Unmmer 52 Samstag, den 2. Mär? 11. Jahrgang. -rlch-.n. lesen SKetit«,. S?epelmafeige Seilooe» ..2er Dauer o«« «essen«. ..Sie Spinnssuve«. s„»g.p„i«. «e. Sen Postanitnlt.n S.ercel'uhrl.ch - n. 2 40 Wn u mrt no» das SeitellgelS; de, ser, Irenter, monalli* 85 P,g. einschlietzttch Xtägerlobn. All.e.gen: (SrimBceUe 26 P,g.. totale 20 tilg, 'JIn,eigen non austmms loecser, Durch Ho.tnüchnanme erhoben. vS-niUifTMSoTt ^riedbera. Schriflieitunq mtb gering trisDberq sHeffeni. mnaier tratze 12. vecaocetier 4S. P, ti qet-Ts,ra Jlc. 48 V), 1 itt "rraa iurt a n einer Flut persönlicher Bemerkungen verliert stch die Sitzung. Japans Politik in Gstasten. London, 28. Febr. (WTB.) Meldung des Reuterschen Bureaus. Die „Daily Mail" erfahrt aus Tientsin: Es bestehen wichtige Gründe, die ein baldiges Vorgehen Japans wegen d-r wachsenden Bedrohung durch die Anwesenheit zahlreicher deutscher und österreichischer Kriegsgefangener in Tientsin erwarten laßen. t Ein Telegramm aus Wladiwostok berichtet, daß eine inter- »ationale Gruppe wegen der zunehmenden Zügellosigkeit die Bewachung der Stadt und den Schutz des auswärtigen Eigentums übernimmt. Deutjcher Reichstag. ■g.* ®t r ***’ *' sWTB.) In der heutigen Sitzung nahm Abg Gras v. Posadowsky-Wehner (Dtsch. Frakt.) das Wort: Viel wichtiger als die hier eingehend erörterten Vor- gange im Bund der Landwirte erscheint mir die Frage der Ge- staltung der Finanzen des Deutschen Reiches. Mit einem ge- fchk>ssenen Steuerplane ist die Regierung verständigerweise noch nicht hervorgetreten: es muß aber geprüft werden, ob die Kräfte stark genug sind, diese Lasten zu tragen. Unsere Schuld ist auf 124 Milliarden angewcrchsen. Sam famken weitere große Ausgaben, so allein für die Beamtengehalter. die völlig neu reguliert werden: für die Rohstoffe werden sehr große Mittel aufzuwenden sein, da bei ihrer Einfuhr uns der ausländische Schiffsraum nicht zur Beifügung stehen wird. Anser Woh. nungswesen wird systematisch zu verbessern fein. Das erfordert große Mittel, da es nicht bloß Scheinmaßregeln fein sollen. Es ist fraglich ob man die Tilgung der Reichsanleihen beschleunigen soll. Als wir eineinhalb Milliarden Schulden hatten Mug der Zentrumführer Dr. Lieber vor. an ihre Tilgung mit Gesetz heranzutreren. Das schien damals nicht möglich, wie viel weniger jetzt bei 12t Milliarden! Die Landwirtschaft^ wird große Aufwendungen machen müssen zur Verbesserung des Pferdebestandes. der Gebäude Maschinen. Bei derJndu- strre sind die Maschinen und andere Anlagen abgenutzt. Das Handwerk liegt vielfach ganz darnieder. Es ist hart geprüft. Danach müssen sich die neuen Steuern richten. Ich hoffe, daß wir Staatsmänner bekommen, die das Staatsschiff so zu' führen wissen, daß es nicht wieder vorkommt. daß Jahrzehnte hindurch einzelne und Gemeinden mit Lasten belegt werden, die den Kontributionen aus nopoleonifcher Zeit gleichkommen. Deutschland muß die Möglichkeit haben, sein Wirtschaftsleben bald wieder zur Blüte zu bringen. Wahrend des Krieges sind fo hohe und schnelle Gewinne erzielt worden. Preise find bewtl- ltgt worden über die die Empfänger selbst erstaunt waren. (Sehr richtig!) Dabei ist das Anwachsen der hohen Sparer tn bm Steuerlisten äußerst gering. Man wird zu Monopolen grei- dor allen Dingen ober wird die Steuerveranlagung technnch auch in den Einzelstaaten verbessert werden müssen.. Man zeigt mit Fingern auf die Kriegsgewinnler, die Steuer- behorde mag nur zugretfen. Wir sind Rußland gegenüber Sieger und müssen die Rechte der deutschen Staatsbürger gewahrt werden. (Sehr richtig!) Der mächtigste Faktor in der Reichs- regrerung ist der Reichsschatzsekretär. Seine Aufgabe ist es. mit äußerster SparsamkeitUste Reichsttnnahmen und Roichsausaaben zu verwalten. Es kommt die Stunde des Abrechnens und da SS Bc ! Heulen und Zähneklappern sein.' ß ' *T 6umme iH ndn S'Nl-g. um nicht spar. M m,t ihr uMMgkhen. (Sehr richtig!» Es braucht nicht jede Behörde einen Palast wie den Kaii?rh°f zu erholten. lSebr 8»1.) Deutschland ist durch Sparlamkeit groh geworden, tteh- r-n wir zu ihr zurück, dann iiberrvinde» wir nicht nur die wirj. chaftlichcn, sondern auch d,e sttilichen SckKden dieses lärchter. -TU”,., 8 * 9 unb »binnen unserem Vaterland- di- alte wirt- ichastlichc und politische Stellung. sLebhatter Betsall.j Slaatssekretär Gras Rödern: Den letzten Worten der Dorredners kann ich nur zustimmen. Bet jeder Ausgabe werden wir uns in Zukunft vorzuhaiten hoben, wie fte auf dte mutz. Veranlagt sind dir Preffeerörterun- ET.*" ,fin f l * e bt-uorn nicht. Cie flnd uns aber zur Klärung ^-ch«. wUU mmm. An -in« V-rbchernng unser« V-ran kagungstechnrk wird gearbeitet. die iüllZr’T'T 0 ^ wendet sich gegen die „Kueflspoilitt der Regierung unb behauptet, die litauische« Da tzrch tt mini mrd guten Mutes: Ei« braskr Mensch krtkgt auch ruas gutes sagt Wilh Busch und so denkt die Regierung unb wird dem Reichstag in allernächster Zeit einen Gesetzentwurf über die Erhöhung der Anwesenheitsgelder der Reichstagsabgeordnelcn zugehen lassen. Vis jetzt erhielten die Abgeordneten für ihren Aufenthalt während der Tagung einer Session 3000 Mark Ent- fchädigungsgelder. Diese Summe soll nunmehr auf 5000 Mark erhöht werden. Eine solche Erhöhung war von der Negierung bereits vor dem Krieg in Aussicht genommen. Mit Rücksicht auf die gegenwärtige Teuerung foll das Gesetz noch in dieser Session zur Verabschiedung gebracht werden, nachdem bereits mit den Fraktionen darüber eine Rücksprache stattgefunden hat. In dem Gesetz sollen auch manche von den vorhandenen Unzuträglichkei- ten beseitigt werden, so die bei den Doppclmandatcn und der Feststellung der Anwesenheit der Abgeordneten. Diese Vorlage ist einfach nicht zu verstehen und zeigt, daß wrr uns immer weiter von den Bismarckschen Traditionen entfernen und in den Sumpf des Parlamentarismus hineingehen. Dis Parlamentarier sind zumeist Bummelanten, die nickst? treiben. als in Berlin die Zeit otzufchlagen. Eigentliche Arbeit leisten sie nicht, denn das Geschwätz mitanzuhören. ist keine Arbeit. Es müßten dann auch die Zeitungslestr. die die Reden lesen müssen, Entschädigung erhalten. Wenn man dabei tn Betracht zieht, daß der Reichstag in der Gegenwart höchstens 30 bis 40 Tage in Berlin versammelt ist und eine große Anzahl Abgeordneter Beamte sind, deren Gehalt ruhig weiterläuft, so ist dcese Lohnerhöhung nicht zu rechtfertigen. Wie viel mehr trifft auf unsere Beamte der Grund für eine Gehaltsaufbesserung zu. wenn auf die gegenwärtige Teuerung hingewiesen wird. Die Beamten aber, die das ganze Jahr arbeiten müssen, bekommen 15—20 Prozent Zulage, die Herrn Reichstagsabge. ordneten aber 68 Prozent. Der Erfolg wird die Züchtung van Berufsparlamentariern sein. Die Vorlage ist auch wieder ein Zechen der Zeit: Wilhelminsche Epoche! Die Maligne, der WIsiMilk in de« bwtiüfn ÜDtiütfiu Der Schweizerische Bauernverband veranstaltet periodisch Rnrrdfragen über die Lage auf dem M i l ch u n d V u t t e r- markt tteber die Ergebnisse gibt er dann regelmäßig Berichte heraus. Für die kommenden Monate urteilt er über die Gestaltung der Preise wie folgt: Die tn der Hauptsache durch d!e Kriegsverbältnisse und deren Ein- und Nachwirkungen be. bWcrte Produktionsabnahme hatte im abgelaufenen Quartal eine weitere Versteifung des Milch- und Produktenmarktes zur Folge. Auch die staatlichen Preisansätze und Verordnungen wußten den veränderten Produkttons- und Marktverhältnissen angopaßt werden. Obwohl nun die Zeit der kleinsten Milcherzeugung hinter uns liegt, wird auch das kommende Quartal tn den meisten Ländern einen starken Prod-rttionsausfall gegenüber dem Vorjahre bringen. Anderseits wachsen die Anforderungen des Lebensmittelmarktes infolge der zunehmenden Knappheit an an- deren Lebensmitteln aller Art. Die Regierungen werden in vermehrtem Maße genötigt sein, der Produktion von Staats wegen gewaltsam den im Interesse der Gesamtheit erforderlichen Weg zu gossen. Dadurch werden für zahlreiche Teile unserer Volkswirtschaft die Grenzen freier Betättgung immer enger. Angesichts der ständig zunehmenden Warenknappheit müssen vom Gesetzgeber feste Schranken gegen die willkürliche Verteuerung aller notwendioen Lebensmittel gezogen werden. Dem Rückgang der Produktion von Milch und Molkereierzeugnissen. dem erhöhten Risiko und den gesteigerten allgemeinen Aufwendungen wird auch im kommenden Quartal sowohl im freien Handel wie btt staatlichen Preisfetzsetzungen durch erhöhte Ansätze Rechnung getragen werden müssen. Etsernen Kreuz ausgezeichnet wurde, erhielt die Hessische Tavfer- kettsmedoille. Wir gratulieren. ' * i D» Gefreite Friede. Jung. Sohn des Schn.iede- ^ ^ S-tnrich Jung, der als Fahnenschmied bei einem Feld. tm Seide steht, wurde in Anerkennung wünsch zum Unteroffizier befördert. Herzlichen Glück. Echzell. Wehrmanu Georg Mogk XIII.. seit Beginn des Krieges an der Front, erhielt das Eiserne Kreuz 2. Klasse und wurde gleichzeitig zum Gefreiten befördert. Die Hessische Tapfer. Uerenk^^^^ ihm schon früher verliehen. Wir gratu- der Ocimat. Der Einfluß der Erhöhung der Milchpretft in Wien (feit 0. November) zeigt sich, wie in der letzten Sitzung der Milchversorgungsst'lle von dem Leiter derselben. Oberkommissär Dr. N a t h e r. eigens hervorgehoben wurde, tn einem geringe« ren Rückgang der Anlieferung. Während in den zwei letzten Monaten des Jahres 1916 der Rückgang 12,3 Prozent betrug, betrug er in derselben Zeit des Jahres 1917 nur 7.7 Prozent. Es mag hrer eigens darauf hingewiesen fein, weil gewöhnlich bet Beantragung einer angemessenen Erhöhung der Milchpreife aus Konsumentenkretfen die abwehrcnde Einwendung kommt, daß hierdurch die Milchmenge nicht vermehrt werde. In der betreffenden Sitzung wurde die erhöhte Einfuhr von Kondensmilch aus dem Ausland lebhaft verlangt. Uam Felde der Ehre. Nieder-Wöllstadt. Der Landsiurmmann Hermann Bernhard, der schon seit März 1915 ununterbrochen tm Felde steht, wurde mit dem Hessischen Kriegsehrenzeichen für fein tapferes Verhalten vor dem Feinde ausgezeichnet. Das Eiserne -Kreuz und die Hessische Tapserkeitsmedatlle erhielt er schon früher. Unseren herzlichsten Glückwunsch! Doen-Assenhrim. Gefreiter Hermann Le mp, bei eine« Laadwehr-Jnfanterie-Regiment im Westen, der schon mit dem Die Gold- und SilSerankaufsstelle bittet, ihr die Goldsachen ai?s den Sammlungen in den einzelnen Ort. schäften zustellen zu wollen, nötigenfalls in Wertbriefen, damit sie bei dem nächsten Ankaufstag, Dienstag, den 5. März, nachmittags ren 3—5 Uhr. im Gr. Hochbau«mt. Schützej.ra'u 5, ab- gcschätzt werden können. — Wiederholt , sei darauf hingewiesen, daß auch Sil. bsr zum Preis von 13 4 das Gramm angenommen wird. Der Goldanlauf wird fortgesetzt. t. Kirchliches. Die evangelische Gemeinde unserer Stadt wird darauf aufmerksam gemacht, daß sämtliche Gottesdienste für die nächsten 3 Wochen einschließlich des Palmsonntags in der erwärmten Vurgkirche stattfinden. Wegen der nächtlichen Dunkelheit in den Straßen wird der Sonntagabend-Gottesdienst nicht erst Um 8'A, sondern schon nachmittags um HG llhr gehalten, solange die entferntere Vurgkirche benutzt wird. KA. Erneuerung der Errrsche ne für Kranke. Wie aus einer Bekanntmachung des Kreisamts hervorgeht, Werden alle laufenden Bewilligungen von Eierzulagen mit 1. März 1918 für ungültig erklärt. Von diesem Zeitpunkte ab sind neue Anträge zu stellen, da vom 1 . März ab die Neuregelung der Erervcrsorgung in Hessen in Kraft ttitt. Militärische Jugendvorbildung. Nach einer jüngst ergangenen kriegsministeriellen Besttmmung foll auch im Jahre 1918 in den Abteilungen der mtltlärischcn Jugendvorbilduno ein Wettwehrturnen in ähnlicher Weise, wie 1916 und 1917, stattfinden. Die Nachricht wird allgemein mit großer Freude ausgenommen werden. War doch im vergangenen Jahre trotz der Not der Zeit, die natürlich auch ihre Schatten auf das Gedeihen der vornehmlich Körperkraftigung erstrebenden Jugendabteilun- gen wirft, die Beteiligung an vielen Orten eine recht lebhafte. Zu bedauern ist nur, daß noch immer zahlreiche Jünglinge, welche es an Zeit nicht gebricht, den Uebungen fernbieiben, obwohl die Beteiligung mancherlei greifbare Vorteile bietet. Die vielfach verbreitete Ansicht, daß die Jrrngmannen der mtlttärt- fchen JugendabteUangen zuerst an die Front kämen. Ist gänzlich irrig. Richtig ist, daß sie infolge besserer körperlicher Vorbildung den Anstrengungen des Heeresdienstes eher gewachsen sind. Der Einttitt in die Jugendabteilungen kann jederzeit erfolgen. Jedem Neueintrete?rden steht die Beteiligung am Wettwehrttlr- neu frei, dessen besondere Bedingungen in nächster Zeit bekannt« gegeben werden. Berufsausbildung. Am 2. August 1917 hat der Bundesrat eine Verordnung für das Deutsche Reich erlassen, nach der nur Handelsschulen mit geprüften und amtlich bestätigten Handelslehrkräften weiterhin nach einem ordnungsmäßigen, amttich genehmigten Lehrplan im Klasserrunterrichl bestehen dürfen. Die Gießener Handelsschule (früher Hermes' Handels-Lehrinftttut) hat sich gemäß diesen Bestimmungen umgebildet: sie besitzt heute einen in der Praxis gut bewahrten geprüften Handelslehr-r als Schulleiter, sowie geprüfte Lehrkräfte als Lehrer refp. Lehrerinnen. Außerdem werden von Ostern ab Kurse Mr Anwärter und Anwärterinnen für die Beamtenlaufbahn abgehalten, denen ein auf Grund amtlicher Angaben aufgestettter Lehrplan zu Grunde liegt. Alles Nähere besagt die Anzeige in diesem Blatte. Konzert. Am morgigen Sonntag ftndet im Lokal „Hessischer Hof" in Friedberg ein ersttlaffiges Künstler-Konzert statt. Zum Vortrag gelangt u. a. die ..Mühle im Schwarzwald- (Stehe Jnsexat ) FO. Aus dem Taunus. 28. Febr. Am 1 . März vollendet ftr Efchenhahu Bürgermeister Thomas, körperlich und geistig rüstig, fein 80 Lebensjahr. Gleichzettig begeht er fein 45. Jubiläum als Bürgermeister. Er dürfte der Senior der Nassauischen Bür- germeister sein. Aus Starkkvburg. FO. Groß-Gerau. 28. Febr. Das Schöfsengericht verurteilte wegen Obstdiebstahl die jugendliche Katharine Deußer. Geor- Schäfer und Christine Schäfer von Königftädten zu je drei Tagen Gefängnis, die Elisabeth Schäfer geb. Heß und die Marie Flau^ aus geb. Helfma,kn zu je sieben Tagen Gefängnis. AuS Hessen.Nassau. FO. StastLtten. 28. Febr. Die Stadtverordneten beschloss^ die städtischen Steuern für 1918 um 50 Prozent herabzufctzen. FO. Niederlahustei». 28. Febr. Die Stadtverordneten er- höhten die Real- und Einkommensteuer von 190 auf 200 Prozent. FO. Lorsch, 28. Febr. Weil er bei der Aufnahme der Kartoffelvorräte der Kommission 14 Zentner Kartoffeln, die er unter Dickwurz versteckt, verschwiegen hatte, verurteilte das hiesige Schöffengericht den Landwirt Jakob Mischler von hier zu SO Ntt. bezw. fünf Tagen Gefängnis. FO. Framersheim, 28. Febr. Die älteste hiesige Einwohnerin, Frau Katharine Btttmann. beging gestern ihren 90. Geburtstag. Sie hat 19 Enkel und 88 Urenkel. t» «llta Stoftarten Fertige Blusen u Kostüm-Röcke Damen* (Uebergangs-) Mäntel u. Kostüme JWaycr J. Hirsch. Friedberg. Ä Landwirte baut Sommerölfrüchte z«r Milderung der Ketttnappheit. Mr das GrsftherzagtnmHeffen eignen sich des-nders SommerrübfenMah«, Sensu»- Lein dotier zum Anbau. Nähere Auskunft erteilt LandU'irtjchaftskamnier Darmftadt""' Allee k^i'ZnKfutts größtes Damen - Konfektionshaus s? «9 m bekaimt großer Auswahl: Farislge Seisfen-HeienssianteB (sairmsewe) in praktischen Macharten, in vielen Falben . . . zu Mk. 15.— 185.- 123.- 150.- houer Schwarze Seidea-Regenmäntel 49n a,« 4A - und in Lotten praktischen Formen.zu Mk, vv»— — i ; Grosses Lager ln Trauer-Konfettfog Statt jeder besonderen Anzeige. SchmerzerfüM allen Verwandten und Bekannten die traurige Mitteilung, daß mein herzensguter Mann, der treusorgende Vater seiner Kruder, unser lieber Großvater. Schwiegervater. Bruder. Schwager und Onkel, der Erosth. Bürgermeister > Karl Schmid ßcltem Abend 10V 2 Uhr irrt Alter von 67 Jahren nach längerer Krankheit sanft in dem Herrn entschlafen ist. Reichelsheim, den 1. März 1918. Die trauernden Hinterbliebenen L'auline Schmiv geb. Vogt Pantine Hnmpf geb. Schmid Pi-inanzamtmann W. Schmid, Südwest-Afrika Bcterinärarzt Hnmpf. z. Zt. im Feioe Li»da Schmid geb. Ritscher und 3 Enkel. Die Beerdigung findet statt: Sonntag, den 3. März, nachmittags 2 Uhr. Für die vielen Beweise Inniger Teilnahme bei dem schweren Leiden und Hinscheiden unserer unvergeßlichen, teuren Gattin und Mutter Sehr preiswert! Frau Anna Pulver geb. Loth besonders für die ttostreichen Motte des Herrn Pfarrer Zatzmann und die vielen Kranzspenden sagen aus diesem Wege tiefgefühlten Dank. Friedberg-Fauerbach, den 2. März 1918. Die iraufrnti siintttblieliknen: Fr. Pulver u. Kinder. Holz-Bersteigerung. Donnerstag, den 7. März d. Is. werden aus den Distrikten Universitäkswcild, Glaubzahlerdicluna. Hardkopf und Frankenhaujen der Forstwartei Glaubzahl versteigert: Stamme rm: 5 Buchen des. Kl.. 35—43 cm dick, 2.4—8 m lonq — 2,77 fm; 2 Ulmen VI. Kl. 17-19 cm d.ck. 6,4 bis 10 m lani — 0,43 fm; 1 Birke IV. Kl. 31 cm dick, 12 m lang = 0.01 fm; 1 Kiefer II. Kl. 40 cm dick, 12 m lang - l.ol fm; 3 Kie em 111. Kl. 31 bis 3! cm dick, 7—12 m lang — 2,14 fm. 146 Buche I. Kl., 118 Buche 1!. Kl., 4 Hainbuche. 18 Eiche, 5 Fichie. 15.5 Buche, 16 Hainbuche, 38 Eiche, 1 Ulme, 6 Aspe. 29 fttefer, 2 Lärche. K.rüppelreiflg rm: 16 Fichte in Schichten von 5—6 m Längen (Bobnenstannen». Neisig rm: 673 Buche (meist Durch orstungsreisia).. 137 Eiche, 64 A pe, 4C8 Kiefer, 24 Fichte, 36 Lä chr. Siocke rm: 43,5 Buche, 64 Eiche, 47,5 Kiefer, 7 Fichie, 10 Lärche Zu ammenkunft vormittags 10 Uhr auf der Kreuzung der Ha ibenmühtchausfee mit der ^reisstraste Aiddr-Ulfa (Ul acr Kreuz) cm Dtstrikt Ftanlenhau en. Das im Univcrsilätsmald lGlaub.zahler- feli)! und zerstreut fitzende Holz wird bei der Ber leiaeruna nicht vorgezel t. Blau un eritrichene Nummern kommen nicht zum Aus- xe.o . Nähere Auskunft durch Srogh. Focher Numiich zu Forst- Haus Claubzahl. ' kad Salzhaufen, den 26. Februar 1918. Crohherz ogliche Oüerförsterei Bad Salzhansen. J Orep de eine Charmeuse - Eillinie Scheiter rm: Knüppel rm: Kaiserstrasse 53 lTÜ6tSSlßF§J Kaiserstrasse 53. r 1019 er v.. -Murnein —— Gewächs FrL M. Nack lut Ausschank. Hotel Weith. Eilliiljs.il. MH. KkslliiBchkl m reichhaltiger Auswahl, empfiehlt Buchhandlung Friedr. Streckfuß, Friedberg i.s. Wasserdichte Mäntel und Westen ausserst vorteilhaft. Fl*. W ebep, "Friedberg i. Hessen Delranntmachnng. Marmelade kommt von heute ab, in den hiesigen Kolonialwarenge- schäften zum Verkauf. Preis pro Pfund 90 Pfennig. Friedberg/ den 28. Februar 1918. Städt. Lcbensmiltel-Aiisfchutz __ Langsdorf. Umibehriich fiit jcDe Dame welche sich ihre Kleider selbst anfertigen will, ist das li!lil!ttsl!!-Llsj!l!tli!iHer-A!!j!!U „Fix und Fertig für Alle“ Mittels die'es äljlN'isMllßkr.AüllllllS ist jede Dame in der Laze. auch ohne jeglihe Borkenn ms. nach kurzer Anweisung jedes Kleid, vom kle.n ien Kmd bis ,ur ftcivfften . v P «. . .. Person zuzuschneiden Ueberirifft daher in leder Hlnftchl zede bis jetzt in den Handel gebrachte Zusdsiieit!c-SI rliiode. Um nun jede Dame mit den Beeilen des neuen Schnittmuster- Albums „Fix.and Fertig lür Alle 4 « bekannt zu machen, findet am 4». ifliirz, von 2—4 Uhr in meiner Mahnung JU eine gänzlich unentgeltliche ^ E- Zufchneide-Lehrftunde statt und erlaube mir ganz ergebenst, die Damen zu dieser Lehrstunde ireundlichst einzuladen. Der Preis des vierwöchentlichen Kursus beträgt M. 15.— Um recht rege Teilnahme an dieser eänzlich tosten reien Lehrstunde bittend - zeichnet mit aller Hochachtung Emma Paar, Friedberg, Haa str. 14 Atternverkanf für Friedberg und Umhegend. I*f er dl e-Jüa rk t iPrankfurl (Uain) auf dem Gelände gegenüber dem Ostbahnhof (Empfangsgebäude) Mittwoch, den 6. Man 1918. Einen reimajsigen Dobermann at zu verkaufen Johannes Gebhard N., Kisev-in. Confrlrtion! Veihilfe für dauernd und Lehrmädchen sofort aeiucht. Bad-N«nhrim, Lindenstr. 11,2. St. tte.erl schnell uno dilltgst llruf Taaesstünilg IrjAmi >i- -erlog. \ erläge f uv pummcv 5* Neuen Tages fl. Samstag, den 2. März 1918 66 43? " sHOJ^c."Miu«aR;-'!sr.»> 11. Zatzrgune. Ans meiner Dorfkirche. Der erste Friedcnsfchlnß. 1. Samuelis 7. 12. Bis hierher hat uns der Herr geholfen. Liebe Lesergemeinde! Samstag Abend wars. Nach vollendeter Predrgtarbeit trat der Dorfkirchenprediger aus seinem Hoftor, um in der Stille seiner Berge die Seele dem S.umtag entgegenzuführen. Da rasselt in der benachbarten Telefonstelle der Frnsprecher. Einen Augenblick aufhorchen: Das Zeichen kenne ich, das ist der Tagesbericht. Also herein ins Haus. Wer nimmt den Tagesbericht ab? Ach, wenn Sie es machen wo^en, Herr Pfarrer, wir haben keine Zeit, wir sind gerade am Füttern. Also an den Fernsprecher. Das Rasseln hat o.ufgehört die Namen der angeschlossenen Dörfer werden verlesen. Hier und da eine Antwort, die meisten fehlen, sie sind gerade am Füttern und haben keine Zeit! Und dann komme ich mit der großen Nachricht heraus, um es den Leuten zu erzählen. So! sagen sie, na, das ist gut, hoffentlich hören die anderen auch auf. Dann drehen sie um und gehen wieder an die Arbeit! So sind unsere Bauersleute! Vom Schreien und Jubeln halten sie nichts, und sie wissen aus eigener Erfahrung, wieviel Arbeit es kostet, bis Brot und Milch auf dem Tisch stehen. Worte machen nicht sott! Darum tun sie still und unverdrossen ihre Pflicht in guten und in bösen Tagen. Da ging ich hinauf auf die Berge, allein zu sein, mit meiner inneren Erregung. An untere Soldaten mußte ich denken. Nun war dieselbe Kunde schon bis in die äußersten Schützengräben hinausgewandert. Da standen Männer, die vielleicht schon seit Anfang des Krieges das Gewehr tragen. Da stand gar mancher, der vielleicht schon in dem heißen Ringen der Karpathenschlacht und bei Gorliee um das Schicksal der Ukraine niitgerungen hatte! Was für Gedanken und Empfindungen mochte das Wort „Friede" in ihnen auslösen, was für Bilder von Heimkehr und friedlicher Arbeit mochten vor ihrem in.ieren Auge stehen! Und wie lange wird es wohl noch dawern bis diese Bilder zur Wirklichkeit werden dürfen? Es ist mir wie ein heißes Beten um die Seelen unserer feldgrauen Brüder. Und von Gottes Gerechtigkeit redet dieser Tag. Es ist ein eigenartig Ding um diesen Friedensschlußk Wer bat vor dem Krieg etwas von der Ukraine gewußt? Und Rußland bat diesen Krieg angefangen, um dem Volkstum der Ukraine den Lebensodem vollends abstellen zu können! Wie, das , gehört in die Politik? Aber das gehört hierher: daß nun ! gerade umgekehrt, das erste abgeschlossene Ergebnis des Völkerringens das Wiedererwachen der Ukraine ist! Gott sorgt dafür, daß die Bäume nicht in den Himmel wachsen! Er schafft den Unterdrückten Recht. Das erzählt uns dieser Tag! Und wie solls nun weiter gehen? Inzwischen bat Braunstein seinen höchsten Narrensprung gemacht, und ist daraus beimgeroist, und Lloyd George „bereitet auf lange Kriegs- dauer" vor! Macht nichts! Wenn im Frühjahr die Schneeschmelze eintritt, dann tobt der sonst so stille Gebirgsbach unter meinem Hause und tritt über die Ufer. Aber da liegt mitten im Bach em mächtiger Felsblock. Und wenn der Bach eine Zeitlang getobt, dann zeigt sich von dem Fellen ein ganz kleines Stückchen, nicht so groß wie eines Menschen Graue Gefahren. Roman aus der Gegenwart von M. Gontard«Schuck. 4 ?j Nachdruck per o.en. Angst? Unsinn! Vor wem? Vor was? Was hatte sie zu nirchten? Wenn man ihr gab, was sie wollte, dann würde sie ihr Ziel erreichen. Dann konnte sie endlich dahin gehen, wohin es ihr beliebte. Und diese Aussicht war schon rin kleines Lpfer, eine kleine Aufregung wert. Und dann — war sie nicht Engländerin? War es nicht 'ihre Pflicht ihrem Vaterlande zu helfen? Williams hatte das minutenlange Zögern bemerkt. Er unterbrach es mit keiner Bewegung. Er wußte, was im Innern dieser Frau vorging. Wie in einem aufgeschlagenen Buch las er in ihrer Seele. Williams war ein Mann roll Erfahrung, und die da vor ihm war nicht die erste, die er rar dem entscheidenden Schritt noch einmal zurüchchrecken l-.h. Das alles gab sich später. .Also ich habe sehr gute Verbindungen, mit deren Hilfe rch Ihnen sehr wertvolle Schriftstücke liefern konnte," sagte endlich Frau von Düring entschlossen. .So schrieben Sie an Sir Edward Douglas." „Meine Zofe die Sie eben sahen, hat ein Verhältnis mit pirem Zeichner von der Werft. Der Mann diente ttüher hier und ist durch meinen Mann in die Stelle gekommen. CV ist ’i W r |\-r und steht in diesem Kriege ganz auf Seiten Fra-k.-ichs. allo auch Englands. Er hat mir schon vor la.^r seine Dienste angeboten, ich habe nur bis wtzt noch n *>t Gebrauch davon gemacht." William? rieb sich befriedigt die Hände. „Gut! Sehr gut! Solche Leute können wir brauchen. Haben Sie schon Vestlmmle? mit '.hm vereinbart? Wissen Sie, was er Ihnen liefern kann?" fcWm, wie tarnte ich? Erst mußte ich wissen —'" Fuß. Dies Stückchen ist ganz still. Es brüllt und tobt nicht wie die Wasser ringsum, und doch erzählt es uns deutlich und vernehmbar: die Flut fällt! Und es hat noch immer recht behalten. So erzählt uns der Friede mit der Ukraine: laßt sie toben, ihre Macht ist gebrochen, Gott läßt die Baume nicht bis in den Himmel lvachsen. Bis hierher hat uns der Herr geholfen. Während draußen der Weltkrieg die ersten Anzeichen des ErmattenS sehen läßt, geht ein stiller Kampf in der Heimat: Ein kleines Taglöhnermädchen ringt mit der furchtbaren Volksseuche unserer Tage, der Lungenschwindsucht. Ueber diesen schrecklichen Kampf haben mir liebe Freunde aus der Lesergemeinde mit ihren Gaben helfen wollen, das Wort ..Sieg und Friede" zu sprechen. Herzlichen Dank Euch allen. Traurigen Eltern, die schon einen Sohn im Krreg gelassen haben, soll Eure Gabe das Herz fröhlich machen. Und mein Segenswunsch heißt: Möge das mit Eurer Hilfe begonnene Werk ein rechtes „Friedenswerk" werden. Woll uns Deinen Tröster senden, Herr, in dieser schweren Zeit, Da die Welt an allen Enden Durstig irach Erlösung schreit. Denn es geht ein heilig Sehnen Durch der Völker bangen Sinn. Und sie seufzen unter Tränen: Hüter, ist die Nacht bald hin? Amen. Are Zeit ist schwer.... Von v. G lz. - R. „Demagogie", „Nichts als Demagogie", „Gewaltpolitik" „Krasse Jnteressenpolitik", „Blindwütiges Poltern", „Schamlose Verunglimpfung", „Roheits-Expresse", „Volksverhetzung", „Schlagworte und Brutalitäten", —- und so weiter mit Grazie. Was ist geschehen? Neues von Trotzki? Oder ist vo» weiteren Schandtaten der bolschewistischen Banden im ge« peinigten Valtenlande die'Rede? Nichts derart, der Anlaß zu diesem überschäumenden Wutausbruch ist viel harnkloser: die „Frankfurter Zeitung" ,gvürbigt" die Jubiläumstagung des Bundes der Landwirte und spickt ihren langen Artikel mit dieser Fülle lieblicher Vokabeln, die noch nicht einmal vollständig aufgezahtt sind. Soll man diesen Unratkübel einfach abtun mit dem Bemerken, daß von vornherein Unrecht haben muß, wer derart ordinär schimpft? Das \ beste wäre es vielleicht: ich will darum kurz sein. Ich bin l weder „Bündler", noch „Alldeutsch", noch „Vaterlandspar- teiler", sondern ein unverbesserlicher Feind aller Parteien, Vereine und daneben auf meine, ich möchte sagen: private Weise einfach deutschgesinnt, lind da habe ich jährlich im Februar meine Helle Freude gerade an der Bü.ndlcrtagung. Mag da manchem manches nicht passen, — wir sollten doch (wenn wir unsere Großstädte ansehen und ihre schleimige Ueberkultur!) Gott danken für diesen frischen und urwüchsigen Menschenschlag, der gesund ist bis auf die Knochen, dessen unverwüstlicher Kraft und unermüdlicher Arbeitslust wir es wahrlich nicht zunl kleinsten Verdienst anrechnen müssen, wenn wir „durchhalten" konnten. Ja!, höre ich manchen guten Freund sagen, — aber der von Oldenburg- Januschau! Nun, wer ihn nicht vertragen kann, ist zu bedauern. Ich mochte gerade ihn am wenigsten missen. Denn . Ich verstehe! Sie wollten erst wissen, was Sie für Ihre Bemühungen bekommen werden?" Eines Augenblicks Länge noch sah sie wie unschlüssig vor sich nieder, dann h'ob sie entschlossen den Kopf und sah ihm gerade in die Augen. „Ja, so ist es! Was soll ich es leugnen?" ..Gut, gut? Das ist auch meine Art. Ein glattes Ge- fcfxift ist immer das beste." ..Nun also, dieser Mensch — wie er heißt, tut ja nichts zur Sacke — will Mary heiraten, aber dazu braucht er Geld. Es kommt nun ganz darauf an, was Sie, oder vielmehr Sir Edward Douglas mir für meine Bemühungen geben. Kann ich dem Manne eine anständige Summe versprechen, so werde ich alles von ihm erlangen. Aber wie gesagt, es muß sich lohnen, denn auch er hat wieder seine Helfershelfer, da er mclit alles selbst unter den Händen hat." ..Gut! Sehr gut! Und das Mädchen? Können wir unS auf sie verlassen? Ist sie nicht schwatzhaft?" „Mary ist Engländerin, mein Herr! Ich bürge für sie." „Hm. desto besser. Und was wäre das Nächste, was Sie uns übergeben können?" „Darüber möchte ich noch nicht sprechen. Aber Sie werden schon zufrieden sein mit dein, was ich Ihnen zuerst liefere. Erst aber muß ich wissen, ob es überhaupt der Mühe wert ist, daß ich mich mit der ganzen Sack-e defaste. Sie werden sich selbst sagen, daß ich mich nur deshalb in ein so gefährliches Unternehmen einlasse, um das Lebeusglück meiner Jungfer zu begründen." „Selbstverständlich! Aber bei uns kommt e* auch darauf an. wie die Arbeit ist, die uns geliefert wird, was sie uns nützt. Wie die Arbeit, so der Lohn, das gilt auch hier. Aber soviel kann ich Ihnen sagen, wir zahlen immer gut. Und gerade für diesen Fall hat mir Sir Edward Douglas die ausgedehnteste Vollmacht gegeben. Und. soll« „zuzeiten sind erfrischend wie Gewitter gol^ne Nücksü->s' lcstgkeiten!' Selbst um den Preis, daß sie an gewissen Stellen, wie bei unfern internationalen Haudelsbrättern, Anstoß erregen. Oder vielleicht mtdj gerade deshalb? . Damit bin ich bei dem angelaugt, was mich zu diesen Zellen eigentlich veranlaßte, weil es mir in der „Franks. Zta." auffiel. Wenn dieses alte Engländer- und Vollche. wistenorgan sich so gedrandmarkt fühlt, daß es tobt, könnte man es ruhig seinem alttestamentari.chen Zorn überlassen. Aber die „Franks. Ztg." tobt nicht mir, sondern klagt arch. dieser Bündlertag zeige, wie „furchtbar arm" Deutichland gerade in dieser seiner schwersten Zeit an „führenden Persönlichkeiten" sei. Womit der geneigte Leser mit der Rate daraus gestoßen wird, daß er seine „Führer" eben nicht auf dem Lande, zu deutsch: bei den nationalen Parteien, ' :.iV?n soll und finden werde, sondern auf dem — Effektenmärkte und bei dessen seinen Sprachorgcmen. Und da fiel mir eiwas ein. was ich vor Jahr und Tag las. Damals klagte dw „Franks. Ztg." über „die dünne GesUschastZfchicht", welche sich anmaße, in Deutschland „führen" zu wollen, während doch.... usw. Da wollte es ein boshafter Zufall, daß just am nämlichen Tage eine dem Frankfurter Blatt nächststehende Berliner Zeitung jene andere, dünne „Gesellschafts- sthicht" beleuchtete, welcher eben unsere internationalen Börsenblätter die Herrschaft zuschanzen möchten. Freilich geschah dies in einem „Berliner Feuilletonge sprach": P u f s i : „Na, woher des Weges?" Lilli:. Komme vom K.d.W. Bin die leib-ästige A.E.G." Nuss kr „A E.G.?" Lilli: „Mensch verstehst Du kein Deutsch? .. . ..Allgemeine Einkaufs-Gesellschaft!!" Pussi: „Nichtig! .... Nu kommst doch Nachmittag in 'd Zoo?" Lilli: „Nichts zu machen. Mir is mau nach dem gestrigen Klimbin und der kalten Ente." Pussi: „Ach was, öde bist Du. Also dann erst abends im U.T." Llli: „U.T ? Ne, war ich gestern. Wollen lieber ins E.S.P." Pussi t. „Oder L.S.?" Lilli: „'Ausgerechnet! Wo all die ollen Morcheln hocken?" P u s s i t „Na, dann Kaffe „Leberwurst." Lilli: ,.M. w.? Allst Uhr vor Deiner Tiir im Auto." Pussi: „Parfümspritze? - Hat der Mensch Tön-! Willst wohl sagen Pferdegondel." Hier ist die andere „dünne Gesellschastsschicht" prallst tkg geschildert, so man zu Frankfurt meint. Die betreffende Sck-.ri-stleitung führte dies anmutige Gespräch zwar als Probe des .neuen Sprechstils" an. Aber hinter dem Stil stehen die Menschen, die ihn üben. Ich glaube, man kann weit, weit in die liberalen Bürgerkreise hine'mgehen und ihnen die Wahl lassen zwischen dem deutschen Ton unserer Landwirte und dem modernen „Stil" der — Gegenseite, sie werden sich von dieser mit einem gewissen, aufsteigenden Gefühl abwcnden.... Ja, die Zeit ist schwer, klagt die Franks. Ztg.". Sie soll noch schwerer werden! Und wenn sie für die „Franks. Ztg." am schwersten ist, dann wird man von ihr jagen rönnen, daß sie gesund und deutsch ist! ten Sie sich bewähren und schließlich ganz in unsere Dienste treten, so werden Sie zufrieden sein." „Nun gut. Dann werden wir rasch einig sein. Ich sage Ihnen ganz offen — ich will Geld verdienen. Mein ganzes Leben lang war ich arm. Meine Ehe. von der ich gehofft, sie würde mich aus dieser Armseligkeit befreien, ist unglücklich. Mein Mann und ich. wir sind uns frenid geworden. Bisher hielt meine persönliche Mittellosigkeit mich von einer Rückkehr nach England ab. Wenn ich erst die Mittel dazu habe, dann — Und dann natürlich will ich auch gerne meinem Vaterlande nützen," fügte sie nach kurzer Pause hinzu. Williams antwortete nicht sogleich. Eifrig rieb die fleischige Hand über das glattrasierte Kinn. Sie war vorsichtig und klug, die Dame. — Nun, das waren keine schlechten EigensckMen. Alberne Gänschen konnte man bei dem Geschäft auch nicht gebrauchen. „Kann ich mit dem Manne selbst sprechen, Frau von Düring?" Emily von Düring sah ihren Besucher mißtrauisch an. Was wollte er? Wollte man sie ganz ausschalten? „Nein, Herr Snyders. Es tut mir leid. Was Sie zu wissen wünschen und abzumachen haben, müssen Sie schon mit mir erledigen," sagte sie kurz. Williams nickte befriedigt vor sich hin. „Wie Sie wünschen! Es sollte kein Mißtrauen sein," entgegnete er ruhig. „Ich werde morgen abend noch einmal bei Ihnen vor- sprechen. Halten Sie alles fertig, was Sie mir zu über* geben haben. Ich werde Ihnen eine Summe crushändige» — eine Abschlagszahlung vorläufig, aber Sie lverden zufrieden sein. Sind die Sacken, die Sie mir mitgeben, wirklich so wichtig, wie Sie sagen, dann sollen Sie nicht bereuen sich mit uns verbunden zu haben." — (Fortsetzung folgt.) M läge drr Enltüie migdjfurr rnii , Berlin, 20. #ycör. Nach einer verspätet hierher gelangten ‘iUdiS .;de3 Washingtoner Berichterstatters der „Chicago Äail?) Tribüne" erregten private Äußerungen einzelner Mitglieder der nach Amerika zurückgekehrten Mission unter Oberst House die größte Beunruhigung. Es wurde bekannt, daß der Kommission sbsr ick t über den U-Vootskrieg äußerst pessimistisch sei. Die T irsi usie sind danach weit größer, als es sich aus den offizckckm i.unachungen ergibt, und lassen es als aus- gcschioüci: erscheinen, daß die Vereinigten Starrten und England hinec:n'enden Ersatz schäfte:? können. Die Weigerung des Kriegsministers Baker, sich zur Sache zu äußern wird dahin ausgelegt, daß auch er die Lage pessimistisch ans?. ' und nicht glaube, daß Amerika iur Laufe von 1918 seine volle iuujt zur Geltung brin. gen könne. Die höchsten Staotsbeam^. d eckten die stärksten Zweifel darüber au', Latz Re,':. ihr Versprechen, im LaUie des Sommers ciiic Million C ' i in Frankreich zu haben, halten könne. Die britische Arr^ee sei nach der Aussage unzweifelhafter Autoritäten gofübrl. li?opp an Lebensmitteln und auch die französischen u:rd italienischen Armeen besäßen nur so geringe Reserven, daß Acngstlickkeit herrsche. Eine andere Autorität erklärte: Die Lage der Alliierten ist ungeheuer ernst. Der Artilleriebestand ist so mangelhaft, daß die Durchführung einer längeren Offensive als ausgeschlossen erscheint. England und Frankreich waren infolge der Heereslieferungen an Italien uird Amerika nickt in der Lage, ihre eigenen Bestände genügend uuftufrischcn. Amerika beginnt einzusehen, welche kleine Roll? rs für viele Monate auf dem Kampfplätze spielen kann. Die englische Armee allein verliert monatlich 70 600 bis 80 060 Mann an Toten und Verwundeten, und die Bereinigten Staaten sind für lange Zeit nicht einmal in der Lage, diese Ausfälle zu ersetzen. General Gröner in der Ukraine. 3erlin, 28. Febr. Die militärischen Bewegungen im Osten, die rasch vorwärts schreiten, werden in der Ukraine unter dem Oberbefehl Linsingens von dem ehemaligen Leiter des Kriegsamtes. Genera! Gröner, geführt. Er leitet als Kommandierender General die dortige Bewegung unserer Truppen sowie die Herstellung der Verkehrswege und die Vorbereitungen zur Auf- nahme des Verkehrs. Zu der im Heeresbericht genannten großen Beute in Minsk sei ergänzend hinzugefugt, daß in Pskow 101 Lokomotiven und 1318 Eisenbahnwagen, darunter 701 beladene, in unsere Hände fielen. GMerrcich-Uttgarn und Podolien. Wien. 28. Febr. (MTB.) Zu der Meldung, daß der Gouverneur von Podolien die Unterstützung Oesterreich-Ungarns zur Bekämpfung der inneren Unruhen erbeten hat. betonen mehrere Blätter, Oesterreich-Ungarn habe sich bisher des Eingreifens in Podolien enthalten, allein der Hilferuf aus der Ukraine schaffe eine neue Lage, die unter Umständen auch neue Ent- schlüsie notwendig machen könnte. Das Eingreifen Oesterreich- Ungarns könne um so mehr auf das Verständnis weiter Volks- krcise rechnen, als durch die Herstellung von Ruhe und Ordnung in der westlichen Ukraine vor allem gesicherte Verhältnisse an unseren Grenzen geschaffen würden. Aber auch die Einfuhr von Lebensmitteln nach Oesterreich-Ungarn würde erheblich erleichtert und gefördert werden. Es fei nicht zu übersehen, daß die Friedensoerhandlungen mit Rumänien durch Klärung der Der- hältnisie in dem benachbarten Podolien eine wünschenswerte Beschleunigung erfahren könnten. gewußt, und er ist nach Ausbruch von dem feindlichen Auslande bejubelt worden. Auch in den neutralen Ländern ist die Meinung vertreten, daß Deutschland nicht durchhalten könne und an innerer Uneinigkeit zugrunde gehen müsse. Nun ist von sozialdemokratischer Seite gesagt worden, der Streik sei hervorgerusen worden durch die inneren Zustände, die Ernahrungsftage, Vaterlandspartei und die unklare Haltung der Regierung in der Friedensfrage. Ich glaube, der sozialdenrokratifchs Abgeordnete hat dabei zweierlei vergessen: die Einwirkung ausländischer Agenten und für den Streik in Mannheim das Kommando von Berlin. Was nun aber die unklare Haltung der Regierung betrifft, so mutz ich Sie erinnern, daß, als der Streik begann, die Friedensverhandlungen in Brest-Litowsk im Gange waren und dabei die russischen Unterhändler, um ein gut badisches Wort zu gebrauchen „mit uns erbärmlich Schindluder getrieben haben" (Heiterkeit und Beifall). Daß man bei den Verhandlungen den russischen Unterhändlern nicht so entgegengetreten ist, wie einem Freunde, ist doch zu verstehen. In der Friedensfrage ist das Ziel der Reichsleitung, die russischen Freindvölker zu befreien und ihnen das Selbftbestimmungsrecht zu verleihen,' dabei müssen wir uns aber leiten lassen von den deutschen Interessen; die Selbständigkeit der russischen Freindvölker muß ihre Grenzen finden an unseren Interessen!" Aus dcm Reichstag. ??railfissfi des Ifrbihfitn faMnttte. 23. Febr. Das Hollands che Rieuws-Büro übermittelt aus Korfu folgende Meldung: „In der serbischen Skupschtina erhielt der Kadidat der radikalen Regierungspartei Gicka Bral- schtnats 54 Stimmen, der Kandidat der vereinigten Opposition 60 Stimmen. Infolge dieser geringen Mehrheit und jener peinlichen Kundgebung, dis noch nicht einmal die Erreichung des Quorums möglich machte, reichte der Ministerpräsident die Demission des gesamten Kabinetts ein." Eine bemerkenswerte Rede des badilchen Stoatsministers. Karlsruhe, 27. Febr. In der heutigen Sitzung der Zweiten Kammer des Landtages äußerte sich bei der Aussprache über den Voranschlag des Ministeriums des Innern Stoatsministcr Frei» Herr von Bodman in bemerkenwerter Weise über wirtschafts- politische Fragen. Der Landwirtschaft zollte er besondere Anerkennung und erklärte: „Ohne sie hätten wir den Krieg nicht führen können.' wir müssen darum alles tun. um die Landwirtschaft nach dem Kriege wieder aufzubaucn, und sie so stützen, daß sie ihre Arbeit weiter leisten kann. Der Schutz der Landwirtschaft wird von den verbündeten Regierungen im Auge behalten werden. Es ist im Haufe erörtert worden, ob bet einem Zollbündnis mit Oesterreich-Ungarn die süddeutsche Landwirtschaft nicht zu Schoden käme In dieser Beziehung haben wir uns der bayerischen Negierung angeschlossen und sind dafür eingetreten. daß unter keinen Umständen eine Preisgabe der süddeutschen Landwirtschaft eintreten dürfe. Wir haben von Berlin die Antwort erhalten, daß verblirdliche Abmachungen noch nicht erfolgt sind; daß das Relchswirtschajtsamt grundsätzlich auch auf unserem Standpunkte stände. Bei einem Mitteleuropa müsse einem verminderten Zollschutze gegenüber den Nachbarn ein erhöhter Zollschutz nach außen gegenüberstehen. Wie sich das gestalten wird, wird von dem Verhalten unserer Feinde abhängen. Der ^taatsmlnister würdigte auch die Tätigkeit des gewerblichen Mittelstandes, der Industrie und der Arbeiterschaft im Kriege und kam schließlich auf den Streik zu sprechen. Hier führte er aus. „Der Streik hat im Auslande sehr ungünstig gewirkt. indem er die Hoffnung aus unseren Zusammenbruch wie. 0«r ausleben ließ. Die Antwort auf den Streik sind die Versailler Beschlüsse gewesen, die die Fortsetzung des Krieges bis -um Aeugersten forderten. Das Ausland hat den Streik vorher Abg. Dr R o e s i ck e führte in der vorgestrigen Sitzung weiter aus: Wir köimen uns auch heute nicht zur Fricdensrsso- lution bekennen. Man spricht auch davon, daß keine Annexionen erfolgen sollen. Gilt das nur für Deutschland? Ungarn und Bulgarien wollen doch annektieren! (Sehr gut!) Wir werden von dem Geiste der Vaterlandsliebe getragen. (Zuruf bei den Fortschrittlern: Ihre Presse vergiftet sie!) Die Mehrheit will die Mitarbeit der Arbeiterschaft gewinnen durch Konzessionen und Anerkennung der Sozialdemokratie als Vertreter der Arbeiterklassen. Diese Politik schädigt unsere Interessen. Sie vergessen, das; eine radikale Partei nickt aushört, zu fordern. (Zuruf: Wie der Bund der Landwirte!) Herr von Oldenburg hat trotz seines hohen Alters dem Vaterlande im Felde und im Schützengraben gedient. Da mag ihm auch das Wort verstauet werden. Wir kennen ihn alle als temperamentvollen Mann. Temperament finden wir im Hanse allenthalben. So hat der Abg. Scheide- mami mit der Revolution gedroht. (Zuruf Scheidemanns: Unsinn!) Für Sie gilt „Willst Du nicht mein Bruder sein, so schlag Ich Dir den Schädel ein." (Zuruf Scheidemanns: Stellen Sie sich doch nicht beschränkter als Sie sind! Zuruf rechts: Das ist Mehrheitston und -Temperament!) Auch der Vizekanzler hat sich recht temperamentvoll gezeigt. Er fühlt sich als Vertreter einer bestimmten Richtung und hat nicht einzugehen. Das ist das. was wir ihm vorwerfen. Aus den letzten Ausführungen des Reichskanzler entnehmen wir, daß er von der Rede des Herrn von Payer vorher keine Kenntnis gehabt hat. Wir sind zur politischen Mitarbeit stets gern bereit, wenn der Reichskanzler nicht eine Politik verfolgt, die uns um de- Sozialdemokraten willen ausfchließt. Die Mitarbeit der Sozialdemokratie lehnen wir auch nicht ab. Aber wir lehnen die Herrschaft der Sozialdemokratie ab. (Sehr richtig! rechts.) Die Arbeitcrmasfen kann man auch ohne Sozialdsmokratie heranziehen, man braucht nicht unsere politischen Interessen dabei vreiszugehen. Dem Vaterlande gegenüber ändern wir unsere Haltung nicht. Dessen schwierige Lage ist uns durchaus bekannt. Wir bieten die Hand dazu, kne Einigkeit des Volkes Zu fördern. Die Nachforschungen auf dem Lande nach Lebensmitteln erinnern lebhaft an ein Echreckens- regiment. Die Erntefchatzungen der Rsichsgetreidestelle find vollkommen willkürlich und ohne tatsächliche Unterlagen aufgestellt worden. Die Stre-klust ist in die Arbeiterschaft hinein- getragen worden und nickt von innen heraus gewachsen. Die Freiheit der Rede haben Sie (zu den Sozialdemokraten gewendet) besonders bewiesen, als die Versammlungen der Vaterlandspariei von vornherein totgeschrien wurden. Arbeitswillige und anders organisierte Arbeiter find durch Streikende und Streikposten von den Fabriken ferngehalten worden. Das nennen Sie Freiheit- (Sehr gut.) An dem nationalen Bewußtsein der Engländer sollen wir uns ein Muster nehmen. Wir hoffen, daß der Kanzler sich hinter die oberste Heeresleitung stellt, die um einen gesicherten Frieden bringt. (Beifalls rechts.) Der Abg. v. Schultze-Gävernitz hielt dann eine frei sinnige Feld-, Wald- und Wiesenrede mrd brachte es fertig, der Fürsten Bismarck, den Todfeind der Demokraten, für seine Zweck, zu reklamieren. Nachdem es Erzberger noch fertig gebracht den U-Bootkrieg herabzusetzen und Tirpitz zu bespeien, endet, die Sitzung. Wer uns regiert! Man schreibt uns: Herr von Payer hat den Blättern zufolge den Vorsitz im Aufsichlsrat der „Frankfurter Zeitung" schon seinerzeit nieder' gelegt, als er zum demokratischen Aussichtsrat in der deutschen Reichsregierung aufrückte. Man wird die Korrektheit dieser Maßnahme anerkennen und es doch befremdlich finden müssen, daß er davon erst jetzt Kenntnis gab. als ihm die nationale Presse die äußere Unvereinbarkeit der beiden Aufsichtsratsstellen vorhielt. Nur die äußere! Innerlich wird sich der neue Vizekanzler mit Sem Frankfurter Blatt nach wie vor solidarisch fühlen und es bleibt als ein „Zeichen der Zeit" die Tatsache bestehen. daß die „Frankfurter Zeitung", als unverdrossene Vorkämpferin englischer und anderer, feindlicher Interessen und als mutwillige Schädigerin der eigenen nationalen Machtmehrung, es vermocht hat, gewissermaßen in die deutsche Zentralregierung ihren Einzug zu halten. Daß sie sich gleichzeitig aber auch schon auf dem derzeit wichtigsten Außenposten der Reichsverwaltung, in Brüssel, eine ausschlaggebende, mitentscheidende Nolle angeeignet hat, wird manchem doch befremdlich klingen. Wie Graf Reventlow in der „Deutschen Tageszeitung" mitteilt, wird der amtliche Pressedienst der politischen Abteilung des Generalgouvernements in Belgien von Herrn Simon, Mitbesitzer der „Frankfurter Zeitung" (Anmerkung der Schriftleitung: Soviel wir wissen, ist Simon amerikanischer Staatsbürger), geleitet. xjb diese erstaunliche Stellenbefetzung bereits als Wirkung der neuen vizekanzlerischen Fürsorge anzusprechen ist, entzieht sich unserer Feststellung. Jedenfalls wird es Erg fein, die Augen aufzuhalten. Man ist im Lande, wo man den Segnungen des demokratischen und parlamentarischen „Regimes" ohnehin mit gemischten Gefühlen entgegensieht, bereits auf alles mögliche gefaßt. Die Herren Sonnemann und Simon oder ihre „Emift färe" als unfern neuen Reichsregenten begrüßen zu müssen, ot:, ; "vH etwas über unsere Erwartungen hinaus. Vielleicht aber kommts noch ganz anders! ZW lgM lWlMMen fjttfeiM. 7. November 1917 frühmorgens um 7 Uhr trat meine Klasse, die Unterpima des Gymnasiums in Gießen, ihre Tätigkeit im Dienst des hiesigen landwirLsckaftlichm Instituts an und wurde bis zun, 17. November von den verschiedenen Arbeiten dort in Anspruch genommen. Im Gegensatz zu den übrigen Klassen, die in den vorhergehenden Monaten auf Landarbeit gewesen waren, hatten wir mit dem Wetter U glück. Zuerst hoffte man, der schneidende Reg-ensturm werde am nächsten Tage aufhören, und beschäftigten uns derweilen mit Karto'felaus- leftn, Aepfelschälen und anderen kleineren Arbeiten. Als gber am dritten Tage das Wetter anstatt besser zu w.cden, nur noch schlimmer wurde, da half alles nichts. Wollte man die Kohlrüben auf den Meckern nicht verderben lassen, ;o muß:'? man sie unverzüglich, ehe Schnee und Eis kamen, aus machen und -n Sicherheit bringen. Ich hoffe, daß der, der diese Zeilen 'riest, weiß, wie das Wetter im November sein kann.' Frühmorgens war alles bereift und die Krautstengel eiskalt, und mittags bildete der nun aufgetaute Acker einen wahren Morast. Diesiger Regen und schneidender Ostwind machten die Situation auch nicht angenehmer. Trotzdem haben wir nicht übe: das Norrnal- maß hinaus geschimpft. Ja, so merkwürdig es auch klingen mag, wenn es am tollsten herglng, dann war unsere Stimmung an, vergnügtesten. Das Habs ich überhaupt schon manchmal gemerkt. Je größer die Schwierigkeit, mit desto größerer Freudigkeit machen wir Jungen uns an ihr- Aeösrwindung. Auf jeden Fall Achtung vor dem Bauern, der solche Arbeit das ganze Jahr hindurch leisten muß! Unser Verhältnis zu den Arbeitern, die mit uns beim Rübsnausmachen beschäftigt waren, war gut' auch zu den für das Institut arbeitenden Kriegsgefangenen, bei denen wir unsere französischen Sprachkenntnisse erweiterten. Dabei arbeiteten wir auch tüchtig, so daß Inspektor und Aufseher wohl zufrieden sein konnten. Als wir dann, wie oben schon gesagt, nach 10 Tagen wieder zur Schule zrrrückkchrten. da war zwar keiner von uns darüber unzufrieden, denn es wurde immer kälter. Aber keiner von uns. wie ich glaube, möchte wohl auch die Erinnerung an unsere Landarbeit missen. Wenn es daher wieder etwas für uns zu tun gibt, find wir wieder zur Stelle. F. H., Unterprftna ner des Gießener Gymnasiums. Cesch östliches. Soll der Landwirt sein Soinmersaatgut beizen? Diese Frage ist mit einem kräftigen Ja zu beantworten, denn auch am Sommersaatgut haften schädliche Pilzkeime, deren Entwicklung unsere Ernte wesentlich schmälern muß. Deshalb ist es für dis Landwirtschaft sowohl wie für den übrigen Teil der deutschen Bevölkerung von großer Bedeutung, daß den Samenverderöern (Steinbrand des Weizens ustv.) energisch zu Leibe gerückt wird. Zur Erreichung dieses Zu»eckes ist ganz besonders das in den letzten Jahren von der Wissenschaft wie von der Praxis gerühmte Beizmitte! geeignet, daß nicht nur die Krankheitserreger sicher vernichtet, sondern auch einen höchst günstigen Einfluß auf die Erträge ausübt. Das in den üblichen Verkaufsstellen erhältliche „Uspulun" sollte daher allgemein zur Beizung von Sommerweizen. Hafer, Gerste, Rübenknäule, Bohnen und Erbsen gebraucht werden. — Eine Schädigung der Keimfähigkeit durch „Uspulun" findet nicht statt, sondern dieselbe wird im Gegenteil in vielen Fällen verbessert. Kirchliche Nachrichten. Sonntag Oeuli. 3. März 1918. Gottesdienst in der V u r g k i r ch e. Vormittags 8 Uhr: MilitärgottesLi-aft. Herr Pfarrer Ritter Vormittags 934 Uhr: Herr Felddivisionspfarr er Keller. Vormittags 11 Uhr: Kindergottesdienst. Herr Pfarre- Ritter. Nachmittags 2 Uhr: Taubstummengottesdienst. Herr Pfarrer D i e h l. Nachmittags 5'A Uhr: Herr Pfarrer Ritter. Kollekte für die Evangelischen im Ausland. Gotte-dienst im Stadtteil Fanerbach. Sonntag Oculi, 3. März 1918. 10 Uhr: Gottesdienst. K Uhr Iugendgottesdienst. ö Uhr: Kriegsandacht. * * * * Katholische (Gemeinde. 3. Fasten-Sonntag. 3. März 1918. (Beginn der österlichen Zeit.) D-.'ick'tgelegenheit am Samstag von 4 Uhr an und Sonntag früh von 6 Uhr. Z47 Uhr' Frühmesse. 8 Uhr: Mililärgottesdienst (Singmesse mit Predigt)'. Gemeinsame hl. Kommunion der Jünglinge. Nachmittags 2H Uhr: Christenlehre und Rosenkranz-Bruder» schafts-.Au dacht mit Segen und Umgang. Danach Versammlung des 9. Ordens. Um 4 Uhr: Versammlung des Iüngttngsvereins. Abends 8 Uhr: Kriegsandacht. Während der Woche um H7 und 7 Uhr hl. Messe. Freilag abends 8 Uhr: Fasten-Andacht. Nach dem Hochamt Ausgabe von Büchern aus der B mäus-Bücherei, Aus dem Kunkdatal. Das Flüßchen Lumda entspringt bei dem Dorfe Atzenhain nicht weit von Grünberg. Es fließt durch die sogen. Rabenau, an dem Stal .hen Mendorf vorbei und ergießt sich bei Lollar in die Lahn. Das etwa 5 bis 6 Stunden lange Lumdatal ist reich an Bodenschätzen aller Art. Auf der Eisenscharre bei Allendorf grub man vor Jahren Eisenerz, das nach dem Hammer in Lollar gefahren und dort verhüttet wurde. In der Gegend der aus- gegangenen Dörfer Nieder- und Oberfeilbach, Eckelshausen auf der Wasserscheide zwischen dem Lumda- und Busecker-Tal gewann Mü". früher Braunkohle. Die Londorfer Lungsteine find weithin bekannt. Die schöne Londorfer Kirche ist ganz aus diesem Blasenöafalt gebaut. Eisenstein gew'.nut man heute noch bei Lumda und Atzenhain. Durch best Krieg haben die Bau;ttstein§ im oberen Tal und die Quarzitstrine bei Daubringen. Treis und Mainzlar eins große Bedeutung gewonnen. Aus dem Bauxit, der bis zu 60 Prozent Tonerde enthält, wird Aluminium hcrgcftcllt. Die Quarzrcsteine oermahlt, formt und brennt man zu feuerfesten Backsteinen, fsg. Silikasteinen, die jetzt lediglich Heercszweckcn dienen. In Mainzlar hat die Firma Scheidthauer u Gießi ng eine Anzahl großer Ringöfen zur Herstellung dieser Steine gebaut, die vor dem Krieg in Holzttsten verpackt bis nach Japan verschick! wurden. Sie halten eine Temperatur bis zu 2000 Grad Celsius aus. Von der Lwndaguekle bis zur Mündung mahlet m.anche Mühle Mit nicht weniger als 13 derselben waren Oelmühlen verbunden. Nur noch 6 solcher Schlagmühlen sind übrig geblieben. Der alte 75jährige Patter Philipp in Treis hat In seiner Jugend ti. a. auch Tabaksamen geschlagen, dessen Oel an Apotheken verkauft wurde, sowie die Samenkörner von Goldlack und der Nachtviole, die ein gutes Speiseöl ergaben. Der Leinbarr stand im Tal in höchster Blüte. Ihm will man sich jetzt wieder zumenden, und zwar den Frühlein ziehen, der im April auf einem sauberen Acker gesät, nicht gejätet zu werden braucht, zeitig reift und dann aögemäht und gedroschen wird. Das Rupfen, Reffen, Klengen und Rösten (in Flachskauten) fällt weg. Der Flachs wird einfach strohdürr verkauft. Der Lein- sanken aber gehört in jeden Bauernhof. In kleinen Mengen dem Futter beigegeben. hält er den Viehstand gesund, ist er geradezu eine Arznei. Das Leinöl ferner dient als gutes nahrhaftes Speisefett. Der Leinsamen braucht auch niät aögel'efert zu werden, er wird bis zu einigen Zentnern den Bauern belassen. Auch zum Mohnfamenanbari, der früher im Tale heimisch war, will man wieder zurückkehren. Der Mohnbau eignet sich so recht für den kleinen Haushalt. Die .^Olekopp" werden abge- fchnitren, der Samen traddelt leicht heraus und gibt das beste Speiseöl, das allen fremdländischen Oelen Stich hält. In Geilshausen sammelte man noch bis in die letzten Jahre hinein Bucheckern, die man trocknete und auf Oel schlagen ließ. Die Hirse und der Kummer find im Tal verschwunden. Für den Hirsenanbau besteht keine Neigung mehr, wohl aber kür den Kummer, eine gerstenartige Pflanze, deren glasiges Schäleksrn denr Reis ähnelt und vorzügliche Supper und Drei gibt. Das Städtchen Allendorf war früher eine Festung. Das Bild der Festungsstadt aus dem 16. Jahrhundert ist noch erhalten Etliche alte Leute können sich noch der Stadtmauern mit ihren vielen schönen Türmchen erinnern. Im 80jährigen Krieg flüchteten sich die Bewohner der Nachbarorte Häuserling, M9l- lenbach und Totenhausen sletzteres nicht weit vom Totenberg bei Treis gelegen) in die Festung „Anoff" d. h. Allendorf. Die Dörfer wurden zerstört und nicht wieder aufgebaut. Manchen Sturm hat die Festung milgemacht. Westerfeld und Weinberg sollen die Generale der feindlichen Truppen geheißen haben, die einmal von 2 Seiten die Stadt bestürmten. Von ihnen hätten die Gemarkungen Westerfeld und Weinberg ihren Namen. In Al- lendorf und Treis wurden auch die sogen. Glockenkapyen, Zttssel- mützen gewebt, die hier und da noch heute im benachbarten Ebs- dorfer Grund getragen werden. Sie waren eine Elle lang, mit bunten Vögeln, Sternen, Inschriften und Jahreszahlen durchwebt und endeten in einer schönen Quaste. In Geilshausen lebte vor etwa zwei Menschenalter ein Künstler, der u. a. einen schönen drehbaren und immer brauch, baren Kalender aus Papier schnitzte und in den Handel brachte. Der Künstler wagte sich zuletzt auch an die Nachahmung von Papiergeld. Es wurde ihm aber der Prozeß gemacht und er mußte feine Kunst mit Gefängnis büßen. Die Trachten der eigentlichen Rabenau, die durch die Orte Geilshausen und Londorf begrenzt wird, hat der 1317 in Londorf geborene Maler Engel in vielen Bildern festgehalten. Es ist schade, daß man sie gerade aus der Rabenau, wo sie jedes Zimmer zieren sollten, so wenig zu sehen bekommt. In der Ben- nerschen Wirtschaft zu Treis hän-.tt eines derselben an der Wand. „Alte Liebe rostet nicht" steht darunter. Es zeigt uns eine Lon- dorser Bauernstube mit dem großen Kachelofen und einem kupfernen Kessel darauf. Frau Rabenau sitzt auf dem einen geschnitzten Holzstuhl am Tisch. Das volle weiße Haar der Greisin quillt unter dem kleidsamen Häubchen hervor Sie ist mit Strümpfestopfen beschäftigt. Aus dem anderen Stuhl sitzt der kleine Nachbar Löchel, wegen seiner langen Haare „das Hoorig" genannt. Er trinkt schalkhaft lächelnd der Alien zu und spricht,, Wahrhaftig, Ihr seid noch immer e schie Marche und die Gritt antwortet: „Ja, wenn ich nur mei Zieh l Zähne) noch hätt'". Eine Verbreitung der Bilder auf Ansichtspostkarten würde sich wahrlich lohnen. Gewähren sie doch zugleich einen Einblick in das ganze damalige Volksleben auf der Rabenau, das uns auch der berühmte Lindheimer Pfarrer Oessr, dessen Schriften unter dem Namen O. Elaubrecht erschienen sind, in seinen Erzählungen „Der Zigeuner" und „Anna, die Blutegelhändlcrrn" in der anschaulichsten Weise geschildert hat. Das Lumdata! ist ein rauhes Tal. Viel Arbeit und Schweiß haben seine fleißigen Bewohner auswenden müssen, um das Erbe ihrer Väier zu behaupten. Das Kleinbauerntum verleiht auch heute noch trotz der zunehmenden Industrie der Gegend das Gepräge. Die schönen Lieder, die in den Spinnstuben der Rabenau gesungen wurden, hat der ehemalige Reichstagsabgeordnete Dr. Otto Böckel, der heute noch, soweit die Lumda springt, in gutem Anaedenken steht, gesammelt und veröffentlicht. Znm Schluffe noch -wer hmnorvoÄe «efchichichen, die man fich auf der Rabenau erzählt. Einem Pfarrer war aus feinem Garten Obst gestohlen worden. Er hatte einen Mann namens Jammer im Verdacht, schloß die Miffelat am nächsten Sonntag in seine Predigt ein und rief zum Schluffe aus: „Wehe dem Täter, ein Jammer ists, ein Jammer um das schöne Obst." Der alte Schuster Möbus war ein Schnapser gewesen. Er hatte einmal in einem Nachbardorf des Guten soviel getan, daß man ihn kurzerhand in den Kuhstall legte. Als nach einigen Stunden der Wirt den Stall öffnete und Möbus zurtef, erhob sich dieser ein wenig, griff der neben ihm liegenden Kuh an den Kops und rief entsetzt: „Kathrisbat (so hieß seine Frau), Kathrisbat, feit wann hast Du denn Hörner". Kathrisbat ist eine Zusammen- faffung der Namen Kathrine Elisabeth, wie das in Münzenberg gebräuchliche Mort „Annegitt" der Namen Anna Margarethe. Mein Heimatland! Wie schon auch immer die weite Welt, Und wie leuchtend die Sterne am Himmelszelt, Wie reizend der Städte werter Krarrz Und die fernen Berge im Abendglanz, Alt-Livland, am schimmernden Ostfeeftrand, Bist schöner dennoch „Mein Heimatland". Wo aus felsiger Glürte die Föhren stehen. Die Winde durch rauschende Matter gehen. Wo den jungen Morgen die Lerche begrüßt, Und der Wachtel Schlagen den Tag beschließt, Mo die Woge brandet im Dünensand, Da liegst du, mein teures Heimatland. Nicht schmückt dich der Alpen erhabene Pracht,, Nicht starrst du tn Waffen der Kriegesmacht, ' Dich ziert deiner Wiesen duftiges Grün, Der Fellrcr Segen, der Blumen Vlühn. Eine zarte Jungfrau im Hochzeitsgewand, ~ v - T Das bist du, mein trautes Heimatland. Und hat auch der Geier die Taube erhascht. Der grimmige Bär am Honig genascht, ' 7 ^ Ist zerschlagen dein Leib, dein Antlitz bespeit, Deine Krone zerbrochen, dein Alter entweiht, Getrost — um ein Kleines nur abgewandt Hat Gott sich — mein armes Vaterland. Er segnet dich einst in neuer Huld, Jetzt ruft er in deine Leiden: „Geduld". Er ruft dick» zur Buße im ernsten Gericht, Dann spricht er wieder: „Es werde Licht"! Und schirmend hält er die Cegenshand Ueber dich, mein geprüftes Heimatland. Doch willst du bei toberrder Wetter Graus Verzagen in Klagen: „Es ist gar aus!" Nein sag ich — trotz aller Feinde Wut Noch halten Alt-Livlands Söhne die Hut", Die Teuren reichen sich fester die Hand Zum Bruderbund fiir das Vaterland. Noch hüten des Hauses heimischen Herd Alt-Livlands Frauen, so treu bewährt. Tragt ihr die letzte Mutter hinaus Zur Statte der Ruhe — dann sagt: „Es ist aus". Noch glühen viel Herzen von Lieb entbrannt s Zu dir; drum getrost nur mein Heimatland? - - Geschrieben am 26. 6. 1903. Pastor W aus Dor p aß. „Ein ländlicher Patriot." Aus dem „Ostfriefischen Kurier" entnimmt die Frankfurter ^Dolksstimme" folgende Anzeige: „Um nicht gute Kühe und Rinder an die Heeresverwaltung liefern zu muffen, suche solche gegen schlechtere zu vertauschen Alle sind Stammtiere oder mit Kälbermarke ver- sehen. H. Edzards, Eeorgshof, P. Dornum." Zu dlefer Anzeige bemerkt das rote Blatt in offensichtlich hetzerischer Absicht folgendes: „Ja, die biederen patriotischen Landleute! Wie vorteilhaft unterscheiden sie sich von den bösen sozialdemokratischen Industriearbeitern!" Das ganze Machwerk war demgetnäß mit der Spitzmarke „Ein ländlicher Patriot" gekrönt. Wir bemerken dazu, daß die Fassung der Anzeige nicht glücklich gewühlt war, aber der sozialdemokratische Agitator scheint gar nicht zu wissen oder er glaubte wenigstens sicher zu sein, sozialdemokratische Industriearbeiter würden es nicht wissen, daß eine gute Stammzuchtkuh noch lange kein gutes Schlachttier zu sein braucht. Die Heeresverwaltung aber braucht die angefor- derten Kühe nur zu Schlachtzwecken und sie kann also selber vielleicht noch weit besser fahren, wenn sie statt einer Stammvieh- Milckkuh eine andere zur Schlachtung gestellt bekommt, die einer nur auf Fleischertrag berechneter Zucht entstammt. Bei diesen Tieren wird eben auch der Teil des verabreichten Futters, der bei der Milchviehraffe nur die Milcherzeugung fördert, zur Fleischbildung ausgenutzt. Auf die Fleischmenge aber kommt es bei den zu Schlachtzwecken abgelieferten Kühen an, nicht auf die Milchmenge, d'.c sie bisher geliefert haben und weiter hätten liefern können. Eine gute Milchkuh ist gewöhnlich nicht gut im Fleisch, sie tostet aber heute 1800—2000 Mark, wahrend für eine abgemolkene, gemästete — so weit man heute noch von gemästet reden kann! — Knh im Durchschnitt 90V—1000 Mark erlöst werden. Es ist im allgemeinen Interesse tm höchsten Grade bedauerlich, daß überhaupt auch gutes Stammzucht-Milchvieh vorzeitig zur Schlachtbank geliefert werden muß, denn dadurch wird die Milch- und Fett not für jetzt und d.e Zutturft naLurge:oog viel mehr verstärkt, als wenn die gleiche Kopfzahl anderer uxit weniger milch- als fleischergiebigsr Kühe geschlachtet wird. Wenn also ein Landwirt bemüht ist, Stamm-Milchvieh dadurch vor dem Cchlachtmesser zu bewahren, daß er dieses gute Milch- und Zuchtvieh mit anderen Berufsgei offen gegen schlecht : Milch-, aber gute Fleischtiere vertauscht, dann handelt er damit durchaus auch im Interesse unserer gesamten Dolksernährung und kann also sehr wohl als ..ländlicher Patriot" anqesvrochen werden. Nur landwirtschaftlich Unverständige können ihm ohne weiteres in hetzerischer Absicht eine Schädigung dcr Schlachtyich- empfänger, hier der Heeresverwaltung, zrtzchiebcn und ihn in Parallele stellen mit sozialdemokratischen Fabrikarbeitern. die in Verfolg eigensüchtiger Ziele der Heeresverwaltung und unseren tapferen Feldgrauen die Herstellung der de'i-'cnd len Waffen verweigern und durch Hebung des feindlichen An. griffsmutcs zur Verlängerung des blutigen Ringens und L.son- ders zur Vermehrung unserer Verluste beitragen. den AßkiMckr V. Vl'^cr. Die „Deutsche Tageszeitung" schließt ihr Artei! über Rede des Aussschtsraismttglieds -er „Frankfurter Zeitung" und Vizekanzlers Payer mit den Worten: Schon die ermacktzte Logik wie die selbstverständlichste Loyalität hätte tzerrz von ve verbieten müssen, landesvexraierlsche Taten in e'.ns solche Zusammen- und Gegenüberstellung mit Worten zu bringen, übe: die er sonst denken kann, wie er will, denen er aber, wenn er eh.- lich sein will, nicht den Ursprung aus vaterländischer Snse ab- streiten darf; überdies Worten einer einzelnen Porch -'icht., t Mit seiner ungeheuerlichen Gegenüberstellung hat er nicht gesprochen wie ein Minister, sondern wie ein einseitigster Parlei- politiker. Die Konservativen haben cs tm vatcrländstcken Interesse begrüßt, daß mit dem Abgänge des Herrn von Berh.nnm: wenigstens ihre illoyale Vekämpfunz durch die Regierung anf- hörre, die unser inneres Leben vergiftete. Herr v. Payer hat gestern die Entgiftung unseres politischen Lebens wieder rückgängig zu machen gesucht und die Ko ck-rrpativen ln verletzendster Weise mir Vorbedacht brüskiert. In welcher Zlbsicht er das getan hat. sei heute uick.t untersucht: wohl aber muß die Frage aufgeworfen werden, sö der Kanzler mit dieser Kampftsart des Vizekanzlers cimrerstanden ist Die „Deutsche Zeitung" urteilt: Der Verlaus der gestrigen Sitzung des Deutschen Reichstages, in der der Kanzler Graf Hertlrag und der sogen. Vizekanzler von Payer das Wort nahmen, wurde zu einem großen deutschen Skandal. Herr non Payer hat in einer Art gesprochen und Vorgänge herausgefocdert. die selbst in diesem Hause des gleichen Wahlrechts ungewöhnlich sind. Aber es ist ja richtig: nicht nur die Mitglieder des Hauses verdanken ihr Dasein dem gleichen Wahlrecht, sondern »euerdings find auch die R-gle» rungsnntalieder vom gleichen Wahlrecht und dem Wahnsinn der Straße abhängig. Man erwartet im Deutschen Reiche des Weltkrieges nicht allzuviel an hohcrr nationalen Gedanken von einer Ministerrcdr. Aber daß es dazu kommen könnte, daß der Vizekanzler unter den Augen des Reichskanzlers mit einer wohl vorbereiteten und vom Blatt abgelesenen Rede den Zündstoff des inneren Haders und inneren Krieges zwischen dis bürgerlichen Parteien $«» schleudern versuchte daß er es vernröchte. alle Errungenschaften unseres glanzenden Heeres durch den kmchlvorbereiteten Versu« zur Entfachung rücksichtslosesten innerpotttischen Kampfes zunichte zu machen, in einer Zeit, da die Ernte der reifenden Siegesfrüchte beginnen konnte, dos hätte man doch wohl für unmöglich gehalten. Herr von Payer ließ dagegen jede Diplomatie vernttssen. Er stand dort oben am Rednerpult des Hauses nicht als Vizekanzler des Deutschen Reiches, sondern als verbissener Parteimann, der in einer Annäherung der rechten Seite des Hauses an die Mitte, oder umgekehrt, eine Gefahr für seine ganz befondern Parteiinlercssen erblickte, er stand dort oben am Rednerpult des Hauses als Auffichtsrat der „Frankfurter Zeitung". Ihm schien es bewußte Abflcdt. zu verletzen, herauszufordern. die Mitglieder der Reckten des Reichstages, die. man mag zu ihren innerpolilischen Anschauungen stehen wie man will, von hoheni vaterländischen Pslicktgefühl erfüllt find, und denen die deutsche Sache stets oberste Sorge ist, es schien ihm bewußte Absicht, die innerpolitisch auf der rechten Seite fitzenden, aber ausgesprochen deutsch gesinnten Mitglieder des Hauses unversöhnlich zu kränken, indem er sie auf eine Stnfc mit oen Landesverrätern stellte, von denen einer. Mitglied des Hauses, rechtskräftig verurteilt ist. Ein solcher Mann müßte als Minister im siegreichen Deutschen Reiche unmöglich sein. Die Rechte des Hauses und starke Teile der Galeriebefucher zischten ihn aus und schleuderten ihm ein empörtes „Pfui" entgegen, das noch selten im Deutschen Reichstage in solcher gerechten Srärke ein Minister vernommen hat. Man greift sich an den Kopf um die Absicht des Vizekanzlers zn erfassen, man hält es für sinnlos, onzunehmen. der Reichskanzler Graf Hertling habe die wohlvorbereitete und wohlbedachte Rede seines Dizekanzleks vorher gekannt, aber es scheint einem auch unglaublich, daß er ihn ins Blaue reden ließ, ohne sich vorher zu vergewissern, daß seine Rede auch nichts von dem Charakter eines rücksichtslosen Demagogen und eines, wenn auch gewesenen,' Aufsichtsrates der „Frankfurter Zeitung" erkennen ließ. Wenn man deutsch fühlt, erlaßt einen die Scham, an dem Tage, an dem die Einnahme der alten deutschen Kulturstätte Dorpat durch Reichstruppen verkündet wurde. Zeuge solchen würdelosen Vorganges im Deutschen Reichstage gewesen zu sein. Wenn der Reichskanzler Graf Hertling Verständnis dafür hat, was die Würd.e des deutschen Volkes und die Ehre der große« deutschen Sache verlangen, dann werden wir beim Beginn der heutigen Reichstagsfltzung eine« Vizekanzler von Payer nicht mehr haben. Verantwortlich für den politischen und lokalen Teil: Otto Hirsche!. Fricdberg; für den Anzeigenteil: St. Kenner^ griedberg. Druck und Verlag der ..Neuen Tageszeitung^ A. G., Friedberg L. H. (mit WvfchiMltche). Aumeldu- ^ .u neiiei’ Schüler und Schülerinnen werden Montaq. drrr 4. März und Mittwoch, Len 6 . März, nachmittags vun 2—4 Ui } t im obcien Schuthaus entgegengenommen' Elter-i, denen diese ungelegen ist, vomiere jeden Dienstaa Mittwoch i-ndFreltag 'wischen und Vsl Uhr Kinder anmcldcn. E: Kfl Geb ii kt > " r IlOii I >>1 S>, 'Tf'iiv ftnc.tn? am! ... L__ Die Aktionäre unserer Bank werden hierdurch zu der am Sonnabend, den 23. März 1018, vormittags 11 Uhr in -"»/"cm-Se. Reue Mainz,rstratze 22 , dahter, stallflndenden dreiundskchügsten ordentlichen Generaloer,ammlung eingeladen. ' 01 ltzegenstände der Verhandlung sind: 1 »on.age des Berichts des Vorstands für das Jahr 1917 mit den Bemerkungen des Auistchtsrais: Beschluhfassung über die Genehmigung der Bilanz und Gewinn- und 2 . EntÄÜng"«^ VoMan^^" lel7 - >°wi- Über di- Verwendung des R-mg-wiuno. Entlastung des Aufsichtsrats. 4. Aufsichtsratswahlen. ^ m.it?liede 0 *** § ^ 1 Statut3 (Erhöhung der Höchstzahl der Aufsichtsrats- ^>ie Altionäre. welche an der Beschlußfassung in der Generalver'ammlung teilnehmen wollen I Weit ihre Aktien sMestens am Montags deL' IS.'^März 101 «; 7*1eiZTZ^Tn^x neten Stellen oder bei einem deutschen Notar zu hinterlegen: in Frankfurt a. M. bei der schule der FmtbUdungs- Jede weitere Auskunft wird jederzeit gern erteilt. Vilbel, den 22 . Februar 1:-18. Die Leitung der höheren Bürgerschule. Dr. Chambre. Nersteigerrmg tsudmirtschastUcher Maschine!« und Gerstte. Freitag, de»« L. Mürz 11MÖ von nachmiltaizs l ] / 2 Uhr an werden auf Antrag der Ernst Eriinewald Ul. Eheleute nachbenannte Gegenftünoe öffentlich, freiwillia Keistbretend gegen Barzahlung versteigert: 10 Schafe, 3 Sompleite Dekorrontiewageu, 1 (SetrsidLMühemafchine (Cormik), 1 Slicmafchirre Mit Kleesäeappaeat nud Druckrollerr (Tröster), 1 Hackmaschine (2 ej Srrik zu 11 RMeri) 1 He«wender, 1 t«e(rsidereittigrttzgsmaschi«,e, 1 dreiteilige siferae Glattwaize, Pststgs, Egge» rmd sonstige landwirtschaftliche Geräte. ». ^ Zusammenkunft in der Sofraite, Burgstrasje 14, in Lrrd'Nauhenn, Bad-Nauhekm, den h März 1918. Großherzogliches Ostsgericht. ' Knieriem verzeich- Mirrel- deutfchLN Creditbastzk, iu Berlin bei der Mitteldeutschen Credttbank oder beideHnk'deö M-n. Fürtb, Gießen. Hanau, Hanuovcr. Liloeshe-m, Königsberg t. Pr. und Mainz bei den Filialen der Mitteldeutschen m der Riedcr affnng der MitteldsuLschrn Gredithank und der Firma (?**4* U V ,a ^ C fV n >/ liän ^‘ r ? unö Wiesbaden bet den FiLiltten der Mitteldeutschen Crcdit- i dmi an anderen G latzen besinvltchen Wechselftttben uno RtederLaffnngrn der ^ble«z bei oer Firma Leopo d Seligmann, in Gäln bei den “ e r n i b ^ f 0 i;? Si> Seligmann, in Hamburg bet der Firma M. M. W.-r- xA d^pr'S bet der Stttgemeinen Denlfchen Gredit-Auftalt (Abteilung Beek r t ^ie Tbäringen vormals B. M. Stru>p Tlktiengefell chaft. ^^art ber der Firma Doertenbach & Sie. G. m. b. H.. in Tübingen und Hechinzen ^e«J. Sei diesen Stellen sind auch die Ein ttttskarten in mp fang zu nehnen. Im Uebrtzen wird auf dir tzI 28 bis 39 des Statuts Bezug genommen. Frankfurt a. M.. den 26. Februar 1918. Der AuMchtsrot der M-tteld-utschsir Creditbank. uiia) a r d v. Passavant-Gontard. JoiefBaer. 0ut6 Qualitäten in Habe noch Frühsaatkartosfel Kaiserkrone weiß u. creme und Royal-KiÄney sowie UkiWißizk Vttßchkkmz. Mottl»«!,, Stil 4. ASid Dienstag, den s. Mürz S:«ur, nachmittags von “i Nh«' Sl>, versteigere ich in der „Krone" zu BaS-Manheim für Rechnung de» es »ngeht gegen Barzahlung: Mehrere Betten, Lleiderfchrn-rLe. LSafchkon,- Arus.it, Nachtsckränkche»,, Sofas, Tische, 3« Stühle, Sessel, Bilder, Spscgek, Waschgarni- turen, ToiSeilcucimer, Teppiche, Boriage», Länscr usw. fowic «»ehrere Perssrralbetten. Die Eegenstände sind aus einer feinen Villa und «IIP tadellos erhalten. Bsrstessermlg befiimmt. BaK-Nsuhelm, den 1. März 1918. Sie ul, Crohh. Eerichtsvollzieher. r'GLVZ,« Auswahl sehr preiswert empfiehlt Ff. Weiler, FiMfierg i. H. 8 s>«kstti«!rei (Vle-Japhet) gegen Saatkarte abzugeben. O. 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Erhellung der ErhLgs infolge Verdsnsrung der Kein- M Iriohkrafl. Kein ößriioizen des Saatgutes. Bequeme Anwendung. — Hüi Gemüsesäme- rcien. iiandiiche Spcz alpackuac:. 0'>ik£iS6E2eSa InüSt»lie3cien'%'es*k^n'TMSlcl&eii« Farbenfabriken vorm. F. lodr. Bayer Le Co., Leverkusen bei Cötn, Abt iür Pflanzenschutz und Schädlingsbek itnpiung, Bf»M§$s!iBBe'8es'lasve für Grossherzogtum Hescn und Hessen-Nassau; IH. 2 H. IP E Ei H R S £ Ei is Bingan m Rhein, Mainzer Strasss 26. Grates Lioolsum-Waciis frisch elngciPöffen, Tajie ica- und UnoleumSiaii* Jean Kogler, Frjadöerg, Kaisers^. 27. «^nh-Hafer Gelb-Hafer Feld Erbsen gesucht. Die Sorten sind in das Hochzucht-Register der D. L. G. eingetragen, und geben höchste Erträge' geprüft durch y Jig“ ^ f. «.. Pj — r * * * <** -** — Saatzuchi-Anft-N W-ihenstephan. Üni'ver'fltÄ'Jena 'u^ Verlangen Sie von mir nähere Angaben, auch über di- von mir gezahlten Preije. Pflug-Kaltersbach, Kost Attwriler, Kestrk Teier. 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