N»»»„er 59 _ W»n»a«. de» 11. Mär, 1918 11 . Ia,,rg„«s. Die ene Nanrsteitung" end)cmt leöen Werttag. Regelmäßige Beilagen „Rsv tiancv aus Hessen". „Ai- Hpinnssube". Kerngsprris: Bei den Postanstalten oiertelrätirhrt) Ml 2.40 hinzu tritt noch das Bestellgeld: t-e, den Zenten monatlich 85 Psg. einschließlich Trägeriohn. An?eigen: Gründete 2b Psg., lokale 20 Pfg^ Anzeigen von auswarrs werden durch Bo rnachnahme erhoben. EsiüUungsorr Friedberg. Hchriflleilunq und Verlag Friedberq (Hessen!, -»anaueräraße 12. Ferniycecher 48. Postjheck-Lo,io Nr. 4859, 4 nt ^ca-ifjusrt a. 9)1. 55500 Nonnen versenkt, darunter den 17500-Tonnen-Dampser „Galgarian". KUfskrenjer in Küveckr. — Gin neuer KnftaugrLff auf Paris. — Feindlicher Fnjtangriff auf PücktritL Trotzkis. Der deutsche Generatstak —- meldet: r- ——- T. Grotzes Hattptqrrartiev» den v. Marx. Amtlich. Westlicher Kriegsschauplatz. Heeresgruppe Kronprinz Rupprecht Rege beiderseitige Erkvndungstätigkeit führte östlich von Merkem, am Houthoulster Wald und nordwestlich von Eheluvelt und auf dem Nordufer der Lys zu heftigen Znfanleriegefechten. Zahlreiche Gefangene wurden eingebracht. Vielfach auflebender Feuerkampf, der stch am Abend besonders an der flandrischen Front und nördlich von der Scarpe verschärfte. An der Heeresgruppe Deutscher Kronprinz. und Herzog Albrecht «- Die Annullierung der Staatsanleihen. Petersburg. 8. März. (MTV.) Der oberste Wirtschaftsrat De«e.7 b 7 in b ’ e '° f0tfi9c Ausführung des Tl-atsanleihe an°rdn°7 ^^Ugkeitsertlärung der russische» S°»g- l>. März. sWTVZ Das südliche Korrespondenz. ^ZZ 'L7 5 ^ n T, m b " ®° r ^ cnb * bc5 Komitees , t be " >^'men Kchigreß. der am 2. März in Petersburo uZTa^ bet ^ tcn Stundet dkn Volksbenü« ätzen im Eefängnis ^bischer Blätter Türkei. di. 7°°?7"nopel. 8. März. (MTV) Der Sultan nahm heute die Elückwünsche von den Abordnungen der Kammer und des Senats zu fc™ Friedensschluß non BreN-Litow-k entgegen, wo. be, er klners-.ts di- Vertreter des Parlaments beglvckwünschte älMu*' ?l CUbe i0,Dfe ,dne »Erledigung über den ^ ausdrückle. Besonder- ehrende Morte di- bte Abgeordneten aus jenen Gebieten. «, l .f CbM lC lütfci »urücksallen. Eine Abordnung der ei^ö Glü77. T v l 1 "" mb * tbai > an überreichte dem Sultan - , . uuschab^ffe Der Herrscher erwiderte: „Diesen Er- s°I» verdanken w,r der göttlichen Gnade. Di« p-trioti!ch-u G-. Die Vorgänge in Irland. lieber zehntaufend Mann englischer Truppen wurden nach einer Meldung der „Norddeutschen Allgemeinen Zeitung" in den letzten Tagen nach irischen Häfen gebracht. (Danach müsse!k die Dinge dort sehr ernst liegen.) Grnsts Uttrsihsa in Gngland. Der „Züricher Tagesanzeiger" meldet laut „Vossischer Zenung" große Unruhen in England, die erst nach einem Erngretsen des Militärs ein Ende fanden. Der „Tagesanzeiger' bezieht sich auf englische Nachrichten und folgert aus diesen, daß es sich um regrtläre Aufstände gehandelt habe, deren Ursachen in der Einbemfung der Arbeiter und m der Lebensmittelknappheit zu suchen sind, tzn Leitb und Edinburg tank es zu wahren Käinpien zwischen der Meng" und den Truppen. In London selbst karn es im Stadtteile Eamden Town zu ernsten Unruhen, bei denen Lebensmittev ^escl)äfte geplünd-ert wurden. Die ttnrj.hen konnten erst 4urch Territorialtruppen niedergescklagen werden, wobei mehr als 60 Personen verwundet wr^rden. Erhiniülsjts von dkr a!ykn!r!U!!j!hkn Kandklgßsitp. Zwischen dein anrerikanischen Marinenlinistenum und dem Schiffahrtsamt ist abermals ein schwerer Zwist ausge- brock^en. Das ^Marineminsterium behauptet, daß eine Anzahl amerikanischer Schiffe, welche Schießbedarf und Nahrungsmittel für die amerikanischen Truppen in Frankreich führten, nur infolge der Feigheit und des Mangels an Berantwortlichkeitsgefühl, vielleicht sogar wegen Trerllosig- . , ll?rcr Besatz,mgen verloren gegangen sei. Das Marine- mlntsterium verlangt, daß alle Handelsschiffe mit Matrosen der Kriegsflotte bemannt werden. Einer Stattstik des MarmemrnsteriumS zufolge sollen sich heute noch unter oen Besatzungen der amerikanischen Handelsflotte über 3300 Deutsche und sonstige Feinde der Vereinigten Staaten be- frnoen. Ahmiral Palmer erklärte im Kongreß, daß die Armee unmöglich mehr Truppen nach Frankreich senden könne, so lange-nickt deren Versorgung völlig stckvr gestellt sei. Diese Zusicherung sei aber unter den gegenwärtigen Verhältnissen ausgeschlossen, da in der Handelsmarine jederzeit ein Ausstand zu erwarten wäre. Außer 3300 Deuffchen in der Handelsmarrne soll auch die Hälfte der Heizer aus Spanien und Sndamenkanern bestehen, die zum größten Teil einer krregsfemdlichen Körperschaft angehören. Um diese Angaben zu bekräftigen, wurden dem Kongreß nähere Einzel- heften über dre Versenkung einer Anzahl amerikanischer Schrffe vorgelegt, deren völliger Verlust nur der Feigheit der Sorglosigkeit und in einzelnen Fällen der Trunkenheit oer Besatzung zuzuschreiben war. Ekbuil finre Pfrrridiildifn Kailkrlohilkg. m Kaiserin Zita ist heute vormittag 10 uur 40 Minuten in Baden von einem Prinzen entbunden worden. Die hohe Wöchnerin und- der neugeborene Prinz tefrnden sich wohl. Der 1911 geschlossenen Ehe Kaiser Karls mit der Prinzessin Ztta von Parma entstammten bisher me* Kinder, bvei Söhne und eine TEer, von denen der Kronprinz Franz Josef Otto fünfeinhalb Jahre all ist. Admiral tr. Diederichs *J* v- Diederichs, der frühere Chef des Admirafftabs der Marine, ist ln Baden-Baden gestorben. Diederichs gehörte der Flotte seit dem Sommer 1862 an. Nachdem ihm im Früh» jahr 1897 das Kommando der Kreuzerdiviston als Nachfolger des Admirals von Tiryltz übertragen worden war. fiel ihm im Spätherbst desselben Jahres die Besitzergreifung des Kiautfchou. gebietes zu. Auch befehligte er das Auslandsgeschwader tn Ost. asien während der durch den spanisch-amerikanischen Krieg entstandenen schwtertoen Verhältnisse auf den Philippinen. 1899 wurde et an die Spitze des Admiralstabs der Marine berufen, wo er als OrMnifator sich viele Verdienste erwarb. 1992 schied er aus dem Marinedtenst und lebte tn den letzten Jahren in Baden-Baden. Fliegerangriff auf Mainr. ^ Frankfurt» 10. März. Am Samstag mittag wurde für Frankfurt Fliegeralarm gegeben, da feindliche Flieger aus der Richtung Darmstadt gemeldet waren. Ein Angriff auf Frankfurt hat nicht ftattgefunven. dagegen wurde die Stadt Mainz mit Bomben angegriffen. Dank der Tätigkeit der Flakforma- tton gelang dem Gegner ein gezielter Bombenabwurf nicht. Militärischer Sachschaden wurde überhaupt nicht angerichtet. der private Sachschaden ist nicht nennenswert. Dagegen sind leider 8 Tote zu beklagen, die zum größten Teil auf der Straße von den Bomben ereilt wurde«. "®** in * 2. März. (MTB.) Heute nachmittag gegen IX tffisi getm« etwa 9 feindliche Flieger die Stadt Mainz und Umga, bung von großer Höhe aus (ca. 4009 Meter) an. Durch Ab. wurf von etwa 16 Bomben wurden in verschiedenen Stadtteile« 8 Personen (darunter 3 Mlitärpersonen» 4 Frauen. 1 Kind) ge. tötet, ernrge wenige verletzt. Militärischer Schaden wurde nicht angenchtet; im übrigen beschränkt sich der Sachschaden auf Be. schadlgung mehrerer Gebäulichkeiten, an denen in Sonderheit viele Fensterscheiben zertrümmert wurden. Dkstjche l?0r!jfmtü!W!S der MMe. pn den „Basler Nachrichten" jchreibt Oberst K. Cult- ■geute wird tm deutschen Heere keine Truppe, wie es srüher geschehen konnte, vor eine Aufgabe gestellt, für die sie nickst menschlichem Ermessen angcnom- men werden darf sie fet imstande, den Anforderungen zu entsprechen. CZ finden daher im deutschen Heere dauernd und"' «Yi ^Edungskurie statt, in denen die Neuerungen "" b .^^kahrungen in kürzester Zeit zum Gemeingut der U,uen allS «°l)en sie in einheit- licher Auffassung auf die Truppen über. DsI pen den Deut- ichen angm»ndte Verfahren bat einen Nachteil^ es Ordert Zen einer Instruktion des Generals Corello heisit cS m bezug auf die Ausbildung: ..Diese rastlose Taliakeit die .n ieder Sekunde zutage treten muß. diese gewisse^Un- fe, " en . Aufschub kennt, muß Hand in Hand mit der stetigen Erziehung des Soldaten gehen." So arbeitet die deutsa>e Ausbildung nicht. Maurice Bnrrbz bat vor kurzem rni „Echo de Paris" einen Artikel veröffentlicht, in s 1,311 eincm schweizerischen Stabsoffizier ^uttcher Zunge, der von der deutschen Arniee zurückkebrte !2?? lten öu haben. Dieser soll gesagt haben: Führung ist sehr verärgert, sehr bestürzt und hat noch keine endgültige Entscheidung getroffen" Selbst wenn ich cs für möglich hielte, daß ein schweizerischer Stabs- L'"°"^"?^Eensmißbrauch beginge, nachdem öeT deutschen Airnee war. so würde mir dieser Sah beweisen, daß Herr Barrds lügt, denn ich bin sick^r. doß di^nn^k^ scktwe^er,scher Offizier die deutsche Führung in diesem Zustande gesehen hat. Ich war in ziemlich kritischen s deutschen und österreichisch-ungarischen Stäben x * lmmCt d-e Ruhe und Sicherheit bewundert, mit der die hohen Offiziere ihre Pflicht tun. Das bat auf die Truppe einen ungemein wohltuenüen Einfluß wid macht If'™ 0a ^i n Dwnstbetrieb. also auch in der Ausbildung uhlbar. ^ch habe die Ueberzeuonng, doß dies auch noch °>l!’ "^d daß die deuffche Oberste Heeresleitunq sich gewiß nicht aus dem Gleichgewicht bringen läßt, auch nickst, wenn das Hinterland ungeduldlg wird oder das Ausland an ihren Handlungen krittelt. Es geht alles seinen ruhigen. b0f> rin ^oßer Schlag erst ausgefllhrt wird, wenn tatsächlich all-Z bereit ist. Der Knps-ab-Wkndkl gehl in Oppglitiön. «n ^ 0lnn bc ® ^^Eeges hieß es. der brave Wendel habe de« Wafsenrock angezogen: bald darauf wurde feine Beförderung zum Unteroffizier bekannt Das blutige Waffenhandwerk scheint rhm aber leid geworden zu sein und er hat bald darauf seinen alten Beruf, dre Massen aufzuhetzen, mit ungeschwachten Kräf. ten wieder ausgenommen. Mit Vorliebe spielt er sich als vier- zehntägiger Eselsreiter auf dem Balkan als Orientsachverstän. drger auf und bemüht sich redlich, unseren Bundesgenossen Bul. garien anzurempeln. Heute tut's ihm der Friede mit Rußland an und er fordert feine Freunde in der „Volksstimme" auf. ernstlich in die Oppo. sttton zu gehen. Wrr lesen da: Bei der schicksalsschweren Vewil. lrgung der Kriegskredite am 4. August 1914 war die Reichs, tagsfraktion einzig für die Verteidigung der bedrohten Hcimat. schölle eingetreten und hatte schon danrals klipp und klar ver. langt, „daß dem Kriege, sobald das Ziel der Sicherung erreicht fft. und die Gegner zum Frieden geneigt sind, ern Ende gemacht wird durch einen Frieden, der die Freundschaft mit den Nachbar. Völkern ermöglicht." Inzwischen mußte sie bei der Bewilligung der weitern Kriegskredite mehr als einmal in einen sauren Apfel beißen, d-r aus der stets deutungssähigen Haltung der deutschen Staatslenker sich nie klar erkennen ließ, ob die Re. gierung wirklich zu einem solchen Frieden geneigt war. Aber sie erlahmte nicht in ihrer Friedensarbeit, und im hellen Licht« jenes Julitages im vergangenen Jahr erschien die vielberühmte Friedensresolution al» ein großer und schöner Erfolg dieser un- ermüdlichen Tätigkeit. Aber Herr Michaelis setzte, als er sich zu diesen Leichtpunkten bekennen sollte, hinzu: ..Wie ich sie auf- fasse?", und Herr von Hertling. der mit der Lehre des Ignatius von Loyala vertraurer ist als sein ftommer Protestant von Vorgänger. dachte sich vielleicht bet der gleichen Gelegenheit das Gleiche. Sonst wären die Enttäuschungen eigentlich unerklar- Uch. die dann für uns gekommen sind, am 27. Dezember 1917 tu Vrest-Litowsk und an vielen Tagen danach. Die jüngsten Er- eignisse aber bedeuten — Hand aufs Herz und oussprechen. was fft! — die vollkommene Katastrophe der sozialdemokratischen Friedenspolitik! Nach diesem Frieden mit Rußland, den dtb Petersburger Unterhändler mit abgewandtem Gesicht und geschlossenen Augen unterschrieben haben, nach diesem Frieden mit Rumänien, der einem Zusammenbrechenden mit der Faust an der Kehle abgepreßt wird (Diese Schreibart könnten sich Northcliffe, Heroö und andere Deutschenfresser zum Vorbild nehmen! Di« Schriftleltung.) was bleibt da noch von all den blumigen Redensarten wie Verständigungsfrieden und Selbstbesttmmungs- recht. Abrüstung und Völkerbund mehr übrig als ein wenig Schall und Rauch! Wir wollten den demokratischen, den füI alle Teile ehrenvollen, den Verständigungsfrieden, der Dauer versprach und ein ruhiges Neben- und Miteinanderleben der Nationen verbürgte. Wir haben den reaktionären, den die Gegner grimm verletzenden, den Gewal tft reden, der eigentlich nur ein Waffenstillstand zwischen zwei Schlachte« ist und neue« Rüttunüeu. «uen Kriege« die Babn bereitet. Die Machtoolitit. triumphiert, die Vaterlandspartei flaggt, Graf Reventlow ist oben auf — wir stehen vor einem Scherbenhügel. Die Folge« rungen liegen auf der Hand? Allerdings gibt es Leute die nicht sehen wollen. Die Friedensrefolution vom 19. Juli ist heute gerade so viel wert, daß wir ein Papierschiffchen daraus ' machen und Zusehen können wie es munter im Wasser der Gosse davonschwimmt. . . Vielleicht ist die Mehrheit der deutschen Arbeiterklasse mit einer fortschrittlichen Reformpartet zufrieden, die für die unmittelbarsten Butterbrotinteressen der breiten Massen redlich und eifrig sorgt und alles darüber hinaus lediglich als dekorativen Schnörkel einer von der Hand in den Mund lebenden Augenblickspolitik ansieht. Vielleicht wünscht die Mehrheit der deutschen Arbeiterklasse die Umwandlung der sozialdemokratischen Partei in eine Art Labour Party. Wenn dem so ist — es läßt sich heute schwer feststellen — tut die Partei gut daran, sich, .Grundsätze, Grundsätze her, vor allem nicht „ausschalten" zu lassen. Wenn sie aber Wert darauf legt, die alte Sozialdemokratie zu bleiben, geht es so nicht mehr länger. Diese Krtegspolilik kann die Partei nicht mehr mitinachen! Diesem Frieden vermag sie nicht zuzustimmen! Neue Kriegs- kredite darf sie nicht bewilligen! Wenn doch, so sei sie ehrlich, nehme ihr jetziges Aushängeschild herunter und lasse die alte Firma in den Registern der Geschichte löschen! Ol ifüofHtfaiinm' MklWA in ? Lebt da ein Mann zu Berlin, der irgendwo im polnischen Stußland das Licht dieser traurigen Welt erblickte. Heißt: Melamerson und ist verheiratet mit einer Hamburgerin aus sehr reichem Hause. Darüber kann.man Gott- seidank in Deutschland, wo noch immer die Gedanken „zollfrei" sind, denken, was man will. Dieser Geliebte im Hemm ist aber Film-,.Manager" (dafür und für dieses Wortes vieldeutige Deutung ist trotz Eduard Engel im Preußen- Deutschland der Hindenburg und Ludendorff noch keine alles deckende Uebersehung gefunden worden). Als solcher verdient er besondere Beachtung, nachdem anerkannt worden ist (von amtlicher Stelle), daß im Filnr eine agitatorische Werbekraft auf die misera plebs contribuens liegt. Herr Melamerson. der Herr aus Polnisch-Rußland, ist nun auf dem besten Wege^ im Sinne seines Landsmannes und Glaubensgenossen Trotzki-Brau stein, in Deutschland, wie inan so sagt: „ein Ding zu drehen", bei dem so manchen Leuten in unserem geliebten Vaterlande — allerdings wahrscheinlich zu spät erst — die Augen übergehen werden. Als in der Filmbranck>e großmacktiger Herr — Herr Melamerson ist Generaldirektor der Jduna-Film-Gesellschaft und gleichzeitig „Kontrolleur" der „Flora-Film-Gesellschaft". der er ben Skala-FilnuVerleih an geschlossen hat, — hat er es nämlich unternommen, einen in Italien hergestellten Film für die deutsch Provinz zu lanzieren, der, wie berichtet wird, keinen anderen als den Barden Gabriele d' Annunzio zum Verfasser hat und der als Werbefilm für die revolutionäre Bewegung gedacht und versaßt worden ist. Herr Mela- merson, der als tüchtiger und skrupelloser Geschästsmann bekannt ist, l>at diesen Film in Provinzstädten, in denen im Allgemeinen auf einen Durchschnittspreis von 1000 bis 1500 Mark zu rechnen ist, mit 50 (XX) bis 75 000 Mark angeboten und, wie man sagt, auch untergebracht. Er würde Alles in Allem ungefähr ty 2 Millionen Mark an diesem smarten Ge- schüft verdienen. Er würde, sagen wir, denn es ist doch kaum anzunehmen, daß er es wird! Oder soll der polnisch-russische Braunstein-Volksgenosse Melamerson die Möglichkeit erhalten, in Deutschlakid einen revolutionären Film d' Annunzios unter folscher Flagge einzuschmuggeln, ein Sündengeld obendrein noch damit zu verdienen und schließlich dieses deutsche Geld nach dem Auslande zu schleppen? Diese Möglichkeit halten,wir vorerst noch, für ausgeschlossen! törnt Wöjü's McriNeMMspal! Im Lause des Krieges hat sich eine Gesellschaft gc- gründet, die den Zweck har, die Anzeigen für die Zeitung.'n zu vermitteln. Sie nennt sich- „Allgemeine Anzeigen-Ge- sellsckaft" oder nach der scheußlichen Mode, der Bequemlichkeit halber, aus Anfangsbuchstaben einiger Wörter ein Wort zu bilden: „Ala." Die Gesellschaft widmet sich vater- ländisckien Zwecken und hat deshalb schon ohne weiteres den .Zorn der demokratischen und sozialdemokratischen Seite hercmsgefordert. Bezeichnender Weise hat auch Erzbe^ger die Sckxile seines Zornes aut die neue Gesellschaft Hegosien, trotzdem ihm bekannt mühte Kin, daß auch die katholische 'Presse nicht zu den Begünstigten der heute herrschenden Jnseraten-Monopolgesellsüsaften gehört. Bemerkenswert ist ein Artikel, den das ehemalige ^is- marks-Organ die „Hamburger Nachrichten", darüber schreibt Es heißt darin: „Unü-r dieser Uebettckrift zieht das „Berliner Tageblatt" gegen die Allgemeine Anzeigen-Gesellschast erneut zu Felde und versucht, diese neue Anzeigen-Vermittlungsstellc beim inserierenden Publikum zu diskreditieren. Es handelt sich also nm's Geschäft und das sagt alles. Die Firma Rudolf Mosse betreut bekanntlich neben der Herausgabe des „Berliner Tageblattes" unter anderem eine sebr lukrative Anzeigen-Vermittlungsstelle, die namentlich durch Erträgnisse sogenannter Pachtblätter eine Haupteinnahme' quelle der Firma bildet. In denr Kreise der unabhängigen Verleger und Inserenten ist man schon seit geraumer Zc.it über die Geschafts-Praktik-m der Firma des Herrn Moste, der als Annoncen-Konig durch Ausbreitung des Pacht- blätter-Wesens sich ein Monopol in des Wortes wahrster Bedeutung zu schaffen bestrebt ist, sehr unzufrieden und bat scch deshalb zu einer unabhängigen Anzeigen-Vernnftlungs- stelle zusammengeschlossen, die auf Grund eingehender Kenntnis des Zeitungswesens die inserierenden Finnen unparteiisch ohne besondere Berücksichtigung vorhandener Vachtbtötter usw. beraten will. Ein solcher Wettbewerb ist «aturlll^üt Sen Äufctt W Slrtttä REf Moffe em schttM mes Berbreckxn, das unbedingt bestraft werden muh. Daher der Entrüstungsrummel, den lErlich alle die Kreise willig mitmachen, die fürchten, doch ein« stärkere Betonung des deutschen Standpunktes vor aller Wett auch in geschäftlicher Beziehung ihre eigene Bedeutung und ihre Einnahmen schmälern könnte: Eine seltsame Wustration übrigen; für die praktische Durchführung des schönen Wortes: „Freie Bahn dem Tüchtigen I", das ja jene Kreise so gern im Munde führen." Kchiint Angßchlf« tiir de» MtelstM. Die wirtschaftliche Entwicklung nach dem Krieg bespncht Dr. L e n s ch in der sozialdemokratischen Wochenschrift „Die Glocke". Der Mittelstand wird erbaut sein folgendes Zukunftsbild entworfen zu sehen: Die Stillegung der Betriebe beispielsweise, zu der die Kriegswirtschaft in stets steigendem Umfang zu schreiten sich gezwungen sieht, ist eine außerordentlich hatte Maßregel., die den Kleinkopitalisten und Gewerbetreibenden an der Wurzel seiner Existenz packt. Es ist mehr als fraglich, ob die einmal stillgelegten Betriebe in Zukunft jemals wieder in die Höhe kommen werden. Ans der anderen Seite lauft diese Stillegung und die mit ihr verbnndene Konzentraston der Betriebe auf einer Linie, die ein Sozialist, ein grundsätzlicher Bekämofer der blsbettgen wirtsckxfftlicken Anarchie und ein Vorkämpfer für die planmäßige Organisie-nng unseres Gesellschaftslebens von vornherein begrüßen muß. Was er zu bekämpfen hat. das ist, daß diese Entwicklung nicbt, wozu sie von Haus aus neigt, lediglich den privaten Großbetrieben und damit dem Großkapital zugute kommt. Das Problem beruht darin, daß auf der einen Seite diese Entwicklung ohne Großkapital überhaupt nicht zu denken ist, daß man es also nicht entbehren kann, daß auf der anderen Seite aber nichts für diese Entwicklung Verhängnis- voller wäre, als ein schrankenloses Vorwiegen der großkapitalistischen Interessen. Aus diesem Dilemma hilft nur die Handhabung der Staatsgewalt im Interesse der Allgemeinheit, d. h. nur die bewußte Demokratie, die nicht in kleinbürgerliche Mittelstandsretterei zurückfällt, sondern die begreift daß es sich darum handelt, etwas Neues zu schaffen, imd die gleichzeitig sich als kräftig genug erweist, den bewußten Kampf gegen die Interessen des kommenden Hock- kapitalismus und Imperialismus zu führen. Dazu gehört unter anderem das gleiche Wahlrecht in Preußen, und in diesem Sinne sagten wir vorhin, daß das gleiche Wahlrecht noch nicht die Demokratie selber bedeutet, wohl aber ein Werkzeug für die Demokratisierung von Staat und Gesellschaft. Es sind erfreuliche Aussichten, die sich hier dem Mittelstände eröffnen. S-e entspreck^en allerdings dem seit langem bekannten sozialdemokratischen Programm gegenüber diesem hauptsächlichen Träger staatlicher Kraft und des Staatsgedankens. Nur setzen sich jetzt für die Schaffung der Voraus- setzungen dieser von der Sozialdemokratie angestrebten Entwicklung auch die bürgerlichen Parteien ein. soweit sie Anhänger des gleichen Wahlrechts für Preußen sind. Man wird nicht behaupten können, daß Ausführungen, wie sie der Staatsminster Dr. Fnedberg über die vermeintliche Notwendigkeit des gleichen Wahlrechtes gemuckt hat, geeignet wären, die Bedenken auck nur im mindesten zu entkräften. die derartige Bekenntnisse wie das des Herrn Dr. Lensck bei allen anstösen müssen, die nicht nur Augenblickspolitik treiben, und die nicht, wie der Minister des Innern in einam jüngst von ihm herausgegebenen Erlaß an die politißh^n Beamten, die Frage der Wahlreform hauptsächlich und In erster Linie unter kriegspolitischen Gesichtspunkte betrachten und entscheiden wollen. Mele Kandidaten. Die Freisinnigen sind im Wahlkreis Bod-Ncmheim-Butzbach. wie wir vorausgesagt haben, nunmehr ebenfalls mit einem Kandidaten auf den Plan getreten: sie haben Herrn Oberlehrer Strecker- Gießen ausgestellt. Damit stteiten 7 Kandidaten, je ein Vauernbilndler, Nationalllberaler, Zentrumsparteiler, Freisinniger, Alt-Sozialdemokrat, Unabh Sozialdemokrat und ein Uriparteiischrr um das Mandat. N«m Felde der Ghre. Beienheim. Gefreiter Wilh. B o p p, bei einer Mafchinen- Gewehr-KompagNle im Westen, wurde mit der Hessischen Kriegs- verdienstmedoille ausgezeichnet. Das Eiserne Kreuz besitzt er schon. Wir gratulieren! » Ober-Mockstadt. Dem Landsturmmann Jean S ch l e i t e r wurde wegen hervorragender Tapferkeit die Hesiische Tapser- keitsmedaille verliehen. Ebenfalls erwarb sich sein Bruder Musketier Ludwig S ch l e i t e r bei einem Vorstoß am 28. 2. das Eiserne Kreriz 2. Klasse. Herzlichen Glückwunsch. Ans der Heimat. EV. Evaug. Männerabend. Heute Abend 8 y 2 , Uhr spricht im Nebenzimmer des „Deutschen Hauses" Herr Professor v. D r. D i e h l über „Kttegsfürsorge nach dem Kriege." Betreffend die Abschlachftmg aller Rinder, die über drei- viertel Jahr alt sind. Der Abg. Dorsch hat im Helsischen Landtag eine dringliche Anftage folgenden Inhalts gestellt: Ist der Großh. Negrerung bekannt, daß zur Zeit auf Veranlassung des Viehhändlerverbandes, der durch das Kriegs- ernährungsamt dazu beauftragt ist, eine Bestandsaufnahme aller Rinder die über % Fahre alt sind, ftattfiubet zwecks Bereitstellung der Rinder auf Abruf zur Schlackckung und daß man seitens der obengenannten Organe gar keine Rück^ .icht nimmt auf Tiere mit hervorragendcnn züchtenschett Wett: das heißt Rinder, die von Herdbnchtieren stammen^ Rinder, die von importierten Kühen stammen, Rinder, di« die ^mgvichmarke tragen lind angekört find. Will man mit diesem Rrndernwrd auch die Träger der Vichzncht der Zukunft zerstören? Ist die Regierung in der Lage und berett an maßgebender Stelle dahin zu wirken, daß obengenannte Rücker mit hervorragendem züchterischen Wert nur in dem alleräußersten Notfall dem Messer der Metzger über- liefert werden? F0. Langeuschwalbach, 6. März. Der Gesamtumsatz des hiesigen Vorschuß- und Kreditvereins im abgelaufenen Jahre beträgt in Einnahme und Ausgabe 5 670 907 Mark. In der wbgehaltenen Generalversammlung wurde herrorgehoben, daß durch die große Geldflüssigkeit viele Vorschüfle zurückzczahlt wurden. Eiire Dividende von 5*A Prozent wurde verteilt. In den Aufstchtsrat wurde PH. Chr. Diesenbach und Philipp Kie- fer neugewählt. EC. Idstein, 7 . Mürz. Der Kaiser bewilligte als Beitrag für die Beschaffung der geplanten Frifdensglecke der Gedächtnis- kirche der Nasiauischen Union 300 Mart aus der Schatulle. — Geh Regierungs- und Forstrat Elze-Wiesbaden stiftete für denselben Zweck 1000 Mark. Aus Starkcvburg FC. Groß-Gerau, 7. März. Der Milchhändler Julius Schneider in Wallerstädten hat Milch durch Wasierzusatz ge- fälscht. Das hiesige Schöffengericht verurteilte ihn in eine Ge- fängnisstrafe von einer Woche und in eine Geldstrafe von 100 Mark. — Die Schneiderein Martha Summ war im Jahre 1917 in Euftavsburg in der dortigen Maschinenfabrik, wo auch französische Kriegsgefangene arbeiten, beschäftigt. Mit einem Kriegsgefangenen hat sie schriftlich im Verkehr gestanden und diesem zur Flucht verholfen, indem sie demselben einen Zivil, anzug kaufte, für sich und ihn Fahrkarten nach Donaueschmgen löste und mit ihm die Fahrt antrat. Der Kriegsgefangene ist bis heute noch nicht ergriffen. Die Summ fuhr dann allein wieder von Donauefchingen nach Güstaosburg zurück, worauf der Vorfall bekannt wurde. Das hiesige Schöfengericht verutteilte die Summ zu vier Monaten Gefängnis. FC. Bensheim. 6. März. Zwei junge Frauen von hier» deren Männer im Felde stehen, wurden von unbekannten Mäi^ necn angepackt und in unsittlicher Weise mißbraucht. Der eine« wurden sogar die Schuhe ausgezogen und gestohlen. Aus Rheinhesicn. FC. Worms, 6. März. Verhaftet wurdv ein 26jähriger polnischer Arbeiter aus dem Bezirk Warschau, der dabei ertappt wurde, als er aus einem kriegswichtigen Betriebe, in dem er früher beschäftigt war und in den er eingebrochen, einen ca. acht Meter langen Treibriemen durchschnitten hatte, in der Absicht, ihn zu stehlen. FC. Gousenheim, 7. Marz. Der Gemeinderat beschloß, dem Kreis Mainz ein Gelände zur Errichtung von zehn Kleinwohnungshäusern zur Verfügung zu stellen zum Preise für 20 Mark pro Klafter mit der Maßgabe, daß die Wohnungen nur zur Beseitigung der hier herrschenden Wohnungsnot bestimmt sind. Aus Hesien.Rasiau.. FC. Wiesbaden, 6 März. Der Schlosser Philipp Junker und der 22jährige Schlosier Philipp Vreidenbach, beide aus Biebrich, hatten im Juli v. I. in Aßmannshausen einen Wirt um 600 Mark, in Niederlahnsteln einen Gasthausbesitzer um 400 Mark, tn Laugenschwalbach einen solchen um 1000 Mark und schließlich Ende September in Rauenthal eine Wirtin um 1020 Mark dadurch betrogen, daß sie angaben, Fleisch und Fett, das sie aus der Militärschlächterei in Mainz, wo sie angestellt, in jeder Menge besorgen könnten. Als das Geld tn ihren Fingern war, hatten die Auftraggeber das Nachsehen. Die Straf, kammer verurteilte Junker zu sechs Monaten, den Breidenbach zu neuen Monaten Gefängnis. In der Urteilsbegründung floß die Bemerkung mit unter, daß tn der heutigen Zeit diejenigen Leute, welche sich auf Schleichwegen Lebensmittel zu verschaff, ten suchten und dabei geprellt würden, nicht zu bedauern seien, was auch strafmildernd in Betracht kam. FC. Wiesbaden, 6. März. Der Fischmarkt. der bisher hier auf dem Wochenmarkt Mittwochs und Freitags stattfand, ist jetzt völlig verschwunden. Die Schiersteiner Fischerfrauen mei- den den Martt. nachdem sie wegen Ueberschreitung der Höchst- preise verschiedentlich zur Anzerge gebracht worden ' sind. Sie bringen jetzt ihre Ware sofort in die Hotels und zu Privatleuten. wo sie zu jedem Preis die Fische absetzen. Auch ein« Kriegserscheinung! FC. Wiesbaden, 7. März Weil sie heiraten wollte, und bl* Kosten für die Aussteuer zu hoch fand. nahm, wie sie angab. da» Dienstmädchen Maria Enders geb. Henrich in ihrer letzten Stelle im Hotel Adler dahier einfach Kopfkisien, Bettücher. Wolldecken. Fenstergardinen, Handtücher und silberne Bestecke mit und übergab sie ihrer Schwiegermutter Johanette Enders, ebenfalls dahier. Das Gericht schickte die Diebin und die Hehlerin je ein» Woche ins Gefängnis. FC. Altweilnau, 5. März. Die hiesige Gemeindejag- wurde an drei Frankfurter Herren für die jährliche Pachtsumm« von 1650 Mark verpachtet. Die seitherige betrug 750 Mark. FC. Bürstadt, 6. März. Hier verunglückte ein Schwein auf dem Weg zum Dahnhof, indem es in einen Wasiergraben stürzte und von einem Herzschlag getroffen wurde. Auf behördlich» Anordnung sollte ev der Kadaververwertungsanstalt überwiesen werden. Bis aber der Transportwagen am nächsten Tag» kam, hatten die beiden Hinterschinken bereits Liebhaber gefunden. FC. Kestert, 6. März. Durch die gelinde Witterung sinb die Fruchtknospen der Aprikosenbäume so weit im Wachstum vorgeschritten, daß es nur noch werngrr warmer Tage bedarf, daß die Gegend im herrlichsten Blütenflor prangt. Verantwortlich für den politischen und lokalen LeU: Otto H i r s che l. Friedberg: für den Anzeigenteil: R. H ey n er. Friedberg. Druck und Verlag der „Neuen TageS-eitungV Graue Gefahren. Roman aus der Gegenwart von M. Gontard - Schuck. 53) Nachdruck verboten. "Nch, so was merft man doch! Man sieht die beiden nie zusammen. Und einmal, als wir so im allgemeinen davon sprachen, da sagte Frau von Düring etwas ähnliches. Sie nannte ihren Manu eine Arbeitsmaschine, der sich um tonst nichts kümmere." ,.So, na ja. es gibt solch: Fälle. Nun komm, Lieb." er schloß sie in die Arme und küßte sie innig. „Lassen wir die anderen Leute. Wie gut, daß wir nicht zu diesen Fällen gehören. Uebrigens, Helen, es wäre nur eine Beruhigung wenn ich wieder aus See bin. Dich nicht soviel mit Frau ^on Düring zusammen zu wissen. Du weißt, daß ich sie nie leiden mochte. Ich habe Dir den Verkehr nicht verwehrt, weil sie Deine Landmännin ist. Aber diese sogenannten unverstandenen Frauen üben oft keinen guten Einfluß auf andere au§. Ueberhaupt wäre es mir lieb. Du führest nach Tannenberg, wenn ich wieder für längere Zeit gehe." Das Gesicht Helens wurde traurig. „Ich soll fort? Nach Tannenberg, wo ich noch weiter von Dir entfernt bin? Nei.^ Fred, das tue ich nicht. Ich bleibe hier! Dann bin ich wenigstens bei Dir, wenn Du im Hafen bist." „Und Frau von Düring?" Sie sah unsicher zn ihm auf. „Gott ja, ich kann auch nicbt sagen, daß ich einen Narren an ihr gefressen habe. Wenn ich die Wahl hätte, würde ich mir auch eine andere zur Gesellschaft aussuchen. Aber was soll ich denn machen? Ich kann nicht immer so allein sein. Und was sollte sie mir wohl schaden?" Er schwieg. War es nicht grausam von ihm, ihr diesen verkehr zn verbieten? Es mochte sehr einsam sein für sie. Ilhre Wahrnehmung mit den Offiziersdamen war gewiß nickt unbegründet. Es lag gewiß keine böse Absicht zugrunde ganz gewiß nicht, aber — man sah die Tochter Sir Edward Douglas' in ihr. Leicht erklärlich, daß das auf die Stink- mung wirkte. noch hier, und bis er fortging. Na, vorläufig war würde sich Rat finden. Auf keinen Fall durste er sie noch einmal allein dem Einfluß dieser Frau aussetzen. Helen in ihrer Harmlosigkeit ahnte ja gar nicht, was sie ihm da verraten, welche Zweifel und Befürchtungen sie in ihm geweckt hatte. , Was war das mit dieser Frau von Düring? Helen? Nein, Helen hatte nichts damit zu tun, sie würde ihm stnst nicht so harmlos von dem Besuch des Londoner Oheims erzählt haben. Aber diese Frau, was hatte sie mit Helen vor? Er entsann sick, daß cs ihm zuerst unangenehm ausgefallen war, wie sehr sich Frau von Düring gleich nach dem Bekanntwerden an Helen anschloß. Er hatte es für weibliche Eitelkeit gehalten. — Nachdenklich heftete er seine Blicke nrf das liebliche Gesicht der neben ihm Sitzenden. War es möglich? Nein! Nein! Fort mit diesen selbstqnälerischen Gedanken. Es war eine Beleidigung, überhaupt einen solchen Gedanken zn fassen. Helen verdiente es ganz gewiß nicht, daß er auch nur den Gedanken hegte. Sie hatte bewiesen, daß ihre Liebe ihr über Heimat und Vaterbaus ging. „Du bist so still Fred, was fehlt Dir?" Er raffte sich auf. „Nichts, Kind. Ich bin nur recht müde.^ Tie Arbeit und die Lauferei der letzten Tage war doch ein bißchen viel." Sie erhob sich sofort. „Daß ich daran nicht dachtet Sofort wollen wir schlafen gehen. Wir haben ja in der nächsten Zeit noch Muße genug zum Plaudern." — Und nun lag Werkheim, trotz der vorgcsckützten Müdigkeit, mit offen Augen und konnte nicht mit sich ins reine kommen. Was sollte, was mußte er tun? Oder waren es nur Hirngespinste, die ihn beunruhigten? Einerlei, dachte er schließlich, man darf es nicht zu leicht nehmen. Ich werde jedenfalls morgen früh sofort Meldung machen. Und wenn man mich auslacht mit meinen Befürch- ttmgen? ov fdne Seit zum Lachen, sondern eine ernste, bitterernste Zeit, in der zuviel Vorsicht notiger war als zu wenig. — a m ouf k , m Wege zum nhJr" Qnb TO- a ^ 61 In hcr S * n,e ^ Srrn wn Düring vor. über ge!,cu. Mit neu erwuckKr Teilnahme beobachtete er die leicht geneigte Haltung des Direktors. Mar es möglich dieser Mannn so gewissenlos sein konnte? — 9 ? Schon einige Zeit vor Ausbruch des Krieges war durch den^ Diebstahl sehr wertvoller, gch/imer feemikitänscher Zeichnungen die ganze Werft in furchtbare Aufregung ver- setzt worden. * ber f ersten Ingenieure, ein ganz hervorragender ^cfyrivbauer, hatte die Sache so zu Herzen genommen — da gerade aus ferner Abteilung verschiedene wichtige Zeick- nnngen fehlten — daß er sich erschoß. Trotz peinlichster Untersuchung war man damals den Dieben nicht aut die Spur gekommen. v man vielleicht hier den roten Faden nndeu? — XVIII. ^zn einer Ecke des Vorsaales, nahe dem Zimmer der Herrur stand Mary, die Zofe, und lauschte. Mit l>alb geöffneten Lippen, Furcht in den weit aufge- Nssenen Augen, stand sie da. Was ging vor? Diese beiden Herren, die so kurz die Gnädige zu sprechen wünschten, waren sonderbar bestimmt aufgetreten. Nicht einmal Zeit zu einer Anfrage hatten sie ihr gelassen. Sie legte ihr Ohr an daß Schlüsselloch Da drangen die Worte an ihr Ohr: „Der Mann hat alles ncftQnben. Leugnen ist nutzlos." Mit wild umherirrenden Dicken sah Mary um sich. Der Mann! Wer war das? Klink? Der Mann! Sie faßte sich an den Hals. Ein Gefühl des Erstickens überkam sie. „Der Mann hat alles gestanden!" Der Mann! Das konnte riur Klink sein! Wo befand er sich? Was war geschehen? ^o'tU'tzung folat OÜr die vielen Beweise herzlicher Teilnahme bei der Beerdigung unseres lieben Vaters, Schwiegervaters, Großvaters und Bruders sagen wir Allen tiefgefühlten Dank. Besonderen Dank dem Kriegeroereln, dem Gesangverein und Herrn Pfarrer S t r a ck für die troftreichen Worte am Grabe. Echzell, den 11. März 1913. Im Namen der trauernden Hinterbliebenen: Friedrich Schutthcitz I. Seiderrfreier Nstklee- Samen in bester Keimfähigkeit ist erhältlich im üLornliaiis Hanau __ftpin mecher 245, 246 u. 247. Schulbücher für sämtliche Sckulen Friedbergs und für die Landschulen, empfiehlt Buchhandlung e««*n [Ui Fadnten. Ge chäfte und Le- hnrdknmiiauswech eiborenHelde- oundeln 6 Et. 25 M. 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Uhr versteinere ich in meinem Anwesen in Unler-Schnntten 9 2 m“,!!’ 1 ""?' 3 Minder, 2 Schafe mit Lamm, Häckselmaschine mit Hanv- ^ "rastbetricb, einige ttiüy und Schweinc- 1 «N'ibenschneidemaschine, 1 fast neue Waschmaschine n»it Feuerung, 1 6 —7tk0-L1r.- ^als'k-./.. k Pferdegeschirre, Kummete, H'"^racsch.rre, 4 fast neue Zng- blattcr, Fliegendecken, 1 Posten Stühle us,v. Ludwig Filsinger. in allen Formaten Uesen schnell uno billig Neue „Sagksikilimz. %.•<&. Rechnungen Beizt das Soramersaatgut mit dem bewährten USI I LT Vernichtet die pilzlichen Schädlinge an Weizen, Hafer Gerste Rühen, knäulen. Bohnen, Erbsen und . A. 9-M an Bndolf Masse, Krankivrt a. M. hat abzugeben Wilh. Eichelmann, Echzell. Bestellungen nimmt entgegen Fp. Schmitt, Schellnhof. Post Schotten, Fern,precher 21L'