flin nmcr 40 _ Sam stag. den 16 . Februar 191 ^ u, Jahrgang Dip | nte 0 ?Tid)emt jeden Perlten. Regelmäßige «eilaoen ..Der datier aus Hessen". ..Die SpirmSuIre". S-rügsprej^: Be, den Bo.'tat«talt--n v,er'e!' . irlirt) 'M 2.49 hm u ntt noch das Bestellgeld: 'e> den n; r enter, monatlich 85 Big. einschließlich Xrdgcriobn. Ameigen: tsrunb.eile 25 Psg.. totale 20 btq^ Anzeigen von auswärts >v -rden durch Boinachnahme erhoben. E.-tüUtm^on ^risddera. Hchrittleitnng nnd Uert«-, '-riedbera fielen,, ^anauer'traqe 12. Fern vre her 43. P, ti 'wU'Zi ico Nr 4311, i nt yraitfuri a. M. Abberufung der deutschen Kommission in Petersburg. — Kaiser Karl an fein Keer. 8 Dr rn/fer und Segler versenkt. Der deutsche Gcueralstab .—. meidet: ...-- iU. T. r). ('»rajjes garrptquacLLer. dell 15. Februar. Amtlich. Westlicher Kriessschauplech. Heeresgruppe Kronprinz Nupprecht. In einzelnen Abschnitten Artillerie- und Minentätiglcit. Abteilungen eines Matrosenregiments brachten von einem Erkundungsvorstoß gegen die belgischen Stellungen südwestlich von ^nunelensvere 2 Offiziere und 26 Mann gefangen zurück. Heeresgruppe Deutscher Kronprin.z. Nordwestlich und südlich von Reims rege Erkundungstätigkeit des Feindes In der Gegend von Prunay und südwestlich von Tahure entwickelten sich lebhafte Artilleriekämpfe. Heeresgruppe Herzog Albrecht Die Eesechlstätigkeit lebte im Oberelsaß zeitweilig an? * Im Januar betrug der Verlust der feindlichen '/ ' ‘ veit* kralle an den deutschen Fronten 20 Fesselballone und 151 Flugzeuge, von denen 67 hinter unseren Linien, die übrigen jenseits der gegenerischcn Stellungen erkennbar abgeslürzt sind. 3vir haben im Kamps 68 Flugzeuge und 4 Fesselballone verloren. * Don den anderen Kriegsschauplätzen nichts Neues. Der Erste Eeneralquartiermeister: Ludendorff. Al-cnd er'' t Berlin, 15. Febr., abends. (WTB. Amtlich.) Don den Kriegsschauplätzen nichts Neues. Der österreichische Generaistnb ^ meidet: Wien, 15. Febr. (WTB. Nichtamtlich.) Amtlich wir ver- lautbarl: Leine besonderen Ereignisse. Der Ehes des Ernrralftsbr«. Der bulgarische Gcueralstab !! meldet: —— — - ‘ Sofia. 13. Febr. (WTV.) Generalstabsbericht. Mazedonisck)« F^oni. An mehreren Stellen der Front, zwischen Ochrida- und Prespa-See, in der Umgebung von Vitolia und bei Dobropoije war die Artillerietätigkeit lebhafter. Oest. lich des Wardar mehrere Feuerüberfälle. Südlich der Velasitza Ptcnina und im Strumata! nördlich des Thinosfees zerstreuten wir ernige englische Infanlerieabteilungen. Im Wardartale lebhatte Flitgertätigkeit des Feindes. Dobrudschairont: Waffenstillstand. Das türkische Kaupt^nartier —i-°—— meidet' - —' Konstantinopel, 14. Febr. (WTB.) Generalstabsbericht. An der Palästinafront bei trockenem Weller und guten Sicht- verhäl:nissen lebhaftere Patrouillenlätigkeit. An der Diala für uns erfolgreicher Zusammenstoß unserer Patrouille mit einer englischen Aufklärungsabteilung. 2. Am 31. Januar hat eines unserer Unterseeboote die chemische Fabrik Arenella bei Palermo aus nahe Entfernung erfolgreich beschössest. Drr Chef des Admiralsjabs der Marine. AMijf örut djfr TslMMMe im nnüiHljcn fitinaL Berlin, 15. Febr. (WTB.) Slmtt'ch.) In der Nacht vom 14. zum 15. griffen unsere Torpedoboote unter der Führung des Korvettenkapitäns Hei nicke die starke Bewachung des eng> lifchen Kanals zwijcken Calais-Dover und G.is Nez-Folkestone ü bei rasche wo an. Ein großes Dowachungsfahrzeug, zahlreiche bewaffnete Ftjchüampser und mehrere Motorfahrzeuge wurden zum Kamps gestellt und größtenteils vernich et. Unsere Torpedoboote erlitten dabei keine Verluste und Beschädigungen und sind voll- zöhlig zurückgelehtt Der Chef des Ndmiralstabs der Dtarine. öcr Uor'"ß r ? HfiitM:rr if’d >:n in lstlgitn. Am V. Z 'bruar nach kurzem bektlgen Feuerüberfall brachen Stoßtr. pps e^nes deutscken Matrosenregiments in eiligem Lauf über den aufgm-eichten Vodeu hinweg überraschend in die belgischen Gräben südwestlich von Mannekensv^r-e ein. Von zwei Seiten her rollten sie. jeden feindlichen Widerstand brechend, mit Haidgranaten ein breites belgisches Grabenstück auf. Von Schulterwehr zu Schullerwebr vorgehend. rrieben sie von rechts nach links die sich verzweifelt wehrende belgische Desatzung immer dichter zusammen. die im Handgranatenregen schwere b'utige Verluste erlitt. Was nicht eiligst nach rückwärts floh, wurde gefangengenommen. Das ganze Unternehmen spielte sich mit rasendes Geschwindigkeit ab. Schon nach kurzer Zeit kehrten die Matrosen mit zwei belgischen Offizieren. 26 Mann, zahlreichen Beutestücken und wichtigen Ertundungsergebnissen in ihre Aus. gangsstellung zurück. Ein Armee! efM Koller Karls. Wien, 15. Febr. (WTV ) Aus dem Krieasprelleguartier wird gemeldet: Der Kais r hat anläßlich der russischen Erklärung über die Beendigung des Kiiegszustandes folgenden Armeebefehl erlösten: Das russtsche Millionenheer geht daran, die gegen die Monarchie erhobenen Waffen niederzulegen. Ich will di.se Stunde nicht ohne ein Eedeaknort an meine Wehrmacht vorüberziehcn lassen. Ich bl.cke vor allem rückschauend aus die schweren Wochen, in denen Oesterreich-Ungarns Streitkräfte. geleitet von den Segens" ünschen meines unveraeßlichen Großoheims, fast der ganzen Wucht des ersten Nustensturms zu widerstehen hatten. Alles, was sich in treuem Zusammenwirken mit unseren tapferen Verbündeten später erfüllte, es sog seine Urkraft aus jener Feuer, probe. Zum Frühling von Gorlice und Tarnow bedurfte es der schmerzlichen Vlutsaat. welche die ersten polnischen und galizi- schen Schlachten und der erste Karpathenwinter in die Erde gesenkt hatten, die Wiedereinnahme Lembergs. die Eroberung von Iwanovrod und Brest und die Abwehr von 1916. deren siegreichen Aueklang ich als Heerführer inmitten meiner Getreuen verbringen konnte. Alle diese Erfolge wären ohne den Schwung und Opfermut jener Anfangsperiode kaum zu denken. Der große rustische Zusammenbruch erhielt seinen ersten Anstoß am San und am Dunajec. Diese Erkenntnis wird für alle Zeiten zu den glänzendsten Ueber! ie'erungen der oaterläirdischen Geschichte gehören. Noch ist die Stunde nicht da, in der ich meine Kriegsleute an den häuslichen Herd zurückrufen kann, aber die' Heimkehr wird kommen und dann mögen meine Völker aus den erbeberden Erinnerungen an die Ruhmestaten ihrer Söhne die Kraft zum Wiederau'bau und zu neuem Gedeihen schöpfen. Gott sei mit uns! K a r l m. p. ^ie TauchbaoimMuug. Berlin, 14. Febr. (WTV. Amtlich.) 1 . Außer den gestern veröffentlichten Erfolgen unserer U-Voote im östlichen Mittelmeer sind nach neu eingegangenen Meldungen auch solche im mittleren Teile des Mitlelmeeres erzielt worden, durch die besonders der Transportverlehr nach Italien betroffen wurde. Drei Dampfer und drei Segler sielen hier unseren Unterseebooten zum Opfer. Die Dampfer, von denen zwei bewaffnet waren, wurden fämtli h aus gesicherten Geleit.zügen herausgeschosten. Don den versetzten Seglern hatten zwei Papiermaste, einer Holz geladen. Percha,idliingen in Petersburg. Berlin. 15. Febr. Die unter Führung des Gesandten Gra- fen Mirbach in Petersburg weilende Kommission, die über wirtschastl.che AngelegenheitW und über den Gefangenenaustausch verhandelte, wird abberufen werden, weil die bolschewistische Regierung die Verhandlungen tatsächlich vereitelt. Berlin, 15 Febr. (WTB.) Die Tätigkeit der nach Petersburg entsandten deutschen Kommission stößt in der letzten Zeit auf immer größere Schwierigkeiten. Unterredungen mit lZ»r maßgebenden Persönlichkeiten, ohne die nach Lage der derzeit!, gen Verhältnisse in Petersburg ein Fortgang der Verhandlungen nicht zu erzielen ist, werden den Mitgliedern der deurfchen Kommission dadurch »tumöglich gemacht, daß die russischen Voikskom- mistare, insbesondere Lenin und Trotzki, andere dringende Geschäfte vorsäiützeu. V^ld ergeben sich diese, bald jene Gründe für die Verzögerung der Verhandlungen. Nachdem sich nun in den lebten Tagen auch noch der schw. 2 rwregende Fall ereignet hat, daß in einer die deutschen Kriegs- und Ztvilgefangenen betreffenden Angelegenbeil die russische Regierung eine von ihr gegebene Zusage am nächsten Tage wieder zurückgenommen Hai. entsteht ernstlich die Frage, ob die weitere Anwesenheit der deutschen Konlmission in Petersburg unter den derzeitigen Verhält- nisten noch einen Zweck hat. ZU Kümpfe in Finnland. Stockholm, 13. Febr. Die Front der Unnischen VürgergardeN, deren Eesam.'Z7hl bereits auf 80 000 geschätzt wird, verläuft jetzt von der finnischen Küste in der Gegend von Djoerneborg in einem nach Süden geöffneten flachen Bogen über Vilpulla, Mantphraju. Sankt Michel und andere bis zum Westufer des Ladogasees. Don Tavastehus bis Wiborg und in den Städten der finnischen Küste südlich Bjoerneborg, vor allem in Raumo, Hystad. Abo, Hangö und Helsingsors sind die Roten Gardisten Herren der Lage. Ueber Tammersfors Bocga und einige andere südfinnische Städte lauten die Nachrichten unbestimmt. Die Regierung in Wasa besteht aus vier aus Helsingsors entkommenen Senatoren unter dem Vorsitz von Renyall, der die Handels- und Schulangele,zenh.iten verwaltet. Senator Frey übernahm das Innere und die Justiz. Ärajarui die Finanz, Pehtonen die Landwirtschaft und öffentlichen Arbeiten. In diesen vier Regie-- rungsmitgliedern sind die Iungfinnen, Altsinnen, die Cchwe» dische Volkspariei und die Agrarier verireten. Die nach Wasa gelangten Flüchtlinge aus Helsingsors schildern die Lage der dortigen Revolutionsarmee, die nur an der Petersburger Son-jetregierung eine Stütze finde, als sehr gcfähr» det. In den bisherigen Kämpfen zeichneten sich besonders die aus Deutschland heimgekehrten finnischen Jäger aus. von denen einige bereits den Heldentod gefunden haben. Die Roten Garden befchosien mehrfach Ambulanzen der Bürgergarden. Nach den Kämpfen östlich von Helsingsors wurden fünf aus der Stadt herbeiqeholte Aerzte von Roten Gardisten ermordet. Stockholm. 12. Febr. Die aus Fiunland vorliegenden letzten Nachrichten tauten widersprechend. Nach einer Meldung von der Bahnstation Haapamaeki nahe Wasa trafen bei den Negierungstruppen Unterhändler der Roten Garde mit einem Friedensvorschlag ein. Don Helsing'ors entkommene Personen berichten, datz angeblich zwei Mitglieder der Revolutionsregierung, der Zivil- kommiffar Haapalainen und der Auslandskommissar Sirola von den Bürgergardeai erschollen worden seien. Die Senatsregierung in Wasa erließ ein Akanisest, das das unter der Bobrilow-Pe- riode aufgehobene finnische Wehrpflichtgesetzt wieder einsilhrt. Die mittleren Iahresklallen werden einberusen. Der russische Gebietsausschuß in Helsingsors befahl den Soldaten. die Rote Garde zu unterstützen, an den Kämpfen aber nur in Zivillleidung teilzunehmen. Daraufhin erließ General Mannerheim eine Bekanntmachung, daß alle in Zivillleidung gefan-> genen Rüsten als Spione erschollen werden Eine Abteilung der Bürgergarden kam auf der östlichsten Insel der Aaaland- gruppe an. Die sozialdemokratische Parteileitung in Stockholm erlief einen Aufruf zu einer Mallenbewegung zu Gunsten einer Der- miltlaugsaktion der schwedischen Regierung. In den Sälen der Musikaka^emie in Stockholm fand am Montag abermals eine stark besuchte Volksversammlung statt, die jeden Versuch einer schwedischen Vermittlung zwischen der gesetzlichen RegiernnK Finn lands und den Anarchistenhorden verwarf. Die finnischen Delegierten in Bulgarien. Sofia. 13. Febr. (WTB.) Der König hat heute abend die finnische Mission empfangen. Kiiinpk in drr Ilftrainf. — lOllnnd. Berlin, 15. Febr. Ueber die Entwicklung der Verhältnis^ in Rußland erfährt die „Vossische Zeitung" folgend« ^»^1^ ten: In der Ukraine sind schwere Kämpfe zwischen den Bolsche. misten und den Truppen der neuen Volksrepublik im Gange Augenscheinlich befinden sich zur Zeit Teile der Hauptstadt Kiew im Besitze der Bolschewiki. Die Petersburger Regierung schickt fortgesetzt geschlosiene Truppenkörper zu Hilfe, um dem sich bis her als Bandenkrieg charakterisierenden Feldzug eine bestimmte Form zu geben. Plünderungen und jede Art von Unordnutra sittd an der Tagesordnung," Die Kämpfe find noch nicht adge^ schlossen. Die Nachrichten aus Estland sind sehr verworren. E» .heißt, daß der gesamte Adel verhaftet worden ist und daß all, deutschen Gefangenen nach Kronstadt transportiert wurden. Weitere Ausschreitungen gegen die Deutschen werden erwartet. Englische Propaganda ist sehr regsam in Estland, auch die Franzosen haben ihre Hand im Spiele. So soll sich ein französischer General bei den polnischen Trupepn befinden, die noch immer in der Gegend von Minsk stehen. Die russische R. uolittionsülmee. Giuf. 15. Febr. „Echo d: Paris" meldet aus Petersburg: Der Kongreß der russischen Sowjets hat die Stärke der russischen 9ici'Oü''tor>-an': l ,v auf eine i...- ^'Uiio-r Mann festgesetzt. Die Negierung bat -ur Deckung der Kosten die Ausgabe von 850000 R' bel Schn ldan wc isu.ngcn au ge ordnet 5 ülU' flfit öm Ak!??«ds!«?kln. Stockholm, 15. Febr. (WTB.) Amtliche Meldung von Svenska-Telegrarubyran.) Auf Ersuchen der schwedischen Re' giernng reist am 15. Februar der Vertreter der Volschewrki-Re- gierung Rorewsky auf einem schwedischen Kriegsschiff nach den Aalands-Inseln. um die dortigen russischen Soldaten dazu zu bewegen. sich jeder Gewalttat zu enthalten und Aaland auf geeig. nete Weise, eveirtußll auf schwedischen Schissen, zu verlaßen. Die -weite schwedische Schiffsexpedition nach Finnland hat Maenty- luato auf der Rückfahrt nach Schweden am Nachmittag des 14. Februar mit 630 Passagieren verlaßen. Der Chef der Rettungs- Expedition nach Aaland telegraphiert, daß die ganze Expedi- Itsn auf Eckeroe, eine der größten von den Aalands-Inseln, an- gelang sei und daß dort alles wohl sei. Der Dampfer „Ruve- Gerg" nahm 29 Einwohner von Eckeroe mit. Stockholm, 14. Febr. (WTB.) Die Mitglieder der Aalands- Deputation veröffentlichen eine« Artikel über die verzweifelte Lage Aalands. Durch den Ausbruch der schweren Unruhen in Südfinnland und den Abbruch der Verbindungen mit Petersburg ist die Lebensmittellage der Inseln noch beunruhigender als vorher geworden. Russische Soldaten sind jetzt ausschließlich auf die Vorräte der Bevölkerung angewiesen, die nach den Berechnungen der Bevölkerung höchstens bis Ende Marz ausreichen können: wenn aber die russischen Soldaten setzt auch an diesen Vorräten zehren, werden sie natürlich in ersä.-rockender Weise zu Ende gehen. ttnler solchen Umständen kann lci-ht denken, daß Zusammenstöße entstehen können, wobei befürchten sind. Die Bevölkerung ist zwar zahlreicher ais Ne Soldaten. verfügt aber nur über 50 Gewehre und ist ohne Ausbil. düng, da die Versuche einer militärischen Organisation von feiten der Rußen Gegenstand einer verdächtigenden Aufmerksamkeit geworden ist. Die Zukunftsaussichten scheinen verzweifelt, und doch wäre den Ernwohnern lcrcht zu helfen, wenn man von Schweden ein HUfskorps von 500 oder 600 Mann bestehend, unto^ielbewußter Leitung oder auch ein schwedisches Kriegsschiff Linsenden würde, um das Leben der wehrlosen Bevölke- rung zu schützen und die Soldatenhorde» veranlaßen würde, uoch Rußland zurüchukchren. Solche Expedition wäre um so motivierter, als viele schwedische Untertanen, die sich auf Aaland aufhatte», ebenso bedroht sind wie die übrigen Bewohner. Die Bevölkerung Aalands, daß Schweden, welches sein Interesse für eine Wiedervereinigung der Inseln mit Schweden erklärt hat, sich nicht nur für dte nackten Inseln und die Schären interessiert, sondern auch für die aus d n Inseln wohnenden Menschen. Die Kote Armee. Berlin, 14. Febr. (WB.) Der russische Oborkom- Kandierende der Best- und Südwest-Front Mjasmkow hat durch Fnnkspruch am 12. Februar folgende Befehle erlaßen: t Die Demobilisierung der Armee wird schnell vor sich ßehen, wobei volle 9h&c und Ordnung bewahrt werden muß Der heutige Zustand unserer Eisenbahnen erfordert, daß wir sparsam mit ihnen umgehen. 2 . Zur Durchführung der DemobMsatton sind bei den Truppenteilen besondere Organe mit den Komitees und Räten an der Spitze zu bilden; die Heranziehung bezahlter Arbeitskräfte ist in we:testael>endem Maße erforderlich, worauf ick schon in meinem vorigen Befehl hingewiesen habe, 3 . Parallel mit der Demobilisierung mu- die Organisierung der Roten Armee gehen. Mehr Agitation rmd prak- lrschetz Handeln in dieser Richtung! 4. Die Komitees, Rate und Verwaltungsorgane d»r Tnwpenteile müssen brs zur letzten Minute am ihrem Posten bleiben. Kameradenl Die Erfüllung dieser Bedingungen wird es uns ermöglichen, die Folgen.des Krieges endgültig zu lrqmdieren und zu einer gesunden Fonn des Schutzes von Vo!F, Land und Revolution gegen ihre Feinde überzugehen. • Petersburg, 12. Febr. WB.) „Prawda" begrüßt die Arlnee als die wahre Waffe des Triumphes der sozialistischen Wettrevolution und des Unlergans des Kapitalismus. — Die Organisation der Noten Armee wird den örtlichen (Gouvernements-, Kreis- usw.)-Rälen übertragen, innerhalb der Armee den Frontkomilees der Armeen. Tie Korps- und Divisiousräle gründen hierfür Ausschüsse. Die Armee stellt besondere Stabe der Roten Armee auf. MßöIäUüan? M rawüinidifH Skfliß, 14. Febr. Aus einer Unterredung des Chefredakteurs der „RationalzeiLunz" mit Herrn Raooslawow ist fol. Auslassung des letzter-: u übrr Rumänien beachtenswert; Er sagte: Die Loge in Rumänien ist noch immer sehr kompliziert. Auch der Nochfolger des Herrn Bratianu. der neue Ministerpräsident General Arerescu. dürste kein Freund der Zentralmächte sein. Dieser Mtnisiewechsel ist vielleicht noch kein Systemwechsel. Der KSMg mag vielmehr zum Chef de» Kabinett» einen General cherufLn haben, um sich sein« Truppen ante* allen Umstand« ju versichern.' Der gröber« DSNRürSWn»,Tfcrfettia* bä wm den verbündeten Truppen besetzt ist, steht dem Könige und seinem Haus wenig freundlich gegenüber. Un» selbst ist die dynastische Frage in Rumänien eigentlich gleichgültig; wie die Mittelmächte über sie denken, weiß ich nicht. Für mich ist sie eine innere Angelegenheit de» Königreich». Wichtiger ist die Frage bezüglich Bessarabien». Aber Rumänien wird sich sehr bald entscheiden müssen, sonst kann e» leicht geschehen, daß ihm auck Bessarabien noch entgeht. Man darf nämlich nicht übersehen, daß ebenso wie die Polen auf das Chol- mer Land, die Ukrainer auf Teile auf Bessarabien Anspruch erheben. Jedenfalls befindet sich Rumänien in einer ganz verzweifelten llage: von allen Seiten von Feinden umgeben, der größte Teil von diesem besetzt, und mit Freunden alliiert, die ihm nicht zu Hilfe kommen können. Es hat sich den Ausgang des Krieges ganz anders vorgestellt. Man wollte in Bukarest nicht etwa nur Transsylvanien haben, sondern neben der Do- bnldscha bulgarisches Land von Rustschuck bis Warna. Jetzt wird man dort zufrieden sein dürfen, wenn man für den Verlust der Dobrudscha durch Bessarabien entschädigt werden sollte. Dir WjW des NerlMcr KrüMles. London, 14. Febr. In der gestrigen Sitzung des Unterhauses bei der Debatte über die Antwortadreffe auf die Thronrede hielt Balsour eine Rede, in der er Len Angriffen mehrerer Abgeordneten auf den obersten Kriegsrat in Versailles entgegentrat. Batfour sagtch der oberste Kriegsrat sei in erster Linie zur Besprechung der großen militärischen Fragen zusammengekommen. Er habe eine Erklärung über die Schlüffe, die aus den Reden des deutschen Kanzlers und des Grafen Czernin gezogen werden müssen, abgegeben, aber nicht die Kriegsziele besprochen. Der Kriegsrat habe zwar über die Reden des Grafen Hertling und des Grasen Ezernin verhandelt, aber darin keine Friedensannäherung gefunden. Aus diesem Grunde seien die Verhandlungen über die militärischen Maßregeln wichtiger gewesen als je. Es habe keinen Sinn, der Negierung vorzuwerfen, daß sie sich nickst diplomatisck)er Mittel bediene. Diplomarisck)e Methoden hätten nur dann Zweck, wenn man mit einem Volke zu tun habe, das entschlossen sei, zu einer Ueberein- stimmung zu gelangen. Tie Mittelmächte zeigten aber offen daß sie keine solche Absickst hegten. Der Unterschied im Ton nicht im Wesen, den Czernins Rede gegenüber Hertlings Rede aufweife, lasse nicht den Schluß zu, daß Deutschland bereit sei, einzulenken. Brr», 14. Febr. (WTB.) Repington gibt in seinem Bericht über die Versailler Konferenz an. daß hinsichtlich der Betätigung Lloyd Georges folgende Gerüchte umlaufen: Lloyd George habe versucht, die Konferenz zu einer niuen Extratour zu veranlassen. Er hatte aber damit kein Glück, ferner habe er. als die Effektivstärke der britischen Armee und die autoratioe dringende Erörterung von Verstärkungen betont wuroe. eine eingehende Diskussion Thomas verhindert und den Alliierten ln dieser Hinsicht keine Hoffnung gegeben. Schließlich habe er für die Operationen an der Westfront den britischen Eeneraisiab in London praktisch ausgeschalttt und Feldmarschall Haig eines feiner unentbehrlichsten Aktwnswlttel beraubt. Repington forderte die Negierung auf. die Gerüchte wenn sie falsch seien, zu dementieren, und stellte gleichzeitig dem Parlamente anheim, sich im Interesse der Sicherheit der britischen Armee und des Erfolges der britischen Sache unverzüglich und eingehend mit te* Tätigkeit des Kriegskabt. netts zu befaßen. Repington führt mit scharfem Sarkasmus aus. daß es sich bel der fragllchen neuen Extratour um einen Schlag gegen die Türkei handelte, was angesichts der Anhäufung der deutschen Trupepn an der Wesffront für jeden Mann unverständlich sei. Es verlautet, daß Lloyd Georges Extratour gescheitert sei. Über der Sicherheit halber solle das Parlament ihm das feste Versprechen abnehmen, daß weder diese noch andere Ertrcwanganzen zur Ausführung gelangten. Repington tadelt Lloyd George ferner in den schärfsten Ausdrücken wegen der mangelhaften Kriegsorganisation zu Hause und sagt, er könne v'-eder Krieg noch Frieden machen. Repington behauptet schließlich, die Versailler Konferenz habe dem alliierten Kriegs- ra.e entgegen den früheren Erklärungen Lloyd Georges weit- gehende Exekutivgewalt beigelegt, di« gerade für die bevorstehende Verteidigung gegen den erwarteten großen deutschen Angriff äußerst bedenklich sei. da die britische Heeresleitung prak. tisch die Verfügung über ihre eigenen Reserven verliere. Zudem werde durch das neue Oberkommando des Genera!» Fach und des önjui gehörigen Vriiengcnerals von Lloyd Georges Gnaden der Lo^ Generalstäbs praktisch ausgejchaltet. Tatsächlich habe Llo'^d George die Autorität Haigs und Robertsons durch feine eigene ersetzt und trage somit alle Verantwortung, was indessen ein schwacher Trost wäre, wenn die Sack-e schief ginge. Reping. ton schließt, Lloyd George habe nunmehr endgültig und klar di« völlige Unfähigkeit, England in diesem großen Kriege zu leiten, nach gewiesen, das Parlament müsse in dieser Lag« handeln, wie es für notwendig befinde. D?;s Urteil im Kolo UroxeK. Bafel, 15. Febr. Wie Hadas aus Paris meldet, wurde Bolo einstimmig zum Tode verurteilt, der Mitangeklagte Italiener Cavallini ist in Abwesenheit ebenfalls zirm Tode verurteilt. Porchöre wurde zu drei Jahren Gefängnis ver- urteilt. Die Anmü-iing du Gisiygkk m Krim. Wie Reuter meldet fragte ein Abgeordneter im Unterhause, ob das Nötige getan werde, um dem Aufruf des Roten Kreuzes zu entsprechen, wonach fernerhin vergiftete Gase in diesem Kriege nicht mehr gebraucht werden sollen, und ob die Regierung bereit fei, mit anderen kriegführenden Staaten hierüber ein Abkommen zu treffen. Lord Robert Ccerl antwortete, er habe eine Aufforderung des Raten Kreuzes noch nicht empfangen. Dia britische Regierung habe die Absicht, die Angelegenheit mit ihren Verbündete» zu besprechen. um dann, falls eine derartige Aufforderung vom Roten Kreuz ergehe, die Schritte gemeinsam unternehmen zu können. Im Augenblick aber könne er eine Erklärung nicht ab geben. Mn m dkm stMküiskraNk» WIM. Ein aus Petersburg Zurückgekehrter Augenzeuge der dortigen Vorgänge gibt folgendes anschauliches Bild: Die Hauptstadt ist vollständig in der Hand der Soldaten Augenblicklich sind in Petersburg vielleicht 200 000 Mann, die sich von der Front entfernt haben, zum Teil in den Kasernen wohnen, von dort aber teils ihrem Unterhalt, teils wilden Räubereien, Gewalttaten und Plünderungen nach gehen. Die Unsicherheit in den Straßen spottet jeder Besckweibung. Mehrfache ist es vorgekommen, daß gutge- Ueidete Zivilisten von Automobilen, die mit bewaffneten Soldaten gefüllt waren, angehalten und vollständig ausge plündert wurden, bis man sie ohne Kleider und Schuhs wieder auf die Straße warf. In den letzten Tagen wurden namentlich Weinkeller geplündert. Polizei gibt es nickst mehr. Als Gericht fungieren nur noch die sogenannten Tribunale, die aber in keiner Weise die öffentliche Ordnung sichern können. In bezug auf die Lebensmittel- usw. Preise herrscht vollständiges Chaos. Es gibt nur noch Papiergeld Kerens- kisck>er Erzeugung. Rubelschcine in der Größe unserer Straßenbahnkarten. ferner als Kleingeld die alten Brie§- marken aus der Kaiserzeit, die mit einem entsprechenden Ausdruck; ,Wilt als Silbergeld!" verwendet werden. Natürlich haben umfangreiche Fälschungen Platz gegriffen. So waren tagelang ganze Serien von Briefmarken im Umlaut, bis man entdeckte, daß diese statt der offiziellen Aufdrucke den Satz enthielten: „Nur der Dlrniine fällt drauf rein!" Ein Arbeiter, der sich wirklich um Arbeit müht, verdient heute in Petersburg 25—30 Rubel täglich Dafür kostet ein einsack-es Mittagsmahl, bei dem es allerdings so ziei-llich noch alles gibt, 60—80 Rubel. Dementsprechend leidet die acrne Bevölkerung. Insbesondere herrscht Mangel an Brot, Tee und Zucker, wobei der Mangel keineswegs auf das völlige Feblen dieser Nahrungsnilttel zurückzusübren ist, als vielmehr auf die TransportsckMiierigkeiten und das Fehlen aller Organisation Die Stimmung der Bevölkerung ist infolgedessen verzweifelt Es herrsch nur ein Gefühl, die Sehnsucht nach Ordnung und Frieden, gleichviel woher diese kommen würden, ob von den Russen, Engländern oder Deutschen. In der gebildete« Bevölkerung herrsch allerdings der Glaube an die Deutschen vor. Bezeichnend ist das Titelbild eines Witzblattes, das dieser Tage einen preußischen Schutzmann auf einem öffentlichen Platz Petersburgs zeigte mit der Unterschrift: „Unsere Hoffnung!" Tie Ministerien und die Amts^iulmer der Behörden sind ebenso verlassen wie die Banken. Ueberall hat man die Beamten ohne Gehalt und ohne Pension auf die Straße gesetzt, und die Bureaus liegen noch so di, wie sie vor 1-1 Tagen verlassen wurden. Die Enteignung geht weiter, sie erstreckt sich nicht nur auf den ländlichen Grund und Boden, sondern auch auf die städtischen Grundstücke, und es kommt jeden Tag vor. daß sich Soldaten in den Besitz irgendeiner beliebigen Wohnung oder einzelner Ziumrec setzen, oder zum mindesten „die Möbel enteignen". Völlig verwahrlost sind die Verkehrsverhältnisse. In Petersburg selbst kostet eine Fahrt, die früher M— 70 Kopeken kam, heute 7—10 Rlrbel. Auf den Eisenbahnen aber herrscht vollends gänzliche Anarchie. Sie sind ausnahmslos in den Händen der Soldaten, die ohne die Demobilisierung abznwarten, zu Lausenden und Aver- tansenden die Heimreise antreten. Selbstverständlich :ver- den Zivichersonen überhaupt nicht mehr befördert, während die Soldaten selbst die Däck)er der vollgepfropften Wagen besetzt halten, die kaum noch Fensterscheiben aufweisen und im Innern unsagbar beschmutzt sind. Auf telegraplüsckiev Beseht Krylenkos werden jetzt die einzelnen Stationen durch Maschinengewehrkompagnien besetzt gehalten, um wenigstens die Lebensmitteltransporte zu sickern, die bis dahin ziemlich restlos auf der Fahrt zu versä>winden pflegten. Besonders schlimm sind die Maximalisten »lit dem Oftizierkorps in Heer und Marine umgesprungen. Hier ist es zu zahlreick?en Mordtaten gekonrmen, von denen ia auch in der deutsäien Presse wiederholt berichtet wurde. So wurden kürzlich noch in Sebastopol an elnem Tage 00 Osfizlers getötet, in einer Weise, die jeder Beschreibung spottet. So sieht es mit dem angeblich unblutigen Charakter dieser Revolution aus. In Wirklicksteit hat es in Petersburg Tage gegeben, an denen zwei- bis dreitausend Personen ihr Leben lassen mußten, und in Moskau wird es nicht besser gewesen sein. Ganz zu sck)weigen von den Zuständen aus dem Lande. Ncunentlich in Estland und Livland sind Rau- und Mord an der Tagesordnung, und in manchem Gutshause hält der Besitzer den Revolver bereit, um Frau und Tochter vor dem Schicksal zu bewahren, in die Hände aus* rührerisck'er Banden zu fallen. So schr-eitet die russisck)e Auflösung fort; niemand weiß mehr, woran er ist, was morgen aus ihm werden wird.- So sieht es in dem durch die Sozialdemokraten „befreiten" Rußland aus. Die augenblicklic^n sozialdemokratischen Machthaber verschonen nicht einmal ihre eigenen etwas gemäßigteren Parteigenossen. So wurden zwei im Krankenhaus liegende ehemalige sozialistische Minister grausam ermordet. Privateigentum gibt es nicht mehr, jeder nimmt mit Gewalt Geld, Gut und Land, was er bekornmen kann. . < ‘ ~ tfiü M)iiirnirtinirr WahircchkAtitrsg. Der preußischen WahLrechts-KommiMon liegt een An- tr?»z der Konservativen vor, daß das Ltbgeordi-.etenhaus auS 1500 Mitgliedern bestehen soll, von denen 236 in allgemeiner geHeimer und di.elter Wahl, nach der mehrere Stimmen bestehen, 214 in bornfstäi: di scher geheimer und indirekter Wehl gewählt werden. Jeder Wähler soll zwei Stimmen haben, eine für die oerusstunöische LKchl. Für die allgemeine Wahl ii irl) je eine Zusatzstimme erworben durch das Leben-alter (50 Jahre), das Vermögen (Veranlagung zur Erga-, 'una^ueuer), das Einkommen (wenn der Steuer- beirag den im Durchschnitt auf einen Wähler in der Ge- nicirr.de cunaüenben Swuc betrag ii brr steigt, stets aber bei Veranlagung über 3000 Mark), nie selbständige Erwe^b?- tättgkeit (Beschäftigung mindestens einer versici^rimgs- pflichtigen Person), des Grundbesitzes (zwei Hektar Landwirtschaft, Forstwirtschaft, Obstbau, Gärtnerei oder mindestens einem halben Hektar Weinbau), der Schulbildung (Er- reichung^ des Zieles einer Mittel, oder Realschule, Versetzung in die dritte oberste Klasse einer mehr als sechs- klassigen Schule oder in die dritte Seminarklasse einer Lehrerbildungsanstalt). Für die berufständische Wahl wird die Wählerschaft in drei Berufsabteilungen mit je drei Gruppen eingeteilt (1. Landwirtschaft, Forstwirtschaft, Gartenbau, Fischerei je nach der Größe; 2. Industrie, Hand- . werk Handel und Verkehr je nach der Stellung; 3. freie Berufe und Beamte, wobei die eine Gruppe von den freien Berufen, die zweite von den akademisch gebildeten Beamten und dw dritte von den übrigen Beamten gebildet wird.) Eine Niederlage bes Zeuirnms. Koblenz, 15. Febr. Bei der Rerchstagserfatzwahl sür den verstorbenen Zentrumsabgeordneten Wellftein im Wahlkreise Koblenz—St. Goar, der seit 1871 eine Hochburg des Zentrums ist, untertag der Zentrumskandidat, Generalleutnant v. D. von Steinaecker. Eine Sondergrup/e hatte den katholischen Pfarrer Greber ausgestellt, der mit 678 Stimmen Mehrheit gewählt wurde. Steinaecker erhielt -1609 Stimmen. Greber 5287 Stimmen. Dkl ikfänir^icsf: M iiir DAZaMualcli. lieber die Haltung der nationalliberalen Reichstags- fraktion zu den übrigen Mehrheitsparleien, insbest ndere zur Sozialdemokratie, wird der „Köln. Ztg." von zuständiger Seite geschrieben: Die natwnalliberale Fraktion ha! sich- --.crZeLt mit den Fraktionen der Mehrheit auf dem Boden der Verständigung zusaMnengefunden, die einerseits diejenigen Punkte umfaßte, die Graf Herbling in seiner Programmrede zum Ausdruck gebracht hat. die aber anderseits auch die Wahrung des Burgsnedens bis zum Ende des Krieges zur Vo'ar.s- setzung hatte. Nun ist dieser Burgfriede, der rmter dem Eindruck der damaligen Verständigung in der hinter uns liegen- den Session des Reichstags auch voll gehalten wurde, in den letzten Wochen aufs schärfste erschüttert worden durch Vorgänge. die mit der Streikbewegung in Berlin und einzelner Ort^n im Reiche Zusammenhängen. I« nationalliberalen Kreisen besteht gar kein Zweifel darüber, daß dieser Temon- straüonsftreik Landesverrat bedeutete. Pflicht der Sozial- demokratte wäre es gewesen, sich diesem Streik mit illern ihrem Einfluß und aller ihrer Autorität eutgegenzuwerien, auch auf die Gefahr hin. daß die Sozialdemokmtisck>e Partei dadurch vorübergehend Schaden erlitte. Den sozialdemokratischen Führern stand aber bei diesem Streik die Patter über dem Vaterland. Ihre Haltung ist eine durchaus un- sichere und unbestimmte gewesen. Man hatte zuweilen die Empfindung, daß sie sich bei siegreicher Beendigung des Streiks an die Spitze der Streikenden gestellt haben würde. Auf nationalliberaler Sette ist daher die Frage zu prüfen, ob die Voraussetzungen, von denen die Fraktion bei der ^inerzeisigen Vereinbarung ausgegangen ist, noch vorhanden sind. Die Fraktion hat sich in keiner Weise von ihren eigenen freiheitlichen Auffassungen auf dem Gebiete der inneren Politik zurückdrängeu lassen. Auf der andern Seite aber erscheint ihr eine Gemeinschaftsarbeit mit der Sozialdemokratie nach deren veeher gekennzeichneten Haltung nicht tragbar. Tie Fraktion tritt am 19. Februar zusammen und wird zu der Gesamtlage und im Zusammenhang damit auch über ihr Verhältnis zu den übrigen Parteien Stellung rehrnen- I.-tz-.-G.-GeschMe. Die Provinzial-Einkauf-Sachsen, G. m. b. H., Mägde- bürg, hat unterm 31. Januar an ihre Gesellschafter folgendes Schreiben gerichtet: „Es liegt eine MöglickLeit vor, in Gerstenkaffee Kleinigkeiten zu beschaffen in ungefährer Preislage von 3 Mark per Pid. Wir haben das Angebot von einer behördlichen jchleßtt^n Stelle. Bekanntlich darf nach dem 15. März Kaffee-Ersatz, also auch Gerstenkaffee, nur noch abgc-setzt werden zu den neuen, um vieles niedriger festgesetzten Prei- ien. Rüstungsbetnebe zeigten für diesen Gerstenkaffee starkes Kaufinteresse und sollte dieses Angebot auch dortiges Interesse haben, erbitten wir prompte Nachnckst mit Angabe des gewünschten Quantums und wir bleiben bemüht, die Wünsche auszuführen.". Gezeichnet war dieses Schreiben: Nathan! Wenn je von amtlick>em Schleichhandel die Rede sein kann, so ist es hier der Fall. Ueberhaupt scheint Gerstenkaffee, der nur zu vorgeschriebenen Höchstpreisen verkauft werden darf, von den Untergesellschaften der Z.-E. G. besonders gern in eig-m- arttger Weise an den Mann gebracht zu werden! Einem Kaufmann würde unter solchen Umständen jedenfalls sofort m Geschäft geschlossev lverden, denn der Großhandelspreis für Gerstenkaffee ist 37,75 Mark, der Grostiftenprei- für Detaillisten 42,— Mark unft der Verkaufspreis an Konsumenten 50 Pfennig das Pfund! Die Untergesellschaft der Z.-E.-G. aber fordert, ohne mit der Wimper zu zucken, 3 Mark für das Pfund!' Echzell. Musketier Adolf S toll erhielt die Hessische Dapserkeit^nwdaille. Dergleichen Telefonist Hermann Mogk, Sohn des Vorarbeiters Karl Mogk. Beide sind bereits im Besitz des Eisernen Kreuzes zweiter Klasie. Wir gratulieren! Ins der üdwnrh ^ Hessische Juwelen. unS Goldwoche. ^ as ^oib muß der Reichsbank zu- «'J -A llsführt werden, weil eine Stärkung ,4£> 4 r t. .fjf Ä des Goldschatzes der Reichsbank im 4 ^öffentlichen Jnteresie liegt. Die von der Reichsbank ausgegebenen Bauk- "Oten müssen in möglichst großem Um- *** : xL''y Mug mit Gold gedeckt sein. Je stärker diese Deckung ist, desto größer ist unser ^ ^ Kredit im Inland und im Ausland. Das Reich braucht außerdem Gold zur Sicherung des Bezugs notwendiger Lebensmittel und Rohstoffe aus dem neutralen Auslands. Die Einfuhr muß. sofern nicht Guthaben im Ausland zur Verfügung stehen, in Hold bezahlt werden. Gleich wich- | tig ist die Ablieferung von Juwelen, weil durch deren Verwertung im Auslände Guthaben geschaffen werden, mit denen Einfuhren nach Deutschland beglichen werden können. Die Verwiegung des an die Heeresverwaltung gelieferten k Heues Der Abg. Fenchel hat im Landtag an die hessische Regierung folgende Anfrage gerichtet: „Die stellvertretende In. tendantur des 18. Armeekorps Frankfurt am Main erkennt als Gewicht des Heues, welches die Landwirte an sie liefern, nur das bahnomtltch festgestellte Gewicht an. Hierbei har sich er- geben, daß die Gewichte der leeren Eisenbahnwagen, die nicht jedesmal vorher besonders festgestellt norden, mit den Gewich. ten, die auf ihnen verzeichnet sind, in Wirklichkeit nicht über- einstimmen. Die Folge hiervon ist. daß zwischen den auf der Ortswage des Verladeorts festgestellten Gewichten und den Vahngewichtea grosy Fehlgewichte zum Nachteil der Landwirte entstanden find. Die Beschwerden der Landwirte häufen sich mit Recht und die Lieferungsfteudigkeit dürfte deshalb nach, lasten Diesem Mißstand zu begegnen, beantrage ich Großüer. zagllche Negierung zu ersuchen, dahin zu wirken, daß 1. bet denjenigen Ladungen, bet welchen Gewichtsdifferenzen festgestellt wurden, diese seitens des betreffenden Prioviantamtes. welcbe» das Heu empfangen hat. nachgezahlt werden. 2. künftig nicht rnelr bahnanrttiche Gewichte. weil nicht zuverlässig, sondern das auf der Ortswage des Verladeorts festgestellte Gewicht zur Aus. Zahlung kommt, wenn die Megescheine eingesandt werden.- Viugerchelm. Vorgestern um die Mittagsstunde landete auf einem Wiesengrund in der Nähe unseres Dorfes ein Doppeldecker. Die beiden Insassen, junge Offt. ziere, waren auf einer F-ahrt nach Gonterskirchen begritten und zwecks näherer Orientierung medergegangen. Im Ru hatte sich eine große Menschenmenge aus den umliegenden Orten eingefunden, um das seltene Schauspiel sich anzuschen Nach kurzem Aufenthalt stieg der Apparat unter Hurrarufen der Menge und Absckiedswinken der beiden Führer wieder in die Höhe und war bald den Blicken der NcMckxrueaden in nördlickier Richtung entschwunden. FC. Büdingen, 14. Febr. Im hiesigen Kreise wurden in zehn Orten 18 Kreiseingesestene mit Geldstrafen von 3 bis 50 Mark belegt, weil sie sich gegen die bestehenden Kriegsverord- nungen vergangen hatten. FC. Idstein, 14. Febr. Die Stadtverordneten beschlosten einstimmig sür die Stadtkirche dahier als Gedächtniskirche der Rastauifchen Un>'on ein n:ues Geläute zu beschaffen, sobald nach glücklicher Beendigung des Krieges das ersorderliche Glocken« rnetall wieder zur Verfügung steht. Dar Geläute wird aus vier Glocken von Bronze bestehen Die noch vorhandene wird die kleinste im neuen Geläute. Die Hauptglocke soll als Friedensglocke nicht aus städtischen Mitteln beschafft, sondern von den Bürgern Idsteins und den Freunden der Rastauischen Unions» kirche gestrfter werden. Die neuen Glocken haben ein Gesamt, gewicht von 8336 Kilo. Der Firma Rincker in Sinn wurde der Auftrag übertragen, da sie sich bereit erklärt hatte, das Geläute für Idstein als erstes »ach dem Friedensschluß zu gießen. Die Stadtverordneten bewilligten vorlauftg einen Kredit von 25 000 Mark einschließlich des Elocksnfonds von 4870 Mark. FC. Oberursel, 14. Febr. Nachts stahlen aus einem Ge. flügelftall einer Villa Spitzbuben zwölf Hühner, fünf Enten und drei Gänse und hatten noch die Unverschämtheit, die Köpfe des an Ort und Stelle geschlachteten GefÄzelr an einer Schnur im Stalle aufzuhängen. boten, die in diesem ^ahre noch nicht angespanitt werdend könneit. Ans Hkffka-Nassau. FC. Ans dem Landkreis Wiesbaden. 14. Febr. Die auf Ver^ anlastung der Vezirksfettstelle zu Frarcksurt am Main ersolgts Revision der Milch-Erzeugung und Ablieferung hat ergeben, daß im Landkreis Wiesbaden die Ablieferung von Milch durch die Erzeuger höchst mangelhaft geschieht. Die BezirksfeUsiell« hat daher angeordnet, sofern nicht sofort den Vorschriften gemäß eine restlose Ablieferung der Milch durch die Landwirt« einsetzt, die gesamte Fett- und Butterzuteilung für den Landkreis Wiesbaden zu sperren. FC. Dotzheim, 14. Febr. Die Eheleute Friedrich Geib bt» gehen am 16. Februar das Goldene Hochzeitsfest. FC. Miehlen. Der Postvenvalter und Kaustnann Karl von der Heydt vollendet am 15. Februar d. I. sein 80. Lebensjahr Der Jubilar ist eine in weiten Kreisen bekannte Persönlichkeit der bereits über 40 Jahre die Post in Miehlen verwaltet. I, jungen Jahren nahm er an den amerikanischen Freiheitslämp» fen teil. FC. LLettburg, 14. Febr. Hier wurde eine Zwangsinnung für das Schuhmack-ergewerbe nn Oberlahnkreis zu gründen bs. fchlosten. FC. Aus der Pfalz, 13. Febr. Im Walde von Merzal- ben wurde die Herde des Schweinehirden plötzlich von einem Keiles angefallen. Der Hund des Hirten stürzte sich auf das Wiltckchwein, es kam zu ernern heißen Kampf, in dessen Verlauf der Hund schwere Verletzungen erhielt. Auch dem Schweinehirten, der dem Hunde zu Hilfe kam. wurden von dem schweren Keiler blutende Wunden beigebracht. Der Keiler entkam scheinbar nur leicht verletzt. — Postsekretar Luell, jahrelang bei der Postanstalt Pirmasens angestellt, wurde verhaftet, da er im dringenden Verdachte des Diebstahls von Feldposchxicketen steht. ■ «>- ' ■ " ■ ■■ " ■ " ■ u i - ■ < Kirchliche Anzeige« Sonvtsg JuvoLNvit, 17. Februar 1918. Gottesdienst ia drr Stadtkirche. Vormittags 9% Ahr: Herr Felddivisionspsari.er Keller. Vormittags 11 Uhr: Kindergottesdienst. Herr Psarrei Ritter. Nachmittags 5 Uhr: Herr Kandidat Dergkr. Abends 8^ Uhr: Herr Pfarrer Ritter. Am 24. Februar wird im Abendmahlgottesdienst da: h^ Abendmahl mit Etnzelkelch gefeiert. GottkSdkrnst im Ltadttkil Fauerbach. Sonntag Jnvseavit, 17. Februar 1918. 10 Uhr: Gottesdienst. 11 % Uhr Jugendgortesdienft. I Uhr: Krtegeandacht. * KatbolUche Gemeinde. 1- Faftes-Sonutag: 17. Februar 1918. Velchtgelegenheit am Samstag von 4 Uhr an und Scnm tag früh von 6 Uhr. 147 Uhr Frühmest«. 8 Uhr' Milttärgotiesdienst fSingmesie mtt Predigt). %\0 Uhr Hochamt mit Segen und Predigt. Nachmittag» 2V£ Uhr: Christenlehre und sakramcnialisch« Bruderschafts-Andacht mit Segen. Um 4 Uhr: Versammlung des Jünglingsvereins. Während der Woche um y 9 7 und 7 Uhr hl. Meff^ Freitag abends 8 Uhr: Fasten-Andacht. Nach dem Hochamt Ausgabe von Büchern ans der Borro- Mäus-Bücherei. Geschäftliches. Landwirte! Nickt oft genug kann an die Landwirtschaft der Riahnruf ergehen, daß Saatgut vrn Sommerweizen. Gerste, Haier, Rüben. Erbien und Bohnen, in o!ge der immer mehr um sich greifenden Pilzkta,l!hei^eil. wie Steindrand des Wei'ens, Streisenlrankyeit der Gerste. Haserflugbrand. Brennfleckenkkanlheit der Crb en und Dolmen u!w. zu beiren, damit in unserer ernsten Zeit die Ernte möglichst hoch ausfcrllt. Es uagr sich nun. welches Beiimittel der Landwirt nehmen »oll. Kupferviino! rst äugen- blicklick nickt erhäliiich ; aber die beut cke Wissenschaft hat. wie in >0 uielsn anderen Fällen für einen Ersatz, der ivgar viel besser als Kupfe oittlol rst, geiorgt: Das seit Amang des Krieges in Gebrauch befindliche ^Uspulun" hat sich als Bei^mikie! fuo alle Soa?gutatten in der Pro is sehr bewahrt und »eine Anwendung muß unter den heutigen Umnänden drmgcnd empfohlen werdeDas „Uipulun" verinchtet dre Pilz chädlinge am Saargut uns fördert Keim- und Trrebfühiqleil. Dadurch werden nicht allein uu ere Ern len sicher gestellt, sondern sie erfahren noch eme Er» hohung. die der Lanowirtscha t sowie der übrigen Bevölkerung höchst willkommen tst. ^kpulun" ist in den übtichen Derkau,s- stellen zu kaufen. Vercmtwortlicb für den politiscben und lokalen reil: Otto H i r s che l. Friedberg: für den Anzeigenteil: R Her» n er. Friedberg. Truck und Verlag der „Neuen Tageszeitung"', A G.. Friedberg \ H Ans Starkenburg. FC. Erbach j. Odenwald. 14. Febr. Bei der hier stattgehabten Jagdverpachtung erhielt von der Stadt auf beide Abteilungen rechts und links der Mümling die Firma Deutsche Waffen- uud Munitionsfabrik Ober-Ramstadt mit einem Gebot von 2000 Mark jährlich den Zuschlag. Das seitherige Jahrespackt- geld betrug MS Mark. FC. Dieburg. 14. Febr. Die Eheleute Heinrich Bacharach dahier feiern am 17. Februar ihr goldene- Hochzeitsfesi. RuS Rhcinhesien. FC. Erbeuhcrm, 13. Febr. Bei der r(rHnnc ttn4 II nieitei'8a$e für Grossherzogtum Hesen und Hcssrn-Nassau: R. & H. PENNRICH in Bingen m Rhein, Mainzer Strasse 26 . ,u kau'en gesucht. An ebote linti-r Nr. 24t> an d'e Gcschä tsslelle der „Neuen Ta^estellung". Großer Posten prima Lederselt für Landwirte. Seife, Scisenpulver, Bleichsoda, Waschblau, Schnhcrem vorrätig bei FkrLipxr Oieirer, Denr.'Ningen, Irirdlikr 4 i.fi., Alte Bahnhofitr. 13.1! LrrtSK LinGleum-Wachs frisch ciBigetroff^EJ. Tuiicten- M32ii Linolcumhnus ln '.':.üv Friefcg, Kaiserstr. 27. Untcrrichobeginn: 3. April 1918. Programme kostenlos. — Oberkursus mit Abschlußprüfung für Leiterinnen von Eartenbaukolonien. — Nut r arfuo für Frauen und Mädchen zur Ausbildung im praktischen Garten- und Gemüsebau. — L-oöpi anlinnenkursc vorgesehen. — Anmeldungen wie Auskunft im Landw. Institut sGe^chästszimmer). 1 Gestrickte wollene McBTcnwesfcn in grosser Auswahl empfiehlt L Ff. Weiber, Friedberg: i. H. | -^=r- — 1 7"' - -= ===r mm . 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