Unmmer 69 _ _Freitag, den S2. Mar? 1918 11. Jahrgang. Die „Jene T aeesieituny" erichemt seden Werltai. Regelmäßige Beilagen „Oer Kauer au» Helfe»". „Wie Spinukabe". He»«gapreis: Be' oen Poitanstalten merleuatirilch Mt. 2.40 hinzu tritt noch das Bestellgeld: ^ei oen Renten monatlich 85 Psg. einschließlich Tragerlotm. A»?ergen: Grundwerte 25 Psg„ lokale 20 Anzeigen von auswarrs «erden durch Bo-tnachna -ms » erhoben. Eriüllnnason ^edbera. Schriftleittrua und Uerlaq vnedbera lHeisen». >anauer^rage 12. ^ecnvrecher 48. Po tj heck-Ls arg Re. 18»9. I nt ^rantturt a. M. ie p|t Zchlch! in Selre in (iangr. In breiien Abschnitten die Artillerielchlacht mit voller Wncht entbrannt. — In Teile der s?itf!t! 'trn Stellung ringedrnngen. — 680000 Tonnen im Februar, 15100 090 Tonnen seit Kriegsbrginn versenkt. — Amerika belchlagnchmt die hoUändijchen Schiffe. Der deutsche Generalstab r'- ^._ meldet: = ü W. T. K. Grotzes Hauprqnarrier, den 81. Mar?. Amtlich. Westlicher Kriegsschavylatz. Heeresgruppen Kronprinz RupprechS Zwischen Dixmuide und La Bassee blieb auch gestern die Erkundungstäligkeit rege. Der Artilleriekampf nahm am Abend bei ausk'.ärendem Wetter an Stärke zu. An der übrigen Front lebte die Gefechtstätigkeit vorübergehend auf. Heeresgruppe Deutscher Kronprinz Auf dem Siiduier der Cijt, nördlich von Reims und in der Champagne war das Artilleriefeuer vielfach gesteigert. Heeresgruppe Gallwitz. Der Artikleriekampf vor Verdun nahm am- Abend große Heftigkeit an. Bayerische Kompagnien übcrranten südwestlich »on Ornes in überraschendem Angriff dte ersten feindlichen Linien. Sie stießen bis zur Brule-Schlucht durch und nahmen ftnen Bataillonsstab und mehr als 240 Franzosen (darunter zwanzig Offiziere) gefangen. Westlich von Apremont drang Hetnische und niedersächsische Landwehr in die französischen Gräben ein und brachte 78 Gegangene zurück. Heeresgruppe Herzog Albrecht. Auf den, Ostufer der Mosel und bei Nomeny führten wtr erfolgreiche Erkundungen durch. Das Zerstörungsfeuer der französischen Artillerie am Paroywalde hielt a» In breiten Abschnitten der Westfront ist heute früh die Ar- tillerieschlacht mit voller Wucht entbrannt. Oesterreichisch-un- garische Artillerie hat sich am Kampf gegen Engländer und Franzosen beteiligt. Oste«: Heeresgruppe Mackensem Truppen des Generals der Infanterie Kofch haben in der Ukraine die Handels- und Hafenstadt Eherfon genommen. Der Erste Generalqrmrtiermeifter: Ludendorff. Abendderichl. Berlin. 21. März, abends. (WTB Amtlich.) In belgisch rmd französisch Flandern, nördlich von Reims, in der Champagne. vor Verdun und in Lothringen haben sich die Artillerje- kärnpfe verschärft Zwischen Cambrai und La Före sind wrr in Teile der Huglijhsa Stellungen eingeornugett. % Der österreichische Generalstab -7^^^ meldet: - Wien, 21. März. (WTB) Amtlich wird verlautbart! Oesterreich-ungarische Artillerie hat auf dem westlichen Kriegsschauplatz m den Kampf gegen die Franzosen und Engländer eingeariffen. In Benetien lebte die Gefechts tätigkeit mehrfach betracht. llch auf Der Chef de» ^-»eralftabe». Der bulgarische Grncralstab >r——■—■_ meldet: === == -r Sofia. 19 März. (WTB) Generalstobsbericht. Mazedonische Front. Westlich des Prefpasees bombardierte unsere Artillerie mit Erfolg mehrere Infanteriegruppen im feindlichen Hintergelände. Auf Ccrvena-Stena, in der Ebene westlich von BitoUa und im Cernabogen, bei Markovo mehrere feindliche Artillerieangriffe, auf welche unsere Artillerie erwiderte Südlich des Dorfes Ruma war die feindliche Artillerie- lätigkeit zeitweilig lebhaft. Feindliche Flieger warfen Bomben auf unsere Lazarette östlich des Wardar. welche gut als solche zu erkeunen waren. Dobrudfchcftront: Waffenstillstand. 68060 ) Tonnen! Keit 1. Februar 1917: 10 270000. Berlin, 20. März. (Amtlich.) Im Monat Februar sind durch kriegerische Maßnahmen der Mittelmächte unter Hinzurechnung des in den bisherigen Monatsveröfsentlichungen noch nicht verrechncten Teils der vom Hilfstreuzer „Wolf" erzielten Erfolge insgesamt 680 000 Bruttoregistertonnen des für unsere Feinde nutzbaren Handelsschiffsraumes vernichtet worden. Danach beläuft sich das Gesamtergebnis der Vernich, tung seit Beginn des uneingeschränkten UBootkrieges auf insgesamt 10 270 000 Bruttoregistertonnen. Durch die kriegerischen Maßnahmen der Mittelmächte ist der unseren Fetnden zur Verfügung stehende Welt-Handels- schiffsraum r eit Kriegsbeginn bts zum 31. Januar 1918 um rund 15100 000 Bruttoregistertonnen verringert worden. Hiervon entfallen rund 9 400 000 Bruttoregistertonnen auf die englische Handelsflotte. Der Che? de» Admiralstabs der Mariae. V -- Hiinliird’fH vim Zer lirr bkiriissstn. Berlin, 21. März. (WTB. Anrtlich.) Torpedoboo'sstreit- fräfte in Flandern haben am 21. März früh in drei Gruppen die Feste Dünkirchen, sowie militärische Anlagen bet Bray-Du- nes und de Panne nachhaltig unter Feuer genommen. Die Aufschläge lagen überall gut, in dem umfangreichen Barackenlager bei de Panne, da» mit 800 Schuß belegt wurde, brachen zwei große Brände aus. Die Küstenbatterien erwiderten das Feuer heftig, aber ergebnislos. Auf dem Rückmarsch kam es zu einem Feuergefecht mit einigen feindlichen Zerstörern, die sich jedoch zurückzogen, nachdem sie mehrere Treffer erhalten hatten. Die am Vorstoß beteiligten Streitträfte sind ohne Beschädigungen rmd Verluste eingelaufen. Zwei unserer kleinen Vorposrenboote sind heute Nacht von einer Fahrt westlich Ostende nicht zurückgekehrt und müssen als vermißt gelten. Der Chef des Admiralstab» der Marine. Die oroSe Schlacht im Westen. So hat deun dte große Schlacht im Westen, dte wohl das fürchterlichste Kämpfen werden wird, das die Weltgeschichte kennt, begonnen. Wohl hätten wir gerne das Trauerspiel vermieden, obnr unsere Feinde haben es anders gewollt. In schrecklichem Ringen messen noch einmal die Gegner ihre Kräfte. Dir Anfänge sind gut. Mit knappen Worten meldet der gestrige Tagesbericht: „In breiten Abschnitten der Westfront ist heute früh die Artilleriefchlacht mit voller Wucht entbrannt", und der heutige Abendbericht weiß schon zu sagen: „Zwischen Cambrai und La Före sind wir in Telle der englischen Stellungen eingedrungen." Wtr hegen die feste Zuversicht zu unseren unvergleichlichen Verteidigern und ihrer herrlichen Führung, daß unser Ziel erreicht werden wird. Wtr wißen, daß die Oberste Heeresleitung nichts ohne dis sorgfältigste Vorbereitung unternimmt und daß dem Willen zum Sieg der Erfolg noch niemals versagt blieb. Hoffen wlr, daß der Herr der Heerscharen mit uns und unserer gerechten Sache ist, möge er unsere Waffen segnen, auf daß aus der blutigen Saat dte Keime des Friedens entsprießen mögen. » Gebete für die Westoffcnstve. Erzbischof Faulhaber in München hat auf den nächsten Sonntag, den 24. März, in allen Kirchen seiner Diözese eine nllge» meine Betstunde für das Gelingen der Operationen im Westen ungeordnet. „Dte Stunde zum entscheidenden Schlag ist gekommen", heißt es in dem Erlaß. Die Gläubigen sotten ferner zum andauernden Gebet und öfteren Empfang der Sakramente während des Kanrpfes ermahnt werden. Die Fliegerkämpfe im Februar. Berlin, 20. März. (WB.) Im Februar verloren unsere Gegner durch unsere Kampfmittel auf allen Fronten tm ganzen 138 Flugzeuge und 18 Fesselballons. Wir büßten durch feind- lichs Einwirkung 61 Flugzeuge und 3 Fesselballons ein. Davon sind 26 jenseits unserer Linen geblieben, die übrigen über unserem Gebiet zerstört worden. Auf die Westfront alle-in entfallen von den 138 Flugzeugen 132, von den Deutschen 58. 10S der feindlichen Flugzeuge wurden im Lustkampf, 25 durch Ab. wehrgeschütze abgeschossen. 5 landeten unfreiwillig hinter unseren Linien. 59 sind in unserem Besitz, die übrigen find jenseits unserer Linie erkennbar abgestürzt. Wärrbente an der Westfront. An der Westfront wurden vom 1. bis 20. März 2690 Mann, darunter über 70 Offiziere und zwei Bataillonsstäbe. gefangen genommen Roch den bisherigen Meldungen wurden 102 Flu^ zeuge, 21 Fesselballone der Gegner abgeschossen, gegen 40 Ma, schinengewehre und 20 Schnelladegewehre erbeutet. ^kr Frikdk von ßrflMitonilfc rnMttt. Berlin. 21. März. (MTB. Nichtamtlich.) Die „Norddeutsche Allgemeine Zeitung" meldet: Im Aufträge des Votkskommissa. riats für auswärtige Angelegenheiten überreichte heute i» Auswärtigen Amte Herr Petrow, Vorsitzender der Komm'ssiov für auswärtige Angelegenheiten im Sowjet, eine offizielle f^ rtft- liche Mitteilung darüber, daß der Friedensvertrag von Brest. Litowsk am 16 d. M. von der außerordentlichen allrussischer Versammlung der «Räte der Arbeiter. Soldaten. Bau.'rn und der Kosakendeputation in Moskau ratifiziert worden ist. Das Alt matmn an Holland. Amsterdam. 20. März. (WTB.) Der Amsterdamer Ver'-reie, des Wolffbureaus erfährt (in Bestätigung früher r Meldungen) aus Haager parlamentarischen Kreisen, o'-i Grund der heutigen Loudonschen Rede ein Einvernehmen oarüber herrscht, daß die in Holland befindlichen holländischen Schiffe durch dar Uuktimatum der Entente unberührt bleiben. Nur der im Aus. lande befindliche Schiffsraum wird von den Forderungen der allierten Negierungen betroffen. Die dem Verrreter des .Al» gemeen Handelsblad" durch Unterstaatssekretär von dem Bussche abgegebene Erklärung betr. Deutschlands Stellungnahme zur Frage des holländischen Schiffsraumes in Holland und einer etwaigen Ermöglichung der Versorgung Hollands durch Pendelverkehr dieser Schifte wirkte beruhigend. Deutsche Gegenmaßnahmen. Haag. 21. März. Der Berliner Korrespondent des ..Nieuw« Rotterdamfche Courant" berichtet, in Berlin von zuständiger Seite erfahren zu haben. Deutschland hege keine feindlichen Ab. sichten gegen Holland, sei aber gezwungen. Maßnahmen zu tref. fen. die die praktische Durchführung einer Vermehrung der En- tent'etonnage durch neutralen Schiffsraum verhindern. Köln, 20. März. Die „Kölnische Zeitung" sagt neuerlich in einem Artikel über die Abtretung niederländischer Schiffe' Di« Preisgabe des in holländischen Häfen befindlichen Schiffsraumes an unsere Feinde würde einen schweren Verstoß gegen die hol. ländische Neutralität bedeuten, der selbstverständlich seine Folgen haben würde. In Deutschland kennt man die schwierige Lage genau, in der sich Holland dem berufenen „Beschützer de, kleinen Mächte" gegenüber befindet, und man wird eine Entscheidung Hollands, die uns der Notwendigkeit eines derartige» Eingreifens enthebt und die Fortsetzung der freundlichen Beziehungen zu Holland weiter gestattet, sehr begrüßen. Die Entente lehnt ab. Genf. 21. März. Der „Matin" meldet, die Alliierten habe« offiziell die Bedingungen Hollands abgelehnt. Der „Temps* schreibt, unter keinen Umständen kann dte Entente die ihr vo« Holland gestellten zn>ei Bedingungen annehmen: erstens, das Verbot des Transportes von Waffen oder Kriegskonterbanda auf den im Dienst der Entente stehenden holländischen Schiffen, zweitens, das Verbot der Bewaffnung ihrer Schiffe. Die holländischen Schifte in Amerika beschlagnahmt. Rew-Pork, 20. März. (WTB) Reutermeldung. Der President erließ eine Erklärung, in der er zur Beschlagnahme der holländischen Schiffe in den amerikanischen Häfen am Mittwoch nacht ermächtigt. Der Schritt wurde getan, nachdem das Kriegshandelsamt erfahren hatte, daß Holland das amerikanische Ultimatum, dte Schiffe auszuliefern, abgelehnt habe Pas LntknlkabkaMkn mit Kchrne-k«. London. 21. Marz. sWTB.) Das Reuterjche Burean erfahrt. daß zuversichtlich zu hoifen sei, daß zwischen den Alliierten und Schweden in naher Zukunft ein allgemeines Abkommen werde geschloffen werden. Im Zusammenhang damit würden Vereinbarungen getroffen werden. Schweden endgültig Erleichterungen für die Erlangung von 100 000 Tonnen Weizen. 100 000 Tonnen Mais und 50 000 Tonnen Hafer zu sichern. Die Weizen. Verschiffungen würden im Aprt! und Mai vor sich gehen, die von Mats und Lirser später. Es verstehe sich, daß dies nicht die Gesamtmenge der von den Alliierten gelieferten Vorräte sei und daß Schweden weiter Vorräte an Lebensmitteln nach einiger Zeit werde erwerben können. Sofort nach Abschluß des Abkommens würden diese Vereinbarungen in Kraft treten. Für uns Vollkommen yleichgültiq! Berlin, 21. März. Die „Norddeutsche Allgemeine Zeitung" schreibt offiziös: „Die Entente und der Ostsrieden" „In der neuesten Expektoration des englischen Minister des Auswärtigen wird wieder einmal mitgeteilt, daß die Entente die von uns mit dem Osten geschlossenen Friedensverträge nicht anznerkennen beabsichtige. Wir machen erneut darauf aufmerksam, daß eine derarfige Anerkennung die weder kämmt noch notwendig ist, für uns vollkommen gleichgültig ist. -s $fihmg*r Der Mmm. der letzt al» Ministerpräsident cm Me Spitze der rumänUdfen Regierung tritt, ist kein unbeschriebenes Blatt. Er ist ein politischer Charakter, und wenn leine Ailfgabe. sein niedergebrochenes Land wieder aufznrichten und sein Handeln die Erinnerung an die ganze letzte Zeit zu löschen, auch schwer und dornenreich ist. so wird man ihre Lösung doch gerade ihm zutrauen. Sein Name steht in der ganzen Welt in engster Verbindung mit dem Lande, dessen politische Leitung er jetzt übernimmt. Der Ruf eines hervorragenden Diplomaten gebt ihm voraus, und wir zweifeln nicht daran, daß er sein Bestes hergeben wird, Rumänien aus der Epoche des Niederganges, in die es durch verbrecherische Politiker geriet, wieder zu lichteren Tagen zu führen« Itaffl lpair'rher MinjllttprWkllt. Madrid» 21. März. sWTB.) Reuter. Maura wurde mit der Kabinettsbildung betraut. Maura ist der Führer der spanischen Konservativen, die eine unbedingte Neutralität verfechten. §l!g ffrßfbms da Londorm fonfmit?. Unruhen in Kelndschiffmr. Amsterdam, 20. März. (WB.) Nach englischen Blötter- weldungen gibt das indische Amt bekannt, daß in Belu- d^chtstan Unruhen ausgebrochen sind und Maßregeln gegen die Maristamme getroffen werden mußten. Britische Flie- ger warfen zweimal Bomben ans die Lager dieser Stämme. Berlin. 21. März. Der „Temps" meldet aus Rotterdam: Her ..Manchester Guardian" berichtet, daß das Hauptergebnis der Londoner Konferenz der Beschluß war. nie mit den Zentralmachten zu verhandeln und den Krieg als Kraftprobe fsrtzu- ketzen. Genf. 20. Marz. lieber das Ergebnis der Londoner En- ten^ekonferenz erklärten sowohl Elem'-nceau wie Orlando und Viffolati den Pressevertretern. mau habe über manche wichtige Fragen in London eine Einigkeit nicht erzielen können. Pichon hat sich nach seiner Rückkehr nach Paris gleich krank gemeldet And hütet das Zimmer. Die Entente und Japan. Mailand. 21. Marz. Die jüngste Konferenz der Alliierten tu London ist nach einem Bericht der „Stampa" aus Rom durch besondere Gründe veranlaßt worden. Eine längere Unterredung Lloyd Georges mit König Georg ging ihr voraus. Sie hat sich auch mit der allaemeinen politischen Lage befaßt. Ihre mehrtägige Dauer bewies den Ernst der behandelten Fragen. Be. züglich des Einschreitens Japans in Sibirien sollen dre Alliierten dahin üb.rei «gekommen sein, ihm nur unter der Bedingung zuzustimmen, daß der Friedensschlutz Rußlands nicht zu dessen Nachteil ausgebeutet werden dürfe. Die ..Idea Nazronale" betont. die Zusammenkunft sei eine Kriegskonferenz gewesen. Dnmanien und die Entente. r Genf, 21. Mörz. Das „Petit Journal" meldet aus London, lm Unterhause teilt- Cecil mit, daß der diplomatische V/rkehr zwischen Rumänien und der Entente aufgehört hat. Es schwcben Verhandlungen über den Forttransport der alliierten Staatsangehörigen aus Rumänien. Marghikoman. DerNn, 21. Marz. (WTB. Nichtamtlich.) Ueber Alex- Ander Marghiloman schreibt die „Norddeutsche Allgemeine Bewegung in Marokko. Genf. 21. März. Der Korrespondent des „Temys" in Tanger meldet, daß in Marokko eine starke Bewegung gegen das französische Regime entstanden ist. Es wird mit der Notwen- digkcit gerechnet, französische Verstärkungen heranzuziehen. zumal die Bewegung eine Art heimlichen Krieges darstellt und eine muselmanische sei. De rntziilchkn flfrlnüe im Mmr. Aus London wird mittelbar gemeldet, daß die englischen Gesamtverlüfte im Februar mit Ausnahme der Verluste der Flotte sich auf 93 672 Mann und 3018 Offiziere belaufen. Dev Fliegerangriff auf Freibnrg. Berlin, 20. März. MTB) Der Fliegerangriff auf Freiburg t. Br., über den schon kurz berichtet wurde, erfolgte am 13. März um 4 Uhr nachmittags und wurde von acht Flugzeugen ausgeführr. Er hat sich zu einem besonders empfindlichen Fehl, schlag für unsere Gegner gestaltet. Von den acht Flugzeugen blieben drei ln unserem Besitz. Wie weit der zurückgekommene Rest des Geschwaders durch das Feuer unserer Abwehrgeschütze und die Angriffe unserer Flugzeuge beschädigt worden ist. steht dahin. An den Abschüssen haben die Abwehrgeschütze, die Fluggeschwader des Heimatluftschutzes und unsere Jagdflieger an der Front, die dem Gegner den Rückweg verlegten, fast gleichen Anteil. Die Erfolge, die der Abwurf von etwa 20 Bomben auf die offene Stadt Freibnrg erzielte, find gering. Aber ste zeigen den Zweck, den unsere Gegner mit ihrem Angriff verfolgen. Eine Krankenschwester und zwei in einem Lazarett in Pflege befindliche Personen wurden von den Bomben getroffen, und die Martinskirche wurde beschädigt. Des weiteren wurde einiger Schaden an den Dächern und und Fensterscheiben von Pri- vatgebä^den angerichtet, und zwei Bürger wurden verletzt. Es zeigt sich also klar, daß unsere Gegner durch ihre Angriffe auf offene Städte deutsche Frauen und Kinder zu töten, die Wohnstätten friedlicher Bürger zu vernichten, unsere Gotteshäuser rmo Kunstdenkmäter zu zerstören suchen. Dank der Kraft und der Wachsamkeit unseres Heimailnftschutzes war es ihnen wsher nicht vergönnt, nennenswerte Erfolge durch diese Kampfesvetse zu erzielen, die fle als erste begonnen haben Sie zwingen aber uns durch ihre Anqrisfe dazu, Gleiches mit Gleichem zu vergelten. und schreien dann über Barbarei und Hunnentum. wenn der deutsche Vergeltungsschlag schärfer und kräftiger aussüllt, als ihre Herausforderung. Marnm England den Kr'kg bis M änfirfin forilkhkn rni!!! Englands zielbewußtes Streben, unter der heuchlerLscheir Maske des Beschützers der kleinen und unterdrückten Rationen seine Zwingherrschaft immer mehr zu befestigen und auszudehnen. wird im „Avanti", dem italienischen Soziallstenblatte vom 22. Februar gebührend an den Pranger gestellt. Wie der Ver- saffer des zensurierten Artikels. Eamoglio, eingehend ausein- andersetzt, will England den Krieg bis zum äußersten fortsetzen, „1. um durch Fortsetzung desselben die unbedingte ökonomische Vernichtung Deutschlands zu erreichen, das England unter seiner Faust halten will. 2. zur Erschöpfung seiner eigenen Verbündeten und zu deren ökonomischen und politischen Erdroffelung." England findet nach „Avanti" leicht die Mittel, um den Krieg zu verlängern und seine Verbündeten finanziell durch seine Anleihen zu unterstützen. Aus diese Weise erreicht es dre! Ziele: 1. seine Verbündeten während der Dauer des Krieges stark z« machen, 2. die Verschuldung der Verbündeten sich selbst gegenüber stark zu vergrößern. 3. durch diese Verschuldung die vet» schuldeten Nationen in eine ökonomische und politische AbhäVS gigkeit zu versetzen. England, das heute mindestens von unseren Kriegshetzern als die Beschützerin der Rechte der unterdrückter« Völkerschaften angesehen wird, wird laut rufen können: „Di« Welt ist auf dem Wege, rasch englisch zu werdend Um die letzten Neutralen. Holland hat sich den Forderungen der Alliierten untenvor fen. Es hat genehmigt, daß vorläufig bis zum 15. April holläw dische Schi'fe im Dienste der Entente fahren sollen. Die Eno tente erhält dadurch, wie man ausgerechnet hat, 300 000 Torv> nen neuen Schiffsraum und schiebt den Krieg durch Hollands Hilf' einen Monat hinaus. Einen Monat wird es dauern, bis unsere U-Voote den Raumzuwachs Englands vernichtet haben, einen Monat, dann ist der alte Standpunkt wieder hergestellt« Es wird daher nicht überraschen, wenn wir hören, daß die En«> tente auch die übrigen Neutralen knebeln und knechten, wenn sie auch diese zur Hergabe ihres Schiffsraumes zwingen will. Untz jedr Neutrale, der sich der Entente unterwirft, hilft denKrieq um ein Kurzes htnausfchieben, aber schließlich kommt doch das Ende, denn einmal kören auch die Neutralen, die Schiffsraum besitzen, auf. Groß ist chre Zahl ja nicht mehr. Die Unterwerfung Hollands darf nicht überraschen. MaH tollte das Land anders tun. Es hat sich an Deutschland ge« wandt, hat gehofft, Getreide und Kohlen zu erhalten. Deutsch« land aber mußte abiehnen. Es konnte keine Zusagen machen^ da es für sich zu sorgen hat. So -rar Hallen" der Entcuts ausgeliefert, denn es ist auf die Zufuhr angewiesen, es ist abs hängig von Amerika und England. Dieses alles Katzen wir zO berücksichtigen, wenn wir über Holland ein Urteil fällen wollen. Das Land ist uns nicht feindlich, es will uns nicht feindlich sei», und hat sich gewehrt gegen die Zumutung, bis es ichließl ch ketz nen anderen Ausweg sah, als den, sich der Forderung der Enrent« zu beugen. Unser Verhältnis zum nachbarttckren Holland wird daher auch nicht feindlich werden, sondern wie bisher werden wiH Holland als einen neutralen Etat behandeln und seine Notlag« Grane Gefahren. Roman aus der Gegenwart von M. Gonlard. Echmk. Nachdruck verboten. „So, so. sagte fle Dir das?" „Ja. Sie sagte mir auch, daß sie es für ihre Pflicht gehalten habe, den Unseren — ich meine England — ihre Dienste an- zubleten." „Du glaubst also, die edle Dame habe sich aus lauter Vater, landsliebe geopfert?" Heln sah unsicher zu ihm auf. „Du bist so sonderbar. Fred? Du halst das natürlich nicht für möglich. Aber vergiß nicht, daß wir Engländer sehr stolz auf unser Vaterland sind und alles dafür zu tun vermögen." Er winkte abwehrend mit der Hand. „Ich weiß, ich weiß. Helen. Und ebenso selbstverständlich findet ihr es. dah wir das Recht zu diesem Stolz nicht haben — daß wir es nicht hoben dürfen. Doch lasten wir das! Wir wollten ja nicht davon sprechen. Hast Du noch nicht darüber nachgedacht. daß Frau von Düring schon vorher, ehe sie Brie^. für Dich besorgte, eine Person in Holland hatte, die Briefe ür ste nach England — und vielleicht auch anderswohin besorgte? Und sagtest Du mir nicht, daß sie ihre Zech-, die Allerweltsmary, immer mit den Briefen nach Lolland jchickte?" „Ja. wieso, was meinst Du damit?" „Ich mein«, wenn ich nichts in meinen Briefen zu verbergen habe, dann brauche ich sie nicht heimlich über die Grenze bringen zu lasten. Mas übrigens, nebenbei bemerkt, eine recht kostspielig« Briefoeförderung ist." Helen antwortete nicht gleich. Nachdenklich blickte sie vor sich hin. *£u meinst doch nicht etwa, daß —" ( ja. das meine ich. Die ist sogar klüger gewesen als Dein kluger Papa. Die hat ganz bestimmt noch mit einer anderen Macht in Verbindung gestanden." ' »Aber datz ist ja schrecklich. Ganz elend wird mir, wenn lck) nur daran denke. Hätte ich sie doch nie gesehene „Zu diesem Wunsche hätte ich allen Grund. Hast Du schon überlegt, was nun werden soll?" „Was werden soll?" Erstaunt hob sie den Kopf. Grenzenlos erschreckt sahen ihn die dunklen Augen an. .Was soll denn noch werden? Ich habe Dir alles erzählt. Pu hast mich dafür ausgescholten, und nun ist's gut. Nun wollen wir nie wieder davon sprechen." Um Werkheims Lippen zuckte es und leise Ungeduld klang durch seine Stimme, als er sagte: „So leicht kann ich es mir leider nicht machen. Ich bin gezwungen, den Vorgang zu melden. Ich darf mich nicht zum Hehler machen." „Fred!" In maßlosem Schreck sah sie ihn an. „Fred. Du scherzestI Du willst mich ängstigen! Willst mich für mein unbesonnenes Tun strafen! Sag, daß es so ist. Fred!" Sie tat ihm leid. Sie war doch noch ein rechtes Kind. Sogar die^e schwere Zeit hatte noch nicht vermocht, sie etwas zu verfiefen. „Es hilft alles nichts, Helen, es ist so, wie ich sage. Ich bin gezwungen, es zu melden. Ueberlege doch mal: Gesetzt den Fall, ich schwiege, irgend jemand aber hätte die Düring gesehen? Was dann? Oder sie wird abgefaßt und sagt selbst aus, wo sie in der betreffenden Nacht gewesen ist. Würde man Dich nicht für ihre Mitschuldige halten? Und würde der Schein nicht wirklich gegen Dich sein?" Sie barg ihr Gesicht in den Händen und begann zu Mucken. „O Gott. Fred, ich komme um vor Scham. Wenn ich — womöglich — vor —" Er sah auf das schimmernde Goldhaar. Die feinen Nackenhärchen bewegten sich leise hin und her. Konnte man ihr ernstlich zürnen? Es war unmöglich! — Er zog ihr die Hände vom Gesicht und küßte die tränenfeuchten Augen. „Komm her, Liebling, nun wollen wir mal vernünftig sein. Es wird den Kopf ja nicht gleich kosten. Melden muß ich es, Du kennst meine Gründe. Und auch sowieso — ich bin kein Freund von solch stillgeschwiegenen Geschichten. Aber ich hosfe bestimmt« daß nicdtS daraus entstehen wird. Schließlich am letzten Ende ist es ja begreiflich, datz Du sitz aufnahmst." „Nicht wahr?" sagte sie eifrig, und die eben noch ritz Tränen schwimemnden Augen glänzten, „Ich bin ja auch so schon bestraft genug, glaub' es mir! Ich war immer so stolz darauf, eine Engländerin zu sein. Und nun? Nun muß ich datz mit Frau von Düring erleben. Denke doch nur. eine Engländerin politische Spioninl Und dann, was mnk das Schrecklichste ist — der Papa! Wie bin ich immer stol§ af ihn gewesen! Er galt mir als der Inbegriff alles Tuch' tigen. Ehrenhaften. Und nun dingt er selbst Spione, um Deutschland wirksam zu bekämpfen. Es muß sehr traurig mit uns stehen, wenn es schon so weit mit uns gekommen ist * Werkheim strich ihr zärtlich über die blonden Haar« Er hütete sich diese Aufwallung zu bekämpfen. Es könnt« nichts schaden, wenn Sir Edward Douglas' Heiligenschein in den Augen seiner Tochter etwas verblaßte. Auch daß bei englische Größenwahn einen kleinen Dämpfer bekam, war sehr gut. Das Stur-bad konnte die heilsamsten Folger» haben. Am liebsten hatte er von Herzen aufgelacht über lhrek moralischen Katzenjammer. So sagte er nur: „England ist sicher ein großes Land und die Engländer sind unbestritten ein tüchtiges Volk. Nur können sie nicht vertragen, wenn auch andere Völker, andere Länder groß und tüchtig werden. Und Dein Vater ist darin einer der schlimmsten. Er nennt das Volksbewußtsein und Vaterlandsliebe. Ich freue mich, daß Du endlich anfängst. Dich mit unbefangenen Augen um« zusehen. Nicht nur durch die Brille britischr Unfehlbarkeit Und wenn dies Erlebnis mit der Düring diesen Wandel be« wirkt hat. dann kann ich der Frau noch dankbar sein. Und« Nutzen sollen sie durch das, was sie ihnen verraten hat, nichß haben. Dafür wollen wir schon sorgen." „Wenn doch nur dieser schreckliche Krieg erst zu End^ sein wollte!* \ Fortsetzung folgt owroigen. AVer wir lehnen selbstverständlich jede Verantwor- iung ab. wenn jetzt holländische Schisse mehr als bisher auf den Meeresgrund gelegt werden und wissen auch, daß unser Noch, bar nicht uns die Schuld daran zumttzt. Es sollen eben keine Neutralen mehr geben. alle Staaten, die noch vom Kriege ver- schont blieben, sollen die Entscheidung sür die Entente hinausschieben helfen und am Endkampf teilnehmen. So wollen es die- jenigen, die für die Freiheit der Kleinen, für die Rechte der Un- terdrückten den Krieg führen. Griechenland war das Vorspiel. Dort übte sich Entente-Brutalität, jetzt handelt sie nach den gemachten Erfahrungen Schweden noch und Dänemark, dann hat die Entente olles, was uns noch neutral gegenübertritt, gegen uns in seinen Dienst gestellt. Aber das eine darf gesagt werden: diese Neutralen haben £9 der Entente leicht gemacht, das letzte zu verlangen. Sie haben sich bisher immer wieder gebeugt, wenn es sich um neutrale Fragen handelte, um Forderungen, die sie nicht erfüllen durften, um Auffassungen, die sie nicht opfern mutzten. So waren sie sür uns lange nicht mehr die Unbefangenen, sondern führten Handel und Schiffahrt für die Entente gegen uns. Und jetzt wechselt Im Grunde nur die Flagge, es wird öffentlich, was bisher unter einem Schein getrieben wurde. Holland hat. fa heißt es, Gegenbedingungen gestellt. Holländische Schiffe dürften keine Truppen und kein Kriegsmaterial in die Kriegszone befördern. In England wird man freundliche Gesichter zei"en. Dag könne man Zusagen. Aber halten brauche m , es ja nicht. Was soll Holland denn nun noch tun, es ist doch machtlos, es hat feine Machtmittel aus der Hand gegeben. Seine Flytie ist nickt stark genug, um Verträgen Geltung zu verschaffen, ufcb die Rücksichten, die genommen werden müssen, sind so groß, datz es sich nicht lohnen würde, jetzt einen Streit anzufangen. Die Entente hat auf der ganzen Linie gewonnen. Cie befiehlt jetzt und sie führt den Entscheidungskampf mit dem wenigen eigenen Material. was sie noch hat. verstärkt mit d-em neutralen gegen uns. Und ist es nicht wunderbar: Bei uns keine Aufregung, keine Verzweiflung, sondern der Glaube, datz wir auch dies noch ertragen werden. Wir glauben eben an unsere Waffen, an unsere U-Boote und an unsere Dolkskraft. und England hat uns ja durch die Anwendung des letzten Mittels den Mut gellärkt: es geht mit ihm zu Ende. Es schiebt, wie gesagt, das Ende des Weltringens kurze Zeit hinaus, es schiebt den Termin in die Länge, der einmal kommen mutz: die Unterwerfung Britanniens! WW AMminr rinn* Mttilranijihtll lliklMM? Der Verein Deutscher Kassenfabrikanten E. V. hat an den Reichstag eine Bittschrift gerichtet, die außerordentlich bezeich. *eub dafür ist. was noch jetzt, im vierten Kriegsjahre und fast tin Jahr nach dem Beginn des Krieges mit Amerika, in Deutschland an amtlichen deutschen Stellen möglich ist. Auf Deranlas- jung der Krjegs-Rohstoft-Abteilung des Preußischen Kriegs- Ministeriums ist die Beschlagnahme von Registerkafien-Gehöusen angeordnet worden. Es nge. schwere Fahrkuh, cilit bkigl^e WWlitgk, und einen rm>h guterhaltenen Kuhwagen hat zu verlaufen Tobias Wertz, Dorn-Astenhelm Eine dreiteilige _ Zigaretten Verkaufs-Angebot! Nur an Selvftvervraucher. ia. Quaiiiätsmarken aus reinem Tabak 1000St. Mk. 80.—, 100.—, >20.—, 150_ Versand Nachnahme 1t. I.utliiiann Chärlottenburg P. 374 Potsdameritr. 12. Notklee - Samen in bester Keimfähigkeit ist erhältlich im Kornhaus Hanau Fern precher 245, 246 u. 247. am Main. Schulbücher für sämtliche Schulen Friedbergs und für die Landschulen, empfiehlt Buchhandlung Friedr. 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