Die „Neue Tiwrs?eij«»s" «richeint reden Werttai. Reaetmäkiae Bella-«» r>« 7ü 1~, TTT ~--—----. W " " !rl “ bas Seften0eIb: !;ei *" '"-EN M°n°.l.ch 85 Mg. einschließlich Träger,ahn. Ameisen: ä>r« ^Pig^'a.-, Lo'^gI«‘“eigfn“ Vo, Taufw^lTZ^T^ E 2A ° iraRe 12. S«ra,o,«*et 4S. «.•« w.*..,. «z„. «!,. M . n- ' . , " 4MB. emi^negnq ^rageriovn. Anreizen: Grund,««« 2b Mg» lokal« 20 «ro fcr, '' i! .. : 3»*™«»™« y.Hg, , ■ ->, ,.anau°r.ir°R° 12. -,.en>,«»«r .L Kummer 44 11, |ttl)röan0‘ Donnerstag, den Sl. Februar 1918 Eilt Nk Cinmavjch in Gfthlanb. — 2300 Dnsieir gefangen, mehrere hnndert Gejchütre erbentet. 5 Dampfer und 10 Segler verjcnkt. Kiii iitiics $rif&fii$iiii!jri)(>t. Derttn. 20. Febr. (WTB. Nichtamtlich.) Staatssekretär von Kühlmann verlas im Verlaufe seiner heutigen Rede im Reichstage nachstehenden Funkspruch der bolschewistischen Regierung in P etersburg: An die Deutsche Regierung! Der Rat der Volkskommissare sieht sich veranlaßt, in Anbetracht der geschaffenen Lage sein Einverständnis zu erklären, den Frieden unter den Bedingungen zu unterzeichnen, welche von den Delegationen des Vierbundes in Vrest-Litowsk gestellt wurden. (Hört! Hört auf allen Seiten des Hauses.) Der Rat der Volkskommissare erklärt, daß die Antwort auf die von der deutschen Regierung gestellten näheren Bedingungen unverzüglich gegeben wird (Hört, hört! Lebhafte Bewegung im ganzen Hause.) Der Staatssekretär bemerkte hierzu, er möchte davor warten, zu glauben, daß wir den Frieden nun schon in der Tasche hatten. Der Friede mit Rußland sei erst da, wenn die Tinte unter dem Vertrage trocken sei. Der deutsche Geneeulstub meldet: — i W. T. K«. (Trohes SO. Februar« Amtlich." Hauptquartier. bei Westlicher Kriegsschoplotz. An verschiedenen Stellen der Front Artillerie- und Minen- werferkampf. Größere Erkundungsvorstoße; die \>t Engländer westlich von Houthem. der Franzose bei Juvincourt und nördlich von Reims unternahm, wurden abgewiesen. Oestlicher Kriegsschauplatz. Beiderseits der Bahn Riga-Petersburg wurden die 20 Kilometer vor unserer bisherigen Front liegenden russischen Stellun- §en überschritten. Schwacher Widerstand des Feindes bei Zn. -eten nördlich der Bahn wurde schnell gebrochen. Ueber Dünaburg hinaus stießen unsere Divisionen in nordöstlicher und östlicher Richtung vor, zwischen Dünaburg und Luck traten sie in breiten Abschnitten den Vormarsch an. Die über Luck hinaus vorgedrungenen Divisionen marschieren aus R o w n o. 2500 Gefangene, mehrere Hundert Geschütze und große Mengen an rollendem Material fielen in unsere Hand. * Bon den anderen Kriegsschauplätzen nichts Neues. Der Erste Gcnckalquartiermeisler: Ludendorff. Abendbcricht. Berlin. 20. Febr. (WTB Amtlich.) Abends. Zm Osten gehen die Bewegungen vorwärts. Deutsche Truppen sind in E st h l a n d eingerückt. Wenden wurde in östlicher Richtung durchschritte«. Bon den anderen Kriegsschauplätzen nichts Neues. Der österreichische Generalstab -- - meldet: —- Wien. 20. Febr. (WTB. Nichtamtlich.) Amtlich, wird o kautbart: Auf dem Monte Pertica scheiterte ein feindlicher Angriff unter schweren Verlusten für den Gegner. An der übrigen Front stellenweise lebhafte Artillerietätigkeit. Truppen der Heeresgruppe L i n s i n g e n sind in der Richtung auf R o w n o weitergerilckt. Der Ehej der Eeueralstabe». Die Tanchbootmeldnttg. Berlin, lg, Febr, (WTB. Amtlich,) Im mittleren Teile hes Mittelmeeree haben unsere -Boote fünf Dampfer und zehn Segler versenkt, wodurch hauptsächlich der Transportverkehr nach Ztalien geschwächt wurde. Vier der vernichteten Dampfer, von denen einer italienischer Ratwnalltat war. wurden aus stark gesicherten Geleitzügen herausgeschossen. Unter den Seglern befanden sich die italienischen Fahrzeuge „Esterel". „Zda". „Eatarina", „Lysi", „Lafere". PaoloMeriga", „Elsa", „Ada", „Fanny" mit Ladung: Fässer, Kohle bezw. Grubenholz. Eine U-Bootfalle in Gestalt eines Zweimastschoners wurde durch zwei Artillerietreffer eines U-Bootes schwer beschädigt. Der Ehef des Admirolftabs der Slsrine. Cfm neues Jahr in schwerer 3:{'cn Lauf! Deutschen- GzO! - Tch'ML Euch Srauf! - % Für Ccft den eoHcn Celtoert, (A. _ für 3-jtDc!cn tcn r^ea Slufllcnttfprelö! AuslLnd-prelül A<$ i " 16 JutstUn den Hessische Juwelen- und Goldwoche Schirmherr: Se. Kgl. Hoheit der Erobherzog. Fliegerangriff auf Mannheim. Karlsruhe. 20. Febr. Vergangene Nacht wurde die offene Stadt Mannheim von feindlichen Fliegern angegriffen. Sechs Bomben wurden abgeworfen. Sie verursachten einigen Häuser, schaden. Leider sind auch eine Frau und ein Kind verletzt und ein Kind gelötet worden. Dcr ffinlirvdt lug knftömt |?oiH:itrldf|f 3 iis |lr ? fröbuin. Berlin, 20. Febr. Die Mitglieder der bulgarischen Delegation in Petersburg teilten nach ihrer Rückkehr mit: Die Nachricht, daß die Deutschen den Waffenstillstand als ae- kündigt ansehen. gelangte unmittelbar vor unserer Adrette in Petersburg zur Veröffentlichung. Sie rief unbeschreiblichen Schrecken hervor. Mit dieser Eventualität hatten die Bolsckewiki nickt gerechnet. Ueberall begegneten wir auf der Heimfahrt großen russischen Truppenmengen, die d^n Befehl erhielten. sofort an die Front zurückznkehren. Die Bolschewiki kämpfen mit großen Lebensmittelschmierigkeiten In Petersburg herrscht ausgesprochene Hungersnot. t!irh ? lff f e Horriidim in ^rtnrnifit. Konllant'nopcl, 19. Febr. (WB.) Meldung der Agentur Milli. Das Presse-Quartier teilt mit: Ein Teil der Banden, welche auf der Straße von Erzindjan nach Momoketun flüchteten, wurde durch unsere Abteilungen in dem Augenblicke überrascht, als sie im Begriffe waren, in den umliegenden Dörfern Grausamkeiten zu begehen. Die Banden antworteten mit ihren Kanonen und Maschinengewehren. Am Schluß des Gefechtes hatten sie 200 Tote. Der Rest ergriff in vollständiger Unordnung die Flucht nach Osten zu. Drei Kanonen, zwei Minenwerfer, ein Maschinengewehr, welche von dielen Banden benutzt worden waren, ebenso wie acht mit zahlreichem Kriegsmaterial beladene Wagen fielen in unsere Hände. Unter den Getöteten befinden sich ^wei Bandenfübrer. Ein kurzer Bericht über das ergreifende blutige Schauspiel von Akten der Grausamkeit, begangen durch armenische Banden deren persönlicher Zeuge der Kornmandant unserer dritten Armee beim Einmarsch in Erzindjan am 16. Februar war, und zwar an dem Wege, den er zurückgelegt hatte, um die eben genannte Stadt zu erreichen, meldet: „Ich habe alle Dörfer von Grund aus zerstört gesehen bis zu dein Kleinsten Weiler, die an der Straße von Gorge ^oerdekü nach Erzindjan zerstreut liegen. Kein Dorfbewohner ist mehr am Leben. Die Geschichte kennt nicht ähnliche Gran- samkeiten wie die, die die Armenier in Erzindjan begangen haben. Seit drei Tagen arbeiten wir daran, die Leichen der durch die Armenier getöteten Muselmanen zu sammeln, die bisher unbegraben geblieben waren. Unter den armen unschuldigen Opfern begegnet man Säuglingen, neunzig- jährigen Gretten und verstümmelten Frauen." Konstantinopel, 19. Febr. (WB.) Das Kriegspre . quartier teilt mit: Unsere Truppen sind in Pulnthan c - gerückt, nachdem sie in der Umgegend stehende Ban < zurückgewiesen hatten. Der Bürgerkrieg m Finttlaitd. Petersburg, 18. Febr. (WB.) Meldung der Beter -- bnrger Tel.-Agentnr. Bei den letzten Kämpfen eroberte die Rote Garde Meistat (?), die Weiße Garde floh, ohne zu kämpfen Bei dem Gefecht bei Wilmanstadt (Willmanstrand am Saimasee?) wurden 40 weiße Gardisten getötet. B^i Menstuharji (Mäntyharju) zogen sich die Weißen Gardisten auf St. Michel zurück. Nördlich von Lachti sind beträchtliche Streitkräfte der Weißen Garde zusammengezogen. In Naumo wurde eine Menge Waffen entdeckt. Das Votts- kommistariat beabsichtigt, Kolonien für die zahlreichen Gefangenen zu schaffen. Petersburg, 18. Febr. (WB.) Meldung der Petersburger Tel.-Agentnr. Ganz Finnland von Tornea bis Ulea- borg ist in den Händen der Roten Garde. Der Mittelteil des Landes ist in den Händen der Weißen Garde. Der südliche Bezirk von Tammerfors an steht auf Seiten der Roten Garde. Berichte melden die Abreise zahlreicher Matrosen und Soldaten, die durch den Mangel an Nahrungsmittel veranlaßt wurden, fortzugehen. Unrichtig ist die Nachricht, daß Munition ans Schweden in Finnland eingetrofsen ist. Gruppen von Ausländern, die in Tammerfors zurückge- halten werden und abzureisen wünschen, erhielten erst in den letzten Tagen die Erlaubnis zur Abreise. Man telegraphiert aus Helnngfors. daß Heglund und Grimlund sowie Nissen am Samstag von Petersburg dort eingetroffen seien. Fast ganz Südfinnland ist in den Händen der Noten Garde. Die Lage bessert sich täglich. Im Norden wird heftig gekämpft. Der Sieg der Roten Garde ist gesichert. Mehr als die Hälfte der finnländischen Bevölkerung steht unter der Herrschaft der Roten Garde. Heute geht ein Zug mit wohl bewaffneten Panzerautonioöilen, Geschützen und Mr schinengewehren an die Front. Petersburg, 19. Febr. (WB.) Meldung der Pet- burqer Tel.-Agentnr. Am 17. Februar hatte der ar kcmische Botschafter Fram'is in der Botschaft in Peters . eine Besprechung mit Mitgliedern der finnisck)en revo! 'io- nären Regierung, dem Volkskommissar für die auswär. Angelegenheiten und dem Kommissar für Lebensmitte! sorqung. Francis versprach den Vertretern der re'v* lutionären finnischen Regierung seine Hilfe bei h*: schlennigen Versorgung Finnlands mit amerikanischein G treide und Erzeugnissen. Amerika wäre im Begriff, zunäch' eine große Menge Getreide an Finnland zu liefern un^ dem Lande Lebensmittel jeder Art für eine lange Zeitdauer zur Verfügung zu stellen. GttUstctt frei! Wien, 19. Febr. Aus dem Kriegspressequartier wird ge» meldet: Der Artikel des Friedensvertrages mit der Ukraine, der bezüglich der Grenzen den Status quo ante, wie er mit dem großrussischen Reiche geherrscht hat, wieder herstellt, ist nunmehr vollkommen zur Durchführung gelangt. Seit gestern haben unsere Truppen das gesamte Gebiet bis zur Reichsgrenze ohne Zwischenfall besetzt. Fettin gestttrst. Kopenhagen, 20. Febr. „Politiken" meldet aus Wasa«^ es gehe hartnäckig das Gerücht, das jedoch noch nicht bestätigt sei, daß die Bolschewiki-Regierung in Petersburg von den Sozialrevolutionären unter Tschernow gestürzt wordey. -». Wir sind mit unseren Bundesgenossen über diese neu« h»e. vorliegende Tatsache in einen Eedankenauslausch eingetre. "'"gehenden Durcharbeitung der Materie, um di. e, flch handelt, und die in Brest-Litowsk oorgenommmen worbe« ist, gleichfalls I« «aettürz-fk« Zeit z» End!' gebracht werden kann. Eine wesentliche Verschiebung der Berhandlungs- basis dürfte, sowett flch da, bisher übersehen läßt, nicht eintrc- ten. Wenn ich die durch diese Mitteilung geschaffene Lage pra- zisiereu kann, so wie ich sie nach gewissenhafter Erwägung ansehe, so möchte ich sagen. Aussichten auf einen Frieden mit der Regie.' rung der Volkskommissare sind durch den Abschluß des Friedens mrt der Ukraine, durch den von uns jetzt ausgeübten militärischen Druck und durch das Scheitern gewisser Hoffnungen, die man sich zweifellos rn Petersburg gemacht hat (Sehr richtig!), erheblich besser geworden. (Beifall.) . Es kann der Hoffnung Ausdruck gegeben werden, daß wir letzt zum Ziele kommen. (Lebhafter Beifall.) Aber der Freude über das große Ergebnis eines wirklichen Abschlusses mit Rußland wollen wir uns erst hingeben. wenn die Tinte unter den Dokumenten fitzt. (Zustimmung.) Der Eindruck, den ich draußen hatte, war der, daß die Oeffentlichkett den Abschluß mit der llkrauie mit Erleichterung ausgenommen hat und als den ersten Schritt zu einer besseren Zukunft und zu einer Wiederherbeifüh- rung des allgemeinen Friedens begrüßt, den wir alle erhoffen und den wir bei ruhiger, klarer, fester und entschlossener Führung der auswärtigen Politik in absehbarer Zeit auch zu erreichen hoffen. (Lebhafter Beifall.) Der nächste Redner war der alte Zentrumsdemokrat E r ö - b e r, der sich zum Anwalt der Polen machte und bedauert, daß General Hoffmann den Friedensverttag mit der Ukraine unterzeichnet habe, das Militär habe bei Friedensverträgen doch nicht mitzureden. David (Soz.) meinte, nicht das Vorgehen des deutschen Heeres, sondern der Friedenswille der Volfchewikis habe uns dem Frieden näher gebracht. Im übrigen gefällt diesem Redner die revolutionäre Taktik der Bolschewikis nicht.. Abg. Seyda (Pole): Mit Bedauern hören wir, daß gerade das Zentrum dem Frivdensvertrag zustimmt. Alle schönen Grundsätze von der Beseitigung der Eeheimdiplomatie. der Wahrung des Selbstbestimmungsrechtes der Völker und Ablehnung von Annexionen sind außer Acht gelassen. Selbst von einer Teilung Polens wird gesprochen. Die Erregung unter den Polen ist aufs höchste gestiegen. Wir Polen lehnen diesen Friedensvertrag ab als einen Akt der Gewalt und hoffen, daß sich die übrigen Parteien uns anschließen. Abg. Dove (Fortschr. Volksp.): Der Aufforderung des Vorredners können wir nicht Nachkommen. Wir haben die Interessen des deutschen Volkes zu vertreten und entsprechend zu handeln. (Bravo!) Abg. Dr. Stresemann (Ratl.): Wir danken Herrn von Kuhlmann für sein« Geschicklichkeit. Zähigkeit und sein Pflichtgefühl. das es ihn überwinden ließ, sich mit einem Herrn Radek an einen Tisch zu setzen. Die Unterzeichnung des Vertreters der Obersten Heeresleirung ist nicht ganz in Ordnung, aber von un. tergeordneter Bedeutung. Millionen von Menschen sind in den letzten Tagen die Augen aufgegangen über den Unterschied zwischen Anarchie und Ordnung. (Sehr richtig!) Wir erkennen dre Notwendigkeit, daß Oesterreich-Ungarn mit rumänischem Getreide und künftig mit ukrainischen Erzeugnissen bevorzugt wird, an, da darf man aber in Wien die Dinge nicht auf den Kopf stellen. (Bravo!) Die Deutschen in den Ostseeprovinzen werden für vogelfrei erklärt. Da müssen wir ihnen Hilfe bringen. Dann können wir getrost eine Volksabstimmung entgegensehen. (Sehr richtig!) Der Krieg wird nicht durch das Schwert der Kritik . sondern durch die Kritik des Schwertes beendet. Mit einem deutschen Sieg werden wir zum Frieden gelangen. (Leb Hafter Beifall und Händeklatschen.) Abg. G r a f W e st a r p (kons.): Der Friedensschluß ist Sache des Kaisers, nickt des Parlaments. Wir begrüßen den Jriedens- schluß mit der Ukraine als die erste Insel im Meer des Welt- krieges. Namentlich im Hinblick auf Oesterreich-Ungarn und die Türkei ist der Friedensschluß zu begrüßen. Die Dardanellen- frage ist damit erledigt. Hinsichtlich der wirtschaftlichen und rechtllchen Seite des Vertrages ist gute und tüchig« Arbei geleistet worden. Der Vertrag kann im ganzen als mustergültig bezeichnet werden. Die Revolution hat Rußland nicht glücklicher gemacht. Bestechlichkeit. Verbrechen scheinen oft über das hinauszugehen, was man früher dem Zarismus mit Recht oder mit Unrecht vorgeworfen hat. (Sehr richtig! rechts.) Es wäre besser gewesen, wenn man von vornherein mit offenem Visier in dle Verhandlungen eingetreten wäre, und wenn die deutschen ^.nteressen auf Grund der durch das Schwert erworbenen deut- schen Machtstellung gewahrt worden wären. Wenn Dr David sagt, gewisse Teile der deutschen Volkes hätten Gott auf den Knieen gedankt, daß der Fried« nicht zustande gekommen wäre fo ist das eine frwole und gehässige Unterstellung. fLrm links' Vizepräsident Dr. Dove rügt den Ausdrück.) Ich muß anneh.' men, daß Dr. Danrd gegen besseres Wissen diese Ausführungen gemacht hat. (Erneuter Lärm. Zuruf: Schamloser Geselle! Der Vizepräsident ruft den betr. Abgeordneten zur Ordnung.) Wir begrüßen das Vorgehen unserer Truppen, da wir die Pflicht abrn, den Schutz der Bedrängten in den Ostseeprovinzen auf deren Hilferuf zu gewähren. Das neue Friedensangebot bringt uns in überaus günstige Lage. Die Bolschewiki müssen anerkennen, drß die von uns besetzten Gebiet" dauernd von Rußland losgelöst sind. Das Selbstbestimmungsrecht der Völker werden wir wahren, soweit es das deutsche Interesse zuläßt. Insoweit als es sich um militärische Sicherung der Grenzen handelt^ muß das Einverständnis Hindenburgs und Ludendorffs sicher fein. Sie mögen den deutschen Frieden unterzeichnen. (Beifall.) Abg. von Halem (Deutsche Fraktion): Wir begrüßen die vorgelegten Verträge mit Freuden und erwarten, daß der Warenaustausch, der Austausch ukrainischer Agrarprodukte mit deutschen Jndustneczeugnissen baldigst in die Wege geleitet wird. . Abg. Ledebour (U. S.): Wir zweifeln nicht daran, daß auch Graf Westarp den Frieden will. Trotzkt will auch den Frle- den. Dieser ist aber nicht nach ihrem Geschmack. Herr von KKhl- mann findet jetzt den Beifall der Rechten. Ich bedauere ihn deshalb. (Heiterkeit.) Abg. R a d z i w i l l (Pole): Dle Ausnahmegesetze gegen dt« Polen wollten diese Nation ausrotten. Staatssekretär von Kuh imann; Generax Hoffmann war als Vertreter der Obersten Heeresleitung auf Vorschlag des' Reichskanzlers vom Kaiser zu den Verhandlungen bevollmächtigt entsandt. Dies war nötig, weil die Verhandlungen wahrend des Waffenstillstandes im besetzten Gebiete stattfanden. Da war es erwünscht, jederzeit einen Vertreter der Obersten Heeresleitung zugegen zu haben. Der Mechanismus hat sich bewährt und wird wohl auch beibehalten werden. Es ist übrigens nichts neues. Damit schließt die Aussprache. Der Vertrag wird dem Hauptausschuß überwiesen. OckerrüchMes AbsteMe?echans. 19. Febr. Die heutige erste Sitzung nach der Vertagung des Hauses stand im Zeichen der von den Voten herbeigefiihrten Krise und war höchst stürmisch. Sie dauerte kaum eine halbe Stunde, aber die nachzitternde Erregung hielt^ die Abgeordneten noch lange zusammen. A!s der Präsident des Abgeordnetenhauses zu Beginn der Sitzung einige Worte über den Osten sprechen wollte, verließen die (Slawen mit Annahme der Ukrainer den Saal und kehrten erst zurück, als der Ministerpräsident Tr. von 'Seidler sich tum Sprechen anschickte. Dann aber ballten sich im Halbkreis vor der Ministerbank die Abgeordneten zu Hunderten zusammen. Tie besonders streitbaren Tschechen faßten in gjährlicher Nähe des Ministerpräsidenten Posto. Kaum batte dieser zu sprechen begonnen, als der tschechische Sozialdemokrat Dr. Souklrp ichon mit Faustschlagen die Ministerbank bearbeitete und grobe Insulten gegen die Regierung schleuderte. Er wurde durch deutsche Ordner abgedrängl und konnte nur noch aus der Ferne mit lautem Gelch^er, das von seinen Parteigenossen unterstützt wurde, den Minister, der oft minutenlang am Sprechen gehindert war. stören. Die Polen selbst verhielten sich still. Der Lärm der Tschechen wurde übertönt durch den Beifall der um die Ministerbank gescharten Deutschen, die den Ministerpräsiden, ten nach der von ibm verlesenen Erklärung ostentativ be- glückwünschten. Tie Erklärung enthielt die wichtige Tat« sache, daß mit den hier weilenden'Vertretern der Ukraine eine authentische Interpretation des Friebensvertrages vereinbart worden sei, wonach die im Vertrag ausgesproa^eno ungefähre Grenzlinie im Gouvernement Cholm nicht endgültig sei, sondern noch in den Details von der Ab- grenzungskommission, in der auch die Polen zu Worte kommen sollen, festgesetzt werden soll und zwar nach ethnographischen GesicAspunkten. Aber es verlautet schon jetzt mit voller Bestimmtheit, daß die Polen von dem Entgegenkommen der . Negierung keineswegs befriedigt sind, sondern die Buglinie und den Kopf des Grafen Ezernrn fordern. Wir wollen annehmen, daß damit noch nicht das letzte Wort gesprochen ist, denn diese beiden Forderungen sind schlechthin unannehmbar. Dr. von Seidler setzt« dann unter fortwährendem Beifall der Deutschen die Gründe auseinander, die für den Abschluß de, Friedens, der ein Brot- und Dolksfriede sein soll, bestimmend waren und schloß daran eine scharfe Ablehnung der Unterstellung. die über die Rolle Deutschlands bei dem Friedensschlutz in die Welt gesetzt worden fei. Es ist kein Wort wahr an dem ganzen Gerede von dem deutschen Einfluß auf die Friedensbedin- gungen. Wohlmeinende Freunde können den Polen nur raten, ihre Forderungen nicht länger zu überspannen. Don den nächsten Wochen und vor allem von dem Verhalten der Polen wird die Gestaltung des europäischen Ostens abhangen. inbiiüunuiurr/a>mi!Ihaa des Kunrcs der lMniirle. ' Berlin, 18. Februar. Die Iubilämnsverfammlung des Bundes der Landwirte fand im großen Saale der Philharmonie statt. Saal, Emporen und Logen waren stark überfüllt. Der erste Redner war Dr. R o e s i ck e - Gärsdorf. der einen Rückblick auf die 25jährige Tätigkeit des Bundes gab und eine gesunde Heimatpolitik als Grundlage jeder Weltpolitik empfahl. Im einzelnen führte er aus: Wir haben uns unsere Jubelversammlung anders gedacht: wieder im Frieden. Aber ein Frieden hat doch wenigstens den Anfang gemacht. Run. wir haben die Aufgabe, den Kopf hochzuhalten und wir werden durchhallen! Schwere Verluste hat auch der Bund der Landwirte erlitten. Allen Hingegangenen bewahren wir ein ehrendes Angedenken, auf die Gefallenen schauen wir mit Stolz zurück. (Die Versammlung erhob sich von den Sitzen.) Dann warf Dr. Roesicke einen Rückblick auf die Zeit vor 25 Jahren. Im Kampfe ist der Bund geboren: heute stehen wir in einem Weltkriege. Damals ist der Grund gelegt worden dafür, daß wir dresen Wirffchaftskrieg jetzt durchführen können. (Zustimmung.) Wie viele Aufgaben, Fragen und Probleme hat der Bund in den 25 Jahren zu bearbeiten gehabt. Unsere Heutigen vergessen rasch. Vor allem haben wir die Caprivijche Behauptung ins Unrecht gesetzt, daß es für Deutschland darauf ankomme. ein Exportindustriestaat zu werden. Unter den „agrarischen" Handelsverträgen ist die industrielle Ausfuhr gewaltig gewachsen, die Kohlenförderung, Roheisenerzeugung außerordentlich gestiegen, die Vermögen haben ungemein zugenommen. Eavrivi wollte eine Politik, die uns vom Auslande abhängig macht, der Bund der Landwirte eine Politik, die uns unabhängig macht. Dieses Ziel ist erreicht, und das ist mit unser Erfolg! (Stürmischer Beifall.) Auch für die Zukunft soll unsere Losung sein: Selbständigkeit Deutschlands, Sicherung seiner eigenen Erzeugung, wo immer möglich, mindestens in unserer Ernährung. (Beifall.) Kämpfe wird es auch in Zukunft geben. Aber wir hoffen dann auf Bundesgenossen in der Schwesterproduktion der Industrie. Sie weiß es ja jetzt, daß auch ihr Vorteil nicht in der Zerstörung, sondern in der Erhaltung des Jnlandsmarkte» beruht, weiß, daß Weltpolitik nur gemacht werden kann auf dem Boden gesunder Heunatpolitik. Auch Uber die Art des kommenden Kampfes haben wir schon Andeutungen: «um will die Klei- neu gegen die Großen anfhetzen. Weisen wir diese Leute ab» sie stich unsere Feinde? (Lebhafter Beifall.) Daun gurg Dr. Roe- sicke auf die allgemeine Lage ein und sprach dabei über die Wühlereien gegen Ludendorff. Es fei aber kein Zweifel» daß das deutsche Volk sich geschlossen hinter die Oberste Heeresleitung stellen würde. (Stürmischer Beifall.) Frieden wollen wir alle. Aber wir bekommen ihn nicht durch Friedensangebote und Streiks. (Lebhafter Beifall.) Solange unsere Feinde wisien». dass die Friedensresolution und ihre Mehrheit herrscht, bekommen wir keinen Frieden. (Stürmischer Beffall.) Zum Schlüsse erneuerte der Redner im Namen der Versammlung das Treugelübde gegen den Kaiser und das Versprechen, fest und treu durchzuhalten. In das dreifache Hurra stimmte man begeistert ein. -Darauf wurde beschlossen, längere Drahtungen an den Kaiser und Hindenburg zu senden. In der Drahtung an Hinden- burg wird die Gewissheit ausgesprochen, dass Hindenburg Deutschland zum endgültigen Siege führen und dafür eintreten werde, dass dis Früchte des deutschen Kämpfens uüd Siegens dem deutschen Volke nicht entrissen werden.. Mit Beifall wurde Freiherr v. Wangenheim (Klein- Spiegel) erupfangen. Er blickte zurück auf die verflossenen 25 Jahre der Bundesarbeit, die nicht agrarisch einseitig gewesen, sondern im allgemeinen Interesse gearbeitet habe, für Industrie wie für Landwirtschaft, auch für die Arbeiterschaft. (Sehr richtig?) Unserer Arbeit folgte eine Periode beispielloser Wohl- fahrtssteigerung. Unter dem Schutze der nationalen Arbeit haben Landwirtschaft und Industrie Leistungen vollbracht, die pns in ungeahnter Weise zum Ausharren in diesem Kriege befähigen. Nur auf wirtschaftlicher Selbständigkeit ruht auch die nationale Selbständigkeit sicher. Freiherr von Wangenheim ging dann auf die Fragen der Gegenwart ein, besonders auf die Zwangswirtschaft, wob^t er tadelte, dass man von den Vorschlägen der Landwirtschaft so wenig annehme, wie jetzt von den Vorschlägen betr. die Beteiligung der ländlichen Genossenschaften an der Erfassung der Lebensmittel. Es sei ein unlösbarer Widerfpru^ den Massen so viel von Freiheit und Rechten zu reden, die schaffenden Stände in ihrer Arbeit aber fortwährend gu knebeln. (Lebhafte Zustimmung.) Aber wir wollen uns nicht verbittern lassen? Die Zwangswirtschaft hat Schiffbruch erlitten. Stehe doch einmal jemand auf. der sich noch nicht gegen die vielen Verordnungen vergangen hat. (Heiterkeit. Es steht niemand auf. Gr. Heiterkeit.) Der sicherste Beweis für die Erfolglosigkeit liegt aber m dem Aufblühen des Schleichhandels. Freiherr von Wangenheim widerspricht den Anklagen des Hansabundes. Unser- Genossenschaftswesen will ja den soliden Handel nicht aus-, sondern gerade wieder einschalten. (Beifall.) Von mancherlei Kriegslehren sprach Freiherr von Wangenheim dann. Das Wahlrecht mutz geändert werden. Das wissen wir. Aber ob es die Herrschaft der Masse und schliesslich der Gasse bringen soll, das ist eine andere Frage. (Sehr richtig!) Die Androhung des Wirtschaftskrieges zwingt uns zu einem Friedensschluss. der unsere wirtschaftlichen Kräfte erhält und uns sowohl für die Industrie, wie für die Landwirtschaft eine erweiterte Grundlage schafft (Beifall), sowohl im Westen wie im Osten, damit es in einem Kriege nie mehr an Rohstoffen mangelt und wir auch an Erz und Kohlen stark genug find. (Beifall.) Freier Welthandel und freie Schiffahrt darf uns nicht verschränkt werden. (Beifall.) Den Engländern müssen wir möglichst nahe rücken, um ihnen ins treue Auge blicken zu können. (Grosse Heiterkeit und Beifall.) Wenn unsere Feldgrauen zurückkehren, werden sie nicht in erster Linie nach freien Wahlrechten fragen, sondern: was werden wir essen, womit kleiden, wie bringen wir unsere Wirtschaften wieder in Gang, wie kommen wir wider herauf? (Lebhafte Zustimmung.) Freiherr von Wangenherm erinnerte daran, dass zu dieser Stunde der Waffenstillstand mit Russland abgelaufen ist, und gab der bestimmten Hoffnung Ausdruck, daß zu derselben Stunde die deutschen Heere auf dem Marsche sind, die Balten zu retten? Die Versammlung antwortete darauf mit einer dröhnenden Beifallskundgebung. Am Bolschewismus zeigte der Redner die letzten Folgerungen der sozialdemokratischen Lehre auf. Ich bin kein Antisemit im Sinne des Wortes, sagte er dann weiter, ich kenne zahlreiche Juden. die treudeutsch sind. Aber es muss doch große Bedenken erregen, wenn man überall Juden in der Führung sieht überall da, wo es gegen die Grundlagen des Staates geht. (Stürmische Zustimmung.) Gerade unsere deutschen^ Mitbürger jüdischen Glaubens müßten zuerst solche unsauberen Elemente von ihren Rockschössen abschütteln. Die Glückwünsche der Industrie sprach darauf Landrat a. D. Röttger vom Kriegsausschutz der deutschen Industrie aus. Ich entledige mich frohen Herzens der Aufgabe, die Glück, wünsche der Industrie zu Ihrem Iubeltage zu überbringen. Er' forderte auf zum Zusammenhalten? (S'ürmischer Beifall.) Heber Parlrmenlarffierung und Demokratisierung sprach darauf in längerem Vortrag Reich?tagsobgeordneter Dr. Wildgrube. Deutsche Monarchie und Demokratie zeigte er als unversöhnliche Gegensätze trotz des Vegriffstechnikers der Demokratie D. Naumann. Was hat sich bewährt in diesem Kriege? Die deutsche Demokratie vielleicht? Hat sie die Grundlagen gelegt für unsere Kraft in diesem Schicksalskampfe? Wir möchten der Demokratie sagen: Sei vorsichtig! Denn die Akten über diele Fragen sind noch vorhanden. Vielleicht gehen dem deutschen Volke doch einmal die Augen auf. wenn man diese Akten einmal aufschlägt. In unsere demokratische Strömung sind wir hineingekommen durch Herrn von Vethmann. den Gott in seinenr Zorne zum Kanzler gemacht hat. (Lebhafter Beifall) Die deutsche Demokratie hat ihre Forderungen nicht aus dem Haben oezogen, sondern sie sind lediglich Doktrin, erfüllen Wünsche des Auslandes. Der Redner zeigte dann, wie die deutsche Demokratie heute geradezu der politische Waffenschmied des Auslandes fei und er verlas dafür zahlreiche Aeutzerungen auch aus der demokratischen Literatur. Darauf behandelte Reichstagsakweordncter Oekono- mierai W e i l e n b ö ck (Stadt Steinach) unsere Handelsbeziehungen nach dem Kriege zu Oesterreich-Ungarn und Russland. Die dazu vorgelegte Erklärung wurde ebenfalls angenommen. Mit stürmischem Beifall wurde darauf Herr v. Olden- burg-Ianuschau begrübt. Er erhob gegen die politische Leitung und den Reichstag den Borwurf, versagt zu haben. Bei dem Versagen der politischen Leitung gab er Herrn von Beth- mann die Schuld. Kaum je hat «» Minister seinem Souverän^ und seinem Vaterlande so schwere«, nachhaltigen Schaden zugefügt. wie er. An den Völkerfrühling nach diesem Kriege glau- ben» können nur Narren. Wenn wir unsere Wehrmacht hingeben müssten, um in den internationalen Schwindel reinzu- schluddern, das wäre furchtbar. Es kostete uns unser Deutschtum. und wir müssten uns von einer übelwollenden Welt terrorisieren lassen. Wenn unser Heer und unsere Flotte nicht da sein müssten zu unserem Schutze, so müßten sie extra erfunden werden als größte Erziehungsanstalt des Vaterlandes. Aber Herr von Vethmann hat der Armee das Siegen sehr schwer gemacht. Wenn er weiter nichts getan hätte, als die Erklärung über Belgien gegeben, so wäre das schon Unglück genug. Das wäscht kein Regen durch Jahrhunderte ab. (Beifall.) Wenn er weiter Verträge als Fetzen Papier erklärte und sich durch Wilson niederboxen ließ, so hätte ihn das überzeugen müssen, daß er seine Stelle nicht ausfüllen konnte. (Zustimmung.) Was außen geschehen ist, überwindet die Tapferkeit unserer Armeen, aber im Innern, wie wir da wieder herauskommen sollen, das ist nur Gott bewusst. Der Kanzler, der das wieder in Ordnung bringt, auf den wird geschossen werden, und wenn auf ihn nicht geschossen wird, so taugt er nichts. (Heiterkeit.) Es kommt bloß darauf an, daß er auch schiesst! (Heiterkeit.) Die Armee ist vom Kanzler im Reichstag behandelt worden, wie eine willenlose Masse, die nur zum Sterben da ist und auf deren Empfindungen man nicht Rücksicht zu nehmen braucht. Es ist doch undankbar, dass man die Männer draußen rechtlos gemacht hat in ihrer Abwesenheit. (Zustimmung.). Mich haben die Grüße des Reichstages draußen immer verletzt. Was nützt es. wenn er nachher der Armee mit der niederträchtigen Friedensresolution in den Rücken fällt? (Stürmische Zustimmung.) Sind das Taten, alles erst niederzureissen, ehe die Armee zurückkehrt. Der Reichstag ; kommt sich noch ungeheuer patriotisch vor, daß er die Gelder bewilligt hat. Ich kann dabei nichts finden. (Große Heiterkeit.) « Wenn Franzosen und Russen nach Berlin gekommen wären, hätten sie im Totschlägen auch vor den Reichstagsabgeordneten nicht Halt gemacht. (Sehr richtig!) Einer der vielen konfusen Gedanken des Herrn von Vethmann war es, die Sozialdemokratie plötzlich regierungsfähig zu machen. Dumm sind ja die Sozialdemokraten nicht, ausgenommen Herr Scheidemann, der sich mit dem schlecht vorbereiteten Streik zu früh dekouvrier-e. (Heiterkeit.) Bewilligt hätten sie das Geld sowieso. Das Gros ihrer Wähler stand ja draußen und bekam vom FeindeFeuer. Die Sozialdemokraten hätten sonst bald allein gestanden. (Sehr richtig?) Und auch die Spießer hätten ein Grauen vor ihr gekriegt. Jetzt auf einmal glauben viele, daß die Sozialdemokratie sich patriotisch, entwickeln werde. Gewiß, viele, denen im Donner der Schlachten Gott nahte, kommen nicht mehr als Sozialdemokraten zurück: aber andere, auch aus anarchistischen Kreisen, sind's durch unsere Ernährungspolitik geworden. Diese müssen wir Zurückführen und ihnen sagen, dass es ja der gesegnete so- sozialdemokratischk' Zukunftsstaat ist. der uns diese Zwangswirtschaft aufgezwungen hat. — Herr von Oldenburg führt weiter aus, wie wir durch Bismarck verwöhnt worden seien. Einen nationalen Ton wie damals haben wir von einem Kanzler nicht mehr gehört. Jetzt flüchtet sich alles zu großen Hindenburg und Ludendorff. Wenn wir da jetzt von einer Hetze gegen Ludendorff lesen, so können daran im In- und Auslande nur Kanaillen beteiligt sein, nicht wert, daß sie die Schuhriemen der beiden großen Männer lösen. (Stürmischer anhaltender Beifall.) Seltsam kam mir bei meiner Rückkehr aus dem Felde auch der Kultus Mit Erzberger und Scherdemann vor. (Zustimmung.) Wer ist denn Herr Erzberger? Ein fleißiger Mann mit kleinem Gesichtskreis, der nicht das Vaterland und Staatsnotwendwkeiten in den Vordergrund stellt. Ein vorzei'iger Friede*wäre wie ein Operateur, den die Nerven verlassen und der den Kranken rasch . wieder zunäht. Wenn r r den Sieg nicht erringen und ausnutzen, ist das ebenso der Todeskeim für d^s Vaterland. (Zu. stimmung.) Die Parlamentarisierung ist für uns unmöglich. Wir wollen mal feben ob's die jetzigen Elemente besser machen werden, als die gescholtenen preußischen Junker. Meine Herren aus Bayern, stellen Sie sich vor, wie es adf Ihr Verhältnis zum Königshause wirken würde, wenn drei preußische Minister iwch Bayern geholt würden, um Ihnen eine Verfassung zu oktroyieren, die Sie nicht wollen! (Stürmischer Beifall.) Ein schwaches Preußen führt zum Einheitsllaate und das ist der Weg zur deutschen Republik. Darum muss es beißen: ie radialer im Reich, desto tonservativer in Preußen. Wir wollen sehen. Aber nicht mit unbegrenztem Optimismus, sondern mit kühlem Kopfe und Vernunft, vor allem ohne Furcht vor de: Straße — und wir sind nicht furchtsam. (Stürmischer Beifall.) — Herr von Oldenburg sprach dann über die Folgen eines entschädigungslofen Friedens. Revolutionäre Erscheinungen wird es geben, die werden niedergeschlagen: aber was soll werden, wenn die Regierung mit den ungeheuren Lastensorderungen dann vor den Reichstag tritt? Auflösen wegen Steuern ist sehr schwer. Was wird sie alles eintauschen müssen? Gebe Gott uns dann auch Verstand. Die der ticken Herzen schlagen heute nicht in der Wilhelmstraße oder im Reichstag, sondern im Havptquar'ier. Mit .Heilwünschen fiir Deutschland schloß Herr von Oldenburg unter dröhnendem Beifall. Mit dem Gesänge „Deutschland, Deutschland" wurde die Versammlung geschlossen. jii Des Kaisers Antwort. Auf das Treuegelöbnis der Jubiläumsversammlung des Bunde der Landwirte traf nach der „Deutschen Tageszeitung" folgende Antwort ein: Herzlichen Dank für das Gelöbnis treuer Gefolgschaft, das der Bund der Landwirte Mir bet seiner 25. Tagung erneut dargebracht hat. Die lange, rastlose Friedensarbeit und der starke Schutz des Reiches haben die deutsche Landwirtschaft zn^Kriegs- leistungen befähigt, die die Geschichte unter den Ruhmestaten dieser großen Zeit dankbar nennen wird. Jetzt gilt es, Schließung der Heimatsfront zum letzten großen Kampf? Ich zweifle nicht, daß die im Bund vertretenen Lanöleute mithelfen werden, die Kräfte zu spannen, die Opferwilligkeit zu starten, die Herzen zu festigen und zu begeistern für den heiligen Dienst um seres herrlichen heißgeliebten Vaterlandes. Wenn unser Volk! sich in solcher Bereitschaft ein. daun zrüerfls ich nicht, daß mit Lottes H;l:? üns bll'.ritzer, endgültiger Sieg und starke, glückliche Zukunft sicher sind. Wilhelm I. E. Gold zur Schmiede! Von ChristophWieprecht. (Nachdruck verboten.) Mit Gold noch schmückst du dich in qualdurchtränkten Stundeil - Mein großes Volk, ich kenne — kenne dich nicht mehr! Du blutest kämpfend aus Millionen Wunden Und um dich wogt der Schmerzen Riesenmeer. In stillen Truhen sammelst du noch goldne Schätze Und kosend streicht verblendet sie noch deine Hand — Gib her dein Gold! Gib's deinem Vaterland, Auf daß mit ihm es feine Siegeswaffen wetze! Gib her dein Gold? So donnern laut cs die Maschinen, Ruft's kkus dem Unterstand, aus Bergwerk und Fabrik: Die Brücken schreien es, die Eisenschienen: Dem Vaierlande>gibt dein Gold zurück! Frei willst du sein, mein Volk — wohlan, es sei! So hör' des Vaterlandes notgebornen Schrei: Reck' aus dem Gold zu Panzern, Stahl und Eisen Frei wirb dein Adler durch die Zukunft kreisen! Aus der fjciwt!. Hessische Juwelen- ünd Gokdwochir Unsere Fürstenhäuser haben schon öfter kostbare Schmuckstücke an die Eoldan- kaufsstellen überweisen lassen. Unser Landesherr hat ebenfalls Gold und Juwelen aus seinem Familienschatze auf den Altar des Vaterlandes niedergelegt: auch hat er sich dahin ausgesprochen, daß am Grossherzoglichen Hofe Gold- und Edelsteinschmuck nicht mehr gern gesehen werde. Folgen wir seinem hochherzigen Beispiele! Das Krersamt macht wiederholt darauf aufmerksam, daß Hausschlachtungsanträge nicht mehr angenommen werden. Siadtverordnetensitzrmg. Samstag, den 23. d. M.. nachmittags 4 Uhr, findet eine Sitzung der Stadtverordneten statt. Die Tagesordnung lautet: 1. Antrag des Schulvorstandes auf Er. rtchung einer „Abfchlußklasse": 2. Auslosung von Obligationen: 3. Gesuch um Steuernachlaß: 4. Verpachtung der städtischen Bleichen; 5. Gesuch des Hessischen Städtcbeamten-Verbandes: 6. Antrag des Stadtrechners betr. öffentliche Mahnung zur Zahlung der fälligen Steuern. Einrichtung einer Anmeldestelle für Berpackungsmaterialie«. Die Erossherzvgliche Handelskammer in Friedberg hat für ihre« Bezirk eine Anmeldestelle für Verpackungsmaterialen eingerichtet. Der Zweck derselben ist, der Belastung der Eisenbahn durch den Versand sperriger Verpackungsmaterialen zu steuern. Die Tätigkeit der Meldestelle findet in der Weise statt, daß Besitzer sperriger ÄerpackungsMaterialien (Kisten, Harasse. Körbe usw.), welche dieselben abzugcben wünschen, auf der Geschäftsstelle der Handelskammer mittels Vordrucken, welche dis Handelskammer zur Verfügung stellt, anmelden. Die Anmeldungen liegen auf der Geschäftsstelle zur Einsicht für jedermann offen, so daß Interessenten jederzeit davon Kenntnis nehmen können, ob und wo sie die nötigen Verpackungsnlalerialien am Platze käuflich erwerben können. Die Tätigkeit der Meldestelle ist vollständig unentgeltlich. Heu- und Strohliefernng an Privatleute. Der Abgeordnete Dorsch bat folgende dringliche Anfrage im Hessischen Landtag gestellt: Ist es Großherzoglicher Regierung bekannt, daß das vo» der Gendarmerie für die Heeresverwaltung beschlagnahmte He« und Stroh seitens der Kreisämter an Privatleute überwiesen wird und entspricht dies dein Geiste der Verordnung? Ist die Regierung in der Lage und bereit Auskunft zu geben? Friedberg. Wie aus dem Anzeigenteil ersichtlich, findet am Sonntag, den 24. Februar, nachmittags 3 Uhr im „Löwen" in Butzbach die diesjährige Hauptversammlung des Kreis-Rinderzuchwereins Friedberg statt. Alle Mitglieder des Vereins, sowie sonstige Interessenten sind hierzu freund- lichst eingeladen. Abkochen der Milch. Wie von zuständiger Stelle mitgeteilt wird, ist es im Interesse der Gesundheitspflege unbedingt erforderlich, daß alle Milch, die als solche genossen wird, vorher abgekocht wird. Durch den Genuß ungekochter Milch können dem Körper leicht Krankheitskeime zugeführt werden. FC. Butzbach, 19. Febr. Dte Zentrumspartei stellte im Landtagswahlbezick Butzbach-Bad-Rauheim Rechtsanwalt Dr. Schröder-Friedberg als Kandidaten auf. FC. Oppershofen, 19. Febr. Im Alter von 89 Jahren ver* starb Attbürgermeister Heinrich Schmidt, der über 40 Jahre die Bürgermeistergefchäfte der hiesigen Gemeinde leitete. Im Jahre 1911 ttat er von dem Posten zurück und sein Sohn wurde an seine Stelle gewählt. Vor einigen Jahren konnte er das Fest der diamantenen Hochzeit begehen. Der Verstorbene mar ein eifriger Förderer des bäuerlichen Zusammenschlusses. Aus Rheinhesien. FC. Mainz, 19. Febr. Am Rhein wurde ein Junge vv„ einem Krahn so schwer am Kopfe verletzt, daß er sofort verstarb. — Ein lljähriges Mädchen hatte nachts ein Streichholz angesteckt. wodurch das Bett in Brand geriet. Das Kind erstickte in dem Rauch. — In der Zanggasse verübte eine Frau Selbstmord indent sie den Eashahn ihrer Wohnung öffnete. - ■ . SS SS, Verantwortlich für den politischen und lokrlen Leit: Ottg Hirschel. Friedberg: für den Anzeigenteil: R. Heyner. Friedberg, Truck und Verlag der „Neuen Lag^settrmg", A- Friedberg i. 0, ^ Mrane Gefahren. Nomon ous der Gegenwart von M. Fsstrrrb - Zchuck. ' laHdmck verboten. -bne Zögern fuhr der Cunarddampfer darauf zu. duffer war es ein im Nebel auf ein Riff gelaufener britischer Dampfer, der der Hilfe bedurfte. Denn fremde Schiffe fuhren jetzt nickt in dieser Gegend. Als sie herankamen, trafen sie ein schwer mit den Wogen ringendes britisches Schlachtschiff, das vollständig hilflos war. Aber ein Riff gab es hier nirgends! Das.Schiff lag im freien Wassers Wis war es, was dem Koloß den Riesenleib zerrissen? Wer war der geheimnisvolle Feind? Eine Mine, die sich hierher verirrt hatte? Eine Er- Plosion? Oder —? Lähmendes Entsetzen beschlich die Fahrgäste des großen Schiffes, die Zuschauer der entsetzlichen Vorgänge waren, die sich vor ihnen abspielten. Es hielt schwer, an das sinkende Schiff heranzukommen, dessen Backbcrdseite unter der Wasserline vollständig aufgerissen war. Ueber fünf Stunden dauerte die Rettung, und der frühe Novemberabend brach bereits herein, als die letzten Mengen endlich das sinkende Schiff verließen. u 7 aber kam unangefochten um die Westspitze von .Eornwell berum. „Schade, daß wir morgen keine Londoner Zeitung lesen können," sagte Mittler, der nach einem geglückten Anschlag immer mit besonderem Vergnügen an die ratlosen Gesichter der Herren in Towningstreet dachte. Sein einziger Schmerz war, daß er nicht ungesehen Zeuge sein konnte. „Da kennen Sie die Herren von der Admiralität schlecht." antwortete Werkheim. „Die lassen doch von der Geschichte in den nächsten Tagen noch nichts in die O^ffent- sicbkeit. Ilnd wenn es dann gar nicht mehr zu verbergen gebt, t^nn ist es höchftens eine Kesselerplosion gewesen. Verlassen Sie sich darauf. Ich kenne meine Leute. Ab^r meinetwegen mögen sie lügen! Ich ärgere mich nur, daß uns die beiden letzten Schüsse mißlangen. Zu starke Strömung dort. Und der Kerl riß ja gleich aus wie Schafleder. Zu dumm, daß wir unter Wasser so geringe Ge- scksvindigkeit haben." . „Ja, das ist wirklich ein großer Mißstand. Hätten wrr zum Beispiel 18—20 Knoten Unterwassergeschwindigkeit £»önn. bei Gott. Alt-England, wär' es um Deine stolze Flotte bald geschehen." „Dann würden die Engländer das Schicksal, das sie uns zngedacht, am eigenen Leibe erfahren. Sie könnten eines Morgens anfwachen und in den Zeitungen lesen, daß sie mal 'ne Flotte besessen haben." — Langsam verfolgte das Boot seinen Weg. Dem trüben Tage um eine regenschwere, sternenlose Nacht gefolgt. Ohne Licht schlichen sie vorsichtig durch den St.-Georgs-Kanal, Werkheim stand auf Teck und schaute sinnend in das Dunkel. „Wenn es wirklich soweit kommen, sollte, daß uns die da drüben einen Unterschlupf gewähren würden," backte er und ließ seine Blicke nach der Westseite schweifen, dahin, wo die grüne Insel von den Wogen mnspült schlummerte' „L>as wäre ein Plan! Englands stolze Flotte hier ein» zusperren. Noch fünfzig solcher kleinen grauen Dinger wie das meine und es könnte uns nicht fehlen. Es müßte gelingen!" Er warf einen Blick zurück nach dem Bergland von l ornwall. Dort hate er Helen kennen gelernt, als er im ersten Sommer in London weilte. Bei einem Sommerfest, das Lord Henry Wosey der Gesellschaft gegeben hatte. Ein banges Gefühl beschlich ihn, wenn er ihrer gedachte. Es wäre ihm lieber gewesen, er hätte sie in Tannen- berg bei deni Vater gewußt. Aber — weder Helen noch der Vater schienen Neigung für einander zu haben. Beinahe könnte er dem Vater zürnen! War nicht alles ganz gut gekommen? Hatte Helen sich nicht ganz wunderbar eingefügt? Besser, als er es je zu hoffen gewagt Bei Ausbruch des Krieges freilich, da batte es im ersten Augenblick ausgesehen, als wollte sie ihm davontauieu Eine augenblickliche, begreifliche Aufwallung. Aber nun war das alles anders! Wie hatte sie sich über seinen Erfolg gefreut! Wie stolz war sie gewesen! Kekmnttimachnust Das nachverreichnete, am 11. November leihfälli i werdende Armenfondsgrun^stuck der Gemar- , kung Ockiladt kommt Montan, dev 25. Februar 1918. vormittags Uhr. im Stadthaus in Fnedberg öffentlich an den Meist dielenden auf weitere 12 Fahre zur Verpachtung: Flur XI Nr. 8 -- 2287 qm Wie e, unterm Halbmond. Friedbera. den 18. Febr. 1918! Die städtische Armenkommijfion. 2. V.: Damm. Bett.: Die Flei chver orgun z und die Verbrauchsregelung für die Stadt Fttedberg. Kelrnntttmachnng Hierdurch bringe ich zur öffentlichen Kenntnis, daß der Verlauf von Rind- und Kalifleisch für diese Woche am .Freitag, den 22 . Februar l. Fs. vormittags von 8—12 Uhr und derjenige vo Wurst am gleichen Tage nachmittags von 2—5 Uhr statifindet. Schweineffei ch gelangt diesmal «icht zur Ausgabe. Die vorstehende Verkaufszeit ist genau einzuhalten. Friedberg. den 21. Febr. 1918. Der Bürgermeister. 2. V.: Damm. MmklMllijuni!. Tie nachrer'eichneten, am 11. November leih'älli' werdenden Annen ondsgrundstücke in der Ge- markung Bauern^eim kommen Montag, den 25. .>ebruar 1918. nachmi ta-s 4 1 /,, Uhr. in derWirt- schast von Konrad Schmidt Wwe in Vauernheim. öffentlich an die Meiftbietein. en auf weitere 12 Fahre zur Verpachtung: Flur I Nr. 12ü -- 4669 qm, Acker, in ^ rt, Flur l Nr. 211 = 8971 qm, Acker, hinier der alten Burg Flur I Nr. 389 -- 7133 qm, Acker, Himer dem Vera, Flur II Nr. 7 -- 2363 qm, Ackr, hinter der Mark, Flur IV Nr. 31 = 512 / qm. Acker, untere Gewanne, auf das Ofscngeimerfelo, Flur IV vcr. 116 = 4213 qm Acker, am Eselspfad, Flur V vir. 2 = >255 qm Acker, hin er der Eller, Flur V Nr. 14 - 4224 qm Acker daselbst, Flur V 'Nr. 108 -- 6865 qm Acker, am Dornaffenhelmerweg. Friede erg. den 18. Februar 1918. Die städtische Armenlommijston. 2. V.: Damm. Cüitrijti'Mslitllilß. Montag, den 25. Februar 1918, nachmitta's 2 Uhr kommen in der Wirt,chaft „zur E> enba'm" in Dorheim die nach- verzeichneten, in Gemarkung Dorheim bettgenen. am 11. November 1918 leihfällig werdenden Armenfondsgrunditücke öffentlich an die Meistbieienden auf weitere 12 Fahre zur De pachluiw: Flur X Nr. 154 = 14344 qm, Acker am Eselspfad, in 5 Anleitungen. Flur VIII Nr. 116 = 4102 qm. Acker, auf wm Rothenberg. Flur III Nr. 31 -- 17752 qm, Acker, im Wartfeld. Flur IV Nr. 73 — lu629 qm Acker, Fauerbakherwegfeld' Friedberg, den 18. Febr. 1918. Die städtische Armenkommission. 2. Damm. Er war so froh. Vielleicht gab ihm der Krieg in kurzer Zeit, was im Frieden Jahre gedauert haben mochte — Geräusch des Wassers, die dunkle, graue Unend. lichkert versetzte ihn in eine traumhafte Stimmung. Im Geiste sah er sich mit Helen in Tannenberg. Draußen rm Park saßen sie unter der großen Kastanie. Und was stand dort neben ihnen? Ein Kinderbettchen, über das sich Helen neigte. Ein Köpfchen mit Helens blondem Kraushaar lag in dem Klssen. — .. „Träume!" murmelte er und richtete sich auf. „Ich träume, iinb doch ist jetzt wahrlich keine Zeit zum Träumen." Seine Gedanken flogen hinüber nach der im Dunkel liegenden Insel. Er dachte an Sir Edward Douglas, dachte an dessen königlichen Freund, dessen unheilvolle Saat jetzt blutige Früchte trug. Der König war tot. Sir Edward Douglas aber, sein Testamentsvollstrecker, lebte und wandelte genau in den alten Bahnen. €b er ruhig schlafen konnte, trotz des Weltenbrandes den ec entzündet? Welch sonderbare Spiele der Natur es doch gab, mußte er denken. Helen, dieses schöne, warm- herzige Geschöpf die Tochter dieses verknöcherten Eiferers! Konnte man sich überhaupt denken, daß auch er einst ftmg gewesen? Daß auch er einst geliebt? Das Frauenliebe ihn beseligt ? Es schien undenkbar! „Ich kann mit gutem Gewissen behaupten, daß iveder vor mir noch nach mir ein Staatsmann sein Vaterland glühender geliebt hat und lieben wird als ich," hatte Si" Edward einst im Gespräch gesagt. Also sein Vaterland liebte er. Nnd gerade dieser Mann setzte bei anderen eine Ge- sinnungslosigkeit voraus, die einfach schmachvoll war. Woher nahm er das Recht, die Deutschen für etwas Minderwertiges zu halten? Für etwas, das man einfach zur Seite schiebt, wenn es unbequem wird? Deutsche Farblosigkeit! Deutsche Vergangenheit und Zerrissenheit? ^nrtwtzung iolat. Bekanntmachung. Am Sonntag, den 24. Februar 1913, nachmirtagö 3 Uhr. findet im Gasthaus „Zum Löwen" in Butzbach die diesjähri statt. ÄerPlhsiiiiß fiiici’ Wich. Die dem Vereinigten Armenfonds der Stadt ^riedberq ge- hö ige in der Gemarkunr Blofeld be egene Wieie: Flur VII Nr. 93 — 23255 qm, Wiese, vor dem Wirt, kommt Dienstag, den 26. Februar 1918, vormittags II Uhr in der Wiit chalt von Georg Ak o g k in Biofe.d, öffen lich an den Mei bietenden auf wei.ere 12 Jahre zur Verpachtung. Friedbera. den 18. Febr. 1918. Die stästische Armenkommission. _ 2. V : Damm. Die unterfertigte Gemeinde, be- absichti )t einen sprungfähigen 16 Monate alten Zuchtbullen ss mmentaler Raffe) und - , sprungsähigen Zuchteber (weißes Edelichwein) zu kaufen. Besitzer solcher T ere wollen ihre Offenen an umer eichnete Bürgermeisterei gelangen lassen. Kkichelsheim, den 20. Febr. 1918. Gr,^h. borgermkigerei Reichelsheim. 2. V.: H o ra ck. Beig. HsWi-ZetfilMMlyW Tagesordnung: 1. Jahresbericht für 1917/13 2. Rechnun'-'sa-ilage kür 1 «17/18 3. Voranschlag für 1913/19 4. Wahlen zum Vorstand' und Ausschuß. 5. Der chiedenes. Alle Mitglieder des Vereins und sonstige 2nteressen1en werden hierzu sreundlichst eingeladen. Der Vorsitzende: ** MllNtllilllhllllg Ü Der Rohkohlenverkauf auf unseren Gruben Wölfersheim und Weckesheim an den bekannten Abfuhrtaqen ist wieder eröffnet. Friedberg, den 20. Februar 1918. örott. ZttMMirMü. Briefbogen, Briefumschläge, Postkarten, Rechnungen, Rundschreiben, Formulare oder sonstige andere * Amnhm: Seine All Me Hoheit kt toijfjtqog. Achtung! Neuer Hafenstall Mbzugeben bei Seorg «uhn. Ober-Wöllstadt. Holzhainftraße 100. Kognak >st wieder eine Sendung eingetroffen. Friedrich Michel 20 Waaaon an Gemeinden und Vereine abzugeben. K. See, Massenheim. Friedberg im Gebäude des Erotzh. Hochbauamts. Schützrain 5, ist während der Hess. Juwelen- u. Eoldwoche (17. bis 24 . Februar) an den Werktagen nachm, von 3—’/ 2 5 Uhr und an den beiden Sonntagen vorm, von 11_1 Uhr geöffnet. Dr. Ritzert. Haag. Seit 25 Jahren fertige als Spezialität Schuhe für kranke Füße besonders für Klumpfüße und verkürze Beine. ** Wilh. Zernikow, Bad-Nauheim, Burgftraße 7. Komme auf Wunsch. Rückmrache oder schriftliche Auskunft ver- —- — - ^pflichtet zu nicht». - -A für Ihren Geschäftsverkehr oder persönlichen Bedarf dann bestellen Sie diese dort, wo Sie die Gewissheit für einwandfreie Ausführung haben. Wir empfehlen uns bei eintretendem Bedarf und sichern schnellste und sau- bersteAnfertigung zu. Extra große Thüringer Neiserbesen alle Sorten Bürsten, Beser^ Striegel, Toilette-Artikel, prima Rasier- u. Toilette- seise, prima Linoleum- und Parkettwachs alles in großer Auswahl. Theobald Stemel Bürstenfabrik Friedberl», Kaiserstraß e 117. Gute Pension für 12 jährigen Schüler in Friedberg oder in Rahe auf dem Lande von Ostern gesucht. Angebote unter Nr. 290 an die Ge chästsst. der „Neuen Tanesttg." Verloren ein Portemonnaie mit Inhalt im Bahnhof von Bahnsteig 5 bis Wartesaal. Gegen gute Belohnung abzugeben in der Geschä'lsstelle der „Neuen Tageszeitung". _ Einen gebrauchten, gut erhaltenen Schulranzen zu kaufen geiucht. Aiwebote an die Eefchäfis- stelle der ..Neuen Tageszeitung." stm Tagral»ü! I Druckerei u. Verlag A.-G. | Friedberg i. H. •«m««* ,«e« Deutschen hat abzugeben Heinrich Schröder, Visses. Eine schwere trächtige zu verkaufen Wilh. Veppler, Kirch-väu«. Ein 'weiipännig.gur erhal ener Kuhwagen - g- leitern hat zu verkaufen Phllipfl Mutz I., Dortelweil. Braves Lehrmädchen in Galanterie- und Spielwaren- Ce chäst für sof .rt oder später ge.ucht. Johanna Sprengel, Dad-Nauf eim. Kurstraße 11. Suche ,ür b^der 15. März ein tüchtiges, älteres Mädchen. Frau Adolf Schmidt, Friedberg. Kai erstraße 7. Bosse es ßlillsiiiDlhkii, welches schneide n und etwa« Weißteug nähen kann, für Herr schaftshaus zum 15. März odei I. Apnl eef'ichi. Off. u. Nr. 28« a. d. Geschäfts,t.d. ..9k. Tagesztg/ vauoeres, ordentliches auf 1 . März gejucht. Fra« Michael Scheuer, Friedberg t. H.