Uirmmer 58 ZamsraA. de» 9. März 1918 II. Jahrgang. m ^itic Marmmg an Uarmeien. Kleinere geümpene 1Sutcv»c!)m»»»c» im Westr;n 18500 Laune» vrr(e»kt. — ArefekigemLune der Animier mrrke. ^1. T. Großes HmrzrrquKrLier, -err 8. Marjk. Amtlich. Westlicher Kriegsschauplatz. Heeresgruppe Kronprinz Rupprecht. Vei Durchführung erfolgreicher Erkundungen wurden östlich von Decken, 30 Belgier, nordöstlich von Festobert 23 Engländer gefangen genommen^ Der Artillerie und Minenwerferkampf lebte am Abend in einzelnen Abschnitten auf. Heeresgruppe Deutscher Kronprinz. Sturmabteilungen brachten von einem Vorstoß östlich von Le Neuville (südlich von Berry au Bac) eine Anzahl gefangener Franzosen zurück. Im übrigen blieb die Gefechtstätigkeit auf Störungsfeuer beschränkt, das sich auf dem westlichen Maas- vfer vorübergehend steigerte. Heeresgruppe Herzog Albrecht. An der lothringischen Front entwickelte die französische Ar. tillerie zwischen Seille und Plaine rege Tätigkeit. Von den anderen Kriegsschauplätzen nichts Neues. Der Erste Eenetalquartiermeister: L u 0 e n Ä o r f f. Abendlrcricht. Luftangriff auf Gigiant». Berlin, 8. März, abends. (WTB. Amtlich.) London, Mar- gate und Sheerneß wurden in der Nacht vom 7. und 8. von mehreren Flugzeugen mit Bomben angegriffen. Gute Wirkung war zu beobachten. Von den anderen Kriegsschauplätzen nichts Neues. p '™”-'; . .. M . >. ■ n — » I Der österreichische Geueraistab j] r== meldet: " Wien. 8. Marz. (WTB.) Amtlich wird verlautbart' Es ist nichts Besonderes zu melden. Der Chef des Generalstabes. 18510 ^s»ueu versenkt. Berlin, 8. März. (WTB. Amtlich.) Neue-U-Vootsersolge tm Sperrgebiet um England: 18 500 Bruttoregistertonnen. Von den versenkten Schiffen wurden zwei tiefbeladene Dampfer im Aermelkanal aus einem großen stark gesicherten Eeleitzug her- ausgeschosien. Der Chef des Admiralstabs der Marine. Die Deute der Mtteimiichte. Seil 1. Dezember 1017. Berlin. 6. März. (WTB.) Die große Beute der Deutschen an Geschützen und Kriegsmaterial, das zum größten Teil englischfranzösisches Erzeugnis ist, wird von der Entente als ärgerlich empfunden. Im ganzen beziffert sich die Beute der Mittelmächte feit dem 1. Dezember 1917 auf 120 113 Gefangene, 3633 Geschütze, * 7103 Maschinengewehre, 86 Grabenwassen, 128 000 Gewehre, viele Tausend Fahrzeuge. darunter 500 Kraftwagen, 11 Panzerautos, mehrere Millionen Schuß Artillerie-Munition, zahlreiche Tanks, 17 Panzer- Motor- und Lazarettboote. 22 Flugzeuge (ohne die abgeschossenen). 800 Lokomotiven, 8000 meist mit Proviant beladene Eisenbahnwagen. Dazu unermeßliches Kricgsgerät, zahllose Feldküchen mit Zubehör und dergleichen. Die ungeheuren Zahlen gewinnen vor allem an Bedeutung, wenn man bedenkt, daß die Zahl der 3633 Geschütze bei weitem den Friedensbestand sämtlicher deutschen Armeekorps an Feld- artilleriö übertifft, während die Zahl der 7103 Maschinengewehre ein Vierfaches von dem, was an dieser Waffe bei Kriegsausbruch in Deutschland vorhanden war. Rechnet man die Tausende von Geschützen und Maschinengewehren aus der Offensive gegen Italien hinzu, so kann man den ungeheuren Kräftezuwachs ermessen, der den Mittelmächten aus ihren Siegen zugeflossen ist, und den Berger Englands und Frankreichs vollauf wiirdigen. ßinr Mahnung an Üormm. Eine sehr ernste Mahnung an die Adresse Norwegens richtet heule die „Nordd Allgem Ztg.". Das Blatt schreibt u. a.: Wir haben uns im Laufe des Kr eges daran gewöhnen müssen, aus Norwegen recht unfreudliche Stimmen zu hören. Besonders die norwegische Presse hat sich mit ganz wenigen rühmlichen Ausnahmen für verpflichtet gebalten, andauernd und in einseitiger Werse Propaganda für die Ententemächte zu betreiben. Er kürzlich mußte auf die eigenartige Behandlung hingewiestn werden. * die die norwegische Presse den Meldungen über Völkerrechts- I brüche angedeihen läßt. Von der sogenannten norwegischen - Neutralität, die man noch vor einiger Zeit so gern betonte, ist in den letzten Tagen überhaupt nickt mehr die Rede gewesen. Der Siegeszug der deutschen Here übt in den norwegischen Zeitungen fast die gleiche Wirkring aus wie bei unseren Feinden. Mit krampfhafter Anstrengung suckt sie die deutschen Erfolge zu verkleinern. Nachdem nun der Vierbund in kurzer Auf ernandecsolge mit der Ukraine, Rußland und Rumänien züm Abschluß der Kriegshandlungen gelangt ist. ergeht sich die norwegische Presse in derartig unglaublichen Ausdrücken von Haß, Wut. Enttäuschung. Neid und Verdächtigung, daß man sich fragen muh. was damit beabsichtigt ist. Glaubt die norwegische Presie, durch eine solche Haltung der Sache der Entente irgendwie zu Helsen, die Stellung Deutschland irgendwie verkleinern zu können. Auch die Aalands-Expedition wird von der norwegischen Presse in der feindseligsten Weise behandelt. Das norwegisch-amerikanische Handelsabtommen. das in nächster Zeit unterzeichnet werden soll, wird von der Ententeprelle in Kristiania als ein freudiges Ereignis mit großer Genugtuung begrüßt, obwohl es doch das Selbstbestimmungsrecht Norwegens über seine Tonnage aufhebt und Norwegen durch die Verpflichtung, die Ausfuhr nach Deutschland noch weiter einzuschränken, in eine derartige Stellung bringt, daß man von Neutralität selbst bei größtem Wohlwollen kaum noch sprechen kann. Dies alles bleibt in Deutschland nicht unbemerkt, wenn man auch nicht viel Worte darüber verliert. Deutschlands Stellung im Osten und Norden ist durch die letzten Ereignisse so gekräftigt worden, daß es diese unneutrale Haltung zwar mit Bedauern, aber mit vollkommener Ruhe verfolgen kann. pir im an kr Ikhr ernst. Zur Begründung einer neuen Kreditoorlage von 600 Millionen Pfund (— 12 Milliarden Mark) hat der englische Minister Bonrr Law eine Rede gehalten. Unserer Gewohnheit folgend, bringen wir die Rede, dre voll der üblichen geschwollenen Redensarten ist, nicht im Wortlaut. Die wichtigsten Stellen sind feine Erklärungen über Aegypten und über die Salonikifront. Ueber Aegypten sagte er: Solange das britische Reich nicht voll, ständig besiegt ist. ist es selbstverständlich, daß wir Aegypten nicht räumen werden. Ueber Saloniki: Wir erkennen, daß der Zustand an der Salonikifront augenblicklich sehr ernst genannt werden kann. Es ist vollständig wahr, daß die Zentralmächte dorthin eine Armee dirigeren können, der zu widerstehen uns sehr schwer, ja vielleicht unmöglich sein wird. Das ist die Gefahr. Er schloß seine Ausführungen mit den Worten: Was den Zustand im Westen anbelangt, so glaube ich. daß der Krieg im vorigen Jahre zu unseren Gunsten geendigt hätte, wenn die kata- | strophalen Ereignisse in Rußland nicht eingetreten wären (nach dem bekannten Worte: Wenn der Hund nicht . . . usw. Anm. der Schriftleitung.). Was in Rußland vorgefallen ist. ist ein fürchterlicher Schlag für die Allierten, aber trotzdem ist Deutschland zu dem Siege, den es anstrebt, keinen Schritt näher gekommen. Schmeft. Der neue Fall Ador. Bern, 8. März. In der „Züricher Post" gibt eine „gut- unterrichtete Persönlichkeit" eine neue Darstellung des Falles Ador. Danach wäre der frühere Gesandte der Schweiz in Berlin. Dr. Haab, von zuverlässiger deutsä>er Seite über die bevor- stehnde Aktion gegen Italien einigermaßen unterrichtet worden. Pflichtgemäß habe er diese Information nach Bern weitergeleitet. Rach einiger Zeit habe dann der schweizerisä)e Gesandte in Rom, v. Planta, in einem Bericht an den Bundesrat bemerkt, man bewundere in römischen Diplomatenkreisen die Voraussicht des Herrn Ador, der genau habe angeben können, wann die österreichisch -deutsche Aktion in Italien einsetzen werde. Die „Züricher Post" bemerkt dazu, die sckMeizerische Oessentlichkeit müsse sich jetzt natürlich an die Feststellung des Bundesrates hallen, daß Herrn Ador in dieser Angelegenheit keine inkorrekte Haltung vorgeworfen werden-könne. Rücktritt de-, Ipniffkn ßMnettg. Madrid, 8. März. (MTV.) Meldung des Reuterfchen Bureaus. Das Kabinett ist zurückgetreten. Japan und Sibirien. London, 7. März. (WTB.) Meldung des Reuterfchen Bureaus. Die „Daily Mail" erfährt von maßgebender Seite, daß die endgültige Vereinbarung über dre Intervention Japans in Sibirien jetzt grundsätzlich entschieden sei. aber solange aufgeschoben werde, bis der Bericht des britischen Botschafters ein. trifft, der den Auftrag bekommen hat. sich von der japanischen Negierung über die folgenden beiden Punkte Gewißheit zu verschaffen: 1. Ueber welche Strecke der transsibirischen Bahn will Japan seinen militärischen Schutz und seine Pclzeimaßnahmen ausdehnen? 2. Will China Japan unterstützen und in welchem Umfange? Gin freies Flandern! Eine Erklärung des Ceneralgoirverneurs v. Falkenhausen. Brüssel, 6. März. (WTB.) Ceneralgouverneur v. Falkenhausen empfing am Nachmittag die Bevollmächtigten des Rates von Flandern und nahm die Mitteilung non der Neubildung des Rates entgegen. Exzellenz v. Falkenhoufen erwiderte hierauf mit folgender Ansprache: „Meine Herren! Ich danke Ihnen für ihre Mitteilung, die Sie mir soeben über das Ergebnis der Neuwahlen zum Rat von Flandern gemacht haben und beglückwünsche Sie zu Ihrem Erfolge. Ich nehme die Gelegenheit wahr. Ihnen folgendes zu sagen: Den vielbeachteten Beschluß des Rates von Flandern vom 22. 12. 1917 faßte ich dahin auf, daß Sie erneut den unerschütterlichen Willen bekundeten, das flämische Volk vom Drucke der Verwelschung zu befteien. Im Einvernehmen mit der Reichsleitung kann ich Sie versschern, daß der Reichskanzler und ich nach wie vor auf dem Boden der Erklärung des Reichskanzlers vom 8. 3. 1917 stehen, der seinerzeit Ihrer Abordnung versicherte, das Deutsche Reich würde bei den Friedensverhandlungen und über den Frieden hinaus alles tun, was dazu dienen kann, die freie Entwicklung des flämischen Volkes zu fördern und sicherzustellen. Im Verfolg der Erklärungen des Reichskanzlers vom 3. 3. 1917 wurde dis Verwaltungstcennung durchgeführt, um mit klarem politischen Ziele dem flämischen Volke zur Selbständigkeit zu verhelfen, wie sie in seiner Volkszahl, seiner besonderen Kultur und seiner ruhmvollen Geschichte entspricht. So wie es vor dem Kriege in Belgien um die flämische Sache bestellt war. darf es nicht wieder werden. Darum müsse die Auftichtung eines freien, von welschem Drucke befreiten Flandern, dem alten Ziele der großen flämischen Bewegung, auch weiterhin alls Bestrebungen gewidmet fein. Der warmen Sympathie des deutschen Volkes und der Unterstützung seiner Regierung dürfen Sie sich dabei versichert halten. Die Mittel, durch die Flandern seine Selbständigkeit nach dem Kriege gesichert wer. den sott, jetzt schon bestimmen, wäre verfrüht. Das muß den Friedensverhandlungen Vorbehalten bleiben. Diese Selbständigkeit grundlegend zu beinslussen, wird vor allen Dingen auch Sache des flämischen Volkes selbst sein. Flanderns Volk wird erkennen müssen, daß jetzt oder nie sich ihm die Möglichkeit bietet, eine Grundlage für jene Selbständigkeit zu schaffen. auf die es einen unverjahrbaren Anspruch hat. Ihre Aufgabe, meine Herren, in den nächsten Monaten wird darin bestehn, das flämische Volk, einerlei ob einzelne ihrer besonderen politischen Richtung angehören oder nicht, auf diese große Entscheidung vorzubereiten, die ihm der Friedensschluß bringen soll. Mlmattich 4 Miülgnkil «brr dr« normalfti iraiinit «rrümit. Interessante Feststellungen wurden heute im Reichstags hauptausschuß gemacht. Anläßlich der Besprechung über dis Ueberwachung der für den Heeresbedarf arbeitenden Betriebs wurde fsstgestellt, daß die Automobilfabriken ungeheure Gewinns erzielten. So hätten die Daimlerwerke monatlich vier Millionen Mark über den normalen Ge-, w i n n erzielt. Ein sozialdemokratischer RedMr fügte 41^!* b«6 die Darmlenoerke Drohungen, de» Betrieb einzujchrünken, ausgesprochen hätten, wenn ihnen trotz des Riesengewinnes nicht höhere Preise bewilligt würden. Ihr- Kalkulationen seien systematisch und genial gefälscht, es sei nicht nur versuchter, sondern vollendeter Betrug gewesen. Ein Nctkonalltberaler er- öffnete, daß die Dalmlerwerke einen Gewinn von 173 Prozent der Selbstkosteu erzielt hätten. Der Vorsitzende des Auf. sichtsrates hatte sich den Aktionären gegenüber protokollarisch verpflichtet, nicht nur die exorbitanten Gewinne aufrechtzuerhalten, sondern sie noch zu steigern. In der weiteren Besprechung «sagte ein Zentrumsabgeordneter: Der Freispruch im Falle Philippi ist unerhört, der Fall liege eben so schlimm wie bei Daimler. * Inzwischen sind die Daimlerwerke infolge Differenzen mit der Heeresverwaltung unter militärische Aufsicht gestellt worden. f'* lledlim dkl Jnnkfirtrr Jeifnua. Bei der gestrigen Debatte Zum Kultusetat in der ketzerischen Abgeordnetenkammer ging der ZenLrumsredner Abg. Held nochmals auf den Fall Foerfter ein und betonre Foerster diene mit seinem Auftreten und ferner Agitation nicht dein Frieden, setze vielmehr Deutschland in den Augen des Auslandes hewll und Mache es schlecht. Im weiteren Verlaut der Aussprach- erklärte Kultusininister v. Knitting- Im Ausschuß habe ich festgostellt, daß Foerfter sich bei seinen Vorlesungen im Rahmen feiner Zusicherungen gehalten hat. Die gleiche Feststellung habe ich hier in der Vollsitzung Unterlasten. Ich habe sie rächt gemacht, weil ich sie aus Grund dessen, was ich in der Zwischenzeit in Erfahrung gebracht babe, leider nicht mehr machen konnte. Es wurde mir näm- Uch aus amtlichem Wege zur Kenntnis gebracht, das Foerfter am 28. Januar im hiesigen Kunstsaal Steinike mit seinem Hörerkreis einen sogenannten Frageabend abgchalten hat. Foerfter hat nun geltend geinacht, er sei zur Veranstaltung dwses abends veranlaßt gewesen, weil in einer öffentlichen SrndenLenversammlnng am 17. Januar gegen ihn die lebhaftesten Vorwürfe erhoben worden seien und er cs als sein Recht betrachtet hatte, hierzu Stellung außerhalb der Universität zu nehmen. Professor Foerfter hatte aber auch andere Wege zu seiner Verteidigung zur Verfügung gel)abt, infolgedessen konnte ich jene Veranstaltung nicht mehr mit jener Zusicherung vereinbart erachten, die seinerzeit von Professor Foerfter bei Beginn seiner Vorlesung uns gegeben worden war. Die Unterrichtsvenvaltung bat nicht versäumt wegen dieser Veranstalttulg ihre ernste Mißbilligung zum Ausdruck zu bringen. Ich hoffe, daß eine Wiederholung eines solchen Frageabends nicht zu verzeichnen ist. 0 Interestante Feststellung. »r. Kassel, 7. März. In der Sitzung des Vereirieausschusses der Landwirtschastskammer Kassel kam es bei der Erörterung der Heu- und Strohfrage zu interessanten Feststellungen. Der Delegierte für Hanau, Bürgermeister Clauß aus Ravolzhausen betonte, man habe im Kreise Hanau-Land das Stroh und Heu mit der größten Beschleunigung nach Frankfurt a. Main fahren «rüsten, weil die Heresverwaltung es ganz dringend gebrauchte. Hier sei es aber nicht der Heeresverwaltung Zugeflossen, sondern in die Hände von Händlern gekommen, die nun ihrerseits zum doppelten Preise die Anlieferung an die Heeresverwaltung besorgten. (Hört, hört!) So etwas versieht der Landmann nicht, er liefere sehr gern an die Heeresverwaltung und für die Soldaten, nicht aber hinter: herum an den Handel, damit dieser nochmals seine Geschäfte mache. Jetzt seien die Landwirte derart aller Stroh- und Heuvorräte entblößt, daß es unbedingt wichtig sei. sofort die Wälder öffnen zu lasten, damit Laubstreu abgefahren werden könnte und damit auch das Vieh die Möglichkeit habe, sich im Walde durchzufüttern, denn hier gäbe es schon Wetdegeleaenheit. Oberpräsident von Trott zu Solz sagte zu, daß diese Beschwerde sofort nachgeprüft werden würde; es scheine aber so. daß natürlich von diesen, der Heeresverwaltung abzuliefernden Mengen Stroh und Heu auch einzelne Mengen an den Handel abgegeben worden seien, damit die Industrie beliefert werden föne, die. wie ganz besonders die Muttitionsinduftrie, ja auch im Interesse der Heeresverwaltung tätig sei Was nun die Oeffnung der Wätder anbetreffe, so werde diese in diesen Tagen überall dr-rchgefübrt werden. Der Minister habe diese Abgabe von Laubstreu angeordnet und sie werde auch seitens der Regierung sofort durchgesührt werden. ym-uzusugen, vag es ,rch bei diesen „Herren" um Arbeiterjugend gehandelt hat.) Frankfurt am Main. Der 16jährige Arbeiter Robert DroS stürzte im großelterlichen Hause, Obergasse im Sladitei; Sausen von einer Treppe ab und erlitt dabei einen Schädelbruch, dem er nach kurzen Augenblicken erlag. FO. Wiesbaden, 7. März. Aul der Suche nach dem in Weil- bach vor einiger Zeit spurlos verschwundenen Ochsen, der vermutlich sein Ende im Wurstkessel gefunden, stieß der Gendarm in der Scheune der Landwirte Heinrich Bücher und Heinrich Schäfer 2. in Erbenheim auf ein frisch geschlachtes Rind und ein fettes Schwein, beide aus einer Ceheimschlächterei stammend, die besonders in Erbenheim in Höchster Blüte steht. Beide Landwirte erhielten für die Verfehlung einen Strafbefehl von je 200 Mark. Dagegen legten sie Einspruch ein. Vor den Schöffen erklärten heute die beiden Landwirte, das Rind fei schwer erkrankt und kein Tierarzt zur Stelle gewesen. Deshalb fei man zur Selbsthilfe geschritten und habe ohne viel Federlesens das Rind abgestochen. Da das ganze frische Fleisch von dem Rind nicht lange aufbewahrt und allein verarbeitet werden konnte, mußte man, um Wurst zu machen, was aber nicht ohne Schweinefleisch geht, auch das Schwein abstechen. Auf diese Erklärung hin beließ das Gericht es bei der Strafe von 200 Mark für jeden Gehcimschlächter. » (Rtt Seainteneria^. fcet preußische Minister des Innern, Dr. D r t w «, hat an Me Regier«ngspräsidenten einen Erlaß gerichtet, worin er den politischen Beamten unter ausdrücklichem Hinweis auf den Millan des Königs verlangt wird, daß sie sich für die Einführung des gleichen Wahlrechts in Preußen elnsetzen. Die Organe der Regierung hätten es als oberste Pflicht des Kgl. Dienstes anzusehen, die Verbindlichkeit des Königs zu restloser Einlösung zu bringen. In diesem Sinne ersucht er die Regierungspräsidenten, die Ansichten der Staatsregierung zu vertreten und die Nachgeordneten Dienststellen mit geeigneten Anweisungen zu versehen. Dieses Verlangen deckt sich keineswegs mit dem. was einst Fürst Bismarck für selbstverständliche Pflicht der politischen Beamten angesehen hat. Nach ihm sollten die politlsck>en Beamten verpflichtet sein, sich jeder Stellungnahme gegen die Politik der Negierung zu enthalten. Daß sie aber auch gegen ihre persönlichen Auftastungen und Ueberzeugungen für die Reaie- rungspolttik aktiv eintreten sollten, das hat er ihnen nicht zu- gemutet. Der heutige Minister des Innern dagegen fordert von der politischen Beamtenschaft, daß sie das gleiche Wahlrecht „unbedingt nach außen hin vertreten", ohne Rücksicht darauf, ob ste dadurch zu ihren eigenen politischen Ansichten in Widerspruch geraten. Daß die ..freiheitliche" Presse diesem Versuch der Knebelung der fteten Meinung der Beamten begeistert zustimmt, wird nur den wundern, der die Herren Denwtraten nicht näher kennt. Uom Felde der Ehre. Asse »heim. Dem Ersatz-Reservist Georg Faatz. Sohn des Landwirts Wilhelm Faatz, wurde die Hessische Tap'erkeits- meda'lle verliehen und zugleich zum Gefreiten befördert. Das Eiserne Kreuz erhielt er schon früher. Herzlichen Glückwunsch! Ockstadt. Dem Sergeant Franz Mörler, Inhaber der Hessischen Tapferkeiismedatlle und des Hessischen Verdienst- kreuzes, wurde das Eiserne Kreuz verliehen. ?NS der Äeimat. E:v Evsug. MLn««r°benÄ. Nächsten Montag. 1!. Mär,, abends 8% llhr. soll im Deutschen Haus die letzte Versammlung vor Ostern stattftnden. Herr Prof. D. Die hl wird sprechen über „Kriegerfürsorge nach dem Kriege". Zur Teilnahme sei herzlich eingeladen. Höchst am Mala, Der wüste Vorfall auf dem Bahnhof in Höchst wird in der Frankfurter „Volkssttmme" so schön geschildert, daß wir hier das Beispiel der Verrohung der Jugend wte- dergeben wollen. Wir lesen da: Zu einem wüsten Auftritt kam es am Sonntag abend in dem kurz nach 8 Uhr hier einlaufenden Zuge der Königsteiner Bahn. In einem Abteil zweiter Klasse war einer Frau von Reisenden, die in Münster zugestiegen waren, das Kleid in ekelerregender Weise beschmutzt worden« Als sie ssch dies verbat, wurde ste von den Reisegenossen in so gemeiner Weise beleidigt, daß sie den in einem anderen Abteil desselben Wagens befindlichen Gendarmeriewachtmeister zu ihrem Schutze herbeirief Kaum aber erschien dieser, als die offensichtlich stark mit Aepfelwein überladene Gesellschaft über den Beamten tätlich herftel, so daß er blankziehen mußte, um sich vor ernsteren Mißhandlungen zu schützen. Bei der Ankunft in Höchst fiel nach dem Aussteigen ein ganzer Haufe unter wüsten Drohungen über den einzelnen Mann her, der sich zwar mir dem Säbel tapfer wehrte es aber doch nicht verhindern konnte, daß ihm schließlich die Waffe aus der Hand geschlagen und er von hinten durch Stockschläge, auf den Kopf und an der Hand blutig verletzt wurde. Einem der Hauptangreiser. der nach vollbrachtem Attentat über die Geleise fleh, sandte der Angegriffene zwei Schüsse nach, die aber fehlgingen. Auch aus dem Kreise der Angreifer sollen nach dem „H. Krbl." einige Schüsse gefallen sein. Au der Sperre wurde ein Mann aus Frankfurt festgehalten, dessen zerbrochener Stock und eine blutende Munde am Halse ihn als Mitkämpfer verrieten. Er gestand auch ein, mit draufgehauen zu haben „weil auch die anderen draufzehauen hätten" ! Weshalb^ wisse er nicht. (Die „Voltsstimme" vergißt Kirchliche Nachrichten. Sonntag Laetare. 18. März 1918. Gottesdienst in der Burgkirch Vormittags 9% Uhr: Herr Pfarrer Ritter. Vormittags 11 Uhr: Ktndergottesdienst. Herr Pfarre, Ritter. Nachmittags OH Uhr: Herr Pfarrer Kleberger. Gotte-dienst ttn Ltndtttr! ^nnerimch. Sonntag Laetare, 18. März 1918. 10 Uhr: Gottesdienst. 11 H Uhr Jugendgottesdienst. * Uhr: Kriegsanbacht. * * * Katholische Gemeinde. 4. Fasten-Sonntag: 10. März 1918. (Großes Gebet) Bcichtpelegenheit am Samstag von 4 Uhr an und Senn- tag früh von 8 Uhr. H7 Uhr Frühmesse. Daran anschließend Betstunden bi» 6 Uhr abends. 8 Uhr hl. Messe. Gemeinsame hl. Kommunion der Jungfrauen. K10 Uhr: Hochamt mit Predigt. Nachmittags 6 Ilhr: Letzte Betstunde mit Umgang und Te Deum und Predigt. Während der Woche um H7 und 7 Uhr HI. Messe. Freitag abends 8 Uhr: Fasten-Andacht. Nach dem Hochamt Ausgabe von Büchern aus der Borro- maus-Bücherei. Geschäftliches. Vorsicht fei die Mutter aller Maßnahmen des Landwirt» wahrend der Kriegszeit! Es gilt, gutes Saatgut zu beschaf'en und dieses in möglichst einwandfreiem Zustand der Erde zu übergeben. In den meisten Fällen sitzen am Saatgut — auch am Sommersaatgut! — Erreger von Pilzkrankhciten. die nicht nur den Landwirt, sondern auch unsere gesamte Bevölkerung durch Verringerung der Ernte wesentlich schädigen können. Deshalb muß der vorsichtige Landwirt das Sommersaatgut (Sommerweizen, Gerste, Hofer, Rüben, Erbsen und Bohnen) von Stein- brand usw. durch Anwendung des bekannten und bewährten Saatbeizmittels „Ujpulun" befteien. Die Anwendung des „Ufpulun" bereitet nur wenig Mühe und Kosten, die sich durch schönen Stand der Feldpflanzen und höhere Mehrertrage mehr wie reichlich bezahlt machen. „Ufpulun" ist zu kaufen in d-n üblichen Verkaufsstellen. Verantwortlich für den politischen und lokalen lest: £ tfo Hirsche! Friedberg: für den Anzeiaenteii R Henner Friedberg. Truck und Verlag der „Reuen Tageszeitung". A ($.. Friedbero t Landwirte baut Sommerölfrüchte zur Milderung der Fettlnapphclt. Für das GroWerzogntm Heffen eignen sich beionvrrs Sommerrnbsen, Mohn, Senfiurd Lein- doitcr znm Anbau. Näher e Anskunst erteilt Landwirtschastskammer Darmfiadt"- a yt. - .. ! C.. I , nnrt - Zwei Knaben ira Al e von 7 und 5 fahren, katholi ch. gej ud. find in katho^ U! e Familie so ort nnlerzu- bringen. dunzen erbeten an den ftoriflöä h r wIriftafrt Allee K. Ei» Sdmlilmrrfii und riir$igrlMM|fl fast neu zu vertaufen Friedberg, Hanauerstraße 10. Ich suche gespielt, abek von guter innerer Be chaffenhett gegen Kasse zu kaufen. Off unter i». A. 3r*l an Rudols -Nasse. Frankfurt n. M. June,es Mädchen a"s uier -Familie das den Hauslernen will Stellung auf einem Hofgut in der Ryt-e Frieddergs. Zu erfragen in der Geschäfts- stelle der ..Neuen Tageszeitung". Ei» vollständiger MisMiiizn Wage» -* vertaufen Jakov v»hr«eUU. Södel. »W btttrn i. min i n i. Im t. s. töeirfiaitsmellc Frankfurt tu M.. Kronprinzenstratze 4L (Kronprinzenbml.1 — Fernruf Römer 42MI. Sürostunden. Montan. Dienskao. Donnerstag Freitag, nachmittag» — Gefchaftsanzeigen tn diesem Raum nur für ttnfere Mitglieder, dieselben sind kostenlos, jedoch muss bei Auf- gäbe der Anzeige auf die Mitgliedschaft htngewtesen werden. Größeren Posten Teutschen Rottreesamen sowie Dtckwurzsamen Ernte 1917 hat abzugeben Uelarleli llfter®e»yiitl 9 «ettzkrchen (Taunus,> tetn sehr wachsamer Hofhund zu verkaufen. Wilhelm ReuO, Bauernheim. ttsteiMuG-AilztW. Freitag, den 15. März l. I».. nachmit ags 3 Uhr, versteigere ich am Gl.terbahnhof Nie)er-Wöilstadt auf Grund de» § 378 H G. B. für Rechnung dessen, die es angent, 28» Ztr. Fäkaldünger öffentlich meistbietend gegen Barzahlung. Frtedberg, den 0. März 1918. Lepper, Ge sich! ( voll ste her. Et« Maggoa steinerne Töpft, Ständer, Krögt, (bestes Höhrer Fabttiat) dabei Milchtöpfe, Apfelwein w» wumi)iv|>|c, «piuiimK* u. -r . 4J i f ’ /- f »sserkrüge, ist einzetroffen bet t m Gießen mit dem 2. Preise au» F. Hilbrecht Wwe.» Friedberg. .. ' , * - NB. Bet der Knappheit dieser Waren in Eindeckung für den späteren Bedarf nur-u empfehlen. Emjährtge». starkgebaules. belgier Hengstfohlen, r Gießen mit dem 2. Preise auc gezetchn.» peiswert zu verkaufen bei Johannes Philipps Xlii. Fauerbach v. d. H., Bahnstation Osthetm b. Butzbachs Kelranntmachnnt ^Bei der am 23. v. Mts. statt gehabten Ausko ung von Schuld ver chreibungen der städtischen An leihe vom 1. August stni sollende Stücke gezogen und zun 1. Ott oder d. Js. zur Ritckzahlunj gekündigt worden: Lit. Q Nr 72, Lit. R Nr. 10. Lit. Nr. 17« Lit. 8 Nr. 43, Lit. 8 Nr. 121 Lit. S Nr. 146, Ltt. 3 N, 231, Lit. 8 Nr. 236, Lit. T Nr. 9, Lit. T Nr. 4S Lit. T Nr. 84, Lit. T Nt 138, Lit. T Nr. 195. Die Stücke werden jetzt fchoi eingelöft. sofern die Inhaber der Kapital» der Stadttasse vei güten und die Beträge durch der« Vermittlung in Kriegsanleihe au legen, in welchem Falle die Be, ztnsung mit Ende März aufhöri Friedbera, den 5. Mär, lol De, Vürgerweiste, 2.B.: Damm. Vorschuß- und Eredil-Verein Friedberg emgetrageue Genossenschaft mit beschränkter Haftpflicht T-e ordentliche Haupt-Bersamml für das Rechnungsjahr 1917 findet ^ ^ Mittwoch, den 13. März, abends 3 Uhr im „Ratskeller" statt und beehren wir uns, hierzu unsere Mitglieder freundlichst einzuladen. Tages-Ordnung: 1. Geschäftsbericht des Vorstandes. 2. Bericht über die am 11. September 1917 vorgenommeue gesetzliche Revision 3. Prüfungsbericht des Aufftchtsrates. 4. Genehmigung der Bilanz und Entlastung des Vorstandes. 6. Beschlußfassung über die Verteilung des Reingewinnes. — 6. Festsetzung der fremden Betriebsmittel. 8 49 des Gen.-Ges. 7. Ergänzungswahl des Aufftchtsrates. Aus dem AuMchtsrat scheiden aus: Die Herren W. Vöckel, H. Metzendorf, Hch. Rausch, Carl Scriba und sind wieder wahlbar. Mkievberg. den 4. März 1918. Für den Austichlsrat: C. Scriba, Vorsitzender. Die Bilanz per 31. Dezember 1917 liegt au^ dem Büro des Vereins zur Einsicht offen. Ke Imiicilmiig schulpflichtiger Kinder zur Aufnahme n die städtischen Votts- schulen findet stall: A. In der^ Musterschule. Donnerstag den 14. März If. Js.. in 'olgender Wei e: k) nachmittags 2 Uhr alle Kinder, die m der Zeit vom 1. Okt. 1911 tis 3,. März 1912 in Friedberg geboren sind. b) nackmittags 2 1 f 2 Uhr alle Kinoer. die nach dem 1. Apr,1. ieooch vor dem I.Oliober 1912 dahier geboren sind, io ern sie die erforderliche Schulreife besitzen. c) nachmittags 3 Uhr die auswärts geborenen minder. K.Jn der Schulezu Fauerbach Freitag. Den 15. März If. I,., nachmittags 3 U»jr. Bei a> en aufzunebmenden Kindern sind die Impf cheine und bei den nicht in Friedberz oder dem Stadt eil Fauerbach geborenen such die Gebmtsscheme vorwiegen. Diejenigen Binder, die östlich des Friedhofs wohnen, sind der Schule in ^auerbach zuzuführen. Erfahrungsgemäß werden schwächliche Kinder, inöbe ondere auch solche, dle vor Vollendung ihres 9. Lebensjahres ln die Schule ermre en. in ihrer Entwicklung oft empfindlich geschädigt. Daher mutz den Elte n gera en werden, solche Kinder noch 1 Jahr zurück,rellen zu lassen. Frieds erg. den 9. März 1918. Ter Schulvor and. Damm, stellv. Vorsitzender. Kckanurmachmrg 2>if SflrlojffIfr|fii(,ft werden darauf chiugew e en. dast die Abnahme der Kanoffeln durch den Komm inaloerdano nach und noch uno bls Ende Juni ds. Js. erfolgen wird, da für die Monaie Mai und Juni noch grotze Mengen eriorderl'ch sind und oatz Ab- und Inanipruchna me der Ucber- sch.sie unter alle« Umständen erfolgt. Medberg, den 7. März. 1918. Ter Bürgermeister. I. V.: Dam m. KekKUntmachttNft Wir bringen hierdurch zur öffentlichen Kenntnis, dag näcqnen Morttaa. den 11. D. Vits, mit dem Sreivigen und Aucbrennen der Schornsteine m hlesiaer Stadt begonnen wird. Die Hauseigentümer werden gebe ren \di das nötige Brennmaterial besorgt sein zu wollen. Frie^berg. den 8. Män 1918. Die PoiizeiverwoltNng. 2. V.: Damm. Eine noch guter altene mit Enengesiev, ist preiswürdig adzugeben. Heinrich Schuch. Kaichen. Ein noch ,ehr wenig gebrauchtes gut erl-auenes itdlrneö Wemeß billig zu velkaufen. Von wem? sagt die Geschäftsstelle der „Neuen Tageszeitung". SipienfartrH Bt«S«-e*?eit»- InAmin.metljK Reizende Neuheiten m i Blusen eingetroffen. Grosse Auswahl, sehr preiswert bei Fr. Weber, Friedberg I. II. Kelrannlmachmig. Bis auf weiteres können werdende Mütter, die ihrer im Laufe der nächsten drei Mona'e bevorstehenden Niederkunft entgegensetzen, sowie stillende Mütter, gegen kreisärztliche Bescheinigungen monatlich 200 (Stamm MMe pui Preise im 2 If. erhalten. Die Ausgabe für den Monat März, findet Mittwoch, den 13. d. Mts., nachmitt.ags von 4—6 Uhr, in unserem Geschäftszimmer statt. Die kreisärztlichen Bescheinigungen werden im Museumsgebäude, Haagstraste. von Herrn Mediünalrat Dr. Nebel, Mittwoch, den 13. d. Mts.» von nachmittags V,3—Vs^ Uhr, kostenlos ausgestellt. Frte-berg, den 7. März 1918. Der stellvertretende Bürqermeffter (Siädt. Lebensmittel-Ausschusi) I. A.: Langsdorf. Krlrannimachnng. In den Geschäften von: L. Krieg! A. Schmidt E. Mörschel L° Arnstein, Wwe H. Eckel Dt. Nosen'eld I. L. Pauly Lind & Jbold Steinmetz & Sang, Fauerbach, gelangen von Montag ab Schlitzer-Handkäst *um Verkauf. Auf jeden Abschnitt ,.8" der Brotkarte wird 1 Käse zum Preise von 23 Pfg. abgegeben. Friedverg, den 8. März 1918. Der siellver/retende Bürgermeister. (Stadt. Lebensmittel-Ausschuh) 2. A.: Langsdorf. Kkiivillißt Kkr^ijitNliz. Montag, den II. Ä Mts, nachmittags 2 Uhr, versteigere ich in der „Krone" zu Bad-Nauheim gegen Barzahlung für Rechnung den es angeht: Mehrere Betten, Kleiver^chränke, Waschkommoden, Tische- Stühle, Sessel, Teppiche, Läufer, Bilder, Spiegel, 1 Dezimalmage, Küchengeräte nsw. Die Gegenstände sind gut erhalten. Versteigerung bestimmt. —» Bad-Ranhetm, den 8. März 1918. . ^ Steril, Grosth. Gerichtsvollzieher. Einladung zur diesjähr gen sr-eiiAt« Gtstnlotrslumluz des Vorschub' und Crediivereins Reichelsheim e. E. m. d. H. welche Sonntag, den 17. März 1918, nachmittais 3 Uhr im Gast- Hose „Zur Po.r", dahier, stattfindet. Tagesordnung: 1. Geschäftsbericht des Vorstandes. 2. Genehmigung der Jahresrechnung und Bilanz pro 1917 und Entlastung des Vorstandes für seme Ge.chaftssührung in 1 17. 3. Be chiuhsaffrmgüberVenvendungdesReingewinnesauslSI? 4. Vortage des letzten Revistonsberichls. b. Erhöhung der 4 affivkreditgenze. 6. Ausschlietzunz von Genossen 8, Ziffer 2) 7. Wahl eines Vorstandsmitglieds. 8. Erg anzungs wähl des Auisichtsrats. Reichelsheim, den 7. März 1918. !!.8:rSitli?ttiil,k.8.«l.b.S., zn ReichtlShtim. Schäfer. Vogt. big. Jahresrechnuna und Bilanz pro 1917 liegen vom 10. März 1918 ach> Tage im Ge chaftsziw.mer des Rechners Vogt zur Einsicht der Genossen offen. Versteigerung. Mittwoch, den 13. März 1918, vormittags IO 1 /* Uhr versteigere ich in meinem Anwesen in Unter-Schmitten: 2 Kalbinnen, 3 Rinder, 2 Schafe mit Lamm, 2 Grasmäher, 1 Häckselmaschine mit Hand- nnd Krastbetrieb, einige Kuh- und Schlveine- tröge, l Nübsnfchneidemafchine, I fast neue Waschmaschine mit Feuerung, 1 6—7tt0-Ltr.- Fast, t Partie Pferdegeschirre, Kummete, Halftern, Hintergeichirre, 4 fast neue Zug- dlätter, Fliegeudecken, 1 Posten Stühle nsw. Ludwig Filsinger. Versteigerung. Freitao, den 15. März, von» 10 Uhr morgens an versteigere ich in meiner Hofraile. Bingenheimerstratze 6, öffentlich meistbietend gegen Barzahlung: 2 Pferde, Rotschimmel. 4 u. 6jährig, sehr schönes Gespann, der eine tragend, ein- und zwei- spännig gefahren, « Stuck Rindvieh, 3 Wagen, komplett 16, 15 und 12 Etr. schwer, 1 Binder, (Osborne), 1 Grasmäher, mit Handablage, 1 Hackmaschine, (Tröster) 2 m breit, I Düngerstreuer, (West alia) 2 m Streubreite, 1 Kartoffelerntemaschine, 1 Jahr gebraucht, 1 Ernterechen, 1 c-euwender, I 3teilige Ningelwalze (Cambridge), 1 Glattwalze, 1 Zweischarpstug (Sack). 1 Beetpflug (komplett, Sack), Pferdegeschirre, Pflüge, Eggen und sonstige landwirtschaftliche Geräte. Reichelsheim, den 7. März 1918. Rudolf Schäfer. If lie c« schnell und billigst Ukiie TagtsMung Aruidkni,«d Verla-. A.-G. ZMAtöKSchkll für kleinen Privathaushait gesucht Zu melden bei Frau H. Böddeker. Frirdverg. Weedgasie 8 Suche ein tüchtiges Mülhen Frau Marg. Sellin, aiserstratze 97. Aüliii-VerMiljiMli. Mittwoch, den 13. März d. Js vormittags 11 Uhr kommt die hiesige Eeme,nbe-Feld- u. -Waldjagt auf weitere 9 Jahre auf hiestgew ^lathaus meistbietend zur Verpachtung. Dieselbe umfaßt zirka 923 HeH. tar. und ist ungefähr in eine- halben Stunde von Bahnstattos Ranstadt zu erreichen. Dauernheim, den 6. März 191& Großh. { urgermkilirrti Daumchn» I. V.: Schmid. KNedderg. Kai Versteigerung. Die Gemeinde Ockstadt beabsichtigt Dienstag, den 12. l. ttKte« nächmttiags 4 Uhr, eine Pams alte Hrtt'irrkntrLge uad Kr«n«enKöcke aus der alten Wafferleitung öffentlich an die Meistbietende» zu versteigern. Zusammeickunst ,st auf dem Rathaus. Ock tadt. den 7. März 1918. Grolch. Kurgermtlsirrti Gätkützl. Mörler. __ Eber-Ankauf. Die Gemeinde Ober-Erle' bach beabsichtigt einen jungen sprung- iähi-'en Eber anzukaufen. Besitzer lolcher Tiere wollen dies bei der Unterzeichneten Stelle anmeiden. Obce-Erlenbach, 7. März 1918. Großh. sikr;cr!ue >terki Vder-Srltsdgch. Klimm. Tüchtiger, zuverlässiger Ütalter welcher mit Hand anlegt, aus Gut von 390 Morgen in der Wetterav für 15. d. Mrs. evtl. I. April gesucht. Offerten mit Gehattsansprüchen unter P. 110 an die Geschäfts- stelle der ..Reuen Tageszeitung". Suche für mein Kolouial-, Klas- vsd por;t8a«- wareinreMst tiiit» Akliiz mit guter Schulbildung per 1. oder 15. April Fr. Wagner, Friedberg i. H. Suche zum 15.März oder 1. Apli? ein richtiges Mädchen oder Frau zur Hausarbeit. Desgleichen 1 Mann auch Kriegsbeschädigte« zum Hüten von 60 Rindern. Criitian Bär. gtfc nl jiintfrbüflfa bei Büdlnge^ Eins, ordnuagl. Stütze. erfahren im kochen u. Hausarbeit, in kleine Familie nach Fnedberg gesucht. Dienstmädchen vorhanden. Offerten mtt Zeugmsie» an di» Geschäftsstelle der ^Neue» Tageszeitung". ffen lieben Verwandten und Freunden zur Nachricht, dah heute Morgen um 4 Uhr mein innigsigeliebter Mann, unser lieber Bruder, Schwager und Onkel der Croßh. Bürgermeister ll&aitt Hofmann v. nahezu vollendeten 66. Lebensjahre sanft in dem Herrn entschlafen ist. Wölfersheim, den 8. März 1918. Im Namen der trauernden Hinterbliebenen: Katharine Hofmann fl e&. s°fmann. M ■im . i/!)) •JA Die Beerdigung findet Tonittaa. den io. OTffn, nachmittags 2 Uhr statt. Besondere Hiutuvung nicht. r- -M ■ - Abwaschbare Kragen (Marke Evcr Clem) Gummiband eingetroffeir. Michael Scheuer, Friedberg. Mtmz-Tm» echle EÄl-llZgrstr-Kieseu-rval eu Gberildor'er dicke, runde Fri drichswerchkr. b.n erwartend empfiehlt, solange Vorrat F. Kt ib recht Wme. Fried üer.1. Groher Posten prima Lederfett für Landwirte. Seife, Seisenpulver, Dleichsoda, Waschblau, Schuhcrem vorrätig bei Philipp Diener, SberiEoiuric,cn. Iri eHtrQ i.H., AtteB ahnhofitt. 13.11 Weichst Du die Wäsch’ mit „Burnus“ ein. Wird sie geschont, griffig und rein. Burnus wäscht Wäsche wunderbar. opHrt Arbeit, Heizung, Geld sogar, r Ueberall zu haben. Sonst durch die tnem. Fabr. Rohm & Haas, Oarmsladt. iS utes UlllWB-ISSJ friscli clngetroffen. 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Das gehört zu den scheußlichsten Dingen die es auf Erden gibt Verrat und Untreue' Da hatte eine Herrschaft jahrelang einen Knockst. wie ein Kind im Haus war er gehalten. Eines Tages erzählt man im ganzen Dorf all die verborgensten Dinge aus der Herrsckpft Haus — wie sie in jedem Haus vielleicht so oder so vorkonunen, aber in die doch keiner sich vom Nachbar gern hineinschauen läßt. Der Knecht hatte seine Vertrauensstellung im Hause benutzt, um alles ^ das anszuforsck^n und unter die Leute zu bringen. Wieviel Leid und Tränen sind damals in das Hans eingezogen, als Folgen dieses Verrats. Da sind zwei Völker jahrelang im Bündnis, das eine hat dem anderen treu und hilfreich zur Seite gestanden in bösen und in guten Taaen. Da gerät das erste Volk in Krieg und das andere statt 'chm nun auch beizustehen gesellt sich gu seinen Feinden. Schande und Verachtung über solch ein Volk, das die Treue qo. fcrodxm hat. . Von Venat und Treubnrch erzählt uns auch unsere heutige Geschichte aus der Bibel. Das Bibelbuch bas die Menschen kennt wie kein zweiter, das weiß, daß die Untreue sich leicht gerade dann ins Leben einschleicht, wenn man am wenigsten an sie denkt. Da ist der Jünger drei Jahre lang gewandert mit dem Meister. Unzählige Wohl- taten hat er von ihm empfangen, seine stillsten Gedanken fort er wissen dürfen, in die letzte Not seiner Seele ttt Geth- femone ^ hat er hineingesehen, und der Meister hat es ihm offen gesagt, daß er auf ihn, gerade auf ihn seine Hoffnung setzte, daß er auf ihn seine Kirche bauen wollte. Und nun ist der Meister gefangen und steht vor seinen grausamen Nichten? Alle seine Jünaer sind geflohen, nur er, der eine. steht in feiner Nähe. Vielleicht war es doch wie ein Trost im Herzen des Meisters- Einer, der beste ist mir treu geblieben. meine Warnung vor der Untreue, die ich ihm in den letzten Stunden des Beisammenseins gab, hat Fruckst getragen, nun bleibt er treu, er allein! Vielleicht war daS wie ein Hoffnungsschimmer in der Todesnackst, die ibn um- gab. Und da muh er hören, wie gerade der, sein vertrau- tester jünger ihn kalt und feig verleugnet! Ich kenne ihn meftf, ich habe nichts mit ihm zu tun! Jene Verleugnung des. Petrus war wohl eine der allerbittcrsten Erfahruna-'n, dre Jeius in jener entsetzlichen Nacht durckmacwn mußte! Ja Verrat und Untreue gehören zu den scheußlichsten Dingen dieser Erde, — aber wir haben keinen Grund hochmütig rrber den Petrus zu Gericht zusitzen, wir tun besser daran, wenn wir uns das Wort beherzigen: Wer da stehet, sehe wohl zu. daß er nicht falle. Man redet so germe und soviel non der deutschen Treue. Ist solches Reden auch berechtiat? Auch der Petrus bat noch wenige Stunden vorher in stolzen und großen Worten von seiner Treue geredet: Herr, ich bin bereit mit Dir'in Gefängnis und Tod zu gehen, w hat er gesagt, und nun ist alles das zufammengebrochen, und vor des Hohenpriesters Hans steht er in finsterer Nacht in bitterster Verzweiflung. Auch im deutschen Volk hat man gern mit großen Worten von der Treue geredet, aber oft hat mich d ies Reden nachdenklich gemacht, wo große Worte Graue Gefahren. Neman aus der Gegenwart von M. Gontard - Schuck. *2) Nachdruck verboten. * XVIL Nachdem TT 7 auf der Reede vor Helgoland notdürftig gedichtet worden war. hatte man es durch einen Schlepper nach der Werft gebracht, und nun lag es im Dock zu ein- gehender Instandsetzung. Heute endlich gönnte sich Werkheim einen freien Tag. Nach Wochen angestrengteste^ Arbeit freute er sich, wieder einmal in Ruhe mit seiner Frau speisen zu können. Die Ausbesserung konnte lange dauern, und wenn man ihm kein anderes Boot gab, etwa eins von den neuen die in nächster Zeit fertig werden mußten, so konnte er immerhin einige Wochen hier bleiben. ..Zu dumm!" murmelte er. „Muß man hier ans der faulen Haut liegen, während es alle Hände voll zu b t gibt!* „Aber nichtsdestoweniger," fügte er nach einer Po uw des Nachdenkens hinzu, „ist es auch schön, wenn man wieder einmal zu Hanse sein kann." Als er abends im gemütlich durchwärmten Zimmer neben seiner Frau auf dem Sofa faß, faßte er nach Helens Hand und hielt sie in der seinen. „Komm, Lieb, nun erzähl mal, was du die ganze Zeit über getrieben und was du alles erlebt hast. Bist du viel ans gewesen?" „Aber gar nicht! Wo sollte ich auch hingehen? Einige Male bin ich zu den Strickabenden gewesen — aber gestrickt Hab' ich nicht, ich kann's ja gar nicht. Ich bin auch gar nicht wieder hingegangen. Tie Damen sind alle so sonderbar. Als ob ich schuld an dem Kriege sei." Werkheim mackste ein unbehagliches Gesicht. „Jrrstj du dich nicht, Kind? Du wirst dir das nur einbalden." „•£), nein! Emily von Düring sagte es auch" ^Frau von Düring? Bist Du oft mit ihr zusammen?" sind, sind meist kleine Taten. Ich denke an so manch's böse Wort, das in diesen Tagen über unsere treuen Helden Hindenbnrg und Ludendorff gesprochen worden ist; das ganze Leben dieser beiden Männer ist erfüllt von der Treue gegen unser Volk, sie sind im wahrsten Sinn die Retter unseres Lebens. Und wenn uns nun, weil wir über irgend etwas verärgert find, uns von ihnen abwenden wollten, was wä^e das anders als Verrat und Untreue! Oder ich denke überhaupt an so manches Murren über die Last des Krieges, das durch unsere Reihen gegangen ist. Für wen tragen wir den drew Last? Doch nur für unsere Kinder, das höchste Gut. das Gott uns anvertraut hat. lind wenn wrr nun diefe Last von uns würfen, weil mir ihrer überdrüssig sind, ei wir müßten uns ja schämen unseren Kündern in die Anoen ?n sehen, müßten ja fürchten, daß sie uns fluchten und sprächen- Ihr seid daran schuld, daß unser Leben verdorben auf alle Zeiten! Oder ich denke an unsere Volksaenoiftn inl frelnden Land, die nach unserer Hilfe rufen, ja ich denke an Gott der uns diese Last aufgelegt hat. zu unserem eigenen Besten.^ Wohl hat er uns viel schweres Leid geschickt aber gerade irr den schwersten Standen haben wir es doch erwbr-n dürfen, wie er neben uns stand: siehe ick bin bei Dir. -ch bin treu! Was wäre das für eine Schande, wenn wir ihm ;etzt die Aufgaben, die er uns gestellt bat hinwerfen, wenn wir ihm die Treue brechen wollten. Gott sei Dank soweit ist es noch nicht gekommen, daß wir das getan haben, aber wir wissen qw{), daß wir keinen Grund haben hochmütig arrf den Petrus herabzuschauen: denn den Weg. auf dem er damals zu seinem Trenbruch gekommen ist. haben wir auch stbon beschritten, der Weg heißt: Stolzes Pocken ans die eigene Kraft und feiges Zusammenbrechn, lvenn die eigene Kraft versagt Noch ist es Zeit zur Umkehr, und auch den Weg zur Umkehr weist uns unsere Geschichte! Von Petrus erzählt sie: er ging hinaus und weinte bitterlich. Wollen wir zu Gott hoffen, daß unserem Volk dieses bittere Weinen erspart bleibt. Und das kann uns erspart bleiben, wenn wir bereit sind, schon jetzt den Weg zu beschreiten. den Petrus zu Unit beschriften hat: den Weg. daß wir erkennen, wie jämmerlich klei.ne und untüchtige Menschlein wir sind, wir, mit all unseren stolzen Reden und großen Worten. Den Weg, daß wir lernen uns zu fürchten vor dem ernsten, gerechten Gott, der all unser Tun und Lassen steht. Das ist aber derselbe Weg ans dem man auch kennen lernt, des großen Gottes unerschütterliche Treue. In einem ist das Wort von der „deutschen Treue" war! Keinem Volk ist noch je die Untreue so übel bekommen wie dein deuffchen. Anderen mag die Untreue Lebenslust sein, in der sie sich wohl fühlen. Uns macht sie krank. Zeiten der Untreue sind für unser Volk immer Zeiten des Niederganges gewesen. Wer das weiß, der kann als deuffckier Mann nichts Besseres tun, als unser Volk immer wieder stellen unter die Augen des treuen Gottes, der nur Treue erzieht und Kraft zur Treue gewährst. Amen. Ans itiuniiirrits ftf'ftinrjfii fragrii. Für eines muß man der bolschewistischen Regierung Dank wissen: sie hat der Welt durch Veröffentlichung der geheimen Schriftstücke aus russischen Archiven einen tiefen Blick in die Treibereien der Verbandsmüchte tun lassen. „Sehr oft! Sie hat mich sehr viel besucht und ich sie auch. Es ist natürlich, daß wir uns jetzt enger oncinand r schließen. Die Zettungen und alle Leute schellen jetzt ortt die Engländer, da kst man froh, mit jemanden zusammen zu sein, der mal von was anderem redet." „Laß uns nicht davon sprechen. Lieb. Du weißt, was wir uns bei Kriegsaubruch gegenseittg versprochen haben. Alles, was an den Streit der Völker untereinander erinnert, ist aus unserer Unterhaltung verbannt. Wir zwei — vielmehr unser Verhältnis zueinander, hat mit alledem nichts zu tun, wird davon nickst berührt. Wenn wir hier Zusammen sind \n unserem Heim, befinden wir uns auf einer friedlichen Jittet an die kein Kriegsgeschrei und kein Waffenlärm heranreicht." * „Wenn du so selten zu Hause bist, wie in der letzten Zeit, dann können wir das Gelöbnis leicht halten- Wirst du jetzt länger bei mir bleiben?" „Ich weiß es nickst. Es ist leicht möglich. Aber so gern» ich auch bei dir bin. so gerne gehe ich auch wieder loS. Aber vorläufig — es sieht nicht danach aus. Der Kasten ist bös zugerichwt." „Wirst Du nicht eins von den neuen bekommen?" „Von den neuen?" Verwundert fragte es Werkt,ein«. „Haben wir den neue Boote?" „Ach, tn doch nicht so! Du wirst das besser wissen als ich!" Werkheim nahm sich zusamnren. „Nichts weiß ick, §ttnd. Aber woher weißt Du es denn?" Die Frage klang sehr harmlos, mtr im Auge glomm ein heimlicher Funke. „Ach, Frau von Düring sprach vor einiger Zeit davon. Sie fragte mich, ob mir etwas davon bekannt wäre. Natlir- lich wußte ich nichts, es geht mich ja auch nichts weiter an. Aber vorgestern sagte sie nun, als wir von Deinem zer» schossenen Boot sprachen, daß Du jedenfalls eins von den großen neuen bekommen würdest, sck>on allein als Ancr^ kennung für Deine Heldentat damals." Augenbttk. in dem in Bukarest nun der Frieden mit Suimfinlew verhandelt wird, lernt man auch das zwischen den Verbands, möchten und Rumänien abgeschlossene Miluarabkommen vom Jahre 1916 kennen, aus dem mit unbestreitbarer Sicherheit die ganze Hinterhältigkeit der rumänischen Staatsmarner hervorgeht. Wir hqbcn schon kürzlich — aus Anlaß der Beginns der Bukarester Verhandlungen - betont, daß der König und seine Ratgeber heuchlerische Verräter waren: jetzt finden wir in dem Militärvertag eine weitere Bestätigung. Denn während Vra- tfami, wie aus den; österreichisch-ungarischen Notbuch hervor- geht, noch am 26. August 1916 bem Grasen Czernin erklärte, „er wolle, könne und werde neutral bleiben", der aus den formenden Tag einberufene Kronrat werde beweisen, daß er die Wahrheit sage und Rumänien werde nur dann unter seiner Leitung in den Krieg eingreisen, wenn es angegriffen werde, haben wir jetzt den vollgültigen Beweis, daß Vratianu in Gemeinschaft mit dem König schon längst den Verrat vollzogen hatte. Der erste Abschnitt des am 17. August 1916 abgeschlossenen Vertrages lautet nämlich: „In Ergänzung des Bündnisvertrages, der am 17. August 1916 zwischen Rußland Frankreich. Großbritannien. Italien und Rumänien geschlossen ist. verpflichtet sich Rumänien, alle seine Land- und Secstreitkräste zu mobilisieren und Oester. relch-Ungarn nicht später als am 28. August 1916 (8 Tage nach der Offensive von Saloniki) anzugretten. Die Offensivhandlungen der rumänischen Armee sollen am Tage der Kriegserklärung selbst beginnen." Und wenn es in dem Vertrage weiter heißt, „vom 26. August 1916 an soll dte russische Flotte die Sicherheit des Hafens von Konstanza gewährleisten und jede Landung feinblid^r Truppen an der rumänischen Küste, sowie jedes Eindringen in die Donau oberhalb der Mündungen dieses Flu"».s verhindern", so wird es selbst Bratianv schwer fallen, diese Widersprüche mit seiner Erklärung vom 26. August zu beseitigen. Auch des Königs Charakterbild erscheint durch den Vertrag noch schärfer Umrissen als bisher. Er mußte von dem Abschluß wissen und trotzdem versicherte er am gleichen Tage dem Grafen Czernin, es werde ihm „möglich sein, neutral zu bleiben", wenn er auch „nicht ganz Herr seiner Entschlüsse" sei Bekanntlich erfolgte am folgenden Abend bie Kriegserklärung an Oesterreich-Ungarn. Auch dte übrigen Bestimmungen des Vertrages enthalten viele belangreiche Aufklärungen. So wird Rußland die Be» Nutzung Konstantzas als Kriegshafen zugestanden und es muß sich verpflichten, „während der rumänischen Mobilmachung" zwei Infanteriedivisionen und eine Kavalleriedivision in die Dobrudscha zu gemeinsamer Wirksamkeit mit dem rumänscknn Heere gegen das bulgarische Heer zu entsenden Also auch hier sehen wir die Absickst des Angriffs, diesmal gegen Bulgarien, das in diesem Augenblick an einen Angriff gegen Rumänien umsoweniger denken konnte, als seine Haupikräfte in Sridmaze- donien durch Sarrail gebunden waren: das wird auch dadurch bewiesen, daß Bulgaren als letzte der Vierbundmächte in Erfüllung seiner Bündnispflicht erst am 1. September bc;i Krieg an Rumänien erklärte Wenn die Verbündeten ^'"'vä'iien weiter jegliche Unterstützung mit Kriegsmaterial um 'erröten Zusagen mit der Maßgabe, ..daß ein möglichst ununterbrccbenes Eintreffen von wenigstens 360 Tonnen täglich .... gewahr, leistet wird", so bestätigt dies die Richtigkeit der Meldung Cz:r- nins nach Wien vom 36. Juni 1916: ..Es soll die Absicht bestehen, durch Wochen täglich je 15 Waggons von Archangelst und Wladiwostok nach Rumänien zu liefern, in welchem Falle die „Woher weiß denn Frau von Düring, daß neue Becke gebaut werden?" „Woher? Ja, das weiß ich nicht. Von ihrem Minne jedenfalls, der ist doch ans der Werft " „So, meinst Du? Na ja, natürlich. Der ist ja auf der Werft." Es klang harmlos. Nur ja nichts merken lassen. Dffto fieberhafter arbeiteten die. Gedanken Woher wußte die-e Frau, was doch tiefstes Geheimnis' sein sollte? Und was wußte sie? Er hatte die Frau nie leiden können und der Verkehr mit Helen hatte ihm nie behagt. Ans einem unklaren Gedanken heraus sagte er: „Sag mal, hast Du auch mal Nachricht von London? Von der Mama?" Sic nickte erfreut. „Ja, dercke Dir, eist vorgestern hatte ich einen Brief von der Mama. Ich selbst habe schon zweimal geschrieben. Frau von Düring bot mir an. die Briefe zu besorgen. Sie hat nämlich Verwandte in Holland." „Verwandte? Ich meine einmal gehört zu haben, daß sie gar keine Angehörigen nrehr besitze." „Da mußt Du Dich irren. Vor einigen Wock-en war auch ein Onkel von ihr aus London bei ihr zu Besuch. Er war eigens herübergekommen, um zu sehen, wie es seiner Nichte geht. Ich selbst habe mit ihm gesprochen und er vec« sprach mir. Grüße an Papa zu bestellen." „Co, ja, dann habe ich rnich nwhl verhört." Er versank in Nachdenken. Was war das, n>as er da ungreifbar, sck)attenhaft tx?r sich sah? Was war das mit diesem Onkel? „Sag mal, Kind, kennst Du Herrn von Düring näher? Gefüllt er Dir? Ich habe ihn nämlich nur ein ernzigeB Mal gesehen, danrals beim Konsul. Wie ist er?" „Ich mag ihn sehr gern. Aber ich glaube, er — ja. wie soll ich sagen? Na, ich glaube, die Ehe ist nicht glücklich." x.So. meinst Du? Woraus schließt Du daäL" Jortjetzuna folgt. Und just in dem rumänische Artillerie tarnt nach Andeutungen rumänischer militärischer Kreise über etwa 3000 Schöffe pro Kanone verfügen würde. Wir rechnen, daß diese Lieferungen zweite Halste August bewerkstelligt sein könnten." Ein weiterer Abschnit des Vertrages besagt: „Die rumänischen Operationen werden zum Hauptziel den Vormarsch durch Siebenbürgen aur Ofenpest haben, soweit dies die militärische Lage südlich der Donau zuläßt." Daß dieser vom Grasen Czer- nin gleichfalls am 30. Juni angMndigte „militärische Spaziergang nach Siebenbürgen" auch durch Andere Umstände scheitern konnte, wie z. D. durch Fülkenhayns Sreg bei Hermannstadt, hatten die Verbandsmächte und die durch den gefahrlosen Raubzug g^gen Bulgarien im Sommer 1913 übermütig gewordenen ru- «lanisAeu Staatsmänner allerdings nicht erwartG. Aber über die „Sefmtßciten, Kriegsbeute und Kriegstropböen" hatte man eingehende Abmachungen getronc». und sie sollen, wie auch der ganze Vertrag in Kraft bieiben „bis zuin Abschlntz eines allge. meinen Siedens". Man sieht, selbst ein so ernstgemeinter Ver trag schützt nicht vor innerer „Ironie Aber wie auch immer: Heute ist das rumänische Volk von 6etr2i * unb um das Schicksal seines schwächliche» Königs rollen in Bukarest die Würfel. General Avercscu, der neue Wnisterprästdent, scheint das Unvermeidliche erkannt zu haben und hat dis Bedingungen der Mittelmächte a.s Grundlage iiir neue Waikenstillstandsverhandlnnge,, ange- dev lch-ieb ' t '°°7 M die Besprechungen über den s^rie- hM ! 7 f n ' t0ffen ' bn & bic Vertreter Rumäniens K } v fen " en ; b0& es WBe Z..t ist, sich von den Einflüsterungen der Verbandsmächte loszulesen. Niemals hat die Bevölkerung von Tunis und Algier daran gedacht, ihrem Freiheitsgefühl den Abicksted zu geben- sie arbeitet auch weiter in der Stille auf di^es Ziel hin Der Augenblick scheint jetzt günstig zu fein, um Rechenschaft Freiheit und Unabhängigkeit zu fordern. ——— fforpüis FrrihettsstnnLe. Eur Kiid französischer Herrschaft. Auf der Stockholmer Konferenz wurden nach dem Be- n« des Korrespondenten des „Rieuve Rotterdauimsche Courant folgende Vorwürfe erhoben. . «**o .fdümf. vormaliger Professor an der ^» 77^7 e °7 Sel '" no in Tunis, und Scheich JZmai! «afach, Ex>Kadi von Tunis, verteidigten das g 7,7 Reck/ l&t ?„T r" eir!cr Ionflcn Wtoriffan lieber- ln ' » 7 ,f “ 7 r ,rfeIn - daß -8 Frankreich immer nach diesen Landern gelüstet bat, und Inie die Bevölkerung vv» wher,hre Nnabhangigkert mit geringen Mitteln verteidigt Beschwerden der Bevölkerung sind in der Hm.ptwLe f Ovnz die Steuern zu zahlen bat und die £ ® . Einwohner fast nickts, während sie Über das Budget verfugen, Tie Bevötkerung zahlt Stenern von der Crnw »nd dem Vieh: die Juden und Europäer bezchlen J?'JtsS'SL®; s™ 8 !" im Sahre 'Min Ngierdie l t 9 ;° bcn - 11,6 durch die einheimische Be' öl- Wi mtZl K l 7 ” 3rC§ - Säuern, während Pipfrl l e 7 1,rct ’ fremde bebaut werden, keine Svsem 5 ." ^uis herrscht dasselbe Tie 20000 Fwnzolen in Tunis haben in, Par- lawent 38 Vertreter, wahrend die mehr als 2 000 000 ijin. geborenen nur 15 Vertreter haben, die durch die Regieruna eruauu. werden. In Algier find nur die Franzoje.. ^ treten, die Eingeborenen überhaupt nicht. . S " Dmwaltung haben die Inländer nichts zu sagen: er Bey von Tunis kann keinen Beamten anstellen und ve'rutteilt^?" samten entlassen. Ter Inländer kann ver, rteilt werden, ohne verhört zu sein, und ohne das, ei sch ierteidigen konnte. Für die Franzosen gibt es Hoipitä'er . d'e einheimische Bevölkerung keine. Bis vor wenigen .r hren war es sogar Moslems verboten, selbst Wobitä'ia keltsansto.'ten z„ unterhatten Wohiw.ig , jf ie Europäer haben fick die besten Ländereien ang- steM^n r e bJnn °"5 euwvä'Iche Arbeiter an- ~ ® ,?'' 3 '77 cuS Tripolis. Tie Inländer kann- ten betteln g'ben. Aber dann kam die französische £brip*rft und machte ein Geletz fü- die Vagabunden, die gezwungen werien, umsonst zu arbeiten m,d lm Weigeinngssalle mii Gefängnis und Tod bestraft werden. Wird so ein Men'ch medergeickossen oder stirbt er an Krankl,eit. denn wird e" Zln eW i,t a K W0 7 umfommf - begraben. Denn die Tran'- Erd" «ft," 1 7' ^ --d'e Leiche eines MuieimaunS die ^ s»r M ^abre frucktbar macht". So steht es wörstich ln dem Bencht der beiden Scheichs ~ ' J Auch die Kericktsbarkeit loht'alles zu wünschen übria Man verurteilt Mohammedaner, weil sie eiuen hockstteheadeu fZy Z m ' J e Z etr ° fte "earllht haben, aber Iran- sprachen. ^^med-iner mihhaudeln. werden sreiae- „.*'1 «*"*« R"» für die Mohammedaner nicht Zugangs,ch. Unterricht m der arabischen Svrackv in r >nLm und Rechtswissenschaft wird verboten' Tun,> 7 ! l b “7 r ""'"eicht völlig verschwunden. Ja Tunis na» n-cht. aber es werden keine Mitte, gespart nm str lT r ^ i \ UnMr '' an - £ie Londbanschulen sind . 7 , 7 . ., 7 ' bch Frankreich IN Tunis dieser ausgezeichneten l 7 rl v e 'V Crf1 ' imfa,i0n su !t,incn Gunsten bedien' Jetzt werden die Truppen von Tunis und Algier au europäischen Fronten geopfert. Tie Jnutander sind von 17 bis 50 Jähr-n j£ l r £l e ® a 7 f." g"„fen und kämpsen in den corici^n Lnufqmben. Mit welckem Recht? verbau '"°d""'u>edani!ckx' Presse ist seit vier Jahren völlig Selbst ben Ä i, D-rsammlungsre»t besteht nickst mehr, selbst den Ltudenten von Zeitung wurde 1008 verboten eine Bereinigung zu stiften. ^Nvundern. datz die Mohammedaner unter sti. 61 i( ' cin MärckLn. wenn gesagt wi-d. Soldaten seien an die Grenzen ge- stürmt, mn Frankreich z« verteidigen. Der Kriegs! erichterstatter Rolf Brandt schreibt zur Bestes, ung vc-n Dorpat: „Auf den Dächern von Dorpat streift schneeweißer Mondschein, als ich einfahre. Die Straßen ff.td hell von fc-m weißen Licht. Di- Stndt ist still, ein paar russische Offiziere, die wieder die Achselklappen tragen und die Georgkreuze. gehen in das Hotel „Stadt London", wo der Stab des Detachements liegt, das am Morgen des 24. um 10 Uhr in Dorpat ein- gcrückt ist. Blumen, Hurras, Händedrücke —, wie ein Jauchzen geht es über die alte deutsche Univerfitätestadtl Tie Soldaten bekom- mcnKarten in dieHond gedrückt, wo man fle zu Mittag erwartet, lede deutsche Familie wollte ihren deutschen Soldaten als Gast haben. Die Herrn vom Selbstschutz waren den Befreiern ent- gegengeritten. Die russiichen Offiziere bildeten Spalier. Vom Balkon des Manteuifelschen Hauses am Rathausplatz dröhnte das alte Dcmklicd „Nun danket alle Gott", und das Lied klang wieder auf. als in allen Kirchen um 12 Uhr Dankgottesdienste gehalten wurden. ^ Sin bitterer Tropfen war in dem Freudenwein Dorpats. der Nacht vom 20. zum 21. Febcnar drangen 50 bis 60 Mann m.aximalistiiche: ruffifcher Truppen in das Lazarett, wo die deut- schen Herren als Geiseln verhaftet lagen, raubten ihnen olles Geld und die Wertsachen und brachten sie zum Bahnhof, von 'zm Fte am Morgen des 21. nach Petersburg abtransporliert wurden. In der Nacht vom 21 . zum 22. vollzog sich dann der Umschwung. Als die lettlschen und russischen Tropen auch die Lebensmittel aus der unglücklicheu Stadt fortjchleppen wollten, besetzten die e'tthnischen Bataillone den Bahnof Das Pcstgeüäude wurde genommen. dann das Rathaus, das Arsenal, in dem setzt auch die Deutzchen^sich m:t Viasfen versahen. Deutsche Kriegsgefangene, die in größerer Zahl in der Stadt waren, namentlich ein dcut-. scher Offizier, leisteten dabei Hilfe. Das maximalistifche Komitee floh und nahm alle geraunten Geldsummen und alle gestohlenen Gold- und Silberfachen mit sich fort. Die Dorprter Otadt- verwoltung nahm das Regiment in die Hand, das esthnifche Stakrhaupt Krisa legte die Verantwortung für die Aufrechterhaltung der Ruhe auf die Schultern der Kommandantm und Komitees des Dorpater esthniscken Reservebataillons. Die rote maximalistifche Fahne wurde niedergeholt. Jetzt wehen überall die deutschen Fahnen von den Hausern, selbst die Echwicrigkeit der Besorgung roten Stoffes hat man zu besiegen gewußt. Auf dem Barclayplotz spielte eine lettische Militärkapelle, die bei Ringen gefangen wurde und von dem deutschen Batarllon, das heute einzog, mitgenommen worden war. damit man Musik habe. Noch sind die russischen Uniformen auf den Straßen zahlreicher als die deutschen. Man könnte memen, man wäre in einer russischen Garnison, wenn die Ofsi- ziere und Soldaten der russischen Armee grüßend und lächelnd auf den Plätzen promenieren oder in den schnellen SchUtten- droschken umhersausen. Dazwischen gehen deutsche und österreichische Kriegsgefangene. Die Deutschen haben es scheinbar schwerer gehabt, und über die Freude der Einzugsstuaden gehen schwere Schatten, wenn man aus ihren fchmlaen Gesichtern die Geschichte ihrer Le'den liest und ihr Mund die unmenschlichen Grausamkeiten erzählt, die sie erdulden mußten. Heute zogen dann weitere deutsche Truppen ein. die Kinder saß^n auf den Geschützen, wurden auf die Pferde gehoben, die Menge stand stundet,lang mit grafen glänzenden Augen und der Herzschlag Dcutschlands ging rascher in diesen Stunden. Ili-M aut öen Rüge p MckijerMM. SJm Vorabend der Besetzung Sibiriens durch Japan. Seit Jabr und Tag haben Entente-Blätter, vor attem französische, flehentiich Japan angerufen, es möchte mit einer großen Landmacht in den Krieg eingreisen. In Tokio hatte man aber stets kalt abgewunken — blieb auch damals noch kalt, als man niit einer energischen Hülfsaktion 4«t n/. fi(ifK>n Zusammenbruch wenn vielleicht auch nicht verbitten. ‘o doch hinausschieben hätte können. Es kam die rusf. Staats Umwälzung und in ihrem Gefolge in Sibirien das er'olg- reiche Umsichgreifen von Bestrebungen nach fib-rischei Autonomie. Von da an trat nun auch Japan auf den Plan. ,-n seiner geschmeidigen und geräuschlosen Art vorläufig uni mif dem Wege der sogenannten sriedlickzcn Penetration. Wollen um Wocken v^aiuqen, und immer mehr waren es japaniffste Ingenieure. Stationsvorstände, Lokomotivführer, die ein den sibirischen Bahnen tätig waren, immer mehr j wa- nnche Kapitäne. Steuerleute und Matrosen, die die Scki^fe °. n ; ? rn hoffen Strömen Sibiriens weit hinein bis Zentral- Sibirien fiibrten. Natürlich gab es auch japanische Banken und (^roßfirmen. eine nach der anderen. Es kamen die Waffen strecknng der russischen Bolsck)ewiki-Negiernng und Aussichten auf einen russischen Frieden. Jetzt änderte sich da« Bild neuerdings. Scheinbar blieb man auch jetzt noch in Tokio kühl bis ans Herz hinein 'gegen die Hilfernle der Freilnde in Westeuropa. Aber man ließ in deren eig-ner Presse allerlei durchsickern. Zunächst die große Gefahr, welche die 200.000 österreichischen und deutschen Kne^qe- fangenen im zentralen und östlichen Sibirien für ganz Ost- asien bilden, obwohl diese armen abgequälten Leute kmnen andern Willen haben, als möglichst rasch heimzukammen "nd in ihrem ganzen Leben keinen Sibiriaken und Japaner mehr zu begcgnen. Dann die noch größere Gefahr, bestehend in angeblichen Absichten der Deutschen, die reichen (s-rubengebjete in den europaisch-sibirjsck)en Grenzrevieren zu benutzen und Hände auf jene Milliarden-Cchätze zu legen. Im Verschieben dieser zwei angeblichen Großgefahren ergab es sich dann ganz von selber anzudcuten, daß nun frei- lick' dov Augenblick für oine japanische Aktion gekommen stk. die heiße: Besetzung Sibiriens. ~nhPrI Cfet 7L^ rf - ridt? 7" iaifen ^inen Zweifel übrig, bast .,apan sich nicht blon nnt dem Gedanken trägt, in SiL!ri-.v einzurucken, sondern bereits alle Vorbereitungen dafür trifft S , Ü r -T,-J’ er Glicht, bis W-stsibirien vo.zud'inqen. Selbftverftand.ich verfolgt das uneigennützige Japan dabei ke-nerlei egoistische Absichten, beileibe nickt, sondern e» will nur d.e Interessen seiner heutigen „Freunde- in Europa negen. die deutsche Unersättlichkeit schützen, die jetzt loaar Sibirien mit stinen unerschöpslichen Reichtümer» zu rer- schlingeu drohe. Daß in Deutschland auch nicht ein Politik^ daran denkt, kümmert Tokio nicht. Nun scheint der wunder- mone Plan Japans aber doch nicht bei allen seine Freunden nut eite, Entzücken anfgeiionimen zu werden. Vielleicht düm. wert m^Loi'den und Washington doch noch einiges Empfin- i en was e§ hieße: „Japan Herr von Sibirien." Darum er! Anttitz jetzt in die Falten der Nnsckn'd und erschöpft sich förmlich m Beteuerungen, nichts, aber auch gar nichts ohne das Einverständnis der andern Freunde Yn Irinnen zu unternehmen und nur als deren Bonnitraater c r- v 31 ! ^'^oln. Japan wird ganz sicher also dieses Einner- standnis he-auspresien. wenn der allgemeine Friede nicht ba.d kommt. Wie es dann Sibirien okkupiert, ob als Manoakus der Entente oder sonstwie, bleibt im En defekt gle-ch der heißen wird: „Jy suis, j'reste". d. h. ..ich lleib ^ Mare die Entente nicht von allen, aber auch von allen au-en Gentern verlassen, müßte sie wissen, daß die Ans- O^eriira ^lbrnens an Japan ein tätliches Attentat nicht nur auf Europa ändern auf die ganze'weiße Nasse -st. Es siet^L. wenn Japan der Herr Sibiriens würde: trennbar verknüpft wäre Japans Herrschaft über China und damit verfugte Japan über die riesigsten Reservoir- an 7- I-’cT™ * Vrodnkten aus dem ganzen enropäisib- asiatischen Rlesenkontinent. Ein einziges Menfchena'ter UNO die Weltherrschaft Japans wäre vollendet, die Weli- begemonie d»r mongolischen Raste. Das wäre die Abdankung der weißen Rasse und vielleicht auch des Ebristen- tums. wä^e die größte Umwälzung in der W-stneüstichr» Bemerkenswert ist. was die „Neue Zürcher Nachrichten" zu oie'en Voraängen schreiben: ..Daß in London und Paris der Vernichtungswille gegen ^erlfschland und das Haß- und Rachegefühl so bergebock ae-- stiegen sind, daß man lieber ganz Europa der Weltherrschaft Japans und der ..gelben Gelahr" ausliefert, als daß nmn zu einem ehrenhaften Frieden die Hände reicht ist freilich, eine tiestrann'ge Tatsache: aber man muß sich mit ihr absindcm. man ans der Rede Valfonrs ersehen konnte, daß der Krieg nun nicht mehr bloß Handlungen und Worten Deutschlands. sondern sogar seiner gemutmaßten inneren Gesinnnna gilt Daß man aber auch in Washington blindlings in fcWe flre^te Welttragödie sich hin ein stürzen sollte, das fasten wir nicht. Für die Vereinigten Staaten hieße nämlich die Besetzung Sibiriens durch Japan deren örtliche Umfasinna an der verwundbarsten Front durch das letztere. Dom Stillen Ozean her hätten die Vereinigten Staaten Japan niwt all- zuwhr zu fürchten, ganz anders aber, wenn ..das gelbe Wetter" über sie gleichzeitig auch noch vom Norden Sibiriens her herembräche. Nun wird Deutschlands Kampf zu einem heilieen Kampfe fiir die Interessen der weißen Rasse, der ganzen weißen Zwilisation.- Die fkdenSUiücl^ük im Wllind. Petersburg. Moskau und Zev^rolrußland herrscht ausgesprochene Hungersnot, die sich von Woche zu Woche verscharr-. Es fehlt hier on allem. In der Ukraine, dem Südosten und in Sibirien ist die Luge viel günstiger, someit fle nicht durch die Transportkrise beeinflußt wird. Wie überall zeb'-en auch in oen russischen Hauptstädten die Reichen von ihren Vorräten und verschossen sich Lebensmittel zu phantastis-1-en Preisen. Das Volk hungert und stiert, die enteigneten Grundb^tzer in der Provinz sind dem Ruin preisgegeben. Die Absperrung Nord, rußlands von der ukrainischen Kornkammer, im Verein mit der Transportkrfsi: und dem Fehlen jeglicher Organisation hat zur Folge, daß in Petersburg und Moskau, in ganz Westrußland tagelang ke'n Brot zu haben ist. Wohl find Leb.:nsmiirelka:ten eingesührt. doch reichen die kärglichen Zufuhren und geringen Bestände auch nicht im entferntesten zur Deckung des Bedarfs aus. Unter diesen Umstanden konnte auch die österreich'schp Delegation, deren Versorgung die russische Regierung übernommen hatte, an manchen Tagen kein Brot erhalten und mußte sich mit minimalen Rationen begnügen. An Fleisch. Eiern und Milch Herschi völliger Mangel. Selbst Tee ist nur in geringen Mengen zu haben. In den Gouvernements um Moskau find zahlreiche Fälle r-on Hungertyphus vorgekommen. Transportfchwierig^ keilen, Kohlenmangel, Grundenteignung, das gänzliche Versagen der russischen Landwirtschaft und der Zusammenbruch des von blinden Fanatikern und unreifen Knaben in Verwirrung gebrachten Vsrwaltungsapparates wirken zusammen, um die Not auf den Höhepunkt zu treiben und das Chaos immer unentwirrbarer zu gestalten. Die Lebensmtttelnot muß daher von Tag zu Tag steigen, ihr Ende und ihre politischen Folgen sind nicht abzusehen. FcrlrclhöUprrile mir iiir 5'llilachifcrkcl. Zahlreiche Anfragen und Preffenotlzen enthalten die Meinung. daß die neuerdings festgesetzten Ferkelhöchstpreise von 1,10 Pivrk pro Pfund Lebendgewicht ab St-all bei allen Ferkelver- fänfen Geltung haben, gleichgültig, zu welchem Zwecke die Trer« erworben werden. Demgegenüber fti darauf hingewiesen, daß dieser Höchstpreis nur für Schlachtserkel gilt, die zum Zwecke so. fvrtiger Schlachtung erworben werden, nicht aber für Tiere, deren Kauf zu Zuchtzweckeu aber -ur Ausstellung zum Mästen erfolgt.