Umnliier 7i> SamsIttA- den 23. März 1918 11. Jahrgangs Die ., mr Tagesreitung" erichemt reden Werltao. Negeimahrge Beilagen „Srr Knurr aus Hellen", „Zie HpirmNube". Bezugspreis: Bei den Postanstalten vlerlelsährUch Mk. 2.40 hinzu »ritt noch das Bestellgeld: ne, oen 'e Zenten monatlich 85 P,g. einschließlich Trägeriobn. Anzeigen: Grundwerte 25 Psg., totale 20 dlg^ Anzeigen von auswans werden durch Boimachnahme' erhoben. Enullungson Friedberq. Zchriftleitung und Uerlag '-nedve?n «Hessen», mnauerttrage 12. Fempreher 48. Poitj heck-Linko Rr. 1859. Nur Frankfurt a. M. Die kriki! mMchkil Die» in breiter front ponc». Die Erfolge des gestrigen Ta^es e^morlert. — 16000 Gefangene, 200 Geschütze. 260^ 0 können verlcnkt. » "•' —. ■ —-- • Der deutsche Generalstab || - meldet: W. T. l'-rotzes Hauptquartier, deu LL. Märr. Amtlich. Westlicher Kriegs'chauplatz. Heeresgruppen Kronprinz RupprechL und Deutscher Kronprinz. Ostende wurde von See her beschossen. In belgisch und französisch Flandern hielt starker steuerkampf an Mehrfach drangen Erkundungsableilungen in die feindlichen Linien ein. Von südöstlich Arras bis La Fere griffen wir englische Stellungen an. Nach starker Feuerwirkung von Artillerie und Minenweriern stürmte unsere Infanterie in bre len Abschnitten vor und nahm überall dle ersten seindlichen Linien. Zwischen La Före und Soissons, zu beiden Seiten von Reims und in der Champagne nahm der Feuerkamps an Stärke zu. Sturmabteilungen brachten in vielen Abschnitten Gefangene ein. Heeresgruppen Gallwitz und Herzog Albrecht. * Untere Artillerie setzte die Zerstönmg der feindlichen Insanteriestellungen und Batterien vor Verdun sort. Auch an der lothringischen Front war die Ar- lillerietätigkeit vielfach ge teigert. Von den anderen Kriegsschallplätzen nichts Neues. Der erste Generalquartiermeister: Ludendorsf. Kbendberrcht. Bern«, 22. März. (MTV. Amtllch.) Abends. Dle Erfolge des gestrige« Tages i« den Kämpfen zwischen Arras und La Före worden in Fortführung unseres Angriffes erweitert. 18 088 Gefangene, 209 Geschütze wurden bisher gemeldet. Vor Verdun blieb der Feuerkampf gesteigert. Von den anderen Kriegsschauplätzen nichts Neues. f f -....■>■»« * . * || Per österreichische Generalstab £:^==r===s5; meldet: ========s Wien- 22. Marz (WTB.) Amtlich wird verlautbart: Ntchts zu melden. Der Chef des SeserklstAbes. Das türkische Hauptquartier meldet: =====1 Konstantinopel, 20. März. (WB. Nichtamtlich) Tagesben. t. An der Pasästinafront lag schweres Artiberiefeuer auf einzelnen Frontteilen, schwächeres Attillerieseuer fast auf der ganzen Front. Zwei seindliche Züge, die bei Ri'ane Vorgehen wollten, wurden von unseren Posten und durch Ärti. erieseuer zürn Sieben gebracht. Mehrere feindliche Flieger griffen Katrane mit Bomben an. Zwei von ihnen winden bei der Rückkehr durch Feuer von der Eide ai s ziim Landen gezwungen. Zwei Piloten und ein Beobachter wurden gefanoen genommen, nachdem sie ihre Flugzeuge verbrannt hatten. Die Lage an den anderen Fronten ist unverändett. Dir Zchlcht im Wrßrii. Berlin, den 21. März. Der Heeresbericht meldet, daß am Donners.ag früh in breiten Abschnitten der Westfront die Art Geriet lacht mit voller Wucht en - brannt ist und daß die ögeriei bisch-ungaiische Arrilleiie in den Kampf gegen Engländer u"d Franzosen einbegriffen hat. Mit diesen schlichten Wouen kündigt die deutsche Ober te Heeresleitung dein deutschen Volk und der ganzen Welt an, da'; untere Truppen, die Jahre hindurch in zäher V rteidigung alle Offensiven haben zuschanden werden lassen, heraussteiaen aus den zerschossenen Eräben und den schlammigen Erdlöchern und ausbolen werden zu dem gewaltigen Schlag, an den ein Vonar Law na h vor wenigen Wochen nicht glauben wollte. Oft baben Franzosen und Engländer versucht, während unsere Heere im Osten die russische Armee niederrangen, unsere von einer zahlenmäßigen Unterlegenheit ver eidigten Linien zu zettrümmern und zu durchbrechen. Es ist ihnen nie gelungen, obwohl die ganze Welt sie mit Menschen und Material unterstützte. Die von ihnen schon sür das Jahr 1917 ruhmredig prophezeite Entscheidung haben sie nicht erreicht. Nun suchen wir sie, nicht aus Lust und Bluivergißen, nicht weil uns ebenso wie untere Feinde Vernichtungswillen und Eroberungssucht behettchl, sondern weil uns keine andere Wahl bleibt. Jedes Wort des Friedens und der Verständigung ist hohnvoll von unseren westlichen Gegnern zurückgewiesen worden, und nicht nur unsere Worte, sondern auch die ihrer früheren Verbündeten, die die Wucht des deutschen Schwertes bereits zur Einkehr gebracht hat. Es zeigt sich leider in den Staaten der Entente nicht die geringste Neigung, von dem furchtbaren Kriegshandwerk abzulaffen. „Die Verantwortung für all das Blutvergießen wird auf die Häupter aller fallen, die in frivoler Verstocktheit der Stimmen des Friedens nicht Gehör gaben", so sagte der Reichskanzler Graf Hertling im Reichstage am Schluß seiner Rede, in der er am letzten Montag von der Bereitschaft des deutschen Volkes zg neuen Opfern gesprochen hat- Am Tage des Frühlingsanfangs ist der Sturm an der Westfront losaebrochen, und wenn auch die amtliche Meldung des Ersten Generalqartiermeisters jede nähere Angabe vermeidet, so ist aus ihr doch ersichtlich. daß sich unser Angriff gegen Engländer und Franzosen richtet. Seit Monaten standen unsere Gegner unter dem Druck des bevorstehenden Angriffs. Sie, die sich so oft und so lange rübmten, daß die Initiative auf ihrer Seite sei, waren resigniert oeworden und trösteten ihre nervös gewordene Bevölkerung ähnlich, wie es in der italienischen Kammer vor dem Zusammenbruch am Isonzo geschah, mit der Versicherung: „Durch komnlen die Deu'schon nicht." Mit fieberhastem Eifer ist von Franzosen und Engländern an dem Ausbau der Verteidigungssysteme gearbeitet worden. Nun wird es sich zeigen müssen, ob diese Vorbereitungen dem deutschen Anprall gewachsen sind. Es ist nicht deutsche Art, mit Ruhmredigkeit in den Kampf zu gehen. Das beste Vertrauen und die heißesten Wünsche der Heimat begleiten unsere in der Verteidigung und im Angrich gleich bewälrten herrlichen Truppen, die uns den Frieden erzwingen werden. '« Der Beginn. Berlin, 22 März. (WTB Nichtamtlich.) Am 2t. März hat die deutsche Offensive an der Westfront eingesetzt, sie richtet sich zunächst gegen die Engländer. Die Artillerieschlacht entbrannte lm Morgengrauen. Schon nach wenigen Stunden äußerst ergie- biger Feuerwirkung trat die deutsche Infanterie um 10 Uhr vormittags zwischen der Scarpe und Oise in einer Ausdehnung vm 80 Kilometern zum Sturm an. Zn harten, für den Feind äußerst blutigen Kämpfen nahm sie in breiten Abschnitten überall die englische Linie Der den Engländern völlig überraschend kommende Angriff entriß ihnen wichtige Abschnitte ihres sorgsam vorbereiteten und stark ausgebauten Kampfgeländes. Obwohl ein dichte: Nebel, der erst später der Sonne wich, die Kampftatigkeit anfangs behinderte, war doch der Erfolg Über Erwarten groß. Die Einbuße der tapfer und zähe sich wehrenden Engländer an Toten. Verwundeten und Gefangenen sind sehr schwer, die deutschen Verluste überraschend gering. Dieser erste Großkampftag endete verheißungsvoll für die deutschen Waffen. Der Geist der Truppe ist von freudiger Siegeszuversicht getragen. Die Beute an Gefangenen. Geschützen und sonstigem Kriegsmaterial konnte noch nicht endgültig festgeftevt werden,! Bis jetzt find 16 000 Gefangene und 200 Geschütze aerneldet. s> Die k. «. k. «rtMerie im Weste«. Wien. 21. März. (MTB.) Im Anschluß an die heutig« Meldung des Heeresberichts, wonach österreichisch-ungarische Artillerie in den Kampf gegen die Franzosen und Engländer elngegrisfen habe, schreibt die „Neue Freie Prelle": Das Wort des Grafen Czernin. daß «nfere Armee bereit fei. mit den De«t- fchen Straßburg zu verteidigen, so wie die deutschen Truppe« Triest verteidigt baben. ist bereits zur Wahrheit geworden. Ein großes, für olle Zeiten denkwürdiges Zeugnis für die Festig» keit des Bündnilles. das Europa vor den geplanten Umwälzun, gen geschützt und die Teilung der Mittelmachte verhütet hat, * Dle britischen Meldungen. Haag. 22. März. Aus Londcn wird gemeldet: Der Reuter» korrsfpondent on der britischen Front in Frankreich meldet vom 21. März: Nack» einen» kräftigen Bombardement, das die Deutschen am 21. März, morgens um 5 Uhr beinahe an der ganzen Front südlich von der Scarpe begonnen haben, sind sie zu einem Znsanterieaagriff in größerem Maßstab-e übergegangen. Unter Deckung des Rauches des Sperrfeuers ist die feindliche Infam ter^e in. dichten Mallen an der Front, die sich nördlich Langi court bis an den Gauche-Wald ausdehnt. vorgerückt. Um 1$ Uhr morgens wurden sie an verschiedenen Punkten unserer Frontlinie mit Gefechten von Mann gegen Mann empfange Früh mcrgens. als der Nebel vorbeizog. waren die Flieger in der Lage, ihre Arbeit zu beginnen. Die bisherigen Mitteiluw. gen von der Front sind unzusammenhängend und verworren Es scheint aber, daß die deutsche Offensive in großem Maße be. gönnen hat. Der Getechtsstand ist fürchterlich, namentlich t* der Linie auf dem Bergrücken von St. Quentin, welcher Bergrücken der hauplsächlichste Punkt des deutschen Angriffsplanes zu sein scheint. Haag. 22 März. Aus London wird gemeldet: Der Reuier- Korrespondent an der britischen Front in Frankreich meldet vom Abend: Die Deutschen sind infolge des Gebrauches von einet großen Anzahl von Infanterie und unterstützt durch das groß« Gewicht ihres Geschützmaterials an manchen Stellen der Fronte linis zwischen der Scarpe und Vendeuil hineingedrungcn. Da unsere Eegenmaßregeln sich noch noch ganz entwickelt haben, ist die Lage augenblicklich unzusammenhängend. 23000 Tonnen versenkt. Berlin, 21. März. (WB. Amtlich.) Im Sper^ gebiet des Mittelmeeres wurden sieben bewaffnete Dampfer. die sämtlich gesichert und zum großen Teil bewaffnet waren, sowie sechs Segler zusammen mit etwa 33000 Bruttoregistertonnen versentt. Der Ehes des Admiralstabes der Marine. te, Bei jedem Bankier, jeder Bank, Sparkasse, Post, anstatt, Versicherungsgesellschaft, Kreditgenossenschaft werde« KrieasauleiöezeichaungeueutgegWaeuommen! Pte hoUSttdischeu Schiffe. • * Washington. 21. März. (SB. V.) Reuter-Meldung. Dämels hat mitgeteitt, dag der Befehl, die hollän- difcken Schiffe zu übernehmen, gestern Abend um 7 llhr m Kraft getreten ist. Ein Teil der holländischen Mannschaft wird auf den Schiffen beschäftigt werden, andere werden, wenn sie es wünschen, in Amerika behalten werden und von der amerikanischen Regierung ihren Lohn ausgezahlt bekommen. Die Seeleute, die nach Holland zurllckzukehren wünschen, werden so rasch wie möglich dorthin befördert werden. New York. 21. März. (SB. 23.) Reuter-Meldung. Reservemannschaften der Kriegsmarine haben auf Befehl der Washingtoner Regierung gestern Abend 38 holländische Schiffe ubemommen. Die holländischen Kapitäne haben, da sie seit mehreren Tagen auf ein solches Vorgehen vorbereitet waren, nicht protestiert. Der Reichstag hat gestern die gefordertes! Kriegskredite gegen die Stimmen der unabhängigen Sozialdemokratie bewilligt. Der Abg. Bernstein erfrechte sich bei dieser Gelegenheit von einem Götzendienst zu sprechen, der mit H ind en b urg und L udendo r f f getrieben werde. Im weiteren Verlauf der Verhandlung wurde der Friedensvertrag mit Rußland und Finnland gegen die Stimmen der Unabhängigen bei Stimm enthaltung der Sozialdemokraten angenommen. Die Vorhand lungen boten wieder das gewohnte traurige Bild. Der Abg. H a a s e nannte den Vertrag eine Schande. Das Zentrum und die Freisinnigen mitsamt dem Vizekanzler Payer bemühten W nachzuweisen. daß der Vertrag keine einzige Bestimmung enthalte, die man als Annexionen auslegen könne Frische Worte fanden nur die 2lbg. Stresemann (Natl.) und Westarp (Kons.). Erzberger stellte wieder einmal seinen deutschen Standpunkt in das richtige Licht, indem er als seine Nnstckt erklärte, daß Livland und Eschland nach wie vor der Oberhoheit Rußlands unterständen, leider unterstützte die Wasch, lappengescllschaft. die sich Reichsregierung nennt, diesen Standpunkt. Zum Schluffe nahm man eine Resolution der famosen Mchrbett an. die sich für das Selbstbestimmnngsrecht der Polen Esthen und Letten ausfpricht. So hat sich wieder einmal im Reichstag das Maul redlich bemüht, zu verderben, was das Schwert gewonnen Hai. Parlamentarisches ans Heffen. Zweite Kammer der Staude. RMK Darmstadt. 21. März. Es wird mit der Beratung »es Kapitels 23. Mimsterium des Innern, fortgefahren. Abg. Uebel (Ztr.) führt aus. daß eine gute Versorgung mit Lebensmitteln Voraussetzung für einen gerechten Frieden Jet, denn ein Hunger frieden sei ein nationale» Unglück. Dank gebührt daher allen Produzenten. Es fei freudig anzuerkennen. wie der Landwirt mit Fleiß und Beharrlichkeit dem Boden feine Er^sgntge adrwgs. 4** vorwaeM der Koasamenten fvte« daher nicht berechtigt. Unrecht fei er. wenn der Abg. Ulrich dem Bauer den Borwurf mache, daß er viel verdiene, das fet unrichtig. wenn man die hohen Löhne und die hohen Preise für Zug. tiere. Düngemittel usw. beachte. Jedenfalls stehen sie tn keinem Vergleich zu den hohen Krtegsgewinnrn der Industrie. Man habe im letzten Jahre das billigste Getreide von der Welt und die billigsten Kartoffeln in Deutschland gehabt. Die als Beweis für die hohen Verdienste der Landwirte angeführten bedeutenden Spareinlagen, Hypothekentilgungen ufw. seien nicht maßgebend. An den hohen Preisen seien nicht die Landwirte schuld, meist seien sie von dem Reich aus festgesetzt, auch verdiene der Zwi- schenhandel und die staatlich angestellten Kommissionäre teilweise mächtige Summen. Beispielsweise.habe der Obstkommis- sionar Listmann in Heppenheim, der als Beamter noch seinen Gehalt mit Teuerungszulage bezieht, im Jahre 1916 20 000 Mk und im Jahre 1917 mindestens 60 000 Mark am Obst rein verdient. Der Obstgroßmarkt in Worms verdiente in gleicher Zeit 1916 51000 Mark und 1917 280 000 Mark; die Gebr. Haas in Gr.-Vteberau 1917 etwa 90 000 Mark, die Firma Stahl in Fried, berg 1916 69 000 Mark und 1917 etwa 140 000 Mark. Diese Zu. stände bedürfen dringend der Abhilfe. Er möchte die Negierung ernstlich ersuchen, die maßgebende Stelle, die diese Preise feft- setze, um Abhilfe anzugehen. Dazu komme noch, daß vielfach noch unreelle Gewinne gemacht werden, so wurden von der Fa. Stahl m Friedberg große Mengen Obst in Pulverfässern nach Rottweil in Württemberg verschickt. Die Firma Gebr. Haas in Croß-Viebcrau habe einen Kleinobfthandel und der Landesobft- stelle das Obst zu 54 Mark für den Zentner angeboten; auf erfolgte Beschwerde dieser bedeutenden Ueberschreitnng des Höchstpreises wurde dies auf ein Versehen zurückgeführt. Wenn die Reg'.erung sich mit solchen faden Ausreden zufrieden gebe, werde die Achtung vor dem Gesetz nicht wachsen. Geradezu unglaublich seien die Spannungen zwischen Einkauf und Verkauf, welche von den Kriegsgesellichafien herbeigeführt werden, wie zum Beispiel bei Leder ujw.: für die Schafwolle erhält der Bauer für dos Pfund 3,50 Mark, muß aber für die verarbeitete Wolle 57 Mark bezahlen. Trotzdem rühre sich in gewiffen Konsumeutenkreifen reine Hand, welche hiergegen einschreiten. Für diese Verhält- niffe werde vielfach zu Anrecht der Bauer verantwortlich gemacht. Bedauerlich sei. daß der Staatsanwalt hier keine Mittel und Wege habe, dagegen einzuschreiten. Der Bauer werde viel- fach verstimmt und ihm die Arbeitsfreudigkeit genommen. Abg. Urftadt (freis.) führt Beschwerde gegen die Zusammensetzung und Geschäftsgebühren der Kommunalverbände, man müsse hierüber und auch über die Kommissar-Verhältnisse Aufklärung verlangen. Jedenfalls fei die Erklärung des Ministers, daß die Verdienste der Kommissäre gerade deren Unkosten decke' sehr zweifelhaft. Auf die Reform im Innern eingebend sprichl er sich für Gleichberechtigung aller Konfessionen aus und for- dert Demokratisierung der Regierung. Ab«. Herdt (freist) erkennt auch an. daß die Landwirtschaft rbre Schuldigkeit getan habe, stellt aber fest, daß der Borwurf gegen die Städter ungerecht sei. denn auch sie tun. was in ihren Kräften steht. Besonderen Dank verdienen die Landwirte für die Ausnahme der erholungrbedürftigen Stadtkinder, aber sehr Aus meiner Dorfkirche. Butz- und Bettag. Iofea. 6, 1. Kommt wir wollen wieder zum Herrn venn er hat uns zerrissen, er wird uns auch heilen, er yat uns geschlagen, er wird uns auch verbinden. Liebe Gemeinde! Heimkehr! Was für wunderbare Klänqe und Bilder steigen tn unserem Herzen auf, wenn wir dies Wort ?En> schon eme Freude für die Daheimqeblie- benen, so ist? ein ^ubel und Jauchzen für den, der drauhen war, der alle Härte und Kälte der Fremde «yahren hat und der nun das Vaterhaus vor sich sieht “If* 1 "'" P rt , b f s Friedens. Auch unser Bibelwort redet von Heimkehr. Kommt wir wollen wieder zum Herrn, so rujt der Prophet Iosea dem Volk Israel zu das fern von Gott seiner Sünde aelebt halte. - Kommt Vuk He"n, so ruft heute uns der «ug- und Dettag, der zum viertenmale in schwerer Kriegs-eit zu unserem Herzen reden will, von dem Gott öe ' n der groffe Kirchenvater Augustin gesagt hat: Unser Herz rst auf Dich geschaffen, und darum ist es Uu uhig bis es Ruhe pnder in Dir. Kommt wir wollen wieder .-um Herrn: „Wieder", sagt der Prophet denn W^ 0U * n ’i" blassen. Wenn der peimkchrende ? an den Tag. da er hinausgezogen, dann ist ihm solqe Eilnne-ung wohl gar wie ein böser Traum — und wie ein böser Traum erscheinen uns die Bilder da wir aut dem Weg waren — unser gan-es Volk — „b" Her en zu verlassen. Da war ein Volk, das suchte sich andere Gatter. Der Gott seiner Väter paffte ihm Go wV?,“ 5 ? olf mal ^ich gewo.den, und der be F ^°lker der war ein Gott der schlichten E n- ^ben und Kleidung, ein Gott der Strenge. MbSen Ti "bbie und stille Pflichterfüllung die keinen Ä ols re.nes Gewiffen, der war »m Gott des Gehoyams und der Ehrfurcht, seine Ee- to.e mugten kalten, seine Ordnungen sich willig fügen wer ihm dienen wollte. Der Gott patzte dem reichae' wordenen Volk nicht mehr, er war ihnen zu hart sich ihr veiweichllches Leben, zu erst ,ür ihre letchisimuge Lebenslult, zu tieu für ihren ungetreuen Sinn! Und und suchten einen anderen Gott" 51,1 TTTTT lange zu suchen. Der Gott Mammon stand schon bereu und wartete aus sie! mttT.-bT ^,'ch will euer Gott sein, und lockte sie «n» ^bfuden Worten. Da fingen die Männer an uno hapeten noch viel mehr in ihrer Arbeit. als ste über dieser hastigen Arbeit stand ÄÄ Wo« „Pflicht" sondern das Wort ^Geldoerdienen! Wer am Abrechnungstage am meisten in [Jnen Beutel tun konnte, der halte dem Gott Mam- y“ n ‘ m 1,1,1,84,1 ''“ 6t£ in cinem rhcuihef. 5*“°!* *** lindem 150 Pfund Kartoffeln, welche st- ^ der Abre-se noch als Geschenk erhalten hatten, durch di- Eendm! nlerie wieder abnehmen lreß. Die Reaierunn k.'Kk- / .°ss°n, um Abhttse zu schaflem j?SK K TfTTT ®" be ’ n,ii ^ enJ> nian SilLdeutjchlaiid oeratxaii f !ei not^-ndi«. ebenso wie den Wehrst-^ 2 ben Rahrstand zu unterstützen und zu erhalten. ^ ( ®t ö-) fÜW Beschwerde über eine mini- tt/t ^ B»st'Sung, durch welche der Geldberkchr mit dm Ka sftn orsclMert werde und wolle die Rechen mg hier für t£ hl 1 sr för0 ^ rß n ^^ustanden sei atlch die mroleicke Be- ha-chluug be, Gewährung der Reichsunterstübmm der Krs^ ^Elllen. Ungerecht sei auch die Preispolitik der "andes- diesen Zuständen muffe ein Ende gemacht werden hi 4°."tsf ß S ben Kirben. Entschieden spricht er sich gegen die Fruhdruschpwmlen au?. Sehr bedauerlich sei auch da, der^w^°'^"°°oschlachten und unbegreiflich, daß mau trotz der schlechten Erfalzrungen der letzten Iah« wieder zu so!- i« »i?S;r* n Wfl 5 &ö ' ^ b s e . 1 wünsckt ebenfalls, daß die Vor- verstummen, die Preisspan. ^ vielfach zu groß, andererseits sei aber nicht zu bestreiten, daß die Gestehungskosten, die der Landwirt er- balt ausrerchen: der Schleichhandel werde auch durch den Landwrrt unterstrcht. während er bei der UNterdrücknna .nit- /nusie, denn der Hehler sei so schlimm wie der Stehler. Abg. So Herr (Ztr.) Er fordert eine gerechtere Be- Handlung ber der Ererabgabe und mehr Nücksichtimhme auf dre Huhnerhal.er rn der Stadt, welche nicht so viel Eier ab' geben können. Die Nachmittags-Sitzung wird um 3% Ubr eröffnet r i“L C Ji ter Redner erhält bas Wort Abg, B r e i d e n b a ch (Bbd). Er stellt noch einmal fest, daß wft die billig, sicn Getreidepreise der ganzen Löelt r-ud in Hessen die billia- sten Kactoffelpreise haben. GegenWuchcrpreise sind auch wir die Landwirte werden aber oft van den Städtern geradezu gedrang, Das Best«ben des Redners habe sich im porigen Jahr nicht auf höhere Knrtoffelpreffe, sonderm auf gleiche Preise im ganzen Großherzogtriin gerichtet. Die Landwirte eiftreoen lediglich nur ein ausfönnnliches E-nkoninien -eas im Jnterefle der Allgemeinheit liegen würde, denn di« den Derordniingen der Regierung sei sehr nötig. Eine erfreuliche Folge dieser Krittk sei, daß neuerdings angekörte ^rere nicht geschlachtet werden dürfen. Die Zucht müsse er- halten werden. Die Fettviehhöchstpreise seien in Baden, Elfaß-Lotbringen und Bayern höher als bei uns. Er biff-e die Regrernng um Abhilfe. Es sei notig, daß b«? Eierrat Sachverständige höre. Die Eierproduktion der Hühner sei zu hoch angenmnmen. Untersuchungen bei einzelnen Zuchtstationen hätten bedeuterrde Ausfälle ergeben. Bei den ^andwirten fei es noch Wimmer. Wenn die Bebörde die Zwangsabgabe einführe, urüsse sie auch frir das Futter sorgen Der FriedensdurchjchnrLL im D-eutsck>en Reiche sei 73 Eier im mon am besten gedient, dem lohnte sein Gott mit allen vergnügen die er zu bieten hatte. Und wenn in früheren rJu m r} et Fei^abend die Stunde war. da man in stiller Fererftunde ruhte von des Tages Arbeit und das Leben des ^ages allmählich verstummte, so kam es letzt, daß zum Feierabend das Leben erst richtig aufwehte, und die Menschen zusammenitrömten und dachten' haben wrr den Tag über uns gemüht, so wollen wir am Abend unsere Lust und unser Vergnügen. Und so zog des Mammons Genosse und Gehilfe ein als nächster Gast unseres Volkes, der hieß: das Vergnügen das war auf den Dörfern nicht anders als in der Stadt ^eden Sonntag ein anderes Fest! Was für ein Geld bat das damals verschlungen! Aber was tats? Es muß ouch damals schon genug Geld im Land gewesen sem, wre heute, sonst hätte ja dieses ganze Vergnügunas- wesen nicht so wachsen können! Das war allch lange nicht der schlimmste Schaden, daß wir unser Geld los wurden der all den Festlichkeiten, aber das war das schlimme« daß wir unsere Seele verloren! Beim Gang m dre Kirche wußten wir immer wieder Entschutoi- gungen, und wenn man in manchem Haus gesagt hätte wenn eines am Sonntag morgen das Haus hüte, dann reiche das, alle anderen könnten zur Kirche gehen, ei wie hotte man da gefchrien und gesagt, das fei zuolel verlangt, aber wenn der Kirchweihtag herankam, da ge- nuote es wenn einer das Haus hütete, uns alle anderen fanden den Weg zum Festplatz! Aber die Kirchen am Kirchweih lag — ach wie teer waren die! Und von den Alten lernlens die Jungen! Es ist wahr, die Jugend ist heute iucht mehr >o, wie sie früher gewesen — aber fd L U Ö r £ arrt 2 ? t: 6le Essens sich fcod) von den (Siofteit abgesehen haben, und das weiß jeder, daß die ^unaen nltbt schlecht werden können, wenn die Alten gut sind! Wie der Same so die Frucht! Und wenn die! Jugend schlechter geworden ist, als früher, dann trcht uns die Schuld! Und unsere Schuld, die ist, daß ZI b r?ÜÄ umerer Väter verlassen hatten, und hatten dem Gott Mammon gedient. Wieder und wieder hat Gort uns gewarnt! Denkt ihr noch an jenen fürchterlich trockenen Sommer, kurz vor dem Kriege! Ist es uns heule nicht, als fei das damals Gottes Stimme gewesen dre uns zurief: Ihr übermütigen Menschenkinder, renkt daran, dag auch andere Zeiten kommen können! Aber mt boxten nicht, wir wollten nicht hören. Und ® ott » was jeder Vater tun wird, wenn sein Kind nicht Horen will, er holte aus zum Schlag! Gott ist langmUttg und geduldig, wir Wissens aus langer Er- MhEg? Aber Gott ist keiner der Halbes macht! Hatten wir ihn durch unser Nichthörenwollen zum Zu- re! Qejtmmaen. so schlug er nun auch richtig zu! Ei wie duckten wir uns scheu zusammen als die ersten fürchterlichen Schläge feineHriegswetters über uns htnglngen' Und wie zuckten wir erst zusammen, als wrr merkten, daß Gott nicht nur mit der großen Welt da draußen abrechnen wollte, sondern daß 'er auch uns traf im st'.llen Dörflern? Gottes Schlag galt auch uns! £' kein Schlag so weh? Gott schlug mit Eisen! Gott schlug aufs Blut! Aber in all unserem Schmerz wurten wir, wie es in uns sprach: es ist recht, wir Gott ist barmherzig, aber manchmal besteht Gottes Barmherzigkeit darin, daß er unbarmherzig olewt gegen all unser Jammem und Klagen! Beim ersten Hieb schon schrien wir auf, gelobten ihm Besserung Nuakehr, baten um Gnade! Aber Gott tat als hörte er nicht, und schlug weiter. Es kamen Zeilen, wo wir meinten wrr kvnntens nicht mehr verttagen! Zeiten in denen viel« mernren, sie müßten an Gott irre werden. Aber Gott schlug weiter. Nun stehen wir nicht mehr stolz wie sonst» Unter seinen Schlägen sind wir zusammengebrochen, niedergeschlagen, aus tausend Wunden blutend liegen wir om Boden! Und immer noch schlägt Gott weiter! Als sei aus dem barmherzigen Gott ein unbarmherziger Gott geworden, so schlägt Gott weiter! Und doch ist er der barmherzige Gott, auch heute noch! Die rechten Gottestinder spürens aus seinen Schlägen, wie barmherzig er ist, denn er schlägt aus Liebe, er schlägt, weil er wech. es ist barmherziger, wenn der Vater sein Kind schlagt, als wenn er es verdetben läßt. Und er wußte: wenn er früher aufgehött hätte, wenn er sich durch unser Schreren hätte erweichen lassen, dann wären wir schnell rn den Akammonsdienft zurückgefallen. ^ ^ ist auch heute noch viel Sünde in unserem Voll. Und doch meinen wir, wir stehen manchen Schritt aus dem rechten Weg. den wir früher nicht gesehen haben. Es gilt nicht mehr eine Schande, wenn einer geflickt« ^rletder trägt und nicht mehr als Schande, wenn einer ehrliche Arbeit tut. Es ist eine Erkenntnis in uns ge- wachjen. daß Arbett besser ist als Vomehmtun! Seht» das ist solch ein Schritt auf dem Weg, der uns nottut k Und andere werden folgen! Je mehr Gottes hatte Schlage uns gedingen, ihm wieder näher zu kommen, um so näher kommen wir auch dem Ende der schweren Zeit! Das ist unsere Hoffnung! Und dann, wenn es genug ist, dann wird es heißen; er hat uns geschlagen, er wird uns helfen! Ja. daß das wahr ist, das hat mancher schon erfahren! Gott kann helfen. Gerade unter denen, denen er die schwersten Herzenswunden in diesem Kriege geschlagen hat, gibt es manchen, die den Heilenden-Emftuß seiner Gnade und Liebe haben erfahren dürfen. Was ste erfahren haben, werden wir alle einmal erfahren dürfen, und dann wird es uns sein, wie dem Sohn der heimgekehrt ins Vaterhaus und Frieden findet nach langer Not. Amen^ tzcchre geweserr, er vetcage Letzt höchstens 50 Stück. Die o fei | zu hohe Zwangsabgabe mit 60 Eier führe znr Abschlachttnig Ker Hühner. Die Ernährung eines Huhnes koste bei den fetzigen Futterpreisen 12,45 Mark jährlich. Bei einer Durch* sä'ynttsprodrrktron von jährlich 50 Eiern decken sich also kann: Lie SMteii, von Verzinsung ganz abgesehen. Die Behaup« jungen des Abg. Wolf über die Landwirtschaftskanuner seien unrichtig. Es lväre allerdings besser, wenn alle selbständigen landwirtschaftlicl^en Korporationen irnb Vereine der Slantmet als Mitglieder angehörten. Ein dahingehender ^Antrag Haas sei aber s. Zt. abgelehnt worden. Die Land- wrrtfchaftSkammer hätte eine große Zahl von Vecsamm- Zungen in Rhe'mhessen aügehalten, es wäre also genügend Gelegenheit zur Beschwerde gewesen. Solche sei aber nirgends erfolgt. Die Vorwürfe des Abg. Wolf wegen der Pferde- Versteigerungen seien unzutreffend. Es sei nicht möglich ge- wesen, die Versteigerungen der Pferde in den einzelnen Provinzen der Unterbringungsschwierigkelten usw. wegen t-bzrchalten. Die zentralen Versteigerungen haben sich be- Währt. Die hessische Landwirtschaftskammer habe wie keine Ähnliche Korperation im Deutschen Reiche für Pferde gesorgt. DaH die Händler darüber nicht erfreut seien, könne man allerdings verstehen. 9tbg. Fenchel (Bbd.) kritisiert heftig das Vorgehen dcr einzelnen behördlichen Geschäftsstellen für die Lebens- mittelverforgung. Das System des Kommissionärs trage x.ur Verteuerimg der Waren bei. Wenn die Macht der Kom- missionäre nicht eingeschränkt werde, dann stehen wir vor fcem Ende unserer Ernährungswirtsch^ft. Es sei begrüßenswert, daß jetzt die landwirtsckpftlichen Organisationen an der Erfassung der Lebensmittel beteiligt werden sollen. Der 'Eierpreis stehe in gar keinem Verhältnis zum Geflügel- futterpreis, der zur Zeit stwn 35 Mark für den Zentner betrage. Wenn den Landwirten der Vorwurf gemacht werde, 'daß sie zu wenig Getreide bauen, müsse man berücksichtigen, Laß Saätfrucht gar nicht zu haben sei. Die Landwirte geben vielfach mir Waren im Schleichhandel ab, um die Hamster los zu werden. Der Schleichhandel werde auch mit nicht- .landwirtschaftlichen Produkten getrieben. Es sei auch unrecht, wenn kleine Sünder in der Landwirtschaft gestraft werden, während man die großen Sünder wie Philipp: laufen lasse. Es sei angesichts der Kriegsanleihe dringend Nötig, diese Ungerechtigkeit abzustellen. Abg. Dorsch (Bbd.) befürchtet, daß wenn die russischen Kriegsgefangenen den Landwirten genommen werden eine groß? Kalamität entstehen würde. Es sei deshalb dringend nötig, daß Beurlaubungen in größerem Umfange stattfänden. Die Hamsterei iverde von feineren Damen aus der Stadt ganz raffiniert betrieben. Die Kommunalver- bände entwickelten die Despotie des Kalifen von Bagdad, hätten aber nicht dessen Weisheit. Eierablieferung sei eine Ehrensache, aber man dürfe von den hessischen Bauern nicht mehr verlangen, als von den außerhefsischen. Wer der Eier- Ablieferungspflicht in vollem Maße Nachkommen wolle, müsse gegen das Fütterungsvecbot verstoßen. Wenn n:an die Fideikommisse beseitigen wolle, müsse nran auch die Warenhäuser abschaffen. Es sei allerdings wünschenswert, daß im Kriege keu:e neuen Fideikommisse^gegründet werden: Und daß bei vorkonunenden Verkäufen die Geineurden angehal- ten werden, sich als Verkäufer zu melde::. Redner kommt dann noch auf das Frauenstimmrecht zu sprechen, das er im Interesse der Hebung der Geburtenhäufigkeit verwirft. Diese Theorie der Sozialdemokratie sei ebenso falsch, wie ihre Bcmernpolitik, die zum Ruin der Landwirtschaft führen werde. Abg. Schott (Ntl.) Die Landwirtschaft werde aber nach wie vor ihre Pflicht tun, obgleich sie unter Leutemangel leide. Die Landwirte würden auch durch die Verordnungen vielfach beunruhigt. Die neueingeführten Wirtschaftskarten z. B. seien unpraktisch und irreführend. Der Eier- und Milchaüggbe in verlangtem Maße nachzukonrmen sei unmöglich. Abg. K r e d e l (Ntl.) beschwert sich über das Ueberhand- nehmen der Wildschweine und des Ztotwildes im Odenwald. Minister des Innern v. Hombergk zu Vach teilt mit, daß im vergangenen Winter ein förmlicher Schlachtplan gegen das Schwarzwild ausgestellt worden sei. Der Erfolg sei denn auch zufriedenstellend gewesen. Abg. Lang (Ntl.) schließt sich den- Beschwerden des 2lbg. Kredel an und wendet sich gegen die Bevormundung der Obstzüchter durch den Obstgroßmarkt Worms. Abg. Mergelt (Ntl.) bringt eine Reihe kleinerer Wünsche vor, u. a. macht er auf die Beschlagnahnre ersparter Vorräte aufmerksam, die zu großen Ungerechtigkeiten fübre. Tie angeforderte Menge von 48 Eier pro Huhn und Hohn sei zu hoch: das zu 30 Mark den Zentner gelieferte Futter sei unter aller Kritik. In Bezug auf die Schweineablieferung sei Hessen wieder einmal das Opfer seiner Ehrlichkeit geworden. Zur Wiedergutmachung des Schadens müßten von auswärts Schweine eingeführt werden. Beziiglich der Milchablieferung sei zu beanstanden, daß der Preis zu niedrig sei. Die Haussuchungen müßten rücksichtsvoller vorgenommen werden. Mg. Sensfelder (Bbd.) legt dagegen Verwahrung ein, daß das gute Büttelborner Kraut waggonweise nach auswärts geschafft werde und die Büttelborner dann mit fremden:, halbverdorbenen Kohl vorlieb nehmen müßten. Wie konnne es, daß die Büttelborner nur 4 Mark pro Zentner für ihr Kraut nehmen durften, während dasselbe in Darmstadt auf den: Markt 15—18 Mark kostete. Zu bemängeln sei auch die geringe Zuweisung von Saatgut. Die Keimfähigkeit namentlich des Hafersaatgutes fei höchstens 45—50 Prozent. Das eröffne trübe Aussichten für die Ernte. Die Landwirte seien bereit, alles zu tun, damit wir durchhalten. Räudige Sckxife gebe es allerdings in jeder Herde. Abg. Ulrich (Soz.) meint, es sei richtig, daß durch die große Zahl der Verordnungen Verwirrung angerichtet werde Es wäre wünschenswert, daß die landwirtschaftlichen Abgeordneten der Zweiten Kammer an der Ausarbeitung der Verordnungen beteiligt würden, dann würde vielleicht manche Klage verschwinden. Die Androhung mit Entziehung von HauSschlachtungen bei mangelhafter Milchlieserung seitens der Offenbacher Bürgermeisterei sei zwar ungesetzlich, gewesen, habe aber zunächst in Liberraschen- der Weise gewirkt. Als die Landlcnte daiw erfuhren, daK die Drohung ungesetzlich sei, ging die Milchlieferung allerdings sehr zurück. Der Redllcr teilte dann Beispiele von geringer Milchlieferung aus oberhessischen Gemeinden mit. Abg. Wolf (Wild) erklärt die verminderte Aufnahme vo» Stadtkindern auf dem Laiche mit den erschwerten Lebensbedingungen auf dem Lande. Der Redner hält seine Bemerkungen über die Landwirtschastskammer aufrecht. Abg. Hartmann (Soz.) muß als Landwirt zugeben. daß die Prelle für Getreide zu gering seien und daher es den Bauern nicht verargen könne, wenn sie nicht mehr so viel produzieren. Er würde es begrüßen, wen eine Verständigung zwischen Arbeitern und Bauern zustande käme. Abg. v. Helmolt (Bbd.) erklärt, daß er auf die Aeuße- rungen Ulrichs zurückkommen werde. Seine Bemerkungen gegen den Landesökonomierat Müller halte er aufrecht. Es fet nicht richtig, daß die Eierablieferung erleichtert worden sei, das Gegenteil sei der Fall. Nur bei sieben- und mehrköpfigen Familien sei die Eierablieserungspflicht geringer geworden. Bei kleineren Familien sei die Zahl bedeutend erhöht worden. In Preußen sei die Ablieferungspflicht, wie Redner an Beispielen nachweist viel geringer. Der Laudesökonomierat sei nicht informiert, wenn er das bestreite. Die Landwirte müßten bei dem Mangel an anderen Lebensmitteln die Eier für sich und ihre Arbeite: behalten. Die Landwirtschaft würde sich das Recht der Kritik nrcht nehmen lasten. Ministerialrat Schliephake: Die beanstandeten Druschprämien waren nötig zur Deckung des Fehlbetrages. Daß dem Landwirt mit später Ernte die Prämien nicht zugute kämen, sei bedauerlich. Die Beibehaltung der höheren Getreidepreise eine Reihe von Jahren nach dem Kriege sei erwägungswert. Die eingeführtcn Wirtschaftskarten hätten sich nicht bewährt. (Hört!) Die Ablieferung von durchschnittlich 2 Liter Milch pro Kuh iei möglich und müste aufrecht erhalten werden. Gegen die ungesetzlichen Maßnahmen zur Erzwingung der Milchlieferung sei ein. geschritten worden. Bezüglich der Eierablieferung seien die Verhältniste ganz verschieden. Die gegen einen bewährten Beamten gerichteten unbegründeten Vorwürfe werde Herr v. Helmolt bei ruhiger lleberlegung hoffentlich zurucknehmon. Die Kommissionsgebühren seien in Hesten am niedrigsten tm ganzen Reiche. Die Zahlen des Abg. Nebel geben kein richtiges Bild der wirklichen Verhältniste. Abg. C a l m a n (Natl.) hat aus den Debatten entnommen, daß die Klagen der Landwirte über die Eierablieferung berechtigt feien. Abg. Bahr (Bbd,) spricht dann noch über die Heranzieh, ung von Vertretern der Landwtrtschaft zu den Versorgungsbehörden und polemtsiert gegen den Abg. Ulrich. Minister v. Homberg -Vach erklärt, daß bis vor kurzem keine Beschwerden über die Zusammensetzung der Beträte ei:r- gelaufen sind. Damit wird die Generaldebatte um 8 Uhr ge- schlosten. Es sind nur noch 2 Abgeordnete anwesend. Verantwortlich für den politischen und lokalen Teil: Otto H i r s ch e l. Friedberg: für den Anzeigenteil: N Hevner. Friedberg. Truck und Verlag der „Neuen Tageszeitung". A G.. Frkedbera i Landwirte baut Sommerölfrüchte zur Milderung der Fettknappheit. Für das Grotzherzogtum Hessen eignen sich besonders Sommerrübsen, Mohn, Senf und Leindotter zum Anbau. Nähere Auskunft erteilt Landwirtschastskammer Darmftadt Sä den nächsten Tagen erhalle ich eine größere Anzahl wie Kippfiijge mit 1 Kchar, zwei- und drek- fekdriae Egge», Kark'sche DrUlMakchirrerz, WeKfairK DL«Kerftre»mak>: Nie», dreiteilige eijerue Giattmaleu zur direkten Agabe au die Landwirte. Die Preise sind vorgeschriebe:: und trotz der heutigen Knappheit an 'olchen Maschinen, sehr niedrig gehalten. G9fio ScSiramm, Sterbens mreis). Betc.: De Verkauf von Knochen in der Sradt Friedberg. Bekanntmachung Lch bringe hierdurch zur öffentlichen Kenntnis, daß sich der Hon- detsmanii ftetnrich Rutsch, Engels i. str Nr. 18 dahier wohn- ha,r. bereu erhärt hat, vom 1. 4. 191* ab, Knochen aller Art tonet alb der Stadt Friedberg ein ch ießtich oes Stadtteils5auet- baa, zu icmme.n und die.e an die Houp:,a>nme:steHe dahier ad- zuliejer.. Als Sammeltage sind zunächst der v. und 2. vno 15. und 16. jeden Monats vorgesehen. Auf Grund der Verordnung Lbec den Verkehr mir Knochen vom 13 4. 1916 und der Aus- führungs.e.ordnung hie zu vom 2. f>. 1916 falbere ich hiermit sämtliche Geschä tsinhaber und HauslMltungsvorrwnde der Stadt au: Knochen oller An zu sammeln Md dte,e an den vorbezeichneien Tagen, ^egen Zahlung des üblichen Preises zur Abholung bereit zu stellen. Wer Knochen auch in kleinen Mrngerr sammelt und der richtigen Verarbeitung zufüprt. erfüllt eine Pflicht gegen das Vaterland. Friedberg, den 22. März 1918. Der Bürgermeister. I. V.: Dam m. Betr: Tauben perre zur Saatzeit. Bekanntmachung Es wird hiermit angeordnet, daß amtliche Tauben in Fried- derg-Fauerbach wahrend derFnih- jahrsiaaizeit und zwar vom Sonntag, Len 24. Mörz 1318, bis Donnerstag, den 25. April 1918 ta.iernb in ihren Schlägen einzu- hatten sind. Für Mililärbrieftauben, Tauben der Müitä vermal ung und der Brieftaubenlieb haberorreine, wird die Svene vom 24. März dis 1. April 19.8 verhängt. Die im Felde auf ausgestellten Grundstücken angetrostenen Tau- den werden als herrenlos ange- ehen und im Änlerrüe der Erhaltung der Saat abgeschosten. Ueberttetungen werden unnach- stchttich zur Bestrafung angezeigt. Frirdberg. den 22. März 1918. Der Bnrgermeistee. — L V.: Seit.; Die Flelschoersorgung und die Verbrauchsregelung für die Stadt Friedverg. Bekanntmachung. Die nächste Ausgabe der Rsichsfleifchkarten erfolgt am Montag, den 25. März L Zs. und zwar: Bezirk Altes Postgebäude I. Stock. Nr. 1—150 151—300 301—450 451—500 001 «.höher von 8— 9 Uhr, 9— 10 „ 10-11 „ 11-12 „ 12-1 _ Nr. Bezirk III. Schule in Fauerbach. 1—150 von 151 u. höher.. 9 -10 Bezirk IL Lesezimmer Haagste. 10. Nr. 1-150 von 8—9 Uhr, 151-300 301—450 461—645 9—10 10-11 11—12 Bezirk II». Altes Postgebäude I. Stock. Nr. 646—800 von 8—9 Uhr. „ 801-950 9-10 „ „ 951—1100 w 10-11 _ Uhr, .. 1101—1250 „ 11—12 „ . 1251 ».höher ^ 13—1 m Die vorstehende Zrlteinteilnng ist genau einzuhalten. Die Flriichzusatzrarten für Schwerst- und Schwerarbeiter werden am Mittwoch, den 27. März 1918, nachmrttags von 2 —i Uhr in Zimmer Nr. 12 des Stadthauzrs gegen Borlag« der alten Stammkarten aus gegeben. Die Ftelichkarien sind an der hierfür vorgesehenen Stelle mit dem Namen der Inhaber dieser unter Benutzung von Tinte zu beschreiben. Alsdann find die Namen der Metzger und die Nummern der Knndenliften auf den hierfür vorgesehenen Linien auf der Vorderseite der Stammkarte am zweckmäßtgften sofort nach Empfang derselben von dielen eintragen zu lasten. Erst hierdurch erlangt die Karte ihre GültigUit. Die Metzger sind strengstens angewiesen. Inhaber von Karten, die mit deren Namen, den Namen der Metzger und den Nummern der Kundevttsten nicht beichrteben sind, vom Fleischbezug insolange auszuschließen, bis dies erfolgt ist. Diese Maßnahmen, die mit der Führung der Kundenlisten, mit einer geregelten Aogabe des Fleisches von den Metzgern an ihre Kunden und mit drr p -lizeiltchen An- und Abmeldung von Zu- und Wegzügen von sieiichbemgsberechtigten Personen zusammenhängt, ist unter allen Umständen einzuhaUen. Die Ausstellung der Fleifchbezugsschetne für Ziranke und schwächliche Personen, sowie die Abgabe der Reichsflet.chmarken erfolgt unter Vorweis der kreisamtlichen Ausweise nur am Montag Nachmittag jeder Woche von 3—4 Uhr. Sip Bezugsscheine nach den Pastantenlisten und den hierzu gehörigen Reichssieischmarken sind an denselben Tagen zwischen 11 und 12 Uhr vormittags in Enipfang zu nehmen und hierbei die tn. der vorhergehenden Woche Aefammcllen Fleischnrarken pünktlich abzuftefern. Abänderuncen in den Reichsflellchlarten über Zu- und Wegzüge von Familien, sowie der Umtau ch auswärtiger Fleischmark» für Fremde, die sich nur vorübergehend hier aufhalten, erfolgen am Dienstag jeder Woche, vormittags von 8—12 Uhr. Sämtliche Anträge, wie vorstehend ausgejührt, erfolgen t» Zimmer Nr. 12 des Stadthauses. Frirdderg, den 22. März 1918. Der Bürgermeister. _ I. V.: Dam m. Kekanntmnchttng. Die Volksküche bleibt von Donnerstag, den 28. März bis Mittwoch, den 3. April geschlossen. Die nächsten Samstag gelösten Wochenkarten habe« für die Vorwoche der Karwoche, und die Nachwochr nach Ostern Gültigkeit. __Der Vorstand der Volksküche. Holzversteigerung im Freiherrlich von Heyl'fchen Revier Engeltal. Mittwoch, den 27. März, nach Zuianlmenkunst 1 Uhr an der Eiche bei Engeltal. aus: Kühmark 1l, 12 n. 15, Tiefes Tal. Ield- jchlag und Bönstädter Weg: Scheiter rm: 50 Buchen, 86 Eichen, 12 Birken; Prügel rm: 9 Buchen. 128 Eichen. 31 Birken,' Släcke rm: 13 Buchen, 4 Eichen: Reiser rm: 66 Buchen. 681 Eichen, 126 Birken. 12 Lärchen,' Stämme. 2 Fichten V. Kl. - W 0,62 km. 2 Lärchen HI. Kl. --- 2,68 fm; Derbstangeitt 4 Stück Fichten — 0,36 tm. Liüöieum-Wachs frisch eiugetroffeii. Tapeten- und Llnoleunihnnü Jean Kogler« ££? Danksagung. Für die üb'eraus zahlreichen Beweise inniger Teilnahme bei der Beerdigung un eres im Juli 1917 auf dem Felde der Ehre gefallenen und nun über, führten unvergeßlichen Sohnes, Bruders, Schwagers, Onkels und Neffen Gefreiter HekNNch Rieh sowie für die zahlreichen Kranzspenden, Blumen'penden der Schulkameraden, dem Turnverein und Iungwehrmannschaften für ihre Kranmiederlemng. den beteiligten Mitgliedern des Kriege-o?reins und den trostreichen Worten des Herm Pfarrer Clotz jagen wir Allen auf die.em Wege unseren tiefempfundenen Dank. Weckesheim, den 22. März 1918. Im Namen der trauernden Hinterbliebenen: Heinrich Metz n. Familie. Beizt das Sommersaatgut mit dem bewährten USPULUN Vernichtet die pilzlichen Schädlinge an Weizen. Hafer. Gerste. Rüben* Knäulen. Bohnen, Erbsen und ^emiisesämer’cien Erhöhung der Erträge infolge Verbesserung der Keim- und Triebkraft. Kein Verheizen des Saatgutes. Bequeme Anwendung. — Fül Oemüsesäme- reien handliche Spezialpackung. Erliättlleli in «Ben nBiliehen Verkaufsstellen» Farbenfabriken vorm. F. ledr. Bayer & Co.. Leverkusen bei Cö»n, Abt. für Pflanzenschutz und Schädlingsbekämpfung. Generat-Verlrpluns uml Haupt nierierlage für Grossherzogtum Hesen und Hessen-Nassau; R. * H. PENNRICH io Bingen am Rhein. Mainzer Strasse 26 . Strohsack e 100/200 135/200 bezugssclielnfrei Mayer J, Kirsch, Friedberg, dem Rathause gegenüber. 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März 1918. 8 er jlrjifimgs Arisschnß des Grjggklvkrdksereins zu Friedderz WW i® « i. m» j.m. i. M«, t. II. Geschäftsstelle Frankfurt a. M., Kronprinzenstrahe 41. (Kronprinzenbau.) — Femrus Römer 420H. ÄSkOstunven. Moniao. Diensran, Donnerstag, .^retraa, nachmittag» — Geschäftsanzeigen in diesem Raum mir für «mrerr Mitglieder: dieselben find kostenlos, jedoch muh bei Aui- ga,e der Anzeige aus die Mitgliedschaft hingewiefen werden. Eine Ringelwalze zweiteilig mit FahroorUchtung, einige Jahre in Gebrauch, preiswert zu verkaufen bei Heinrich Che. Fauerbach» _Büdesheim. (Oberh.) Mleesamen hat abzugeben liarl Siefen, Reichelsheim i. W. 'Als hü fche Konfi» nations» ge.chenke empfehle eine . ariie Damen- n Herren- autzerd m ist eme umfangreiche Sendung Herren- « Änaden- Strohhüte eingetroffen. Clementkoe Stern, Friedberq. Kai,erstratze 5i, gegenüber der Engel-Äpotheke. 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Auch Hafer, Sommergerste, Sommerweizen» Rübenknäule. Bohnen und Erbsen sind dankbar für eine Bet. zung gegen die verschiedensten Krankheitserreger und hierbei Hai sich nach den Erfahrungen der Wissenschaft und Praxis da» bekannte ..U f p u l u n" vorzüglich bewährt. „Ufpulun" lötet die Pilzkeime, fördert die Keim- und Triebkraft und ist bequem anzuwenden. Von zahlreichen Praktikern sind Steigerunge« der Erträge infolge der Ujpulunberze festgestelU worden. #