des Nordens, durch den das englische und stanzösische Heer zusammengeheftet sind, ist damit unmittelbar in die Operationszone geraten. Wie der „Basler Anzeiger" meldet, liegt Amiens feit drei Tagen im Bereich schwerer deutscher Kampfartillerie. Auch die wichtigen Eisenbahnknotenpunkte Dc-ullens und St. Pol liegen unter schwerem deutschen Fernfeuer. Beide Plätze werden aus 40 Kilometer Entfernung beschaffen. Foch bürgt für Amiens. Paris. 1. April. (WTV.) Neutermeldung. Unterstaats- fekretär Abrahmi teilte in den Wandelgängen der Kammer mit, General Foch habe erklärt, es fei j':tzt wegen Amiens nichts mehr zu fürchten. Er fei bereit, für Amiens zu bürgen. » Berlin, 2. April. (WTB.) Die Bahnhofe von Comptegne und Soiffons sowie die Unterkünfte in der dortigen Gegend wurden ausgiebig mit Bomben belegt. Der Bahnhof Compiegne selbst und die Dahn Clermvnt—Amiens liegen dauernd unter dem schweren deutschen Fernseuer. Die Kathedrale von Noyon, von den Franzosen ln Brand geschoffen, steht in Hellen Flammen. Nach der Zerstörung der Kathedrole von St. Quentin und der im französischen Feuer dauernd zunehmenden Beschädigung der Martinskirckx in Laon wird nun auch diese alt ehr würdige Kirche das Opfer französischer Granaten. Am 1. April versuchte der Feind zwischen Montdidier und der Matz wiederholt ind ichten Maffen zum Angriff vorzugehen. Rechtzeitig einsetzendes deutsches Vernichtungsfeuer hielt (eins Infanterie kurz nach dem Verlassen ihrer Ausgangsstellung nieder und zwang die auf der Straße vorfahrenden feindlichen Panzerwagen zu schleuniger Umkehr. Ein gegen 7 Uhr abends wiederholter feindlicher Angriff wurde unter besonders starken Feindverlusten abgewiesen. Die Festung Boulogne wurde von deutschen Flugzeuggeschwadern ausgiebig mit Bomben belegt. In der Gegend von Arras brachte ein deutscher Jagdflieger fünf feindlich« Feffelballone innerhalb zehn Minuten brennend zum Absturz. Fast sämtliche bisher in die Große Schlacht im Westen ge- worfeiven englischen Divisionen — es sind bereits über 40 — haben dort stark vermischte Verbände. Ohne Rücksicht auf ihr« Zugehörigkeit zu Bataillonen, Brigaden usw. werden aus den Divisionsresten eiligst neue Formationen zusammengestellt, zu deren Verstärkung bereits Rekrutendepots und Arbeiterformationen herhalren muffen. Seit der neuen Kriegserklärung von Versailles brach auch neues Elend über Frankreich herein. Täglich finken Städte, Dörfer und Ortschaften mit historischen Bauten im Eranatfeuer englischer und französischer Geschütze zusammen. Ein blühendes, bisher vom Kriege verschontes Land lernt die Schrecken des Krieges kennen. Zu den lausenden Menschenleben, die bisher dem Ceschützfeuer der Entente zum Opfer fielen, gesellten sich Hunderte neue Opfer. Von den Engländern in rücksichtsloser Hast evakuiert, flüchten landeinwärts Frauen, Kinder, Greise, deren Wohnstätten britische Bundesgenoffen plündern und zerstören. Auf dem Schlachtfeld aber müffen Frankreichs letzt« Jahrgänge für englische Zwecke verbluten. » Wie Albert genommeu wurde. Berlin. 1. April. (WTB.) Ein in der eroberten Stadt Albert aufgekundenrr englischer Befehl lautet: „Albert ist um jeden Preis zu halten. Die Bedeutung dieser Stadt als wichtiger Cttaßen- und Eisenbahnknotenpunkt, als reichgefüllrer englischer Stapelplatz rechtfettigt diesen Befehl vollauf." Ma. rineinfanterie mit dem Regimentskommandeur an der Spitze drang in raschen Sprüngen bis an das schützende Häusermeer der Stadt heran. Die schwerste Arbeit stand aber noch bevor. Die ganze Stadt war voller Maschinengewehrnester. Im heißen Straßenkampf wurden die englischen Stützpunkte von der Flank« und im Rücken gefaßt und die Besatzung gefangen genommen. Um den Westrand der Stadt, wo im liefen Bahnabschnitt die Engländer mit frischen, starken Kräften neue Stellungen bezogen haben, enlspinnen sich wilde Kämpfe. Der dortige Bahnhof und die Fabrik an der Chauffee nach Millencourt ist mit Maschinengewehren bestückt. Der Kampf kommt zum Stehen. Es wird Nacht. Blendend weiß steht der Vollmond am Himmel. H-ttt der Engländer den Westrand, so muß deutscherseits die Stadt ausgegeben werden. Da gehen die erschöpften Leute nochmals zum Angriff vor. Geschütze werden bis auf 50 bis 60 Meter herangeschafft. Aus nächster Nähe schlagen die Granate» in die englischen Maschinengewehrnester. Panikartig flieht der Feind. In die den Hang hinauf flüchtenden britischen Maffen schlägt bei hellem Mondschein gulgezielies deutsches Vernichtungsfeuer. Die Felder jenseits der Dahn sind wie besät mit Toten und Verwundeten. Am nächsten Morgen setzen die Engländer mit Tanks zum Gegenangriff ein. Nochmals verblute» sich ihre Sturmkolonnen. Restlos bleiben die am Abend genommenen Stellungen in deutscher Hand. * Lloyd George ruft nm Httfe. London, 1. April. (WTB ) Lloyd George hat an die Pro mierminister von Kanada, Austtalien, Südafrika, Neuseeland und Neufundland Telegramme gerichtet, worin er auf die Notwendigkeit der Truppenverstärkung und aus die Schritte, die dis englische Regierung in dieser Beziehung im Parlament zu tu» gedenkt, hinweist, und die Negierungen der Dominions auffordert, ihre Kontingente ebenfalls fo rasch als möglich zu verstär» ken, da alles bis auf den letzten Mann in diesen Kampf geworfen werden müsse. ist die Kriegsanleihe. Das ganze deutsche Volt mit seine: Arbeitskraft und Wirtschaftskraft bürgt für ibre Sicherheit. > ■ «...7_ V JL <«- w ^rul 8ta . t,M?n i" Wef,m "*"•» 3uf°a «in«» nHHE-mmm« Setz. Berlin, 2. April. (WTB.) I» der Festung Pari» herrsrtzk infolge der fortgesetzten Beschießung durch da» rveittragende Geschütz heillose Verwirrung, die einer Panik gleichkommt. Die Bahnhöfe und Transportanstaltrn werden von Menschen bestürmt, die die Stadt verlassen wollen. Die Regierung will und kann jedoch den Wünschen des Publikums nicht entsprechen, da *s an den nötigen Transportmitteln fehlt. Parks, 2. April. (MTV.) Meldung der Agence Havas. Bei der Beschießung am Montag sind in Paris vier Personen getötet und neun verwundet worden. Rotterdam, 2. April. (WTB.) Dem „Nieuwe Aotterdam- schen Courant" zufolge, erfährt dis „Daily News" aus Paris, daß die Untersuchung der Geschotzsplitter den Behörden die Vermutung nahelegte, daß vier Kanonen Paris bombardieren, wovon je zwei einen um den anderen Tag schießen. Zürich, 2. April. Der „Secolo" meldet von der französischen Grenze: Die Fernbeschießung von Paris dauert ununterbrochen fort. Die Geschosse fallen jetzt in kürzeren Zwischenräumen nieder und zwar alle 4—8 Minuten, was darauf schließen läßt, daß die Deutschen mehrere weittragende Geschütze besitzen. In den Champs Elysees wurd-m Sprengstücke der Geschosse gefunden. Die Bevölkerung ist ruhig. Die Verheerungen in Paris durch Treffer der Krupp- Kanone muffen, wie der „Berliner Lokalanzeiger" berichtet, neuerdings an Umfang und Stärke die vorangegangenen Schäden Lbertroffen haben. Die Bevölkerung richtet sich ein, in den Untergrundbahnsiationen das erste und zweite Frühstück einzunehmen. Die Leichenbegängnisse der Opfer der Beschießung finden nachts statt. Genf, 1. April. Die Hafenstadt Dünkirchen hat durch ein- Beschießung mit Ferngeschützen sehr gelitten, namentlich das Hafenviertel. stoff gefunden zu haben. Am Ostermontag beschädigten fie M der Fortsetzung der Beschießung der nur neun Kilometer hinter der deutschen Froirt liegenden Stadt Laon mit über 300 schwere, Granaten erneut die Marttnskirche und verschiedene Stadtvier, lel schwer. Gin Trauerzug von vielen Personen, die einen Mtt- bürger zur letzten Ruhe begleiteten, wurde vor der Kirche von den verderbenbringenden Geschoffen der eigenen französische» Landsleute getroffen. Sie richteten ein grauenvolles Blutbad an. Elf Leidtragende stürzten tot nieder, vier weitere fianzö- stsche Bürger wurden schwer verwundet. Diese Tat vermehrt die Todesfälle, die sich infolge der wiederholten Beschießungen französischer und belgischer Städte ans englischen und französischen Geschützen bereits zu vielen Tausenden steigerten. Die Be. schießung des Leichenzuges von Laon durch die Franzosen ist ein würdiges Gegenstück zur Beschießung der Ostender Kirche durch die Engländer. Berlin, 2. April. (MTV.) Englischer Fliegerbomben auf Douai töteten in der Nacht vom 31. März zum 1. April 5 französische Einwohner und verwundeten mehrere. Militärischer Schaden ist nicht entstanden. Verhaftung Kamenews. Moskau, 1 . April. (Petersburger Telegraphen-Agentur.) Der Ausschuß für dle auswärtigen Angelegenheiten erhob bei der deutschen Negierung Einspruch gegen die Verhaftung des rufflfchen Bevollmächtigten bei der Friedenskomnriffion Kame- new durch die deutschen Behörden auf den Aalandsinseln. Die deutsche Regierung hat darauf geantwortet, daß sie mit der Verhaftung nichts zu tun habe. Der Bericht eines Augenzeugen. Berlin, 1. April. (WTB.) Ein französischer Sergeant, der wahrend seines Urlaubs in Paris die ersten Tage der Beschießung mitgemacht hat, und bald nach seiner Rückkehr an die Front von einem deutschen Stoßtrupp gefangen genommen wurde, äußert sich bei seiner Vernehmung, daß die Beschießung von Paris auf die Bevölkerung einen größeren Eindruck gemacht habe als die stetig fortschreitende deutsche Offensive. Am 23. März mittags fiel die erste Granate vor dem Ostbahnhof Nieder, die zweite neben dem Denkmal auf dem Place de la Re- pubttque. Er befand sich ganz in der Nähe und hörte, daß durch diese zweite Granate etwa 20 Personen gelotet oder verwundet wurden. Bei der zweiten Beschießung schlugen die Granaten mif dem Boulevard bonne Nouvelle ein, wo drei bis vier Häuser gelitten haben sollen. Genaueres über die Beschießung und Zerstörung konnte er nicht erfahren, da dle Zensur die Nachrichten unterdrückt und die meist betroffenen Stadtteile abgesperrt sind. Als die Beschießung begann, erging sich da» Volk in den abenteuerlichsten Vermutungen. U. a. verbreitet- sich das Gerücht, ein Zeppelin habe in der Nähe von Pari» Spione mit Geschützen abgesetzt. Die den Tatsache entsprechende Erklärung scheine aber verhältnismäßig rasch durchgedrungen zu sein. Sie löste überall eine wenn auch widerwillige Bewunderung vor den Leistungen d-r deutschen Technik aus. Die Stimmung im Mittelstand und bei der Arbeiterschaft ist sehr erregt, weil diese durch Beruf und Arbeit gezwungen seien, in Paris zu verbleiben. während die Neichen und Begüterten die Hauptstadt flucht- arttg verließen. Er glaubt nicht, daß dieser Zustand lange andauern könne, ohne daß es zu ernsten Ausbrüchen der aufgeregten Stimmung käme, zumal die Wirkung der ewigen Beruhi- gungsreden Clemenceaus allmählich versagten. An der Front herrsche eine gewisse Schadenfteude. Man hoffe, der Krieg werde eber zu Ende gehen, wenn die Pariser ihn noch mehr als bisher am eigenen Leibe spürten. Rätselraten über das Geschoß. Gens. 1. April. Der Direktor des Pariser städtischen Laboratoriums hat das Geschoß der deutschen Wunderkanone aus ven in den Straßen aufgefunbenen Splittern leidlich zusammengestellt. Wie er sich im „Petit Parisien" vernehmen läßt, besteht das Geschoß aus einem ganz außerordentlich widerstandsfähigen Hartstahl. Das Kaliber ist nicht 210. sondern 220 Mlli. Meter. Das Laden soll mindestens eine halbe Stunde in Anspruch nehmen. Das Geschoß ist nur einen halben Meter lang und wiegt, höchstens einen Zentner. Es enthält acht bis neun Kilogramm Sprengstoff und ist durch eine viermal durchlöcherte Wand in einen größeren unteren und einen kleineren oberen Teil abgeteilt, so daß zwei aufeinanderfolgende Explosionen möglich wären. Auf diese Weise würde sich die Vermutung erklären lasten, daß bei der ersten Beschießung von Paris zwei Gesck.ütze abgefeuert worden seien. Der Mantel des Geschosses enthält die Kaiserkrone und ein „N". Es handelt sich also um ein deutsches Marinegeschütz. Da die Erfindung der Mürchenkanone um Gottes willen nicht einem deutschen Gehirn entsprungen sein darf, läßt sich jetzt die Pariser Preffe aus Madrid melden, das Geschütz sei weder oon einem deutschen noch von einem russischen Ingenieur, sondern in Wirklichkeit von zwei Spaniern erfunden worden. Diese beiden Spanier seien schon im Jahre 1916 auf ein deutsches Unterseeboot gebracht und heimlich nach Deutschland geschafft worden, wo sie direkt zu Krupp in Essen geführt wurden, wo man ihnen die Erfindung abgekauft habe. Basel. 1. April. Amtliche Nachrichten bestätigen, daß der schweizerische Legationsrat Ströhlin mit Frau und zwei Kindern im Alter von 11 und W, Jahren bei der Fernbeschießung von Paris getötet worden ist, während die Familie ln einer Kirche dem Gottesdienst beiwohnte. FranMchks Wüten argen die eigenen Msleult 2Je*lin, 2. April. (WTB.) Die Franzosen ergingen sich »egen des beklagenswerten Zufallstreffers auf eine Kttch» in Die Deutschen auf Aaland. Berlin, 31. März. (WB.) Im Anschluß an unsere kürz, lichen Mitteilungen über die Landung und ersten Unter- nehmungen auf Aaland erfahren wir von zuständiger Stelle die weiteren Einzelheiten: Während unsere Jäger und Radfahrer über die zahllosen Inseln ausjchwärmten, um die Vorbereitungen für die beabsichtigte Uebersetzung nach Finnland zu treffen, machte der älteste Seebefehlshaber vor Aaland, Kontreadmiral M e u r e r, mit den Offizieren seines Stabes eine Er* kundungsfahrt durch das Jnselland. Abwechselnd gmg eS mit Kraftwagen oder Schlitten. Mehrere Niederlassungen auf Aaland wurden besucht und in Vardö mit dem finnisch'» Gouverneur v. Bonsdorff in Verbindung getreten. Vor der Kirche dieses schmucken Ortes hatte sich zum Empfang der deuffchen Seeoffiziere ein Bataillon der Weißen Garde auf- gestellt, die von finnischen Offizieren befehligt war. Ihre Ausbildung wird seit der Landung unserer Truppen von zwei deuffchen Jägerofftzieren geleitet. Der größte Teil dieser Leute war der schwedischen, der kleinere der finnischen Sprache mächtig. Auf ihren allgemeinen ausdrücklichen Wunsch war als Komniandosprach die deuffche Sprache ge- wählt worden. Als einziges Abzeichen trugen die jungen, äußerst vorteilhaft aussehenden Leute eine weiße Armbinde. Nach Abschreiten der Front bat einer der finnischen Offiziere um Erlaubnis, daß die „Wacht am Rhein" gesungen werden dürfe. 16 Weißgardisten traten darauf vor die Front und stimmten aus Hellen Germanenkehlen unser schönes, '.wehrhaftes Trutzlied an, indes das Bataillon stramm stand und die Offiziere grüßten. Bei dem darauffolgenden Vorbeimarsch sangen andere Weißgardisten ein sehr hübsches schwedisches Marschlied. Bei der Weißen Garde befand sich cnuh ein russischer Marineflieger, ein Oberleutnant, der mit seinem Wasserflugzeug aus Finnland entkommen und nach Vardö geflogen war, wo er sich der Weißen Garde zur Verfügung gestellt hatte. Nach seinen Angaben würde unsere Ankunft in Finnland Ähnlichst ennartet, und eS sei sicher, daß alle noch in Finnland weilenden russischen Offiziere alsbald zur Weißen Garde übertreten würden. Die Bevölkerung der Aalandsinseln machte Merall einen vorzüglichen Eindruck. Die Häuser sind von einer mustergültigen Sauberkeit. Ihr Aussehen wie auch die gute Kleidung der Bewohner deutet darauf hin, daß auf den Aalandsinseln allgemeiner Wahlstand zu herrschen scheint. Lebensmittel schienen überall in hinreichender Menge vorhanden zu sein. Unsere Truppen wurden, wohin sie kamen, auf das herzlichste begrüßt. Bezahlung für Unterkunft und Verpflegung wurde zunäclLt abgelehnt. Zu froh waren die Leute über das Eintreffen der Befreier und den Einzug der Ordnung. Noch standen sie unter dem furchtbaren Eindruck der Knechtung durch die Note Garde, und es fehlte nicht an Ausdrücken des Hasses gegen die Bedrücker, die die Bevölkerung dauernd bestohlen hatten. In meheren Dörfern dr Inseln haben bereits unter lebhaftem Andrang der Bevölkerung deuffche Gottesdienste stattgefunden. r Nachdem der Admiral noch verschiene Küstenplätze und Anlegestellen besichfigt hatte, fuhr er wieder zu seinem Schlachtschiff zurück. Hier fand am 15. März eine Unterhandlung mit 3 Abgesandten der finnischen Roten Garde statt, die aber keine bemerkenswerten Ergebnisse zeitigte. Mao hat Trotzki vor? Moskau. 28. März. (Meldung der Petersburger Tel» graphen-Agentnr.) Die Zeitung „Jswestija" veröffentlicht einen Artikel Trotzkis, in dem e» heißt: „Gegenüber den Eefah. ren, die die Republik der Sowjet» läuft, besteht der einzige Weg zum Heile in unserer hartnäckigen Arbeit und revolutionären Disziplin. In diesen tragischen Tagen «utz jeder Bürger und Arbeiter Soldat werden. In kurzer Zeit tritt der Plan ein« allgemeinen militärischen Ausdildungspfllcht t» Kraft. Die Republik der Sowjet» wird erfahrene Instrukteurs damit beanß. "tragen, jeden Bürger der Städte und Dörfer zn öefabiaen ficu« «ft*« Aufruf sich mit den Waffen in der Hand zum Schutze de» Ba^rlaiüie» zu erheben. Die tragische Lage Rußlands, das dkg Wsltrauber ans Kreuz des Imperialismus schlagen wollen wird allen ehrKchen militärisch ausgebildeten Personen vor Am. gen sthren, daß sie nicht das Recht haben, beiseite zu stehen. Die Republik der Sowjets muß eine Armee haben, die zu kämp, len und zu siegen weiß. Im Namen der sozialen Republik for- dert der Rat der Volksbeauftragten die Sowjets, die gewissen», haften Arbeiter und Bürger auf, ihre Kräfte in der Arbeit, unser Land zu befreien und unabhängig zu machen, zu vervielfäl. tigen. Ein befreites Rußland wird kein Sklave sein. Es wird wachsen, seine Kräfte wiederfinden. die Räuber besiegen und in brüderlicher Einigkeit mit den freien Völkern aller Länder leben. Arbeit, Ordnung, Disziplin, Ausdauer, Hingebung, und wig werden siegen? Gknchtsvkrfllhrtn aeaen König Konstantin. tHUjen, 1. April. Ein Gerichtsverfahren ist gegen Köniz Konstantin eingeleitet worden. Da König Konstantin der Für. strge seines einstigen Ministers Veniselos entzogen ist, kann e, dem Verfahren mit Ruhe entgegensehen. Graf Czernin über die Lage. Wien, 2. April. (WB.) Unter Führung des Bürger» mersters der Haupt- und Residenzstadt Wien erschienen heute die Mitglieder der Obmännerkonfercnz des Wiener Ge» meinderates beim Minster des Aeußern. Bürgermeister Dr. Weißkirchner richtete an den Grafen Czernin eine Ansprach« warouf Graf Czernin wie folgt antwortete: „Eure Exzellenz! Meine hochverehrten Herren! Ick bin sehr gern bereit, auf die mir von Seiner Exzellenz dem Bürgermeister gestellten Fragen zu antworten und den hochverehrten Herren sowohl als der weiteren Oeffentlichkeit damit einen genauen Einblick in die politischen Verhältnisse so wie ich sie im Augenblick sehe, zu gewähren. Ich hätte gern vor dem kompetenter Forum, den Delegationen ge- sprochen. Technische Gründe und der Umstand, daß alle Herren sich auf Osterurlaub befinden, und daß der Zusammentritt eines der beiden Ausschüsse im Augenblick un» möglich ist, verhindern dies, und so ergreife ich gern die Gelegenheit. den anwesenden Herren ein kurzes Bild der gegen- wärffgen internationalen Situation zu entwickeln. Mit dem rumänischen Friedensschluß ist der Krieg im Osten beendet. Drei Frieden wurden geschlossen: mit Petersburg,, mit der Ukraine und Rumänien. Ein Kapitel des Krieges ist erledigt Der Minister ging dann auf die Rede Wilsons '.in und betonte, daß er nicht annehmen könne, daß Wilson ernstlich den Glauben gehabt habe, Oesterreich von Deuffchland zu trennen. Er fuhr fort: Clemenceau fragte einige Zeit vor dem Beginn der Weftoffensive bei mir cm. ob ich zu Verhandlungen bereit sei mid auf welcher Basis. Ich habe sofort im Einvernehmen mit Berlin geantwortet, daß ich hierzu bereit sei und gegen- über Frankreich kein Friedenhindernis erblicken könne alben Wunsch Frankreichs nach Elsaß-Lothringen. Es wurde aus Paris geantwortet, auf dieser Basis sei nicht zu ver- handeln. Daraufhin gab es keine Wahl mehr. Das ge- wattige Ringen im Westen ist bereits entbrannt. Oester- reichisch-ungarische und deutsche Truppen kämpfen Schulter an Schulter, wie fie zusammen in Rußland, Serbien, Rumänien und Italien gekämpft haben. Wir kämpfen vereint zur Verteidigung Oesterreich-Ungarns und Deutsch, lands. Unsere Armeen werden der Entente beweiieu, daß die französischen und italienischen Aspirationen auf unsere Gebiete Utopien sind, die sich furchtbar rächen werden. Di« Erklärung aber für *das an Wahnsinn grenzende Vorgehen der Ententemächte liegt zum größten Teile in gewissen Vorgängen in unserem Hinterlande, worauf ich noch zurück- kommen werde. Was immer auch komme, wir geben Deutschlands Interesse nicht Preis, wie es uns nicht tm Stiche lassen tvikd. Die Treue an der Donau ist nicht geringer als Mi deutsche Treue. Wir kämpfen nicht für iniperialistische und annerionistische Ziele, weder für eigene noch fiir deuffche, wohl aber werden wir gemeinsam bis zum Schluß gehen ffit unsere Verteidigung, für unser staatliches Leben und unsere Zukunft. Durch die Friedensverhandlungen mit Rußland wurde die erste Bresche in den Kriegswillen unserer Feind« geschlagen. Es war der Durchbruch des FriedensgedankenS. Es ist in Beweis kindlichen Dilettantismus. zu übersehen. in welch innerem engen Kontakt die verschiedenen Friedensschlüsse miteinander stehen. Die Konstellation der uns feindlichen Ostmächte glich einem Netz. Mit dem D.-rch. schneiden einer Masche lösten sich die anderen von selbst. Der Redner besprach dann den Frieden mit Rumänien. Oesterreich-Ungarn habe dabei nicht annektiert, sondern lediglich einige Grenzbezirke die meist unbewohnt seien, .?Jt Sicherung der Grenzen dem Reiche einverleibt. RmnänienS Zukunft liegt im Osten. Weite Gebiets VessarabienS sind von rumänischer Bevölkerung bewohnt, und manche Anzeichen deuten darauf hin, daß diese '-umä- niscki-e Bevölkerung einen engen Anschluß an Rumänien wünscht. Wenn sich Rumänien auf einen offenen, ehrlichen und fteundschaftlichen Fuß mit uns stellen wird, so werde« wir nichts dagegen haben, jenen aus Bestarabien kommende« Tendenzen entgegen zu kommen. Rumänien kann in Best sarabien viel mehr gewinnen, als es in diesem Kriege verloren hat. Ich war ernstlich bemüht, Bessarabien Rumänien nicht zu nehmen, was einen Stachel in der rumänische« Psyche zurücklassen würde. Ich will die Wunde, die dieser Krieg Rumänien geschlagen hat, wieder Hellen rmd vernarben lasten. Ich glaube, daß Rumänien in seinem wohl« verstandenen Interesse auf die Zentral,;Zchte angewiesen ist, und meine Poliffk geht dahin, in Zukunst ein froundschas^. liches Verhältnis neu m begründen. Bettln. 2. April. (WTB.) Staatssekretär hj&MM K auc- Bukarest am 2. AprU hier einzettoffeir. ' ^^ 7 % | Berlin. 2. April. (WTB.) Wie die „NocEsHe' Mg. ^eiturrg" meldet, hat Reichskmizler Hertling heule nachmit- jtag de» Staatssekretär des Auswärtigen Amtes Dr. Frhr. von Rühlmann zu einem längeren Vortrag empfangen. WKiiche All^eichttilüg für Hin-enblirg mH Kdeiidsrff. Konstantinopel» 30. Marz. (Agence Milli) Anläßlich $ti VN der Westfront in der letzien Zeit errungenen Siege hat der Sultan dem Eeneralfeldmarschall von Hiridenburg den Meschi- die-Orden in Brillanten mit Schwerten und General der Infanterie Ludendorff den Jftihat-Orden in Brillanten mit Schwertern verliehen. Vor Uarr und der Sieg. Daß verschiedene bürgerliche Blätter in den letzten Tagen an Scheidemanns bekanntes Wort erinnert haben, wer noch an den Sieg glaube, sei ein Narr, ist ihm nicht minder wie seiner Partes auf die Nerven gefallen. Weshalb die „Internationale Korrespondenz" zu einem großen Artikel aufgeboten wird, der gleich mit fcmeni kleinen Geschichtsirrtum beginnt. Es wird behauptet. das Scheidemann-Wort stammle aus den Zeiten des heftigsten Kampfes um die Krregsziele, aus den Tagen des Falles von Riga und der Inseln im Rigaer Meerbusen. Das ist Nicht richtig. Das Wort ist gefallen Anfang 1917. vor der Eröffnung des uneingeschränkten U-Boot-Krieges, und es sollte damals mit zur Bekämpfung dieses U-Bootkrieges dienen. Im übrigen kann man dem sozialdemokratischen Organ zrr- pimnren. wenn es gesteht, solche Echlagworte seien immer gefährlich. Wir möchten ergänzen: besonders für ihre Urheber. Die „Internationale Korrespondenz" meint, es handele sich daher um Scheidemünze im politischen Verkehr, unentbehrlich für den Tagesgebrauch, in der allemal ein Stück Vernunft stecke, die aber sofort Unsinn werde, wenn man sich das politische Verhalten von solchen Formeln vorschreiben lasse. Mit ähnlichen Darlegungen ist hier schon wiederholt gegen die Schlagwortsucht der Mehrheit gerade in den Kriegszielfragen polemisiert worden. Nicht zustimmen können wir allerdings ihrer uns reichlich kühn erscheinenden Behauptung, die Sozialdemokratie habe sich während des Krieges von dem Fehler frei gehalten, ihr politisches Verhalten unter Cchlagwcrte zu stellen. Sie hat zwar, vorsichtig einschränkend, „im allgemeinen freigehalten"; aber auch das trifft nicht zu. Insbesondere das Wort vom Narren, diese Scheidemannsche Scheidemünze, hat doch sehr stark gewirkt, gerade in den kritischsten Monaten des Vorjahres wesentlich die Stimmung, nicht nur in sozialdemokratischen Kreisen, Herabdrücken helfen und nicht zuletzt dazu beigetragen, jene Atmosphäre zu schaffen, aus der dann di- Friedensresolution vom 19. Juli erwuchs. Also, daß die Beeinflussung durch ein Schlag- wort zur politischen Unterordnung rutter so und so viel weitere führte. Als da find: „Keine Annexionen und Entschädigungen", „Serbstbestimmungsrecht der Völker", das Wilfonfche Gewächs des „Friedens ohne Siegn und Befiegte" und andere mehr. Jetzt muß sich die Sozialdemokratie, wie das genannte Organ tut. feierlich dagegen verwahren, als stellten etwa die deutschen Siege auch Siege über sie selbst dar. Das find die Folgen ihrer Verranntheit in Schlagworte, hie Folgen davon, daß sie es Unterlasten hat, zur rechten Zeit fettige, abgegriffene Scheidemünze in die sauberen Scheine der Anerkennung logischer Entwicklungen umzuwechseln. Es ist in diesen Tagen wirklich nicht — darin stimmen wir der Internationalen Korrespondenz" voll zu — die Zeit zu par- teilpolitischem Gezänk: aber es ist die Zeit, da gerade die Sozialdemokratie Anlaß nehmen sollte, in sich zu gehen und aus der Vergangenheit, insbesondere aus den Erfahrungen des letzten Jahres zu lernen. Das nutzt ihr und frommt der deutschen Sache. Fa WVT 'MrerMrS^fMrlschaftliche Erhaltung des Vaterlandes Saöuröss Vssotfty Zu schematisch. teilen find, aufetlegfc werde« Hierdurch wäre der Ansporn zur grmrdlichan Bestellung, sorgfältigen Einerntung und Sparsam- keii g^gebetv Erntet eine? viel, dann bleibt ihm ziemlich viel übrig, spart einer im Winier, dann hat er es im Sommer reichlicher. Wenn dieses durchgeführt und denjenigen Landwirten, welche das ihnen auferlegte Quantum nicht liefern, die Selbstversorgung entzogen wird, dann bekämen dis Verbände ihren Bedarf auf einfachere Weife wie seither, und die Landwirte würden mehr Vertrauen zur Gesetzgebung haben. Hierdurch würden alle kostspieligen Bestandsaufnahmen, Revisionen, bei denen öfters recht kleinlich verfahren und die die Leute nur verbittern, in der Regel aber nichts mit gewönnet: wird, ebenso die Mehlkarten ufw. ilberflUsfig. Auch würde dem Schleichhandel und Wucher, gegen den man doch vergeblich kämpft, der Boden entzogen. Aus dem Kreise Fulda gebt uns folgende Zuschrift zu, die 'wir wredergeben, weil sie als Stimmungsbild nicht bloß für diesen Kreis, sondern für weite Teile des Landes gelten kann. Bei der sehr scharfen Erfastung, der schon mehrfach stattge- fundcnen und noch drohenden Lieferung der schon recht zusam- mengesckmolzenen Heuvorräte sehen die hiesigen Landwirte voll banger Sorge der Frühjahrsbestellung entgegen. Jeder, fragt sich, was soll aus unserer Feldbestellung, aus unserem Viehstand werden, wenn uns das Heu bis auf drei Zentner je Stück Großvieh abgcnommen, während für Stücke unter einer Jahre und für Ziegen überhaupt nichts belasten wird. Bei der rauhen hohen Lage d-es Rhön-Vogelsberg-Gebirgcs ist vor dem 20. Mai selten an Grünfutter zu denken. Ist es unter den heutigen Ver- hältntsten. wo keinerlei Kraftfutter vorhanden ist, schlechterdings unmöglich, ein Stuck Großvieh mit 3 Zentner Heu vom 1. April bis 20. Mai durchzuhalten, so ist dies mit Spann- Rindvieb ganz ausgeschlossen, wenn die Bestllung nicht schweren Schaden leiden und die neue Ernte nicht gefährdet werden soll. Bei dem großen Mangel an Pferden muß doch fast alles Rindvieh zur Bestellung verwandt iverden. Wie das Heu, so werden die Kartoffeln aögerrommen. Milch und Butter aber sollen weiter geliefert werden. Den Hühnern werden keine Kartoffeln und kein Körnerfutter belassen, Eier müstsn aber unter Androhung des Abfchlachtens der Hühner und Entziehung der Zuckerkarten geliefert werden. Es ist jedem klar, daß das Heer und die Städte ufw. versorgt werden müssen nnd daß es auch ohne Zwang und Strafandrohung laicht geht. Den Zwang und die Strafandrohung kam: man >c»ber wohl so gestalten, daß die Produktion nicht gehemmt wird. >A^drr seitherige» Lieferung kann wohl jedem Kreise eine be- D««te Menge Getreide^ K-rrtoffeln usw„ die auf die einzelnen wemetntea und Ufäg &1 auf di-> B.esttz^Hprter. Berii Lin Manu ohne Mur ist keiner, dem Mutigen aber gehört die Welt! Zu allem Beginnen gehört in erster Lime Mut; wer unverdrossen arbeitet trotz schwieriger Aufgabe, er bleibt mutig. Wer harten Lchiekfalzschlägen trotzt und nicht Mammenbricht, er braucht größeren M u t. Wer in Gefahr und Rot nicht wankt und bebt, seinMut fei gepriesen. Wer aber, Gefahr für Leib und Leben vor Augen, mit der Möglichkeit furchtbarsten Daseinskampfes rechnend, des sicheren Untergangs gewiß, vor der Lösung einer ihm gestellten Aufgabe dennoch nicht zurückschreckt, ein folchesBeifpiel von Mut verzeichnet die Geschichte mit goldenen Lettern. Bon Deinen Söhnen, deutsches Volk, Kanu sie, stolz dürfen wir es bekennen, ganze Seiten mit Beispielen solchen Mutes aufweijeu— Zandtagsmahleu. Kreis Bad-Nauheim-Butzbach. Das amtliche Ergebnis der am 26. März im hiesigen Kreis vorge» nommenen Larckttagswahl ist folgendes: Bürgermeister Dreht- Hochwetse! (Bauernbund) 1060, Rechtsanwalt Schröder -Friedberg (Zentrum) 601, Med. Rar Dr. Vogt (nat. lib.) 559. W i t t i g - Butzbach (soz.) 335, Dr. Strecker (freis.) 314, dennoch hat Stichwahl zwischen den beiden Erstgenannten stattzufinden, die am 9. Aprst vor- genommen wird. Vilbel-Altenstadt (amtliches Ergebnis) bei der Landtagsersatzwahl am 26. März wurden von 3281 Wählern, darunter 1531 mit Dopelstimmen 1761 Stimmen abgegeben. Hiervon erhielten Parteisekretär N e u m a n n * Offenbach (soz.) 1094, Schreiner Sckaub - Büdesheim 650 Stimmen, zersplittert war eine und ungültig 16. Stimmen. Neumann ist mithin gewählt. Kom Felde der Ehre. Friedberg. Musketier Walter Otto W e i f e n s e e, Sohn des Spediteurs Georg Weisensee hier, wurde zum Gefreiten befördert. Ober-Mörten. Es wird uns berichtigend mitgeteitt. daß der Gefreite Anion Josef Burk das Eiserne Kreuz erster Klasse erhielt und nickt, wie gemeldet, das Hessische Krieger- Ehrenzeichen in Eisen. Rsdheim. Der Lerrtrrant und Konrpagniefübrer Paul Fischer. der Sohn unseres Herrn Pfarrers, ist in den Kämpfen an der Westfront gefallen. Seit Kriegsbeginn hielt er im Westen getreue Wacht, jetzt machte ein Kopfschutz feinem hoffnungsvollen Leben ein Ende. Ins der Heimat. Kanftnannifchr Foribilduugsfchule. Der MädckMkurfuS der kaufmännischen Fortbildungsschule war im verflossenen Schuljahr von 21 Schülerinnen besucht. Der größte Teil der Besucherinnen fand alsbald Anstellung auf Büros oder in Geschäften, einige Schülerinnen waren sogar schon vor Schluß des Semesters in feste Stellungen eingetteten. Am ö. April beginnt ein neuer Jahreskursus für Buchführung, Korespondenz, kaufm. Rechnen, Stenographie und Maschinenschreiben. Näheres aus dem Inserat in der heutigen Nummer zu ersehen. Eine Million gemünzte» Goldes und viele Gefangene brachte der deutsche Hilfskreuzer „Möve" von seiner erfolgreichen Kaperfahrt, der Tausende Tonnen feindlichen Schiffsraums zum Opfer fielen, bei der glücklichen Rückkehr in den Heimathafen ein. Zweimal hat die „Möve" allen Gefahren des Meeres und der feindlichen Gewalten siegreich getrotzt. Der Kommandant der Möve Graf Dohna-Schlodien, und der Kommandant des erfolgreichen Hilfskreuzers „Wolf" und ihre wackeren Blaujacken werden stets Vorbilder deutschen Mutes sein. Neben der glänzenden Durchführung ihrer krreaeri fckew Aickaabeir-Kade» die brutschen Seel^cke W dü datz sie von ihren gefahrvollen Unternehmungen wertvolle Rohstoffe nnd Gold mitbrachten. Das von der „Möve" erbeutete Gold wanderte in die Reichsbank für die Kriegs-' cmleihe. Und in der Heimat mit ihren so unendlich viel kleineren Sorgen sollten es sich nicht alle zur Hauptaufgabe machen, das deutsche Vaterland finanziell zu unterstützen und mit dem Herleihen des Geldes zu helfen, den endgültigen Frieden herbeizuführen? FC. Beerfelden, 31. März. Kinder verursachten an der Sensbacher Höhe, im sogenannten Tannenberg, einen Wald* braird, dem einige Morgen Wald zum Opfer fielen. FC. Büdingen, 31. März. In Himbach verstarb der lang», jährige Gemeinderechner Frank. — Der Vorschuß- und Kreditverein Büdingen schüttet laut Beschluß der Generalversammlung eine Dividende von 7 Prozent aus. Vindfachfen. Ein Verspiel edelster Nächstenliebe bekundeten die hiesigen Einwohner. Als hrer im Februar d. I. der Wirtschaftshof des im Felde stehenden Emil Gerhardt abbrannte» stellten die Ortsbewohner das gerettete Vieh bei sich ein und pflegen es noch heule. Sodann krackten sie eine erbeblichs Summe zum Wiederaufbau des Hofes zusammen. Nicht ein einziger Ortsbewohner schloß sich von diesem Werk aus. Ja kurzer Zeit kann die Familie Esrhordt wieder ihr neues Heim beziehen. FC. Vom Taunus, 31. Marz. Aus dem Stalle des Landwirts Weyershäufer in Beuerbach wurde nachts ein über vier Zentner schweres Rind gestohlen. Im Walde fanden Schüler beim Holzlefen die Eingeweide. Frankfutt am Main. (Verhaftete Raubmörder.) In Berlin wurden zwei Burschen von 19 Jahren verhaftet, die den Mord an dem Krastwagenführer Adolf Füll aus Nieder- feelbach begangen haben. Füll ist vor kurzem in einem in Frankfurt eingelaufenen Eisenbahngüterwagen ermordet und beraubt aufgefunden worden Die beiden Mörder sind der Fabrikarbeiter Otto S ch 0 n f e l d aus Berlin und der Schlosier Kurt Oswald aus Potsdam. Füll war am 12. März aus Belgien als Begleiter eines Wagens mit Altgummi abgefahren und hatte sick überreden lasten, den Oswald und Schönfeld, die aus einem Feldrckrutendepot desertiert waren, mitzunehmen. Unterwegs wurde Füll erschosten. Die Mörder fuhren mit dem Wagen bis zum Endziel Frankfurt und begaben sich von hier aus mit ihrem Raub nach Berlin. Die hiesige Kriminalpolizei hatte die Photographien der Verdächtigen der Berliner Behörde geschickt, deren Nachforschungen es bald gelang, die Beiden zu ermitteln. Sie sind geständig. Raubmord in Höchst am Main. Der wegen des Höchster Raubmordes gesuchte Arbeiter Ludwig Renno aus Münster i. T. ist Dienstag vormittag von htesigen Kriminalbeamten in der Frankfurter Altstadt aufgegriffev worden. Die sofort vorgenommene Augenscheinnahme unter Zuziehung des Gsrichts- chemikers Dr. Popp ergab, datz die Kleider des Renno mit zahlreichen Tatspuren als stumme Zeugen für seine Täterschaft spre- chen. Trotzdem leugnet er hartnäckig, hat sich aber bei der Vernehmung in Widersprüche verwickelt. Personen, die ihn in den letzten Tagen beobachtet haben oder über sein Tun und Treiben insbesondere seinen Unterschlupf und seine Freunde oder Freundinnen. Auskunft erteilen können, wollen sich bei der Kriminalpolizei Frankfurt a. M. melden. AuS Starkenburg. Ober-Ramstadt» 2. April. (Fünf Tote!) Heute morgen 5 Uhr brach in der Restauration Fritz Wiener Feuer ans. Herr Wiener, ein erwachsener Sohn und drei kleine Kinder sind verbrannt. Von den drei Kindern konnten nur noch die Schädel gefunden werden. Drei Zimmer sind völlig ausgebrannt. Die Ursache des Feuers ist bis jetzt unbekannt. re. Darmftadt. 31. März. Der Leutnant Erbprinz zu Lei- ntngen hat als Führer an der Spitze der siegreich vorstürmenden Leibkompagnie eines Grenadier-Regiments im Westen den Heldentod gefunden. Der Erbprinz stand tm 22. Lebensjahr und war ein Sohn des Fürsten Emich zu Leningen auf Schloß Amorbach in Unterfranken. FC. Griesheim b. Darmstadl. 31. März. Der 47jährige Landwirt Peter Höhl von hier hat sich erhängt. FC. Ober-Ramftavt. 31. Marz. Am 1. April feiern die Eheleute Peter Bodenhäufer 14. dahier, langjährige Inhaber des Gasthauses „Zur Goldenen Traube" das Fest der Goldenen Hochzeit. FC. Von der Bergstraße, 31. März. Die Kälte von Dienstag auf Mittwoch hat den in voller Blüte stehenden Mandelbäumen erheblichen Schaden zugefügl. während Pfirsiche und Aprikosen, die noch nicht in voller Blüte standen, weniger gelitten haben. FC. Michelstadt i. Od„ 28. März. Lehrer Ziegler aus Stein» -ach nahm- drei aus der Nähe von Weilburg entsprungene französische Kriegsgefangene fest und übergab die Ausreißer, die an» gaben, einen Spaziergang nach der Schweiz unternommen Zn haben, dem Wachtkommando. Aus Knrhesse«. FC. Von der Lahn, 31. März. Am Lahnufer unterhalh der Dillmündung bis hinab nach Löhnberg sind größere Mengen toter Fische augeschwemmt. Die Fische sind, wie festgestellt, durch Vergiftung getötet worden. FC. Elnhausen. 31. März. Am Karfreitag mittag brach im Dtsttikt Caldernscher Grund Feuer aus, das fich über eine Wald, fläche von 40 Morgen aasdehnte. FC. Hersfeld. 31. März. Bei einem Rind des Müllers Lojz in Lamdertsfeld ist die Tollwut festgestellt worden. FC. Würzöerg. 26. März. Der 21jährige Sohn des Forst- warts Trumpfheller, der Gefreite Ludwig Trumpfhellet* wurde mit dem Eisernen Kreuz L Klasse ausgezeichnet. , Verantwortlich für den politischen und lokalen Teil: LttO Hi r sche!. Fricdberg; für den Anzeigenteil: R. Heynes, Friedberg. Druck und Verlag der »Neuen Tageszeitung^ A- G., Friedbera t. H. Grane Gefahren. Roman aus der Gegenwart von M. Gontard - Schuck. 96) Nachdruck verboten. Sie sab den Schatten auf seiner Stirn. „Das heißt natürlich, wenn Du erlaubst. Selbstverständlich habe ich hier nicht zu bestimmen." Er fühlte die Bitterkeit in ihrem Ton und nickte ihr freundlich zu. „Ein ganz guter Einfall, Helen, und gern würde ich Deinen Wunsch erfüllen. Aber vergiß nicht — Dein Bruder ist zugleich Kriegsgefangener, und da ist es nicht so leicht, ihn hierher zu holen." „Gefangener! Der arme kranke Mensch Gefangener! ^lber das ist ja schrecklich!" Entsetzt starrte ne ihn an. „Ja, Kind, das ist der Krieg." „Aber Archibald ist krank! Wie können sie ihn denn da aucb noch gefangen nehmen?" „Du hältst uns nun natürlich für ganz grausame Barbaren. Aber es ist bei euch drüben genau dasselbe. Selbstverständlich ist Dein Bruder vorläufig krank — verwundet. Er wird behandelt wie unsere eigenen Verwundeten. Ist er aber so weit hergestellt, daß die Gefahr des Ausreißens, der Flucht besteht, dann rst er nur Gefangener. Er kommt in ein Lager oder nach, einer Festung." „So dürfen wir ihn wirklich hier nicht gesund pflegen? Der arme, arme Mensch!" Dem alten Herrn tat sie leid, die kleine Frau. „Na. wir können ja immerhin den Versuch machen. Ich werde an Regina schreiben, und wenn Herr Doug'.as stin Ehrenwort verpfändet, uns keine Unannehmlichkeiten ?u machen — selbstverständlich müßte ich mich auch für ihn verbürgen, wenn ich ihn mir hierher bringen lasse —, ein- lichten läßt es sich wohl. Ich werde noch heute an maßgebender Stelle anfragen." „Ich danke Dir herzlich, Papa." Bitte, mein Kind. Es ist selbstverständlich, daß ich xtt D einen Wunsch erfülle. Vor acht bis zehn Tagen wird natürlich cm eine Reise nicht zu denken sein." Bei sich dachte er: Ich kann das Versprechen ruhig geben. Bis dahin ist uns wohl längst ein Mächtigerer zuvorgekommen. — Doktor Littmanns Voraussage war nicht eingetrosfen. Archibald Douglas befand sich auf dem Wege der Besierung. — Seit zehn Tagen lebte er bereits auf Dannenberg, und seine Genesung machte unter der guten aufmerksamen Pflege rasche Fortschritte. Für den alten Herrn war es ein starker Strich durch die Rechnung gewesen, aber er hatte sein Wort gegeben, und ein deutscher Mann hält fern Wort. Er hatte dem Urteil Reginas vertraut, nach dem der Verwundete seine Verletzungen nicht überstehen würde, und mußte nun sein Versprechen einlösen. Mit Widerstreben! Warum sollte es der Mann bester als Tausende der Unseren, die elend in Feindesland schmachteten^ Dazu gehörte er noch jenem Volk an. das nach Werkheims fester Ueberzeugung zu diesem blutigen Ringen das letzte und schwerwiegendste Wort gesprochen hatte. Aber Helen bat so sehr, er konnte nicht so hart sein — kurz und gut. er gab ihren Bitten schließlich nach. „Sieh mal, Papa, es wurden doch auch Fälle von uns drüben gemeldet, wo Kranke und Verwundete sehr sorgsam behandelt worden sind." „Das ist Pflicht jedes Kulturvolkes. Bei uns wird der verwundete Feind wie der eigene Kämpfer behandelt, das ist für uns das beste Zeugnis. Vor unseren Aerzten und Pflegern sind alle gleich. Das ist unsere Menschlichkeit." „Du b'st sehr hart. Papa!" sagte Helen bitter. „Gar nicht. Kind!" „Aber es könnte doch der Militärverwaltung oder wer darüber zu bestimmen hat, ganz einerlei sein, ob Archie dort c-, b-..I I ■■■■■■ ... .. tfbct hier ist." ..Das soll ihnen eben nicht einerlei sein! Was berechtigt uns, als Ausnahme gelten zu wollen? Tun wir mehr für das Vaterland, als tausend andere? So etwas darf nicht sein! Wohin sollte das führen? Es ist mit Ausnahmevergünstigun- gen wie mit Ausnahmegesetzen — sie laugen beide nichts." Helen hatte hierfür nun zwar ihre eigenen Gedanken, hütete sich aber, sie laut werden zu lasten. Warum — so dachte sie — soll mein Bruder nicht bester behandelt werden als ein gewöhnlicher Soldat! Ein Mitglied einer der ersten englischen Familien kann wohl erwarten, daß eine Ausnahme zu seinen Gunsten gemacht wird. — Sie bat: „Laß ihn mir so lange hierher kommen, als er schwer krank ist. Ich nehme einen guten Pfleger für ihn. Zm Lazarett sind sie froh, wenn sie einen weniger zu betreuen haben." „Wenn ich auch wollte, Kind, es ist nicht so einfach. Es hängt doch nicht stur von meinem Willen ab. Ich sagte di: schon, daß dein Bruder Kriegsgefangener ist. Zch muß ein Gesuch einreichen und mich für ihn verbürgen. Und dann weiß ich immer noch nicht, ob man meinen Wunsch berücksichtigt." „Man ist sehr hart in Deutschland. Wenn Mann von Deinem Range bei uns um eine so einfache Sache bäte, man würde sie ihm ohne Besinnen gestatten." „Ja, ja. Du bist nun mal unter die Barbaren geraten Aber tch bin trotzdem stolz, daß es bei uns nicht so ist wie bei Euch." Schließlich jedoch hatten Helens Bitten den Sieg davongetragen und Archibald Douglas war nach Tannenberg geschafft worden. Aber nur für die Zeit der wirklichen Krankheit. — So mißtrauisch nun auch der alte Herr der unerwünschten Einquartierung entgegengesehen hatte, so höflich und zuvorkommend behandelte er den Gast, nun er einmal in seinem Hause weilte. Sah er in ihm doch außer dem gehaßten Feind auch Helens Bruder. »^orttetzuna lolat Bei den schweren Kämpfen im Westen erlitt nach 3%iä£)iicjec treuer Pflichterfüllung am 28. März mein heißgeliebter Mann, unser guter Bruder, Schwager, Schwiegersohn und Onkel Leutnant d.R. bei einer schweren Kanonenbatterie im 39. Lebensjahre den Heldentod und ist zur himmlischen Ruhe heimgegangen. Friedberg, Mühlheim a. d. Ruhr, im April 1918. In großem Schmerz: Maly Hake geb. Fertsch Direktor Wallmann und Frau Mimy geb. Hake Bankdirektor Plett und Frau geb. Hake Fritz Nollcnsmann und Frau geb. Hake Tony Hake Frau Kommerzienrat Fertsch und Söhne. Beileidsbesuche dankend verbeten. Brief- u. Paket- Siegellack in rot, braun und schwarz empfiehlt Friedr. Strecksutz, Friedberg Habe ab Dienstag, den 2. April in meiner Stallung einen größeren Posten gute Ferkel zu verkaufen. Achminkhändlkr FrikLdrrg. Verkaufe 7 jährige schwere englische Fuchsstute ein- und zweispännig gefahren, u. a. Garantie. Anfragen sind zu richten an tue Geichäftsstelle der „Reuen Tages- *e tunq". Holzversteigertmg. Freitag, len 5. April d. Is. kommen im ltzsi^er ts'culchndev wald in den Diftrikren 9. 10 und 16 zur Vernebelung. 68 Stangen i>. Klaste 166 * III. „ 70 .. IV. Z 6 rm Eichenicheil 42 rrnen Moma->, Sienstao, Donneistaa, üireitao, nachmjti-rqs 2 ~— Eeschästsrm,eigen in diesem Raum mit fii» "Niere Mitglieder; dieselben sind kostenlos, jedoch rnuß bei Ausgabe der Anzeige aus die Mitgliedschaft hingewiesen werden. 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