Nummer 44 Montag. den 18. Februar 1018 II. Jahrgang Die .,?.e„e Taresreitung" eiicheint reden Werllar. Regelmäßige Beilagen „Orr Vetter ans Fjellerr". „§ie Hprnnstube". F!en»,zsprers: Lei den Postanstalten oierrelräbrlirti SKI 2.4G Hin u Kitt noch das Bestellgeld: der den - enten monatlich 85 Pfg. ein-chließlich Xrägeriolm. Anzeigen: (S»tunDaft von Stryk hat an den Reichskanzler I folgendes Telegramm gesandt! ‘ • Riga, 16. Febr (WTB.) Die Schreckensherrschaft der Roten Garde verbreitet sich über den ganzen bisher unbesetzten Teil Livlands. Die meisten Hofbesitzer sind ausgeraubt von Haus und Hof verjagt. Proletarische Komitees herrschen. Hungersnot steht unmittelbar bevor. da dte von den Gemeinden eingerichteten Derpflegu^.gskomitees nicht viel ausrichten können. Vielfach riß man schon die Strohdächer ab und verbrauchte sie als Viehfutter. In den Kirchen finden Tanzvergnügen der Roten Garde statt. Die Einwohner sind unbewaffnet und nicht organisiert. Widerstand ist daher unmöglich. Mit Ausnahme der Revolutionäre erwartet in Livland alles mit Sehnsucht das Eingreifen bewaffneten Macht, von der men die Befreiung des Landes .jn ..... ck'^'ch unerträglicher weidenden Terror erhofft. ' Zf : f 3‘?i!fln&3 an dik LtMt Rkg'mng. Deelr». 18. Febr Die hiesigen Bevollmächtigten der finnischen Regierung haben Schritte getan, um die deutsche Regierung für die schwere Notlage, in der sich ihr Land gegenwärtig befin. det. zu interessieren. Dazu erfährt dir „B. Z. am Mittag", daß die finnischen Bevollmächtigten die Zustände, die durch die bolschewistischen Gewalttaten in Finnland eingetreten sind, schriftlich eingehend geschildert und dieses Schriftstück der deutschen Regierung überreicbt haben. Eine Antwort ist der finnischen Vertretung in Berlin zwar noch nicht zugegangen, man wird aber annehmen dürfen, daß die Darstellung der traurigen Lage Finnlands ihren Eindruck auch an amtlichen Stellen nicht verfehlt. Diese Annahme liegt um so näher, als Deutschland nächst Schweden die erste Macht gewesen ist, dir Finnlands Unabhängigkeit anerkannt und herzlich begrüßt ^i. Deutschland hat ein politisches und auch ein sehr großes wirtschaftliches Interesse an der Festigung der fimrlündischen Selbständigkeit und der flnnkändi- schen Regierung und an der Wiederkehr geordneter Zustände in diesem an wichtigen Naturprodukten reichen Lande, das besonders Holz und Erze liefern kann. Schweden und Finnland. Steckhsl«, 15. Febr. (WTB.) Laut „Soctaldemokrateu" wird der Mtta.beiter des Blattes Redakteur Böhmer noch Finnland reifen, um die finnischen Sozialdemokraten für den Gedanken einer schwedischen Vermittlung zwischen den beiden kämpfenden Parieren in Finnland zu gewinnen. „Dcrgens Nyheter" meidet aus Wasa: Senator Rerwall hat erklärt, die finnische Regierung habe erfahren, daß die schwedische Regierung bereit sei. Zwischen den beiden Regierungen in Finnland zu vermitteln oder wenigstens einen Waffenstillstand herbrizusühren. Daraus habe die finnische Regierung geantwortet. eine Vermittlung sei unannchmbar. ein WaffeuMstand ab« möglich. v . j s • i ! f , - ' - ' , - Rücktritt Aoberttous. Ha-,. ,17. Febr Neuier nieldet aus London.- D-, M-f des Generalftabes. Sir William Noberüan. ist getreten. Sem NacUolger ist Sir Henry Wilson. Sn einem weiteren Neuter-Telegramm wird gesagt ba« matt Srr William Robertson frelgestellt habe, ob er Ena- kand rm Obersten Kriegsrat in Versailles vertreten oder weiter.):n Ehef des Generalstabs unter neuen Bedingnnae« ™ *° n *\ ^ enR bie Erweiterung der Befugnisse des ^bersten Knegsrates in Versailles mache eine Einschränkung der Befugnisse des Chefs des Generalstabs notwendig. 'obe,tivn I cd och habe kerne Möglickckeit gesellen, eine der leiden Stellungen anzunehmen. Die Regierung sei daher du ihrem großen Bedauern genötigt gewesen, den Rücktritt anzunehmen. Die Gründe, die im einzelnen Robertson zu ernem Rücktritt veranlaßten, werden wahrscheinlich durch den Premierminister noch m der kommenden Woche im Un- terharise bekannt gegeben werden. Haag. 17. Febr. Wie englische Blätter melden, sind noch wertere Aenderungen im Generalstab zu erwarten Es lauft midi das Gecuckü. Dad Lord Derby zurücktreten werde. 5-Hlruißslf-ik fnnr ttr rvßlUen fanbm'rrdifilL Die mit so großen Erwartungen be.,onnenen Versuche de, englischen Regierung, im Industriestaats England über Nacht eine letstrugsfähige Landwirtschaft zu organisieren, die Englan» von der überseeischen Zufuhr zum Teil unabbängig mache« -könnte, darf man als aussichtlos betrachten. Wie ..Freemana Journal" vom 12. Januar schreibt, hat der Landwirtschastsmint- ster Prothero kürzlich den Landwirten mitgeteilt, daß es im kommenden Jahre so gut wie keine Fnttermittel geben wird. Dl« Landwirte würden im wesentlichen aus Grün- und Rauhsiitter angewiesen sein, das ihre eigene Wirtschaft erzeugt." Die Zeitung sieht in dieser Entwicklung die Folge der gänzlich verfehlte, Nahrungsmittelpolitik. ..Der Lebensmittelkontrolleur hat all feine Aufmerksamkeit auf die Preise gerichtet, ohne an die Cr- Zeugung zu denken, und setzt fetzt Preise für Nahrungsmittel fest, die nicht existieren. Ohne Futtermittel werden die Rinder nicht fett und die Kühe geben keine Milch. Ohne Vieh gibt es keine, Dünger und ohne Dünger keine Ernte. Mit der Eisenbahn i» Dünger nicht heranzuschaffen: selbst wenn Phosphate nicht v», den U-Booten ausgeschlosien würden und der Krieg nicht de, Stickstoff verbrauchte. Und in dieser Zeit verlangt der Nab. rungsmittelkontrolleur noch, daß die Viehweide, die zur Milch, gewinnung dient, in Ackerland umgewandelt werde, so daß di« besten Düngerstoffe noch wesentlich etngelchränkl werden Der Bauer muß sehen, wie sein Heu. sein Hafer beschlagnahmt, sein« Futtermittel ausgeschlosien werden, aber dafür erfährt er. daß dir Preise sü?seine Erzeugnisse niedriger angesetzt werden und daß allerhand Ausschüsse die Verteilung der Erzeugnisse regeln, welche nicht da sind. Diese Pottrik rötet die Erzeugung, und der Mangel der wichtigsten Dinge für die Existenz schafft den Profit» macker, läßt di- Preise anschwellen und vird schließlich die Bevölkerung ohne Nahrung lassen. Kei uns und hei jnit andern. Mr erleben Tage voll Aufregung. Tage, die unser Wirtschaftsleben erschüttern, unsere Kriegsind^rsttie hemmen, unsere Kriegführung beeinflussen und uns schwach zeigen, schwach und willenlos gegenüber den einigen Feinden. Mit freudige» Lächeln werden die Engländer und Franzosen, die Italiener und Amerikaner von dem vernehmen, was sich in Berlin und einigen großen deutschen Städten augenblicklich abspielt. Hoff, nungen werden ihnen wach, daß Deutschland, dieses Deutschland, das sich so lange zu verteidigen, das zu siegen wußte, ihnen wie eine reife Frucht in den Schoß fällt. Ihr Kriegswille. ihre Ab. sicht durchzuhalten wird gestärkt, denn ste sehen Arbeitermassev mutwillig dre Arbeit niederlegen, sie schliefen auf eine Zecsplit- terung und auf einen Krästeversall Deutschlands. Wilson sieht sein Ideal werden. Lloyd George seine Plane sich verwirklichen. Deutschland, müssen sie glauben, rüste sich, um den Vorbildern, die England. Amerika und Frankreich sind, nachzuahmen. Au» diesen Gründen ist es heute angebracht, einmal diese Vorbilder näher zu betrachten. Wie steht es tn Wahrheit in jenen Ländern aus. dke vielen in Deutschland als Ideal vorschweben? Wie dort, wo die- jenigen sitzen, die danach streben. Deutschland umzuformen, wi« also in Amerika, dem ..freiesten Lande der Welt", wie in Eng. land. den- ..Geburtsland der persönlichen Freiheit", und wie i« Frankreich, wo heute noch die in Menschenleder gebundene Urkunde der ..Freiheit, Gleichheit und Brüderlichkeit" als dauernder Befähigungsnachweis der französischen Republik zum Lehrer und Erzieher der Menschheit ausgegeben wird. Wie ist das Bilb in Rußland, dar jetzt unter der Knute der bolschewistische, Machchaber zittert, einer Minderheit, die nc>ch nicht einmal s» viel Anklang tut Volke hat, daß sie dem Votum der gesetzgebenden Versammlung kns Auge sehen konnte? Wollte man der Presse dieser Länder glauben, dann war« das monarchische Deutschland ein unfreier Polizeistaat, in de« der Bürger in Polizeiparagraphe, und bureaukratischem 33* Vormunden etn kümmerliches, beschränktes, obrigkeitlich abge- stempeltes Dasein fristet. Zn Wirklichkeit dagege, herrscht t« keinem Lands soviel persönliche Freiheit wie iu Deutschlands mit Ausnahme von England, wo zwar der Einzelne volle Frei» heit genießt, allerdings in negativem Sinne, indem sich der Staat überhaupt nicht um ihn kümmert. Wehe aber demjenigen der auf irgend eine Weise den englischen Machthabern unbequem wird! Die blutig« Geschichte England» — e» sei a« a» die Vergewaltigung de» unglücklichen Irland erinnert — zeigt auf jeder Seite die brutale Wucht, mit der Widerstebeude nim dergeworfen werden. Und nirgend» tan, wohl ei« vndvtd» samerer Geist herrschen al» tn Nordamerika, aamenttich i» de» jenigen Staaten, in denen die ^Inhibittontste," ft btt Mt ft, i-rttSz verfüge^ und j» ganz LeWeUojer Weise jede» 9a«ftafc tigcti unfc unvernünftigen Attohokgetwß bestrafen. In ieireem Leutsch-amerikarüschen 3Umia» ..Das große Heimweh* erzählt Nudolf Herzog: ..Als ich vor zwanzig Jahren herüLerwcchsette, ; st ach mir vor allem die Freiheit und Gleichheit in die Augen. Das, glaubte ich, liegt deinem Temperament am nächsten. Prost die Mahlzeit! Als ich an dem Frsiheitsstandbild vorüber- dampfte, in den New Volker Hafen hinein, klopfte mir so ein alter Weiterkundiger auf die Schulter. „Da, sehen Sie sich das Ding an, das ist das letzte Stück Freiheit, was Sie hier zu sehen kriegen." Der Mann sprach die Wahrheit. Das ist hier keine Gesetzgebung, das ist eine GefetzaeSungkseuche, in jedem Staat, in jedem Städtchen, die Weiber voran, und wo die nicht wollen, kriegen Sie als ausgewachsener Mann nicht mal 'nen Tropfen Wisky auf die Zunge. Die Gleichheit aber — Herr, verzeih's Ihnen — die Gleichheit besteht in der Hauptsache darin,, daß jeder Rüpel neben Ihnen seine gottverfluchten Beine über den Tisch legen darf, ohne daß Sie sich nur mucksen dürfen. Doktor, ich habe meinem alten Deutschland viel ab- gebeten." Im übrigen ist natürlich niemand auf der Welt gänzlich Persönlich frei. Der Mensch ist nun einmal ein soziales Lebewesen und bedarf als solches im Zusammensein mit seinen Mitmenschen einer festen Regelung. Wo solche Regeln fehlen, ist Nicht etwa mehr Freiheit, sondern weniger Ordnung und weniger Schutz des Bürgers vor Uebergriffen derer, die von der Freiheit ihre eigene ausschweifende Ansicht haben. So ist es im „freien- Frankreich bestellt, wo dem Bürger ein nicht annähernd wirksamer Rechtsschutz gegen ungerechte obrigkeitliche Verfügungen oder ungerechte Behandlung zur Verfügung steht Die in Deutschland. Dort ist beispielsweise jede Klage gegen eine polizeiliche Maßnahme unzulässig. Und was würde wohl - us unseren sozialdemokratischen Vereinen werden, wenn in Deutschland die „Freiheit" nach dem Muster Frankreichs zur Einführung gelangte, wo das französische Vereinsgesetz vom Jahre 1801 keine Vereine duldet, die die republikanische Staatsform gefährden könnten, während bei uns zahlreiche sozialdemokratische Organisationen offen die Republik verlangen dürfen. Daß auch *n der Truppenaufbietung bei Unruhen und Arbeiterbewegungen die Demokraten viel schneller und entschlossener Vorgehen als die Monarchisten, beweist die Geschichte der Berg- «rbeit^ransstände in Süd-Wales. Die Demokraten würden die ersten lein, die eine ihnen entgegengesetzte Kundgebung mit den brutalsten Machtmitteln zu Boden schlügen. Das erleben wir fa in Rußland. Herrschen dort die Maxi- mattsten nach oem Urteil wirklich objektiver Berichterstatter nicht schrecklicher als die Zarenregierung? Wir haben in Rußland das beste Bild, wie es in einem Staate aussieht, wo Frei- Gleichheit. Brüderlichkeit verfochten und an alle Türen geschrieben wird Sollen wrr wirklich England nacheifern? Ist es der Staat, der uns vorbildlich ist in der Verteilung der gleichen Lasten, der Steuern, der Rechte? Ist Frankreich uns ein Vorbild in ferner republikanischen Gesetzgebung? Haben in Frankreich. England und Amerika nicht Terror und Diktatur angewandt werden müssen, und ist nicht der Wille einzelner so ausgeprägt und unbeschrankt, daß alles, was lausen konnte, ln den Soldatenrock ober an den Arbeitstisch gezwängt wurde. Vergessen wir nicht, daß bei uns immer noch Recht und Gesetz gelten, daß es bn uns wirklich Gleichheit vor Gericht und Gesetz gibt, während bei unseren Feinden nur einige Wenige be. stimmen und die übrigen, das Volk, sich ihnen beugen muß. Ans Frankfurts „Grttülchast". Jüngst konnten wir lesen, daß neben verschiedenen demokratischen Freifmnsgrößen. darunter der früheren Abg. Funk. Herr Geheim rar von Gans den Doktor- titel erhalten haben. Heute lesen wir über den neuesten Ehrendoktor der Frankfurter Universität in der „Wahrheit" folgendes: Ganz Frankfurt stand Kopf, als der Großindustrselle und Multimillionär Fritz Gans einen Teil seiner berühmten Kunstsammlung nach Berlin sännkte, begriff diese nicht *ehr freundlich^ Handlung gegen Frankfurt aber, als der Schenker den Adelstitel erhielt und Geheimrat wurde. Da die Wünsche des Herrn Gans in dieser Beziehung befriedigt waren, hätte man hoffen Mirfat, er werde auf dem Nest feiner Kostbarkeiten einiges an Frankfurt a. M. geben, das sich chm gegenüber vielleM durch Verleihung des Ebnen- bürgerrechles erkenntlich gezeigt haben würde. Frankfurt stand deshalb wieder Kopf, als der Millionär, welcher doch ausgewrgt haben dürfte, den Entschluß faßte, seinen Sammlungsrest durch Bruno Cassierer in Berlin zur Versteigerung- bringen zu lassen. So ungefähr klingt es aus Frankfurt a. M. an mtter Ohr. Natürlich haben Herrn v. Gans als Mitinhaber der Firma Gans. Cassela & Co. (die Ge- ürüder Gans sind die Onkel der Herren v. Weinberg, der berühmten Nennsiallbesitzer) keine Nahrungssorgen zu dieser Versteigerung getrieben. Er larfielt mit Bestimmtheit über Beträge bis zu 40 Millionen. Ein anderes Moment war bestimmend für ihn: er wollte die Sammlung nicht feinen Erben lassen. Mit denen „steht" er sich nämlich garuicht. Mit seiner in London verheirateten Tochter, die in elfter Ehe mit einem 5>errn Webler aus Frankfurt a. M. rer- brmden war. sieht er nicht gut; mit seinem in Frankfurt f ein Geschäft betreibenden Sohne verbindet ihn auch keine besonders tiefe Zuneigung mehr und nur mit der Gattin keines geschiedenen und bereits vor Jahren verstorbenen Sohnes der die Tochter eines sächstsä-en Kriegsministers heimgeführt und ihren adligen Namen seinem schlichten Gans angehängt hatte, soll er bessere Beziehungen unter- halten: obgleich ihre feudale Familie gegen seinen Sohn einen Prozeß angestrengt und ihn aufgefordert hatte, ihren adligen d Namen hinter dem seinigen wegzulassen, da der Welt ein Adelsprädikat vorgespiegelt werde, das er nicht besitze. Soviel bekannt geworden ist, siegte die Familie und ' der Herr Gans mußte den adligen Namen seiner Frau ab- lllsicn. Es ist begreiflich, daß sich Frankfurter Lokalblätter tertz 1. . 2 T diese eüvaS absonderliche Affäre knieen und den Versuch.machen, sur Frankfurt zu retten, was am Ende vielleicht noch zu retten ist. Viel wird das, unseres Er- achtens, nicht sein. Leute, die bester über Herrn v. Gan- informiert sind, als es leider diese Frankfurter Blätter zu lein scheinen, kennen seine Konstruktion besser. Fritz Gans batte sich noch 1910 den Freiherrntttel gewünscht und in der Hoffnung, ihn zu erhalten, die große Stiftung für die Staatsmnfeen gemacht. Der Freiherrn-Titel ist ihm ja nun versagt geblieben, den einfachen Adel aber hat er erhalten, als der Besuch der Kaiserlichen Majestäten in Aussicht stand, erwarb er schnell das Rittergut Nissen bei Marburg, 1000 Morgen groß, für 2 Millionen; jedenfalls, um den Majestäten als Rittergutsbesitzer und nicht als simpler Kom. merzienrat vorgestellt zu werden. Bier Wochen nach dem Erwerb hat er das Gut bereits mit einem Rebbach von 100 000 Mark anderweitig verkauft. Mr ZnckrerMheubatt in Gefahr. Das statistische Bureau von F. O. Licht bemerkt in seinem neuesten Wochenbericht, daß aus einer ganzen Reihe von mitte!-, nord- und ostdeutschen Bezirken Mitteilungen vorliegen, nach denen vorläufig mit einem weiteren, zum Teil einschneidenden Rückgang der Zuckerrübenanbausläckn gerechnet werden muß. Diese Nachricht gibt der „Vorwärts" mit folgender Be- merknng wieder: „Dem Znckeranbau droht Gefahr, weil der Anbau an- derer Hackfrüchte, wie z. B. Mohrrüben, nicht nur lohnender sondern aucb mit geringerer Arbeit verknüpft ist. Es ist vergeblich, den Landwirten vorzuhalten, daß sie die Volks- ernähritng bedrohen und die Landesverteidigung schwächen, wenn sie keinen Zucker anbauen: sie geben dem höchsten Gewinn nach und wollen ihre patriotische Pflicht nur erfüllen, wenn ihnen höhere Preise bewilligt werden. Statt höhere Preise zu bewilligen, wäre es freilich ebenso gut möglich, die Preise für die mit der Zuckerrübe konkurrierenden Hackfrüchte kräftig herabzusetzen. Aber es ist leider sehr fraglich, ob das Kriegsernäbrungs'gmt die moralische Krott hat. entgegen dem Druck der Landwirte diese richtige Preispolittk zu treiben." Vielleicht gibt mm der „Vorwärts" demnächst den Arbeitern den Rat. daß sie auf Feinen Fall eine Stellung aufgeben. wenn ihnen anderweitig höhere Löhne bewilligt werden. Vom Kriegsamt wird er dann die moralische Krott fordern, entgegen dem Druck üer Arbeiter diese richtige Lohnpolitik zu tteiben. Diese „Retourkutsche"werden wir im „Vorwärts" Wohl vergeblich suchen! Zur Aerstellrirtg von Sranritwetti. Der Dorsitzerd« der Relchsbrannttveinstelle gibt nachstehen, des bekannt: In der Presse sowie auch ln der Oeffentttchkelt (gemeint sind natürlich die Kreise, die berufsmäßig gegen die Landwirtschaft hetzen. Die Schrift!.) erscheint wiederum gegenüber de» Brenneretbesitzern. die zugleich Landwirte sind und den Kar- tottelbau betreiben, der Vorwurf, daß sie. anstatt ihre Kartoffeln vorschriftsmäßig abzutiefern. sie mit mehrfach höherem Gewinn auf den Schnaps verarbeiteten. Seit der Verordnung vom 15. April 1916 hat der Kartoffeln verarbeitende Brenner seine gesamte Erzeugung an Branntwein an die Spirituszentrale abzutiefern. die wiederum die bei ihr eingehenden Mengen nur nach den Anweisungen der Reichs» branntweinstelle absetzt. Jeder Brenner erhält den gleichen, vom Krtegsernährungsamt nach eingehender Prüfung als not- wendig befundenen, mäßigen Preis, bei dem er seine Kartoffeln nicht höher verwertet, als wenn er sie verkauft oder zu Trockenware verarbeitet hätte. Es ist für den Brenner demnach ganz gleichgültig, zu welchen Zwecken fein Branntwein später ver- wendet wird, ob als Trinkbranntwein (gemeinhin ..Schnaps" genannt) oder als gewerblicher Spiritus Die Ansicht also, daß ein Brenner Kartoffeln aus „Schnaps" verarbeiten und dafür etwa die beute im freien Handel für Trinkbranntwein bestehen- den. ungeheuerlichen Preise erzielen könne, ist völlig irrig. Im übrigen ist schon mehrfach betont worden, daß überhaupt kein Trinkbrrnntwein mehr für den allgemeinen Gebrauch frelgege» ben wird sondern nur für die Truppen an der Front, die ihn aber nicht unmittelbar vom Brenner, sondern durch die Reichs- branntweinstelle. und zwar nur in einem eng beschränkten, dem unbedingten Erfordernis entsprechenden Umfang? zugewicsen erhalten, Derjenige, der glaubt, es würden immer noch zu viel Kartoffeln verbrannt, möge einmal eine Umfrage bei den Verbrau. chern des gewerblichen Spiritus halten: er wird alsbald erfah. ren. unter welcher Spiritusnot die gesamte Spiritus oerbrau, chende Industrie leidst. Keine Granate, kein Unterseeboot. Kraftwagen oder Flugzeug kann ohne Spiritus fertiggestellt werden. Die Hauptmenge des erzeugten Branntweins wird zur Herstellung von Pulver und Sprengstoffen benötigt. Das für den unmittelbaren oder mittelbaren Heeresbedarf arbeitende Gewerbe muß gleichfalls mit dem Allernotwendigsten an Spiritus versorgt werden (für photographische Zwecke, Lackfabrikation. Hartspiritus und dergl.). Für Medikamente und sonstige Heilzwecke ist er gleichfalls unerläßlich. Bei dem großen Mangel an Gewürzen ist die Nachfrage nach Essig, der heute infolge Fehlens der Essigsäure nur unter Ver- Wendung von Branntwein hergestellt werden kann, erheblich gestiegen. Mltikche (ickrung NM Kt» und ötrsh. Berlin. 15. Febr. (WTB.) Der parlamentarische Beirat des Kriegsernährungsamtes war am 11. Februar zu einer Sitzuirg zusammenberttfen, um sich zu dem dringlichen dl»trag der Obersten Heeresleitung auf möglichst schnelle Lieferung erheblicher Mengen von Heu und Sttoh als Pferdefutter zu äußern. Der Beirat erkamtte dir unbedingte Notwendigkeit, de« Heere dir erforderlichen Mengen sofort zur Derrügung stelle». *a& tä suchte den Staatssekretär de, Krlegsernöhra!lge«lnt.'s. mit alles) zur Verfügung stehenden Mitteln dafür Sorge zu tragen, daß 2 >i# Heresverwaltung die erforderlichen Mengen von Heu und Etr^ so schnell wie möglich erhält, wenn nötig auch im Wege militärischer Zwangsmittel gegen die schuldhast Säumigen. Die Mchr.^ heit stimmte ferner dem Vorschläge des Staatssekretärs zu. eltul vorübergehende Preiserhöhung für Heu und Stroh eintreten zu lassen, um dadurch eine möglichst schnelle Ablieferung anzuregeu. WA Md Kamnchenßhliing m I. Mn 1918 . Zur Viehzählung am 1. Mär-z 1918 hat der Bundes at eine Ausführungsverordnung erlassen, die eine Zählung der im Deutschen Reiche vorhandenen zahmen Kaninchen an- ordnet. Diese Feststellung geschieht im Interesse der Heeresverwaltung, weil die Felle der KaninckM in steigendem Maße für den Kriegsbedarf Bedeutung gewinnen. Da eine besondere Zählung zurzeit mir mit greßett Schwierigkeiten durchführbar fein würde, erschien es a^gezeigt. sie mit der am 1. März 1918 vorgeschricbenen üae- meinen Viehzählung zu verbinden. Aus Lev ftclmitt. Hessische Juwelen- und Gotdwoch^ Wer auch nur ein Gramm Gold Goldankaufsstellen zuführt, bet hilft einen baldigen Frieden erringen. Wer fein Gold zurvckbshält. weil er rs mehr liebt als sein Vaterland. der fördert die Feinde und ist undankbar gegen das Heer. Wie klein ist doch das geforderte Opfer, verglichen mit de« Opfern an Leben und Blut, die unsere Streiter draußen willig bringen. Frledberg. Am 18. d. M. feiern Bürstenfabrikant Schilling und Frau des Fest der Silbernen Hochzeit. Glückauf zur Goldenen! Zur Schrveluefrsge. Die Abgeordneten Fenchel und Dorsch haben im Hessischen Landtag folgenden Antrag eingebracht'. Nach einer Mitteilung des „Gießener Anzeigers" hat da» preußische Landesfleischomt auf Vorstellung des Landtagsabge. ordneten Krüger-Hoppenrode bestimmt, daß die Abschlachtung der Schweine nickt in dem vom Kriegernührungsamt festgesetzten Maße stattzufinden braucht. Die Anordnung geht dahin, daß Ferkel, die bereits zur Hausschlachtung für den nächsten Winter eingestellt, von der Enteignung ausgeschlossen sind. Ebenso bleiben Läuferschweine im Gewicht bts zu 25 Kilogramm, wenn sie für die Hausschlachtung eingestellt sind, ausreichendes und zulässiges Futter vorhanden ist. von der Enteignung ausgeschlossen. Hiermit ist eine verschiedenartige Behandlung der Landwirte i» Preußen und Hesien zum Ausdruck gebracht. Unsere hessische» Dauern und Arbeiter mutzten lhce Ferkel und Einlegschweine, die sie für die Hausschlachtung im Herbst angeschafft hatten und diese mit Abfällen aus ihrer Wirtschaft hatten durchhalten können. derer» zur Ablieferung bringen. Kleine Bauern und Arbeiter hatten diese Schweine zu hohen Preisen gekauft, zu Minderpreisen sind sie bet Ablieferung an den Kommunalverband bezahlt worden. Die hessischen Schweinebesitzer haben also nicht nur keine Haushaltungsschweine mehr, sondern hatten auch noch einen Geldverlust. Um diese große Unbilligkeit und ungleichmäßige Behandlung der hessischen Landwirte gegenüber in anderen Bundesstaaten wieder einigermaßen auszugleichen, muß deshalb eine Vergütung der Preisdifferenz zwischen Einkaufs- und Abgabepreis erfolgen, sowie eine Vergütung des unnütz verbrauchten Futter. Wir beantragen: Die Kammer wolle beschtte. ßen. die Großherzoglicke Regierung zu ersuchen, bei der zuständigen Stelle dahin vorstellig zu werden, daß diese Entschädigung aus der Rekchskasie bezahlt wird, nachdem das Reich nicht für eine gleichmäßige Behandlung aller deutschen Landwirte und Arbei- ter Sorge getragen hat. 8I-. Langenselbold bei Hanau. 14. Febr. Die Ehefrau Kath. Seifert von Langenselbold war wegen fortgesetzter Milchsäl- schung durch Strafbefehl tn eine Gefängnisstrafe von 1 Monat genommen worden. Auf ihren Einspruch hin fand vor dem hiesigen Schöffengericht eine Verhandlung statt, in der festgestellt wurde, daß sie. obgleich in guten Vermögensverhältncssen lebend, wiederholt Milch dadurch gefälscht hatte, daß sie der Vollmilch Magermilch zugoß. Nach dem Gutachten von Dr. Vrounmüllcr rn Hanau, dem Vorstände des dortigen Nahrungsmittelunter- fuchungsamtes war die Fälschung eine recht erhebliche gewesen. Der einen Probe waren 54, der anderen sogar 59 Prozent Fett entzogen. Da nach einem weiteren Gutachten des Sanitatsrats Dr. Clautz die Angeklagte nervös und krankhaft ist. wandelte der Gerichtshof die Freiheitsstrafe in eine Geldstrafe von 209 Mart oder 20 Tagen Gefängnis um. Au- Starkenburg. FC. Aus dem Odenwald. 14. Febr. Dle Schulen km Krells Erbach haben in der Zeit von April bis Dezember 1917 u. a. g» sammelt rund 105 Zentner Obstkerne nno 230875 Kilogram» Tee. Aus Hessen-Rasiau. FC. Wiesbaden, 14. Febr. Vom hiesige« Gaswerk hsW kürzlich der Fuhrmann Adolf Klüpfel von hier den Auftrag bw kommen, Koks zu fahren, darunter 29 Zentner für de« Bern Inspektor Mittelmann im Nerotal. Die abgetirferte erschien dem Dienstmädchen de» Bauinspekiors sowie ba gedusenen Hausfrau zu gering. Auch der benachrichttgte meister des Gaswerks schätzte die Menge nur aus 8—19 3t¥aöWÄ Klüpfel hatte sich heute wegen dieser llntettchMsun^ dt» t» der Jetztzeit gang und gab« ist. vor den Schäff«» z» vera«vs» » ten. Er erhielt eine Geldsttafe von 56 Mart. Verantrvortlick» für den politischen und lokalen TeU: OS °O Hirid)el, Iriedberg; für den AnLeigenteil: 9L Hevu Friedber^ Druck uud Verlag der «Neum . ». G» Friedberg l.& j - Grane Gefahren. 7 i Noman aus der Gegenwart von M. Gvntard - SchnL LO) Nachdruck verboten. , „Tann ist also alles in Ordnung,- sagte Sir Edward Douglas. „Wenn Sie bereit sind, können Sie morgen früh von Folkestone abfahren. Im übrigen brauche ich Ihnen nichts zu sagen. Sie wissen das ebensogut und besser als ich. Auch über die Höhe der Summe, die Sie verwenden dürfen, macke ich Ihnen keine,Vorschriften. Handeln Sie nach eigenem Ermessen. Sie brauchen nicht geizig zu sein, wenn es sich lohnt. Und über Kiel ist uns. jede, auch die kleinste Nachricht willkommen. Wie es mit der Einfahrt ist, ob Minen dort liegen und wo sie liegen, kurz, alles ist von Wert. Tenn es hilft uns allen nichts, Holme, wenn wir 'ein wollen, müssen wir es dort versuchen. In der Nord^e erwarten sie unsere Angriffe täglich stündlich! Wir sind genau unterrichtet! Ter Eingang in die deutsche Bucht ist also so gut wie unmöglich. Ter Helgoländer Vorposten! An der Elbe dies Kur- baven. der Jadeeingang — alles viel zu gut bewacht. Wir kommen da nickt weiter. Aber Kiel ist der schwache Punkt, da müssen wir bin. und zwar zusammen mit Rußland, und „Sie vergessen. Sir Edward Tonglas, daß wir nicht nach „Sie vergessen. Sir Edward Toglas. daß wir nickt nach Kiel können, ohne dnrck neutrales Gewässer zu fahren," gab der Sekretär zu bedenken. „Nichts veraesse ich' Aber was schiert uns das? Wenn'? den Herrschaften da oben nicht paßt, was wir tun. dann mögen sie endlick ans ihrer Zurückhaltung heranstret^n! Mit jftrer jetzigen Haltung ist uns gar nichts gedient. Sie mögen tick gegen uns erklären, meinetwegen, dann haben wir endlich, was wir brauchen.- Ter Sekretär schwieg. „Tie Dame schreibt ja. daß sie gute Verbindungen hat. Sehen Sie zu. was sich macken läßt. Williams." In Williams kleinen, pfiffigen Augen funkelte die Un- ternehmungslust. „Wenn was zu machen ist. Sir, so mache ich es! Sie sollen mit mir zufrieden sein." „Es ist zu wünschen, daß wir endlich einen Erfolg haben. Unser ganzes Anseben geht zum Teufel, wenn das noch lange so weiterycht,^ sagte Sir Edward Douglas, als Williams das Zimmer verlassen hatte. „Wenn unsere Gegner und die Neutralen nur die Hälfte von unseren wirklichen Verlusten wüßten, kein Mensch glaubte mehr an unsere Unbesiegbarkeit.- „Daran glauben ste schon jetzt nickt mehrt- „Es ist eine Schande! Noch nicht einen einzigen greifbaren Erfolg, hat unsere allmächtige Flotte aufzuweEen. Wo bleiben wir schließlich? Ist Nelsons Geist vollständig tot?" „Auch unsere Zeit kommt noch, Sirl" „Wann denn? Wenn wir keine Schiffe mehr haben! Seit Beginn der Feindseligkeiten bis heute, also in knrpp zehn Wochen, haben wir mit den letzten drei Stück genau dreizehn Kreuzer verloren! Wenn es das Ausland auch nickt weiß, wir wissen es! Daß wir diesen letzten Streich meinem Schwiegersohn zu danken haben, macht die Sache nicht an- genehmer." „Na vielleicht bringt uns die neue Verbindung einen nennenswerten Nutzen, so daß wir in der Ostsee gute ! Erfolge haben." XIII. Kapitärckeutnant von Werkheim war mit seinem Unterseeboot zu einer neuen Erkunduugsfahrt ausgezogen. Vorgestern früh war er durch den Kaiser-Wilhelm- Kanal von Kiel gekommen, hatte sich kurze Zeit bei §>e!ao- land ausgehalteu und fuhr nun bei gutem Wetter durch die Nordsee dem Kanal zu. Werkbeim hatte das Kommando an Mittler abgeg"heu und stand nun an Steuerbordteitc und sah gedankenvoll in die unbegrenzte Ferne. Freie Fahrt lag vor ihm. Fr-ne Fahrt! Wann würden die Deutschen sie wieder haben? Durch seinen Kops ging noch einmal die Unterhaltung mit dem Kommandanten der einsamen Insel am Eingang zur deutschen Bucht. Man war scharf ans der Wacht dort. Der einsame, weit vorgeschobene Posten erforderte die ganze Hingabe f'er Besatzung. Der Kommandant, Kapitän zur See Hannen, der sonst so gemütliche Lebenskünstler, hatte schon ein gut T>il seiner Behäbigkeit eingebüßt. Es war ein aufreibender Dienst, der mächtig an den Nerven riß. Jeder einzelne Mann mußte sein Ganzes geben. Ter Kommandant nahm es sehr ernst, er tckonke weder sich noch seine Leute und wäre am liebsten immer selbst ans dem Ausguck gewesen, aber das hielt die Gesundheit dieses Enaksohnes nicht aus. „Meine einziae Sorge ist der Nebel." hatte Hansen gesagt. „Sollten sich untere Vettern einmal im Schutze deS Nebels an uns vorbeitchleichen. dann —- „Was dann? Dann ist es arrch noch nichts Wörter. Dann warten ihrer da hinten auch noch allerlei UcfoiV raschungen," erwiderte Werkheim. „Ich weiß, ick weiß! Aber sie sollen hier nicht norM! Glauben Sie, es ist ein Vergnügen, von andern eine Arbeit tun zu sehen, die man selbst gern macht?" „So leicht kommen sie anch nicht hier vorbei, seien Sie ohne Sorge. Helgoland ist ja nicht das einzige Auge, daL wacht." „Aber das verantwortungsvollste und größte. Natü-U^ glaube ich nicht, daß ihnen ein Durchbruch gelingt. Nur manchmal in meinen schwarzen Stunden beschleichen mich dumme Sorgen und Gedanken." „Schwarze Gedanken sind verpönt!" sagte Werfk"int fröhlich und reichte dem Kapitän abschiednehmend die Hand. „Auf Wiedersehen in zehn bis vierzehn Tagen P „Und wohin geht's diesmal?" ,,r ick weiß noch nicht. Nur 'n bißchen bummesn.^ Werkheim lächelte und zwinkerte mit den Augen nach der Ordonnanz. „Na. dann viel Vergnügen! Vergessen Sie aber n'chk. uns ans der Rückfahrt wieder zu besuchen." — Nun fuhr man schon in der Nähe der holländischen Küste bei T erschell ing Ni ff. Diesmal ging es durch den Kana! und rnn die Westküste Englands herum. Es galt, den Beweis zu erbringen, daß deutsche Nnt-r- seeboote imstande waren, die Zufuhr Englands abzuschneiden. Und dieser Beweis mußte zu erbringen sein! Es mußte gelingen diese aufgeblasenen Psesfersücke an ihrer empfindlichsten Stelle zu treffen. Fortsetzung kolat. gchfttuinMrijnitru ^urch die hiesigen Kleinhandelsgeschäfle bringen «ir in Zimmer Rr. 7 der alten Post für den Bezirk II Nr. 1-800 nächsten Dienstag, den 19. Februar, vormittags von ö—ii uh-, Camcmbcrtkäfe zum Verkauf. Für jede Familie wird 1 Kä.e zum Preise von 55 Pfennig abgegeben. L e Lebensmittelkarten find als Ausweis vorzulegen. Fricdberg, den 15. Februar 1918. Stadt. Lebensmittel-Nusschuh. Langsdorf. Aekanntmochrrng. Dm 16. Februar 19 IS sind zwei Bekanntmachungen: »Nr. Bst 1559/1. 18. K. N. A., betrefsend'Beschlagnahme und Bestandserhebung von Holz- lpänen aller Art, Nr. bst. 1609/1. 18. K. N. A.. betreffend Höchst- preise von Holzspänen aller Art," erlassen worden. Der Wortlaut der Bekanntmachungen ist in den Amtsblättern uno durch Anschlag veröffentlicht worden. 6 fUn. töcncrfllfoKtüii!!!!)!) lfi. Arinttimt. m Sffjirniljcrr: «eine Friedüera im Gebäude des Großh. Hochbauamts, Schützrain 5, ist währeno der Heff. Juwelen- u. Goldwoche (17. bis 24. Februar) an den Werktagen nachm, von 3 —>/ 2 5 Uf)c und an den beiden Sonntagen vorm, von 11—1 Uhr geöffnet. Dr. Nitzert. Haag. L ~ Ein o deutliches / Mädchen «nf 15. Mär,, auch für früh, gesucht. & Mai, Friedberg. Hanauerstr. 7. Ein Paar Fahrochsen ,ugfe,k. 4 J /, Fahre ach hat zu verlaufen Adolf Lanckert, Staden. - As l>ie Meiibmickii Mmtt iw Weitem. Nach dm uns zugegangenen Mitteilungen des Krle^sernah- rungcamtes in Berlin lonnle die Festlegung des Rübeeprei es für die kommende Campagne noch nicht erfolgen, weil der Zuckerrüben- preis nicht für sich oll.in, sondern zugleich mit dem Prei.e anderer Feld.'rüch:e festgesetzt we.den soll. Bor Ende Februar dürste der neue Rübenprels wohl kaum zu erwarten sein, was wir sehr bedauern, da die Landwirte ihren Bestellungsplan nicht noch länger hinaucfch eben lönncn. 2nzwi chen ist die Bundesratsverordnung vom 2. Februar 1912 über den Anbau von Zuckerrüben für das Detriebsjahr 1o18/19 schienen. Die §§ 1, 2 und 4 lauten: § 1 Rüb?nverarbei!ende Zucker- und RübriEaflfabrlken sind berechtigt, von Rüben auern, die ihnen Zuckerrüben aus der E nte des Jahres 19lü zu liefern verpflichtet waren, für das Jahr 1 13 Lieferung von Zuckerrüben von einer gleich großen Anbaufläche wie 1916 zu verlangen, .^abci gelten, soweit n chr eine andere Vereinbarung getroffen wiid, die für das Erniejahr 1916 vereinbarten Bedingungen mit der Maßgabe, laß der Preis für die Zückerruben nicht niedriger sein barg als der für das Betnebsjahr 11:18/19 festzusetzende Minde preis. Soweit die Fabriken auf Grund des Betrags Schnitzel gegen Entgelt zu lie ern haben, tritt an die Stelle des für dle Schnitzel vereinbarten Preises der von der Be- zuzsoereinizung der deutschen Landwirte für Schnitzet gleicher Art zu zahlende Uebernahmcpreis. , § 2 Ergeben sich bei der Frage, ob der § 1 Anwendung findet, sowie bei Anwendung drr Vorschristen im tz 1 Slreitigieiten, so tai n jede Partei eine Entscheidung der höheren Berwal- tun.sbehörde, in deren Bezirk die Fabrik liegt, darüber beantragen, ob und zu weichen Bedingungen zu liefern ist. Die höhere Berwa.tungsb. Hörde entscheidet nach billigem Ermeffen. Sie kann Ausnahmen von der im tz 1 festgesetzten Berpsllch tung zulasten, wenn sie im Interesse der VoUsernährung oder mit Rücksicht cm, die be onderen Berhüllniste im Betriebe des Rübenbauers geboren er chemen. Die Entjchetdung ist endgültig und für die Gerichte bindend. D.e Landeszentralbehörden be.llmmen, wer als höhere Verwaltungsbehörde anzusehen ist. §4. Rübenverarbeitende Zuckerfabriken dürfen von den zuckerhaltigen Fut ermitteln, die sie im Betriebsjahr 1913/19 Herstetten, an die rübenbauenden Landwirte zurückliefern: 83 vom Hundert des Gesamtgewichts der anfallenden nassen Schnitzeln in Form von nasten Schnitzeln oder die ent prechende Menge in Form von Trockenschnitzeln. Der Ausfichtsrat der Zuckerfabrik Wetterau hat ln der Sitzung vom 11. Februar beschlosten, von dem ihm im vorstehenden Paragraphen 1 zugestandencn Recht Gebrauch zu machen und fordert hiermit alle Rübenbauer, die für die Zuckerfabrik Wetlerau im Jahr 1916 Rüben angebaut haben, auf, die gleiche Fläche auch für das Erntejahr 1918 mit Zuckerrüben auszustellea und die Anmeldungen dis zum Februar ds. Js. einzureichen. Sollten besondere Derhältniste im Betriebe eines Rüben- baners es geboten erscheinen lasten, einer Verringerung der Anbaufläche staUzugeben, (o ersucht der Unterzeichnete Vorstand, um Streitigkeiten und Schiedsgerichte nach § 2 der Verordn nun' möglichst zu vermeiden, der Aktien-Zuckcr'abrik Wetlerau der seiner Anmeldung diese Gründe darzulegen. Der Vorhand wird in billiger Weise daran- Rücksicht nehmen. 2m llebrigen hat sich der Vorstand der Zuckerfabrik Wetlerau entschtosten, setzt schon in das Rübenakkordge chäft einzutreten und den Landwirten folgenden Rübenpreis für das Ern ejahr 1913 anzubieten: Den noch staatlich festzrr ätzenden Nilbcirprels, sowie außerdrm erne lebendere Vergütung von V.LÜ Alt. für 180 vbgel eierte Rübrn. Die Rückgabe von Schnitzeln er'olgt ja den von der Dezn svereinigung der Deut.chev Landwirte noch zestzu- sehenden Preisen. Sollte den Zuckerfabriken wie lm Vorjahr seitens der Reichszuckerstelle Zucker zur Abgabe an die rübenbauenden Landwirte auch für die Campagne 1's18/19 angewiesen werden, so weiden wir diesen gemäß den Bestimmungen der Reichs- zuckersleNe zur Berleiiung bringen, wie dies nach un'ercr Bekannlmachung vom 30. Januar für die verstoßene Cam' pagne bereits geschehen ist. Fr.edberg, den 16. Februar 1918. ?cr Wnirä ktt Aktitk-Zlllker'llbrik Veilem. 2 starte, 2 jä-r.ze Fohlen zu vcr.aufen. Nichar) Noth, Kaichen. Für nlein bloionlalwarcn- und Samengejchä.t nehme ich etne» Lehrling an. Kostund Wohnung im §a ise. Ferdinand Damm Nach;. Friedberg, Kai erstraße 26. Gediegenes, evang. Mädchen, das kinderlieb ist, in feinen Bc- amlenhaushalt gesucht. t£i,Unu i März. Frau Amtsgerlchtsrat Schneider, Bav-3kauheim, j aristr. 46. !. für so'ort gesucht. Geschw. Süßkind, __ Frie dberg._ Braves Lehrmädchen in Galanterie- und Spielwaren- Geschäft für sos.rt oder ipäter ge,acht. Johanna Sprengel, Vab-Rauheim, Kurftrößr 11. Delranntmachnng 2n der Zeit vom 1 ". Februar bis 28. Februar 1918 wird aezen den Lieferungsab chnitt \t der Süßstoffkarten „h" 3 bezw. 4 e ne Gültigkeit. Rach die'em Zeitpunkt nicht abgerusene Süßstoff- mengen diirsen von den Augabe- ftellen frei verkauft werden. Frredüerg.den 16. Februar 1918. Der Bürgermeister zu kaufen gesucht. An ebote unjer Nr. 241 an die Geschä tsstelle der «Neuen Tageszeitung". _ Entlausen ein grauer Spitzbommer mit haiskene. Gegen Belohnung abzugeben bei Aloistns Eß, Dorn-Affenhelm. Aifilknkacktii i Vr>tAagr»iki!i»T SraSrerei «.Vnl.H.-S1