Nummer 39 ___ Freitag, den 15 . Februar 1918 H. Jahrgang Die „ilrne ^«n»,-itn»y- er.chem, leben »eitlen. R.g,.mäb.g. «eüaqen „S« ?««r ... H-aen». „Sie Spinnet«. «e. den Post-nitalt-n o,euel,a!),l,d, uß 240 tm u --.tt noch das «ettellg-»: pei oan »ioen.-n mono.Nch .S P,q. e.n ch.ietzUch Tmgerlodn. A»,ei«en- L-un°,e.le 2d P,». °,°Ie 20 M*. Ä.,eigen „„„ auswans morden durch v° machnahm« erhoben. L .•ii.hmason Friedbera. ftriirtftlettmta nnfr Uerli,, vrieöbgn lfreuen», nanauertrage 12. rccri Dcet)?r 48. öa ti Hei* lo ito nt. 48>9. I nt vcaitturt a. VL. Kcftrge Kampfe in der Champagne. — .-530€O Tannen versenkt. — Kaiser Karl an ^einc Völker. Knjslsche Schandtaten ans den Aalandsin?c!n. Der deutsche GeneraMak -—= meldet: - J iü. T. rl. Mrajes garr-sr^ttartier. der» IL Februar. Amtlich. Westlicher Krr'eg,sch-,«pl«tz. Engländer und Franzosen setzten an vielen Stellen der Front ihre Erkundungen fort Nördlich von Lens und in der Champagne kam es dabei zu heftigen Kämpfen. In einem vor. springenden Teil unserer Stellung südöstlich von Tahure haben sich die Franzosen festgesetzt. Eigene Infante- ie brachte in Flandern und auf den Maashöhen Gefangene ein. Von den anderen Kriegsschauplätzen nichts Neues Der Erste Eensralquartiermeister: Ludendorff. Abendbericht. Berlin. 14. Febr.. abends. (WTB. Amtlich.) In der Champagne war die Feu «Stätigkeit in den Abschnitten nördlich von Prunay und südöstlich von Tahure vielfach gesteigert. Von den anderen Kriegsschauplätzen nichts Neues. j Der österreichische Grueralstab meldet: r— • — = , ©icn, 14. Febr. (WTB. Nichtamtlich.) Amtlich wird oer- lautbart: Keine besonderen Ereignisse. Der Chef de, 8enerakst«te». .3.3060 Tonnen versenkt. Berlin, 13. Febr. Durch Versenkung von 33 000 Bnitto- registe:1onnen erlitt der Transportverkehr unserer Feinde im östlichen Mt telmeer eine empfindliche Einbuhe Es handelt sich hauptsächlich um nach dem Orient bestimmte Transporte. Den Hautpanteil an dem stärkster Gegenwehr zum Trotz erzielten Erfolge bat Kapffänleirtn'"nt Sieh. Fünf Dampfer wurden aus Geleitzugen herausgeschossen, zwei davon unmit'elbar vor dem Hafen von Alexandria. Unter den übrigen veff-nkten Schiffen befand sich das erst 1916 gebante Motorschiff „G'og-^ncy" (7269 Bruttoregister-Tonnen). Ein Damp'sr hatte Baumwolle nach Marseille geladen, wie sich aus Nuffchxift an der Unteraan 'sstelle treibender Baumwollb^llen ergab. An Segelschiffen' wurden vernichtet: die englischen Segler „Apostoles". „Andreas" und „Tamiarchis". Der Chef des Admiral st abs der Marine. 4» Derffn 13. Febr. fwTB.) wie der Mangel an Schiffsraum die Unterstützung Frankreichs durch überseeische Länder untergräbt, erbellt aus der Verhandlung der französischen Kammer am 26 Januar. Der Unterstaatssekretär Limer erklärte, es sei ihm gelungen, den Frachtpreis von Frankreich nach Algier berabzufetzen Die neutrale Schiffahrt habe daraufhin die F^b-ten einge^ellt. weil i^r der Höchstpreis zu niedrig sei. Die Schiffe aus dem fernen Osten muhten zurückgezogen werden. Den Verkehr m't Indocbina vermittelt nur noch monatlich ein Damtier. d^r aber nur bis Bort Said fährt. dort die von japanischen oder neutralen Schiffen gebrachten waren übernimmt und wieder umae'ebrt. Der Abg. Boussenet gab bekannt. das; gm Iahressckluß fast für eine Million Mare, davon die Hälfte Nahrungsmittel und Kriegsgerät. ln den fernen Kolonien uubefördert liefen bleiben muhte. Der Abg. Bonisson griff die französischen Nieder auf das heftigste an, weil sie aus Furcht vor Verlusten ib'-e Schiffe ouflegten, um nach dem Kriegsende befere Geschäfte machen. Durch die inzwischen eingetretene Ernennung des Abg. Boniston zum Beauflagten für Seeverkehr gewinnen feine Ausführungen besondere Beachtung. Jnr Kriegslage. ' 12. Febr. (WTB.) Die Londoner Wochenschrift »The World" schrieb in ihrer Nummer vom 24. Dezember: Die Fortsetzung der Frontanarlsf» gegen die Hindenburg-Linie. die «inen so furchtbaren Aufwand an Menschenmalerial' erfordert haben und mit denen so wenig erreicht wurde, können nicht die einzige Möglichkeit sein, den Krieg zu gewinnen. Vielleicht würden wir weit besser tun. selber eine Hindenburg-Linie an der Westfront anzulegen. Bern. 13. Febr. (2llTB) Die französtsche Oeffentlichkeit wird mit aller Deutlichkeit ans die bevorstehende Osfenstve der Mittelmächte an der w'stffont vorbereitet. Die meisten Blätter enhalten darüber Auffätze der militärischen Mitarbeiter. So sch-eibr Oberst Rorsset im ..Petit Paristen". eine große Ofrenstue großen Sli's sei auf der Westfront durchaus notwen. d,g. Deutschland sti hierzu gezwungen, nicht nur. weil ein augenblicklicher Stillstand sein Vrestiae herabsetzen wurde, sänke n auch, weil die innere Lage Deutschlands einen großen militärischen Erfolg notwendig mache. Der Berichterstatter des ..Petit Paristen" an der erwlllcken Front hält gleichfalls einen Angriff für unvermeidlich, es sei Pflicht, dies der Oeffentffckkeit mit aller Deutlichkeit iu lagen, um jede Ueberrgschung und Entmutigung im Aug nhl ck des Kampfes unmöglich zu machen. .Malin" hält angesichts der enormen Frontverkürauna im Osten die österreichisch-ungarische Offensive auf Denetien für nicht ausgeschlossen. llie tone im Kankatns. Konst-nt nopel. 13. Febr. (MTB.) Die Agentur Milli meldet: An ^er K",ck"susfront wurde festgestellt, daß n»ch Abschluß des waffenstillstnn^es ^ie russisch-m Truppen die Abgren. zun-sllnie nach und nach verlosten und sich in das Innere zu- rückz-'ehen. teils auch sich auf Booten von der Küste nach dem inneren Rußland überreden lallen. Banden mit Kanonen und Maschinengewehren, deren sie sich bemächtigen konnten, verüben planmäßig arausawe und barbarische Handlungen gegen die osmanffckwn llntert"nen ln den von den russischen Trnpven entbläßt'w Gehk"t"n. Okwwbl wir uns mehr als einmal amtlich an den Befehl^h"ber des Kaukafusheeres mit dem Ersuchen gewandt haben. differ Lang ein Ende zu machen, und obwohl wir von ibm Antworten mit dem Beripreck'en erhielten, daß er die Mörderlichen Mnßnobmen ergreifen werde, hat der gemilchte wnsfenstistston^ansschub. der in der Ortschaft Kilkitt. 1b Kilometer östlich der Ab^-^zunnysinie. znsammencwtreffn ist. sich in e'vem von all-n ^?^t"ffe^ern Unterzeichneten Cchriltstück wiederum an den Beieblsh^her des Karkosi'sb"eres gewandt, um ibn um Schutz oe-'eu diele Banditen zu bitten. Angesicht''' d'nf-r ^"tfnchg „nd im Hinblick darauf, daß die Gpbie'e. wor'n d'ese ( r 'r^v^rn. ist d"m Belebl-.d^b-r unseres Kankasu<-ch-eres Beiebl erteilt wond'n, zu wirkl-men Ma^unbin-n Sicherung der Ebre. d"g BsüSeg xm'o Lebens unserer o-»odsleute in dem von den Nullen g^i-äumten G"bi^te aug^-n d'ele kindlichen Handlunnen und zur Aufi-echterh"ltnng ,,nd der aenannten Gegenden zu schroit-'n. Intolae dieser M"ßnahmeit herrscht i^bt Ordnuitg im Geb'et bis Kilkitt und bis zur Linie Keuffe-Sedek, Manier einen Flieaer ve fügen. Gr^f Mnnnrrbeim habe von un"efähr 269 russischen Offizieren Diorstangebote erhalten, doch habe der Gene"al erklärt. d^ß er bei den finnischen Negierungstruppen grundsätzlich keine russischen Offiziere einstelle, sie könnten affo nur als Frer- williae im Dienste Verwendung finden. Nach einer Drabtunß aus wzsa an das „Aftonbladet" hat der Bezirksausschuß alle russischen Truppen anfgefordert. die Note Garde zu unterstützen. Infolgedessen nehmen ganze Truppenabteilungen am Kampf« teil. Demgegenüber bat General Mannerbeim eine Kunde machung erlassen, daß für jeden ermordeten Finnen drei Russen bing"richtet werden. Soldaten in Zivil werden als Spions erlchossen. In H"lstngfors wurd; ein revolutionäres Geff-bt ein« gesetzt, d's die Beamten mit der Todesstrafe bedroht, falls st§ ihren Dienst nicht versehen sollten. Dntßtche Ncvolle auf Äolaud. Stockholm, 18. Fabr. (WB.) Wie „Stockholms Dag- b^adet" aus zuverlässiger Quelle ertäsirt. ist auf Aalauk unter den rnsfischen Tntppen eine völlige Nevoltg ausge- brocken. Soldaten ziehen umher und verhaften ihnen misi' liebiae Landeseinwohner, sie verwenden dabei Bluthunde um die fliehenden. Qpfer anfznspuren. In Mariehanm sollen ue ein entfetzlickes Blutbad angericktet haben. L00( ruffiscke Soldaten, die auf Aaland liegen, sind mit Ma- sckinenaewehren versehen, wahrend die Bevölkerung Aalandr vollkommen wehrlos ist. Auf den Inseln zwilckx'n Aalarch und der schwedischen Küste herrscht große Panik. l-lm^illlik tsrncüiüln; rati Stockholm, 13. Febr. Infolge der Berichte über Urv ruhen ans Aaland und der Ileberfahrt schwedischer Untertanen nach Sianildsskaer wird eine Expedition ausgerüstet Ein großer Eisbrecher geht heute ab. Genf. 14. Febr. Die schweizerischen Blätter melden aus Parts. d^r Postverkehr mit Rumänien ist laut Anschlag in den Pa^ riser Postämtern seit Montag mittag eingestellt. Das „Petit Journal" meldet aus Rom: Orlando wird t« der Kammer erklären, atrch das Ausscheiden Rumäniens ändere Italiens Entschluß, den Krieg an der Seite der Westmächte siegreich durchzukämpfen, nichts Der Berichterstatter des „PetiS Journal" fügt hinzu, man habe den Eindruck, daß Italien un» bed'ngt zur Entente stehe, wenn die Entente nur für Kohlen« Rohstoffe und Lebensmi'tel der notleidenden Bevölkerung sorge Genf, 14. Febr. Der ..Malin" meldet: Am Dienstag ist di« rumänische Regierung von den Gesandten der Entente in Iassl auf die weittragenden Folgen einer Abschwenkung von der ge. meinsamen Politik bingewtesen worden. Die neue ntmänisch« Regierung bat die Mitteilung der Gesandten zur Kenntnis ge^ nommen. Tine Gegenerklärung wurde aber nicht abgegeben. Ulf Wen Wimm in Drest-LltWilr. - Ueber den Verlauf der beiden letzen Sitzungen der deutsch- osterreichisch-ungarisch-russischen Kommission zur Regelung der politischen und territorialen Fragen, die mit der bekannten Erklärung Trotzkis ff ; ren Abschluß fanden, wird nachträglich noch folgendes bekannt. Die Sitzung d"r Kommission vom 9. Februar leitete Staats fckretär von Küblmann damit ein. daß er die in Aussicht gestellte zusammenfassende Darlegung Liber das Ergebnis der bischerigen B-ck'rcck'.'ngen gab. Obne auf alle Einzelbeilen eiuzuaebeir, stellte der Staatssekretär fest, dah eine erbeblicke Annäherung der beiderseitigen Standpunkte auch durch die sebr eingebe-den Debatt-n sti^t babe erzielt werden können. Er persönlich babe nicht den Eindruck, als ob eine weitere Erörte rung auf der Lieber von beiden Parteien eingenommenen Grundlage einen günstigeren Erfolg versprechen könnte, als bis. her die Verhandlungen oebabt haben. Auch der österreichische Minister des Aeußern. Graf C z e r n i n. stellte sich auf diesen Boden. Er sagte: Seit Moben beschäftige mau sich mit einer unfruchtbaren Erörterung darüber, wie gewisse territoriale Veränd" 7 un"en an der russischen Westgrenze zu qualifizieren fein. Ern auch noch so langes Hinausziehen dieser in ihrem W sen tbeorot'schen Erörterungen biete wenig Aussicht auf eine Ei^iaung. die vom Standpunkte eines Friedens anch wirklich unbedingt nötig sei. Trat-kr kwn dann wi-dsr mit den gewohnten Spitzfindig keinen: er redete non milttärifcken Sicherungen, die erst von Fachmännern geprüft werden müßten und dergleichen. Nach langem bin und ber betonte Staatssekretär von Ki'blmann, es fei vnbsdinat not^sndia. bt« zn der für d-n folgenden Tag an. zubaraumenden Sib"nq Kl^r^sft zn schaffen, es bandle sich febt d"rnw. E^s^lN^e -n fallen. Von dem Wunsche der Be fch.lennigvng der Ver^",'dli'naen oeloitet. wolle er eine neue Fassung vor'chl-gen, die unter Umständen den zweiten l^tikel des zn vereinbarenden Friedensverträges bilden konnte. Diese lauLe: .Rußland nimmt Kenntis von den folgenden territoria len V»rä^>>eru^aen. die mit der R^ftftk^wn des aeoenwär- tta^n Fri"^e"--"e't''aoe« ei"tre^»n. ^ie Gebiete zwischen den E""n'en Deut'^.la^ds. Oe^refch^Ungarns und efter Linie. .nerlw.ft, wer^n der territorialen Obsr^^eit R"ßlon>>? nicht mebr unterlieaen. Aus ibrer ebemoliqen zum russisch»n Kaiserreiche werden ihnen keiner li\ V-imsNchtu'wen arwenüber Rußland erwachsen. Das künf tiae Schmal dief-r Eebi-t«. wird in dieser Beziehung im Ein vernehmen wft ibren Völkern entschieden werden, und zwar nach M^-abe der Vereinbarenaen. die Deutschland und Oester^ck-Nngai-n mit innen treffen werden." Fm Zulammenbong hiermit wolle er noch bemerken, daß der west»-tl'che Fohakt dos Artikels I des ersten Vorschlages 7 b> den R'rrL'nd eine unbs>rn,fte Vorausfetzzmq des Friedcns- fchst'strs sti. E handle sich darum, daß die Räumung gewisser (siedete die Mittelmächte rügest worden sei unter der De'-sng.-"g. daß die Räumvna der Geb-sLe ihrer Verbündeten glerch^t^a ^attsinde. Damals sei als Zritmcnkt. von welchem an für di» Mift^lmäckte die Räunnmgsoervftichtungen beginnen würden, d-s Ende der russischen Demobilisierung in Aussicht yeno "wen worden. Er stebe nickt an, zu erklären, daß die Mi^lmäckte hinsichtlich dieses Zeitpunktes zu Konzessionen bereit ^ä-an. mf^TTc oW wie^rbolen. daß der Friedensscklnß in welchem die ^usicke'-unq der Räumung d-r verbündeten Ge- bieten d:.rch >-ie Truumm der Vestrsbrrraer Regierung nicht ent. halten sti. nickt in Frage käme. Rach den früheren Mitteilun- gen der Herrn Volkskommissars für auswärtige Angelegenheiten glaube er. nickt d^ran zweifeln zu sollen, daß die russischen Truppen in den besetzten türkischen Gebieten, an die er in erster Linie denke dem Befehl der Petersburger Regierung unter ständen. Ve-üolich der mehrfach berührten Aalandsfrage müsse er erklären, daß der Friedensschluß Deutschlaird als Minimum das an Rechten wieöereinräumen missse, was Deutschland vertragsmäßig bei Kriegsausbruch genossen habe. Er welle aber nicht unterlassen, auch bei dieser Gelegenheit auf die lebhafte» Wünsche des schwedischen Volkes hinzuweisen, welches aus geographischen und ethnographischen Gründen an diesen Inseln ein vitales Interesse habe. Nack weiteren Auseinanderfetzrmgen gab dann Trotzki- Brarmftein seine bekannte Erklärung ab. Er führte aus: seine Delegation sei der Ansicht, daß nach den langen Ver^ Handlungen nunmehr die Entscheidungsstunde gekommen sei. Die Völker erwarteten^nt Ungeduld-das Ergebnis der Jriedensvechandlungen von Brest-Litowsk, Nach Ausfallen gegen den Imperialismus der Welt erklärte er, Rußland wolle an dem Kriege keinen Anteil mehr haben. Es sei nicht gewrüt. das Blut seiner Soldaten für die Interessen der emen Partei gegen die arrdere zu vergießen. Deshalb führte Rußland sein Heer und sein Volk aus dem Kriege heraus. Es gebe den Krieg auf und benachrichtige hiervon alle Volker und ihre Regierung, es gebe Befehl zu vollständiger ^emobltisierung aller Armeen, die jetzt den Armeen Deutschlands, Oesterreich-Ungarns, Bulgariens und der Türkei gegeuuberstanden. Seine Negierung lehne es aber ab, die deutsig- österreichisch -ungarischen Bedingungen zu sank- ttomeren.^ Rußland gehe aus dem Krieg heraus sehe sich ccker genötigt, auf die Unterzeichnung eines Friedensver- krages zu verzichten. Hierauf erfolgte die ihrem Inhalte nach schon bekannte Erklärung Liber die Beendigung des Kriegszustandes und die Demobilisierung sämtlicher Truppen. Staatssekretär v. Kühlmann erwiderte: Durch den Waffenstillstand waren die aktiven Kriegsoperationen eingestellt, durch den Wegfall des Waffenstillstandes würde der Krieg automatisch wieder ausleben. Im Wasfenstillstands- vertrag war als Zweck des Vertrages der Abschluß eines Friedens angegeben. Fällt dieser Zweck weg, so ist nach Ab- lauf der vorgesehenen Frist der Kriegszustand wieder in Kraft getreten. D« WsaHs, ^kne der'Selben Armeen demobilisiert, ändert weder tatsächlich noch rechtlich an dem Zustand etwas. Trotzki erklärte, seine Delegation habe jetzt alle Vollmachten erschöpft, die sie erhalten habe. Sie halte es für notwendig, nach Petersburg zurückzukehren. Alle Mitteilungen, welche die verbündeten Delegationen machen würden, werde sie im Schoße der Regierung der förderativen russischen Republik beraten und darauf Antwort erteilen. Auf die Frage Kühlmanns, auf welchem Wege dieser Gedankenaustausch erfolgen solle, entgegnete Trotzki. die russische Delegation habe von Brest-Litowsk aus direkte Drahtverbindung mit Petersburg gehabt: vor der Ein- leitung der Waffenstillstandsverhandluugen habe man sich durch Funrsprücke verständigt, und außerdem befänden sich jetzt in Petersburg Vertretungen der vier verbündeten Mächte, die mit ihren Regierungen verkehren könnten. Auf diesem Wege könne man die Verbindung Herstellen. ‘ ^ In diesen Tagen ist durch dis deutsche Presse die Nachricht verbreitet worden, daß von Amerika und England her planmäßig der Versuch gemacht werde, innere Unruhen in Deutsch, land anzuzetteln. Zur Erhärtung dieser Behauptung bin ch i» der Lage, folgendes vorzutragen: Ein Neutraler von Ansehen, der ans Liebe zum deutschen Wesen namhafte Opfer wahren» des Krieges gebracht und der deutschen Sprache wertvolle Dienste geleistet hat, berichtete mir bald nachAüsbruch des Krie. ges zwischen Amerika und Deutschland, daß die dortige cnneri. kanische Gesandtschaft ihm in Unkenntnis feiner Sympathien anvertcaut habe, man arbeite von englischer und amerikanischer Seite her mit großen Geldmitteln nnd einem Her von käuflichen Subjekten daran, innere Unruhen, vor ollem Streiks, in Deutschland zu erwecken. Nachdem ich van dieser einwandfrei verbürgten Tatsache damals an zuständiger Stelle Kenntnis gegeben habe, halte ich es heute für eine Pflicht, dies in weitere Kreisen bekanntzugeben, zugleich als ein Beitrag zu der Frage, zu wessen Nutzen deutsche Arbe.ter heute streiken üik Zk'prktmim !!!? lstsstn hlWiMrirr. Berlin, 14. Febr. Tie Bespreckimgen im Großen Haupt- quartier, die gestern zwischen dem Reichskanzler, dem Vize- kanzler v. Payer und dem Staatssekretär v. Kühlmann dem Generalfeldmarschall von Hindenbura nnd dem ^enoral v. Ludendorff stattgefunden haben, Zollen eine völlig cin- mntiae Anffassnnq der Lage g"ze''ligt nnd zn einer völligen Uebereinstimmung der mtlitürtfrfjcn und politischen Leitung geführt haben. Die „Frankfurter Zeit,mg" stellt es a^s Nxckrstheinsick bin, daß man sich im Großen Hanptguartier in der Auffassung geeinigt habe, der schon der Staatssekretär v. Kuhst mann in der letzten Sitzung in Brest-Litowsk Ausdruck gegeben hat. als er erklärte, daß der Zweck des Waffensiill- standes der Abschluß des Friedens war. und daß ki'^r Zweck binfällia geworden ist dadnrck. daß ein Friedensschluß nicht znstandegekommen ist und daß daher nach Ablaut deS Waffenstillstands in der vorgeschriebenen Frist der Kri-ws- znstand wieder in Kraft trete, so daß also gewisiern«osien die Weigerung der Bolschewisten, einen Frieden abzuschlie- ßen. gleichbedeutend mit der Kündigung des Waffenstillstands sei. Es läge im Interesse Dentschlands und seiner Verbündeten sich die Errungenschaft des eben abgeschlossenen Friedens mit der Ukraine, der namentlich eine unmittelbare wirtschaftliche Bedeutung für sie bat. durch den Kannst der Bolschewisten gegen die Ukraine nicht ans der Hand nehmen zu lassen Es liegen starke Anzeichen dafür vor. daß Deutschland und seine Verbündeten entschlossen sind, dem Vordringen der Bolschewisten Grenzen zu setzen. Auch in Oesterreich sei man der Auffassung, daß. sulls K-nbNchMae sich mit feiner Roten Garde gegen die Ukrainer zu wenden, er gernärtinen müsse, daß die Mittelmächte aus deni Umstande, daß sie den Kriegszustand gegenüber Rußland noch nickr ftir beendigt erklärt hätten, entsprechende Folgenmaen ziehen würden, da sie nicht zulassen könnten, daß dieser ihnen nunmehr befreundete freie Staat in seiner freien Entwicklung gestört werde. Wie die ..Germania^ erfährt, haben die Oesterreicker den Teil Galiziens, in dem die Stadt Brody liegt, der bisher noch in russischen .änden war. wieder besetzt. Zur Be- grüßung hatte die Rada eine Gesandtschaft nach Brody gesandt. in Scrss». 3J«ün, 13. F-br. (WTB.1 Die „9?ortbcutf.f* AllAeme,,,« ZeUung" schreibt: Der bulgarische Ministerpräsident Rados. lawow ist mittags in Berlin eingettoffen. um mit dem Reichskanzler Gr sen van 5>erftiny und den anderen leitenden politischen Persönlichkeiten nack dem Abschluß der Verhandlungen von Brest-Litowsk politische Fragen zu besprechen. Dent'kl^er tratest in Rettvsbnvft. Be^lm. U. Febr. sWTB.) Die russische Regierung hatte die Absicht, alle in Petersburg befindlichen deutschen Kriegs, und Zivilgsfan^enen, ausgenommen die Invaliden, angeblich wegen Ernährunas^chwierigkeiten. sofort nach dem Trotzkilager km Gouvernement Orenburg abznschieben. Da die Ausführung dieser Maßregel bei der in Rußland herrschenden allgemeinen Desorganisation eine außerordentlich große Gefahr für die Ge. sangenen mit sich gebracht hätte, hat di« in Petersburg befindliche deutsche Kommission wegen der Transportterung der Gefangenen nach Orenburg den schärfften Protest erhoben. Frankreichs Nerpsiegnttgsnot. Genf, 13. Febr. In Frankreich hat der VerpftegungS- mmifter soeben mit der Verteilung von Kartoffeln für die verringerte Brotration beginnen lassen. Die Herstellung von Teigwaren hat infolge der Getreideknappheit vvllkmn- men aufgehört. Der Bedarf, der für das Heer allein ungefähr 20.000 Doppelzentner monatlich nnd für die Lazarette nwnattich viertausend Dvppelzentuer betragt, muß setzt ganz und gar den Neservevorräten entnommen werden — solange diese reichen. TödkMrafk gkgk» ßsls fefflntraot. Basel, 14. Febr. Im Bolo-Prozeß hat der Anklagevertreter gegen Bolo und Cavallini die Todesstrase lean- tragt wegen Landesverrats und Berkchrs mit denr Feind. Das angeljächstsche Geld. irnekilches Cheissenstim. Jüngst sprach der englische Polstiker Carson einen Satz, der überall in Deutschland gebärt rmd bedacht zu werden ver. dient, besonders in den Kreisen der Hungersrisden^^-.-hrbei und der Gläubigen an die Möglichkeit einer .,chz ! d)cn Sei* ! stöndlgung" und eines Friedens auf Grund einer solchen. C.-'r- ! son sagte: Der Präsident der deutschen TeitlUndusirre babe oe- j sagt, die deutsche TextUmdufttie werde -''gründe geir-n. we- i die Alliierten die Kontrolle über die Baumwolle in der Ho^- i hätten. Unter Beifall und Gelächter knüpft Carson breran M« Frage: „Ja. warum denn nicht?" Und fügt hinzu, das mb \ I zwar unchristlich klingen, aber daran sei nun einmal nichts *l ändern. Beiläufig bemerkt, haben wir hier eines der seltener B-erspiele. wo ein englischer Staatsmann öffentlich aus dec Rolle der obligaten religiösen Heuche'-'i fällt. Diese rel'kgiöi. . Heuchelei und Hnpokrisie liegt bekanntlich im britischen Chorak ter und bildet für das Briten tum ein Wasien^ und ein Schon mittel ähnlich wie bei gewissen Tieren übler Geruch Der Brrv weiß im allgeineinen. und ein Brite versteht darin den anderu. daß die religiöse Heuchelei mit äußerstem Ernst und lückenlos Konfeguenz geübt werden mutz, wenn sie wirksam sein soll. Be- der Niedrigkeit des britischen Zynismus fällt cs aber Briter unter sich bisweilen schwer, ernst zu bleiben, und ein solcher. Fall liegt hier vor. Allgemeines Gelächter antwortet Carson als er sagt, das klinge unchriftlich. sei aber einmal nicht 5 * ändern: Ein hübsches Bild: Redner und Hörer brechen einmütix in herzliches Gelächter aus. im Gedanken, daß die Frage ol christlich oder unchristlich einen Einfluh auf die Intensität att- überlieferter britiscl-er T ebestätigkett ausüben könnte. Wi- gesagt, bedeutet diese » aber einen takttschen Fehler. Vor reichlich hundert Jahren machte Pitt es bedeutend besser, als ei salbungsvoll öffentlich ausführte: Gott segne seine Briten überaus gnädig und sichtbar, denn während in den schrecklichen Kriegen — mtl&fc großbritannische Staatskunst schürte und nicht zur Ruhe kommen ließ — die ganze Welt armer geworden sei. werde Großbritannien immer reicher und mächtiger. Da, ist die eigentliche' britische Sprache für die Oessentlichkett. Car. son mit seinen Hörern ist aus der Rolle gefallen, und das laßt sich nur erklären durch die infolge der Berliner und Wien« Streiks gesteigerte Siegeszuversicht. Im übrigen gilt für tu* Engländer nach wie vor das „Gebet", wie es Wilhelm Ienfev in feinem unsterblichen Gedichte gefck)ildert hat. Wir können uns nicht enthalten, auch für unsere englischen Fronde, einlM Verse daraus folgen zu lassen: „'s ist Sonntag: zum Betsaal ergieße-» Sich Mister. Mistreß und Miß, Sie falten die Finger und schließe« Mrt Gott einen Kompromiß O. Lord, gibt seglichen Hafen In unsere Fäuste nur; Gib uns von allen Schafen Auf Erden die. erste Schur. Schreib alle Dkaklerfpsfen Auf unser Konto um, Latz Indier und Chinesen Vertieren tm Opium! Von jedem Erdengenusse f Gib uns den Hauptgervinn Und dann erhalte zum Schlüsse O. Lord, die Körügin!^ Erinnern wir uns nebenbei, daß die nütttärischen Führ« dieses frommen und auserwählten Volkes in der Tanksthlacht von. Caurbrai deutsche Gefangene dicht vor den Tanks herzuta«* fen zwangen. Der freisinnige Abgeordnete Dr. Heckscher sagt in einer schritt an da, ..Hamburger FremdeiKlatt": KUndheit oder Uerrat? Ein Feldgrauer schreibt uns mit Bezug auf die neuest» StreikbeAegung: Ein widerlicher, schwüler Wind treibt aus de» Heimat her: einer, der den Lungen den Atem, dem Arm dt» Stärke nimmt. Wie? Kann und sollte es möglich sein? Verrat, genrein«. ntderträchttger Verrat derer, die sich Brüder. „Genossen" nen- nen? Denn Brüder, Genossen, find wir alle, alle geworden ta der Cttmde. wo es ums Ganze, tun Sein oder Nichtsein, um da, Bestehen des Vaterlandes, um Heim und Herd, um Brot und Existenz des einzelnen ging. Blindheit? Ja! Meinungen, Anschauungen tremiten uns. Sie wurden eins^ wuchsen zur Flamme, zum Brand, zum htmmellodernden; wuchsen zur Welle, zur gigantischen, auf deren Kamm Tckdesverach» tung thronte. Zur Mrlle, zur Flut, vor deren Uebermachi und» Stärke zehnfache Ueberumcht schaudernd wich. Blut kostete es. Bäche, Ströme von Blut. Aber Mu^ Hoffnung überwand olles. Die Hoffnung, daß der Sieg konp, men rverde, der Tag des Friedens! Und mm kommt die Hei^ mat. kommt ihr Attentat auf Brücken und Pfellor. die »«fr# CiCito, unser Trwmphzug durch Borgten. Rutzland, SekSier^ INonteuegro, durch Rmnänien, Italien ausgebaut. Alles, alles, nur das durfte nicht kommen in dem Moment, wo wir den Fuß auf der Brücke haben, die hinüber führt zur Verständigung, zum sicheren Frieden. Durfte nicht kommen in dein Moment, wo der Katzenblick eines Trotzky lauert auf den Funken, der die Entzündung bringen soll,' durfte nicht kommen in der Sekunde, wo England verzweifelnd am Ufer steht und sinnt und sinnt, ob es nicht heute oder morgen die Wahrheit gestehen und sich und der hungernden Welt Hilfe und Rettung durch ein aufrichtiges „Wir lind am Ende!" bescheren soll. Vergeblich wäre die Hölle der Somme, vergeblich unser Ausharren im Vulkan Flanderns und der Champagne gewesen? Das kann nicht, darf nicht euer Erlöst sein, Brüder daheim! Irgend ein Blinder, Toller hat euch verführt. Ihn mag und soll die Strafe treffen. Bedenkt. Wer hungert, wenn das Reich verliert? Wer hängt von der Gnade, der Barmherzigkeit. der Großmütigkeit Frankreichs und Englands ab? Doch wir. immer nur wir, das Volk! Und wer hat die dargebotene Friedenshand drei- und viermal, frech und höhnisch immer noch abgeschlagen? Der Feind. Der Feind, dem dein Verhalten heut in die Arme schafft, der höhnisch, teuflisch grinsend, die Saat aufgchen sieht, die sein Lug- und Trugnetz, seine bestochene Söldnerschar, seit Iabren, Monaten. Wochen und Tagen, und bis zur Stunde, gesät. Der Feind, der die Befreiung verspricht: der heute wie morgen noch nach Reichtum und Glück deiner ganzen linken Rheinlande. deiner westfälischen Industrie-Zentren, noch dem reichsten Fleck und Boden deines Vrotlandcs schielt. Und der allein die Riesen-Verantwortung für jeden Tag des verlängerten Krieges trägt. Und mit ihm —- und noch viel tausendmal mebri — Du. wenn du dieses nicht einsehen willst: n>enn du aller Vernunft dikb verschließest und uns. uns draußen, das nickt mehr liefern willst, was wir wie das tägliche Brot, wie Hnngerbillen brauchen: die Hilf«', das Vertrauen der Heimat. Den Dank, die Anerkennung unserer Taten durch Aushalten. Durchhallen. Mit Wimmern. Klagen wird der Feind nickt geschlagen. Nein, mit Kühndeii Draufgängers,m. Mit Waffen. Munition! Das merkt euch: ibr daheim. Die ihr ein Dach noch über dem Haupte habt Wollt ihr, ein Rußland schaffen? Oder ihr fcklaget euch selbst, eure Eltern. Söhne, Brüder, schlagt euren Kindern ins Gefickt. Selbstmord ist's, den ihr begeht? Gin Kanonier. WttttckgiMckes. Haltung von Ferkeln und Läuferschweinen für die Hausschlachtung. ^ Aus dem Kriegsernährungsamt wird berichtet: „Die mit Rücksicht auf die Sicherstellung der Brot- l^treide- und Kartoffelversorgung zurzeit durchgeführte Verminderung der Scbweinebestände hat bei den Landwirten dre Befürchtung erweckt, die Maßnahme möchte die Selbstversorgung für das kommende Wirtschaftsjahr gefährden. Demgegenüber sei bemerkt, daß der Staatssekretär des Kriegsernährungsamts die Bundesregierungen ermächtigt bat. von der Enteignung neben allen wirklichen Zirckffchwemen auch die Ferkel und die Lälkfersckweine, die bereits für die Hausschlachtung im nächsten Winter gnae- stellt sind, ausznnehmen. sofen, sie am 1. Februar ein Le- bendgewicht von 25 Kg. noch nickt erreicht haben und der Nachweis geführt wird,- daß ausreichendes zulässiges Futter (insbesondere auch Abfälle von Haushalten, Schlachthöferl Usw.) zu ihrer Durchhaltung vorhanden ist." Im allaemeinen wird man hierzu sagen können: „Laßt die Toten ruhnl* Bekanntmachung über Lieferung von Saatkartoffeln. Nach der Verordnung über Saatkartoffeln aus der Ernte 1917 vom 16. August 1917 (Neichs-Gesetzbl. S. 711) dürfen Saatkartoffeln aus einem Kommunalverband in einen andern nur geliefert werden, wenn die Lieferung auf Grund eines bis zum 15. November 1917 einschließlich abgeschlossenen und von der zuständigen Stelle genehmigten schriftlichen Vertrages erfolgt. Nachdem sich ergeben hat. daß eine Eindeckung mft Kartoffelsaatgut im Teutscl)en Reich in einem der Wichtigkeit des Kartoffelanbaues entsprechenden Umfange noch nickt stattgefunden hat, und inzwischen auch von der Preußischen Staatsreg ierung denjenigen Kartoffelerzeugern, welche anerkanntes Saatgut beziehen und zugleich ihre Kartoffel- anbauftäcke gegenüber der Anbanf!äck)e des Jahres 1917 nachweislich vergrößern, staatliche Zuschüsse zur Verbilligung des von ihnen zu beziehenden Saatgutes in Aussicht gestellt sind, hat sich der Staatssekretär des Kriegs- ernährungsamts veranlaßt gesehen, auf Grund des 8 5 Absatz 2 der vorbezeichneten Verordnung eine weitere Frist fiir den Abschluß von Verträgen übet* die Lieferung von 'Saatgut durch Bekanntmachung freizngeben. Nach dieser Bekanntmachung dürfen Saatkartoffeln aus einem Kom- rnunalverband in einen andern auch dann geliefert werden, wenn die Lieferung auf Grund eines in der Zeit vom 5. Februar 1918 bis zum 15. März 1918 einschließlich abge» schlossenen und von dem Komruunalverband, aus dessen Bezirk die Kartoffeln geliefert werden, genehmigten schriftlichen Vertrages erfolgt. Der Antrag auf Genehmigung ist alsbald nach Abschluß des Vertrages, spätestens bis zum 20. März 1918, zu stellen. Die Erteilung der Genehmigung 'vollzieht sich nach Maßgabe der Vorschriften der Verordnung über Saatkartoffeln cn& der Ernte 1917 vom 16. August 1917. Die Kommunalverbände haben bis zum 1. April 1918 lber Reichskartoffelstelle eine 11 eher sicht der von ihnen geneh- rnigten Verträge cinzureicben *. Ein Austäufch^on Saatgut innerhalb desselben Korn- munalverbandes ist nach wie vor keinen Einschränkungen hinsichtlich der Zeit untz der Genehm igungspfli^ fiir Verträge unterworfen. |?nn da kWMlidkn MMllm. Kaiserslautern, 7. Febr. Nach Mitteilungen von zuständiger Stelle ist der Entwurf eines Weingesetzes fertig gestellt und seine Veröffentlichung stcht in den nächsten Tagen zu erwarten. Die beiden Faktoren des WeingeschäftS Weinhandcl und Weinproduzenten, nehmen zu dem zu erwartenden Gesetz naturgemäß recht verschiedene Stellung ein und suchen ihre einschlägigen Wünsche der Öffentlichkeit und den gesetzgebenden Körperschaften als die allein berechtigten darzustellen. Der Weintrinker hat bei all den Erörterungen lediglich die beruhigende Gewißheit, daß er die Kosten zu zahlen haben wird, da eine Abwälzung aus den Konsumenten beschlossene Sache ist. darin sind sich Han- del und Produktion einig. — Einer der bekanntesten Weinbauern der Pfalz, Geord Pfitz aus Ellerstadt, tritt jetzt mit einem „Aufruf an den Weinbau" an die Oeffentlichkeit, in dem er eine Reihe von Tatsachen und Anregungen gibt. Er schreibt u. a.: Bestätigt es sich, daß die zu erhebende Steuer als eine zweifache gedacht ist. eine beim ersten Ueber- gang und eine Flaschensteuer, so würde da der Handel weit besser wegkommen als die Produktion. Beim Produzenten der Wein e'rnlegt. wäre alsdann das Znckerwasser mitversteuert, nicht aber beim Handel der Traubenmaische ein- kauft. Bei ihm wäre das Znckerwasser steuerfrei. Di? Weiuvermehrung und -Fabrikation ist durch die vorgeschlagene 'Steuerreform überhaupt nicht betroffen. Tie so notwendige Kontrolle des Weingesetzes nicht im geringsten gefördert und angeregt. Eine Weinsteuer, die die Kontrolle des Weingesetzes nicht garantiert, ist für die Produktion vom Nebel und unannehmbar, sie wäre eine schwere Schädigung. Nur ^dadurch, daß durch die Steuer die gleich mäßige Weinkontrolle überall, auch in Berlin, Hamburg und Bremen garantiert wird, ist die Steuer für die Produk- Lion annehmbar und liegt gleichzeitig im Interesse der Konsunienten. Auch wäre es dringend zu wünschen, daß aus den Ertragnissen der Steuer die Kosten der Schädlings- bekämpftlng, insbesondere die der Reblaus gedeckt würden, denn nur so erhallen wir die Garantie, daß die Bekämpfung in allen Bundesstaaten gleichmäßig und tatsächlich durchge- führt wird. Ans -er fjdiimt. Aushebung der Pferde für Heereszwecke. In dieser Frage bat der Abg. B r e i d e n b a ch mit Unterstützung der Abg. Brauer und Leun folgende dringliche Anfrage im Hessischen Landtag an die Negierung gerichtet: „Ist eS der Großherzog!. Negierung bekannt, daß bei den derzeitigen von seiten des Reichs bei derAushebung der Pferde bezahlten niedrigen Preise die betroffenen Pferdebesitzer ganz erheblicken Schaden erleiden? Welckx: Schritte gedenkt die Großherzogl. Regierung zu tun, um die Betroffenen zu entschädigen? Verlängerung des Termins für Hausschlachiunqen brS zum 1. März. Soeben wird uns vom KreiSamt eine Anordnung des Großh. Ministeriums mitgeteilt, wonach die H a u s s ck l a ck t u n g e n noch bis zum 1. März d. Js. vor- genommen werden dürfen. FC. Cronberg, 13. Febr. Tie gestern ftattgehabte letzte Holzversteigerung im hiesigen Stadtwald hat gemäßigtere Preis? gebracht. Für kiefernes Klafterholz wurden durchschnittlich 45~60 Mark gelöst. Ein annehmbarer Preis. Eichen. Die Sozialdemokraten hatten hier eine Versammlung einberufen, in der ein Reichstagsabgeordneter namens Müller oder Becker gegen die Vaterlandspartei reden sollte. Die Rede dauerte bald 3 Stunden. zurHälfte bestand sie im Vorlst-n von ZeiiungscnlSschnitlen, die andere Hälfte, die eigenen Worte d's Redners zeigten, daß der Mann der deutschen Sprache gar nickt gewachsen war: das war lauter zusammen- gelesenes Zeug, d^s der Redner wahrscheinlich selbst nicht verdorrt hatte. An den Stellen, wo donnernde Ausdrücke gegen die Alldeutschen, gegen Hindmburg und Ludendorff fielen, erhob sich donnernder Beifall und in der Diskussion erhob sich auch ein Anhänger der freisinnigen Partei. Herr Urstadt, und erklärte das volle Einverständnis mit den Ausführungen des Sozialdemokraten. Er ritt dabei wieder einmal fein Steckenpferd, indem er als Allheilmittel die Wegnahme und Aufteilung de» Großgrundbesitzes empfahl. Von den vielen Millionären im nahen Frankfurt, die ihre Vermögen in einem einzigen Men. fchenalter ohne viel Mühe und Schweiß erworben haben, hat Herr Urstadi fein Lebtag noch nicht gesprochen. Heuchelheim. Die Sozialdemokraten haben vvr dem Krieg in allen Versammlungen bestritten, daß sie das Privatclgen. tum abschaffen wollen. Jetzt steht tn ihren Blättern zu lesen, daß in Rußland das Eigentum an Land und Gebäuden für Private aufgehört hat, daß alles immobile Kapital in die Hände des Staates übergegangen ist. daß keiner nrehr ein Recht auf feinen Grund und Boden hat, daß auch alle Erbschaft von nun ab, weil sozialistisch regiert wird, anfhört. Der Staat erbt alles und so schreiben unsere Sozialdemokraten, das Privateigentum hat also danrit für immer aufgehört. Da stillt einem das Revolutionsjahr von 1848 ein. In Heuchelheim bei Gießen wars, als damals der alte Ortsdiener der Lisbet ihren Steuerzettel brachte und beschwichtigend sagte: „Lisbet, das ist der letzte Steuerzettel, von jcht cck hört das Steuerzahlen auf." Wenn wirklich die nachdenkenden Sozialdemokraten glauben soll^ ten, daß die Welt sich auf sozialistische Weise regieren und bewirtschaften lasse, wenn sie wirklich durch die Lehren des Krie- ges, durch die Verteilung der Güter ln Deutschland und durch die völlige Sozialisierung Rußlands noch nicht vorn Unsinn und. Wahnsinn der sozialdemokratischen Ideen geheilt sind, dann ist das Wort eines großen deutschen Nationalökonomen wahr, daß der Sozialismus die größte Beschränktheit der Neuzeit bedeutet. Die Ermordung des Schutzmanns Ertl. Frankfurt am Main. Die Geschworenen sprachen den Weck, fuß das qualifizierten Totschlags und beide Angeklagten de» schweren Einbruchs in zwei Fällen schuldig und versagten ihne, mildernde Umstände. Der Staatsanwalt beantragte für Weck, fuß lebenslängliches Zuchthaus, worauf dieser in seinem „letz- len Wort" erwiderre: „Ich meine^da wäre es schon bester, wen« Sie mir den Kopf abmachen täten?" Das Urteil lautete für Weckfuß auf fünfzehn Jahre Zuchthaus, zehn Jahre Ehrverlust und Polizeiaufsicht. Dabei wären fiir den Totschlag zwölf Jahre Zuchthaus eingesetzt. Kappes wurde zu drei Jahren Ge. fängms verurteilt. Be^de nahmen die Strcste an. FC. Flörsheim, 13. Febr. Das Mebllager in Flörsheim wird für Selbstversorger wieder aufgehoben, dagegen zwei bisher gescklossene Mühlen wieder geöffnet. Die Selbst. Versorger können ihr Getreide wieder in den Mühlen um- tauschen. FC. Bleidenstadt, 13. Febr. Der Landwirt Ring wurde an Stelle des seitherigen Bürgermeisters Grave zum Bür- germeister gewählt. Eppstein, 14. Febr. (Ein Zug Unfall) Intelae Zngtrennung eines Güterzuges lies der abgerissene Zugtei' zurück und auf den einfahrenden Personenzng 5H7 um 12 Uhr nackts auf. Der Schlußbremser des abgerissenen Zngteiles wurde bei dem Zusammenstoß gerötet. Reifende wurden nicht verletzt. Äns Starkenburg. FC. Von der Bergstraße, 13. Febr. Eine gemeinnützig Baugenossensck'vft für die vordere Bernstraße besonders fiir die Gemeinden Alsbach, Bickenbach. Jugenheim und See heim wurde errichtet. Die vier Bürgermeister traten dew Aufficktsrat bei. FC. Densheim, 13. Febr. Die Landmirts.'helente Georg Schmitt begehen am 17. Febmwr ihr golden?-- Hochzeitsfest. Aus Rheinbcllen. FC. Worms, 13. Febr. In Altripp machten sich du beiden Kinder des Arbeiters Jakob Klaner am Kochherd zu schaffen, wobei die Kleider des sechsjährigen Mädchens Feuer fingen. Das Kind erlitt so schwere Brandwunden daß es kurz darauf verstarb. FC. Aus dem Großherzogtnm Hessen, 13. Febr. Da? Ministerium erließ eine Bekanntmachung, nach der dll Ausfubr von Brennholz aus dem Gebiet des Großherzog' tums der staatsichen Genebmiguna bedarf. FC. Aus Hesse«, 18. Febr. Tie Iagdvacktbeträge. die neuerdings bei den Iagdverpachtungen in Hessen bezahlt werden, steigen gegen die abgelausene Pachtperiode erheblich So wurde die Gemeindejagd in Griesheim bei Darmstadl kür die jährliche Pachtsumme von 7655 Mark an einen dorttgen Einwohner verpachtet, gegen 5352 Mark bei der letzten Verpachtung vor sechs Jabren. — Die Gemeindeland in Gimbsheim pachtete wieder die dortige Jagdgesellschaft für jährlich 6395 Mark. Ter bisherige Pachtpreis war 40.56 Mark. Aus Hessen Nassau. FC. Wiesbaden. 13. Febr. In Anspoch im Taunus tiefen bei der Bürgermeisterei im vorigen Herbst fortgesetzt Anzeigen ein. daß von dem auf dem Felde stehenden gebundenen Getreide ganze Halme oder auch nur die Körner abgeristen. abgest''iyvt werden. Die Gendarmerie frug allenthalben in den Häusern drs Ortes, in denen von Kindern Aehren gelesen wurden, nach. Dabei kam der Gendarm auch zu dem Ziegelmeister Wilhelm Wiitter und erkundigte sich bei der anwesenden Frau Winter, ob ibre Kinder Aehren gelesen hätten und verlangte die Frucht zu sehen. Bereitwilligst zeigte die Frau ihre vier Zimmer und einen kleinen Lefefruchtvorrat. Die Lage der Zimmer aber stimmte nicht mit den Fenstern überein, die der Gendarm vom Hofe aus gesehen hatte. Er forschte deshalb nochmals noch und foni> in einem Zimmer einen großen Doppelschrank, den er mit großer Mühe abrückte, und dahinter eine verschlostene Türe entdeckte. Nach langem Zögern holte die Frau den Schlüstel und öffnet die geheimnisvolle Pforte. Als sich das Sesam austot. gewahrte die heilige Hermandad sieben Zentner ungeyutzten Hafers hochaufgeschichtet daliegend, der durchweg von den Aehren abgestrippt war und außerdem noch eineinhalb Zentner Weizen. Winter war wegen Felddiebstahl dieserbolb vom Schöffengericht in eine Gefängnisstrafe von zwei Wochen genommen worden, seine Frau erhielt zwei Tage. Hiergegen hat- ten beide Berufung eingelegt. Die Strafkammer verwarf sie heute kostenfällig mit der Begründung, daß ein solcher gemeingefährlicher Feldfrevel durch eine strenge Strafe geahndet werden müsse, um das draußen stehende Getreide gerade in der Ietztzett zu schützen. FC. Westernohe, ir. Febr. Der Lehrer Leutnant d. R. Herber von hier, der bei Ansönrch des Krieges als Kriegsfreiwilliger eintcat, wurde mit dem Eisernen Krerrz 1. Klasse dekoriert. v? Offene Stellen: 1 Knechtefamilir, 6 Schreiner, 1 Schweinefütterer. 1 Milch- fahrer. 2 Verwalter, 3 Knechte. 1 Schäfer zu 209-390 Schafen, 10 Dienstmägde. 75 Feldmädchen. 20 Hausmädchen, 1 Köchin für Hotel. 2 Haushälterinnen. 1 Verkäuferin und 2 Lehrmädchen für Lurus- und Spielwarenbranche, 1 Stütze. Stelle»fuchende7 Mehrere Melkerfamilien und ledige Melker, 2 Frauen für Küche, 1 Köchin in goßenBetrieb,5 Bürofräulein perfekt. 3Fräuleln für Näharbeiten oder dergl. Verantwortlich für den politischen und lokalen Teil: Hirsche!. Friedberg: für den Anzeigenteil: N. H e y n e r. Fiiedberg. Druck und Verlag der ^Neuen TogeSzeitun^ A- G., Frredbera i. fl. v Grane Gefahren. Roman aus der Gegenwart von M. Gontard - Schuck. 88) Öiöujbrucf verdoien. „Warum ick) meinen Mann geheiratet habe, fragten fuhr nach kurzer Pause Frau von Düring fort. „Ja. warum heiratet man sich! Natu "'ich haben wir uns geliebt. Aber — ja was soll ich sagend Es ist nicht ganz so gekommen, wie ich's erträumte. Vielleicht liegt die Schuld an mir. vielleicht liegt sie auf beiden Seiten, oder wir stini- men eben gar nicht zusammen. Denn leider, leider wir haben uns vollständig auseinander gelebt. Aber sprechen wir von etwas Besserem als meinen unerquicklichen Verhält- nisten. Ueberhaupt, wie sind wir denn nur darauf gekommen? Und was wollten wir denn heute beraten? — Ach ja, ich weiß es jetzt. Unsere Briefe und Zeitungen. Also Sie haben noch nickt ein einziges Mal von zu Haufe gehört ieit Kriegsausbruch?" „Noch nicht ein einziges Mal. Wie sollte ich auch? Aber Sie werden nun einiges für nach besorgen?" „Selbverständlichl Haben Sie bereits an Sir Edward Douglas geschrieben?" „Nein, noch nickch. Wann senden Sie Ihre Briefe?" „Morgen früh." „£, dann werde ich heute abend noch schreiben." „Tun Sie das! Ich werde die Briefe später durch Mary abholen lassen. Und dann erwähnen Sie doch bitte in dem Briefe an Sir Edward Tonglas meinen Namen, schreiben Sie Ihrem Vater, daß wir gut niiteinontier oe° fnnnt sind. Ja — wollen Sie? Es liegt mir sehr viel daran." Helen horchte venvundert auf. Warum mochte Frau von Düring an dieser Erwähnung gelegen fein? Eitelkeit? Ja, natürlich! Sie war ja die Tockter eines Ministers. „Wenn ick Ihnen damit einen Gefallen tue. will ick es Papa gerne schreiben." „-vsrf) d-mke Fhnen. Schreiben Sie auch, da-ß der Brief . „Papa? Warum? Das glaube ich kaum. Er hat doch ^ ^^8eit zum Briefeschreiben. Das be sorgt die Mama." HtWt Jllivtlei!- uii) öüüuuolc Fron von Düring lächelte. Ern unbestimmbares Lächeln Sport Mitleid. Geringschätzung waren darin gemischt. Helen sah das Lächeln nicht. Sie hätte es auch nicht zu deuten gewußt. Tie beiden Damen saßen sich noch kurze Zeit am Tee- tisch gegenüber. Man sprach von gleichgültigen Dingen. Als sich Frau von Düring verabschiedete, stand sie noch einen Augenblick zögernd. Es war, als wolle sie noch etwas lagen, doch dann hob sie entschlossen den Kops. „Es ist zwecklos!" murmelte sie. „Sre würde mich nicht verstehen und mir vielleicht nur hinderlich sein." XII. Drei Tage später hielt Sir Edward Douglas den Brief seiner Tochter in den Händen. Aber nicht die harmlose Plauderei Helens war es. was ihn immer und inimer wieder das Schreiben seiner Tochter zur Hand nehmen ließ. Vielmehr fesselte ihn der dann liegende Brief, wie es scbien, trotz seiner fflirge viel mehr. unser Geheimagent WilliamS^n der Stadt, Holme?" „Ick werde ihn annlfen. Sir!" er nahm den Hörer *uv * Hand . „Wir haben Glück. Sir Edward Douglas! Williams wird in einigen Minuten hier sein." „Hier. Holme, lesen Sie diesen Brief, und dann sagen Sie mir, was Sie davon halten." Der Sekretär las. Bedächtig, wie es seine Art war. studierte er Wort für Wort sorgfältig. „Sehr gut. Sir! Sehr gut für uns. Gerade von Kiel fehlen uns seit dem Kriegsausbruch alle Nachrichten, und uns kann jede Hand recht sein, die uns Dienste tut." „Das macht mir auch kein Bedenken. Aber ob wir dieser Dame unbedingt vertrauen können?" ,X\ warum nickt? Was könnte sie veranlaßt haben, ans sonst ihre Dienste anzubieten. wenn sie es nicht ebrl'ch nieint? Was sollte sie sonst tür Ziele verfolgen? Freilich alaub? ich weniger an ihren Deutschenhaß und ihre glühende Vaterlandsliebe, als an ihre Liebe zu weit greifbareren Dingen." ..Nun natürlich! Das ist es ja inimer. Diese Leute lockt immer der klingende Lohn. Wenns uns Nutzen bringt, kann uns die Triebfeder uns ist d»ErfT-°'^^ ,ei "- ® iC ' 6m ' Wfad| ° 'ur ..Mochten Sie gerade über Kiel etwas Bestimmtes wissen, Sir Edward Douglas?" ..Hm. ja ich doch da ist Williams, hören tmr, was oer sagt." Tor kleine dicke Herr schob sich trotz seiner Fülle aalglatt durch die Tur. „Sie wünschen mich zu sprechen, Sir, Guten Morgen S^lr! Ich stehe zu Diensten." „Setzen Sie sich, William?. Ich habe mit Ihnen zu spremen. Und hier, lesen Sie diesen Brief." Williams setzte sich umständlich seinen Kneifer auk die dicke Nase, dann las er langsam die ihm hingereichten Zeilen. Als er geendet, reichte er den Brief zurück und sah Sir Edward Douglas fragend an. „Nun. Williams, was sagen Sie dazu?" fragte der Munster. „Nichts. Sir. Wenigstens vorläufig nicht." „Wird es möglich sein, daß Sie selbst hinüberkommen, um mit der Dame zu sprechen?" „Natürlich ist es möglich! War mir schon einnial etwas nicht möglich? Vermeeren wird einen passenden hollän- disck)en Paß haben. Wann soll ich abreisen. Sir?" „Sie brauck^en Vermeeren nicht erst zu bemühen," mischte sich der Sekretär ein. „Hier ist ein Paß wie für Sie gemacht." Er reichte ihm ein gestempeltes Blatt Papier das Williams rasch überflog. „Hm — Martin Snyders. Fischhändler —48 Jahre — untersetzt — hm. paßt wie für mich bestellt. Natürlich brauchen wir dann den guten Vermeeren nicht erst zu bemühen. Sparen Zeit und Geld, beides gut in Kurs setzt." Er setzte sich wieder hin und sah Sir Edward Douglas sraaend an. „Doch halt!" unterbrach er sich plötzlich, „ich habe etwas übersehen. Wa bin ich denn zu Hause nach die- sem Blatt hier? — Noosendaal! Aha! Sehr gut. kenne ich." durch mein? Vermittlung über Holland geht. Ich glaube, es ist Sir Edward Douglas viel daran gelegen, das zu JDiffen." (Fortsetzung folgt.) lnm Strairfffk 17. /rbr. bis n'n- schlikßlichAollnlag. 24. Sijirmfifrr: Zeine Königliche Klchkit der Grußherjoz. „Wenn in dieser Stunde der Entscheid«,,,, jeder wohlhabende Deutsche wusste, wie sehr er durch die Eingabe seines Juwelen, und Goldbc- u^.es dazu nrelhilft, uns den Siez aus wirtschaftlichem (Erbiete zu sichern — niemand würde das gejorderte Opfer verweigern". # Mit diesem Ausspruch wendet sich unser verdienter Reicksbankpräsident an alle Juwelen- und Eoldbesitzer Lou verbinden damit den Nus: Benusit die Euch erneut gebotene be on- dere Gelegenheit und liefert \ct\t in Der Ju- toelen* und Gold Woche Euren Schmuck bet den Goldankauf. fieUen ab. Das Vaterland braucht notwendig Euer Gold und Euere Edelsteine, je langer der ^ricg druert, desto mehr. Lafzt Euch nicht beschämen von unseren Hel- ?*” säusle» die opfermutia un9 0 l)ttc Zögern il)r Herzblut für Euch hingeben. Landiaqsabgeordneter B r e i d e n b a ch, Dorheim. Land, lagsabgeordneter Damm. Friedberg. Lparkasseodirektor Friedberg. Rendant Fa atz, Fnedberq. Fried- rich Fenchel, Eiiedel. Oberamtsrichlec Dr. Fuhr. -8ad-Rauhenn. Rechtsanwalt Dr. von Helmolk Landlagsabgeordneter. Rieder-Mllstadr. Oekonomieral g c n I e l, Dortelweil. Ceh. Rat Freiherr S ch e n ck zu Echwernsberg, Erohh. Kreisdirektor, Fnedberg Amtsgenchtsrat Schneider, Bad-Nauheim. Amtsrichter e i b e r t, Vilbel. Landgerichtsrat Dr. S 1 1 a cf Reichstagsabgeordneter, (Liehen. Pro estor Dr. St rede t’ töicßen. Projegor Dr. Werner, Reichstagsabgeordneler Butzbach. Die Goldankaufsstclle im Gebäudevcs Grof-.h. Sochbanamts ist während der hessischen Iuwelcn- und Golvwoche (>7. bis einschl. 24. ftcbruav) an den Werktagen, nachmittags von 3 bis 7,5 Uhr. ?*!. V* betreu Sonntagen vormittags von 11 bis 1 Ut»r gcognct. Kcüauu Am nächsten Mo» a,,, den t3. Scdruar, l erteilen wir m der alten Pr st MltiiClCt*, durchleuchtet vormittags von 9'/,—IO 1 /* Uhr für Die Nummern 1-350 des De- zilks S, von 10V 4 —11 Uhr für die Nummern 351 auswärts des Bezirks I, von 11—12 Uhr für die Nummern des Bezirks LH, nachmittags von 2—3 Uhr für die Nummern 1—500 des Bezirks LI von 3—4 Uhr fiir die Wummern 501 —1000 des Bezirks 13 oon 4—5 Uhr für die Nummern 1U01 auswärts des Bezirks 3ll Es werden abgegeben: Auf Eierkaite gelb.' Marke 16, t Ei zu 40 P'ennlq. Abgeckempelterole Eierkarlen. Marke 17. 2 Eier zu 8 1 Pfa. Gegen Vorlage der kre sämtlichen Bescheiniqunaen aus abgeslempelte wie Eierlarlen, Marke 18. 2 Eier zu 80 Vfenniir. Die Eierkarten sind mit vorzulegen. Nicht abge- stem-el.e rote Eierkrrten sind ungültig. Eierkarlen ohne die betreffenden Marken berechnen ni ht zum Be^ua' einzeln atwetrennle Marken sind wertlos. Fnedberg, den 14. Februar 1918. Ctävt. Arcbensmiltel Slnsschutz. Langsdorf. 0r. N i tz e r t. 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