Uirrnmer 47 Montag, den 25. Februar 1918 11 . Jahrgang. Die .»Lieue Taaesreitung" erscheint reden Werlta^. Regelmäßige Beilagen „9er Hauer aus Hessen", „Zie Spinnssubs". Bezugspreis: Bei den Postanitalten merrelrbrlirt) 2 ,4Q hin u rritt noch das Bestellsi-ldr e> oen ui .vnter. monattich 85 Pfg. einschließlich Trägerlotm. Anzeigen: Grund.eile 25 Psg., totale 20 Psg^ Anzeigen von auswärrs werden our-.b b'ostnachnabmO erhoben. E n^eorr briedberg. Kchriflleltunq und Verlag Medderq (Hessen), ^anaueritrahe 12. Fern>precher 48. Pssljhrck-Lsnto Nr. 4859. 2 lin ".-anrsuet a. '\H. } e tt Vormarsch auf Reval Walk bcfckt. — Sie Gefangeueurahl um über 9000 erhöht. — Kampflatiakeit am Hartmannsweilerks^f 10000 Tonnen versenkt. — Eine einzigartige Leistung. Der deutsche Geueralstab == meldet: W. T. K. Großes Dcrn^tssrrartiep» den 23. Februar. Amtlich. Oestlicher Kriegsschauplatz. In Estland sind unsere Truppen im Vordringen nach Osten. In Livland wurde Walk besetzt. In der Ukraine haben die südlich von Luck vorgehenden Kräfte D u b n o erreicht. Im übrigen nehmen die Operationen ihren Fortgang. Die Zahl der etngebrachten Gefangenen hat sich um 2 Generale, 12 Obersten, 433 Offiziere und 8770 Mann erhöht. Von den anderen Kriegsschauplätzen nichts Neues. Der Erste Generalquartiermeistee: Ludendorff. Aberrbbericht. Berlin. 23. Fetzr^ abends. (WTB. Amtlich.) Am Hartmannsweilerkopf und westlich von Mülhausen tagsüber erhöhte Vefechtstätigkeit. Die Opemtionen im Osten nehmen den erwarteten Verlauf. * W. T. K. Großes Nariptqrrartrer, den 24. Februar. Amtlich. Westlicher Kriegsschauplatz. Heeresgruppen Kronprinz Rupprechl und Deutscher Kronprinz. Engländer und Franzosen entwickelten an vielen Stellen der Front rege Erkundungstätigkeit. Stärkere französische Abteilun- ,gen, die über die Ailette in Chevgregny einzudringen versuchten, wurden im Gegenstotz vor dem südlichen Dorfrande zurückgeworfen. Auf dem westlichen Maas-Ufer holten Sturmtrupps Gefangene aus den französischen Gräben. Heeresgruppe Herzog Alb recht. In den Vogesen erfolgreiche Erkundungsgefechte. Westlich »an Mülhausen griffen französische Bataillone nach heftiger mehrstündiger Feuerwirkung beiderseits des Doller an. Ihre Angriffe brachen bei Nieder-Asbach im Gegenstoß, bei Exbrücke und Nieder-Vournhaupt im Feuer bayerischer Truppen zusammen, Vierzehn Gefangene blieben in unserer Hand. Oestlicher Kriegsschauplatz. ^ .. Heeresgruppe Eichhorn. In Estland stoßen unsere Truppen, von der Bevölkerung Überall freudig begrüßt, trotz verschneiter Wege in Gewaltmärschen vor, warfen den an einzelnen Punkten sich stellenden Feind und nähern sich Reval. Bei der Einnahme von Walk am 23. Februar wurden durch die schneidige Attacke einer Husarenschwadron die Stadt vor der Einäscherung durch den Feind gerettet, eintausend Gefangene gemacht und sechshundert deutsche und österreichisch-ungarische Kriegsgefangene befreit. Kleine Abteilungen stießen gestern bis Ostrow vor und brachen dort feindlichen Widerstand. Sächsische Truppen machten in Valbinowo eintausend Gefangene. Von Minsk aus wurde Bo- riffow besetzt. Auch bei der Heeresgruppe Linfingem nahmen die zur Unterstützung der Ukraine in ihrem Befreiungskämpfe eingeleiteten Operationen den beabsichtigten Verlauf. In Ifkorost sind deutsche Truppen eingerückt. Ein auf dem Bahnhof Schepietowka einlausender Zug mit großrussischen Truppen wurde angehalten, die Besatzung entwaffnet. Italienische Front. ( Oestlich von der Brenta brachen die Italiener am Abend Überraschend zum Angriff am Col Eaprile vor. Sie wurden im Feuer abgewiesen. Der Erste Generalquartiermeister: Lrtdendorfsi Abendbrricht. i Berlin, 24. Febr. (WTB. Amtlich.) Im Osten gehen die Bewegungen planmäßig vorwärts. Von den andere» Kriegsschauplätzen nichts Neues Der österreichische Generaistad 7 > . . ,= meidet: ========= Wien, 23. Febr. (WTB. Nichtamtlich.) Amtlich wird verlautbart: Keine besonderen Ereignisse. Deutsche Truppen besetzten D ub n o. Der Chef des kcueralstAbr,. Wien, 24. Febr. (WTB. Nichtamtlich.) Amtlich wird verlautbart: Bei der Heeresgruppe Linsingen nehmen die zur Unterstützung der Ukrainer eingeleiteten Operationen den beabsichtigten Verlauf. Der Chef des Generalstabes. Sofia, 20. Febr. (WTB. Nichtamtlich.) Generalstabsbericht. Mazedonische Front: Westlich des Ochrida-Sees zerstreute unsere Artillerie mehrere französische Infanteriegruppen. An einigen Stellen im Eernabogen und bei Dobropolje kurze Feuer- Lberfälle. In der Moglenagegend und an beiden Wardarufern das gewöhnliche Artitteriefeuer. Im unteren Strumatale lebhafte Tätigkeit unserer Erkunder. Das türkische Hanptgnartier ==== = meldet: = Konstantinopel, 21. Febr. Tagesbericht. (WTB. Nichtamtlich.) Amtlicher An der Palästinafront erneuerte der Gegner am 20. Februar feine Angriffe gegen unseren linken Flügel. Sie konnten nicht überall abgewiesen werden. Unsere Truppen bezogen teilweise neue vorher bestimmte Stellungen. Sonst keine besonderen Ereignisse. Jericho in cnililchen Sonden. Englischer Bericht aus Palästina vom 21. Februar: Am 21. Februar früh nahmen unsere östlich Jerusalem operierenden Truppen nach einer ohne Zwischenfall verlaufenen Nacht ihren Vormarsch gegen Jericho wieder auf. Wir stießen nur auf schwachen Widerstand und um 8 Uhr 20 vormittags zogen die be- rittenen Truppen in die Ortschaft ein und fetzten sich später in der Linie des Jordans und des Wadi-Auja fest. Im Norden und Nordwesten von Jerusalem wurde unsere vorgeschobene Stellung leicht ausgedehnt und befestigt. lOObO Tonnen versenkt. Berlin, 22. Febr. (WTB.) Neue Erfolge auf dem nördlichen Kriegsschauplätze: 18 000 Bruttoregistertonnen. Unter den versenkten Schiffen befand sich ein großer Dampfer von über 10 000 Vrt. vom Aussehen des englischen Dampfers „Orama". Der Chef des Admiralstabs der Mariae, Berlin. 23. Febr. (WTB. Amtlich.) Neue U-Vootserfolge trn westlichen Mittelmeer: 22 000 Bruttoregistertonnen. Ein etwa 6000 Tonnen großer bewaffneter tief beladener Frachtdampfer mit Passagierdeck wurde aus Zerstörer- und Fisch- dampierbedeckung, der bewaffnete tief beladene Transportdampfer „Maiar" (2700 Vrt.), aus einem stark gesicherten Geleitzug herausgeschossen. Unter den übrigen versenkten Schiffen konnte der bewaffnete erst 1917 erbaute französische Dampfer „Ville de Verdun" festgestellt werden, der mit Erdnüssen von Dakar nach Marseille unterwegs war. Der Kapitän des Dampfers wurde gefangen genommen. Der Chef de, Admiralstabs der Mari»-. Eine einzigartige Leistung. Rückkehr des Hilfskreuzers „Wolf" nach ISmonatiger erfolgreicher Kreuzfahrt. Berlin. 23. Febr. (WTB.) S. M. S. Hilfskreuzer Jß o l f* ist nach Ibmonatiger Kreuzfahrt durch den Atlantischen, Indischen und Stillen Ozean dank der hervorragenden Führung seines Kommandanten, Fregattenkapitäns Nerger und d^r glänzenden Leistung seiner Besatzung glücklich und erfolggekrönt i» d i e Heimat zurückgekehrt. Das Schiff hat den Seeverkehr zu unseren Feinden durch Vernichtung von Schiffsraum und Ladung in schwerster Weise geschädigt. Mehl als 400 Angehörige von Besatzungen versenkter Schiffe, darunter die verschiedenste« Nationalitäten, insbesondere auch zahlreiche farbige uud weiße englische Militärpersonen find durch S. M. S. „Woks' nach Deutschland übergeführt. Außer mehreren von bewaffneten Dampfern erbeuteten Geschützen hat S. M. S. „Wolf" große Meirgen von wertvollen Rohstoffen: Gummi, Kupfer, Messing, Zink, Kakaobohpen, Koyra usm. im Werte von vielen Millionen Mark mitgebracht. Näher» Angaben werden noch veröffentlicht. Der im Februar 1917 von S. M. S. „Wolf" aufgebracht« und als zweiter Hilfskreuzer ausgerüstete englische Dampfer „Turritella". der den Namen „Iltis" erhielt, hat unter Führung des ersten Offiziers S. M. S. „Wolf", Kapitänleutnant Brandes erfolgreich nn Golf von Aden operiert, bis er durch englische Streitkräfte gestellt und von der eigenen Besatzung versenkt wurde, die sich in Stärke von 27 Köpfen in englischer Gefangenschaft befindet. Diese unter den schwierigsten Verhältnissen ohne feden Stutzpunkt und ohne Verbindung mit der Heimat durchgeführte Kreuzfahrt S. M. S. „Wolf" stellt eine einzigartige Leistung dar. Der Chef des Admiralstabs der Marine, • c Ein englischer Handelsgeleitzug verunglückt. Kopenhagen, 22. Febr. (WTB.) Die hiesigen Blätter melden aus Bergen, daß ein großer englischer Handelsgeleitzug von einer Katastrophe betroffen worden sei. Montag ftüh verließe» 29 Schiffe, und zwar 18 skandinavische und 11 englische im Ee- leitzug England auf der Reise nach Norwegen. Der EeleitzuK geriet auf See in einen furchtbaren Sturm. Am Mittwoch morgen ereignete sich das erste Unglück. Ein dänischer Dampfer verschwand plötzlich und zueilende Schiffe fanden eine Anzahl Wrackstücke und die um Hilfe rufende Besatzung. Es war aber unmöglich, sie zu retten. Nach den Wrackstücken zu schließen, handelt es sich um den dänischen Dampfer „Georg". Mittwoch noch- mittag versank plötzlich der englische Dampfer „Harrowgate", ans selben Abend der schwedische Dampfer „Sranö". Auch ein anderer schwedischer Dampfer ging verloren. Während der ganzen Reise wurden weder Unterseeboote noch Kriegsschiffe gesichtet. Es wird daher nicht angenommen, daß die Schiffe versenkt worden sind. Die „Harrowgate" ist untergegangen, weil sich die Ladung verschoben hatte. Von den 29 Schiffen des Geleitzuges sind nur acht in Bergen eingetroffen und später noch zwei in Stavanger eingelaufen. Unser Vormarsch im Osten. Wolmar, 21. Jan. (WTB.) Wolmar wurde nach kurzem Gefecht nach vorangegangenen Gewaltmärschen erreicht. 300 Ges sangene und erhebliches Zugmaterial wurden erbeutet. Blutige Verluste hatte nur der Feind. In Wolmar und Wenden war die Dankbarkeit der von den Bolschewisten befreiten Bewohner groß und aufrichtig. Ihre Lage war unerträglich, die Willkür der Roten Garde entsetzlich. Noch im letzten Augenblick wurden 100 angesehene Bürger Wolmars verhaftet und zum Teil im Walds erschossen, darunter eine 62jährige Frau. Die Landsitze bei Wolmar sind sämtlich längst geplündert und leer bis auf die Mauern. Einige wurden noch gestern niedergebrannt. Die Kirche in Wol- mar war durch die Bolschewisten »erbrechen und verwüstet, de» Gottesdienst verboten, der Pfarrer verbrannt worden. Die deutsche Vormärsche vollzogen sich in beschleunigtem Tempo unter größten Entbehrungen und Anstrengungen. Die> Truppen biwakieren bei 18 Grad Kälte und geben in ununterbrochenen Tagesmärschen ihr Aeußerstes her. Haltung und» Stimmung ist vorzüglich, obwohl das Nachkommen der Ver-^ pflegungstruppen in völlig ausgeraubtem Gebiet bei großen ^ Entfernungen auf fchneeverwehten Straßen ungeheuer schwierig,' ist. Ganze Bataillone opfern ihre Nachruhe für die Herstellung' der Straßen. Nur ein Wille ist vorhanden, schleunigst dem tm*) menschlichen Treiben der Noten Garde ein Ende zu machen unß! die zu Tod^ geängstigle Bevölkerung zu erlösen. Nur so war e»'. möglich, daß am 21. Februar alle Marschziele -wischen dem Ri- * gaer Meerbusen und dem Alukstesee erreicht wurden, Vormarsch^ und Befreiung gehen planmäßig schnell weiter. Stockholm. 23. Febr. Nach Meldungen aus Finnland fr«*" !$» i» Wiborg wiederum 6003 russische Soldaten vom russischen Infanterie-Regiment 498 ein. Die Soldaten zeigten große Un. lust. die finnische Rote Garde zu unterstützen, weil große Angst besteht, in Finnland könnten bald deutsche Truppen eintreffen. Aus diesem Grunde wird auch der Abgang weiterer russischer Truppen nach Finnland nicht erwartet. Große Erregung herrscht auch unter der russischen Flotte, die in den Hafen von Seaborg und Helsingfors jetzt wiederum eingefroren ist. Diese öestebt aus vier Dreadnoughts, zwei Schlachtkreuzern, vierzehn Torpedobooten, sowie der russischen Kaiserjacht „Standard-. Helsingfors wird von der Landseite stark befestigt. Bjoerneborg wird von russischer Seite geräumt. Die Noten Garden konzen- liieren sich in der Linie Rusvesi-Filppule-Padasjoll Hormarfrfi in ttr llfera'üf. tferlin, 22. Febr. (WTB.) Bei klarem Frostwetter und strahlendem Sonnenschein vollzieht sich der deutsche Bormarsch auf den festgefrorenen Straßen in die Ukraine hinein. Am 21. Februar war die Linie Luniniez-Rowno überschr'tten und damit die wichtige transversale Bahnverbindung Baranowitschi- Rowno in deutschen Händen. Bolschewistische Banden leisten nur geringen Widerstand Die Borräte. die allerorten aufgefunden und damit vor der Zerstörung durch die bolschewistischen Banden geborgen werden, übersteigen die Erwartungen. Außer dem reichen Kriegsgerat. Geschützen. Maschinengewehren. Flugzeugen und Automobilen fiel den Deutschen vor allem erhebliches rostendes Material in die Hände In Zdoldunowo. südlich von Nowno. wurden allein fünfzig Lokomotiven und mehrere hundert Waggons vorgefunden. Die besetzten Bahnen sind bereits in Betrieb genommen. An der noch fehlenden Strecke zwischen der deutschen und der russischen Bahnlinie, zwischen den Orten Holoby und Perespa. wird fieberhaft' gearbeitet. Die große Landstraße nach Luck ist bereits über die trennenden Schützengräben hinweg fertiggestestt. In dem Räume von Kowel wird der Grundstock zu der nationalen ukrainischen Armee gelegt. Die erste ukrainische Division, deren Führer. Stabsoffiziere und Mannschaften aus ehemolrg.'n Kriegsgefangenen bestehen, ist bereits in der Bildung begriffen. Offiziere und Mannschaften, in die historische Uniform der ehemaligen ukrainischen Kosaken gekleidet, lange blaue Nücke und weiß-graue Pelzmützen, machen den besten Eindruck. Stimmung und Aussehen der Leute, die unmittelbar aus deutschen Gefangenenlagern kommen, sind das beste Zeugnis für die Behandlung der Kriegsgefangenen tn Deutschland. Dev Dürgerkrieg in Finnland. ^ Wasa, 23. Febr. (WB.) Generalquartiermeister Ignatius drabtet: Ueber erfolgreiche Kämpfe wird gemeldet Bei Satakund warfen unsere Truppen ebenso wie bei Levir und Merikaarva den Feind zurück. Feindliche Angriffe b-i Ruovesi wurden abgewiesen. bei Kuhowen eine überlegen- feindliche Abteilung non weißen Gardisten unter Leitung des Obersten Bergström geschlagen und ein Maschinengewehr genommen. Jarkaus ist eingeschlossen. Aus Krelen nichts Neues. Stockholm, 23. Febr. (WB.) Nach einem Telegramm aus Snemoejoki sind die meisten russischen Kriegsschiffe in dem Hafen non Helsingfors. Sveaborg ist in den lebten Tagen wieder eingefroren. Da die roten Garden den Fall Tammerfors und Nyborgs befürchten, erklärten sie Helsingfors in den Kriegszustand und umgaben die drei Landfronten der Stadt mit Stacheldraht und Schützengräben. Köln. 23. Feb. Tie Weiße Garde ist überall in sieg* eickem Vordringen. Sie hat laut „Köln. Zlg." Björnebcig vesetzt und beherrschst ganz Nord- und Mittelfinnland. Die Rote Garde arbeitet eifrig daran, Helsingfors in Verteidigungszustand zu setzen. Wahrscheinlich glaubte jie, die deutsche« Soldat«, würde» nicht gegen die BolschewM marschieren. Als sie aber doch marschiere ten, war es mit der Verteidigung der Bolschewik, nichts. Sie räumten taenlos und rühmlos das Feld. Der andere Ruhm, mit der Soldateska gegen wehrlose Frauen und Kinder im Innern und in den Randstaaten zu wüten, war leichter zu holen, aber vor dem ersten Anstoß der deutschen Waffen brach Kraft und Mut der Bolschewiki-Armee zusammen. Jetzt dürfen ernste Friedensverhandlungen beginnen, nicht mehr solche, wie sie Brest-Litowsk gesehen. Dir Frikdl'nsliahinidlünal'n mit IJnntiimdi. Bukarest. 24. Febr. (WTB.) Kühlmann und Czer- n i n trafen gestern abeird hier ein. Sofia. 22. Febr. (WTB.) Die bulgarische Abordnung be. gab sich nach Bukarest, um an den Friedensverhandlungen mit Rumänien teilzunehmen. Der Führer der Abordnung ist der Finanzminister Tontjchew. der Bulgarien auf der Buka- rester Konferenz 1913 vertrat. Weiter gehören der Abordnung an- Der Vizepräsident der Sobranje Momtfchilow. der Abgeordnete Koftow. General Tantilow. Profesior Miletitsch. Tantilow befindet sich bereits als militärischer Vertreter Bulgariens in Bukarest. » Bulgarische Preffestimmen. Das demokratische Organ ..Preporets" empfiehlt keine Schonung gegenüber Rumänien. „Woenni Isweftja" erinnert daran, daß Bulgarien in jenem Augenblick auf die Seite Deutschlands getreten.fei. als die Laae Oesterreichs und der Türkei am bedrohtesten gewesen sei. Durch Bulgariens Hilfe fei die Dardanellenaktion gescheitert. Serbien. Montenegro und Rumänien vernichtet und die Salonik-Expedition endgültig gelähmt worden Es sei gerecht, daß Bulgariens Wünsche auf dle Dobrudscha erfüllt würden, denn das würde die Bulgaren überzeugen, daß ihre Kriegs- und nationalen Ziele auch die seiner Verbündeten seien. ..Mir" befaßt sich mit der Andeutung der türkischen Prelle von einem etwaigen Gleichgewicht aus dem Balkan und stellt fest, daß der frühere Versuch, das Gleichgewicht auf dem Balkan durchzuführen, zu einem großen Teil den Weltkrieg verursacht habe. Das Blatt meint, wenn die türkische Prelle logisch vorginge. müßte Bulgarien auch fremdes Gebiet erhalten, denn auch nach der Vereinigung oller vcn Bulgaren bewohnten Gebiete bliebe Bulgarien immer noch das kleinste Mitglied des Vierbundes. Konstantiuopel. 23. Febr. (WTB.) Laut „Tanin" wird der türkische Botschafter in Berlin Hakki Pascha als erster türkischer Unterhändler bet den neuen Verhandlungen mit Groß-Rußland in Brest-Litowsk tätig fein. Cinjitüiing der tzllinilignglraiispartk flnfilnnli. Bern. 23. Febr. (WTB.) „Petit Marseillais" meldet aus Kobe- Angesichts der Unruhen in Chardin und Wladiwostok be- fchlosten die Ententeregierungen. die Munitionstransporte von New Port nach Wladiowostok aufzuhalten. Japan wurde beauftragt, alle nach Wladiwostok unterwegs befindlichen Munitions- sendunqen abzufangen und die Munition tn Japan zu löschen. Bereits wurden tn Kobe und auf den Bejima-Inseln 4009 Tonnen Munition gelöscht. Drei japanische Dampfer liegen in New York und können keine Munition laden. Zehn amerikanische Schifte erhielten unterwegs d-n Befehl. Wakamutsu anzulausen. Unterhandlungen sind' im Gange, die Munition dort auszuladen. (Nf nrotr'oriiik ist-nmina in itlnrifi’nit. Adolf Friedrich non Mechlenbura f Reu-Strelitz, 21 F-br. (WB. Amtlich.) S. Kgl. Hoheit der Großherzog Adolf Friedrich VI. ist plöklich und uner- wartet gestorben. Großherzog Adolf Friedrich war am 17. Juni 1882 zu Neustrelitz geboren und hatte erst am 11. Juni 1911 nach dem Ableben seines Vaters den Thron bestiegen. Er war Königl. Preußischer Oberst. Chef des 2. Bataillons des Großherzogl. Mecklenb. Grenadier-Regiments Nr. 89 und .tand ä la suite des 1. Garde-Ulanen-Regiments. Er starb unvecmahlt Eine seiner Schwestern, Herzogin Jutta, ist die Gemahlrn des Kronprinzen von Montenegro. GefauKeurnciend. Berlin. 21. Febr. (WTB.) Nachdem sich während des Waf. fenstillstandes die bis dahin undurchdringliche Mauer der Front gelockert hat. sind nach und nach zahlreiche Meldungen einge- troffen. die mosaikartig zusammengesetzt ein erschütterndes Bild von der Behandlung ergeben, die das „freie" Rußland unseren Gefangenen zuteil werden läßt. Aus ihnen erkennt man deutlich. wie es um die schönen Phrasen der Bolschewisten von der „Gerechtigkeit und Menschlichkeit" bestellt ist. Wer bei uns etwa an diese hohlen Redensarten geglaubt hat und sich von ihnen eine Besterung des Loses unserer bedauernswerten Gefangenen in Rußland versprochen hätte, dem muß die Nöte des Zornes und der Entrüstung emporsteigen, wenn er sein Phantasiegebilde mit der rauhen Wirklichkeit der hier vorliegenden Zeugnisse ver. gleicht. Die Unterkunftsräume unserer Gefangenen starren von Schmutz und wimmeln von Ungeziefer. Die Lagerbefehlshaber sind allmächtig, und glücklich der Gefangene, der die Mittel hat. sich ihre Gunst zu erkaufen. Die Unsauberkeit der russischen Ge- fangenenlager erzeugt zahlreiche Krankheiten unp Seuchen. Die Sterblichkeitsziffer unter den Gefangenen beträgt nach Angabe von einwandfreien Zeugen 49 v. H. „Das ist recht so. Hier sol. len sie verrecken", hat nach eidlicher Aussage ein Rohling von einem Lagerbesehlshaber erklärt. Da es an Arzneien und Der. bandsstoff fehlt, wird die Watte ungereinigt immer wieder ver- wendet, bis sie vollständig von Eiter durchtränkt ist. Kranke mit ansteckenden Krankheiten werden nicht in Isolierbaracken unter- gebracht, sondern müssen mit den übrigen zusammen Mann an Mann liegen. Knutenschläge und Fußtritte sind an der Tages- ordnung. Und solche Greuel geschehen in der „freien" Republik, die sich allen anderen so unendlich überlegen dünkt. Es ist hier die gleiche Sache wie überall. Der ganze Bolschewismus ist ein Phrasenrausch. Aber dieser Phrasenrausch wird bedenklich, wenn an ihm das Leben von tausenden wehrloser deutscher Männer hängt. * Was will die Regierung tun? Vergeltung ist am Platze, nicht an wehrlosen Geiseln in unserer Hand, sondern an de» Blutmenschen in Petersburg, die der Wett oorschwatzen. sie woll. ten sie vom Joche des Kapitalismus befreien, und die ihr Ur Wahrheit ein viel grauenvolleres Joch aufzwingen'. das der Anarchie, der Entfesselung aller niedrigen Instinkte und der Ge. waltherrschaft der Roheit. Die Kehrseite des freien Rußland. Man kann sich vorstellen, wie sich das Los unserer Kriegsgefangenen weiter gestalten wird, wenn Rußland sich von Ta» zu Tag mehr in ein einziges Chaos verwandelt, in dem alle Ge, walten und Instinkte losgelassen sind. Und selbst wenn man nicht das Schlimmste tn Betracht zieht, die Hilfslosigkeit gegen über dem Wüten bolschewistischer Horden, so ist es gleiwohl klar, daß die letzten Ansätze zu einer noch zu primitiven Organisatiov tn der gegenwärtigen Anarchie untergegangen sind und unsere Kriegsgefangenen das Aeußerste gewärtigen müssen, wenn das Vaterland ihnen nicht Hilfe bringt. D'k ir»!,t)f , rhanN„n[ifn mit Rußland. Wien. 23. Febr. Gegenwärtig finden auf drahtlichem Wege Besprechungen mit Rußland über die Bedingungen der Wiederaufnahme von Verhandlungen statt. Von dem Ansgange dieser Verhandlungen wird es abhängen. ob und wann die Verhandlungen in Brest-Litowsk wieder aufge-' nomnwn werden Wien, 23. Febr. Die heutigen Abendblätter sprechen die Erwartung aus. daß morgen, spätestens am Montag das Ergebnis der Vorbesprechungen vorliegen werde, von dem es abhängig sei. wann die Verhängungen wieder beginnen werden. Die Ansicht Lenins. London. 22. Febr. (WB.) Reutermeldimg. „Dolly Dclegmph" meldet aus Petersburg, Lenin habe erklärt, Nnßland 'ei nicbt in der Lage dem Einmarsch der Deutschen Widerstand zu leisten, sudaß die Fortsetzung des Krieges auf die Niederlage Rußlands und die vollständige Vernichtung aller Errimgenlckiaften der Revolution hinauslausen würde, ^as einzige Mittel, sie zu retten, sei der Friedensschlnß, nach dem der Wiederaufbau Rußlands in sozialistischem Sinne beendet werden könne. Die Negierung müilc d-n Krieg gegen die inneren Feinde sortsetzen. könne also die )a;„ notigen Truppen nicht an die Front schicken. C'n tnderer Grund für den Friedensschliiß sei. daß die Deuifchen (ich jev; mit den Imperialisten Westeuropas noch nicht geeinigt batten. Dies werde aber früher oder später geschehen, und daher müsse der Friede geschlossen werden, ehe die Imperialisten der ganzen Welt sich gegen die Revolution vereinigen würden. Zk rönn’rn taten- und rühmlos das Fel)! Bern. 20. Febr. Zur Annahme der Frledensbedtngungen der Mittelmächte durch Rußland schreibt der „Bund": Das wäre erne glatte Kapitulation, wenn nicht irgend ein Hinterhalt in Frage kommen könnte oder man nicht überhaupt an der Ver- hanolungsfähi^eit dieser Sowjetregterung zweifeln müßt« Warschau. 23. Febr. (WTB.) Wie „Kurier Warszaski" meldet, ordnete der Regenischaftsrat die Bildung einer provisorischen Regierung an. An der Spitze der einzelnen staatlichen Organe werden Sekkionschefs stehen, welche unter Vorsitz eines der bisherigen Minister einen Rat bilden. Als Vorsitzender dieses Rates ist vom Regentschaftsrat Unterrichtsminister Po- nikowski in Aussicht genommen, der das Unterrichtsministerium weiter leitet. Roch wäbrend des Provisoriums, das möglichst kurz sein sott, wird der Regentschaftsrat einen Kandidaten für die kllnf rge Ministerpräsidentschaft bestimmen und ihm," wenn die politische Lage günstig ist. die Kabinettsbildung übertragen. Drde Sanninos. Rom, 21. Febr. (WB.) In der Kammer kam Sonnkno auf dem Versailler Kriegsrat zu sprechen, der sich für die hartnäckige Fortsetzung der militärischen Anstrengungen der Alliierten ausgesprochen habe. Trotzdem sei Italien noch immer entschlossen, mit seinen Alliierten jeden Friedensvorschlag der einen ernsten und aufrichfigen Charakter habe. in besprechen. Die italienischen Kriegsziele bezögen sich auf ethnische und legitime Sicherheiten zu Lande und zu Wasser Die etfmifcften seien an sich klar und geheiliat durch die italienische Seele der „unerlösten" Länder. Mit der Adria- frage hänge auch das Schicksal Albaniens zusammen. Sonnio kam dann auf Rußland zu sprechen und erklärte es sei Italien heute rxuoglich, die maximalistische Recne- rung anzuerkennen. Gegenüber den separatistischen Bewegungen in Süd- und Mittelrußland könne Italien nur eine unentschiedene Haltung einnehmen. Die allgemeine militärische Lage der Alliierten sei durch Rußlands AuS» scheiden nickt gefährdet, da der russische Faktor durch Amerika ersetzt werde. Sonnino schloß, in dem er darauf hinwieS, daß jetzt die kritische und entscheidende Phase deS Weltkrieges gekommen sei. »vas schwere Prüfungen und peinliche Opfer erfordern werde, Zur Erfüllung der harrenden schweren Ausgaben erbitte er das Vertrauen der Kammer N'ehrhittschiaüstkii niiö llnabhijiiM. In der neuesten Ausgabe der „Sozialistischen Monatshefte- fällt der Sozialdemokrat Paul Müller ein bemerkenswertes Ur- tei! über die Abhängigkeit der Mehrheitssozialisten von den Unabhängigen Müller knüpft dieses Urteil an die Haltung, die von der sozialdemokratischen Mehrheit bei der Schlußab- stimmnng über das Gesetz zum Wiederaufbau der deutschen Handelsflotte eingenommen wurde. Während die Unabhängigen dieses Gesetz grundsätzlich ablehnten, hat dte Mehrheit, obwohl sie dle Einbringung einer derartigen Vorlage selbst verlangt hatte, aus mehr formalen Gründen in dritter Lesung nicht offiziell und geschlossen für das Gesetz gestimmt. In der Kritik, di« Müller deswegen an der Mehrheitsfraktion übt. schreibt er u. a.: „Die Haltung der Fraktionsmehrhett ist nicht nur zu bedauern. sondern auch vom Arbelterstandpunkt aus auf da« allerentschiedenste zu verurteilen. Ich weiß mich mit dieser Feststellung vollkommen eins mit Tausenden und aber Taufenden deutscher Seeleute. Werft- und Hafenarbeiter . . . Solche parlamentarischen Schachzüge mögen dem früheren Bedürfnis nach parteipolitischem Agitationsstoff entsprochen haben, der heuttgen Würde der Partei und der Fraktion entsprechen diese Palliativmittelchen nach melner und vieler Genossen Auffassung nicht mehr. Ich kann mich von dem Gefühl nicht freimachen, daß bei diesen und ähnlichen Anlässen Zufallsmehrheiten tn der Fraktion sich zu abhängig von der erweiterten Minderheit fühlen, wie ich überhaupt die Ueberzeu. gung habe, daß dte Politik der Mehrheitvfraktton des öfteren nicht durch sachliche Erwägungen, sondern durch den Blick auf die Unabhängige Sozialdemokratie bestimmt wird." Die Erfahrungen, dte bei dem Streik mit den Mehrheits. sozialisten gemacht werden mußten, bestätige« um allzusehr die Richtigkeit des vorstehenden Urteils. Deutscher Reichstag. Auf der Tagesordnung am Freitag stand zunächst der schleunige Antrag der Sozialdemokraten, den Abg. Dittnuum für die Dauer der Reichstagstagung aus der Hast zu enk- lassen. Vizepräsident Dr, P aas che bemerkte« batz es stA. fei öteiem rein geschäftsordnungsmätzigcn Anträge nicht um eine Kritik des rechtskräftig gewordenen Urteils handeln Bronne. Dem wiedersprachen in erregter Weise die Abgg. Herzfeld (U. Soz.). Haase (U. Soz.) und Ebert (So;.), während die Abgg. Groeber (Ztr.) und Dr. I u n ck (NLl.) die Auffassung des Präsidenten teilten, nach der dann schließlich die Geschäftsordnung geführt wurde Abg. Ledebour (U. Soz.) erhielt für erregte Zwischenrufe einen Ordnungsruf. Abg. Herzfeld (U. Soz.) bc* gründete den Antrag, wobei er nochmals den Versuch macht, das Urteil zu kritisieren. Staatssekretär des tznnern Wallraf schilderte die Vorgänge, die zur Verhaftung des ;Abg. Dittmann geführt haben. Abg. Groeber (Ztr) Zehnte den Antrag ab. da es sich um ein schweres Verbrechen handle, mögen die Motive noch so ehrenhaft sein. Abg. t Veit (kons.) erklärte sich ebenfalls gegen den Antrag, die Arbeiter seien gar nicht von selbst ans den Gedanken des Streikes gekommen, sondern durch Rädelsführer de? In- und Auslandes verführt worden. Das müsse einmal betont werden. Schließlich wurde der Antrag abgelebnt und das .Haus wandte sich der Einzelberatung des Ukroinevei träges zu. Abg. Mayer- Kaufbeuren (Ztr.) begrüßte den Vertrag. der nicht nur eine Frucht der militärischen E: folge, sondern auch der Iriedensbereitschaft der Reichstagsmehrl^it fei. Abg. Graf Gärtner (kons.) betonte, daß mir zu einem neuen Vertrage mit der Ukraine kommen müssen. Da die dortigen Preise höher sein werden wie die hiesigen, so müsse der Unterschied vom Reiche getragen werden, damit unser deutsches Brot nickst teurer werde. Nach weiterer kurzer Erörterung wurde der Vertrag in 2. und 3. Lesung genehmigt. Sonnabend: Militärische Fragen. Am Sonnabend erledigte das Haus in schneller Folge eine Reibe von Nechnungssachen und verschob dann die Beratung der Aenderung des Krieqssteuerqesetzes vom 21. Juni 1916 bis zur Erörterung über den Reichshaushallsplon. Bei der Fortsetzung der Beratung des Berichts des Ausschusses für militärische Angelegenheiten begründete Abg. Stückle n (Soz.) einen von den Fortschrittlern. Nationalliberalen und Zentrum gestellten Antrag. die Jahrgänge 1869 und 1870 sobald als möglich zu entlassen und die Jahrgänge 1869 bis 1872 jedenfalls dauernd aus der vordersten Linie zurückzuziehrn: ferner sollen die Mannschaften des Landsturms, die seit Kriegsbeginn im Felde stehen, zu den Ersatzlruppteileii in der Heimat versetzt werden. Ein sozialdemokratischer Antrag forderte die Vorlage einer Denkschrift über die Ergebnisse der Strafrechtspflege in Heer und Marine. Abg. Dr. Müller-Meiningen (Fortschr.) trat gleichfalls für den Antrag ein. General von Wrisberg bemerkte, daß die Entlastung der älteren Jahrgänge lediglich von der militärischen Lage abhängen könne. Ebenso sei es mit dem Verlangen der dauernden Zurückziehung Es müste immer mit Zuständen gerechnet werden, die die Dauer unterbrechen. Es fei das Streben der Heeresverwaltung, alle Leute bis herab zum Alter von 42 Jahren zurückzuzieben. Urlaubsentziehung als Strafmittel sei nicht zu billigen, das habe die Heeresverwaltung oft genug ausgesprochen. Im allgemeinen sollten 11 Tage Urlaub gegeben und die Fahrzeit nickt anaerechnet werden. General von Langermann bat. den sozialdemokratischen Antrag betr. Dnksckrift abzulehnen, da er eine überflüfstge Arbeit verursache. Der strenae Arrest könne nickt ganz abgeschafft werden, dock solle geprüft werden, ob an Stelle des strengen Arrestes mckdere Strafen vebrüngt werden konnten. Ein solcher Gesetzentwurf solle baldigst vorgelegt werden. Abg. v. G r a e s e (kons.) erklärte sein Einverständnis mit dem Antrag auf Entlastung der alteren Jahrgänge, bemerkte aber, daß es von hier aus schwer zu beurteilen wäre, ob diese Maßregel durckzuführen sei. Zu bil. ligen sei es in der Tat nicht, daß in den Bureaus der Kriegs- gefellfchaflen sich viele junae Leute mit doppelten Brillanttingen an den Fingern berumdrückten. Solchem Unwesen müste gesteuert werden. Die Behauptung, daß die Landwirte in der Ur- lavbserteiiung bevorzugt würden, stimme nicht Im Gegenteil scheine neuerdings die Nückstcht aui die Landwirte, die im Intereste der Bolksernäbrung notwendig sei. nicht geübt zu werden. Auch der Abg Werner- Gießen wünschte, daß man das Augenmerk auf dre Kriegsgefellschaften richten soll, wo man noch viel? Kriegstaugliche finden kenne. Auf längere Ausführungen des Abg. Ryffel (U. S.) erwiderte General Scheuch, daß niemand wegen seiner politischen Betätigung eingezogen werde, sondern nur dann, wenn er hetzerisch tätig sei. Abg. F r o m - —(kons.) legte Verwahrung ein gegen die sozialdemokratischen Versuche, die Disziplin zu untergraben. Die Herren sollten sich einmal selbst im Schützengraben überzeugen, daß die Dinge ganz anders liegen General von Wrisberg wandte sich im weiteren Verlaufe der Erörterung in erregter Weife gegen die Ausführungen des Abg. Rystel. d-r einzelne Vorkommnists verallgemeinert habe. Don einer Verbitterung der Feldgrauen könne keine Rede sein Offiziere und Mannschaften stehen füreinander und seien erhaben über alle Anwürfe. Schließlich wurden die Entschließungen und der Antrag angenommen, der Antrag betr. di? Denkschrift obgelehnt. i;frr m föttrr Md Dir ./latiiüur'tt $rifutn“. Die ..Deutsche Zeitung" hatte jüngst behauptet, der Vizekanzler von Payer sei Vorsitzender des Aufsichtsrates der ..Frankfurter Zeitung". Die ..Frankfurter Zeitung" stellt fest, daß dies nickt der Fall fei. sondern er sei bloß Mitglied des Allssichtsrates gewesen. Das genügt auch! Auch ei»r Gratulant. Unter den zahlreichen Gratulanten, die sich zu dem fünfund- zwanzigjährigen Jubiläum des Bundes der Landwirte eingefunden hatten, ist auch einer, der seinen Glückwunsch so treuherzig, so lieb und so sinnig vorgebracht hat. daß wir nicht umhin können seiner mit einrgen Worten zu gedenken. Dieser Gratlllant ist die »Frankfurter Zeitung". Zwei und einhalb Spalten widmet das Weltblatt ln der Eschenheimer Gaste dem Bunde anläßlich seines 2b jährigen Be- steheils. Wer da we tfc datz genannte Zeitung, die Dreimal täglich ihr Gift auf das arme deutsche Volk ausspritzt, ganze Setten der Demokratisierung. Parlamentarcsierung und anderen »ierungen" widmet, der wird uns nachfühlen, welches Opfer sie gebracht hat. zwei und einhalb Spatten für eine» solchen Zweck übrig zu haben. Wir können gewiß nicht verlangen, daß dieses Organ der goldenen Internationale dem Bund der Landwirte Lob spendet. Lob von dieser Seite würde den Bund der Landwirte verdächtig machen und ihm übel anstehen. Aber man sollte doch denken, daß ein anständiger Gegner auch dem Feinde Gerechtigkeit widerfahren läßt. Haben doch selbst die homerischen Helden, bevor sie den todbringenden Speer auf ihren Gegner warfen, besten Tugenden in den höchsten Tönen gepriesen. Aber nichts davon ist bei der „Frankurter Zeitung" zu finden. Teuflische Wut und unversöhnlicher Haß. der in seiner Tiefe so gänzlich fremdartig und undeutsch anmutet, sind die Grundzüge, mit denen dieser Aufsatz geschrieben ist. Der sachlichste Teil des Aufsatzes ist leicht zu erledigen. Die..Frankfurter Zeitung" sagt, der Bund der Landwirte ließe durch seine Agitatoren das Landvolk dadurch verhetzen, daß er sage, die Caprivi'sche Zollpolitik sei allein Schuld gewesen an den schlechten Zelten, die über die Landwirtschaft in den neunziger Jahren des abgelaufenen Jahrhunderts hereingebrochen fei. Das ist nicht eine Unwahrheit, dis „Frankfurter Zeitung" gibt selbst zu. daß die Lage der Landwirtschaft im jener Zeit sehr schwierig gewesen sei. Trotzdem aber hat man damals durch die Caprivi'fchen Handelsverträge auf Kosten der Landwirtschaft der Industrie und dem Handel Vorteile gewährt, mit anderen Worten diesen schon an sich bevorzugten Berufsklassen Leder gegeben, das man aus der Haut der Landwirtschifl geschnitten hat. Diese himmelschreiende Ungerechtigkeit mar die Ursache der Gründung des Bundes der Landwirte, und wenn das Frankfurter Demokraten-Vlatt meint, der Bund der Landwirte habe für die Landwirtschaft herzlich wenig geleistet, so verweisen wir nur auf den Glückwunsch des Deutschen Landwirtschaftsrats, der in diesen Tagen ausdrücklich die Verdienste des Bundes um die Landwirtschaft zum Audruck gebracht hat. ' Diese Stimme ist gewichtiger als die des Organs der goldenen Internationale. Geradezu lächerlich wirkt der Vorwurf, daß der Bund der Landwirte ein Vorkämpfer für den Materialismus sei. Wir wünschten einmal, die ständigen Leser und Freunde der „Frankfurter Zeitung" versammelt zu sehen, die Kühe würden lachen müssen, wenn man von dieser Gesellschaft von Börsenjobbern und Spekulanten behaupten wollten, daß sie Vorkämpfer für den Idealismus seien. Ebenso hinfällig ist es. daß der Bund die Kluft zwischen Stadt und Land „in einem Maße vertieft habe, daß nicht einmal die große Not des Krieges sie zu Überdrücken vermochte", weiter „der Bund der Landwirte habe den Kampf der Meinungen immer mehr durch den Kampf um den Futterplatz verdrängt." Wer waren denn die Leute, die den häßlichen Ausdruck „Vrotwucher" erfunden haben, die von „Schnapspolrtik" und dergl. geredet haben. Es waren die Frankfurter Zeitungsleute, und waren es nicht dieselben Leute, die den Landwirten alles und jedes mißgönnt haben. Wir erinnern nur an die Milchkriege, die sich in Frankfurt mit Unterstützung der Frankfurter Zeitungspartei abgespielt haben. Es lohnt sich wirklich nicht, auf weitere Einzelheiten einzugehen. Aber eines ist uns ausgefallen, der Hauptorgan der preislichen Mehrheit des Reichstags fängt an altersschwach zu werden, die Zähne fehlen in dem geifernden Maul, wohl strömen daraus Schimpfworte sonder Zahl, aber Urwüchsigkeit und Gedanken fehlen. So oft sich eine Geistesrichtung erkühnt. anderer Meinung zu sein wie die Frankfurter Zeitung und ihre Schützlinge von der Sozialdemokratie, so ist ihre Agitation wild. Die „wilde Agitation" der Alldeutschen, der Vaterlandspartei widern natürlich dte wohlerzogene „Frank'urter Zeitung" an: „verhetzende Demagogie" treiben Alldeutsche und Vaterlandspartei und so nimmt es kein Wunder, daß die „Frankfurter Zeitung" sich auch über die „wilde Agitation", über die „verhetzende Demogogie" und über die „Brutalität" des Bundes der Landwirte aufregt. In dem Aufsatz wird dann noch die Behauptung ausgesprochen. der deutsche Bauer gehöre zur Demokratie. Nun. die „Frankfurter Zeitung" kann lange warten, bis sich die deutschen Bauern zu der Sorte von Demokraten bekennen, die in der „Frankfurter Zeitung" ihr sichtbares Oberhaupt finden. Und kleinlaut muß auch das Eschenheimergaffenblatt zugeben, daß der sogen. Deutsche Bauernbund recht wenig Anklang bei den Bauern findet. De: Aufsatz schließt mit einem Indianergeheul gegen Alldeutsche und Vaterlandspartei, denn jeder Tag wäre für die „Frankfurter Zeitung" verloren, an dem sie nicht gegen diese Richtung ihrem Unmut Luft gemacht hätte. 'ekebr mit Haatkartotfeln. Der Verkauf von Saatkartoffeln aus der Ernte 1917 war laut Bundesratsverordnung vom 16. August 1917 nur bis zun» 15. November 1917 gestattet. Dieser wurde neuerdings wieder freigcgeben laut Bekanntmachung des Staatssekretärs des Kriegsernährungsamtes vom 3. Februar d. A Der Saatkar- toffelvsrkauf ist hiernach wieder gestattet worden, wenn dte Lieferung auf Grund eines in der Zeit vom 5. Febr. bis zum 15. März 1918 einschließlich abgeschloffenen und von dem Kommunalverband aus deffen Bezirk die Kartoffeln geliefert werden, genehmigten schriftlichen Vertrages erfolgt. Der Antrag auf Genehmigung ist alsbald nach Abschluß des Vertrages spätestens bis zum 20. März, bei dem für den Verkäufer zuständigen Kommunalverband zu stellen. Dem Antrag ist eine vom Komunalverband des Käufers ausgestellte Bescheinigung beizufügen, woraus hervorgeht, daß die Lieferung zur Deckung des Saatbedarfs des Käufers erforderlich ist. Gleichzeitig empfiehlt es sich, den Frachtbrief zwecks Genehmigung des Versandes dem Antrag beizufügen. Da tm Jntereffe der Volksernährung mtt allen Mitteln danach gestrebt werden muß. den Kartoffelbau tm Jahre 1918 nach Möglichkeit auszudehnen, wird den Landwirten dringend empfohlen, soweit sie ihren BÄ>arf für den Anbau 1918 sich nicht schon gesichert haben, die notwendigen Saatkartoffelmenge» ts der Zeit bis zum IS. März anzukaufen. Dom Frldr der Ehre. Dorheim. Dem Musketier Adam Bausch mann^ Sohn des Steinmetzmeisters Bauschmann, wurde die Hessische Lapserkertsmedaille verliehen. Äns der FC. Eronberg, 22. Febr. Zwei schöne Schinken hättt einLandwirt zum trocknen aus dem Lack genommen und auf- gehängt. Nächtlicherweile drangen Diebe über ein Remisen« dach in die Kammer ein und hießen die beiden Hausmacher- schinken mitgehen. FC. Laugenschwalbach, 22. Febr. Ein Lehrgang fikr Schuhmacher zum Auflegen von Holzsohlen wird hier kostenlos abgehalten. FC. Aus dem Großherzogtum Hesse«. 21. Febr. Als allgemeine evangelische Kirchensteuer wird uir 1918 ein Zuschlag von 12 vom Hundert zur Staatssteuer erhoben. FC. Aus Niederheffen, 21. Febr. Eine Landwirtsehefrau in Wipperode hatte einen Lehrer dadurch beleidigt, daß sie ihm auf der Straße nachrief: „Frecher Kerl, schamloser Mensch! Der könnte auch Soldat spielen!" Sie wurde zu einer Geldstrafe von 100 Mark verurteilt. Aus Rbeinhesson. FC. MainzKastel, 22. Febr. Drei 11 jährige Knaben begaben sich auf die dünne Eisdecke ain sogen. Halbmond und brachen ein. ebenfalls ein vierter Knabe der Hilfe leisten wollte. Zwei Knaben ertranken, die beiden anderen wurden durch Soldaten gerettet. FC. Worms, 21. Febr. Leutnant d. R. Richard Blanken- Horn, der mit seinem jüngeren Bruder Leutnant d. R. Eduard Blankenhorn in einem Reserve-Regiment im Osten stand, geriet im Juni 1916 ln den Kämpfen in Ostgalizien in demselben Ge- fecht. in dem sein Bruder verwundet wurde, in russische Gefangenschaft und befand sich in einem Gefangenenlager bei Wladi. wostok. Nach einer abenteuerlichen Fahrt quer durch Sibirien ist er nun diesseits der deutschen Linien angelangt und befindet sich auf der Fahrt nach hier. FC. Worms, 22. Febr. In seiner Heimat Osthofen ist dieser Tage der aus russttckicr Gefangenschaft glücklich entflohene Karl Beck wieder eingetroffen. Ans Knrßcsien FC. Gaffel, 22. Febr. Im Aufträge feines Bürger- Meisters hatte ein Bauer von der Schwalm 80 Pfund sog Hindenburgspeck an dir hiesige Sammelstelle abzuliefein Der Bauer lernte eine Frau kennen die sich erbot für ihn den Speck abzuliefern damit er noch alle seine sonstigen Kommissionen erledigen könnte. Doch Speck und Frau ^ah der Schwölmer nicht mehr wieder. FC. Aus dkm Regierungsbezirk Cassel, 22. Febr. Tie Strafkammer Marburg verurteilte die Landwirte Unkel. Theis und Bernhardt aus Biedenkopf bezw. Niederfchelten zu hohen Geldstrafen. Unkel und Theis erhielten ein halbes Jahr Gefängnis und je 3000 Mark Geldstrafe wegen Ueb?r- trteung der Kriegswirtschaftsgesetze, Bernhardt wegen desselben Vergehens drei Monate Gefängnis und 100 Maok Geldstrafe. — Das mysteriöse Versckpvinden einer Kinder* leiche erregt in Langenthal großes Aufsehen. Es wurde vermutet, das vor zirka 14 Tagen das Kind der Frau A. nach der Geburt keines natürlichen Todes gestorben sei. Zur Feststellung der Todesursache sollte die Leiche seziert werden. Nun ist nächtlicherweise die Kindesleiche mitsamt dem unteren Teil des Sarges verschwunden. Nur der Sargdeckel war znriickgelassen. Das Fenster zu dem Zimmer war non außen aickgedrückt. Die Frau A. deren Mann im Felde fleht kocht für ein Gefangenenkommando. Ans Hkssrn-Rasiou. FC. Aus dem Kreis St. Goarshausen, 19. Febr. Nach einer neuen Kreisverordnung dürfen Eier nicht mehr aus dem.Kreise eusgeführt w»den und findet bei den Hühnerhallern der Auf. kauf durch berufene Aufkäufer statt, dis an den Hühnerhalter 30 Pfg. pro Ei zu zahlen haben. — Seit einigen Tagen finden bei den Landwirten durch verschiedene vom Kreise aus bestellte Kommissionen Revisionen statt. Die Revision nach überschüsst. gem Getreide hat große Erfolge gezeitigt, die nennenswerte Mengen vorgefunden haben. Viele Landwirte meinen, es wurde ihnen jetzt jeder Vorrat abgenommen. So hatte ein Landwirt einen schweren Sack Mehl, den er als Selbstversorger brauchte, ins Bett gesteckt. FC. Nastätten, 19. Febr. Bei großem Andrange wurden i« Paffighofen 10 Parzellen, nahezu 13 Morgen Wiesen und Acker, land aus einem Nachlaß versteigert. Trotz der sehr vielen Interessenten blieben die Preise in der Höhe wie in den Friedensjahren. Die Landwirte waren sich darüber einig, daß die mär. chenhaften Preise fiir sip vom Hebel sind. FC. Niederlahnstein, 22. Febr. Kommerzienrat Schmidt Inhaber der Drahtwerke C. S. Schmidt, der bereits 120 000 Mark für Kriegshilfe aller Art zur Verfügung gestellt hatte, stiftete abermals 100 000 Mark, die als Grundstock für eine UnterstützungS- später Pensions-Kasse gedacht ist. FC. Herborn, 19. Febr. Bei der Eelreidebestandsaufnahme hatte der Landwirt Wilhelm Wurm in Oberroßbach 370 Pfund Roggen und 170 Pfund Hafer auf seinen Acker gebracht und ein- gegraben. Er wurde hierbei überrascht. Die Ehefrau des Wurm schüttete aus Aerger darüber eitlen Teil der Frucht auf di« Erde, um sie dadurch unbrauchbar zu machen. Infolge dieser nichts- würdigen und jeden vaterländischen Pflichtgefühl» baren Tat hat der Landrat von Dillenburg dem Landwirt Wurm das Recht der Selbstversorgung entzogen, ihn auf die Brotkarte gesetzt und angezeigt._ Verantwortlich für den politischen und lokalen »teil: Otto Hi rfchel. Friedberg: für den Anzeigenteil: N. Heyn er. griedberg. Druck und Verlag der »Neuen Tageszeitung" AS., Friedbera^L Grane Gefahren. Roman aus der Gegenwart von M. Gvntard - Schuck. 43) Nachdruck verboten. 2!m Abend des fünften Tages fuhr U 7 an der Nord- küste Irlands. „Wär's nicht großartig, wenn wir heut' nacht da drüben vor Anker geben könnten?" sagte Mittler und zeigte ruit einem Kopfnicken hinüber nach der irischen Küste. „Ueberhnnpt war' es schön wenn wir einen Stutzpunkt dort im Log Toyle oder dort an den Klippen von Malin Head hätten. Das wäre ein Stützpunkt, wie wir ihn uns nicht besser wünschen könnten. Von der Seeseite unauffindbar." »Zu schön, um wahr zu sein. Keimen Sie übrigens tie Nordküste Irlands?" . »Sehr gut! Vor ungefähr sechs Jahren war ich mal ermae Wochen dort. Ich Hab' da einen alten Freund ton Göttmgen her, Morris O'Brien. Ausgezeichneter Kerl! das heißt, ich weiß nicht, ob .er irrt noch mein Freund lein will.'" „Na, warum denn nicht? Irland hat keinen Grund, fich uns feindlich gegenüberzustellen. Wir haben doch einen gemeinsamen Feind. Sie kennen also gerade die Nordküste?" „Ja, gerade dort war ich. Wollen wir's etwa wagen und dort anlegen? Wenn man uns sehen sollte, ich glaube, die Leutchen wüßten kaum, ob wir Engländer oder Deutsche wären." „Diesmal nicht. Vielleicht wenn wir mal wiederkommen. Uns allen würde eine solche Nacht ganz gut tun, und für E nns grüne Insel sind wir ja keine Feinde." — Am Spätabend des folgenden Tages kamen ste in die Nähe der Hebriden. „Ich bin wirklich gespannt,^ sagte Werkheim, „der Be- rechnung nach müssen da oben noch Schiffe sein. Vielleicht läuft uns noch was Günstiges in den Weg." . „Dort taucht schon Barra Head aus dem Dunst auf" nel . Mittler. ..Gehen wir östlich oder westlich an den Hebriden vorbei?" ,,-Oestlich. denn wir schneiden dadurch eine ganze Ecke ab. Das können wir brauchen. Es müssen hier oben unbedingt nocb Schisse sein. Wir haben bis jetzt zu wenig ge- when. Wenn wir auch annehmen, daß noch ein Teil in Plymouth liegt." „Immerhin," krittelte Mittler, „es zersplittert sich! Rechnen Sie nach: Im Atlantischen, im Indischen Ozean, am Suez, im Roten Meer, vor den Dardanellen. Außerdem was sich noch in der Nordsee herumtreibt. Da oben wird auch noch was sein. Und was sie schon verloren haben! Wenn man das alles zusammenrechnet!" „Lie haben recht. Wir begingen jahrelang den großen Fehler, den übermächtigen Flottenbesitzer zu sehr zu fürchten Es wäre gar nicht nötig gewesen. Gewiß, sie haben viele Schlsfe — aber sie brauchen sie auch. Und so viele, um die drec Königreiche zu umschließen, besitzen sie doch nicht. Die Natten werden schon ein Lücke zum Durchschlüpfen linden, wartet nur! Und wir Maulwürfe werden die Lücke schon freihalten. damit die Rattenfänger nicht zu nahe kommen." Seit Beginn der Dunkelheit fuhren sie ganz oberhalb des Wassers. Die Lust war diesig, die Fernsicht schlecht. Still und friedlich lag die endlose Wasserwüste da w ;® cnn nur erst die Minch hätten," sagte Werkheim. r * °^ rt ^ nt ^ ^ch Ziemlich in die Länge. SÄEte ni * lM ** -- <>» j. P so'n einzeln«, Dreadnought, was meinen Sie. ausnchmen!"^ ^ ^ tÖ " nten to1r ' § Won TO„wf* äre ii nS oBer fiir diese Fahrt nicht das wesentliche. Erst wollen wir wissen, wie es hier herum k>eht dann kommen wir mal in Gesellschaft wieder, und dann dürfen uns auch ein paar mehr begegnen." Langsam und stetig fuhren sie voraus. Stunden vergingen. Eben bogen sie um die Ecke der weit m den Kanal hineinragenden Insel Sky, als sie in der Ferne einen großen gespenstischen Schatten auftaucken iahen. „Schiss klar zuni Tauchen!" klang der Befehl. es!" sagte Werkheim mit fest zusammen- gebissenen Zahnen. Noch blieben sie oben. Langsam, ohne besondere Eile, näherte sich ein größeres ea , m ^ e feinere folgten in ziemlichem Abstand. . ..Es sind Kriegsschiffe! Ein großer Kreuzer mit einigen kleineren. Sollten Sie uns entdecken und es fertig bringen, uns hier in dieser Sackgasse zn umzingeln, dann wollen wir niller sieben wenigstens so teuer wie möglich verkaufen'" tagte Werkheim. Nun war es tzeit tum Tauchen. .Erscheint nicht wieder irgendwo ein Nebel als Bundes- genösse?" scherzte Mittler. (Fortsetzung folg' v Statt jeder besonderen Anzeige. Heute entschlief sanft, ganz plötzlich und unerwartet iniolqe eines Herzschlages meine liebe Frau, die treu, besorgte Mutter meiner beiden Kinder, unsere unoergegtiche Schwester. Schwiegertochter. Schwägerin und Tante Frau im kaum vollendeten 30. Lebenssabre. geb. Kitz Rodheim v. d. Höhe, den 24. Februar 1918. ■ 3m Namen der tieftrauernd Hinierbliefisnen: Hermann Ph. Henfsl. ■i>k Beerdigung findet Dienstag, den 26 . Februar, nachmittags y 2 3 Uhr statt. einer Wiese. Die dem Vereinigten Armen- fvtos der Stadt Friedberg ge- ho ige in der Gemartunr Blofeld be.egene Wie'e: Flur VH Vir. 93 == 23loo qm, Wiese, vor dem Wirt, lommt Dlknstag. den 26 . Februar 1918 . vormittags II Uhr in der Wirt chast von Georg Älogk in Blofeld, offen lich an den Mei (bietenden auf weitere 12 Jahre zur Verpachtung. Friedberg, den 18. Febr. 1918. Die städtische Slrmenlommijsion. 2. V.: Damm. Lie die Realschule oder das Gym- nastum hier de,uchen. finden Ün- te.kun't und gute Verpflegung bei firfln.H* fc C in ^riedberg. Äuf. |ict)tuno Ueberwachung der Cchul- «rbeiten zugesichert. u u U in der Eeschäfts- ftelle der „Reuen Tageszeitung". Holz-Versteigerung. lEi'Pilnrtr hot» 1 nnÄd, T ... . „ _ S<«ias. bm.l. März l. Zs„ »ormitt-gs 1« Uhr, werden im NikL-i-Rosva-y. Distrikt Bauwald und Wasserdöch 1L8 Eichenstämme von 19-58 cm Durchm. 3,8-12 m Länne - .1.89 Festm. Inhalt ^ 8 Sichten- und Laichenstümme von 16—34 cm Durchmesier n v,, . „11t 17 ™ Länge = 5,07 Festm. Inhalt 9 Fichten- und Larchen-Dc.bstangcn -- 0,74 Festm. Inhalt gen -unsi und Bekanntgabe der Versteigsrunssbedingnn- Sii-bcr-Nosbach, den 23. Februar 1918. Erotzh. Bürgermeisterei Nieder-Rosbach. Kitz. Lehrmädchen zum baldigen Eintritt gesucht. Euie Schulkenntn. erfordert. C'lemcnlhiie Stern, H«rz- und Modewaren Friedberg, Kai erftraße 51. gegenüber der Engel-Apolh. ^ ^ ^ MM Sauberes, ehrliches Mädchen für Hausarbeit sofort oder später gesucht,' kann evtl, auch zu Hau e schlafen. Johanna Sprengel, Bad-Nauheim, Kurstrabe 11. Tüchtigen, zuverlässigen ‘ V - riter auf sofort gesucht. m$r Putz tßlzixt Tageszeitung" Druckerei und Verlag A.-E. Friedberg i. H. Zu verkaufen ein 4jähriges MtEL»Ä unter 2 die Wahl, bei Gottfried Haas. 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