Kummer 54 Dienstag, den 5. Mär; 1918 11. Jahrgang. Die ,,Ue«e Tnnes^eitung" erichernt reden Werktag. Regelmäßige Beilagen „Der Kauer aus Hessen". „Die Z-piunssuve". Kerugspreis: Bei den Postanstalten vieneliährlich Mk. 2.40 hin u nritt noch das Bestellgeld; vei oen Äoenlen monatlich 85 Psg. einschließlich Trägeriobn. Anzeigen: Grundzetle 2b Psg., rotaie 20 Btg^ Anzeigen von auswans morden durch Boitnachnabme erhoben. E-nillungsort Friedberg. Hchriftleitung und Verlag vriedberg lHei'seni. ^anaueritraße 12. Ferworecher 48. Poti Yeck-Lono >'tr. 48,9. I nt ^paitfiiet a. M. Per drilijlh-rojjijljzk Kikde«i>krlr«z. Knmänien nimmt die WaffcnsnUstandsbedittgnngrn an. — Die Deute in DsLoUen. Deutsche Besetzung der Aalandsinjrlu. — 22000 Tonnen versenkt. • ' " - - — r i « Der deutsche Generalstab £=========== meldet: =J W. T. P. Großes Aauptqnartter» -err Mavr. Amtlich. Westlicher Kriegsschauplatz. Heeresgruppen Kronprinz Rupp recht und Deutscher Kronprinz. Tine eigene Sturmabteilung drang an der Pser in die feindlichen Linien und nahm eine Anzahl Belgier gefangen. Starkem Feuer folgten an mehreren Stellen der flandrischen Front englische Vorstöße. Sie wurden abgewiesen. Im übrigen blieb die Gefechtstätigkeit auf Artillerie- und Mlnenwerferkämpfe in einzelnen Abschnitten beschränkt. Heeresgruppe Herzog Albrecht. Auf den östlichen Maashöhen waren französische Artillerie und Minenwerser zeitweilig lebhaft. Bei kleineren Unternehmungen nördlich vom Rhein-Marne- Kanal, westlich von Blamont und südlich von Metzeral wurden 27 Gefangene eingebracht. Oestlicher Krirgsschanplatz. Infolge Unterzeichnung des Friedensvertrages mit Rußland wurden gestern die militärischen Bewegungen in Groß- Rußland eingestellt. '» Von den anderen Kriegsschauplätzen nichts Neues. Der Erste Generalquartirrmeister: Ludendorff. Abendbericht. Berlin, 4. März., abends. (WB. Amtlich.)' Von den Kriegsschauplätzen nichts Neues. Tie Rumänen haben unsere Wafsenslillstandsbedin- gurlgen Migetwmmen. g ■ .p 1 " | || l ■ , j Der östevvcrchiscke Generalstab \\ meldet: =s=====-: ! j Wien, 4. März. (WB.) Amtlich wird verlautbart: An der italienischen Front keine besonderen Ereignisse. In Podolien schreiten die Operationen erfolgreich vor^ tvärts. An Beute wurden bisher über 770 Geschütze, über 1100 Maschinengewehre und weitere große Mengen an Kriegsmaterial aller Art eingebracht. Ter Chef des Gencralstabes. O ——— —— -- " ri " == === ™ - j» j Das türkische Hauptquartier § » —.- = meldet: -J Konstantinope», 2. März. (WB.) Tagesbericht. Außer Patrouillenseldgefechten an der Palästinafront nichts Besonderes. 22000 Tonnen nerlenkl. Berlin, 3. März. (WTB. Amtlich.) Der unermüdlichen Tätigkeit unserer U-Boote fielen im Arrmelkanal und an der Ostküste Englands wiederum 22 000 Bruttoregistertonnen Han- delsschisfsraum zum Opfer. Unter den versenkten Schiffen befanden sich der englische Dampfer „Huntsmore" von rund 5000 Bruttorcgistertonnen. und ein beladener englischer Dampfer von über 6000 Bruttoregister- tonnen. Zwei Tankdampfer von 5000 und 3000 Bruttoregister- lonnc» und ein englischer bewaffneter Frachtdampser wurden mit Ladung aus starken feindlichen Sicherungen herausgeschossen. Der Chef des Adm>ralstabs der Marine. Die Künftigen Dalkangrenzen. Sofia, i. Mücz. (WTB.) Die Bulgarische Telegraphen- Ngentur meldet: Die halbamtliche „Narodni Prawa" schreibt: Die Wiederherstellung der natürlichen Grenze zwischen Bulgaren und Rumänien, die durch die Donau getrenui werden, wird die erste Frucht der Politik sein, auf die das bulgarische Volk ln diesem Kriege seine Hoffnung setzte. Von dem Tage an, da es ln den Vierbund trat, war Bulgarien stets ein tätiges Mitglied. Durch sein Heer und seine geographische Lage trug es v:el zum Erfolg der gemeinsamen Sache bei Die öffentliche Meinung in den Ländern unserer Bundesgenossen erkennt das gerne an. Das unterstreicht genügend die Bedeutung, die die Verhandlungen in Buftea nicht nur für uns, sondern auch für den gesamten Vierbund haben. Die bulgarische Presse hat die Stimniung bei uns hinsichtlich.der Dobrudfchafrage und der Politik, die die Bundesgenossen Rumänien gegenüber einschlagen sollen, klar genug dargestellt. Im Verlaus der Friedensverhandlungen hat sich die ungarische Presse in dieser Beziehung noch kategorischer ausgesprochen. Die beiden unmittelbaren Rach- baren der Rumänen, Bulgaren und Magyaren, haben klar erklärt. daß radikale Lösungen notwendig seien. Darum ist unsere Presse mit Recht erstaunt gewesen, als einige Blätter ln Konstantinopel bei Erörterung dieser Entschlüsse auf eine ungeeignete Weise die verderbliche Lehre vom balkanischen Gleichgewicht vertreten haben. Weder Bulgarien noch die Türkei haben sich für eine Gleichgewicht eingesetzt. Bulgarien griff zu den Waffen, um seine nationale Einheit zu verwirklichen, die seit 30 Jahren das unveränderliche Ziel seiner Politik war. und die Türkei, um zwcihundertjährige Anstrengungen, ihren Bestand zu sichern, zu krönen, indem sie Konstantinopel rettete. Durch den Sieg des Vierbundes ist dieses doppelte Ziel erreicht worden. In Bulgariens Gewalt befinden sich die Gebiete, auf die es durch Vergangenheit und Gegenwart sowie durch alle Verträge ein Recht besitzt. Die Türkei hat hoffentlich für immer die Bedrohung von Konstantinopel abgewandt. Man sieht auf diese Werse, wie richtig die Auslassung der bulgarischen Presse ist. Die Türkei kann sich nur freuen, einen Staat wie Bulgarien zum Nachbar zu haben, der durch Verwirklichung seiner Wünsche stark und unabhängig geworden ist, um eine kräftige Stütze dar- zustellen und doch nicht groß genug, um uns feindliche Absichten Zuzuschreiben. Ebenso wie die Türkei es nach diesem für alle Völker erschöpfenden Kriege nötig haben wird, ihre Kräfte aus den inneren Wiederaufbau zu verwenden, ebenso wird Bulgarien vollkommen damit beschäftigt sein, an den großen Aufgaben zu arbeiten, die seiner innerhalb der neuen Grenzen warten. Es werden dann für Gespräche über das Gleichgewicht nur diejenigen übrig bleiben, die nicht diese edlen Aufgaben haben, und die, von irrigen Grundsätzen ausgehend oder geleitet von tollem Ehrgeiz, das Spiel verloren haben. Der Gedanke vom Gleichgewicht auf dem Balkan hat die Serben nach Korfu, die Rumänen nach Buftea geführt und die Griechen in die Hölle des Bürgerkrieges gestürzt. Die Türken und wir ziehen aus den Lehren der Vergangenheit Nutzen, und indem wir uns auf wechselseitiges Vertrauen stützen, müssen wir immer bestrebt sein, die Errungenschaften unserer gemeinsamen Siege zu bewahren und zu entwickeln und die Güter des Friedens zu verwerten. Der Lreitzeitskampf Finnlands. Wasa, 2. März. (WTB.) Das finnische Hauptquartier berichtet: Auf der Satakundasront und der karelischen Front große feindliche Truppenzusammenziehungen. Auf der Tawastländi- schen Front vermied der Feind am 1. März, sich mit unseren vorgeschobenen Abteilungen in einen Kampf einzulassen. Auf der Savclaksfront nichts Neues. Am 1. März setzte der Feind seine heftigen Angriffe auf der karelischen Front, besonders bei Ahvala und Bolkjaervi fort. Er wurde überall mit Verlusten zurückgeschlagen. pct* Wortlaut Scs Kitdellsmlrages. Brest-Litowsk, 3. Mürz. Der politische Hauptvertrag, der heute unterzeichnet wurde, lautet: Friedensvertrag zwischen Deutschland, Oesterreich-Ungarn. Bulgarien und der Türkei einerseits und Rußland andererseits. Artikel I. Deutschland, Oesterreich-Ungarn, Bulgarien und die Türkei einerseits und Rußland andererseits erklären, daß der Kriegszustand zwischen ihnen beendet ist. Sie sind entschlossen, fortan in Frieden und Freundschaft mit einander zu leben. Artikel II. Die vertragschließenden Teile werden jede Agitation oder Propaganda gegen die Regierung oder gegen die Staats- und Heereseinrichtungen des anderen Teiles unterlassen. Die Verpflichtung gilt, soweit sie Rußland obliegt, auch für die von den Mächten des Vierbundcs besetzten Gebiete. Artikel III. Die Gebiete, die westlich der zwischen den vertragschließenden Teilen vereinbarten Linie liegen und zu Rußland gehörten,. werden der russischen Staatshoheit nicht mehr unterstehen. Die vereinbarte Linie ergibt sich aus der diesem Friedeusoertrag als wesentlicher Bestandteil belgefügten Karte (Anlage 1). Die genaue Festlegung der Linie wird durch eine deutsch-russische Kommission erfolgen. Den in Rede stehenden Gebieten werden aus der ehemaligen Zugehörigkeit zu Rußland keinerlei Verpflichtungen gegenüber Rußland erwachsen. Rußland verzichtet aus jede Einmischung in die inneren Verhältnisse dieser Gebiete. Deutschland und Oesterreich-Ungarn beabsichtigen, das künftige Schicksal dieser Gebiete im Benehmen mit deren Bevölkerung zu bestimmen. Artikel IV. Deutschland ist bereit, sobald der allgemeine Friede geschlossen und die russische Demobilmachung vollkoinmen durchgeführt ist. das Gebiet östlich der im Artikel III Absatz 1 be- zeichneten Linie zu räumen, soweit wcht Artikel VI and-rs bestimmt. Rußland wird alles in seinen Kräften Stehende tun, um die alsbaldige Räumung der ostonatolifchen Provin^n und ihre ordnungsmäßige Rückgabe an die Türkei sscherzustellen. Die Bezirke Ecdehan, Kars und Datum werden gleichfalls ohne Verzug von den russischen Truppen geräumt. Rußland wird sich in die Neuordnung der staatsrechtlichen und Völkerrecht, lichen Verhältnisse dieser Bezirke nicht einmischen, sondern überläßt es der Bevölkerung dieser Bezirke, die Neuordnung im Einvernehmen mit den Nachbarstaaten, namentlich der Türkei durchzuführen. Artikel V. Rußland wird die völlige Demobilmachung seines Heeres einschließlich der von der jetzigen Regierung neugebildeten Heeresteile unverzüglich durchführen. Ferner wird Rußland seine Kriegsschiffe entweder in russische Hafen überführen und dort bis zum allgemeinen Friedensschluß belassen oder sofort desarmie- ren. Die Kriegsschiffe der mit den Mächten des Vierbundes in Kriegszustand verbleibenden Staaten werden, soweit sie sich in dem russischen Machtbereich befinden, wie die russischen Kriegsschiffe behandelt werden. Das Sperrgebiet im Eismeer bleibt bis zum allgemeinen Friedensschluss bestehen. In der Ostsee und, soweit die russische Macht reicht, im Schwarzen Meer wird sofort mit der Wegräumung der Minen begonnen. Die Handelsschiffahrt in diesen Seegebieten ist frei und wird sofort wieder ausgenommen. Zur Festlegung der näheren Bestimmungen, namentlich zur Bekanntgabe der gefahrlosen Wege für die Handelsschiffe werden gemischte Kommissionen eingesetzt. Die Schisfahrtswege sind dauernd von treibenden Minen frei zu halten. Artikel VI. Rußland verpflichtet sich, sofort Frieden mit der ukrainischen Volksrepublik zu schließen und den Friedensvertrag zwischen diesem Staate und den Mächten des Vierbundes anzuerkennen. Das ukrainische Gebiet wird unverzüglich von den russischen Truppen und der russischen Roten Garde geräumt. Rußland stellt jede Agitation oder Propaganda gegen die Regierung oder die öffentlichen Einrichtungen der ukrainischen Volksrepublik eic Estland und Livland werden gleichfalls ohne Verzug von den russischen Truppen und der russischen Roten Garde geräumt. Die Ostgrenze Estlands läuft im allgemeinen dem Newasluß entlang, die Ostgrenze Livlands verläuft im allgemeinen durch den Peipussee, den Pskowschen See bis zu dessen Südwestccke, dann über den Lubanschen See in Richtung Liven« Hof an der Düna. Estland und Livland werden von einer deutschen Polizeimacht besetzt, bis dort die Sicherheit durch eigene Landeseinrichtungen gewährleistet und die staatliche Ordnung wiederhergestellt ist. Rußland wird alle verhafteten oder verschleppten Bewohner Estlands und Livlands sofort sreilassen und gewährleistet sichere Rücksendung aller verschleppten Es0 länder und Livlünder. Auch Finnland und die Aalandsinseln werden alsbald von den russischen Truppen und der' russischen Roten Garde, die finnischen Häfen von der russischen Flotte und den russischen Seestreitkräften geräumt. Solange Eis die Ueber- führung der russischen Kriegsschiffe in russische Häfen ausichließt, werden auf den russischen Kriegsschiffen nur schwache Kommandos Zurückbleiben. Rußland stellt jede Agitation oder Propaganda gegen die Negierung oder die öffentlichen Einrichtungen Finnlands ein. Die auf den Aalandsinseln angelegten Befestigungen sind sobald als möglich zu entfernen, lieber die dauernde Nichtbefestigung dieser Inseln sowie über ihre sonstige Behandlung in militärischer und schiffahrtstechnischer Hinsicht ist ein besonderes Abkommen zwischen Deutschland, Rußland. Finnland und Schweden zu treffen. Es besteht Einverständnis darüber, daß hierzu auf Wunsch Deutschlands auch andere An* Uegcrstaaten der Ostsee hinzugezogen werden können. Artikel Y1L Don der Tatsache ausgehend, daß Persien und Afghanistan freie und unabhängige Staaten sind, verpflichten sich die ver. tragsfchließenden Teile, die politische und wirtschaftliche Unab- hängikeit und die territoriale Unversehrtheit dieser Staaten zu achten. Artikel VIII. Die beiderseitigen Kriegsgefangenen werden in ihre Heimat entlassen. Die Regelung der hiermit Zusammenhängenden Fragen erfolgt durch die im Artikel XII vorgesehenen Einzelverträge. Artikel IX. Die vertragschließenden Teile verzichten gegenseitig auf den Ersatz ihrer Kriegskosten, d. h. der staatlichen Aufwendungen für die Kriegführung sowie auf den Ersatz der Kriegsschäden, d. h. derjenigen Schäden, die ihnen und ihren Angehörigen in den Kriegsgebieten durch militärische Maßnahmen mit Einschluß aller in Feindesland vorgenommenen Requissttonen entstanden sind. Artikel X. Die diplomatischen und kosularischen Beziehungen Zwischen den vertragschließenden Teilen werden sofort nach der Ratifikation des Friedensvertrages wieder ausgenommen. Wegen der Zulassung der beiderseitigen Konsuln bleiben besondere Vereinbarungen Vorbehalten. Artikel XI. Für die wirtschaftlichen Beziehungen Zwischen den Mächten des Dierbundes und Rußland sind die in Anlagen 2 bis 5 enthaltenen Bestimmungen maßgebend, und zwar Anlage 2 für die deutsch-russischen, Anlage 3 für die österreichisch-ungarisch-russi- schen, Anlage 4 für die bulgarisch-russischen und Anlage 5 für die tnrkischrussischen Beziehungen. Artikel XII. Die Herstellung der öffentlichen und privaten Rechtsbezie- Hungen, der Austausch der Kriegsgefangenen und Zioilinter- nrerten, die Amneftiefrage sowie die Frage der Behandlung, der in die Gewalt des Gegners geratenen Handelsschiffe werden in Einzelverträgeu mit Rußland geregelt, welche einen wesentlichen Bestandteil des gegenwärtigen Friedensvertrages bilden und soweit tunlichst gleic^eitig mit diesem in Kraft treten. Artikel XIII. Bei Auslegung dieses Vertrages sind für die Beziehungen -wischen Deutschland und Rußland der deutsche und russische Text, für die Beziehungen zwischen Oesterreich-Ungarn und Rußland der deutsche, ungarische und russische Text, für die Beziehungen zwischen Bulgarien und Rußland der bulgarische und russische Text, für die Beziehungen zwischen der Türket und Rußland der türkische und russische Text maßgebend. Artikel XIV. Der gegenwärtige Frtedensvertrag w'rd ratifiziert werden Die Ratifikationsurkunden sollen tunlichst bald in Berlin aus- getausckt werden. Die russische Regierung verpflichtet sich, den Austausch der Ratifakationsurkunden auf Wunsch einer der Machte des Vierbundes innerhalb zwei Wochen vorzunehmen. Der Friedcnsvortrag tritt, soweit nicht seine Artikel. Anlagen oder Zusatzverträge anders bestimmen, mit seiner Ratifikation in Kraft, Zu Urkund dessen haben die Bevollmächtigten diesen Vertrag eigenhändig unterzeichnet. Ausgefertigt in fünffacher Urschrift in Vrcst-Litowsk. 3. März 1918. (Folgen Unterschriften.) Wie das Wolfffche Telegravhenbureau weiter meldet, sind handelspolitische Fragen, auf bte sich Artikel XI bezieht, nach bc-n Forderungen des deutschen Ultimatums und analog dem ukrainischen Vertrage geordnet. Die rechtspolitischen Vereinbarungen entsprechen im wesentlichen den Vorschlägen, die auf Gruno des Ultimatums von deutscher Seite in der ersten Sitzung uuterbeitet worden sind. Stimm™ M /rifüf»? mit ldrIrland. „Kreuzzettung" schreibt: Gewaltiger Kämpfe hat es be. dürft, bis wir vor diesem Ereignis von weltgeschichtlicher Bedeutung stehen durften. Wenn nach menschlichem Ermessen die uns im Osten drohende Gefahr als beseitigt gelten kann, so danken wir diesen herrlichen Waffenerfolg unseren Truppen unter der genialen Führung Hiudenburgs. dessen Name mlt der Niederwerfung des östlichen Gegners in ganz besonderer Weise verknüpft ist. Die ..Tägliche Rundschau" schreibt, daß der mit Rußland erreichte Friede gewiß kein Ideal-Friede sei. Möge er aber auch noch den Charakter eines Provisoriums haben, so gebe uns die Kriegsmüdigkeit und Erschöpfung Rußlands, das Erstarken der befreiten Randssaaten und da Verbleiben unserer Truppen in den besetzten Landesteilen die Hoffnung, daß auch eine etwa bald kommende andere russische Regierung sich Wuen werde, den regelrecht abgeschlossenen Frieden zu brechen. ..Wir haben." so heißt es dann weiter in der ..Täglichen Rundschau", „ein Hauptziel dieses furchtbaren Krieges erreicht: die Abschüttelung des uns immer bedrohenden russischen Alpes. Wir haben um Rußland eine Reihe im Innern selbständiger Staaten geschaffen, die wir von der russischen Herrschaft erlöst haben, die uns als ihre Befreier anerkennen und den Wunsch sieben. sich politisch und wirtschaftlich an uns anzulehnen. Wenn nicht Zaghaftigkeit und Doktrinarismus uns nachträglich die Lage verderben, wie es bisher bei Polen und teilweise leider auch schon bei Litauen geschehen ist, so ist eine Regelung unserer Ostgrenzen geschaffen, die uns Sicherheit und reiche Zukunstsmöglichkeit ge- währt. Die freikonferrative „Post" erinnert daran, daß unsere po. Mischen Aufgaben an der Ostgrenze noch nicht gelöst seien, und schreibt tn diesem Sinne' Ist nun militärisch das Ostproblem mit dem Friedensschluß satttsch gelöst, so nimmt es andererseits politisch eigentlich erst seinen Anfang. Die Lösung der hierbei «eftretenden »«geheuer schmierigen Fragen zur Zeit sicher bestimmen zu wolle«, ist nicht möglich uick verfrüht. Dazu hängen die Dinge noch zv sehr in der Schwebe. Wird doch, um nur eines hervorzuheben, unser Verhältnis zu den östtichen - Rand- völkern nicht ganz unabhängig davon gestaltet werden können, wie sich die zweifellos einmal kommende, nichtmaximalistische russische Regierung und das nichtmaximalistische Rußland zu den Zentralmächten und den eingetretenen Ereignissen stellen werden. So erfreulich nun auch eine baldige Klärung des gesamten Ostproblems wäre, restlos wird sse erst erfolgen können im Zusammenhang mit unserer endgülttg klargelegten Orientterung im Westen. Hier steht aber militärisch der letzte Wurf noch aus. Es heißt also auch politisch für den Osten in gewissem Sinne noch: Abwarten! Der „Lokal-Anzeiger" meint: Run, da der Friede mit Rußland abgeschlossen ist, lenken sich uns-re dankbaren Blicke nach dem Großen Hauptquartier. Aber auch dem Grafen Hertling und dem Staatssekretär von Kühlmann danken wir. Wir wünschen ihnen den gleichen Erfolg nach dem Westen. Unsere Oberste Heeresleitung wird sie auch dabei nicht im Stiche lassen. Sie wird ebenso glänzend Vorarbeiten, wie sie cs im Osten getan hat Die „Berliner Morgenpost" begrüßt gleichfalls unter Hinweis auf die großen Siege an der Ostfront den Frieden mit Rußland und schreibt' „Das alte Rußland starb, wie es gelebt hat: in Nacht und Finsternis. Nie hat die moskowitische Herrschaft es fertig gebracht, nie hat sie auch nur danach gestrebt, die von ihr zusammeneroberten Länder, die von ihr geknechteten Völker mit einem einheitlichen Staatsgedanken zu erfüllen, nie bat die Macht der moskowitifchen Zaren weiter gereicht als zur Nieder- haltung des nationalen Willens der mehr als 50 auseinander- strebenden Völker, die das ungeheure Gebiet des alten Rußland bewohnten, nie. auch in jenen Tagen nicht da die Vffitzs Mono- machs dem Gossudar am festesten auf dem Haupte saß. Und als er fiel, da fiel mit ihm auch das alte Rußland. Es fiel und zerfiel, weil die Zentralgewalt fehlte, die es bis dahin Zusammengehalten hatte." Die „Vossische Zeitung" sagt, daß für diesen Krieg die übermächtige Koalition, die uns entgsaenstand. gesprengt sei. Militärisch würden ore deutschen Heere nach dem Osten nicht mehr zu kämpfen haben. Der „Vorwärts" schreibt: Eine der gewaltigsten Umrväl ! zungen, die jemals die Weltgeschichte gesehen hat. Möglich gewesen ist diese Zerteilung eines der bisher gewalttgsten Reiche, weil seine Machthaber es vorher in völlige militärische Ohnmacht versetzt hatten. Dceses Riesenreich ist unter der Herrschaft der Volschewiki in einen geradezu grotesken Zustand absoluter Wehrlosigkeit herabgesunken. Die Bolschewik! werden es jetzt wahrscheinlich nicht an Anklagen gegen die deutsche Arbeiterschaft fehlen lassen, daß sie ihnen im entscheidenden Augenblick nicht genügend tatkräftig brigesprungen sei. Aber wir müssen erwidern, daß die Bolschewiki es den deutschen Imperialisten denn doch gar zu leicht gemacht haben. Wer fein Geld, anstatt es im Geldschrank zu verschließen. auf die Straße stteut. der darf, wenn es ihm abhanden kommt, nicht der Polizei den Vorwurf mangelhafter Wachsamkeit machen. Und wer sein Land, anstatt es mit glühender Seele zu verteidigen, gelassen dem fremden Einmarsch öffnet, der kann sich nicht wundern, daß die leichte Veilte die Position der Beutegierigen ('.!) unendlich stärkt. ' ?e>Mk Pflftiniffl der Warrdsikklu. Stockholm, 4. März. (WB.) Svenska Tolegrambymn. Amtlich. Auf Beleb! ieiner Negierung hat der deutsche Gesandte in Stockholm dem Minister des Aeutzern zur Kenntnis gebracht, daß Deutschland die Absicht habe, auf Verlangen der finuläud'lschen Regierung Truppen nach Finnland zu senden, um die dort herrschende Revolution zu unter- drucken, und daß diese Truppen mit Zustimmung Finnlands üch im Verlaute chrer Operation auch der Aalanasinseln bedienen würden Um die Erfüllung der Humanitären Aufgaben die Sckiweder, bezüglich der Aalandsinseln überucm- ineu habe, nicht zu beeinträchtigen würde Deutschland sich jedoch darauf beschränken diese Inseln zu besetzen, um dorr eine Etappe cinzurichten, die für die militärische Expedition notwendig sei. Es werde versiert, daß Deutschland keiner- lei territoriale Interessen an den Inseln habe, und daß Fragen die die Aalandsinseln betreffen, mit Rücksicht auf $>te Lebensinteressen Schwedens an diesen Inseln im engen Einvernehmen mit diesem geregelt werden sollten. Die schwedische Regierung teilt mit. daß sie gegen diese Absicht ernste Einwendungen erhoben hätte. Vorräte in der Ukraine. Wien. 3. März. Rach einer Meldung des Ukrainischen Telegraphenbureaus aus Lemberg betragen nach dort eingelaufe- nen Nachrichten die Getreidevorrate allein in der Provinz Cherson über 80 Millionen Pud. Die in den anderen Provinzen der Ukraine verfügbaren Getteidevorräte sind ebenfalls sehr bedeutend. Man schätzt, daß die Ukraine im ganzen Gebiet gegenwärtig über wenigstens einige hundert Millionen Pud Getreide verfügt. Ueberall freudig begrüßt. Brest-Litowsk. 2. März. (WTB.) Der Einmarsch der deutschen Truppen wird in der Ukraine überall freudig begrüßt. Allerorten ersehnen bie Kreise der Intelligenz und Bauern, schuft den Einmarsch zur Wiederherstellung der Ordnung. Viele deutsche Kolonisten erklären, wegen der Unordnung und der erlittenen Unbill ihre Anwesen in Rußland verkaufen und nach Deutschland übersiedeln zu wollen. Tod des Prinzen Mirko. Prinz Mirko von Montenegro ist in einem Wiener Sanatorium einem langjährigen Leiden erlegen. Sein Tod zerstört große Hoffnungen, da seine Person geeignet schien, die serbisch-moirtenegrimsche Frage zu entwirren. Als vor Jahren Montenegro kapitulieren- mußte, ohig König Mkita nach Frankreich, um sein auf dem Credit Lyonnais liegendes durch recht gewagte Spekulattonen er* worbenes Geld zu retterr. Er bevollmächtigte aber seinen zweiten Sohn, den Prinzen Mirko, zu Verhandlungen mit dem siegreichen Oesterreich-Ungarn. Dieser galt als der zukünftige König, zuinal sein älterer Bruder, der mit einer Schwester des fetzt verstorbenen Großherzogs von Mecklen- burg-Strelitz in kinderloser Ehe verheiratet ist, infolge lang, jährigen körperlichen Leidens geneigt war, ans den Thron zu verzichten. Prinz Mirko war am 17. April 1979 in Cetinje ge» boren und seit 1902 nnt Natalie Konstanttnowitsch vermahlt. Die Ehe scheint vor einem Jahr gelöst zu sein. Aus der Ehe sind drei Kinder hervorgegangen, von denen das älteste Prinz Michael, erst zehn Jahre alt ist. Das Wüten der Dolen Garde schildert der Kriegsberichterstatter der „Frankfurter Zeitung", Dr. Fritz Mertheimber, in einem Kriegsbriefe: Je weiter wir Vorkommen, desto mehr hört man namentlich von den. konservativer als die Letten gesinnten Esten das Wort: Gott sei Dank, daß sie endlich kamen? Es war in der Tat höchste Zeit. Die wirklich russischen Truppen haben sich auf dem Rück, marsch, so weit man hört, tadellos betragen. Desto schlimmer , hausten seit Wochen die von den Soldatenräten kaum gebändigten Roten Gardisten, meist fünfzehn- bis zweiundzwanzrgjährige Burschen, Arbeitslose und Arbeitsscheue. Man hört nur eine Stimme: Gesindel. Maren bisher keine Gewalttätigkeiten vor- gekommen, weil das ganze waffenlose Land sich willenlos fügte, so waren die letzten Tage um so furchtbarer. Die von Landgütern und Gesinden wie in der Stadt zusammengettiebenen Deutschen wie die lettische und estnische Intelligenz wurden, obgleich ganz alte Männer und Frauen darunter waren, auf das roheste mißhandelt. In Wolmar sollten 20 Deutsche erschossen werden, ihre Richter aber waren gnädig und ließen sie im Walde laufen, um dann wie auf Hasen auf sie zu schießen. Acht oder zehn Menschen blieben tot. In Walk kam eine vom Gut ! Adsel des Baron Wulf zusammengetriebene Gruppe zu spät zum Bahntransport. Man führte sie im Fußmarsch ab und ermordete alle, den deutschen Pastor und seine Frau, den lettische« Förster Rickweil und seine Frau, den lettischen Oberförster Tusch, den deutschen Arzt Dr. Elias und drei Unbekannte. Die Lei- chen plünderte man aus und ließ sie. nur mit den Hemden bekleidet. liegen. Die Getöteten sind teilweise fürchterlich entstellt. Täter waren hier lettische Soldaten. Wie die Rote Garde seitab von den Hauptstraßen, auf denen unsere Truppen marschierten, hauste, ist noch unbekannt. Mau muß sich aber nach diesen Proben ans Schlimmeres gefaßt machen. Da auch viele längst Demobilisierte der größeren Sicherheit halber Uniform tragen, sieht es auf den Straßen hier wie in einer russischen Garnisonstadt aus. Die russischen Offiziere haben ihre Achselstücke, ihre Georgsireuze und Aunenorden wie. der angelegt und strahlen alle vor Freude über die endliche Erlösung. „Kämen sie doch nach Petersburg" sagen sie, „dort wäre die Freude noch viel größer!" Bolschewismus. Die internationale Gemeinsamkeit der sozialdemokratische« Geisteswelt ist von den deutschen „Genossen" stets mit Nachdruck betont worden. Die revolutionären Gedankengänge haben sie nie davon ausgenommen, ja, auch die aus ihnen heraus geborenen Taten vergangener Friedenszeiten sogar verherrlicht Au» diesem Internationalismus heraus hat sich die deutsche Sozialdemokratie bis zur Grenze des Atöglichen als Beschützerin der russischen Revolution aufgespielt und mehrfach sogen, annexio- Nlstische Pläne abgelebnt. um die „Errungenschaften der russischen Revolution" nicht zu gefährden. Da aber die Taktik der Bolschewisten aus dem Lager der Trotzki und Ledebour während der Kriegszeit in Deutschland nicht ohne Gefahren ist. gibt sich Friedrich Stampfei im „Vorwärts" Nr. 55 die Mühe, den Nach, weis zu erbringen, daß die deutsche Sozialdemokratie den Bolschewismus ablehne. Das ist verständlich, denn die Erfolge, die die bolschewistische Tätigkeit in Deutschland erzielt hat, die Ablehnung. die sie auch tn Arbeiterkreisen fand, lassen es den führenden Genossen rötlich erscheinen, sich von den bolschewistischen Flecken zu reinigen. Aber die Reinigungsmethode des Herr« Stampfer ist auf optisck)e Täuschung berechnet. Im Gelände des verurteilenden Richters wird er zum Erzieher und Lehrer des russischen und damit zum Wegebereiter des deutschen Bolschewismus. Er verurteilt die Lenin-Vraunsteinlche Richtung, weil sie den deutschen Imperialismus angeblich stärkt und dadurch die deutsche Sozialdemokratie schwächt. Bedauernd zählt Herr Stampfer auf, wie durch die Art der Volschewiki Rußland zugunsten Deutschlands geschwächt wurde, und wie sich die deutsche Sozialdemokratie dabei gemüht habe, russischer zu sein, als die Russen. „Die Volschewiki haben den deutschen Sozialdemokraten im Kampfe gegen den Imperialismus eine Waffe nach der anderen aus der Hand gewunden. Wir sagten: „Rußland ist noch immer eine Macht." Man antwortete uns: „Ihr beschwört einen neuen Revanchekrieg herauf." Man antwortete uns: „Die Russen sind keine Franzosen, fie haben kein so entwickeltes Nationalgefühl.*' Wir sagten: „Für Rußland wäre der Verlust der baltischen Provinzen unerträglich." Man antwortete uns: „Die Russe» verzichten ja selbst auf diese Provinzen." Wir sagten: „Wir wollen die Errungenschaften der russischen Revolution nicht zerstören lassen." Man antwortete uns: „Seht euch diese Errungen, schäften an. da schießt ja eine soztalisttsche Richtung aus die andere iozialisttsche Richtung." Also, die deutsche Sozialdemokratie lehnt den Bolschewismus ab. weil er die Sache der Revolution nicht fördert. Ledig, lich deswegen! Im gegebenen Augenblick aber ist ihr die bolschewistische Takttk noch garrz besonders unbequem deswegen, weil durch den Vorwurf, der tn dem Leninschen Funtspruch ausgesprochen ist, die deutschen Genossen hätten sich tn der Schicksalsstunde unentschlossen gezeigt, die Ansicht Richrung finden konnte der Streik sei ein gemeinsames Programmstück der Bolschewik: Kirben und drüben gewesen. Zur Sicherstellung der Revolution. Der Eindruck soll verwischt werden. „Nebenbei" aber in Wahrheit ist das der springende Punkt in der ErzKhungsepiftol Stampfers, sagt er: „Es macht sich nicht sonderlich gut, wenn Dittmann vor dem Kriegsgericht beteuert, er habe nie 311m Streik aufgefordert, und wenn ein paar Tage später LedeLour tm Reichstag durch unverantwortliche Redereien andere Leute gefährdet. die nicht durch Immunität geschützt sind." Nein, wirklich. das stört die Methode der Bolschewik! im Mantel der Regierungssozialisten. Denn in dem Augenblick, da sie zugäben, daß der Streik ein bolschewistisches Unternehmen zur Entwaffnung des Landes war, hätten beide zweieinigen Richtungen ausgespielt. In gefährlicher Zeit ist die Mimikrih ein vorzügliches Mittel, selbst wenn man es nachher als ebenso überflüssig ablehnen wird, wie vor dem Kriege. Die Mte der MttclWchtt in Wien. Unsere nicht nur in militärischer Hinsicht erfolgreiche und lohnende Herbstoffensive gegen Italien hat unserer Heeresverwaltung eine Riesenbeute eingebracht, die, wie „Stockholm Dag- blad" in einem kürzlich erschienenen Aufsatz zu berichten weiß, noch immer nicht genau bestimmt, geschweige denn geborgen werden konnte. „Außer Kanonen und anderem Kriegsmaterial", schreibt das Blatt, „deren Wert sich auf mehr als eine Milliarde Lire beläuft, sind viele Hunderte Automobile, viele Lokomotiven und Eisenbahnwagen, eine unerhörte Menge von Feldeisenbahn- material. eine Masse Motoren und Maschinen, reichliches Kabel- und Eisendrahimaterial von den Verbündeten erbeutet. Die vielen umherliegendcn Projektile und die zahlreichen Drahthin- dernisie werden eine Menge altes Material ergeben, wie Kupfer, Messing und Eisen. Im Etappengebiet zwischen Jsonzo und Tagliamento befinden sich zahlreiche Verpflegung«;- und Beklei- dungslager, von denen nur wenige zerstört werden konnten, wie auch Sappeur- und technische Parke, Lazarette mit reichlichem Sanitätsmaterial. Die Armeen haben länger als einen Monat ausschließlich von den Hilfsquellen des eroberten Gebietes gelebt und werden wenigstens 2—3 Monat, lang an einem Drittel der gewöhnlichen Verpflegung aus ihrer Hermat genug haben. Reis, Mais und Wein gibt es im Ueberfluß, ebenso Früchte, Südfrüchte und Gemüse. Das Land ist fruchtbar und Schlachtvieh gibt es in Mengen. Die Ernte reift früh und kommt dabei dem oberen Lande zugute. Die Saat ist bereits vorbereitet worden. Die Fabriken des Landes (Mühlen, Gerbereien, Seiden- und Baumwollspinnereien) werden bald im Dienst der Zentralmüchte stehen. Fertige Seiden- und Baumwollwaren werden in das Innere der verbündeten Länder verfrachtet. Besonders groß ist die Beute an Mtlttaruniformen und Wäsche jeder Art. Die großen Elektrizitätswerke, besonders die bet Eel- lina. welche Venedig mit Licht und Kraft versorgten, werden von den Zentralmächten ausgenützt." Sie rmlilKe LMnMkilNnrMglt. Lloyd George hat vor kurzem den britischen Landwirten sehr eindringlich ans Herz gelegt, soviel W-ide- und Oedland wie möglich unter den Pflug zu nehmen. Das sei unter den gegenwärtigen Zeitverhältnissen eine gebieterische Notwendigkeit, ja geradezu eine Lebensfrage für Großbritannien. Jetzt rächt es sich jenseits des Kanals bitter, daß man allen warnenden Stimmen zum Trotz den Bauern zugunsten des Großgrundbesitzers kläglich verkümmern ließ und die einst blühende Land- kvirtfchaff dem schnellen Verfall pretsgab. Wo einst vielversprechende Saaten heranwuchsen und zur Ernte reiften, grast jetzt vielfach das sorgfältig gehegte und gepflegte Wild vornehmer Herren. Am ungünstigsten hat sich diese Entwicklung in Schotlland vollzogen. Hier richteten die Grundherren häufig große Teile ihrer Besitzungen zu Schaf-Farmen ein und vertrieben dabei die zahlreichen Kleinpächter von ihrer Scholle. Viele Familien mußten in die Städte ziehen oder ganz auswandern, was zu einer bedenklichen Entvölkerung der ländlichen Bezirke Schottlands geführt hat. In vielen Fällen aber bildete die extensive Cchafwirtfchaft nur den Uebergang von den Weide- bezirkcn zu den sogenannten „Deer Forests", die jedoch keine Forsten sind, sondern mit Haidekraut bewachsene Wildreservate, die schon deshalb nicht aufgeforstet werden, weil das schottische Moorhuhn, das mit dem Rothirsch die wetten Reviere teilt, die Nähe des Waldes flieht So ist heute der vierte Teil Schottlands zu Wildreservaten gemacht und es kommen jährlich mehr Ländereien hinzu, da diese Iagdgründe auch gute Pachten ab- werfen und von reichen Industriellen oder amerikanischen Multi. Millionären sehr gesucht sind. Am stärksten tritt der Latifun- ! dienöesitz überhaupt rn Schottland hervor, so umfaßt der Besitz des Herzogs von Sutherland rund 537 000 Hektar, darunter allerdings viel geringe Hochlandweiden. Die zwölf größten schottischen Grundbesitzer nennen zusammen VA Millionen Hektar ihr eigen, etwa ein Viertel des ganzen Landes. Rund 80 v. H. der Gesamtfläche entfallen auf 580 Besitzer mit mehr als 2025 Hektar, in Irland 48 v. H. auf 744 und in England 28.4 auf 874 Erundherren. Die Besitzungen über 8000 Hektar mit einem jährlichen Eesamlpachtwert von 24V Millionen Mark nehmen rund Y* der Gesamtfläche des Reiches in Anspruch, die über 4000 Hektar etwa 40 Prozent von Großbritannien und Irland. Also ein Land, wo es für die Demokratte auf diesem Gebiete fast ebensoviel zu tun gibt, wie in Rußland. Kriegsgesellschafts-Wirtjchaft. In recht verständiger Weise ging in der Donnerstags-Sitzung des Reichstages der Vorsitzende, des Hansabundes, der Neichs- tugbsabgeordncte R i e ß e r mit den Kriegsgefellschasten ins Gericht, dem Unsinn des Kriegssozialismus, dem entsittlichenden Unfug, durch geschraubte Bestrafungen das Wasser den Berg hinaus zwingen zu wollen. Kriegslederakttengesellschaft, Riemenfreigabestelle, Kontrolle für freigegebenes Leder, Eutachtenkom- mifsion für Lederhöchstpreise. Ersatzsohlengesellschaft. Retchsleder- Handelsgesellschaft» Sattlergesellschaft, Ueberwachungsausschuß >er Schuhindustrie, dazu noch elf weitere Herstellungs- und Ver- triebsgejellschaften, das find mit Gottes Hilfe die Körper, schäfte?,, d-e sich in die Bewirtschaftung eines einzige,: Artikels, des Leders, teilen? „Es ist eine unverantwortliche Torheit, den Handel auszuschließen!" sagte er. Die „Deutsche Zeitung" bemerkt dazu: „Wahrhaftig, er hat nicht ganz unrecht, und wie wir io manches im Kriege gelernt, wird auch manch einer in diesen Tagen seine Anschauungen über den Wert ehrsamer Kaufmannschaft, dem er vorher nicht in vollem Maße gerecht zu werden verstanden, einer gründlichen Durchsicht unterzogen haben. Und er ist kein Schwarzseher, gegenüber so manchen anderen, die uns damit in ein wildes volkswirtschaftliches Serumfuhrwerken hineinscheuchen nlöchten, weil's doch mal was anderes wäre. „Wenn wir einen anständigen Frieden haben, erleben wir einen wirtschaftlichen Aufschwung, wie er noch nicht da war!" erklärt er. Freilich! Wenn wir diesen Frieden bekommen — trotz der Mehrheit des Deutschen Reichstages und trotz ihrer Vertrauensleute in der Regierung!" Gegen die „verrückte Sommrrreit" Daß nicht nur die Agrarier, sondern auch andere Leute das Unsinnige des naturwidrigen Eingriffs in die Sonnenzeit em- sehen, beweist ein Artikel der sozialdemokratischen „Münchener Post", in dem es heißt: Die fragliche Maßnahme soll zur Einsparung von Beleuchtungsstoffen besonders während des Krieges nötig sein, weil der abendliche Lichtverbrauch allgemein um eine Stunde früher enden müsie, wenn alle Uhren um so viel vorgestellt werden. Die Notwendigkeit der Lichteinsparung will nicht bestritten werden. Es handelt sich bei ihr auch um Bekämpfung und Einschränkung der Unsitte, daß viele Bewohner der Großstädte unnötigerweise einen Teil der Nacht zum Tage machen, erst spät in der Nacht zur Ruhe gehen und spät am Morgen aufstehcn. Man scheut sich aber, die entsprechenden Maßnahmen. als da sind früherer Schluß der Theater und anderer Veranstaltungen, früheres Einstellcn des Straßenbahnbetriebs, frühere Polizeistunde und dergleichen direkt zu verfügen, wahrscheinlich weil man glaubt, daß es als eine Bevormundung der Bevölkerung empfunden und von ihr nicht gern hingenommen würde. Indirekt aber, unter einem anderen Namen, glaubt man die gleiche Bevormundung unbedenklich üben zu können. Sie geschieht auf dem Umwege, daß man zuerst die Uhren vorrücken läßt, die Begriffe über Tageszeit und ihre Einteilung gewaltsam ändert und so der Sache ein etwas anderes Aussehen gibt. Dieser Gedanke soll im Kopfe einer hochstehenden Persönlichkeit entstanden sein, was glaubhaft erscheint, weil anders als durch Vyzantismus kaum erklärlich ist. daß der Gedanke von den Behörden 1916 und 1917 so glatt und ohne Rücksicht auf die Volksstimmung zur Ausführung gebracht wurde und daß dies jetzt wieder geschehen soll. Es zeugt aber von einer sehr niedrigen Einschätzung der Bevölkerung und ihres Beurteilungsvermögens, wenn man ihr zumutet, sich mit einer Sache deshalb ab- zufinden, weil man sie anders benennt, weil man um 12 heißt, was bisher 11 war und eigentlich noch 11 ist. Die wahre Sommerzeit mit ihrem längeren und wohltätigen Tageslicht wollen wir begrüßen. wtt wollen uns den sie berücksichtigenden vernünftigen Anordnungen gern fügen, wir verwahren uns aber gegen die verrückte Sommerzeit und dagegen, daß wir uns gleich Kindern oder Narren durch Vorrückung der Uhren beeinflusien und täuschen lasten und selbst täuschen sollen, und wir verwahren uns gegen die fernere Geringschätzung, die in solcher Zumutung liegt. So weit das Münchener Blatt. Aber: Unsinn, du hast gesiegt! so heißt es auck bei uns und so hat man denn dieses Jahr die „verrückte Sommerzeit" noch um einen Monat verlängert und läßt sie schon am 1. April beginnen. Vernünftig ist es, daß sich viele Landgemeinden den Teufel um die bürokratische Verordnung bekümmern und ruhig nach der Sonnenzeit leben. ' ’ .' r'VV . _ Unser Uindmehvtstrnid. Unser Riedvtehstand tn Hessen hat sich während der Kriegs, jahre nicht sehr wesentlich geändert. Er ging zwar von seinem höchsten Stand mit 339 097 Stück vor dem Kriege in 1916 etwas zurück — nach dem schlechten Futterjahr 1915, hat aber im Herbst 1917 wieder einen Stand erreicht, der dem normalen Stande vor dem Kriege fast gleich kommt. Besonders der Iung- viehstand hat sich im Verhältnis zum Kuhbestand im letzten Jahre nicht unwesentlich gesteigert. Aus den uns vorliegenden Zahlen geht klar hervor, daß unsere Landwirte auf eins Vermehrung ihres Viehstandes hindrängen. Wir halten solche Vesttebungen zurzeit sowohl im allgemeinen volkswirtschaftlichen wie in rein landwirtschaftlichem Interesse für verkehrt und möchten unseren Landwirten dringend empfehlen, sich doch in der Vermehrung ihres Viehstandes eine gewisse Beschränkung auszuerlegen. Die Größe des Viehstandes wird bedingt durch die vorhandenen Furtermengen, und zwar ist dies jetzt um so mehr der Fall, als der Zukauf und die Benutzung eigener in der Wirtschaft erzeugter Kraftfuttermittel fast ausgeschlossen ist. Einer der größten Fehler in jedem landwirtschaftlichen Betriebe ist es aber, mit einer verringerten bezw. kleineren Futtermenge einen gleich hohen Viehstand durchhalten zu wollen, wie mit einer größeren. Schon in der Friedenszett ist es ein Fehler gewesen und wurde allseits als solcher anerkannt, zu viel Vieh zu halten und dasselbe bloß durchzuhungern. Ist der Viehstand zu groß im Verhältnis zur vorhandenen Futtermenge, so wird der größte Teil desselben tm Tierkörper als Erhaltungsfutter verbraucht, nicht als Produkttonsfutter. Der Viehstand rentiert schlecht, er verwandelt nur das Futter ln Dünger. Da wtr nach den Ergebnissen der Viehzählung die Befürchtung nicht zu hegen brauchen, daß die Grundlagen unseres Viehstandes tn Frage gestellt sind, so sollten unsere Landwirte den obigen Grundsätzen jetzt tn der Kriegszett erst recht Rechnung tragen, d. h. den Viehstand ins richtige Verhältnis zum Futtervorrat bringen. Da es zur Beschaffung der nötigen Milch, und Fettmenge für unsere städtische Bevölkerung tn volkswirtschaftlichem Interesse unbedingt notwendig tft. die Milchkühe -u erhalten und nur diejenigen abzuschaffen. -te al» Milchkühe nicht wehr in Betracht kommen, so müssen alle unnötigen Fresser vom Jungvieh abgegeben werden. Vor allem aber sollteu zurzeit' mrd für die nächsten Monate, abgesehen von guten Zuchttälbern, alle Kälber innerhalb kürzester Zeit an die Viehhandelsverbände abgegeben werden. Von seiten der Großh. Negierung war beabsichtigt morden, um den Jungviehbestand zu verringern, eine Verordnung zu erlassen, daß alle Kälber, welche bis zum Sommer hin geboren werden, innerhalb 10 Tagen nach der Geburt an die Viehhandelsverbände abgegeben werden müssen. Die Verordnung ist infolge der von uns erhobenen Bedenken unterblieben. Wir richten aber hiermit an alle unsere viehhaltendea Landwirte das dringende Ersuchen, alle Kälber, die in den nächsten Monaten geboren werden, soweit sie nicht als wertvolle Zuchttiere in Frage kommen, freiwillig an die Viehhandelsverbände abzusetzen. ssicl-VcilNi!jlPi»ns!;g?>'W!ßiNlkli. Wie die „Deutsche Par!.-Corc." berichtet, hat das preußische Laudesamt für Nähmittel und Eier eine weittragende Aende- rung der Grundsätze, die für die Erfassung der Eierproduktion bestanden, vorgenommen. Allen Ueberschußkreisen sind bestimmte Erermengen auferlegt, die im Wirtschaftsjahr vom 1. Februar 1918 bis dahin 1919 aufzubringen sind. Den Kreisen ist dringend empfohlen worden, dieses Erfassnngsfoll auf die einzelnen Gemeinden umzulegen, die es ihrerseits auf sämtliche Hühnerhalter unterzuverteilen haben. Hierfür sind in den Gemeinden besondere Eierveranlagungskommissionen einzusetzen. Der Kreis derjenigen Personen, an welche der Hühnerhalter Eier abgeben darf, ist gegen bisher bedeutend eingeschräntt worden. Zur Kontrolle werden Revisoren bestellt. Jeder Hühnerhalter wird in Zukunft die Pflicht haben, bestimmte Mindesttnengcn an Eiern an die amtlichen Aufkäufer abzulicsern. Gegen Hühner. Halter, die sich der Erfüllung ihrer Pflicht entziehen, soll im Zwangswege und durch Strafmaßnahmen, u. a. durch Vorcnt- haltung von Zucker und anderen Gegenständen des täglichen Bedarfs, vorgegangen werden. Der durchschnittliche Gesamtver- brauch eines .Kommunalverbandes an Eiern ist auf den Kopf der brotversorgungsberechtigtcn Personen, .festgestellt nach dem Verteilungsplan der Neichsgetreidestelle, mit einem Jahresverbrauch von 25 Eiern angenommen. Davon, daß man den sireikendeil Munitionsarbeitern die Zuckerkarten vorenthaltsn hat, haben wir noch nichts vernommen Ans der Friedberg. (Eine hochherzige Spende.) In der letzten Sitzung des Lebensmitteluusschusses teilte der Vorsitzende, Herr KommerzienMat Langsdorf mit, daß die Ficrua G. Schwarz & Söhne, G. m. b. H. dem Lebensmiltelausschuß 4000 Mar? und zwei Wagen Kohlen überwiesen habe. Dem Dank des Vorsitzenden schloß sich der Ausschuß an. Kommerzien-Rat Langsdorf machte dann den Vorschlag die Summe, dre ihm zur freien Verfügung überreicht worden ist, zum Teil dazu vertuenden, für bedürftige Kinder, Kleidung, namentlich Schuhwerk anzulchafsen. Der Ausschuß erklärte sich damit einverstanden. Wie uns weiter mitgeteilt wird, hat die obengenannte Firma, auch der Säuglings- fürsorge 200 Mark gespendet. Zur Mahl in Butzbach schreibt man uns aus Ostheim: Da es doch einen gar zu fcklechren Eindruck macht und der sozialdemokratischen Sache großen Eintrag tun würde, wenn wahrend der Wahlzeit die sozialdemokratischen Frauen auf die Dörfer hamstern gehen und die Bauern um Kartoffeln und Brot an- gehen und gleichzeitig die roten Parteiführer die Bauern über die Vorteile und Schönheiten des sozialdemokratischen Zukunsts- staates aufklären, so will man in sozialdemokratischen Kreisen seinen ganzen Einfluß aufbieten, daß wenigstens wahrend der Wohlzeit die Genossinnen aus den Städten daheim bleiben. Lich. Sicherem Vernehmen nach soll in dem Steinbruch bei Münster, durch die die Ltch-Grünberger Bahn geht, eine Bauxitwäsche eingerichtet werden Der Stein enthält zuviel wert, lose Erde, die abgewaschen werden soll. Dazu gehören Wasser, Bücher und Teiche. Als Vach kommt die Wetter in Betracht, ein bis heute noch klares und fischreiches Flüßchen. Das Schmutzwasser der Steinwäjche wird aber zu einem großen Teil in die Wetter gehen, diese verschlammen und die Interessenten schädigen. Deshalb wollen die Gemeinden und die fürstliche Gutsverwaltung Verwahrung gegen das Projekt cinlegen. Aus Hessen.Nassau. FC. Biersladt, 1 März. Einem Fuhrmann von hier wurde ein Schwein im Gewicht von zwei Zentnern, das für einen Wiesbadener Metzger bestimmt war. auf dem Transport nach Wiesbaden von der Polizei abgenommen. FC. Waldgirmes. 1. März Auf der Strecke Wetzlar-Gießen wurde von einem Zuge der 17jährige Eisenbahnarbeiter Karl Jost von hier überfahren und getötet Kirchliche Nachrichten. Gottesdienst in der B u r g k i r ch e. Mittwoch, 6. März, abends 8X Uhr: Passtonsandacht. Herr Pfarrer D ie h l. Arieiimämnich Offene Stellen: 1 Kutscher, 1 Arbeiterfamilie, 1 Ochsenknecht. 4 Knechte und 4 Tagelöhner für Spediteure, 1 Tagelöhner. 1 Schweinefülterer, 9 Schreiner, 1 Verwalter, 1 Milchfahrer. 1 Hausburi^e. 1 Bäcker. 2 Monatsmädchen. 9 Hausmädchen, Mehrere Feldmädchen, Mehrere Dtenstmägde, 2 Köchinnen. 1 Stütze. 1 Haushälterin. Stellensuchende: Mehrere Melkerfamilten und ledige Melker. 1 Schneiderin, l Melkerin, 2 Küchenmädchen für Hofgut, Fräulein für Büro oder dergleichen___ Verantwortlich für den politischen und lokalen letl: Otto Hirsche!. Friedberg: für den Anzeigenteil: R Heyn er. gri^berg. Druck und Verlag der „Neuen Tageszeitung" A- G., Friedberg L N. Grane Gefahren. Roman aus der Gegenwart von M. Gontard - Sdjutf. 48 J Raddruck verboten. . Als er gegangen war, fetzte sich Emily hin und schrieb zwei Briese. Den einen gab sie Mary, die inzwischen zurück- nelehrt war, zur Besorgung, den anderen barg sie in rhrer Bluse. Spät abends, bei völliger Dunkelheit, trug sie ihn selbst zur Post. — Nls Williams am anderen Abend noch einmal bei Frau von Düring vorsprach, lernte er auch Frau von Werkheim, Douglas' Tochter, kennen. Frau von Düring empfing Williams vorher allein. Tie beiden waren diesmal bald rinig. Er übergab ihr eine Anzahlung, über deren Höhe sie hocherfreut war. Williams sah, welchen Eindruck das viele Geld auf Frau von Düring machte und lächelte. Das war der Anfang. Später würde sie nie mehr so zufrieden lein. „Also es bleibt dabei," sagte er zum Schluß der V-r- Handlungen. „Ich komme von Zeit zu Zeit wieder, fowi- es notig ist. Sonst lassen Sie alles, was Sie haben, von Ihrer Zofe über die Grenze bringen und an den verabredeten Vermittler senden. Verschaffen Sie uns wirklich brauchbare Nachrichten und bleiben wir in dauernder Beziehung, so werden Sie auch weiter mit uns zufrieden sein. Aber erst müssen wir Gewißheit haben, daß Sie uns nicht etwa wertloses Zeug liefern." „Mein Herr!" . „Schon gut, meine Gnädigste! Es ist nicht bös gemeint. . Geschäft ist Geschäft. Bedienen Sie uns gut, f o werben Sie mit uns zufrieden sein. England läßt sich nicht lumpen in derartigen Angelegenheiten." — Als Williams dann Frau von Werkheim kennen lernte wurde er ihr als eia Verwandter, ein Oheim Frau von Dürings, vorgestellt. Auf ihre verwunderte Frage, wie er so unangefochten hierher gekommen sei, sagte Williams mit verschmitztem Lächeln: »Wenn's Wetter nichts ist! Man muß es nur geschickt anfangen. Ich will zu jeder Zeit nach Deutschland kommen, und wenn die Grenzen noch so gut be- wacbt sind." „Aber seit Ausbruch des Krieges ist alles so streng hier in Deutschland. Ich würde eine solche Reise nicht wagen." „Die Sorge um meine Nichte ließ mich vlle Gefahren vergessen. Ich mußte sehen, wie es ihr ging. Darf ich von Ihnen einen Gruß an Sir Edward Douglas mitnehmen? Es würde mir eine Ehre sein." Helen sprang ant. ihr Gesicht strahlte. „Oh, wollen Sie das? Ich habe sogar einen Brief, um dessen Mitnahme 7ch Sie bitten mötfte. Sie könnten ihn ja in Holland oder noch besser in London zur Post geben. Denn daß Sie selbst zu Papa gehen sollten, ist wohl zuviel verlangt." „Aber Frau von Werkheim! Selbstverständlich gehe ich ?n Sir Edward Douglas und bestelle Ihre Grüße. Aber einen Brief mitnehmen! Um Gottes willen nicht! Was meinen Sie, wenn man bei mir emen Brief an Sir Edward Douglas. fändet — Was ich im Kopfe mit mir nehme, das windet niemand. Icb möchte mich nämlich noch ein wenig der schönen Gotteswelt freuen, und die Deutschen verstehen keinen Spaß." XV. Heimkehrend von einer Erkundungsfahrt, kam U 7 cm den Nordfriesischen Inseln vorüber. Sorglos lind munter waren unsere tapferen blauen Inngens in ihrer Nußschale. Die Nordsee lag rnlüg da. nirgends hatte man etwas Verdächtiges gesehen. Alles schien frei vom Feind. Auf der Bank faßen einige Mann und rancbteu ihre Stummelpfekfchen. Einer davon bearbeitete kunstvoll eine Ziehharmonika. Ein rührseliges Lied, dessen Endreim alle mitsnmmten k'ang über die Wogen. Bald würde man Helgoland vor sich haben, xnib dann war man wieder einmal einige Tage zu Hause und hatte festen Boden unter den Füßen. — fragte Oberleutnant „Legen wir in Helgoland an? Mittler den Kommandanten. „Ja, für kurze Zeit. Vielleicht gibt's was Neues." Schiff Ahoi! Achteraus!" meldete die Wachse. Mit einem schrillen Mißton brach das Lied ab. In kaum mehr denn drei Minuten stand jeder an seinem Posten. Werkheim eilte in den Turm, und Mittler folgte ihm' Angestrengt spähten ste durch die Gläser rückwärts. . In schneller Fahrt kam ein Fahrzeug auf, und in ge» ringem Abstand folgte ein zweites. — Und war dort hinten, weit, weitab, nicht noch eine schwache Rauchfahne zu sehen? „Klar zum Tauchen klang der Befehl. In weigen Minuten war der Befehl ausgefü'hrk. An^z an Deck war verschwunden. Nock einige Augenblick" des Martens, mit allen Sinnen weilten die Offiziere bei den aufkommenden Schiffen. „Schotten öffnen!" Langsam ging das Schiff in die Tiefe. „Von den Unseren?" saate Werkheim. brr am S"hr-chr stand. langsam, und Verwunderung und Befremden mg in seinem Ton. „Von den Unsern?" wiederholte Mittler. „Wo sollten die denn Herkommen?" Werkbeim schiittelte den Kopf. „Mir unerklärlich! Aber es ist unsere Flagge." Plötzlich faßte er nach Mittlers Arm. „Sehen Sie dort, bin! Dort kommen noch mehr. Und dann dort — seben Sie das dritte — das dort, das etwas aus der Reihe fährt. Was sagen Sie nun? Kennen Sie die Form?" „Zum Teufel nochmal, was bedeutet das?" rie^ lei Oberleutnant und sah dem Kommandanten in die Angen. „Unsere Flagge und nicht unsere Schiffe! Das ist ja — das ist ja eine Gemeinheit!" „Volle Kraft voraus!" meldete der Draht nach dem Maschinenraum. r ^07-Uetzuna foTaf. Statt besonderer Anz eige. Durch die Geburt eines Töchterchens wurden hocherfreut Rechtsanwalt Sandmann und Frau Hungen und Darmstadt, den 3. März 1918. (Oberhessen) ötlitsstr. IO Holz-Versteigerung. Donnerstag den 7. März d. Zs., kommt im Eemeindewald Ober-Nosbach. Distnlt Sang, Wasserdoll und Fohannesheck, folgendes Holz zur 'J ersteigerung: 1 a 35 Fichten-Siämme von 15 bis 30 cm Durchmesser, und 16 bis 18 m Länge, 113 Fichieil-S ämme von 12 bis 24 cm Durchmesser, und ln bis 17 m Lange. 1039 Fichren-Derbstangen von 10 bis 11 cm Durchmesser und 8 bis 36 m fiöirc, 441 Fichten-Reisstan^en von 5 bis 6 cm Durchmesser und 5 bis 6 m Länge, Di« Zusammenkunft ist vormittags 9 Uhr im Distrikt Sang. Ober-Nosbach, den 28. Februar 3918. Erotzh. Bürgermeisterei Ober-Nosbach. — ___ Dief f tnba ch. HolzversteigermrgS 12 Stuck Eichenstämme IV. kl. - n,07 fm a ?? * „ „ V. „ = 6,34 .. I : Suche" iv; : zlll * '» n V. „ — (1,90 Zusammenkunft um 10V 2 Uhr int Distrikt Ortsguldenwald. Klein-Karben, den 4. März 1918. Erogherzogliche Bürgermeisterei Klein Karben _ _ Neuhardt. HotzverstcigermkgS ÄaassiÄ'*'' ^0 Rm. Eichcn-Nutzicheil (Werkhoiz) n E chen-crcheit 04,5 Buchen-Scheit 93 „ Buchen-Knuppel 30 „ Elchen-Resser 95 „ Buchen-Rei er 32 „ Buchen-Stöcke 7 „ Eichen-Stöcke. Jusanimenkunft bei Nr. 1 . Distrikt Schwalbengruben. Weckesheim, den 4. Mär; 1918. Krotzh. Bürgermeisterei Weckesheim. NeichhoId. Wir verkaufen bis auf weiteres im Grostverkmnf in Mengen von 50 und 100 Pfd. Mittwoch, vormittaas von g— l» Uhr. Kohlrabeu, Preis pro Pfund 5 Pfg. gelbe Nüoen, Preis pro Pfund 12 Pfg. Kleinurrkauf in Mengen bis zu 10 Pfund, vormittags von 9 -10 Uhr, Eingang von der alten Bahnhof ira ;e aus. Donnerstag: ge be Rüben. Preis pro P und 14 Psg. Kohlraben, Preis pro Pfund tt Pfg. Karioffelvert'auf nur an Minderbemittelte, auf Kartoffe-lkarten, Samstag Vormittag. Preis pro Pfund 6 Pfennig. Friedberg, den 4. März 1918. Der stellvertretende Bürgermeister. Ltbensmittel-2ius chuß. I. A.: Langsdorf. ZtMkszDckße Jteljütai!“ Friedberg. Weaen bauii neu Veränderungen im Kassenlokal oTerbt unete K am Donnerstag, den 7. März, Freitag, den ^ärz u»ö Samstag, den v. Marz geschloffen. Fricdbcrg, den 1. März 1918. _ Der Vorstand Gutes th ' .'«•Wacss Briefbogen, Briefumschläge, Postkarten, Rechnungen, Rundschreiben, Formulare oddr sonstige andere MMtlpMW. Samstag, den 9. Mär; Iatfest* den Jahres, nachmittags 3 Uhr kommen in der Wirtschaft „zur Eisenbahn" in Dorheim die nach- vertelchneten Armen cndsgrund- stücke nochmals öffen lich an die Meistbietenden zur Verpachtung: Gemarkung Dorheim. Flur X Nr. 154 - 14344 qm, Acker am E'elspsad, in 5 Ablesungen. Flur VIII Nr. 110 = 4402 qm, Acker auf dem Rothenberg. Friedberg, den 1. März 1918. Die städtische Armenkommifion. 2. B.: Damm Habe noch Frühiaaitartoffel Kaiserkrone und Rsyal-Kidney ä für Ihren Geschäftsverkehr oder persön- ! liehen Bedarf dann l bestellen Sie diese * dort, wo Sie die Ge- t wissheitfüreinwand- | freie Ausführung ha- | ben. Wir empfehlen i * uns bei eintretendem Bedarf und sichern I schnellste und sau- j | bersteAnfertigungzu. | jleiie iäässziiliisj : Druckerei u. Verlag A.-G. ? Friedberg i. H. sowie Sömmcrfatt(iBei|C 3 t (Ble-Iaphet) gegen Sacrtlarte afc zugeben. O. Müller, Henriettenhof^ Post Laudach. Irisch eingetroffen. Tapeten- and Unoleiirnfiaus; Jean KSgler, Friedig, Kaiserstr. 27. in billiges Amebot! Ein großer Posten Holzsohlen, Holzschuhe 31—35, Gummisohlen, Holzschlappenund Holz- Sandalen 27—42. 1 gtofitr $e8fn Schnl-TascheN eingelrossen. ß. Lerner, kredbera, Alte Lchiihofkr.lr. 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