Hummer 49 Mittwoch, den 27. Februar 1918 11. Jahrgang. vle ..^enr «^a.'esreckung" erichemt irden Werllag. Regelmäßige Beilagen „Oer Faurr ans Hellen". „die Spinnllnbe". Kerugspreia: Bei ven Voitanitaiten Dierielfdhrlirh '.Oft 2.40 f)tn u tritt noch das Bestellgeld: ne, oen Agenten monatlich 85 Pfg. einschließlich Tragerlokrr. Anzeigen: Grund^eUe 25 Ptg.. totale 20 Anlergen von auswäns werden durch Bo lnachnal.me erhoben. E iiillnnasott Fttedbera. Hchriftieilnna «nd Uerla^ 'nedvera l^eleni. mnaueräratze 12. 7ern>vretzer 48. P» t, kek, Lsita Br. 18-^3. l qc Konllantinopcl, 24. Febr. (WB. Nichtamtlich.) Eene- ralstabsbericbt.) An der Palästinafront bei heftigem Sturm, Regen und Hagel geringe Gefechtstätigkeit. Bei Koschaen wurde durch eine Batterie ein feindlicher Flieger abgeschossen. Tie Insassen wurden gefangen genommen. Ihr Versuch, das Flugzeug 311 zerstören, wurde verhindert. Die (Miriirn Wieder in ssrnpernns. Konstautinopel, 24. Febr. (WB.) Das Kriegspresse- vuartier teilt mit: Im Laufe des 24. Februar wurde auch Trapezunt von dem Drucke der Räuberbanden befreit. Unsere zum Schutze ausgesandten Truppen marschierten in Kolonnen durch die Stadt und verfolgten die nach Osten fliehenden Banden. Unsere Truppen drangen auch 'n die Stadt Mcmmhatun ein, deren größter Teil von Banden eingeäschert ist. Die sich in der Richtung aus Erzerum zurück- ziehenden Banden mordeten und verbrannten in den Dörfern. die sie durck^ogen, gegen 300 wehrlose Muselmanen. Der Kampf bei Uttderakparh. Berlin, 26. Febr. (WTB. Ueder den Vorstoß der Franzosen vom 23. Februar wird gemeldet: Am 23. Februar feuerte der Franzose im Sundgau von Uhr vormittags aus 32 Batterien, Kaliber bis 28 Zentimeter, und aus schrveren Minenwerfern an 30 000 Artilleriegeschosse und 450 schwere Flügel, mtnen gegen unsere vorderen Linien, das Balteriegelände und die Straßen im Abschnit Riederaspach—Exbrücke—Niederburn- haupt. Um 1 Uhr mittags ließ er aus Kreuzwald gegen Nieder- aspach Eos ab. das über Norden nach Nordwesten drehte und in das Thanner Tal zog. Auck mit Granaten versuchte er den Abschnitt zu vergasen. Nach einem fiebenstündigen Feuer stürmten drei ausgeruhte, durch Wochen hinter der Front zum Angriff geschulte Bataillone heran Streckenweise brach der Sturm schon in unserem Feuer nieder. Bei Exbrücke wurde er im Kampf Mann gegen Mann erstickt. An Niederaspach dranq der Feind ein. Die Besatzung war an Zahl Zerlegen. geschwächt, erschüttert und betäubt von den zahllosen Detonationen— aber sie zögerte keine Sekunde, wartete keine Reserven, keine Hilfe ab, griff den Feind an und warf ihn hinaus. Die ganze vordere Linie ist fest in unserer Hand. Infanterie und Artillerie schlugen sich glänzend. Der Feivd hat in ihrem Feuer schwer vluten müssen. Gefangene erzählen davon. Lieben Schiffe versenkt. Berlin, 26. Febr. (WB. Amtlich.) Im Sperrgebiet um England wurden von unseren U-Dooten 6 Dampfer und 2 Fischerfahrzeuge versenkt. Zwei Dampfer wurden aus Geleitzügen herausaefchossen. Tie Fischerfahrzeuge waren der encftische Segelfischer „Holker" und der französische Segelfficher ..Maroonin". Der Chef des Admiral st abs der Marine«. Der Sieqeskug des ,,^"olf". Ein großer japanischer Kreuzer vernichtet. Berlin, 26. Febr. (WB. Amtlich) S. M. Hilfskreuzer „Wolf" bat in Durchführung der ihm übertragenen Auf- aaben mindestens 35 feindliche oder für den Feind fahrende Handelsschiffe mit einen! Gesamttonnengebalt von mindestens 210 000 Bruttoregistertonnen vernichtet oder so schwer beschädigt, daß ihre Wiederverwendung für längere Zeit ausgeschlossen ist. Es handelt sich vorwieaend um große wertvolle englische Dampfer, deren gleichwertiger Eriatz in absehbarer Zeit nickt möglich ist. Mehrere dieser Dampfer waren besetzte englische Truppentransporter: ibr Untergaug hat entsprechende Menschenverluste zur Fo^ge gestabt. Ferner sind durch die Kriegsmatznahmen des Hilfskreuzers der japanische Linienschiffskreuzer „Harting" von 28 000 Tonnen Wasserverdrängung und ein englischer oder javanischer Kreuzer, dessen Name nicht festgestellt werden konnte, schwer beschädigt worden. Ter Ehes des Admiral st abs der Marine. • Der japanische Kreuzer,Masuga" endgültig verloren. Amstrdam, 26. Febr. (WB.) Wie die Niederländisch- Indische Presseagentur aus Batavia meldet, ist der japanische Kreuzer „Kasuga", der vor längerer Zeit bei B(lnk- straits gestrandet ist, als endgültig verloren zu betrachten. Die Friedenskedluguugeu für Rußland. In der gestrigen Reichstagssitzung gab der Unterstaatssekretär von dem B u s s ch e das an Rußland gerichtete Ul- timarum mit den Friednsbedingungen bekannt. Es lautet: Deutschland ist bereit, unter folgenden Bedingungen mit Rußland die Verhandlungen wieder aufzunehmen und Frieden zu schließen: 1. Dos Deutsche Reich und Rußland erklären die Beendigung des Kriegszustandes. Beide Nationen sind entschlossen, fortan m Frieden und Freundschaft zu leben. 2. Die Gebiete, die westlich der den russischen Vertretern in Brest-Litowsk mitgeteilten Linie liegen und zum ruisisckn-n Rüch gehört haben, werden der territorialen Hoheit Rußlands nicht mehr unterstehen. Die Linie ist in Gegend Dünaburg bis zur Ostgrenze Kurlands zu verlegen. Aus der ehemaligen Zugehörig- keit dieser Gebiete zum Russischen Reiche werden ihnen keinerlei Verpflichtungen gegenüber Rußland erwachsen. Rußland verzichtet auf jede Einmischung in die inneren Verhältnisse der Gebiete. Deutschland und Oesterreich-Ungarn beabsichtigen, das künftige Schicksal der Gebiete im Einvernehmen mit der Bevölkerung zu bestimmen Deutschland ist bereit, sobald der allgemeine Friede geschlossen und die russische Demobilisation vollkommen d'ürchgeführt ist. die östlich der oben genannten Linie gelegenen Gebiet zu räumen soweit sich nicht aus Artikel 3 etwas anderes ergibt. 3. Livland und Esthland werden von russischen Truppen und der Roten Garde unverzüglich geräumt und von deutscher Polizeimacht besetzt. b»s die Landeseinrichtungen die Sicherheit gewährleisten und die staatliche Ordnung herpestellt ist. Alle aus politischen Gründen verhafteten Landesdewohner find sofort fteizulasien. 4. Rußland schließt sofort Frieden mit der ukrainischen Volksrepublik. Die Ukraine und Finnland werden ohne jeden Verzug von russischen Truppen und Roter Garde geräumt. 5. Rußland wird alles in seinen Kräften stehende tun, um alsbald die ordnungsgemäße Rückgabe der ostanatolischen Provinzen an die Türkei sicher zu stellen und erkennt die Abschaffung der türkischen Kavitulationen an. 6a. Die völlige Demobilmachung des russischen Heeres, einschließlich der von der jetzigen Regierung neugebildeten Heeresteile ist unverzüglich durchzuführen. 6b Die russischen Kriegsschiffe im Schwarzen Meer, in der Ostsee und im Eismeer find entweder in russische Häfen zu überführen und dort bis zum allgemeinen Friedensschluß zu belassen oder sofort zu desarmieren. 6c. Die Handelsfchiffahrt im Schwarzen Meer und in der Ostsee wird wieder ausgenommen, wie es im Waffenstillstands- vertrag vorgesehen war. Das Minenräumen dafür Hai sofort zu beginnen. Das Sperrgebiet im Eismeer bleibt bis zum allgemeinen Friedensschluß bestehen. 7. Der deutsch-russische Handelsvertrag von 1904 tritt wie in Artikel 7 Ziffer 2a des Friedens mlt der Ukraine wieder in Kraft. Dazu kommen Sicherung der Ausfuhrfretheit und Ausfuhrzollfreiheit usw. 8. Die rechtSpolitifchen Angelegenheiten werden geregelt aut der Grundlage der Beschlüsse erster Lesung der deutsch-russischen Rechtskommission. 9. Rußland verpflichtet sich, gegen amtliche oder amtlich unterstützte Agitation oder Propaganda gegen die vier ver- biindeten Regierungen und ihre Staats- und Heeresein« ricktungen anck in den von den Zentralmächten besetzten Gebieten einzustellen. 10. Vorstehende Bedingungen sind innerhalb 48 Stunden anzunehmen. Russische Bevollmächtigte haben fick unverzüglich nach Brest-Litowsk zu begeben, um dort binnen drei Tagen den Flieden zu unterzeichnen, der innerl.alß weiterer 2 Wochen ratiftziert werden muß. (Lebhafter Bei* fall bei den bürgerlichen Parteien, Zischen bei den unab- hängigen Sozialdemokraten.) Ans dem Jeichslog. In der gestrigen Sitzung gab der Staatssekretär v. Rö» dern eine Ueberficht über die Finanzlage Der Abg. Trim- b 0 r n (Ztr.) sprach sich für einen annexionslosen Frieden aus. Der Unterstaatssekretär Bus sch e ga^ das Ultimatum an Rußland bekannt. Scheidemann (Soz.) tadelte das Vorgehen gegen die Strecker und sprach dem Vizekanzler v. Payer Dank und Anerkennung aus. Ihm antwortete Staatssekretär Wallraf. Kräftige Worte fand v H'eydebrand gegen die Landesverräter, die den Streik hervorgerufen hätten. In würdiger Weife, aber mit aller Entschiedenheit verwahrte er sich gegen den Ton Payers, dessen Ausführungen nicht Frieden sondern Unfrieden erzeugen würden. Bemerkenswert war die Antwort des Reichskanzlers, der sich bemühte, die Rede seines Vizekanzlers abzuschwächen: wen man sie richtig lese, so werde man finden, daß ex zwischen den Streikenden und der Rechten einen dicken Strich gezogen habe. Auch wolle er nicht das preußische Wahlrecht der Eompe- lenz des Reichstages unterziehen. Damit hat der Reichskanzler den Vizekanzler in aller Form desavouiert. Er schloß mit einem warmen Appell an die Einigkett des deutsche« Volkes. Vor dem Adgrmrd. Das „Einhettspflänzlein" nun lustig gedeiht, i - f Co schlägt die begchrlichen Ranken weit, ltnd eh ihr's ahnt, ist in wucherndem Bogen ' J'A Die ganze deutsche Flur umzogen. ^ ' Auch sonstiges Unkraut (sw!) Lauscht sich hohl. Brennesteln in Scharen fühlen sich wohl, Und im Wasser, inmitten der trockenen Stürme, Fehlt s nicht an Reptilien und anderm Gewürms. Rur Kriegsminister und Polizei Befinden sich behaglich dabei. Sonst freut es Keinen auf deutscher Erden — Und das soll ein Frühlnrg heißen und werden? _ Mit diesen Versen begrüßte der Dichter und Redakteur der „frankfurter Zeitung", Otto Hörth, im Anfang der siebziger ^adrcs des vorigen Jahrhunderts das neuerstondene Deutsche . « ». SeUte tft Cin ^utsichtsrat derselben „Frankfurter Zeitung Vizekanzler des Deutschen Reiches und erkühnt sich im sog. Deutschen Reichstag, die Parteien, die dem Altreichskanzler beim Aufbau des Reiches getreulich zur Seite gestanden haben, der Gemeinschaft mit den deutschen Bolschewikis zu zeihen. Er tat dies unter dem jauchzenden Beifall der schwarz-rot- xoldenen Internationale eben dieses Reichstages, die sich dort zu der famosen Mehrheit zusammenaefunden hat. Dieselbe Internationale. die dem Reiche die Mittel versagt hat. um seinen Feinden und Neidern mit den Mafien zu Master und zu Lande entaegenzutreten. die unter dem ersten Reichskarrzler eine jede Militär-, und Flottenvorlage unbesehen verworfen hat. dieselbe Mehrbeit, die stets nach dem Auslande gezielt bat. die so kletn- klch war. dem Baumeister des Reiches einen Geburtstagsglück- vunsch zu versagen und eine Sekretärstelle, die ihm ein klein wenig seine Arbeitslast erleichtern sollte, abgelehnt hatte, die. • ' „ ef ’ r ^ eit ^ :t und jauchz, einem Manne Beifall zu. der erner Rlcktung angehört, die Fürst Bismarck als Reichsftinde gekennzeichnet. einer Richtung, die der Altreichskanzler am 9. Oktober 1878 im Reichstag mit folgenden Worten gebrandmarkt hat: Ich habe gefunden, daß das Urteil und die Haltung der Zeitung" immer genau übereinstimmen mit dem * unb bet Haltung der französischen offiziösen Preste , f c T “! beT öett Redner kLeopold Connemann) hier' gesagt hat. ist auf Schwächung der Einrichtungen und aus Schwäch- «stst der inneren Festigkeit des Reiches, auf Dtskredilierung der Personen die an der Spitze des Reiches stehen, berechnet. Denken Sie stch einen französischen Revanchepolitiker dieser Treibe- ^ " mt 0On3 Rede halten ^^ei der Hochfinanz ist heute Herr in Deutschland, SÄrf!-u e \ l ° ten Söldlingen «nb jener volksverräte- «nb ^ T-£ mhUm ' bfe m ^ Erzberger geschart hat ^ndscrtze und Ideale verleugnet, um mit aus dem ^ ^ Nesien zu können. Die ..Frankfurter Zeitung« h ute^die Stutze des Thrones, dieselbe „Frankfurter Zeitung", im ^ah.-e 1881 zur Feier ihres 25jährigen Bestehens eine Fejrnummer — allerdings nur für dre Eingeweihten! — herausgegeben hat. die ein Zukunftsbild aus dem Jahre 1906 darstellt in der erzählt wurde, dag die Hohenzollern davon gejagt wor. den und Deutschland eine Republik geworden sei. *ir, B - S r^ en5cimerßaf ' enbIott "-"nt den gestrigen Tag einen y ! 0 t 1 ] d) e n und es hat recht. Niemals wurde die Armselig, e t unserer Reichsleitnng aller Welt treffender zu Gemüte ge- führt wre am gestrigen Tage. Der Reichskanzler verkündet, daß wir nicht daran denken würden, uns in Livland. Estland Kur. land und Litauen f e ft z u j e tz e n. Wir wallten dort nur Ordnung Tajaffen.. Also darum opfern wir dort Gut und Blut' den Dank werden wir schon ernten. Polen hat ja das erste und trau, rige Beispiel gegeben. Fürwahr, die Zell erinnert in Ihrer Jämmerlichkeit an die dreißiger Jahre des vorigen Iahrhun. . " ®" f“ 1 vnd Kriechen schwärmten, während das eigene Vaterland ein Spott aller Völker gewesen ist. „ 5roeite Redner, der demokratische Vizekanzler und Auf- ftch.sratsmltglied a. D. der „Frankfurter Zeitung", Herr von ^ .p UftlafleS ,einct Brotgeber prornpt erledigt. Wir hatten den geriffenen Advokaten aus Stuttgart für schlauer g-halten. als daß er sich mit einer solchen Rede im Reichstage -lnidhren wurde. d,e den unseligen Parteihah bis zur Siedehitze steigern muxte^ Aber „der Bien muß" Die Forderung der Roten war daß st- nur dann bei der Mehrheit verblieben, wenn die Schwarzen und Goldenen den Rationalen di- bitterste Fehde ansagen wurden. In der Frankfurter ..Volksstimm-" hu. ja der Abg. Dr Quark einen deutlichen Ruf nach dieser Richtung cr- gehen lasten und Herr von Payer hat sich lobeiam unterworsen. ^ ^kanzler von Eeldsacks Gnaden wagt es den national- denkenden Abgeordneten vorzuwerfen, sie ständen den Unabhän- glgen..°en deutschen Bolschewikis. in ihren Werken gleich Wie „ f' t0 ™ !e man «nlgegnen. daß er und seine Mehrheit ^ b " S T?' m0fta,iC H " Cn dakt »-schlossen hätten, derselben mhZT^^', e ’ Wa 9 J ebCI: ^""dige von jeher gewußt hat, ^°"^wik, eines Sinnes und nur über die Frage der E m't ihnen ver>ch,ebener Meinung ist. Die Tag- des lan- ^r-attr.,chen Stt°ir°-^b-„ es ja offen erwiesen und ..Vor. . ob L " t' S *.!*"""£ ^ bf " ,u6clnb bel Welt verkündet. Ml stch die feindlichen Brüder wied-rg-sund-n hätten. Ern trauriges Bild, wohin man den Bii-k wendet: In dieser ^weren Zeit, umgeben von einer Welt voll grausamer und iach,üchttger Feinde, cin« schwache, jedes klaren Ziele- bare Regierung Schwach gegen dir raffende Macht de- internationalen Großkapital-, schwach gegen die Massen des Proletariats. Bru- ben Mittelstand, dessen Vernichtung durch Kriegs- geielljchaitrn und ander« Einrichtungen bejchlosfen ist. Dabei hcrrlcht im Innern ein Gommunismus. der zwar vor den Kasten, fchränk-n Hai, macht, über den Vieh- und Gejillgeiftand der U D l !. i ' Cn e ' tr “ 8 lbin iatt6et ‘ n Arbeit ganz nach Gu dünkn wirtschaftet und jede eigene Verfügung ai.sfchaitet. ot. «L w« ßU ,U !c6enl fan " mlt U^ich v. Sutten der „Kopf- «b-Wendel rufen, der fich ln der „Volkrfttmme". well er ein- ma, auf einem Ej-l 14 Tage auf dem Balkan herumgerrtteu ist. al, Balkankennee aufsptelt und sich die Finger wundjchreibt. um ZU beweisen, daß die Ansprüche Bulgariens auf Mazedonien und die Dobrudscha annexioniftisch und ungerecht seien und sich damit bemüht, einen unserer wenigen treuen Waffengeführten vor den Kopf zu stoßen. Das darf er Angestört, ist er doch derselbe Wen- del. der einst den Hohenzollern die französische Revolution vorgehalten hat. da hätte es, we,m der König fich dem Willen des Voltes nicht gefügt hätte, einfach geheißen: Kopf ab! Er gehört ja der glorreichen Mehrheit an, also auch eine Stütze der Monarchie! Fürwahr, man mutz sich an den Kopf greifen und fragen, rvre so etwas werden konnte nach jenen Tagen edelster und hehrster Begeisterung im August 1914. Großes und herrliches hat unser Volk in Waffen seither geleistet. Den Demokratien, will sagen: Geldsacksherrschaften aller Welt hat es Widerstand gelei- und Haus und Heim in den tapfersten Kämpfen verteidigt, nd jetzt da es stch zum letzten Stoß anschickt. der uns den deut- fuien Frieden bringen soll, da finden unsere Feinde ihren Verbündeten im Deutschen Reichstag und seiner Parteien. Es ist der alte Wurm, der an dem Marke des Volkes saugt, der H a ß t-rnatt "W*"' -? ie dreien der schwarz-rot-goldenen Jn- rernattonale haben über der gemeinsamen Rot des Volkes ihren Elnfluß schwinden sehen, deshalb der Haß gegen eine Partei, die das Vaterland über die Partei stellen wollte. Eine zielbewußte dem Rad s SlV** ^ miirfen ' fo abßr Iic & man sie auf dem Voder, schleifen und den Reichstag, dessen Mandat schon vor Jahresfrrst abgelaufen und nur kraft eigener Machtvollkommenheit und Gnade der Regierung sein Jammerdasein führt, die Führung übernehmen. Wir haben diese Ausführungen mit einem Gedicht des de- mokratifchen Frankfurter-Zeitungs-Dichters Hörth begonnen, wir wollen au» schließen mit einem Vers, den derselbe Dichter den deutschen Relchstageabgeordneten im Jahre 1871 gewidmet hat: £) geht und packt auch den Bündel nur. Das letzte Stündlein schlug die Uhr; Ein deutscher Reichstag, was liegt an dem Namen. Wir brauchen zum Bild nicht den gleißenden Rahmen? CH» Förster-Friede. Sn München ßnt sich, wie die Zeitunpen ne,.sich 5e- richterl unter Aniekinunn an den unvermeidlichen Proi.-fsor M tet cr e '\ 3|15! * U & gebildet, der zu der Frape des künftigen Friedens folgende Enftchlietzung faßte: Es ist Vrä?^ möglich, auf der Basis der vom * t 0n "u'gkstellten und veröftentlichten 14 Pnntte bei einigem guten Willen von unserer Seite nnt den Verbandsmachten Friedensverliandlungen anzukniipfen lrch7ein Knnte."^ ^""chland sehr annehmbar und erfreu- streik? wohl so dick vernngelt fern, dies zu be- treuen, W,r fuhren, um die Sache dem Leser noch ein- leuchtender zu machen, einiae ähnliche Fälle an: ^ r ,y n ^. ter r belehrter wurde im wilden Forst von einem Zr a tfi^ al £ er J!K r ! an l U " nb mit ben Worten angebrüllt: S? a * ® lc Rindvieh 1 Passen Sie mal ickön auf. ms ich 6a “ e 14 wncktige Ohrfeigen, daß ^hnen das Blut au? der Nase ,-nd den Ohren spritzt und rmtiwf’? ß‘ f ?0f r° rt ? 6r Portemonnaie und Ihre goldene lihrkette, Einverstanden?" „Nicht Übel", meinte der alte wol°lm"n Vorschlag ich durchaus in gründliche und wossiwollende Erwogimg zu ziehen. Ich hoffe, verehrter und hochgescivtzter Freund, daß wir auf der Basis Ihres kreund- wohldurchdachten Angebots bei beiderseitigem g' ten Willen zu einer alle Teile befriedigenden Einigung gelangen werden." “ 9 , r ®'. n heimtückischer, blutgieriger Tiger begegnet? emst einem ruhigen, alten, höchst achtbaren und pbiloiovhiich abgeklarten Esel. „Eic-l", knurrte der grimme Tiger. ich toer&e „ ich letzt in Sincke reißen und aiiffreiien: aber da ich nn grites Her^habe, will ich von Deinem Körper ein V-r- derbein den Schwanz und die Ohren übrig lassen, Ich hoffe daß Du meine Großmut, die ich durch diesen wahr- haf. humanen Akt bewei'e,Anerkennen und Dich in di:rch- ^ustimmender Weise zu meinem Vorschläge äußern "D" bist sestr weiße, lieber Tiger", entgegnele der alte, vrave.^bochst achtbare und philosophisch abgeklärte Etel „.je mein ich über Deine genilltvollen Worte nack^enke desto mehr wird be, mir die Ueberzeugung befestigt, daß o«- nunrofee Grundcage Porhanden ist. Deinem in jeder Hinsicht beachtenswerten und einein beworragenden Gerechtlgkefts. aeftchl entsprungenen Anerbieten so bald wie möglich näher Zn treten." Mahnung, auf der Hut zu sein vor Arglist. Rnr mit geteilten Empfindungen kann man die neue Bolschewiki-Erklärung auf. nehmen Jetzt gilt es. nicht nur der Ukraine zu helfen, sondere Der Är f r m s 5i ^f C " in bC " Vstse-provinz-n zu retten Der Entschluß der deutschen Heeresleitung entsprach ganz dem deutschen Volksempsinden. sStürmischer Beifall.) Zustimme» °n"V°r°üsl^ B-lschewiki-Erklä-ung nur unter ganz b-sti.um- ten Voraussetzungen, wie Räumung jener Gebiete. Loslaffuna der Gefangenen dort und Bürgschajten. daß die Selbständigkeit der Randvoller nicht wieder gestört wird. tZustimmung.) Ob Petersburg das erfüllen will oder kann, ,»uß man sehen. Die Fsintijeilgkeit-n einzustelle» oder neues Abwarten wäre bedenk- tch. (All,eilige Zustinimung.) Viel richttger wäre cs ja oewe- feil, man hätte Herrn Trotzki schon vor Wochen den Stuhl vor re gesetzt. (Beifall.) Denn darüber waren sich doch auch mcht-znnftlge Diplomaten Nar. daß Trotzki-Brnunstein und Ra° dek-Sobelsohn nicht den Frieden, sondern nur die Ausbreitung der RevouUon wollten. (Beifall.) Wäre General Hoffmann früher zu Worte gekommen, der Abschluß in Brest wäre nicht so unersreullch gewesen. Unerwartet war der Widerspruch der Polen. (Ruf- Wie immer?) Alles, was sie erreicht haben, verdanken sie der Gunst und Gnade der Mittelmächte. Wenn sie jetzt verlangen, daß wir ihre Interessen den unseren voranstellen so muß gesagt werden, daß Deutschland für feine Ehre und seine Jnteresien 'focht und andere Jnteresien nur soweit fördern kann, wie sie sich mit seinen eigenen vereinen lasten. (Stürmischer Beifall.) Es wäre lächerlich erst zu jagen, wie unbegründet solche Ansprüche sind. Ich bin kein Polenfrester. habe vielmehr Achtung vor dem polnischen Nationalgefühl, das sich viele Deutsche als Beispiel nehmen könnren. (Lebhafte Zustimmung) Stfrer das muß ich sagen: nicht als Staatsmänner und Politiker haben sie sich erwiesen, sondern als Träumer und gefährliche Kruder. die mit dem Feuer spielen! (Allgemeine Zustimmung.) S.e verscherzen sich immer mehr die Neigungen auch derer, die in einem selbständigen Königreicke die beste Lösung der polnischen Frage sahen. (Lebhafte Zustimmung.) Zur Rechtfertigung des Streiks hat man auf die Haltung der Vaterlands-Partei hingewiesen. Der Zusammenhang ist ab^r gar nicht recht verständ- lrch. Wird nicht „fteie Meinungsäußerung" immer gerade von denen verkündet, dt- die Vaterlands-Partei angriffen? Da sollte man doch etwas vorsichtig fein! Wir baben doch das R?cht. unsere Meinung zu äußern und für dre Jnteresien des Vaterlandes einzutreten. auch gegenüber dem Reichstage, besten Resolution viel verheerender gewirkt hat. als manche denken. Man sollte uns dankbar fein, wenn wir dem Volke wieder Mut machen. Die Männer der Reichstagsreselution. denen man den guten Glauben nickt absprechen will, können jedenfalls einen sto.ats- männifchen Blick für sich nicht tn Anspruch nehmen. Die Feinde haben trotz aller Friedensbereitwilligkelt nichts von ihren Ver- nichtungsforderuvgen gegen Deutschland aufgegeben. Mir sind Briefe von Reichstagsadgeordneten bekannt geworden, in denen stand: „Wenn Sie wüßten was ,ch weiß, so würden Sie k-ine Nacht mehr ruhig schlafen!" (Hört, hört!) So wurde dem deutschen Michel Angst gemackt. Nun wüsten wir den Gedanken: „Durchhalten und siegen?" in alle Sch-.chteu tragen. Was Eng. land betrifft, so können wir unterschreiben, was Herr Motthias Erzberger tm ..Tag" schrieb — aber es war am 5. Febr. 1915. (Heiterkeit.) Es wäre in der Tat bedauerlich, wenn wir nach diesen Blutopfern sagen müßten: wir waren die Dummen. Dazu wird es hoffentlich nicht kommen. . Wir wüsten nur die imrere Geschlostenheit halten. Denken wir an die Neujahrsworte des Königs von Bayern, den wir zu seiner goldenen Hochzeit grüßen. Wir folgen Htndenburg und Ludendorkk zum Siege (Stürmischer Beifall ) Darum: Aushalten und Durchhalten! (Anhaltender lebhafter Beifall.) drr fflnümirff hnD ..frank mstr Mn»-," De Va'erlandsMrtei vor den Säuern. Freiherr von Sckorlemer-Lieser über unsere Lage. Der Verband Groß-Berlin der Vaterlands-Partei hatte rm Vlüthnersaale eine Versammlung veranstaltet, zu der die Landwirte, die auf der Großen Landwirtschaftswoche in Berlin vereinigt waren, geladen wurden. Die Leitung hatte General von Lochow. Der Abend brachte zwei Hauptreden: des früheren Landwirtschaftsmtnisters Dr. Frhrn. v. Schorlemer-Liefer und von Prof. Stahlberg (Berlin), der in einer inhaltretchen Rede über den Sinn dleses Krieges sprach und deutsche Kriegsziele aufstellte. Er erkannte dabei die Landwirtschaft als die tragende Säule Deutschlands, wle dieser Krieg bewiesen hat, voll an und nannte die Industrie die andere der beiden Säulen. Für unseren Osten fordert er Siedlungsland — in den Oftfeeprovinzen müssen außerdem die englischen Pläne vernichtet werden — für ben Werten die flandriscke Küste und Longwv und Briey und ausreichende Entschädigungen und zwar auch in Rohstoffen. Staatsminister Freiherr von Schorlemer besprach unsere gegenwärtige politische Lage. Aus den neuen und neuesten Wendungen der Dinge in Rußland errtnahm er für uns .die Wir haben uns gestern und vorgestern mit den HnndS- gemeinen Auslassungen besänftigt, mit denen das Organ des Vizekanzlers v. Payer das 25 jährige Bestehen des Bundes der Landwirte begrüßt hat. Heute geben wir einen gepfefferten Aufsatz wieder, den die „Bayer. Landeszeitnng" der „Franks. Ztg." aus dem gleichen Anlaß gewidmet hat und der uns vollständig aus der Seele gesprochen ist. Diese Entgegnung ist uin deswillei^ noch besonders bemertens» wert, weil die „Bayer. Landesztg." (Wiirzbnrg) bis zum 5tliegsbeginn auf dem Boden des sog. Deutschen Bauernbundes gestanden hat durch die Lehren des Krieges aber ihre Ansicksten geändert hat. Und nun zu dem Aufsatz: In einem Artikel des sattsain bekannten Börsenblattes „Frankfurter Zeitung" vom 17. 2. 18. betitelt „25 Jab.re Bund der Landwirte", erfahren wir folgendes zu Nutz und Frommen: ..tzöästte Aufgabe des Liberalismus und der Demokratte ist heute der Kampf gegen den Geist der ans- Mießlich brutalen Macht, dre da glaubt, den Mensch--, be- herrsä-en zu können ohne Achttrng vor dem Menschen! Zo' darf es nicht bleiben! Um Deutschland und seiner Zukunft willen muß dieser Kampf gegen den alten Geist mit gan- anderer 5kraft.geführt werden als bisher. Wir müssen dem Auslande zeigen, daß der Geist der Brutalität nicht der Geist Deutschlands ist. Denn die künfttge Weltstellnng w fcre§ Vaterlandes stützt sich zu einem guten Teil auä> hier* auf!" — So gesprochen zu Frankfurt am Main, der alten Kaiserstadt, im Jahre des Heiles 1918 zu einer Zeit, wo sich nn^ek deutsches Vaterland von einer Unsumme brutalster Feindesmacht in seinem Lebensmarke bedroht, denr Gipfel der grausam schwersten Not gegenüber gestellt sieht, zu einer Zeit, wo Massen bester deutscher Arbeits- und Volkskraft, dazu bestimmt, uns unsere deutsche Wehr zu schuüeden, gelockt und geblendet von einem erheuchelten, mit fremdem Golde bestoä^enen Volksbeglückertume, sich htnreißen lassen zu dem verbrecherischen Versuck>e, dcnn Vaterlande mit eiserner Hand an die Gurgel zu fahren, zu einer Zeit, wo unser deut^ sches Vaterland gehetzt von einer Wett von Feinden, dia tljm erbarmungslos Tod und Vernichtung geschworen, sich' -zur letzten, endgültigen und wuchtigsten Aeußerung seiner Ur^Volkskraft bereit zu machen gezwungen ist, um den eisernen Ring um seinen Hals zu sprengen, den Ring, der cs sclronungslos erdrosseln sollte! O Schmach und Schände! Den Kampf gegen den alten deutschen Geist will uns dieses Talmi-Deutschtum der „Frankfurter Zeitung" predigen, den Kampf gegen jenen altbewährten'Geist, dem Deufich- land seine Befreiungskriege verdankt, denk Deutschland seine nationale Erhebung des Jahres 1870 dankt, dem Deutschland sein, .in der Gesckächte der Völker einzig dastehendes', unerhörtes meteorgleiches Aufsteigen zu ungeahntem nano- nalen Neichtume, zum Höchststände von Kultur und voli- tififter Macht verdankt, dem Deutschland die ihm so bitter nötige Krait verdankt, sich in diesem entsetzlichsten der Welt- kriege siegreich zu verteidigen gegen eine Welt von Feinden, die sich anschickten, ein 70-Millioneuvolk, Millionen mfickul' diaer Frauen und Kinder dem Hungertode kalt lächelnd in die nackten Arme zu treiben, die das Völkerreckft mit 'Füßen getreten, unseren durstenden Säuglingen den Bezug der Kinderiuilch gesperrt haben? Ten Kampf predigt man uns gegen diese Macht, die man brutal nennt, weil sie ans dein ewig sprudelnden Jungbrunnen deutschen Volksrumes entspringt, weil sie in der unerschöpflichen Nährkraft deutscher Erde ihre Wurzeln bat und weil sie endlich sich aui- käumt gegen eine und ''-'icke Talmi-Demokratie, welche die Maximen russischer ischewiki und ihres traurigen Propheten Trotzki-Vraunstein zum eigenen Dogma macht, die sich nicht scheut, nach echt russischein Vorbilde, den .schmutzigen Pwd der Denunziation feige zu beschreilen, wenn sie es nicht Waat, dem politischen Gegner mit offenem Visier in ehrlichem Kampfe entgegen zu treten!!- Unter selchen Umständen muß es doch wahrlich gestattet kein, einmal an den Herrn Schreiber der „Frankfurter Zeitung" folgende bescheidene Anfrage zu richten: Wie beißt denn eigentlich jenes verfide Volk, das Jahrhunderte lang die Welt bestohlen belogen, beraubt und ausgeplündert hat, kas alles, was nur entfernt nach sogenannten Menschen- leckten riecht, mit Füßen trat, das Indien. Australien, Kanada ausgepkündert. die Iren, die Buren geknechtet, das sich in Gibraltar, Malta. Aegypten und in diesem Weltkriege in Ausübung brutalster Machtgelüste in Calais. Saloniki, Bagdad. Jerusalem sestgenistet, das durch sein infames Aushungerungsprojekt das größte Verbrechen der Weltgeschichte auf seine Schultern lud und seinen Busenfreund Wilson, den König der Gesinnungslumpen, bei diesem Verbrechen Schmiere stehen ließ? Ist dies Volk nicht das von Euch an- gebetete England? Wie heißt denn weiterhin die große Nation, die das Recht des Nächsten, das Ihr angeblich über alles stellt mit Füßen tritt, die in ihrer Gewalt befindliche beiltscbe Kriegsgefangene mit einer derart unerhörten Sckunack und Niedertracht behandelt, daß die schänsten Repressalien der deiilschen Regierung nötig wurden, um das Los unserer armen gefangenen Stammesbrüder auch nur einigermaßen erträglich zu gestalten, während sich die gefangenen Rothosen bei uns fast als die Herren aufspielen, singen, pfeifen, ihren Wanst mästen? Wo steckt denn nun da die von Euch verabscheute brutale Mackst? Mer ist denn weiterhin diese rote Bande der Herren Bolschewiki. die unter dem erhenchelten Rufe des Selbstbestimmungsrechtes der Völker unter der Führrtng ihres Bluthundes ..Rotzki" die russischen Randvölker planmäßig in die Vernichtung schleudert, im Blute watet, gegen deren Greuel die franzö- sisck)? Revolution das reine Ammennrärchen darstellt? Wollt Ihr diesen Mördern vielleicht klar zu machen versuchen, daß der Geist der Brutalität nicht der Geist Deutschlands sei? Wie denkt Ihr weiterhin eigentlich von diesem biederen Volke der Amerikaner, das durch einen Wilson personifiziert wird, das unter dem Deckmantel eines Heerrufers der Weltdemokratie aus diesem entsetzlichsten Weltkriege das größte Schachergeschäft der Welt machte, das für sich eine Monroe- Doktrin schuf, sich aber nickst entladet, in unsere inneren Verhältnisse bestimmend, befehlend hineinschwätzen zu wollen So sehen die Völker aus, denen Ihr einen anderen Begriff von dem Geiste Deutschlands beibringen zu müssen Euch für berufen haltet! — Und nun zu unserem deutschen Vaterlande selbst. Herr Schreiber der „Frankfurter Zeitung": Aus welchen Ständen rekrutiert sich wohl das große Heer der dunkeln Ehrenmänner. Schieber, Schleichhändler, Zwischenhändler, Kriegs- Wucherer, die dem deutjchen Bürger, dent \o schwer geprüften ' deutschen Mittelstände, bem armen kleinen Manne das not- dürfttge Hemd vom Leibe reißen, ihm das Fell über die Ohren ziehen, aus seinem Felle die Riemen schneiden, zur Peitsche flechten, um sie herniedersausen zu lassen auf seinen gramgebeugten Rücken? Und wer ist denn eigentlich di? Masse von Arbeitern, die jetzt im Gelde toiihlen, die an das Ungeheuerliche grenzende Löhne beziehen, die alle Stätten deö Vergnügens füllen, während der kleine .Handwerker, Kaufmann, Beamte, hungernd und frierend an der Pforte steht, die das Recht für sich in Anspruch nehmen, die Fackel des Streikes hineinschleudern zu dürfen in die für unsere Existenz schaffenden deutschen Betriebe, die aber augenblicklich nach der Hilfe der Staatsregierung schreien, wenn deutsche Männer es wagen, anderer Ansicht zu sein und öffentlich zu erklären, daß wir um unser Sein oder Nichtsein weite > kämpfen müssen, die sich nicht scheuen, an diesen Männern zu Denunzianten zu werden? So frage ich den zeitungssckreibenden Schwachmatikus der „Frankfurter Zeitung": Ist dies alles der von Euch verpönte alte deutsche Geist, der Ausfluß brutalster Gewalt, der von Euch mit stärkeren Mitteln als bisher bekämpft werden muß. oder ist es nicht vielmehr der vom feindlichen Auslande hereingeschmuggelte. von Euerer Pseudodemo- kratie aber inaugurierte neue Geist, der uns bereits bis an den Abgrund geführt hat? Spitzt nur weiter Euren Mund zum Kusse d?r ganzen Welt und wartet ab, bis Ihr von unseren Feinden statt eines Kusses den verdienten Fußtr'tt auf das honigsüße Vreimaul erhaltet, Ihr Volksverbrüderer! Schneidet immerzu die Riemen aus dem Felle des deut'ck.en Mittelstandes, flechtet sie zur Peitsche und wartet dann ruhig ab bis die abgekämpften Millionen deutscher Männer aus. dem Felde zurückkehren, sich vor die Notwendigkeit gestellt sehen, die Zinsen siir eine deutsche Neichsschuld von 150 Milliarden auf,zubringen. die zu einem guten Teile in Eure Taschen geflossen sind und sehet zu, ob sich schließlich nickst diese Peitsche gegen Euren Rücken kehrt, der Euch krumm geworden ist. aber durch lauter Katzenbuckeln vor dem perfiden England und seinem Vetter, dem Schacherkönig Wilson! £>. man möchte in tiefster Not und Entrüstung in die deutschen Gauen hineinschreien: Burschen heraus! Aber wozu schließlich? Das Echo fehlt! O alte Burschenherrlichkeit! Wohin bi st du entschwunden! Die Cjmrbl'ckmiW. c>rr Wen eine StratMonif? Da haben die Bürokraten, die in Mainz am grünen Tisch hocken, wieder etwas ausgeheckt.. Sie haben befohlen, daß die großherzogltch hessischen Hühner 60 Eier tm Jahr zu legen haben. Von der ganzen Eierernte darf der Hühnerhalter für sich und pro Kopf der Familie und der im Haushalt beschäftigten Dienstboten je 40 Eier behalten, alle anderen müssen dem Communis- mus zum Opfer fallen. Hat also ein Landwirt 20 Hühner, so werden ihm zwanzig Prozent für Hähne und schlechtlegende Hühner gutgeschriebea, so daß noch 16 Stück verbleiben: diese sollen laut Befehl der Eierstelle im goldenen Mainz 960 Eier legen. Zählt die Familre 5 Köpfe uno ein Dienstmädchen, so darf der Landwirt 200 Eier für sich behalten und 760 Stück mutz er zur Ablieferung bringen. Sein sonstiges Personal, Knechte. Feldmädchen usw. dürfen sich höchstens die Eier stehlen, wenn sie die Hennen gackern hören. Was auf diese Weise noch verloren wird, das geht ebenfalls auf das Konto des Hühnerhalters, der schließlich in den Mond gucken darf, aber das erhebende Bewußtsein hat, die Bewohner der Großstädte mit Eier gefüttert zu haben, während ihm die Arbeit verblieben ist. Dabei wagt mau es noch auf den Zetteln, worin die Eierablieferung befohlen wird, von einer patriotischen Pflicht zu reden. Man bleibe uns mit solchen Redensarten vom Leibe. Die patriotische Pflicht sollte darin bestehen, daß man den Produzenten die Schaffensfreudigkeit nicht verekelt, und nach dem Bibelspruch handelt: Du.sollst dem Ochsen, der da drischst, das Maul nicht verbinden. Wenn man darnach handeln würde, so würde es auch Eier geben. Unter den obwaltenden Umständen kann man die Entrüstung begreifen, die sich der Landbevölkerung bemächtigt hat und ein großer Hühnermord wrrd die Folge der Mainzer bürokratischen Verordnung sein. Und wieder sind die Hessen als Stiefkinder behandelt worden. Die schlechten Erfahrungen, dre man im Vorjahre mit der Eierablieferung gemacht hat. sind nicht beherzigt worden, der rommmujtijche Gedanke hat abermals gesiegt und -ie Bedingulk gen find verschärft worden. Im bctwchbarten Preußen aber hat man sie gemildert. Vor uns liegt eine Verordnung für den Stadt- und Landkreis Frankfurt über die Eierablieferung. Es heißt da: „Die Hühnerhalter haben danach im Jahre 1918 von jeder Henne (auch Zwerghenne), bis Ende Juni mindestens zehn Eier, bis Ende September mindestens weitere 4 Eier abzuliefern, während im vorigen Jahre 80 Ei-r abgcliefert werden sollten. Von der Ablieferungspflicht bleckt für je zwei Haushal- lungsmitglieder des Hühnerhalters eine Henne frei. Diese Vergünstigung findet jedoch nicht statt, und es muß die volle Eierzahl von jeder Henne bereits abaeliefert fein, wenn Eierkarten für die Monate November bis Januar beantragt werden. In besonderen Fällen kann das Lebensmittelamt Ausnahmen von den genannten Zahlen gestatten. In entsprechender Weise kann auch das Brüten von kennen berücksichtigt werden." Das sind also 14 Eier gegen die 40, die der großherzoalich hessische „Untertan" abzuliefern bas und dabei können noch Milderungen eintreten? Ja zum Teufel? lr-bcn wir denn in einem einigen Deutschen Reich? Gleiche Rechte, gleiche Pflichten! so sagen doch heute unsere Stoatenlen^er. Sind wir denn in Hessen eine Strafkolonie? Ueberall: bei der Speckablieferung, bei den Kartoffelpressen usw. sind wir in Hessen übler, daran cüs in Preuben, wo doch die Verfügungen gemacht werden. Ist es ein Wunder, daß bei einer solch schreienden Ungerechtigkeit die Gebote nickt befolgt werden. Man kann's dem Hüh'-crhalter nicht verdenken. Es freut uns zu hören, daß die Landwirt- fchaftskommer bereits Schritte in dieser Sache getan hat und wir fordern unsere Landtagsabgeordneten auß mit aller Entschiedenheit im Landtag dageaen Einspruch zu erheben, daß Hessen eine Strafkolonie im Deutschen Reiche ist.. Roch ein Vorschlag: Wir glauben im Einverständnis aller Hühnerhalter zu sprechen, wenn wir unteren gesamten Hühn^rbcstand der Gr. Eierstelle in Mainz zur Verfügung stellen Die Herren mögen sie mit Verordnungen, Verfügungen und Paragraphen füttern und die Eier dann verteilen. Wer den Genuß haben will, soll auch die Arbeit haben. Ans Heima*. Don der Eisenbahn Es ist zuzugeben, daß. die Kriegsver- hältnisie eine Einschränkung des Reiseverkehrs erforderlich machten, eine andere Frage ist es aber, ob es notwendig und zweckdienlich ist, wenn durch Unterbeamten und Beamtinnen diese Einschränkungen dem Publikum in schroffem, barschem Befehlston zu Eemüte geführt werden. „Mache fe. daß Se enein komme! — Wenn Se net stehe wolle, so bleibe Se doch daham! — Was brauche Se zu fahre lafe Se doch, wenn Se net daham bleibe wolle!" und derartige Ausdrücke kann man jeden Tag hören. Es hat fast den Anschein, als ob man an höherer Stelle mit derartigem unverschämten Benehmen der Beamten einverstanden ist. Jedenfalls ist es höchste Zeit, daß einmal die Volksvertretung ein ernstes Wort in dieser Sache spricht. — Am Sonntag spielte sich eine derartige erregte Szene im Hauptbabnhof mittags 1.28 Uhr am Weserzug ab. so daß es erforderlich ist. sie an die Oeffentlichkeit zu bringen. Viele Reisende, darunter solche mit Monatskarten, welche aus dem Frühdienst kamen und nach Hause wollten, wurden wegen angeblicher Ueberfüllung des Zuges zurückgewief-en. Da kam kurz vor der Abfahrtszeit ein Landstürmer mit etwa 10 russischen Gefangenen, für diese war noch Platz da. Bereitwilligst wurden die Herren Russen in zwei Abteilen 2. Klasse untergebracht. Unter Schimpfen und Protest der deutschen Reisenden, welche zurückblelben mußten, fuhr der Zug ab. Kommentar überflüssig. — Nachschrift: Als ein Miß- stand sondergleichen muß auch bezeichnet werden, daß meistenteils in den Mittagsstunden am Bablckof zu Friedberg nur ein Fahrkartenschalter geöffnet ist, während um diese Zeit fünf Züge nach allen Richtungen verkehren. Die Folge ist. daß sich der Verkehr staut und Karten nur mit größter Mühe zu erhalten sind. )( Mitteldeutsche Ereditbank. In der heutigen Vilanz- sitzung des Aussichtsrats wurde beschlossen, in der auf den 23. März d. I. einzuberufenden Generalversammlung die Vertei lung einer Dividende von 7 Prozent gegen 6)4 Prozent im Vor» jahre zu beantragen. SLLK..I.K —■ ■ L5"aggg""" 1 ■? --— -v- m.' ■ m Verantwort!ick für den politischen und lokalen Teil: Otto Hirsche!. Friedberg: für den Anzeigenteil - R Kenner. I riedberg. Truck und Verlag der „Neuen Tageszeitung", A- G.. Friedbera t & HchmilkiMilg Monta", d n 4. März. werden in den For io un Enge söcun und Buchem on ver eiwr.; 177,9 rm Bmben-Sckeiter; M Kn prel rm: 3 r0.4 Buche, 43.4 Elche, 5 A pe; Reisig rm: 192 ^uche. 27,5 Eiche. Zu'a.nmenku c vormittags9 Uhr an derKrev uno des bleuenWe^es uno der R. den chnei e. Friedber , den 26. Febr. 19!8. Freiherr!. Oberföriterei Ockstadt. J.B. Augst, Großb. Forstmeister. Donnerst«''. den 28. ds. Mis., mittags t Uijt an angend. versteigere ich in der Aündeck zu Friedbeea freiwillig gegen Barzahlung Möbel aller Art: Betten, Stühle, Tische. Bit- -er, Waschtische, 2 CtS- schränlke, Schrei otommode, Berit kows, Waschmaschine, Schrett'pnit rc. Nuppel, - ^onaror und Taxator. _ Mädchen, das Ostern aus der Schule entlassen wird, sucht Stellung auf Bureau. Kenntnisse in Englisch. Francksi ch, Stenographie u. Schr ibmaichine vorhanden. Offerten imiec Rr. 300 an die Ge chäftsst. der „Neuen Tagesgg." ZiMRW für Hausarbeit auf L März oder später gesucht. Frau Karl Endlich, Fnedderg, Güterabfertigung. 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Sekunda einer hessische Realschule oder Ober realschule ohne Prüfung ausgenommen. Fenrer be re.t der erfolg reiche Besuch un,erer obersten Klaiis vom Besuch der Fortbildunas «chule. Jede weitere Auskunft wird jederzeit gern erteilt. Vilbel. den 23. Februar 1.(18. Die Leitung der tzöhersn Bürgerschule. Dr. Chambre. Sämascfiinen Hackmaschinen Federzahn-Cuitivaioren Eggen Glatt- n. Cambridge-Walzen i sofort auf Lager lieferbar. Jul. Bliunenthal & Co. landwirtschaftliche Maschinen, Frankfurt a. M.-West. A 4nlKAr1.irfl.oa Nr AI