Dummer 51 _ Freitag, den 1. März 1918 _ II. Jahrgang. Die „r eue Taorsreitrrny" erichemt ,eden WerUa?. Regelmäßige Beilagen „Der Kauer aus Hessen", „Die Sptnnssube". Se?ugspreis: Bei den Boitanstalten oiecielfährlid) Mt. 2.46 hin u rritt noch das Bestellgeld; l'ei den ^„enten monatlich 85 Psg. einschließlich Trägerlohn. Anreigen: Grund,eile 2b Psg., totale 20 ürq«, Anzeigen von auswarcs werden durch Bo lnachna me erhoben. Errüllnnasori Friedberg. Schriftleilung und Derlag vrecher 48. P, t, aeck- io ito Jl c. 4859, i nt Frantsurt a. M. ♦ ♦ Große Deute in Minsk: 2600 Malchincnnewehre, 56000 Gewehre. — 25 030 Tonnen von einem II-Koot versenkt. — Die Entente gegen Hrrtiings Vorschläge. »»" ' »■ Der deutsche Generalstak r _ = meldet: 1 M. T. K. Meotzes Lfairptquarliev, den L8. Februar. Amtlich. Heeresgruppe Kronprinz Rupprecht. Die Engländer setzten ihre Erkundungen an vielen Stellen b:r Front fort. Mit stärkeren Kräften stießen sie wahrend der Nacht am Houthoulsterwalde und nördlich von der Scarpe nach heftiger Feuerwirkung vor. Im Nahkampf und im Gegenstoß wurden sie zurückgeschlagen. Heeresgruppen Deutscher Kronprinz und Herzog Albrecht. Erfolgreiche Unternehmungen bei Avocurt und Les Epar- ges brachten uns 27 Gefangene ein. Oesi.licher Kriegsschanplatz. Die Operationen nehmen ihren Verlauf. In Esthland hat pch das vierte Esthen-Regtment zur Bekämpfung der das Land durchstreifenden Banden unserem Kommando unterstellt. In Minsk wurden 2060 Maschinengewehre und 56 000 Gewehre eingebracht. * Von den anderen Kriegsschauplätzen nichts Neues. Der Erste Generalguartiermeister: Ludendorff. Aliendbrricht. Berlin, 28. Febr., abends. (MTV. Amtlich.) Von den Kriegsschauplätzen nichts Neues. ^ —- - ■ " --- -— | Der österreichilche Generalstak T - -..- meldet: -- Wien, 28. Febr. (WTB. Nichtamtlich.) Amtlich wird verlautbart: An einzelnen Abschnitten der Piave-Front erhöhte Artille- rietätigkeit. Als Vergeltung für den italienischen Fliegerangriff auf die offene Stadt Innsbruck belegten eigene Flugzeuggeschwader in der Nacht zum 27. 2. Bahnhöfe und militärische Anlagen des Kriegshafens Venedig mit Bomben und erzielten hierbei zahlreiche deutlich beobachtete Treffer mit Vrandwirkung. Der Chef des Ccneralstabes. 25000 Tonnen oerlenkt. Berlin, 27. Febr. (WTB. Amtlich.) Eines unserer Unterseeboote, Kommandant Oberleutnant z. S. Lohs, versenkte in der Irischen See und im Aermelkanal neun Dampfer mit rund 25 000 Vruttoregistertönnen, darunter die bewaffneten tief, beladenen englischen Dampfer „Eleanor" (1980 Vrtg.), „Polo" (2915 Vrtg.), ,. nr ~ isIe Castle" (4525 Vrtg.), ferner die englischen Küstendampser „Limansfield", „Ardbeg" und „Ben Rein". Mit den versenkten Schiffen gingen für die Feinde wertvolle Ladungen an Kriegsmaterial und Eebrauchsgegenstän- den verloren, so mit dem Dampfer „Eleanor" eine Schiffsladung Minen, für den Mittelmeerkrieg bestimmt; die drei Küstendamp- fer waren mit Werg, Soda und Seife voll beladen. Besonders wertvolle, mit mehreren Geschützen bewaffnete Dampfer von 4000 und 7000 Tonnen wurden in der Einfahrt zur Irischen See aus stärkster feindlicher Sicherung herausgeschossen. Der Chef des Adnnralstabs der Marine. Dev Dormrnlch im Osten. Unser Vormarsch im Osten geht weiter. Unsere in Richtung Pskow vormarschierenden Truppen wurden überall von der Bevölkerung. Verschiedentlich kamen den Soldaten Abgesandte mit Fleisch und Brot entgegen. In Reschitza wurde der Führer unserer Truppen von der Bevölkerung auf den Händen durch die Stadt getragen. Ein russischer Kreuzer teilte fuukentele- graphisch ncit, daß Reval von den Deutschen genommen sei, und daß die esthnischen Sozialrevolutionäre im Verein mit der Weißen Garde gegen die Maximalisten arbeiten. Ein Ausschuß zur Rettung habe sich gebildet und Esthland als Staatsrepublik er. klärt. Aus Reval sind der Ritterfchaftshauptmann und über . 250 Balten nach Petersburg abtransportiert worden, um von dort weiter nach Sibirien verschleppt zu werden. Ebenso sind von dort und anderen Städten eine größere Zahl Balten abtransportiert worden. Auch die Ermordung von Balten durch zurückflutende maximalist'sche Banden konnte festgestellt werden. Die verhaftet gewesenen Frauen sind alle befreit. Was die russisch-polnischen Truppen anbetrifft, so gewinnt es den Anschein, daß sie in uns die Hersteller der Sicherung und Ordnung sehen und sich angriffsweise nicht am Krieg beteiligen, sich aber mit allen Mitteln der Volschewiki erwehren wollen. Der kommandierende General der polnischen Truppen in Rußland. Dubwor- Musnicki, machte in einem Funkspruch die Mitteilung, daß die nach Warschau entsandte Delegation im Bereich der zweiten russischen Armee verhaftet worden. Falls diese nicht bis zum 8. März unversehrt zurückkehre, würde er den rn seiner Hand als Geisel befindlichen Kommandeur vom Stab der zweiten Armee erschießen lasten. Dem Oberbefehlshaber unserer östlichen Streitkräfte teilte General Dubwor-Musnicki mit, daß er die Delega. tion für ermordet halte. Er bitte, Nachforschungen anzustellen. Zn der Ukraine leitet unter dem Befehl der Heeresgruppe Linifiugen General Grüner, der frühere Leiter des Kriegs- amts, die Bewegung unserer Truvpen, sowie die Wiederherstellung der Ordnung und des Verkehrs. Entlastene russische Soldaten berichten, daß die Eisenbahnstrecken und die Wege in der Ukraine im allgemeinen in gutem Zustand. Die bolschewistische Eegenregierung in der Ukraine soll am 20. Februar aus Charkow geflohen fein. Ueberläufer sagten aus. daß Verditschew durch Verrat tschechisch-slawischer Truppen den Volschewiki übergeben worden sei. Die Rasten haben bei dem Versuch, unseren Vormarsch bei Sbitomir aufzuhalten, schwere Verluste erlitten. Ein interessanter Kampf entspann sich bei Reschitzka zwischen einem russischen Panzerzug und unserer Artillerie. Der Panzerzug ergriff nach den ersten Granaten die Flucht und wurde von uns durch Truppen auf einem gewöhnlichen Eisenbahnzug verfolgt. Ezernin keim Honig von Rumänien Vnkarest, 28. Febr. (WTB. Nichtamtlich.) Seit dem Eintreffen der Abordnungen der Vierbundmachte in Bukarest haben unverbindliche Besprechungen mit General Avereseu stattaefunden. Gemäß einer bei diesen Besprechungen getroffen Verabredung hatte der k. k. öfter- reichisch-ungarische Minister der auswärtigen Angelegenheiten, Graf Ezernin, am 27. Februar in dem von rumänischen Truppen noch besetzten Teile Rumäniens eine Unter- redung mit König Ferdinand. Im Einverständnis mit den Verbündeten gab Ezernin dem Könige die Bedingungen bekannt, unter denen der Vierbund bereit wäre, mit Rumänien Frieden zu schließen. König Ferdinand erbat sich eine kurze Bedenkzeit, die ihm gewährt wurde. Von der Antwort des Königs wird es abhängen, ob eine friedliche Lösung möglich erscheint. Die Verhandlungen mit Rumänien. Berlin, 28. Febr. Die Friedensverhandlungen mit Rumänien haben bis jetzt zu einem Ergebnis nicht geführt. Von deutscher Seite sind dabei irgendwelche territorialen Forderungen uicfyt gestellt, sondern unsere Forderungen sind lediglich wirtschaftlicher Art. Dagegen stellten' Ungarn und Bulgarien territoriale Forderungen. Vom militärischen Standpunkt aus können die unsicheren Verhältnisse an der rumänischen Front nicht mehr lange anhalten. Es werden Vorbereitungen getroffen, daß nach Ablauf der den Rumänen gestellten Frist die militärischen Operationen sofort wieder ausgenommen werden können. Die Dtthlln-InnM in Krtst-Mnillr. Berlin, 28. Febr. Die Reise der nach Brest-Litowsk von den Russen entsandten Friedenskommission war unterwegs wiederholt verzögert, und zwar zunächst durch die zerstörte Brücke in der Gegend von Pskow und dann durch Schneeverwehungen östlich von Dünaburg. Es wird erwartet, daß die Kommission heute nachmittag um 2 Uhr in B''?st- Litowsk eintreffen wird. Trotzki gehört nach neuen Meldungen nicht, zu ihr. Geführt wird die Kommission von Sokolnikow und dem russischen Minister des Innern Petrowiki. Auch Joffe wird wieder zu der Kommission gehören, ebenso der Admiral Altvater und der Gehilfe des Landwirtschaftsministers Alexejew. Uor dem Angriff im Westen. Wie ein Alp. Berlin, 28. Febr. (WTV) Der „Vidi" vom 20. Februar schreibt: „Der erwartete große Angriff an der Westfront, oder wo er nun losbrechen wtro, liegt wie ein Alp auf der ganzen Entente. Wird etwas aus dem Angriff» und behauptet üch die Entente nicht, so weiß keiner, was in England geschehen wird. Ja, wunderbar ist es wohl, daß das englische Volk sich noch nicht gegen die erhoben hat, die immerfort bie männliche Jugend des Landes in einen sicheren Tod hinauspeitschen, gegen einen Feind, der nicht gebrochen werden kann." Vollkommen aussichtslos. Genf, 28 Febr. In der Kammersitzung vom Dienstag gab der französische Lebensmittelminister wichtige Erklärungen über die Beurlaubung von Truppen zu Ackerbauzwecken. Die Lage sei ungünstig, und eine Besserung könne nur eintreten. wenn Mannschaften von der Front beurlaubt würden, aber dies sei augenblicklich vollkommen aussichtslos. Frankreich brauche jetzt alle seine Männer für die Front, da große militärische Zusammenstöße unmittelbar bevorständen. Ob der Angriff von den Deutschen oder von den Verbündeten unternommen werde, könne und wolle er nicht sagen, aber -ie Sicherheit des Landes dürfe nicht in Frage gestellt werden. Die Regierung laste Männer aus Aftika, Amerika und Indochina kommen. Sobald diese Leute für den Frontdienst ausgebildet feien, werde man daran gehen können, ältere Jahrgänge ahKulöfen. Die Anarchie in Rußland. Das Ende der Sowjets. Lugano, 28. Febr. Der Petersburger Berichterstatter der „Eorriere della Sera" meldet; Die Kunde von der Einnahme von Pleskau durch die Deutschen hat in Petersburg eine Stimmung erzeugt, die an Verzweiflung grenzt. Pleskau war der Sitz des Oberbefehls der Nordfront und ungeheure Lager von Kriegsgeräte aller Art und von Lebensmitteln befanden sich dort. Hunderte von Batterien und gewaltige Mengen von Munition sind unversehrt in die Hände der Deutschen gefallen. Der Sowjet tagt dauernd. Krylenko erstattete einen hoff, nungslosen Bericht über die militärische Lage. Die Soldaten fliehen vor den Deutschen und retten nicht einmal das reiche und wertvolle Eifenbahngerät. Noch schlimmer sind die Nachrichten von der Flotte. Die Matrosen fliehen von den Schiffen und überlasten diese ihrem Schicksal. Die schweren Batterien werden verlassen und können als verloren gelten. Die Einigkeit zwischen Maximalisten und Sozialrevolutionären ist vorüber. Die Erörterungen im Sowjet arten in gegenseitige wüste Anklagen aus. Map hört Worte wie Verrückter, Fälscher, Pharisäer, Heuchler. Der Maximalist Woookarski erklärt: „Der Sowjet liegt im Sterben, die Revolution ist verloren." Nichtsdestoweniger werden noch fieberhafte Anstrengungen gemacht, einen letzten Widerstand zu ermöglichen. Schreckenstage in Petersburg. Lugano, 28. Febr. Der „Eorriere della Sera" meldet aus Petersburg: Die Stadt ist in fieberhafter Erregung. Die Sirenen heulen, und die Glocken läuten Sturm. Arbeiterfrauen durchziehen weinend die Straßen und schreien: „Wir verhungern, wir haben kein Brot!" Gegen Mittag erscholl Eewehrfeuer, und es entstand eine Panik. Man sagte: die Deutschen werden bald in Petersburg fein, dann gibt es Brot für alle. Stockholm, 28. Febr. In Petersburg verhehlt man sich nicht, daß der unglücklichen Hauptstadt nunmehr erst recht traurige | Schreckenstage bevorstehen. Sollten vor der Unterzeichnung des I Friedensvertrages deutsche Truppen bis in die Nähe von Petersburg vcrgedrungen fein, so hat man dort schwere Tage zu erwarten, gegen die alle bisherigen Schrecknisse völlig verblassen dürften. Ein Vorahnung des Kommenden zeigt sich schon jetzt im näheren Umkreise von Petersburg, wo das rote Gesindel seil Februar Schützengräben aufwirft und an anderen Befestigungen arbeitet. Während der ganzen Revolutionszeit war die Ein. wohnerfchaft Petersburgs noch nie so nervös wie jetzt, da der Friede wieder wahrscheinlich geworden und gleichzeitig die angeblich so friedfertig gewordene Negierung immer weitere Tail- sende von rotem Gesindel bewaffnet, die sich später weder um Regierung noch um Friedensparagraphen kümmern werden. * T'"~ ' ' «■ Angst um die Flotte. * ^ Stockholm. 28. Febr. Die Blätter melden, daß die russische Flotte bei Sweaborg eingefroren sei. In Petersburg werde befürchtet, daß sich die Deutschen der eingefrorenen Flotte bemäch-- Ligen, bevor die Friedellsbedingungen in Bcest-Litowsk ' unterzeichnet worden feien. Haparanda. 28. Febr. Nach Meldungen aus Helfürgfors herrscht dort wegen der Einnahme Revals große Bestürzung unter den russischen Truppen. Bei Sweaborg machen die russischen Matrosen große Anstrengungen, um die eingefrorenen Schiffe flotte zu bringen, besonders die neuen Schlachtschiffe. Von Pe. tersburg ist Befehl eingetroffen, daß aus Kronstadt eine Entsatztruppe abgehen soll. Lugano, 27. Febr. Nach einem Petersburger Telegramm des „Corriere della Sera" steht die maximalistische Regierung unmittelbar vor ihrem Fall. Die Sitzungen des Sowjets und der Ausschüsse werden mit den heftigsten und nutzlosesten Streitereien ausgefüllt. Im zentralen vollziehenden Ausschuß kündigte der Kriegskommiffar Krylenko das Verrücken der Deutschen in einer Rede an, die tiefen Eindruck machte. Von allen Seiten, so sagte er treffen Meldungen über den Rückzug unserer Truppen ein. Diese leisten nicht nur keinen Widerstand, sondern machen auch nicht den geringsten Ver'uch, das reiche Eisenbahnmaterial zu retten. Noch schlimmere Meldungen treffen von der Marine ein. Die Matrosen fliehen von den Schiffen und überlassen diese ihrem Schicksal. Auch die schweren Schiffsbatterien sind verloren. Radek warf darauf den Maximalisten vor, alle Forderungen der deutschen Imperialisten angenommen zu haben. Jetzt würden die Deutschen in der einen oder anderen Weise der russischen Revolution ein Ende machen. Auch in der Sitzung des Petersburger Sowjet warfen sich die Maximalisten und sozialrevolutionäre Sozialisten in den heftigsten Ausdrücken gegenseitig vor. den Ruin Rußlands verschuldet zu haben und nannten sich Verräter Heuchler und Fälscher. Ein Maximalist mußte den Bankerott der maximalistllchen Regierung zugestehen: Die deutschen Friedensbedingungen feien vernichtend, aber Rußland werde nicht mehr die Kraft haben, sich den deutschen Imperialisten entgegenzustellen. Er hätte noch auf ein Wunder gehofft, aber weder unter den Soldaten, noch unter den Arbeitern habe er irgendwelche Begeisterung gesundem Das Ansehen der Sowjets habe einen tödlichen Schlag bekommen und beginne zu wanken. Ein Sozialrevolutionär der Linken warf den Maximalisten vor. das Heer und den ganzen Staatsbau zerstört und Rußland ausgeliefert zu haben. Trotz alledem werden noch einige verzweifelte Versuche zur Verteidigung Petersburgs gemacht. Eine allgemeine Aushebung der dem Arbeiterrat nahestehenden Arbeiter ist ausgeschrieben worden. Tag und Nacht vergeht in fieberhafter Spannung' Sirenen und Glocken rufen die Arbeiter zusammen. Durch die Straßen eilen Patrouillen der Noten Garde, Lastkraftwagen, die mit Bewaffneten besetzt sind, rollen nach den Bahnhöfen, jedoch sollen sich nur wenig Soldaten dem neuen Heer zur Der. fügung stellen: vielmehr besteht das neue Heer meist aus militärisch ganz ungeübten Arbeitern. Vier Ausschüsse mit außerordentlichen Vollmachten sind für die Operationen dieses Heeres sowie für den Nachschub und die Verpflegung gebildet worden. Das Volk lebt in Verzweiflung. Der große Sinnai-Markt ist geschlossen und 'man sieht auf den Straßen Frauen vor Hunger verzweifeln. Agents provocateure verbreiten die unheilvollsten und widersprechendsten Gerückte. Am Mittag des 25. Februar begann es an mehreren Punkten der Stadt zu schießen. Es hieß sofort, daß das von den ersten Zusammenstößen mit den Deutschen käme. Andere Agenten verbreiteten, daß die Deutschen bald in Petersburg seren und genügend Brot verteilen würden. Auf den Straßen werden Versammlungen abgeh"lt-n. Soldaten und Arbeiter schreien und beschimpfen sich. Petersburg hat feine Ruhe verloren. Petersburg unter Belagerungszustand. Amsterdam. 27 Febr. (MTV.) Die ..Times" melden aus Petersburg: Der Velagerungszuftaird ist verhängt, Straßen- kundgebungen sind verboten worden. Journalisten werden im Smolnp-Jnstitut nicht mehr zugelassen. Alle bürgerlichen Vlät. ter wurden völlig unterdrückt. Trotzdem werden ihre Eigentümer gezwungen, dos gesamte Setzer- und Druckerpersonal weiterhin zu entlohnen, bis sie nähere Anweisung bekommen haben. In einer Verfügung der Bolschewisten heißt es ausdrücklich: Die Stimmen der Flugschristenschreiber und verräterischen Sckritt- steller müsien unbedingt während dieser geschichtlichen Zeit unterdrück^ werden. Bern. 27. Febr. fWTV) Der ..Corriere^della Sera" meldet aus Petersburg: 350 Italiener haben Petersburg zusammen mit den englischen und stanzösischen Untertanen verlassen. D'e Kolonien der Alliierten werden möglichst schnell abgeschoben. Die Votsck-' er der Alliierten, die alle Tage gemeinsame Beratungen abhalten, sind stündlich zur Abfahrt bereit. Jovnn » rkiäi russisches Gebiet. Japanische Blätter berichten, die Negierung habe im Parlament angeknndigt. daß Japan sich zur Besetzung russischen Gebietes in Ostasien entschlossen habe. Bekanntlich sind inzwischen bereits russische Gebietsteile vou javanischen Truppen besetzt worden. In Wladiwostok gingen 5 Kreuzer japanischer, englischer und französischer Nationalität vor Anker. Diese Wendung der japanischen Politik bedeutet ^ür uns keine Ueberraichung, sondern ist die natürliche Folge >er deutschen Politik in Rußland und ihrer Konsequenzen im russischen Reich selbst. Japan hatte, wie schon oft erwähnt, das lebhafteste Interesse daran, Rußland stark und gicht mit Deutschland verbündet zu sehen. Die Schwächung und Zerstückelung Rußlands zwingt nun Japan, selbstver- stündlich einen Ausgleich mit anderen Mächten zu suchen ds sah sich im fernen Osten dazu gezwungen, eine ähnliche Politik zu treiben wie diejenige, die wir unsererseits an der Westgrenze Rußlands begonnen haben. Finnlands weiße Garde. ® a f°' 27* Febr. (WB.) Das Hcurptquartier teilt mit, oaß der Kampf nördlich von Björneborg für die Weiße Garde einen günstigen Verlauf nahm, und nennt drei Dörfer, die erobert wurden, ferner sei eine Kvmone erbeutet worden. An der Front von Tavasttand hatten die Angriffe des Feim des nach fünftätiger Dauer aufgehört. An der Front von Karelen greife der Feind heftig an. Stockholm, 27. Febr. (WB.) Das „Stockholms Dagblad" meldet aus Eckeroe: Die am Sonntag abend in Aaland angekommene Militarexpedition wurde beim Einlaufen von drei russischen Batterien auf Hannacudda beschossen. Die Granaten erreichten zwar die schwedischen Schiffe nicht. aber der ganze Vorgang bedeutet nach den bisher mit den Russen getroffenen Uebereinkommen ein Aufsehen erregende Rechtsverletzung, auch zwei der schwedischen Posten auf Aaland wurden von den Roten Gardisten be- kästigt. Die neue Ankunft Roter Gardisten aus Finnland verseht die Aaländer in große Schrecken, da man von dieser Seite Unruhen befürchtet. « Stockholm, 26. Febr. (WTV.) Noch „Dagens Nyheter" erließ General Mannerheim eine Proklamation, in der er schwört, das Schwert nicht eher in die Scheide zu stecken, bis die gesetzliche Ordnung im Lande wieder hergestellt ist. alle Festungen genommen und die letzten Krieger Lenins sowohl aus Finnland, wie aus Russisch-Karelien vertrieben sind. Arierlrenmnisi Fiini'nn-§ diiriii Spuren. Madrid, 25. Febr. (WB.) Die Unabhängigkeit Finnlands ist von der spanischen Regierung anerkannt worden. Inf Island. Stockholm, 27 Febr. (WB.) Amtliche schwedische Meldung: Ter finnische Eisbrecher „Mustaja" und der Dampfer ..Baltik", die früber bei Aaland lagen, sind in der Bucht Lumparffaerden auf Aaland mit roten Gardisten und Rüsten eingelanfen- ans einer eingegangenen Mitteilung geht jedoch bervor daß keine Verwicklungen bevorzuftehen scheinen, «on- 5rn die getroffenen Uebereinkünffe durckgeffihrt werden. Stockholm, 27. Febr. (MTV) „Stockholms Dagblad" meldet aus Eckeroe: Die am Sonntag Abend in Aaland angekommene Milirärexpeditnon wurde beim Einlaufen von den russischen Batterien auf Hannacudda beschossen. Die Granaten er- reichten'zwar die schwedischen Schiffe nicht, aber der ganze Vorgang bedeutet nach dem brsher mit den Russen getroffenen Uebereinkommen eine aufsehenerregende Rechtsverletzung, auch zwei der schwedischen Posten auf Aaland wurden von den Roten Gardisten belästigt. Die neue Ankunft Roter Gardisten aus Finnland versetzt die Aaländer in großen Schrecken, da man von dieser Seite Unruhen befürchtet. W\t Mk!l!iriin!rlkn Herren du OWee. Ba^el, 27. Febr. „Times" melden vor der Einnahme Revals: Ein Verlust Revals würde die letzten Hoffnungen, nicht nur Rußlands, sondern auch der Entente zerstöre,r. Mit seiner Besetzung wären die Deutschen unbeschränkte Herren der Ostsee. In Reval laKrn vermutlich ungeheure Mengen von Lebensmitteln und Kriegsmaterial, sowie Eisenbahnmaterial für das russische Eisenbahnnetz. Keine Hand der zerrütteten russischen Armee rührt sick, um diese von der Entente gelieferten und noch unbezahlten Werte aus Reval fortzufchaffen. Pte Enaländer im Eismeer. Basel, 28. Febr. Der „Exchange Telegraph" meldet, daß die englische Schiffe im russischen Eismeer Befehl erhielten. binnen 21 Stunden die russischen Gewässer -u oer- lassen. Ein Fnnksprnch der englischen Admiralität verbietet den englischen Schiffen das Anlaufen von Archangelsk. Attsschi^r ni, der Knndesbrüder. Zürich, 28. Febr. Der „Corriere della Sera" me'det ans Petersburg: den militärischen Angehörigen der Entente in Petersburg wurde eine Frist von 5 Tagen gestellt, um Petersburg und Rußland zu verlassen. prrtsrMrHif'f ^nbitfdt in Holrn. Warschau. 26. Febr (WTV.) Ter Regenlschaftsrat hat nach Warschauer Blättern vom 26. Februar nachstehendes provisorisches Kabinett bestätigt: Ponikowstt: Stoatsleitung, Volksaufklärung und politische Abteilung (deren Leiter Doktor Wlocis« law Wcoblewski ist) Manowski: Justiz, Dziewulski: innere Angelegenheiten, Asteniawskt. Finanzen. Handel und Industrie. Patek: Arbeits- und soziale Fürsorge, Janicki: Ackerbau und Lebensmittelversorgung. Weder NnniKne noch Hoßenzaller. Berlin. 27. Febr. Aus Bukarest wird gemeldet Nach der offenen scharfen Aufforderung Earvs an den König Ferdinand, zurückzutreten, nimmt jetzt der frühere rumänische Gesandte in Berlin, Beldiman, in der Bukarester Zeitung „Lumina" das Wort und schreibt: Durch die bisherige fatale Politik wurde das ganze Gebäude unseres Staatswesens in seinen Grundpfeilern vernichtet. Nach der unglücklichen, vernichtenden Rolle, die sowohl König Ferdinand als auch die Königin Marie in der rumänischen Tra-- gödie gespielt haben, ist ee da noch möglich, daß sie oder ihre Nachfolger in diesem Lande mit moralischer Autorität und mit politischem Prestige, Eigenschaften, die absolut notwendig sind, um unser Vaterland auf neuer und gesunder Grundlage wieder aufzucichten. weiter regieren sollen? Herr Earp, der sein ganzes Leben lang die Ordnung im Staate befürwortete, hat kategorisch gesagt: „Es ist unmöglich, weil König Ferdinand sich zu einem Werkzeug feines Premierministers erniedrigt hat und leichtsinnig das Werk König Karls zerstören ließ, ein Werk, das auf den Grundlagen derjenigen Staatsmänner, die die Union der r>manischen Fürstentümer v^lzogM. errichtet wurde. Um vor der be^ trogenen und geopferten Nation die Tat des Königs Ferdinand. dessen geschichtliche Verantwortung noch größer ist. als wir heute sehen können, zu rechtfertigen, wird von denjenigen, die ihn in den Abgrund stießen, insinuiert, daß der König, um sei,re Pflicht als Rumäne zu tun, die Stimme seines Hohenzollern- herzens unterdrücken mußte. Im Namen der ganzen politischen Tradition unseres Landes müsien wir gegen diese unerhörte Verstellung der Wirklichkeit protestieren. Indem König Ferdinand zum Mitschuldigen seiner Minister wurde, hat er eine Tat begangen, die weder eines Rumänen noch eines Hohenzollern würdig ist. Als Rumäne war er verpflichtet, aus unserer nationalen Vergangenheit die geschichtliche Mission der rumänischen Nation zu kennen, die zwischen den Karpathen und den Donaumündungen ^in natürliches Hindernis inmitten des Slawentums bedeutet. Deshalb war es ihm nicht gebattet, die Politik feines großen Vorgängers zu verlassen und das Sckicksal des Landes mit demjenigen Rußlands zu verbinden. Wenn er als Hohen- zoller die Tradition seines Hauses befolgt bätte. so wäre er nicht auf dem falschen Wege gegangen und hätte keine den Lebensund Zukunftsbedingungen des Kör.iasreichs entgegengesetzte Richtung genommen. Zwischen der Vslicht als Rumäne und der Pflicht als Hohenzoller bestand also nicht und konnte auch nicht bestehen: ein Gewissenskonflikt, im Gegenteil, feine Eigenschaft als Hohenzoller war eine Sicherheit für die Erfüllung seiner Pflicht als König von Rumänien. > Dieser König hat de facto an dem Tage auf seinen Thron verzichtet, als er seinen Schwur gebrochen hat. und als er zuließ. daß der rumänische Staat an der Seite Rußlands einer sickeren Niederlage, Erniedrigung und Vernichtung entgegen- geführt werde, war er weder Rumäne noch Hohenzoller. König Ferdinand und sein Haus haben weder in Rumänien noch in Deutschland mehr Platz: sie werden ruhelos in fremde Länder wandern, um ihre Sünden zu sühnen." Salsonr geaktt ;>ertlina. London. 27. Febr. (WTB.) Meldung des Reuterfchen Bureaus. Im Unterhause wurde durch den Liberalen Holl die Erörterung über Graf H-ertltngs Rede herbeigeführt. Balfour sagte, die Diplomatie sei, was die Verhandlungen unter den Kriegführenden betrifft, ausgeschaltet, bis sich ein solches Matz nwglicher Uebereinstimmung zwischen den Kriegführenden gebildet habe, daß man von diplomatischen Unterredungen gure Ergebnisse erwarten könne. Er spreche es mit tiefem Bedauern aus, daß nach allen Anzeichen dieses erfreuliche Stadium noch nicht erreicht sei. Wie könnten Besprechungen jetzt stattfinden, wenn Hertlings Rede das Höchstmaß denkbarer Zugeständnisse darstellen würde. Balfour spottete über Hertlings angebliche Annahme der Grundprinzipien Wilsons und sagte, er werde an der Sache des Friedens das größte Unrecht tun. wenn er zu der Hoffnung ermutigen würde, daß es irgend einen Zweck hätte, mit mündlichen Unterredungen zu beginnen, ehe etwas wie eine allgemeine Uebereinstimmung in der Ferne sichtbar sei. London, 27. Febr. (WTB) Das Reutersche Bureau veröffentlicht eine Reihe von Vlätterstimmen über die Rede des Reichskanzlers, die sich alle ablehnend äußern. New Dorf, 27. Febr. (WB.) Reutermeldung. Die Moraenblätter sagen iiber Hertling: Seine Rede läßt die Lage unverändert. Wie es nach dem russischen Zusammen« bruch zu erwarten war, nimmt Deuffchland die Maske der Versöhnung an. Tie Zeitungen halten es für eine unnütze Bemühung, Zwischen England und Amerika einen Keil zu treiben. „New Bork Herald" sagt: Hertlings Ge'chlvätze (Camonpolage) ist unwirksam. Seine Absicht ist so handgreiflich daß sie zu Falle komntt. Das Blatt regt sich über die Annahme der vier Wilsonschen Grundsätze auf und net 3 lucht die Unaufrichtigkeit der Erklärung zu beweisen. Wenn man die Rede so übersetzt, daß alle Amerikaner sie verstehen können, so spricht Hertling wie ein Mann, der alles Geld vor sich auf dem Tische hat und nur eine glückliche Gelegenheit sucht, das Spiel m beenden. Pie httüWMminlwi de§ Herrn non Payer. In einem Berliner Blatte wird Herr von Paper auf Grund seiner Rede dem Kanzler, der für die Einigkeit im deutschen Volke zu wirken sucht, als Minister für Uneinigkeit oegenübergestellt. Damit ist Ziel und Wirkung der Paperschen Rede sehr treffend gekennzeichnet. Gewiß mag es zunächst ganz unverständlich erscheinen, daß der Vizekanzler die Absicht gehabt haben sollte, durch Provokationen Uneinigkeit im deutschen Volke hervorzurufen. und man könnte deshalb vielleicht an eine Entgleisung denken. Dagegen spricht aber nickt nur die Aeußerlichkeit, daß die Rede in allen Einzelheiten wörtlich vorbereitet war und daß der Redner sich augenscheinlich sorgsam an das Manuskript hielt, Herr v. Payer weiß auch, gleichviel, wie man sonst iiber seine Fähigkeiten denken mag, nach einer parlamentarischen Uebung von länger als 30 Jahren die Wirkung par« lamentarffcber Reden viel zu gut zu berechnen, als daß eine bloße Entgleisung angenommen werden könnte; der Vizekanzler hat also mit vollem Vorbedacht seine Irreführungen und Provokationen vorgebrcrcht. Diese Provokattouen richteten sich in ihrem letzten und bösarttgsten Teil äußerlich vielleicht in erster Linie gegen die Vaterlandspartei, da sie hier von der Kriegszielfrage ausgingen; aber es kann nach dem ganzen Aufbau der Rede, namentlich aber nach der Wirkung, die sie im Parlament unmittelbar haben und die wiederum von Herrn v. Payer berechnet sein mußte, nicht zweifelhaft sein, daß sie wenigstens zugleich auch die Konier« vattven treffen sollte. Im übrigen ging ihre Wirkung noch weiter: Men, die in Deutschland den deutschen Sieg und allen, die eine starke Monarchie wollen, hat Herr v. Payer gestern in brüskester Form den Fehdehandschuh hingeworken. Wenn Herr v. Payer es als seine Aufgabe betrachtet hat, als Vertrauensmann der Fortschrittler im£) Sozialdemokraten in der Regierung zu wirken, so ist ec gewiß nach seinen besten Kräften bemüht gewesen, diese Aufgabe zu erfüllen, aber selbst dazu war es schließlich nicht im geringsten nötig, weiteste vaterländische Kreise in der allen Tatsachen und aller Gerechtigkeit Hohn sprechenden Weise herauszufordern, wie Herr von Payer das mit seiner gestrigen Rede getan hat. Dieser unverantwortliche Vorstoß gegen die Einigkeit des deutschen Volkes wird dadurch gewiß nicht verständlicher, daß Herr von Payer doch eigentlich ein dringendes Interesse daran haben mußte, sich als ersten im vollsten Wortsinne parlamentarischen Minister in Deutschland so einznführen, daß die Anfänge des parlamentarischen Systems nicht gerade diskreditiert wurden- denn Herr von Payer ist ja als einziges Mitglied der gegenwärtigen Regierung der Krone und auch dem Kanzler, der sich lange gegen seine Berufung gesträubt bat, direkt als Pacteivertreter aufgedrängt worden. Selbst seine Freunde dürften int innersten Herzen dieses Debüt des parlamentarischen Systems sckwerlich als besonders glücklich empfinden. Wenn schließlich die Presse des Herrn von Payer es den Konservativen verübelt, daß sie ihrem Unwillen über die Rede Ausdruck gaben, so wirkt das reichlich komisch: und wenn diese berufenen Hüter der Autorität dabei die Ministereigenschaft des Herrn von Payer betonen, so vergessen sie leider nur, wie wenig Herr von Payer gestern zu vergessen vermochte, daß er nicht als parteipolitischer Klopffechter, sondern als Minister zu sprechen habe. Den Konservativen die Schuld an den staatsmän- nischen Methoden des Herrn von Payer zuzuschieben, dürste denn doch wohl nicht gut angehen. Im ftuditf'iw sprach zunächst der Sozialdemokrat Dr. Landsberg gegen die Haltung der Regierung während des Streiks. Immerhin aber hebt üch der Ton seiner Rede wohltuend gegen den Scheidemanns ab. Staatssekretär Wallras verteidigt die Regierung und spricht der Polizei den Dank aus. Reben dem getöteten Wachtmeister seien 21 Polizisten verwundet worden. Abg. R i e- ßer (Ratl.), der Präsident des Hansabundes, wandte sich mit bemerkenswerter Schärfe gegen die Sozialdemokraten. Sehr verständig redete er auch über die Kriegsgesellsckaften. Die Kriegsverordnungen haben eine Zahl erreicht, die eine Befolgung der Verordnungen völlig aussihiietzt. Die mit ihnen angedrohten hohen Strafen wirtet nicht mehr, schaden vielmehr. Ohne zwingende Notwendigkeit sollten neue Kriegsorganisatio- nen nicht ins Leben gerufen werden. Alle Kriegsgefollschaften s ten nach Friedensschluß sobald als möglich wieder verschwinden. (Bravo.) Abg. Dr. Roe licke (Kons.): Für die 22 Kriegsgesellschasten in Berlin sind 22 Hotels gemietet worden. Darin zeigt sich kein Beispiel für Sparsamkeit. Die Reichsschuld wächst ins Angemessene, ern Wunder, daß wir sie noch tragen können. Die Friedensresolution schiebt der Möglichkeit einen Riegel vor, daß die Feinde, die uns die Lasten aufgebürdct haben, zu ihrer Abtragung herangezogen werden können. Die Resolution sollte uns den Frieden bringen. Das hat sich aber nicht getan. Run mögen die Feinde dafür büßen, daß sie unsere Hand nicht ergriffen haben Die Resolution ist jetzt hinfällig. Wir führen einen Verteidigungskrieg. Dazu gehört aber auch die Erhaltung der Integrrtät unseres Wirtschaftslebens. Um das zu erreichen, brauchen wir Kriegsentschädigung. Ich verstehe nicht, warum sich die Reickstagsmehrheit so an ihren Beschluß klammert. Die Herren wißen ja auch gar nicht, wie lange die Reichstagsmehrhelt in den Kriegszielfragen noch Zusammenhalten wird. Das Zentrum hat sich in der Kriegszielfragc schon geändert. Es wird gesagt, es änderten sich 6ie Verhältnisse. (Lebhaftes Hehr richtig? im Zentrum und links.) Es kann auch balO einmal komm.n. daß sie wieder nach der anderen Seite umsallen. Wir wollen einen guten Frieden. Die Kreise, die hinter uns stehen, find doch größer als Sie glauben. sschr?s?rs Lumpenpack. Nnter der Ileberschrrfi „Otto H. Kahn s ch ä m t sich" schreib die ..Frankfurter Zeitung": „Aus einer Rede des New Yorker Großbankiers H. Kahn in Milwaukee am 13. Januar 1913: Ich entschuldige mich nicht wegen meiner denstä>en Geburt. noch schäme ich mich ihrer. Aber ich schärue mich schäme mich bitter und schmerzlich des Deutschlands, welches vor dem Gerichtshof der öffentlichen Meinung der Welt dasteht. überführt, den Krieg geplant und gewollt zu haben, überführt eutpörender Taten rn Belgien und Nordfrankreich der schändlichen Lnsitania-Morde, unzähliger Verletzungen der Haager Konvention und des Völkerrechts, abscheulicher und perfider Verschwönmgen in befreundeten Ländern "nd schamlosen Mißbrauches ihrer Gastfreundschaft, überführt, Verbrechen über Verbrechen gehäuft zu haben in scheußlicher Verhöhnung aller göttlichen und menschlichen Gesetze. Dieser Otto H. Kahn ist leider in Deutschland geboren lebt aber glücklicherweise seit Jahrzehnten in den Vereinigten Staaten. Er hatte es, aus guten Gründen, vorgezogen, englischer Untertan zu werden und ist das jedenfalls kurz vor dem Kriege noch gewesen. Das hindert ihn nicht, seit einem Jahre als einer der unermüdlichsten und gehässigsten Hetzer gegen Deutschland und die Deutschen den heiligen Kreuzzug zu predigen, den „wir Amerikaner" zur Befreiung der Menschheit wider den deutschen und preußischen Geist zu führen haben." Die „Franfurter Zeitung" hätte aber hinzufügen können. daß Herr Kahn, wenn er noch in Deutschland leben würde zweifelsohne ein Anhänger der „Frankfurter Zeitrmgspartei" wäre. Wie denn überhaupt Herr Kahn aus den Kreisen, die wir gemeinighch zu der „Frankfurter Zeitung" rechnen können, viele Freunde und Gesinnungslumpen drüben in Amerika gefunden hat. So wird aus New York gemeldet: Die Anterikaner deutsck^n Ursprung hielten unter dem Patronate der „Freunde der deutschen Demokratie" eine große Versammlung ab, in der Resolutionen angenommen wurden, die den Kaiser au- greifen und das deutsche Volk ermahnen, die Autokratie zu stürzen. Dieser Aufruf soll in Deutschland durch amerikanische Flugzeuge verbreitet werden. Die Reden, die drei Stunden dauerten, fanden den vollen Beifall der Zuhörer. Dr. Frank Cohn unterbreitet der Versammlung eine Resolution, in der erklärt wird, daß die Deutsch-Amerikaner fest entschlossen sind, ihr M^glichstes^u tun, um zum Siege der Alliierten beizutragen. In dieser Resolution wird bergesiigt: Wir versichern dem deutschen Volke, daß das amerikanische Volk eine heftige Abneigung gegen den Militärdespotismus des Deutschen Reiches, aber keinen Haß gegen das deutsche Volk empfindet. Wir versichern dem deutschen Volke, daß es vergebens auf den Frieden hofft, w lange die Militärautokratie nicht zerstört ist. Wir fordern das deutsche Volk auf das entschiedenste auf, von seinem Rechte als eine freie Gemeinschaft Gebrauch zu machen ltnb sich seiner Autokraten zu entledigen. Diese Erklärung wird in den Vereinigten Staaten verbreitet werden zur Unterschriftensammlung und sie wird dem deutchen Volke übermittelt werden. Jakob Schiff führte aus. daß die früheren guten Beziehungen zwischen dem Volke der Bereinigten Staaten und dem deutschen Volke wieder hergestellt worden sollen, wenn die deutsche militaristische und autokratische Regierung verschwunden ist. Franz Siege?, einer der Söhne des General Siegel, versicherte, daß es wahr lei, was Wilson erklärt, daß nämlich die Veremia^n Staaten Deutschland keine Regierungsioim vorschreiben wollen, daß man aber wünsche, daß der Geist der Freiheit in Deutschland zum Siege gelange. Wir müssen eigentlich Gott auf den Knien danken, daß wir dieses Gesindel los geworden -sind. Pom Felde der Ehre. Friedbcrq. Ter Kriegsinvalide Hermann M o g k aus Blofeld r. d. Wetterau. beschäftigt bei Großh. Hess. Fn/anz- amt Friedberg, erhielt nachträglich wegen hervorragender Tapferkeit vor dem Feinde das Eiserne Kreuz zweiter Klasse. Wir gratulieren! Kreisrivderzuchtverein. Die diesjährige von etwa 50 Züchtern besuchte Hauptversammlung des Kreisrinderzuchtvcreins Friedberg tagte unter dem Vorsitz des Herrn Direktors Oekono- mierat Spieß am vergangenen Sonntag im „Goldenen Löwen" zu Butzbach. Rach Begrüßung der Anwesenden teilte der Vorsitzende mrt. daß es Herrn Oekouomierat Breidenbach -Dorheim. dem Vorsitzenden des Landwirtfckaftskammer-Ausschuffes, sowie desien Sekretär, Herrn Landw.-Lehrer Wagner nicht möglich sei. den Verhandlungen beizuwohnen. Er bedauert das durck mißliche Zugverbindungen veranlaßte Fernbleiben des letzteren, der als Nachfolger des im vergangenen Jahr verstorbenen Sekretärs Herrn Schwarz recht gerne diese Gelegenheit wahrgenommen hätte, sich den Züchtern aus dem Kreise Friedberg vorzustellen. Zunächst verbreitet sich der Vorsitzende über die gegenwärtige durch den nun bald 4 Jahre lobenden Weltkrieg veranlaßte wirtschaftliche Lage unseres Vaterlandes und der hieraus sich ergebenden Aufgaben der Landwirtschaft, ganz besonders aber der harten und oft sebr in den Betrieb einschneidenden Pflichten des Tierzüchters gegenüber der Allgemeinheit. Der Jahresbericht ergab ein den Kriegsverhältnisien entsprechendes Bild über die Entwicklung und Aufgaben des Vereins. Im vergangenen Jahre tonnten an die Beschicker der Iungviehwei- den. auf die aus unserem Kreise allein die stattliche Anzahl von 81 Tieren aufgetrieben war, ein Zuschuß von $28 Mark ausbezahlt werden. 10 Faselwärter wurden mit einer Prämie von je 10 Mark bedacht. Die Landmirtschaltskammer stellte dem Verein 50 Zentner Rapskuchen zur Verfügung, die an die Bullenhaltungen derjenigen Gemeinden zur Verteilung gelangten, die einen eigenen Faselstall haben. Dce Rechnung für 1917/18 schließt mit einem Kasiavorrat von Mk. 839,24 ab, der mit den bereits in Kriegsanleihe angelegten Mk 700 zu einem Vereinsvermögen von über 1500 Mark ergänzt wird Der Voranschlag von 1918/19 fand mit Mk. 1600 in Einnahme und Ausgabe seine Genehmigung. Auch hier sind wieder 400 Mark bereitgestellt als Zuschuß an die Beschicke! der Zungviehweiden. Verteilt sollen sie werden nach dem bereits im vergangenen Jahr durchgeführten Plan, der für Tiere mit vollständigem Abstammungsnachweis Mk. 8, für solche mit Abstammung von nur einem eingetragenen Elterntier Mk. 6 und für Tiere mit keinem Abstammungsnachweis Mk. 4 vorsieht Für mehr als 2 Tiere ein und desselben Besitzers werden Zuschüsse jedoch nicht gemährt. Auch sind für dieses Jahr wieder Mittel im Betrage von Mk. 250 eingestellt für Durch, führung von Jnngvichprämiierungen. die sich bestens bewährt hatten, aber infolge des Krieges in den drei letzten Jahren nicht zur Durchführung gelangten. Diese Prämiierungen sollen Anfang Juli nach dem früher genehmigten Plan in den Orten Beienheim, Weckeshcim, Dorn-Asienhcim. Nieder-Florstadt, Wohubach, Södel. Wölfersheim, Hock-Weifel und Münster abgehalten werden. Vor Beginn der nun erfolgten Wahlen zum Vorstand und Ausschuß legte Herr Direktor Oekouomierat Spich sein Amt als 1. Vorsitzender nieder nnd bittet von seiner Wiederwahl abzusehen. Er erläuterte eingehend die Gründe, die ihn zu diesem Entschluß veranlaßt hatten. Die Hauptversammlung jedoch drückte ihm nach den warmen Dankesworten, die der stellvertretende Vorsitzende, Herr Friedrich Fenchel von Griedel, an ihn gerichtet und seine Verdienste um die zielbewußte Leitung des Vereins gewürdigt hatte, sowie nach wiederholtem Ersuchen aus ihrer Mitte heraus ihr Vertrauen dadurch aus. daß sie ihn einstimmig als L Vorsitzenden wtederwählte. Auch der seitherige 2. Vorsitzende, sowie der Beisitzer. Herr Veterinarrat Ztnßer, wurden wiedergewählt. Im Ausschuß traten nur geringe Veränderungen ein. Neugewählt wurden die Herren Heinrich Konrad Mohr von Gambach. Wilh. Bo pp und Bei. geordneter Ho rack von Reichelsheim, sowie Fr. Mann von Rodheim v. d. H. Nachdem noch hierauf Herr Bürgermeister Fauerbach von Okarben über seine Erfahrungen bei dem Vieheinkauf in der Schweiz im Jahre 1916 einige interessante Einzelheiten mitgeteilt hatte, schloß der Vorsitzende mit ein m „Auf Wiedersehen" im nächsten Friedensjahre die anregend einmütig verlaufene Versammlung. Ober-Erle nbach, 27. Febr. Eme dunkle Angelegenheit hier Tagesgespräch. In der Nacht vom 25. auf 26. d. M. wurzln Vonames ein Soldat mit einer Kuh angehalten, welcher na0 nach einigen Ausflüchten angaü, er wolle mit der Kuh nack Frankfurt und habe sie in seiner Heimat Obererlenbach geschenkt bekommen. Natürlich wurde er eingelccht und die Kuh in Bo- names eingestellt. Bei der Gegenüberstellung mit der Tochter der Bestohlenen entpuppte sich der Dieb als ein Freund des Haussohnes und täglicher Gast. Die Kuh war Eigentum der Stadt Frankfurt am Main. Utphe. Urfteroftizier Karl Weber-, Solm des Land-« Wirts Heinrich Weber HL, schreibt, daß er und noi* z vei Kriegsgefangene aus russischer Getangenschast entflohen sei. Weber befindet sich zur Zeit in Warschau. . Frankfurt a. M. Die Blätter berichten von der Verhaftung des Fuhrunternehmers Aug. S ch a u b a ch. bei '>ent wiederholt heimliche Schlachtungen vor gekommen seien, und der sich auch sonst gegen die Kriegsgesetze vergangen habe. Wie uns milgeteilt wird, ist diese Nachricht sehr stmck anfge- bauicht. Wohl wurden verschiedene Nahrungsmittel bet Schaubach gefunden. Verhaftet ist er aber nicht worden. Frankfurt am Main. 26. Febr. Die Konsumvereine Frankfurt, Mannheim, Darmstadt, Mainz Wiesbaden. Höchst usw. planen die Erbauung ?iner Vezirksmetzgerei. Bereits haben sich 20 Vereine mit mehr als 110 060 Mitgliedern zur Beteiligung an dem Unternehmen verpflichtet. Am 1. April beginnt die Einzahlung zur Erwerbung von Stammanteilen. Frankfurt am Main. Aus einem Eisenbahnwagen, der mit Umzugsgut von Brüssel nach Frankfurt bestimmt war. soll, polizeilichen Mitteilungen zufolge, eine Kiste mit zwei Bildern im angeblichen Werte von mehreren hunderttausend Mark gestohlen worden sein Die Bilder sollen Arbeiten holländischer Meister des 17. Jahrhunderts sein. Eines der Gemälde stellt einen Mann stehend, das andere eine sitzend« Frau dar. Beide Personen tragen dnnkle Kostüme mit breiten weißen Kragen. Die Bilder. 114:90 Zentimeter groß, sind in breite Goldrahmen ge. faßt. FC. Hochheim a. Main. 27. Febr. Ein Zopfabschneider überfiel ein 14jähriges Mädchen und schnitt ihm den einen Zopf ab. nachdem er sein Opfer durch eine Flüssigkeit betäubt hatte. Durch Paffanten wurde er gestört und ergriff die Flucht. Faltenstein i. T.. 26. Febr. Bei seiner kürzlichen Anwesenheit im Großen Hauptquartier stattete Kaiser Karl von Oesterreich auch dem hiesigen Offiziers-Genesungsheim einen längeren Besuch ab. An zahlreiche Beamte des Heims verlieh der Monarch bei dieser Gelegenheit Ordensanszeichnungen. Aut- Rhcinßeffen. Mainz. In der Hecktsheimer Sandgrube wurden zwei 12jährige Schüler von abstürzenden Erdmaffen verschüttet. Ein Knabe jastd den Erstickungstod, der andere trug Verletzungen davon. FC. Worms, 27. Febr. Auf dein Heimwege vom Walde kam in Weisenheim a. S. durch eine vorstehende Vaumwurzel der 71jährige Landwirt Neckerauer zu Fall und geriet derart unter die Räder des schwerbeladenen Wagens, daß er sofort tot war. Ans Hksikv-Raffnu. FC. Wiesbaden, 27. Febr. Bei der gestrigen Weinversteigerung des ..Rauenthaler Winzervereins" in Rauenthal war eine Kommission des Kriegswucheramtes anwesend, die wie ein Mitglied derselben mitteilte, besonders zu dem Zwecke gekommen war. zu prüfen, ob bei der Versteigerung event. unlautere Machenschaften Vorkommen, ob die Vorschriften über die Verhinderung des Kettenhandels und Schleichhandels die nötige Beachtung finden und oh keine übermäßige Preissteigerung hervorgerufen werde. In diesem Falle würde gegen die Schuldige» rücksichtslos vorgegangen werden, namentlich wollte die Kom- Mission auch prüfen, ob an der Versteigerung nicht auch Personen teilnahmen. die die Erlaubnis zum Handel mit Wein nicht besitzen. Zu diesem Zwecke wurden die Namen sämtlicher Teilnehmer an der Versteigerung festgestellt und an sie die Frage gerichtet, ob sie die Erlaubnis zum Wei,Handel besitzen. Zur Beobachtung über den Verlauf der Versteigerung waren außerdem fünf Kriminalbeamte in der Versammlung verteilt. Di» Versteigerung, die ohne Störung verlief, brachte reckt ansehnliche Preise. Das niedrigste Angebot waren 4000 Mark für 600 Liter 1917er. Für ein Halbstück Rotenberg-Auslese wurde» 11050 Mark bezahlt. Von der Kommission wurde in der Um- gebung ein ganzer Weinkeller beschlagnahmt. FC. Wiesbaden, 27. Febr. Ein großer Einbruchsdiebstahl wurde nachts in einem Manufakturwarengeschäft hier verübt und insgesamt für über 22 000 Mark Damenkleiderstoffe gestohlen. FC. Camberg, 27. Febr. Die Stadt schloß mit der Doma- nen-Verwaltung einen Vertrag ab. der ihr ab 1. April d. I. de« gesamten Domänenbesitz in der Gemarkung, rund 154 Morge» zu gemeinnütziger Verwendung-und zum Weiterkaufe an Kleinbesitzer, insbesondere auch a n Kriegsbeschädigte übereignet. Ak^ki1ölllül!i!ük!rtlgkl HNtsdi r n rtmeldrstrU? Fried derg. Offene Stellen: 2 Schweinefütterer. 1 Verwalter. 1 Milchfahrer 6 Schreiner, 1 Bäcker. 11 Dienslmägde. 52 Feldmädchen, 42 Hausmädchen. 2 Köchinnen, 1 Stütze. 2 Haushall erinnern Stellenfuchender Mehrere MclkerfamUien und ledige Melker. 1 Bürogehilfd perfekt, 1 Verwalter für größeres Gut, 1 Lazarettköchin. Verantwortlich für den poiltlfckien und lokalen CeU: Otto Hirfchel. Friedberg; für den Anzeigenteil: R. Heyner.^ griedber«. Druck und Verlag der „Neuen TsgeS-ejkmg*. A. G., Friedberg l H. Grane Gefahren. Noman aus der Gegenwart von M. Gvntard. Schuck. ^0) Nachdruck verholen. Seit Tagen fand sie keine Ruhe mehr. Könnte nicht längst wieder Nachricht von London gekommen sein? Wie hatte man dort ibr Anerbieten ausgenommen? War es überhaupt in die reckten Hände gelangt? Auch Frau von Werkkeim hatte nock keine Nachricht erhalten. Gestern war sie bei ihr gewesen, um danach zu fragen. Morgen abend würde der Vermittler wiederkommen. Er drang auf ihre Entscheidung! Er wollte Geld. Ihre Braunen zogen sich finster Zusammen. Sie sann. — Wie war sie nur dazu gekommen? Wie ging es zu, daß sie niit diesem Menschen bekannt geworden war? Der Zufall, dieser ewig junge Kuppler. Und wenn erst einmal der Teufel seine Krallen um einen geschlagen, dann kann man nickt wieder los. Seit sie damals die Plän^ des neuen Unterseebootes an Frankreich gegeben, wußte sie, wie leicht das Geld zu verdienen war. Und seit der Zeit fnm ibr immer wieder der Gedanke, auch mit En-stand ihrem Vaterlande, auf diese Weise in Verbindung zu treten' v . Geld verdienen! Viel Geld! Und dann hinaus ans t-ie.er Enge. Hinaus in die schöne bunte Welt. ^ie war jung und schön. Hatte man es ihr nicht eff ponwfj gesagt, früher! Sie sprang auf und trat vor den Spiegel. Aber - sah dasGesicht da im Spiegel nicht ganz alt und verfallen aus? Wie eisiger Schreck fuhr es durch sie hin. Erregt stnck sie ^ sich über die Augen und starrte dann wieder in b n n Spiegel. Aufmerksam musterte sie ihre Züge. Dann mußte laa^ln. . Wie hatte sie so erschrecken können! Sie war ja noch lang und schön. Jung und genußsähig, Die Welt nit Ihlen Freuden lag noch vor ihr. Die schleckte Laune von vorhin war vorüber. Sie schwamm. in Znkunftsfreuden. Viele schöne Jahre lagen noch vor ihr. Sw war jung, gesund und kräftig. Sie lackte glücklich Wenn sie klug vorging, konnte es Leben ^ öteIe ^ne, genußfähige, glückliche Jahre Wer fragte eine berühmte Künstlerin, wie alt sie sei wenn sie sich ihre Schönheit und Jugend über ihre Jahr? hinaus bewahrte? Und geradeso wollte sie es auch machen. Auch sie wollte -.hea.er spielen, wenn auch nicht aus den weltbedeutenden Brettern — Ein Geräusch unterbrach sie in ihrem glücklichen Sinnen Mary stand an der Türe. ist ein Mann draußen, gnädige Frau. Er wünickt gnädige Frau zu sprechen." .,ElN Mann?" fragte Frau von Düring mißtrauisch ..Ein Mann? Was will er? Und wer ist es denn? Wie oft habe ick Ihnen schon gesagt, Mary, Sie sollen sich" in ^hren Meldungen nickt so sonderbar ausdrücken." Mary zuckt? die Schultern. „Wie ein feiner Herr siebt er nicht ans. Was er will, hat er mir nicht gesagt. Er miisse gnädige Frau in einer wichtigen Angelegenheit persönlich sprechen." „Wichtige Angelegenheit? — So führen Sie ihn hierher chder nein! . Warten Sie — nicht hierher, bringen Sie ibn m das Zimmer des Herrn. Ich komme in einigen Minuten." — Ein kleiner, tückw. deniütlick anssehender Herr trat Ennlv entgegen als sie die Schwelle zu ihres Gatten Sun* mer überschritt. Mit freundlichem Lackeln kam er ans sie zu. ^ -Mein Name ist Snvders, gnädige Frau. Martin snyders aus Roosendaal. Ich Hab Ihnen Grüße zu üker- bringen." Frau von Düring sah dem sonderbaren Besuch verwundert in die Auaen. „Grüße? Von wem?" fragte sie. „Sind wir ungestört?" kam die leise Gegenfrage als er dickt vor ihr siand. Eine Augenblick durchfuhr sie ein Gefühl lähmenden ^ckreckens. Aber nur einen Augenblick. Ah, da wa" der Ersehnte. Ohne ein Wort zu sagen, fefhitt sie zum Schreibtisch mck örneffe auf den Klinaelknopf. Ueberraschend schnell erschien Mary im Rahmen der Türe. . ..Macken Sie sich fertig, Mary. Sie sollen mir rasch einen Brief zu Frau von Werkheim bringen und aus Antwort warten." -SM,?, SS 3 ÄS SS,— s&zsssst. äs -LrB» « mir treu ergeben, horcht aber mit Vorliebe an den . Wahrend sie rasck einige Zeilen auf eine Karte Web irrfi^Fr" frü0te ' ob sie sie am Abend besi.-fen m\vn * " &ebanten mit Blitzesschnelle in ihrem ff1T ? er Whnn c sollte nngcflört mit ibr sprechen Das kannte nur eins bedeuten: London! Sir Edward Doua'as! .^aiy surfte auf keinen Fall bier bleiben. Obgleich sie di- rat her Be, „5er an bas Fenste, um sich z„ überzeuaen ob ■ ie wirksich bas Haus verließ. °' K - nnen rt,ir ungi-Wrt förerhen," sagte er und FraiInl einigen Sekunden sein Gesicht der jungen ..Wober ich komme, brauche ich Jh„eg m« mehr 'agen Sie haben es bereits erraten, nicht wahr?" ..Von London? Don Sir Edward Douglas?" Kopfnicken. ..Von Sir Edward bieten?" ^ 0Dn Dunng, was haben Sic uns ps 8 Id *- Einen Augenblick war e^ ihr. als sei ihr die Kehle zugeschnürt. ..Haben Sie etwas Bestimmtes im Auge, was ^je uns verschaffen können, oder sind es nur allgemeine Aufklärungen und Winke?" Frau von Düring? Blicke flogen sckeu über den vor ibr -Lrte.ienden. Was wollte der Mann von ibr? Wie forire- waren alle rosigen Znkunfsträume, die sie noch ek-n tvurbe? e t mnn ^ ^h!Wug? Wenn es entdeckt Niln straffte sich ihre Gestalt. Fortsetzung fokal. Oür die vielen Beweise warmer Teilnahme bei dem Heimgang meiner lieben Frau, unserer treusoraen- den Mutter Snlannn m geb. Kitz iomic für die trostreichen Worte des Herrn Pfarrer Fischer, für die Niederlegunq des Kranzes vom Eoang. Frauenverein und die vielen Kranz- und Vlumen'penden saczen wir im Namen aller Hinterbliebenen von Herzen Dank. Rodheim v. d. Höhe, den 27. Februar 1918. Wnlmidisbcflinn: 3. April 1918. Programme ostenlos. — Oberk«rkus mit Abschlußprüfung für Leiterinnen von Eartenbaukolonien. — Unt r ursus für grauen und Mädchen zur Ausbildung im praktischen Garten- und Gemüsebau. — Hospitantinncnkurse vorgesehen. - Anmeldungen wie Ansknnft im Landw. Institut (Geschäftszimmer). Berstcigcrungs Änreiqe ltch meistbietend gegen Barzahlung versteigern: '' pänner-Kafteuwageu, l leichtes Einspänner- ,.c„, l ^totzkarren, I Häckselmaschine, verschie- bcuc Kummete, i Pseröcge ch-rr u. Kiemen. Ferner: 2 irfa 10 3**’ Tragkr.. 2 Leitern, 1 Schrot, betten, versch. -eichte Kelten, t Paar Zugkellen, 16 eiferte Gartcnp/osle.», 27 . Meter lano hiU l C 'J ^ c,, S* er ' s^wie sonstige landwirt- lchaüliche i»nv Haltsgcrätscha len. ^rau Louis Köhler AZwe., Re ichelsheim fWetlerau). Hermann und Ph. Henfel Kinder. Danksagung. Für die vielen Beweise herzlicher Teilnahme bei dem Lechen und Hinscheiden unseres lieben, unvergeßlichen Sohnes und Bruders Johannes sagen wir allen Verwandten, Freunden, Bekannten, Schulkameraden, dem Jünglingsverein der Krankenschwester und für die zahlreichen Kranz- und Kerzenspenden auf diesem Wege unseren iiefstgefühlten Dank. Ockstadt, den 28. Februar 1918. kirmilie JohnniW Schimmi V. Montag, drn 4. März, werden m den Forstorten Engeisborn und Luchenkron versteigert,' 177,9 rm Buchen-Scheiter: Knüppel rm: 350,4 Buche. tn' gen die für ihn bestimmte Auf. foideruag persönlich zngestellt weiden. Diese Anfforderunr, in der zugleich mitgereilt wird, wieviel Eier jeder Geflügelhalter in den einzelnen Zeitabschni ten abzuliefern hat, ist sorgfältig auszubewahren. Nähere Anfktärung erteilen auf Verlangen die von dem Großherwgliche.i Kreisamt bestellten Vertrauensmänner: Für die Stadt Friedbeka. Landwirt Hermann Honstein. Große Köhler- "asse 4. für den S adtieil Fauerbach: Landwirt Joha n Wilh. Eang. Kirchstrabe 1 . Geslüiet- halter, welche dis zum 5. März leinen Aufforderun 5 S.ettel "erhalten ha.en. sind verpflichtet, dres sofort dem Vertrauensmann mckzuteilen; Geflügeihalrer. wel< che dies nicht melden, setzen sich hoher Bestrafung aus. Bon dem vaterländischen Sinn unserer Geflügelhalter wird erwartet, daß jeder seine Abgabe- Pflicht voll und ganz und auch rechtzeilig erfüllt. Für die Kinde , für unsere Verwunderen und Kranken und für alle, welche nicht selbst Hh.hner Hallen können, sind die Eier unentbehrlich. Wer Eier, die er ab uUefern hat. für sich behält oder auf Schleichwegen an andere verkauft, hilft unseren Feinden und begeht Verrat am Vaierland; außerdem hat er hohe Geld- oder auch Freiheilsstrasen neben Entziehung von liiahrungs- mUteln u,w. zu erwarteu. Friedberg, den 27. Februar 1918 Der BürgermeisteQ I. V.: Dam nr. mit ledernen Riemen und guterhaltene zweispännige lederne Kreuzriemen zu oerkaufen bei Philipp Hinkel, Södel. Bestellungen nimmt entgegen Fi*. Selimitt, Schellnhos, Post Schotten, Fernsprecher 216. Sshlchlfferük Nil vchksAllAck Pstrile kauft zu höchsten Preisen Albert Vrrenz, pbrdrmkh,.,, Offenbach a. M.. Telefon 1824. Tüchtiges kinderlieb, kochen und nähen erwünscht. zum i. April nach Biebrich a. Rh. gesucht. Näheres bei Frau Major Stettin/ Friedberg. Wilhelmstratze 29. Ein tüchtiger Arbeiter für. dauernd gesucht. Milh. Hauser, Friebberg. für sofort gesucht von Mönch «.m.b.s. Fabrik Photograph. Papiere Friedberg i. H. 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