lummer 73 Mittwoch, den 27. Mar? 1918 11. Ilchrgrma Die .. cne Fk. chrm, rd.n «-er,,«'. R-S-Imab,ge «eilaoen „2«r f «»«r aus «eilen". «Sie Sp-nna-bc". «».uzspreis: «e, v«n Poitanitatt-n o„r,el,a^I,e'ien». nma-ier traue 12. 7ecn'oce i).*r ü. r, r. ,e t. L, ,ra 'itr. «8,3. nt ^ra^tfurt a 9J1 ' n «mtr Abschnili in brr WalHzcii Srttlnrfif. Zcr Feind auf breiter Front im Wck.zr»ge. — Doye nnd ^ozon genommen. — 963 Geschütze erbettlet. Friede mit Dumänicn. - — .. . .. * Der deutsche Gencraijtab = meidet: - -— - y W* Großes Horrptquortier, den 26. März. Amtlich. Westlicher Kriegsschauplatz. Im Weitergange der „Großen Schlacht in Frankreich" haben »nsere Truppen gestern neue Erfolge errangen. Aus Flandern und ans Italien herangeführte englische Divisionen und Fran- rosen warfen fick, ihnen in verzweifelten Angriffen entgegen. Sie wurden geschlagen! Die Armeen der Generale von Bekow (Otto) und von der Marwitz haben in heißem, wechselooNem Kampf Ervillers endgültig behauptet und im Bodringen aus Achist—le-Grand die Dörfer Bihucourt, Diefoillers und Crevillers genommen; sie eroberten Zrlcs und Miraumont nnd haben dort die Ancre über, schritten. Von Albert aus griffen neu herangeführte englische Kräfte in breiter Front heftig an. In erbittertem Ringen wurde der Feind zurückgeworfen. Wir haben die Straße Ba paume—Albert bei Covrcelette und Pozleres überschritten. Südlich von Peronne hat General v. Hosacker den Uebergang über die Somme erzwungen und die m der Commeschlacht 1916 umstrittene Höhe von Maisonette sowie die Dörfer Biaches- Varleux erstürmt. Starke feindliche Gegenangriffe verbluteten vor unseren Linien. Die Armee des Generals o. Hutier hat in harten Kämpfen den Feind bei Marchelepot nnd Hattencourt Über die Pahn Peronne—Roys zurückgeworfen. Franzosen und Engländern warde das zähe verteidigte Etalone entrisien. Don Stoyon herangeführte französische Divisionen wurden bei Fren:- ches und Bethaucourt geschlagen. Busiy wurde genommen; wir stehen auf den Höhen nördlich von Noyon, An den errungenen Erfolgen haben unsere Nachrichtentruppen hervorragenden Anteil. In unermüdlicher Arbeit ermöglich- ten sie das Zusammenwirken der nebeneinanderfechtenden Verbände und gaben der Führung die Sicherheit, die Schlacht i« die gewollten Dahnen zn lenken. Eiscnbahntrnppen, die erst den gewaltigen Aufmarsch vor Beginn des Kampfes reibungslos vollführten und jetzt den Verkehr hinter der Front bewältigen, arbeiten rastlos an der Wiederherstellung zerstörter Lahnen. Seit Beginn der Schlacht wurden 93 feindliche Flugzeuge nnd 8 Fesselballone abgeschossen. Rittmeister Freiherr v. Richthosen erring seinen 87. und 68., Leutnant Dongartz feinen 32.. Oberleutnant Lörzer feinen 21., Dizefeldwcbcl Bäumer feinen 23.. Leutnant Kroll seinen 22 . und Leutnant Thuy seinen 28. Luftsieg. «, Die Deute an Geschützen ist auf 983 gestiegen. Mehr als 188 Panzerwagen liegen in der. eroberten Stellungen. An der übrigen Westfront dauerten die Arlilleriekämpfe an, die sich an der lothringischen Front zu größerer Stärke steigerten. Wir setzten die Beschießung der Festung Paris fort. * Von den anderen Kriegsschauplätzen nichts Neues. Der Erste Generalquartiermeist-r: Ludendorff Aberrdberrcht. Berlin, 26. März. (WTB. Amtlich.) Abends. Eis neuer Abschnitt in der gewaltigen Schlacht! Zu beiden Seiten der Somme ist der Feind auf breiter Front im Rückzuge. In der Verfolgung haben wir unsere alten Stellungen vor der Sommefchlacht von 1918 nach Westen bereits an vielen Punkten überschritten. Wir stehen vor Albert. Lihons, Roye und Ronan sind genommen. | Der österreichische Gruernlstab r=== meidet: =j_j Wien, 26. März. (WTB.) Amtlich wird verlautbart; In Venetien und im Osten keine besonderen Kriegshand, lungen. Der Chef des Generalstabes. 210(10 ssouneu versenkt. ©erlin, 26. März. (WTB. Amtlich.) Unsere Unterseeboote vernichteten auf dem nördlichen Kriegsschauplätze 21 000 Bruttoregistertonnen feindlichen Handelsschisfsraumes. Die Erfolge wurden vorwiegend an der englischen Ostküste und bei besonders starker Gegenwirkung erzielt. Unter den versenkten Schiffen waren zwei größere englische tief beladene Dampfer, ein großer, tief beladener zur Täuschung unserer Unterseeboote über das ganze Schiff bunt bemalter Dampfer wurde aus stark gesichertem Geleitzuge herausgeschossen. Den Hauptanleil an diesen Erfolgen Hai Oberleutnant zur Sec Hendel. Der Chef des Admiralstabs der Marine. Fmk mit NiMcki?. Bukarest. 26. März. (WTB.) Die wichtigste» politischen, territorialen und militärischen Bestimmungen des Fricdensverteages mit Rumänien sind heute um 4 Uhr morgens paraphiert worden« Ebenso wurde ein umfangreicher rechtspolitifcher Zusatz-Vertrag paraphiert und die Grundlage eines Abkommens über die Crdölfrage unter, schriebe». Die übrigen wirtschaftliche» Fragen werden in Kom- missionsberatungen werter behandelt. Einer Verabredung mit den rumänischen Delegierten entsprechend wird das gesamte Ver- tragswerk nach feiner Fertigstellung gleichzeitig unterzeichnet und veröffeuilicht werden Beute an Kriegsmaterial jeder Art wachst dauernd. Schon find gegen tausend Geschütze, darunter eine U - menge schwerer und schwerster Kaliber erbeutet Der Erfolg der gewalti'en Schlicht steigert sich von Stunde zu Stunde. Die blutigen Verluste des Feindes sind außerordentlich hoch. Die Ueberlegenheit der deutschen Artillerie. Berlin. 26. März. (MTB) Der Einsatz der Artillerie erfolgte mit gewattiger Wucht und völlig überraschend Zahlreiche in aller Stille erfolgten VerbeNerungen beirUhrtcn sich glänzend. Durch bisher nicht angewandte Fliegerdeckungen blieb der deutsche Vormarsch der feindlichen Erkundung völlig verschleiert. Durch neue technische Mittel wurde das Einsckueßev verborgen. Diese Vorbereitungen blieben natürlich den eigenen Truppen nickt verborgen, um so mehr muß die Verschwiegenheit der bei den rorangeganoenen Erknndigungsgefech^en in Fei-des- Hand geratenen Mannschaften anerkannt werden. Der Munitionseinsatz war gewaltig. Die Wirkung der Gasgranaten war groß. Beim Vorgeben entwickelte die deutsche Artillerie bei- spiellosen Schneid. Die feindlichen Maschinengcwchrne'!er wurden von der Feldartillerie durch Nahbelämplung erledigt. Die deutschen und die englischen Verluste. Berlin, 26. März. (WTB Die Engländer geben die gwrin« gen Verluste der deutschen Truppen zu. Der militärische B richt- erstatter des englischen Funkendienstes schreibt' Der einzige An. griff im Abschnitt von St. Quentin am 23. März wurde durch Nebel begünstigt, desien dichte Schwaden es dem Feinde ermöglichten ohne beträchtliche Verluste durch das Sperrfeuer zu kommen- Berlin» 26. März. (WTB.) Die Verluste der Enaländer haben sich dadurch so außergewöhnlich gesteigert, daß die engl sche Artillerie zu kurz schoß und die englische Infanterie zwischen dem deutschen Vernichtungsfeuer und dem eigenen ArUllerickeuer eingekeilt war. Die große Zabl der Gefangenen kcmmt den Deutschen bei der Wiederherstellung an den Wegen im rückwärtigen Gebiete besonders zugute. Die grosse Schlacht im Westen. Auch am fünften Tage nimmt die Kaiserschlacht im Westen zwischen Scarpe und Oise ihren für die Deutschen siegreichen Fortgang. Dort auf' dem alten Somme-Kampffeld, das dem Feinde immer wieder die besten Rückzugs- und Ausnahmestellungen mit glacisartigem Schußfeld bietet, wo er sich in festungsartigen Ruinendürfern, ausgebauten Vatterieftellungen und betonierteil Mafchinengewehrncstern verankern konnte, find die Engländer erneut geschlagen. Die von nahen u»rd entfernten Kriegsschauplätzen eiligst heran wahrten frischen Divisionen haben sich im Norden und Süden des breiten Angriffsfeldes in wütenden Gegenangriffen verblutet. In heißem Ringen wird ein Ort, eine Höhe nach der anderen gestürmt. Bäche. Kanäle, Flüsse, sie bilden kein Hindernis für unsere unvergleichlichen Truppen. Auf der breiten, blutgetränkten Wahlstatt liegen Waffen, Ausrüstungsstücke, gefallene Pferde, Panzerwagen. Geschütze und immer wieder Mengen von Munition zwischen khakibraun gekleideten zahlreichen Toten. Um Rouchy entbrannten besonders heiße Kämpfe, in denen der vor Verdun mit dem Orden Pour le merite ausgezeichnete Leunant Rackow neue Proben seiner Tapferkeit lieferte. Nördlich der Straße Dallon-Noupy liegen, hingemäht durch unser Feuer, 12 bespannte englische Munitionswagen, die im Galopp ihren Infanterie-Vegleit-Batterien Munition bringen wollten. Zahllose Sprengtrichter unserer Artillerie weisen die Spuren der Feuerwalze, andere mit einem Durchmesser von 80 und einer Tiefe von acht Metern erinnern an die Zeit unserer Frontverlegung im Jahre 1917. Um diese Granattrichter entspinnen sich besonders harte Kämpfe. An einzelnen Stellen im Süden sind unsere Truppen weit über 45 Kilometer vorgedrungen. Die Stegcmann über die Westlage. Bern, 25. Mürz. (WTB) Stegemann führt im „Bu,. u. a. aus' Die Entwicklung der Operationen gebe zu einer Eröffnung neuer Perspektiven um so weniger Anlaß, als olles auf eine Entscheidungsoperation größten Stils gestellt bleibe, die räumlich und zeitlich die ganze strategische Westfront von Nieuport bis Venedig unmittelbar oder mittelbar angreifen müsse und werde. Was die Fcontbreite, die Vorbereitung und die Stoßkraft betreffe, so sei der Schlachtakt b«* Gewaltigste, was van Deutschland bisher in taktischer Zusammenfassung geleistet worden sei. Trotzdem habe man es nur mit einer Teilerscheinung zu tun, mit einem Anhieb, der gewisse Voraussetzungen schafft und nicht mit Offensiven wie den englischen in Flandern verglichen werden darf, die gleich aufs Ganze gingen aber schon am zweiten Tage das strategische Interesse verloren haben. Die jetzige Schlacht habe vielmehr die strategischen Interessen erst entbunden und sei deswegen ein großer taktischer Sieg der Deutschen. der für den Betrachter, der die Kriegführung auf ihre Zusammenhänge und ihre Auswirkungen untersucht, nur die Bedeutung eines gewaltigen Vorspiels habe. Der rechte eng. lische Flügel, der die vitalste Stelle der englisch-französischen Front decke, sei krampfhaft bemüht, den Anschluß an die Franzosen nicht ganz zu verlieren. Der Zusammenhang der enalisch- französischen Front sei nicht zerrissen, aber empfindlich geschwächt. Die Kampfkraft der Engländer sei durch den starken Ausfall an Material bedeutend verringert und die ganze Struktur ihrer Front verändert. Wieder habe sich gezeigt, daß die englische Führung der Lage nicht gewachsen sei, wenn ihr das Konzept vcrückt und das Gesetz vom Gegner vorgeschrieben werde. Was mm geschehe, bleibe abzuwarten, und zwar zunächst, ob der Stoß weitergeführt werde, oder ob ein anderer Abschnitt in Bewegung Erfolg derAnleiHeheiKi Erfolg der Waffen. Erfolg her Waffen heißt —-- Frieden! Die schwierig Aufgabe Liege feU"snff FoH. i strategische Reserve als Manöveriermafse in der Hand behalte \ knüsie. aber Gefahr laufe, sich seine Armee brockenweise ablockes m taffen, um wankende Frontabschnitte zu festigen, statt einen , Gegenschlag zu führen. Die Unsicherheit, die Hindenburg And Oldendorfs über den Gegner durch den Rückzug vom März 1917 -rächten, habe die Engländer und Franzosen ein Jahr lang in nie operative Unterlegenheit gebannt. Aus diesem Gesichtspunkt erscheine die Offensive, deren Beginn jetzt gerade an dieser Stelle erfolgt sei, als die strategische Fortsetzung jener im Rüchug Raum und Handlungsfreiheit gewinnenden Operation. WaS die Amerikaner wissen. Washington, 25. März. (WB.) Meldung deS Reuker- scheu Bureaus. Die Woc. > nschau des amerikanischen KriegZ- «mteS sagt: Der deutsche Angriff auf die Engländer eröffnete die Kampfe im Westen wieder. Diese Operation bestätigt uns. dast das deutsche Oberkomniando außerstande war. die strategische Lage durch politische Mittel Zu beherrsche^ l), ww man es in den letzten vier Monaten unablässig versuchte' mch daß es gezwungen wurde, sich auf ein verzweifeltes Wagnis emzulassen, um die Herrschaft über die Völker der Mittelmächte zu behaupten (!) und womöglich einen siea- rerchen Frieden durch das Kriegsglück zu erzwingen. Die Wochenschau beschreibt sodann die militärischen Operationen und sagt dabei, daß die Engländer heftig cm- Begriffen worden seien. Dann heißt es weitere Obwohl die Deutschen in der Lage waren, Porzudrmgen ist eine bestimmte Durchbruchsbeweaung noch nicht zu ei-ken-' ven. (!) Die Verluste dcS Feindes sind außerordentlich ichtver. (?) Vor dem deutschen Angriff herrschte an der ganten britischen Front eine lebhafte Tätigkeit. Die britischen Truppen waren in einer Reihe von Uebersällen erfolgreich, Sic eneiglüh in die Linien des Feindes Vortrieben wurden »nd die von Schnelligkeit und Initiative zeugten. Die Wochenschau fügt hinzu, daß die Amerikaner ibie Schützengraben nordöstlich von Badonvillers noch imnier be- ■ . , . t . ..' huuj immer «aupteten. und daß ihre Artillerie die feindlichen Werke mu. ei-fo!ö beschoß und beträchtlichen Schaden anrichtete Tie Wochensclxru erwähnt ferner die feindliche Tätigkeit in Italien, die das Vorspiel zu einer Offensive bilden könne. Die Oesterreicher hätten einen heftigen Angriff g„s das vMtzela Tal gerichtet, seien aber aufgehalten worden. * Glückwünsche des Reichstagspräsidinms. ^ dL3 ‘ ^d.) Der erste Vizepräsident des w " * e " . -Euerer Kaiserlichen und Königlichen Majestät bitte »ch. zu den gewaltigen Siegen, die unsere Truppen nach sorgsamster Vorberertung in diesen Tagen über w-iW s m rSßeften erringen, die wärmsten Glückwünsche des Reichstags übermitteln zu dürfen. Mit vollstem Ver- trauen sah das ganze deutsche Volk den schweren Eni- scheidungskampfen entgegen, die wir mit den erbittertsten Feinden des deutschen Vaterlandes auszukämpsen zwungen sind; aber weit über alles Höften und Erwarten hinaus ,» es gelungen, dem ruhmredigen Gegner die Ueberlegenheit der deutschen Heeresmacht, ihren Führer und Truppen zu beweisen. Im stolzen Gefühl der unbe- zwingliäcen Kraft unseres Volkes, durchdrungen von un- men aIIc t-desmutigen Kämvftr v b lf,re Su6rer, hoffen und wünschen wir, daß uns bald der endgültige Sreg beschieden sein werde." br S Ze"Jamm: enbUr0 bn ^^räsident folgen- . Herr Generalfeldmarschall! uneingeschränkten Vertrauen auf die Oberst» Heeresleffung sah das deutsche Volk unterschiedslos dem Nahen der letzten riesengroßen Entscheidungskämvfe erst- gegen. Me unsere Femde wollten, trotzdem sie den Siegeslauf unserer Heere an allen Fronten gesehen und die un- Kraft und den festen Siegeswillen ganz Deut chlands kennen gelernt hatten. Aber staunend be- wurchen^d und von dem Gefühl unendlicher Dankbarkeit durchdrungen, vernehmen wir die Berichte über die glän- Senden Siege und die gewaltigen Erfolge, die unsere He'- densohne bereits errungen -oben, und in unerschütterlicher Ruverncht erwarten wir dre weiteren siegreichen Kampfe ^ c C irr aue i e ^öellenz mir gestatten. Ihnen den unan). lo.ch ich'en Dank und die wärmsten Glück- und Segens- Wunsche zu diesen neuen großartigen Errungenichrsten namens des Reichstags aussprechen zu dürfen. Ten Groß- taten Eurer Erzellenz die Me Weltgeschichte den kommen- den Geschlechtern verkünden wird, reibt sich der jetzige Liegesiauf unserer Heere als glänzende Krönung würdig an." J mimmri Mm»**' fcvpmw «s en Oiierhauö eine Rede lsir einen „Völkerbund" gehalten. Darin verlangte er ausdrücklich den Anschluß der Mittelmächte an diesen Bund, da man nur dadurch den deutschen Militarismus überwältigen könne. Nach dem hier vorliegenden Reuter- Bericht führte er u. a. aus: Deutschland fei in der Vergangenheit immer der Anarchist Europas gewesen und Haie iinmer feine eigenen Ziele verfolgt. Es habe stets den Gedanken frieMicfar Erörterung verspottet. Wenn man Tei'tfch- land in das Geschirr einer Organisation dieser Art spannen kennte, so würde man dadurch eher als durch jedes andere denkbare Mitte! den preubijckvn Militarismus los -v-den. Dazu, das es unmöglich sei. Deutschland zu einem solchen Bund zuznlassen, da nwn ihm nicht trauen könnte, Lord Lansdowne. niemand habe davon gesprochen, daß man slch auf eine deutsche Verpflichtung oder Unterschrift verlassen niüßte. Das Wesen des Vorschlags sei. daß die Mächte, die zu dem Verein zugelassen werden sollen, bis zu einem gewissen Grade auf ihre Souveränitätsrechte verzierten. und einen Bund schließen würden, um dem Kodex ncffionaler Ackckung. wie dieser auch sei. gemäß zu handeln. Seiner Meinung nach würde darin eine materielle ^rantie zur Erhaltung deS Friedens liegen, wie man sie bisher noch nickst ausgedacht habe. Lord Lansdowne betonte dann auf Grund der Lickmowskyschen Denkschrift, daß 1914 eine finstere Veffchwörung bestanden habe, um unter allen Umständen den Krieg zu erzwingen." Eine fip der Ilationr» jrgn V\t ..sskutontli". Washington, 22. März. (Reuter.) Senator Owen schlug dem Senat vor, eine Liga von Nationen zu gründen, die die Vereinigten Staaten und die Verbündeten umfaßt; die Liga soll ein Gesetz internationaler Grundsätze aufstellen. Die teutonisck-en Nationen und ihre Verbüzrdeten sollen von der Steoentfou) berichtet in der „D. Tgsztg." folgendes bemerkenswerte Vorkommnis: Ein Freund des bekanntlich von den Briten ermordeten irischen Märtyrers Sir Roger Eafements teil uns die folgende Geschichte mit: Als Sir Roger noch im britischen Staatsdienste stand wurde er einmal zu Grey befchieden, mußte aber längere Zeit im Vorzimmer warten. Währenddem kam Srr Acchur Nicholson, der Unterstaatssekretär, heraus und sagte: „Von must excuse Sir Edward keepin? you waitmg:, but he has to taik to a siüy idiot.“ .Sie müssen entschuldigen, daß Sir Edward'Sie warten läßt, aber er hat mit einem albernen Idioten zu sprechen/ Casement: „Why does Sir Edward waste his time on an idiot?" — „Warum verschwendet Sir Edward seine Zeit mit einem Idioten?" Ntcholsen: „He es not wasting his time, he is g-aining time for England by foolin? this idiot." — „Er verschwendet seine Zeit nicht, sondern er gewinnt Zeit für England, indem er diesen Idioten hinters Licht führt." Dann erhielt Casement die Mitteilung, er könne bei Grey eintreten. Auf der Schwelle begegnete er dem Fürsten Lichnowsky, mit welchen Grey bis jetzt gesprochen hatte. Fürst Lichnowsky hat gewiß recht mit feiner Feststellung: Solche Ehrungen, wie er, habe-feit langer Zeit kein deutscher Bokschajter zu London erhalten. - Der englische Dsff. Eiu abschreckkudcs Kulturbild. Wcl?e dem Volke, das den Haß Englands -u spüren bekommt! Wehe dem Lande, aus das England sein begehrliches Auge genwrfen hat. um es als willkommene Beute an sick» zu riehen, ausznsaugen, seine Bewohner zu versklaven und das alles nicht etwa, um zu vernichten, sondern immer nur zur Verteidigung und Rettung der Kultur und Moral! Selbst der Hatz kann ethische Beweggründe haben — Englands Hatz aber ist niemals in der an furchtbaren Ge- walttaten so uberreick^n Geschichte des Jnselreiches ethisch gp- wesen. Eitel Eigennutz und Selbstsucht, Krämergier und Mammonliebs sind der Boden, auf dem seit jeher die Gift- blume des Hasses üppig gedeiht. Das englische Sprichwort: ..Recht oder Unrecht, mein Land" zieht sich wie ein verhängnisvoller roter Faden durch die blutige Entwicklungsgeschichte des vereinigten lllönig- reickes. Diese bittere Wahrl-eit hat vielleicht am furcht barsten das unglückselige Irland, die friedliche grüne Insel, an sich zu erfahren gehabt. In der systematischen Vernich tung der irischen Rasse hat England den historischen BeraeiS dafür geliefert, wie es jedes Volk, das seinen ungezügelten Wettherrsckiaftsplänen irgendwie gefährlich wird, mit seinem glühenden Hatz verfolgt unb vernichtet. Feuer. Sck^ert. Galgen Hungersnot und Entrechtung stellen seit jeher die schändlichen Mittel der englrsch-en Gewalthaber zur Er- reichung ihrer Ziele dar. So haben die Engländer den Ire« den Boden geraubt, ihre Sprach^ erwürgt, ihre Religion verunglimpft, Priester und Patrioten niedergenketzelt. ihren Handel zerstört, die Häfen gesperrt, die Bergwerke geschloffen Städte und Döffer anSgebrannt. Tausende zu Tode ge. prügelt oder mit Feuer und Sä^wert niedergemacht, Frauen und Mädcken entehrt und Millionen tückstiger Männer in die Verbannung geschickt oder qualvollem Hungertods lreis- gegeben. Sdxm im Jahre 1552 berechnete ein englischer Beamter, daß innerhalb von sechs Monaten allein außer den Gehenkten. Erstochenen und Geköpften mehr als afHMO Personen durch Hunger umkamen. Unter der „jung- freulichen" Königin Elisabeth sind nachweisbar über anders halb Millionen Iren hingeschlachtet worden. Der Höhepunkt dieser furchtbaren Vernichtungsarbeit wurde unter dem blutigen Diktator Cronrwell erreichst. Diesem in seinen haßerfüllten Trieben so fuEßa^ Volke stehen wir jetzt im Kampfe auf Leben und Tod, um Sein oder Nichtsein gegenüber. Glauben wir nur nicht, daß die geschilderten Grausamkeiten allein längst vergangenen Zeiten dunkelsten Mittelalters angchören, oder etwa nur ent» nienschte Tiiten einer ungezügelten Soldateska waren. Nein, sie winden, wie die Akten der Geschichte untn'igffch sie. weisen, stets von einer kalt berechnenden, weitblickenden Politik in Verfolgung wohlüberlegter Ziele begangen. Dabat sich bis aus die Jetztzeit nicht geändert. Lord Curzons, des früheren VizekönigS von Indien. Hetzrede, in der er kalllächelnd seinen ihm zujubelnden Landsleuten dar Bild von den ..bengalischen Lanzen reiten, in Berlin und den dunkelhäutigen Gu'-khaS in Potsdam- entwarf, dürfte noch unvergessen sein, und der Franzose Emit Vergerat jchriehi \un Mar 1916 Int „Figaro" nicht ohne Grund öen Gaßf ^Die deutschen Mütter werden den Tag bereue^ an dem die Söhne Cromwells den Rhein überschreiten." y i" « i » , |iir 7 MiÜismn Mark Seife verfchobea. Aus Düsseldorf wird dem „Berliner Tageblatt" berichtet: Ein Riesenbetrug, durch den auch der Kriegsausschuß für Oele Lind Fette und das KriegsseifensyndikaL in Berlin betroffen worden sind. beschäftigt seit einiger-Zeit die hiesige Staatsanwaltschaft. Nach den Ermittlungen sind Seifen im Werte von etwa 7 Millionen Mark aus den Fabrikräumen der hiesigen Groß-Emkaufsgesellfchaft deutscher Konsumvereine. Abteilung Seifenfabrik verschwunden, ohne daß Deckung dafür vorhanden wca. Es handelt sich um Schiebungen, durch die die Seife beiseite geschafft worden ist. Unter dem Verdacht, an den Betrüge, reien und Veruntreuungen beteiligt zu sein, sind folgende hier sehr geachtete und angesehene Persönlichkeiten verhaftet worden: Fabrikdirektor Eeorgt, desien Prokurist Bapst und der Kaufmann Kurt Roelen. Außerdem ist der Kaufmann Alexander Ledermann aus Verlin-Schöneberg, der Bevollmächtigter des Krieqsjeifenfyndikats war. in Haft genommen worden. Die Verhaftung Ledermanns, der sich an den betrügerischen Geschäften beteiligt haben soll, ist auf Ersuchen der Staatsanwaltschaft tn Berlin erfolgt Der Kriegsausschuß für Oele und Fette, bezw. das Kriegs- feifenfyndikat, hatten große Mengen von Seifen im Gesamtwert Von etwa 20 Millionen Mark erworben. Diese Seifen, deren Qualität.viel zu wünschen übrig ließ, sollten zum Zwecke der besseren Verwertung umgesiedet werden. Diese Arbeit wurde der Groß-Einkaufsgesellschaft deutscher Konsumvereine, Abteilung Seifenfabrik, bei der die beiden ersten Beschuldigten, Gc- orgi und Vapst, tätig waren, übertragen. Es handelte sich um einen Vertrauensauftrag, da naturgemäß nicht festgestellt werden konnte, wie groß -das Quantum Seife fein würde, das sich nach der Umsiedung ergeben würde. Es wurde deshalb zur Ueberwachung der Ausführung der Arbeit der Kaufmann Kurt Roelen als Vertrauensmann angestellt. Den Beschuldigten wird zum Vorwurf geinacht, daß sie Teile der Seife im Wer!e Von etwa sieben Millionen Mark in den Handel gebracht und die vereinnahmten Gelder für sich verwendet haben. Roelen soll dabei das ihm übertragene Dertreuensamt mißbraucht haben. Ledermann soll als Bevollmächtigter des Ceifensyndiksts von den Transaktionen gewußt und mit den übrigen Beschuldigten §emetnsame Sache gemacht haben. Die Ermittelungen in der Angelegenheit befinden sich noch im Stadium der Voruntersuchung beim Landgericht in Düsseldorf. Entartete Jugend. Ein Bild von der zunehmenden Verwahrlosung und Entartung unserer Kinder gibt der soeben vom Preußischen Ministerium des Innern herausgegebene Bericht über ton Stand der Fürsorgeerziehung ,m Rechnungsjahr 1916. Am 1. April 1918 befanden sich in Preußen im ganzen £8 267 Zöglinge in Fürsorgeerziehung, darunter 34 280 männliche und 21127 weibliche. Am 1. ÄpHil 1917 war die Zahl der Fürsorgezöglinge auf £9 500 gestiegen, auf 37 092 männliche und 22 403 weibliche. Im Jahre 1916 find der Fürsorgeerziehung 13 458 Minderjährige neu überwiesen worden, wovon 9318 oder 69.2 Prozent männliche, 4140 oder 30.8 Prozent weibliche. Die knappe Ernährung und die sonstige Not hat viele zu Ergentumsvergehen. namentlich Diebstählen von Lebensmitteln und Gegenständen des täglichen Bedarfes getrieben. Erleichterter und erhöhter Verdienst fördert den Leichtsinn und begünstigt die Neigung zum Umhertreiben. Die Zahl der Kranken, besonders der Lungenkranken unter den neueingettcferte« Minderjährigen, ist größer als sonst. Es befinden sich unter ihnen viele unterernährte und körperlich Zurückgebliebene. auch zahlreichere geistig Schwache. Auch die Schulbildung ist im allgemeinen mangelhafter. Die Fürsorgeerziehungsanstalten hatten auch im Berichtsjahre mit erheblichen Schwierigkeiten zu kämpfen, unter denen der Erziehungsmangel tm Vordergründe stand. Zu den im großen und ganz erfolgreich l>etämpsten Schwierigkeiten der Ernährung traten noch solche in der Beschaffung von Kleidung und Schuhwerk, die zur strengsten Sparsamkeit und einfachsten Gestaltung der Ausstattung für* die in Dienst oder Lehre ab- gehenden Zöglinge zwangen. Qm übrigen ist mit Rücksicht auf die knappe Ernahrungsmöglichleit eine Schonung der Körper, kräfte durch Verkürzung der Arbeitszeit und Verlängerung der Ruhepausen durchgeführt worden. Ueber die zum Heere Eingezogenen lauten die Nachrichten überwiegend günstig. Die meisten Zöglinge sind tüchtige und gute Soldaten geworden. Die Kosten der Fürsorgeerziehung belie'en sich im Berichtsjahre auf 10 022954 Mark. Ihre Steigerung ist neben der vermehrten Ueöerweifung auf die immer mehr zunehmende Teuerung auf allen Gebieten zurückzuführcn. Die faMgMWhl in M-DzchkM-KMitti. hat. wie man schon heute sagen kann, mit einem Siege des bauernbündlerifchen Kandidaten, des Herrn Bürgermeisters D i e h l zu Hochweisel geendet. Es entfielen auf ihn etwa 1043 Stimmen, auf Schröder (Ztr.) 599, Vogt (Natl.) 555, Wtttig (Soz.) 436 und Strecker (Freist) 319 Stimmen. Es hat all« Stichwahl zwischen dem bauernbündlerischen Kandidaten und dem des Zentrums stattzufinden. Vcmerke«wert ist das geringe Stimmenergebnis für die Sozialdemokratie, all- gemein hat man angenommen, daß deren Kandidat in die Stichwahl kommen wurde. Wir begrüßen das Ergebnis um des. willen mit ganz besonderer Freude, als es bewiesen hat. daß die Landbevölkerung gelernt hat, Zusammenzuhalten. Manche Dörfer haben geradezu glänzend gewählt und dadurch das nahezu einstimmige Votum der beiden Städtchen im Kreise gegen den Bauernbund wettgemacht. Aber auch in anderer Beziehung hat die Wahl eine ganz besondere Bedeutung. In den letzten Tagen wurde die Tätigkeit der hessischen Kriegswirtschaftsstellen einer stellenweise sehr herben Kritik unterzogen und aus das aller- bestimmteste Abh.lje verlangt. Die Wahl in Bad-Nauheim- j Butzbach hat bewiese». Saß ftch oa» Landvolk mche-u einstimmig hinter die bauernbündlerischen Abgeordneten gestellt hat. Dem Ausgang der Wahl sehen wir voll Zuversicht entgegen. Da« Ergebnis. Diekl Schröder Vogt Wittig Strecker Bad-Nauheim 4 18 137 83 177 Butzbach 11 14 302 172 62 Vodenrod 33 _ Fauerbach v. 0. H. 125 — 3 4 2 Griedel 70 20 17 14 Hausen 14 — 2 _ Hochweisel 160 —- — 6 — Langenhain 69 — 7 — 2 Aiaibach 37 — — 1 Münster 37 — 2 — _ Niedermörlen 2 145 — 14 • —— Nieder-Wersel 173 — 30 — 19 Ober-Mörlen 57 184 11 48 5 Oppershofen 24 121 — 2 — Ostheim 93 — 10 21 6 Rockenberg 6 117 8 4 5 Rödgen (fehlt) — — — — Schwalbeim 34 — * 9 28 8 Steinlmth 80 — 5 15 14 Wisselsheim U — 9 3 1 . 1043 599 555 436 319 r Wahlkreis Vilbel, Der Kandidat der Eczial- demokratie Neumann-Offenbach ist mit großer Mehrheit gegen den Unabhängigen Schaub-Büdesheim ge» wählt. Einzelergebnisse (die erste Zahl fiel auf Neumonn, die zweite auf Schaub.) Obererlenbach 24, 17: Rommels- Hausen 14, 12; Höchst a. d. Nidder 26, 19; Altenstadr 90, 29; Harheim 71,-28; Hörnchen 47, 19; Vilbel I 129, 29; II 213, 45; Dortelweil 41, 14; Büdesheim 45, 94; Nieder- echbach 23, 7; Rendel 20, 39; Obereschbach 49, 7. ?rn Kkhördkü M KküGm kwpfghleii! Man schreibt uns aus Bad.Nauheim: Noch ist die diesjährige Saison nicht eröffnet und schon vernimmt man in Wirte, u nd Bürge Preisen bewegliche Klagen über das eigentümliche Vorhallen bereits frühzeitig eingetroffener Kurgäste. Wie im vorigen Jahre scheint auch Heuer wieder die Lebensmittelfrage eine Frage des Geldsacks zu werden. Denn anders kann man sich die verschiedensten Gerüchte über das gewaltige Hamstern einzelner Etablissements nicht erklären. Was die Kurgäste anlangt, so scheinen diese bezgl. des Kartensystems auf einem sonderbaren Standpunkt zu stehen Wer von den Pensionsinhabern oder Hotelbesitzern zur Verpflegung die Karten verlangt, erhält die bezeichnende Antwort, daß man dann gezwungen jet, auszuziehen Man könne da und dort alles ohne Karten kriegen. Hier sitzt der Krebsjchadew Die Wirte werden gezwungen. damit ihr Geschäft in Schwung bleibt, unter der Hand zu hamstern und diese Kurgäste stören sich aus der anderen Seite den Teufel um die Kartenraiwnierung. Muß man nicht daraus schließen, daß hier doppelte Versorgung stattfindet. Wer sich bei seiner Abreise in der Heimat vorschriftsmäßig abmeldet, erhält an dem neuen Orte seine sämtlichen Karten. Jene Kurgäste aber, die in Nauheim ohne Karten leben, siud kcnsequenterweise in ihrer Heimat nicht obgemeldct. sie beziehen also dort die ihnen zustehenden Lebensmittel weiter. Oder aber diese Leute sind in Nauheim angemeldet, und verwenden die Karten, um die ihnen dort zustehendcn Lebensmittel nach der Heimat zu senden. Daß da etwas nicht stimmt, wird wohl auch der Kommunalverband einsehen müssen. Soll es nicht in Bad-Nauheim wie im vorigen Jahre werden, müßte jetzt schon in Nauheim in erster Linie gegen das verbotene Hamstern eingefchritten werden und zweitens eine strenge Kontrolle darüber eingeführt werden, daß die Pensionsgeber nichts ohne Karten verabreichen dürfen. Ans der Heimat. Städt. SchwrurmSad. Donnerstag den 28. März und Sams, tag. den 30. März, ist die Badeanstalt ohne Unterbrechung von 8 Uhr morgens bis 8 Uhr abends für Brause- und Wannen. bäder geöffnet. FO. Bad-Mvheirn, 25. März. Einen laufenden Zuschuß von 2000 Mark im Monat bewilligten die Stadtverordneten dem Verein vom Roten Kreuz für Zwecke der Kriegsfürsorge. — Die Stadt hat die Absicht, dem hiesigen landwirtschaftlichen Verein als Mitglied beizutrelen. FC LVehrheim. 21. Marz Dem Besitzer der Brückenmühle, Ehr. Will, wurden aus d§m Stolle drei Zuchtschweine gestohlen. Von den Dieben und den Tieren fehlt bis jetzt jede Spur. FC LangenfchrvalSoch, 21. März. Vom 1. April ab ist der Erzengerhöckstprers für Butter auf 2,70 Mark festgesetzt. Für die Einsanunelung der Butter und Führung der Listen wird eine Entschädigung von 5 Pfennig und für die Beförderung der Butter nach den vom Kreisausschuß bestimmten Stellen eine solche von 15 Pfg. für je Pfund bezahlt. Aus Rhcinhrssen. FO. Mainz, 24. März. Die weitausgedehnten Salatfelder zwischen Mombach und Budenheim sucht man dieses Frühjahr in dem früheren Umfang vergebens. Die Sola'kuttur wurde der schwierigen Dersandverhältnisse wegen auf ein Minimum de- schränkt. FO. Mainz, 25. März. Vor einem Schwindler wird hier gewarnt, der versucht, den Schulkindern die ledernen Schulranzen abzunehmen. Er gibt an. beauftragt zu sein, dieselben für die Heeresverwaltung zu beschlagnahmen. FO. Worms, 25. März. Im Alter von 58 Jahren verschied hier plötzlich der langjährige Prokurist der Firma Dörr u. Rein- hart. Fabrlkduektor Georg Vertges. Trebur. Hier wurde in einer der letzten Nachte bei dem Landwirt Ioh. Luley V. eingebroche» und alle Vorräts a* Wurst. Schinken uni» Fleisch gesivhlen, ohne daß es bisher gelang^ die Diebe zu erwischen. \ j FC. Worm». 21. März. Ein Bürger von Gimsheim hatt^ ganz heimlich sich einen Ochsen geschlachtet; dahinter kam dt,^ Polizei und beschlagnahmte das Fleisch. , ^ AuS Kurhessen. ^ FC. Gelnhausen, 25. März. Der Magistrat genehmigte des Ankauf des Solfprudelbades. Der Grundbesitz der Badegesell- schaff von 168,97 Ar wurde mit 37 400 Mark erwürben. FC. Fulda, 21. März. Mit einem Verlust von 78 679 Marß schließt das Geschäftsjahr der Aktiengesellschaft Filzfabrtk Fulda. FC. Marburg, 24. März. Einem Landwirt in einem Nach^ barort kam zu Ohren, daß einigen kleinen Besitzern die bei ihm gekauften Ferkel eingegangen waren, worauf er sich dort ein- fand und den Käufern das Kaufgeld zurückzahlte mit dem Hinweis, daß er eher den Schaden tragen könne. FC. Kassel, 21. März. Dem Vezirksverband Kassel ist vo» der verstorbenen Fräulein Mathilde Müller in Rotenburg zugunsten erwerbsunfähiger Kriegsteilnehmer eine Erbschaft zu- gefallcn. Diese beträgt 45 000 Mark, welche nach Abzug einiger Legate und Renten an die Kriegs-Krüppel-, Heil- und Lehr- * anstatt Lindenberg bei Kassel überwiesen werden soll. AnS Hesskn.Rassau. FC. Biebrich, 24. März. Hier wurden 12 Zentner Zucke» die im Schleichhandel erworben sind, beschlagnahmt. FC. Flörsheim a. Mai«, 24. März. Der hiesige Vorschußverein hat seinen Bericht über das abgelaufene 46. Geschäftsjahr 1917 erscheinen lassen. Der Umsatz beträgt über 7 % Millionen. FC. Aus dem Nheingau, 24. März. In nächster Zeit beginnen hier die Weinsteigerungen. Mit der Nebenarbeit haben die Winzer viel zu tum Freihändige Verkäufe finden fetten statt. Bei einzelnen Umsätzen wurden bis 8500 Mark für das Stück 1917er bezahlt. FC. Vom Main, 21. März. Während die Mutter sich i« Kino befand, ist das 1 ^jährige Kind des Erdarbeiters Au» racher in Würzburg in den Abortkübel gestürzt und erstickt. FC Montabaur, 25. März. Weil er mittels Nachschlüssel einen Schupcpn, in dem der Kommunalverband des Unter» westorwaldkreije» seine Lebensmittel aufbewahrte, geöffneH und daraus einen Sack Zucker und Mehl entwendet hatte, wurds ein LandwirtschaftsgehUfe von hier in eine Gefängnisstrafe vo« sechs Wochen genommen. FC. Braubach, 25. März. Hier und in der Umgegend wirb von den Landwirten über großen Wildschaden auf den Felder» an den jungen Pflanzen bitter geklagt. FC. Zmmenhanseu, 25. März. Durch die Ortsschelle ließ der Handelsmann A. aus Grebenstein bekannt machen, daß es für die jetzt anfallenden Ziegenlämmerfellen den hiesigen Ziegenhaltern das Stück mit 1,20 Mark bezahle. Tags darauf ließ ein hiesiger Handelsmann ausschellen, daß er für das Fellchen 55 Pfg. mehr zahle, worauf A. den Ausscheller zur Seite nahm und ihn 2 Mark als zahlender Preis ausfchellen ließ. FC. Elgershausen, 25. März. Diebe stahlen hier nächtlicherweile mehrere trächtige Ziegen, die sie im Felde abschlachtete« und die Länkmer liegen ließen. FC. Aus der Pfalz, 21. Marz. Vor einigen Tagen wurde« in Mußbach Revisionen nach Lebensmitteln abgehalten. Merkwürdigerweise wurden zu diesem Geschäft französische Kriegsgefangene hinzugezogen. Hierüber herrscht in Mußbach groß« Erbitterung, denn das Verfahren wird als eine Schmach und Schande empfunden. FO. Aus der Pfalz, 21. März. Bei dem nachmittags um 6.50 Uhr von Eisenberg nach Grünberg abgehendcn Zuge fiele« den Fahrgästen insbesondere zwei als Fischer verkleidete Reisende auf. die mit Rucksäcken und Netzen bewaffnet waren und allem Anschein nach einen recht „guten" Fang gemacht habe« mußten. Bei einer näheren Ijptersuchung wurden dann die beiden als eifrige Hamsterer entlarvt. Ueber einen halben Zentner Mehl und 150 Eier wurden bei ihnen beschlagnahmt. FO. Aus der Pfalz. 24. März. Der Schuhmacher Schneider aus Pirmasens wurde von einem Gendarmen am Bahnhof Rockenhausen revidiert, worauf er die mitgesührten 35 Eier zerstampfte Das Feldheer braucht ^ dringend Hafer, Heu ssr und Stroh! LMimit Icljt dm Keere. Kirchliche Anzeigen. Gottesdienst in der Stadtkirche. Gründonnerstag, 28. Marz 1918. Abends 8*4 Uhr; Herr Pfarrer Ritter, Abendmahls» gottesdienst. Offene L teilen : 4 Knechte, 2 Sch Deines itterer. 1 Melkerlehrling. 2 Tazel öh. ner, 1 Hausbursche. I Kmicher. 1 Milch ahrer. mehrere Dienitinäg« de i nd'Feldmäd hen. 1 Stütze. 2 Haush ttterinnea. 15 Hausmädchen, 3 Küchenmädchrn. 2 Glaser, 1 Bäcker. S te l!e n f u Le nd i: Mehrere Melkersamilien ua) ledige Melker, 8 Fräulein für Büro. 1 Schneiderin. Verantwortlich für den politischen und lokalen Teil; O Hirfchel. Fricdberg; für den Anzeigenteil: R. Hevner^ Friedberg. Truck und Verlag der ^Neueu Lage-äerturm^ A- G.. Frtedberg i, Grane Gefahren. Roman aus der Gegenwart von M. Gvntard. Schuck. Raddruck verboten. Der Befehl zum Auslaufen kam. In kurzen Ab- standen folgte das Surren der Luftschiffe. Nun war auch für dre geheimnisvolle graue Waffe die Zeit des Handelns gekommen. — Während drüben die ersten Bomben fielen und der Trabt die Schreckenskunde an der Küste entlang und hinein ins Land trug, sollten sich die kleinen grauen Burschen an die sorgsam gehüteten Plätze heramchleichen. Also. Volldampf voraus! Die Offiziere wußten. daß mit ihnen noch vierzehn -ndei^e todesmutige Besatzungen die Fahrt wagten. Sehen konnten sie einander nicht. Jeder verfolgte für sich seinen Weg. Eine kleine Enttäuschung war e? für Werkheim, daß U 57 nach Dover beordert wurde. Viel lieber hätte er die Lbemse heimgesuckt. Aber was half's? Befehl ist Befehl! Und ein Soldat hat zu gehorchen. — Langsam umfuhren sie die weit ins Meer vorgeschobenen Brecher, die die Reede von Dover schützten. Und nun kam das gefährlichste Strick Arbeit. Im Hafen lagen zlvei größere Kreuzer — so batte ein Flieaer berichtet, der gestern einen Erkundnngsflug über dre Kreidefelsen gemacht. Auf diese beiden Kreuzer war es abgesehen. U 57 batte Befehl, sie zu torpedieren. Bis an dre Kreuzer heronzukommen, war das gefährlichste Stück Arbeit. In Abständen von einigen Sekunden wurde die freW Wasserfläche von einem ganzen Strahlenbündel hellsten Lichtes überworfen. Aber trotzdem entkommen durften sie nicht. Wurde die Torpedierung vereitelt, flüchteten die Kreuzer hinaus ins offene Wasser, Jo wurden sie von den draußen harrenden Begleitern fünf an der Zahl — in Empfang genommen. „Es ist nicht gerade viel zu holen bei diesem Ansflirg " sagte Werkheim zu Mittler. „Wenn uns die beiden entgehen wrrd nicht viel mehr zu machen sein, Es ist mehr ein moralischer Erfolg. Und der wird ungeheuer sein." "d^öer ganz gewiß! Wenn erst einmal eins unserer Unterseeboote ein Schiff in einem englischen Hafen versenkt hat dann fühlen sie sich nirgends mehr sicher. Ganz Ena- lcmd wird zrttern." - . ''^tung! Schiff klar zum Tauchen!" erklang mitten rot Gespräch der Befehl von Werkheims Lippen. „Schiff klar zum Tauchen!" kam die Antwort zurück. Vom Land her warf ein Scheinwerfer seine langen suchenden Strahlen über das dunkle Gewässer. „Stopp!" v ,) - „Stepp!" kam es unverzüglich zurück. Mit den Nachtgläsern bewaffnet, standen die Offiziere am Turm und hielten scharfe Umschau. „Die Kreuzer sind noch da." „Aber dort! Was liegt dort noch?" „Ern Zerstörer, wie mir scheint. Unangenehme Bei- gäbe." „Den müssen sie erst heute hereingelegt haben." „Na, sckradet nichts! Schließlich werden wir mit dem auch noch tertig. Wir warten jetzt noch einen Strahl ab und dann ran'" „Taucken!" Eben spielte wieder der arifklärende Strahl über da« Wnsscr. dock, das Boot befand sich schon im Schutze der Unbemerkt kamen sie an dern Zerstörer vorbei und halten eben soweit eine günstige Schußrichtung erreicht, um dem zunächst liegenden Kreuzer einen Torpedo zuschicken zu können, als wieder der verräterische Strahl über das Hasser flog. Jetzt lag er sekundenlang auf einer Stelle und bestrahlte hell das emporliegende Sehrohr. — Ah, man hatte sie also wirklich entdeckt. Schon wieder kam der leuchtende Strahl. Wie ein heller Lichtkegel lag pr aus dem dunklen Wasser. Unsere kübnen Helden ließen sich nicht beirren. Ebe sie da oben am Lande in wahnsinniger, verwirrender Hast zum Schüsse kamen, batte das Unters-v- beot dem zunächstliegenden Kreuzer einen Torpedo in die Flanke gejagt. Doch schon ging der Höllentanz los. ^ Ununterbrochen morfen die Scheinwerfer ihre suchenden Strahlen über das Wasser. Ein wahrer Hagel von Ge° schossen ergoß sich aufs Geratewohl über den .<5afeu. Der andere Kreuzer — gemäß strengen Befehl der Ad- miralität — suchte zu entkommen. Und U 57 konnte ihm nid)! folgen, denn U 5^ kämpfte um fein Leben. 9Bie eine wilde Katze fiel der Zerstörer über den kleinen tapferen Gesellen her. Der aber wehrte sich seiner Haut wehrte sich bis zur Verzweiflung. Die Batterien an Land stellten ihr Feuer ein. Sie wußten nicht, ob sie Freund oder Feind trafen. Ein Augenblick des Aufatmens. Der Zerstörer schien kampfunfähig. Beaann er nickt zu sinken? Da traf ein Schuß das Sehrohr, das Auge des Unterfee- bootes. s- Bekanntmachung. Bestellung von Nährmitteln. Gemäg §5 der Bekanntmachung über die Verbrauch-,, kege-ung der in die öffentliche Bewirtschaftung qenom- menen l'iahrmittel vom 21 März 1917 wird für die Stadt Friedberg folgendes bestimmt! Es sollen ausgegeben werden: I. mx brotgetreideversorgungsberechtiqte Kinder bis »u 12 Jahren (rote Karten) aufdieMarke 38 der Nährmittelkarte 6 (rot) Suppen " n fV 89 ..”. " " . ß ” Sago ~ >ur dre übrige brotgetreidsoelsorgungsberechtigte Bevölkerung (blaue Karten) auf die Marke 44 der Nährmittelkarte C (blau) Graupen » » H 45 n „ „ 0 „ Teigwaren Wer die auf ihn entfallende Ware — die genaue später festgesetzt — zu beziehen wünscht, hat unter Vorlage ferner Karte ffei einem hiesigen Kleinhändler bis zum 3. April eine Bestellung auszu- gevew Daberrst daraufzu achten, daß der Kleinhändler ^betreffende Bestellmarke abtrennt und auf der glelchzrffrigen Quittungs- und Bezugsmarke die Bestellung bestattcst. ^ Wer die vorgesehene Frist sür die Be- s.euunq nicht emhült, verliert den Anspruch auf die ihm LUstehende Ware. Die Kleinhandelsgeschäfte haben die Bestellmarkrn aus die in Betracht kommenden Bestellboaen getrennt mnzukreben und an dem. dem Ablauf der Bestellfrist solgew- den Werktage, also am 4. Apttl an uns ein-.usenoen. -uchternyaltung dieser Frist zieht den Ausschluß des betreffenden Klei,Handelsgeschäfts von der Beteiliguna an dem Bertrreb der. Nährmittel nach sich. A Lriedösr.q, den 25. März 1918. Der sLellre'stretende Bürgermeister, (städt. Lebensmittel-Ausschuß) __2. A.: Langsdorf. »Wir sind verloren! Jetzt ist Schluß!'- schrie Mittler in den betäubenden Lärm hinein. „Ach was! Nur wer sich selbst aufgibt, der ist der- l/hw ,ft ! eU, i r[el - HE Schiss klar zum Stegen!" gab Werkheim den Befehl. „Sollen wir sterben dann wol- !en w,r wenigstens dazu sehen," sagte er grimmig. In diesem Augenblick vernahmen sie einen kurM- ™ r ™ Knall von der Seeseite her. Allen Lärm und alles Ketose ubertonend, kam er in hundertfachem Widerhall von den Felsen zurück. , „Aha! Die Kameraden sind an der Arbeit! Nun reie Bahn für uns," Jauchzend fast ries Werkheim es. Und „Volle Kraft voraus!" kam der Befehl. Und da unten an der Maschine wußten sie. daß es aalt! Die Maschine mußte lausen, was sie hergeben konnte. „Drauf, Schröder! Draus!" schrie der Ingenieur d»m Maschinisten ins Obr. „Und wenn wir jn die Luft gehen, denn können die Hunde sich wenigstens nicht rühmen, uns vernichtet zu haben!" Der Mann, der den Hebel lenkte, sagte nichts. Die Mauckme raste wie wahnsinnig, aber ruhig wie ein Fels in der Brandung stand der Maschinist auf seinem Posten. Oek und Wasser tropften ihm von Gesicht und Maaren, er rührte sich nicht. Wie in tollem Wirbel ging alles um ihn der, er stand wie aus Stein aemeißelt. Wie lange? Er wußte es nickt! Minuten? Stunden? Ewigkeiten? — Da kam der Befehl: „Halbe Kraft voraus!" Ein tiefer Atemzug brach sich Bahn von den Lippen deS Mannes. Es war geschafft! M"n war in Sicherheit! Er wunderte sich plötzlich. Hatte er denn die ganze Zelt über gar nicht geatmet, daß 'dieser Atemzug so erlösend so befreiend ans der Tiefe kam? — Werkheim wischte sich trotz der scharfen, kalten Luft dv* "vchweiß von der Sttrne. Sie waren heraus, ziemlich außer Gefahr. Draußen vor der Mole hatten die Kameraden vollends flar Schiff gemachck U 57 brauchte nicht mehr zu helfen und — hätte es auch nicht mehr gekonnt. „Diesmal ging es aber verdammt hart daran vorbei!* saate Mittler, als sie draußen im offenen Wasser waren« „Der Schuß anss Sehrohr hätte uns beinahe den Rest gegeben. Aber — na. lasten wir'sl Die Hauptsache »st ja doch: Wir babeu's geschafft!" „Und wir leben und atmen im rosigen Licht!'" ftnttfefcuno folot Bekanntmachung. Am .<6. März 1918 ist eine „Bekanntmachung Nr. M c 1. 18. K. N. A., betreffend Beschlagnahme, Enteignung und Meldepflicht von Einr chtunasgegenständen bzw. freiwillige Ablieferung auch von anderen Gegenständen aus Kupfer, Kupferlegierungen, Nickel. Nickellegierungen, Aluminium und Zinn", erlassen worden. Der Wortlaut der Bekanntmachung ist in den Amtsblättern und durch Anschlag veröffentlicht worden. L!c!ly. ßfiicra! oiunmnöo IN. Ülrnifffor^. MW «ira«. traun nunuenni, s.D. Eeschäilsstelle Franksuri g. M.. Kronorinzenstraße 41. (Kronprinzenbau.) — Fernruf rrömer42eitung.^ Extra große Thüringer ^ Reiferbesen zu verkaufen bei ' ! alle Sorten Viirsten, Besen, August Kipp. Striegel, Toilette Artikel, Ockstadt. vrima Rasier- u. Toileite- seise. prima Linoleum- und Ein guies zu verkaufen. 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