Umnmer 3 7 __ Mittwoch, den 13. Februar 10! 8 11. Jahrgang. Die ..Reue Tanesreitung" erscheint jeden Werktag. Regelmäßige Beilagen „Der Dauer ans Selsen". „Die Spiunstube". D-?ugspreis: Lei den Postanstalten vierteljährlich Mk 2 4(1 f)tn u tritt noch das Bestellgeld: bei den Aoenten monatlich 85 Pfg. einschließlich Trägerlohn. ^ureigen: Grundzeile 25 Pfg., totale 20 Psg^ Anzeigen von auswärts werden durch Postnachnahme erhoben. Erfüllungsort Friedberg. Dchriftleitnng und Derlaa Friedbocq rS5ciicn), ^anaueritraße 12. Ferniprecher 48. Post, Heck-Tonto ‘Jlc. 4859, amt Frankfurt a. M. ae Ultimatum au Unmönien. — Gesterreichifcher Ktnrmrrfalg bei Ualftagna. — 18000 Tonnen verlenkt; ein britischer Zerstörer gefunken. — Eine neue Rede Wilsons. Der deutsche Generalstab s= meldet: == ü W. T. K. Ovoßes Hairptqrrartiev, tuen 12. Februar. Amtlich. Westlicher Kriegsschauplatz. Heeresgruppen Kronprinz Ru pp recht und Deutscher Kronprinz. An vielen Stellen der Front Artillerierät tzfteit. Jnfante- rkeabteilungen führten südlich von St. Quentin und auf dem östlichen Maasufer am Cauriereswalde erfolgreiche Erkundungen durch und machten dabei Gefangene. Heeresgruppe Herzog Albrecht. Zwischen Flirey und der Mosel Artillerie- und Minen- kampf, der sich heute morgen, besonders in der Gegend von Re- menauville verstärkte. Oestlicher Kriegsschauplatz. Die militärische Lage ist an der Front gegenüber den Groß. P'ffen und Rumänen unverändert. A Italienische Front. Auf der Hochfläche der Sieben Gemeinden tagsüber lebhafter Feuerkampf. In örtlichem Angriff säuberten österreichischungarische Truppen feindliche Stützpunkte am Südhange des Casso Rosso und nahmen dabei 6 Offiziere und 170 Mann gefangen. Ä Dan der Mazedonische« Front nichts Neues. Der Erste Generalquartiermeffter: Ludendorff. Adens Bericht. Berlin, 12. Febr., abends. (MTB. Amtlich.) Westlich von der Mosel flaute die Gefechtstätigkeit nach dem Scheitern französischer Vorstöße am Vormittag wieder ab. Von den anderen- Kriegsschauplätzen nichts Neues er österreichische Generalstab meldet: Wien, 12. Febr. (WTB. Nichtamtlich.) Amtlich vird verlautbart: Auf der Hochfläche der Sieben Gemeinden und im Gebiete des Monte Afolone lebhafte Artillerietätigkeit. Nördlich von Valstagna warfen unsere Trupepn den Gegner aus seinen Stellungen: hierbei wurden 6 Offiziere und 170 Mann gefangen eingebracht. Der Chef des Genkralstabr». .. 18000 Tonnen versenkt. Berlin, 11. Febr. (WTV. Amtlich.) Im östlichen Aermelkanal und an der englischen Westküste versenkten unsere U-Boote 18 000 Vruttoregistertonnen feindlichen Handelsschiffsraum. Allx Schiffe mit Ausnahme eines mit Ballast fahrenden waren beladen Ein etwa 5000 Bruttoregistertonnen großer Dampfer wurde aus einem Geleitzug herausgeschossen, ein anderer alleinfahrender Dampfer von mindestens 6000 VrutLoregistertonnen trotz starker Bewaffnung versenkt. Der Chef des Admiral st abs der Marine. Ein britischer Zerstörer gesunken. London, 12. Febr. (WTV. Nichtamtlich.) (Reuter. Amtlich.) Der britische Zerstörer „Boxer" ist in der Nacht vom 8. Febr. infolge eines Zusammenstoßes im Kanal gesunken. Ein Mann wird vermißt. Die rnjstsche Demobilisaiion. Unsere Stellungnahme. Trotzkis Erklärung der Demobilisierung des russischen Heeres und der Beendigung des Kriegszustandes mit dem Vier- Sund ist, wie wir erfahren, von diesem lediglich zur Kenntnis genommen worden, das heißt, man betrachtet zwar Trotzki an seine Erklärung gebunden, erachtet sie aber nicht als bindend für die Mittelmächte, die sich vielmehr die volle Freiheit der Entschließung Vorbehalten. Trotzki ist nach Petersburg zurück- «rek^fft. weil angeblich seine Instruktionen über die von ihm s abgegebene Erklärung nicht hinausgehen und er sich wegen weiterer erst mit seiner Regierung ins Einvernehmen setzen muß. Damit sind die Verhandlungen in Brest-Lftowsk tatsächlich abgebrochen und der Vorschlag Trotzes, sie in Petersburg fortzusetzen, wo ja der Vierbund zurzeit ohnehin durch eine Kommission vertreten sei, wird bei den Mittelmächten ebensowenig Gegenliebe finden wie der gleiche Vorschlag, den Trotzki schon früher einmal niachtc. Man beabsichtigt vielmehr, angesichts der wachsenden Unsicherheit in Petersburg die Kommission znrückzubcrufen. Wie wir weiter erfahren, werden demnächst zwischen der politischen und der Obersten Heeresleitung Verhandlungen stattfinden, in denen unsere Stellungnahme zu , den russischen Völkern festgclegt werden soll. Ein Funkspruch „An Alle". Die erste Wirkung der Trotzkischen Erklärung erhellt aus einem Funkspruch „An Alle", den unter anderem der demnach nicht gefangen genommene Krylenko unterzeichnet hatte. Er beginnt schwunghaft mit den Worten: „Friede! Friede! Friede!", teilt knapp das Tatsächliche mir. sagt dann: „Die verfluchte Schlächterei hat einErrde genommen" und wendet sich zum Schluß an die „Kameraden" mit der Aufforderung, sich aller Gewalttaten zu enthalten und in Ruhe die Wegschaffung abzuwarten, j Schon drei Stunden spater aber erging ein anderer Fnnkspruch j der maximalistischen Regierung der besagte: Achtung! Die Verbreitung des Telegramms Krylenkos soll sofort eingestellt werden!" Eine Antwort der Mittelmächte an Trotzki. Wie verlautet und wie auch in den Berliner Blättern bestätigt wird, werden die Mittelmächte auf die Friedenserklärung Trotzkis eine gemeinsame Antwort geben. Die Delegierten der Mittelmächte find bereits aus Brest-Litowek abgereist. Der „Berliner Lokalanzeiger" schreibt: Nach unseren Informationen dürste sich Staatssekretär von Kühlmann zur Stunde unterwegs nach Berlin befinden. Ebenso ist anzuneh- men, daß Trotzki auf dem Wege nach Petersburg ist. Die geschichtliche Nolle, die Breft-Litowsk eine Zeitlang als Schauplatz der Verhandlungen zwischen den Mittelmächten und Rußland gespielt hat, dürfte, wie immer sich die weitere Entwicklung gestalten mag, damit für absehbare Zeit ausgespielt sein. Auch die „Vossische Zeitung" und das „Berliner Tageblatt" bringen die Meldung, daß Herr von Kühlmann und die Mitglieder der deutschen Abordnung gestern abend Vrest-Litowsk verlaßen haben. Cie werden heute mittag in Berlin eintreffen. Auch Graf Czernin und seine Begleiter sind dem „Berliner Tage blatt" zufolge gestern abend von Brest-Litowski abgereist. * Die Rückwirkung auf Jassy. In Beurteilung des Kriegsendes mit der Ukraine werden in Wien hauptsächlich drei Umstände hervorgehoben: Die Verkürzung unserer Ostfront, bis Einwirkung auf Rumänien im Sinne des Friedensschlusses und die wirtschaftliche Erleichterung für die Mittelmächte. Rumänien ist jetzt vollständig abgeschnit- ten und es mutz angenommen werden, daß die Ukraine durch ihr Gebiet keine Durchfuhr von Kriegsgerät gestatten wird. Das Schicksal Rumäniens wäre daher besiegelt und man kann den baldigsten Abschluß des Friedens mit Rumänien erwarten. Bezüglich der wirtschaftlichen Bedeutung des Friedensschluffes mit der Ukraine gehen die Schätzungen sehr weit auseinander. Jedenfalls dürfte infolge des Vodenreichtums der Ukraine wenn nicht sofort, so doch für die Zukunft mit namhaften Zuschüßen zu rechnen sein. D?e österrckchifcherr Us!en gegsn de« Friedcttsschlrrß. Wien, 11. Febr. Die „Polnischen Nachrichten" melden: Das Präsidium des Polenklubs, bestehend aus dem Obmann Götz unb den Obmannstellvertretern Kandzier, German und Lysocki, erschien heute Vormittag beim Ministerpräsidenten von Seidler und teilte ihm mit, daß angesichts der Veröffentlichung des Friedensvertrages mit der Ukrainischen Volksrepublik, worin von römisch-katholischer polnischer Bevölkerung in überwiegender Mehrheit bewohnte Gebiete von Kongreßpolen zu Gunsten der Ukraine abgetrennt wurden, der ganze Polenkluö sich gezwungen sehe, sowohl im Ncichsrat als auch in der österreichischen Delegation zur Opposition überzugehen. Hoffentlich hat die österreichische Regierung die nötige Festigkeit gegen die galizischen Polen, die sich stets als die härtesten Unterdrücker der Fremdvölker, besonders der Ruthenen erwiesen haben. Es ist mehr als ein Scherzwort, wenn gesagt wird, bei der zweiten Teilung Polens fiel Oesterreich an Galt, zien. Tatsächlich hat der Polenklub oft genug hinter den Kulis, sen die Regierung in Wien gespielt. « Die plüqaren ;rrr russische» Erklärung. Sofia, 12. Febr. (WTB. Nichtamtlich.) Meldung dev Agence Bulgare. Gestern teilte der stellvertretende Minister» Präsident Peschcff in der Sobranje eine Depesche mit, in der Radoslawow, das Haupt der bulgarischen Delegation bet der Friedenskonferenz in Brest-Litowsk, das Kabinett von der russischen Erklärung über die Beendigung des Krieges mit dein Vjerbunde und der vollständigen Demobilisierung der russischen Streitkräfte an allen Fronten Kenntnis gibt und seine Glückwünsche für die Negierung und das bu!» garische Volk anläßlich des mit Rußland eingetretenen Friedens ausdrückt. Die Verlesung der Depesche wurde mit einem Beifallssturm auf allen Banken ausgenommen. Die Sobranje beschloß, die Sitzung zu Ehren des Friedens auf- znheben. X> Dre AitLajisrmg dsr Türkei. Konstantinopel, 11. Febr. (WB.) Alle türkifch'n Zeitungen begrüßen den Friedensschluß'mit der Ukraine mit Genugtuung und heben die wirtschaftliche Bedeutung des Vertrages hervor. „Lanin" sagt: „Wir haben gegen» wärtig keine Eile, mit Nordrußland Frieden zu schließen. Sobald dieses einsehen muß, daß es sich beeilen muß. werden wir uns mit ihm auf Grundlagen verständigen, die unseren Interessen zn entsprechen scheinen." * Neutrale Wemmrgeu. Bern, 12. Februar. (WLB. Nichtamtlich.) Dar „Berner Fntelligenzblatt" schreibt unter der Ueberschrift: „Frieden . int Osten Wirklichkeit?": Aus den langen Er> klärungen Trotzkis ging die Absicht auf Verschleppung hervor. wenn nicht gar die Verhinderung einer friedlichen Ver- ständlgung. Von dem Augenblicke des Hinüoerspielens der revolutionären Absichten nach Deutschland war die Haltung der deutschen Delegation gegeben. Man muß die Beherrschung, die sich v. Kühlmann auserlegte bis zum letzten Tage, nur bewundern. Man rechnete in Deutschlands offiziellen Kreisen sicherlich mit der Möglichkeit eines vollkommenen Bruches. Mit dieser Erledigung des Ostens sl.'tzten die Mittelmächte den Schlußpunki hinter ihren groß, ten Erfolg in diesem Kriege. Aus einer ständig drohenden Geiahr eines kampfbereiten Großslawenreiches ist ein Konglomerat von mittelgroßen demokratischen, auf lauge Zeit hinaus mit sich selbst beschäftigten Staaten geworden, deren Vielfarbigkeit die Schließung des Ringens um Mittel, europa, wie Edward VII. ihn mit dem Zaren formte, unmöglich macht. Der Anfang vom Ende? Amsterdam, 12. Febr. (WTB. Nichtamtlich.) Der Fno densschluß mit Rußland, der heute vormittag durch Extraausgaben der Zeitungen bekannt wurde, hat hier das größte Aufsehen erregt und wird in der ganzen Stadt lebhaft be- sprochen. Auf der Börse, wo die am Samstag eingetrossene Meldung vorn Friedensschluß mit der Ukraine verhältnismäßig geringen Eindruck gemacht hatte, entstand heute eine starke Hausse in Devisen und in Effekten der Zentralmöckte. Die Nachniittagsausgaben der Blätter enthalten lange Artikel über den Friedensschluß. „Allgemeen Handelsölad" schreibt: Die rasche Einigung mit der Ukraine muß auf die russische Negierung tiefen Eindruck gemacht haben. Es ist jetzt klar, daß die Entente vom Osten nichts mehr zu erwarten hat. Rumänien kann jetzt, wo die Länder, an die es grenzt, den Kampf aufgegeben haben, allein nicht den Krieg iortsetzen. Der Kampf im Osten ist beendet. Der Sonderfrieden ist zustande gekommen. Das ist der Anfang vom Ende des Weltkrieges. „Tijd" schreibt: In Deutschland tagt es im Osten. Deuffchland ist jetzt an der Ostgrenze frei. Was das zn bedeuten hat, werden die nächsten Wochen der Entente wahrscheinlich mit erschreckender Deutlichkeit zeigen, Das MtimaUrm an Unmänien. Berlin, 12. Febr. In ausländischen Zeitungen sind Nachrichten darüber verbreitet, daß durch den Generalseld- marfchall Mackensen am 6. Februar im Skrman der deutschen Regierung cm -re rumänisäje Regierung ein Ultimatum' wegen des Eintritts in Friedensverhandluugeu gerichtet worden ist. Der Beginn dieser Friedensverhandlungen hat sich, Wie wir hören, verzögert, weil durch den Sturz Bratmnus keine verhandlungsfahige rumänische Regienmg vorhanden war. Das Kabinett Averescu ist erst vorgestern gebildet worden, sodaß über den Zeitpunkt des Beginns der Verhandlungen genaue Nachrichten noch nicht vorliegen. Der rumänische Gesandte in Pari« erklärte einem Vertreter des „Petit Journal" Rumäniens Lebensinteressen seien durch den Verrat Rußlands aui das schwerste getroffen. Er erwarte voll fieberhafter Spannung die Entscheidung in Jassy. Andere Pariser Blätter befürchten, eine mögliche Weigerung Rumäniens, auf Friedensverhandlungen einzugehen, könnte die Mittelmächte bestimmen, Bcssarabien der Ukrainischen Republik -uzusprechen. Dieser Drohung werde Rumänien vielleicht weichen. Rach der in Paris vorherrschenden Auffassung würde General Averescu das russische Beispiel eines Kriegsverzichts nachahmen und alles andere von einer Ceheimfitzung des rumänischen Parlaments abhängig machen. Der Versailler Kriegsrat soll sich diese Woche mit der für den Verband veränderten Kriegslage befassen. * Die „Morningpost"meldet aus Jassy: Die für den 15. Febr. einberufenen rumänischen Rekruten, die im Januar ausgehobe« morden siird, brauchen nicht einzurücken. General Averescu hat neben dem Posten des Ministerpräsidenten auch das Oberkommando der Armee übernommen. KmgglnMlWN drr McheMeu. Schweizer Grenze, 12. Febr. Die „Neue Zürch. Ztg." meldet aus maximaliftifcher Quelle aus Rußland: Der Vorsitzende des finnischen Senates stimmte dem Ende der Feindseligkeiten zu. Die Weiße Garde setze noch ihre Angriffe gegen Wasa fort. Bei Jobina haben die Polen in Gegenwart der Revokntions- truvpen die Waffen niedergclegt und zeigten das Versteck ihrer Offiziere an, die verhaftet wurden. In der Ukraine haben sich die Soldaten mit den Sowjets vereinigt, um die Rada ZU bekämpfen Die Petersburger Telearaphen-Agentur meldet: Das Kriegskommissariat tellt mit, daß die Kämpfe zwischen Russen und Rumänen beendet strä) und die Ruhe wieder hergestellt ist. Schreckenstage für Finnland. Stockholm, 12 Febr. (WTB.) Meldung von Svenska Telegrambyran. Rach bei Ser finnischen Gesandtschaft eingetroffenen Telegrammen nimmt der Terrorismus der Roten Garde in Wiborg unbeschreibliche Formen an. Die meisten Privathäuser sind geplündert, die Lebensmittel gestohlen, so daß außer bei der Roten Garde Hungersnot herrscht. Der Eroberer llleaborgs, Ritmeister Ignatius, fragte bei der finnischen Gesandtschaft telegrafisch an, ob von Schweden Hilfe erwartet werden könne. Die russischen Soldaten plündern, töten, brennen und schießen auf ihre Gefangenen mit Maschinengewehren. Wasa, 10 . Febr. (WTB.) Meldung von Svenska Tele- grambyran. Gestern uüd heute fanden lebhaft« Kampfe bei Maentharin südlich Sankt Michel statt. Bei einem Angriff gegen einen Panzerzug verlor die Weiße Garde zwei Verwundete, die Rote Garde mehrere Tote. Die Berichte aus allen Lcmdesteilen, in denen die Rote Garde rurch die Herrschaft hat. lauten überaus fürchterlich. Ihre Ereuekiaten gegen Männer jeden Alters sind Zahllos. Anarchie in Estland nnd Fivland. Ein Bürger von Dorpat, dem es gelang, über Oefel nach Riga sich durchzuschlagen, berichtet, „daß die in Dorpat organi- siertr. aus Männern aller Stände und Rationalitäten bestehende Bürgerwehr von der an Zahl geringen, aber durch Gewalt herrschenden maximalistischen Partei aufgelöst worden ist. Durch di« Beseitigung der Bürgerwehr ist Leben und Eigentum aller Einwohner auf das schwerste gefährdet. Der die Herrschaft über di« Sradt ausübende Pöbel „requiriert in den Häusern der besitzenden Bürger aller Nationalitäten nicht nur die etwa noch vorhandenen Lebensmittel, sondern auch die warmen Kleidungsstücke. weil das Vermögen der „Bourgeois" dem „Volk gehöre." Airdere Flüchtlinge, die aus dem südlichen Livland nach Riga gelangten, erzählten, „daß in der ungefähr 96 Kilo. Meter nördlich Riga gelegenen Stadt Wenden maximalistisch gesinnte Bataillone die Offiziere gefangen gesetzt und zum Teil ermordet haben. Sie bemühen sich wohl, eine gewisse Ordnung aufrecht zu erhalten, da sie aber Zur Teilung des Grurrdbesttzes auffordern, sind alle besitzlosen Elemente, deren Existenz durch den Krieg vernichtet ist, zu dem Raub des Landes, des Viehes und des Inventars geschritten. Neben anderen Gütern sind die großen Hose Schloß Alt-Schwaneburg und Leihen eingeäschert worden, weiter nördlich wurde das Gut Schloß Ringen durch Feuer vernichtet." Endlich berichtete ein aus der russischen Gefangenschaft entflohener österreichischer Offizier, der auf seinem Wege aus Sibirien Estland durchquert u,td sich dort lungere Zeit aufgehaUcn hatte, folgendes: „Im westlichen Estland haben die aus Oefel und Dagü fliehenden russischen Truppen eine große Anzahl von Guts- und Bauernhöfen ausgeplündert und verbrannt. Wahrend ein Teil von ihnen sich über Rarva nach Rußland begab, bildeten andere Teile Banden, die sich mm mit Raub nnd der Verwüstung des Landes beschäftigen. Etwa 40 km von der Küste ins Land hinein, stehen nur noch die Mauern der Gehöfte, jedes Leben ist erstorben. Die estnischen Regimenter bemühen sich vergeblich, Ordnung zu schaffen — es gelingt nicht, mit den erwähnten So^atcnbanden, den im Lande stationierten Soldaten und des von Haus und Hof vertriebenen Levten fertig zu werden, die alle sich gleichermaßen an der Plünderung beteiligten." lleue Gntentehrere? W,e«. w' Febr. D« Züricher Berichterstatter der „Witter Mntagszeitung" erfährt: 3 * Ausführung der BechlM« «e- schlösse werden neue Ententeheese in der vorläufigen Stärke von 2 Millionen Mann gSildet werden. Den Hauptteil werden die Amerikaner und die Kolonien beisteuern, doch liegt auch eine Zusicherung Japans vor, wonach dieses eine Viertelmillion lion nach Europa schicken wolle. Die Entente werde sich bis zur Bereitstellung dieses rveuen Heeres und bis zur Wiederinstandsetzung der stark mitgenommenen Artillerie in der Verteidigung erhalten. - 1 Ob diese Meldung zutrifft, darf der auf Erfahrung begründete Zweifel billigerweise verneinen. Schon die Behauptung, daß Japan eine Viertelmillion Mann nach Frankreich senden werde, stempelt das Ganze zu einem der beliebten, aber nicht verfänglichen Drohmittel 5er ftanzösischen Angst. Das was wahr nnd wertvoll ist, scheint vielmehr das Zugeständnis zu sein, daß die Entente, deren Heere und Kriegsgerät stark mit. genommen sind, entgegen aller großen Worte und Hoffnungen vielleicht gezwungen ist, mehr verteidigend als angreifend Krieg, zu führe». Dann fteilich ist der Wunsch nach neuen Truppen — auch und erst recht japanischen! — wohl begreiflich, nicht aber jene Versailler Ankündigung des Krieges bis aufs Messer. FranMlcher 11 "che schwur. Eilte Kundgebung im Beisein Poincares. Paris, 9. Febr. Nach einer Meldung der Agence Havas fand heute eine nationale Kundgebung der großen französischen Gesellschaften für die Heilige Einigkeit in der Sorbonne in Anwesenheit des Präsidenten Poincare und unter dem Vorsitz des Kammerpräsidenten Deschanel statt. Sämtliche Mitglieder des diplomatischen Korps, die Mitglieder des Instituts sowie Vertreter Elsaß-Lothringens waren zugegen. Deschanel eröffnete die Sitzung mit einer Ansprache, die mit felgendem Gelöbnis Frankreich« schloß: Wir schwören angesichts der Soldaten von der Marne, der Pser und von Verdun, die Waffen erst niederzulegen, bis das Recht gerächt, bis das seit vierzig Jahren gegen die Freiheit der Welt vorbereitete Attentat bestraft und bis Belgien, Serbien und Rumänien befreit und Frankreich die ihm 1870 Und 1914 entrissenen Gebiete wieder Zurückgegeben sein werden. Rack weiteren Erklärungen in demselben Sinne, die von Anwesenden, u. a. von Ernest Lavisse und Albert Thomas, abgegeben wurden, erklärte der Marineminister George L?ygues im Namen der Regierung unter allseitigem Beifall: Wir find hier versammelt, um den Pakt der Einheit zu erneuern und um von neuem vor der Welt den unbeugsamen Wik. len zum Siege zu bekräftigen. Bei allen Kriegführenden wird hinter der Front eine gewaltige Schlacht geschlagen. Sie kann entscheidend sein. Der Feind weiß, daß er militärisch den Krieg verloren hat. Er bemüht sich nun, den Sieg durch seine Diplomat^ und durch die Agenten für Flaumacherei und Verrat zu gewinnen. Der Kampf (nt den inneren Fronten hat begonnen. Die sozialen Rüstungen, die politischen Einrichtungen, die wirtschaftlichen Kräfte und die Tüchtigkeit der einzelnen sind im Begriffe, stch im Kampfe zu messe ,l Jedes Volk tritt völlig in ein Heürenzeitalter ein und kämpft um sein Schicksal. Frankreich wird sich nicht beugen in seiner ruhigen glühenden Entschlossenheit und Zuversicht? Es wird unerschütterlich bleiben. Frankreich hat die Welt in Staunen versetzt, weil die Welt es nicht mehr kannte. Es hat sich ihr mit einem Schlage in dem ganzen Glanze seiner Vergangenheit enthüllt. Das Volk, das man ftivo! nannte, ist das ernsteste in den Stu-tden der Sammlung und das am meisten edlen Dingen hingegebene, das, dessen Gedanken sich zu den Höchstzielen auffchwingen, die das Leben veredeln und die Menschheit besser machen. Das Volk, das man für erschöpft und vergangercheitsmüde, zu beladen mit Stürmen und Ruhm nanTtte, besitzt eine ungeheure innere Stärke, es ist ein Volk, dessen Genie, Kraft und kriegerische Tugenden sich mit jedem Geschlecht erneuern und bei jeder Prüfung zutage treten. IM Gemse fiit eines Iime« Krieg. Genf, 12 . Febr. Nach einer Londoner Meldung der „Information" wird George am Dienstag im Unterhause eine Erklärung über die allgemein« Lag« abgeben. Der „Daily Mail" zufolge wird George am 25. Februar vor den Gewerkschaften in Liverpool über die Notwendigkeit für England, sich auf einen langen und harten Krieg einzurichten, sprechen. Unruhen ln Oberitatien. Zürich, 12 . Febr. Die schweizerischen Blätter melden von der italienischen Front: Infolge der Unruhen in Mailand. Tu- 4iu und Genua werden die Meldungen aus Brest-Litowsk feit Freitag nicht mehr cmsgegebeir. Der Frtedensschluß mit der Ukraine wurde den Blättern «st am Samstag abend frei- gegeben. , ' *.♦ v Eine neue Rede Wilsons. Wilson hat im Kongreß wieder einmal eine Rede gehalten, m der er u. a. folgendes sagte: Am 8 . Januar hatte ich die Ehre, hier das Wort über die Kriegsziele. so wie unser Volk sie cmffaßt, zu nehmen. Am 15. Januar hat der britische Premierminister in gleichen Worten gesprochen. Am 24. Januar antwortete der deutsche Reichst.ritz. !er und am gleichen Tage Graf Czernin. Es ist beftiedigend, daß unser Wunsch, daß dieser Gedankenaustausch über diese wichtige Angelegenheit in Anwesenheit der gesamten Welt statt* finden sollte, erfüllt worden ist. Der Passus in Graf Czernin« Antwort, die hauptsächlich in Erwiderung meiner eigenen Botschaft vom 8 . Januar gerichtet ist. ist in sehr freundschaftlichem Tone abgefaßt. Er findet in meiner Erklöruit-g rin« ermutigende Annäherung an die Auffassung seiner eigenen Regierung» so daß er glaubt, daß diese Erklärung ein« Basis für eine Be. fprechung der Einzelheiten der Kriegsziele beider Regierungen bilden kann. Graf Herllings Antwort ist, das muß ich sagen, ^hr vage sehr verwirrend. Sie « voll von doppeffinniae« Phrasen und es ist nicht klar, wohin er damit will. Sie atmeß einen ganz anderen Geist, als^den Geist von Graf Ezernin und bezweckr wahrscheinlich die entgegengesetzten Ziele. Sie btt festigt zu meinem Bedauern viel mehr dem ungünstigen Eindruck. den die Unterhandlungen in Vrest-Litowsk auf uns gemacht haben, als daß sie diesen Eindruck wegwischen würde. Seine Besprechungen und die Annahme unserer allgemeine» Prinzipien führen jetzt nicht zu einer praktischen Schlußfolgerung. Er weigert sich, sie auf bestimmte Punkte anzuwenden, die die Verwirklichung jeder definitiven Lösung bilden müßte. Die Methode, die der deutsche 'Reichskanzler vorschlägt, ist die Methode des Wiener Kongresses. Wir können und wollen darauf nicht mehr zurückkommen. Was jetzt auf dem Spiele steht, ist der Weltfriede. Wonach wir streben, das ist eine neue internationale Ordnung, die auf einer breiten Basis von allgemeinen Prinzipien von Recht und Gerechtigkeit gegründet ist und nicht weiterhin ein Flickfriede. Ist es möglich, daß Graf von Hertling gar nicht sieht, daß er nicht begreift, daß Deutschland mit seinen Gedanken in einer Welt lebt, die tot und vorbei ist? Hat er so ganz die Reichstagsresolution vom 19. Juli vergessen, oder denkt er absichtlich nicht daran? Darin wird gesprochen über die Bedingungen eines allgemeinen Friedens, nicht über italionalck Ausbreitung, oder Uebereinkommen von Staat zu Staat. Der Weltftieden hängt ab von einer billigen Regelung jedes einzelnen der schwebenden Probleme, über die ich in meiner letzten Rede im Kongreß gesprochen habe. Ich meine natürlich nicht, daß der Weltfriede von der Annahme irgend eines besondern Vorschlages abhängt mit Bezug auf die Art, wie diese Probleme behandelt werden müssen. Diese Probleme können nicht separat oder in besonderen Gruppen besprochen werden. Niemand darf von ihnen ausgeschlossen werden. Was von Einfluß auf den Frieden ist. ist auch von Einfluß auf die Menschheit, und nicht was durch militärische Gewalt geregelt werden kann, kann man wirklich als geregelt bezeichnen, sonst müßte man von neuem damit beginnen. Versteht Gras Hertling. daß er vor dem Gerichtshof der Menschheit spricht? Amerika hat sich in diesen Krieg nicht gemengt, weil es, ob es wollte oder nicht, zum Genossen der Leiden und der unwürdigen Behandlung gemacht worden ist, die die militärischen Herrett in Deutschland gegen den Frieden und die Sicherheit der Menschheit unternommen haben. Amerika sieht keinen Weg zum Frieden, bevor die Ursachen des Krieges enffernt find und eine Wiederholung »0 gut wie unmöglich gemacht worden ist. Wenn die territorialen Regelungen und die politischen Beziehungen zwischen großen Völkern, die über keine organisierte Macht verfügen, um Widerstand leisten zu können, bestimmt werden muffen durch Uebereinkommen zwischen den mächtigen Regierungen, die sie am meisten interessieren, so wie dies Graf Hertling vorftellt, warum können dann auch nicht wirtschaftliche Probleme in gleicher Weise behandelt werden. Graf Czernin scheint einen klaren Mick für die fundamentalen Elemente des Friedens zu haben, doch scheint er sie verdunkeln zu wollen. Er sieht ein, daß ein unabhängiges Polen, zusammengestellt aus ollen Völkern, die außer Zweifel alle der polnischen Rasse angehören, und aneinandergrenzende Länder bewohnen, eine Sache von europäischem Interesse ist, und daß in dieser Beziehung, natürlich entgegengekommen werden muß. Er sieht ferner ein, daß Belgien geräumt werden muß nnd daß es wiederhergestellt werden muß. gleichgültig, welche Opfer hier gebracht werden müssen, und welche Konzessionen gemacht werden müssen, und daß die nationale Aspiration befriedigt werden müffe in ihrem Recht und im allgemeinen Interesse von Europa und der Menschheit. Uebrigens ist die Politik ab es für eine andere Regierung möglich ist, weiterzugeben, sehr einfach und klar. Die politischen Grundsätze, die angewendet werden müssen: 1. daß jeder Teil einer definitiven Lösung basiert sein muß auf Gerechtigkeit für jeden Einzelfall und auf einer Regelung, die die meisten Aussichten für einen dauernden Frieden bietet; 2 . daß die Völker und Provinzen nicht von einem Fürsten an einen anderen übergeben werden, als ob sie nichts anderes wären als Bauern im Schachspiel', 3. daß jede territoriale Regelung, die in diesem Krieg in Betracht kommt, im Interesse und zum Vorteile der betreffenden Völker geschieht, nicht als ein Teil der Regelung oder des Vergleichs der einander bekämpfenden Staaten. So wie wir beurteilen können, werden diese Prinzipien, die wir als fundamental ansehen, überall angenommen, mit Ausnahme von den Wortführern der militärischen und annexionistifchen Partei in Deuffcstland. Ich dürfte die Geftihle des Volkes der Vereinigten Staaten nicht richtig wiedergeben. wenn ich nicht wiederholte, daß wir nicht um einer Kleinigkeit willen ist den Krieg gezogen sind, und daß wir von dem einge- fchlagenen Kurs nicht zurückkehren wollen. Unsere Hilfsquellen sind teilweise mobilisiert, und wir werden nicht ruhen, bevor sie ganz mobilisiert sind. Unsere Armee geht und ging schnell an die Front ab, und wir werden sorgen, daß sie noch schneller an die Front abgeht. Wilson erklärte ferner, daß die Vereinigten Staaten gegen einen geflickten Frieden standhaft Widerstand leisten werden, und daß die deutschen Militaristen das einzige Element Hindernisses für den Weltfrieden bilden. Czernin scheint die für die Basis des Weltfriedens unerläßlichen Elemente deutlich erkannt zu haben, und versuchte es, diese nicht zu verschleiern. Wilson fügte hinzu, daß Czernin vermutlich viel weiter gegangen wäre, wenn er nicht daran verhindert worden wäre, da ihm Oesterreichs Bundesgenossen und die Abhängigkeit von Deutschland im Wege standen. Der Präsident wiederholte, daß die Vereinigten Staaten ihre ganze Kapazität in den Krieg hineinwerien Werda«. » Die Uuvollstandigkeit der Rede läßt noch kein Urteil über die Absichten Wilsons zu. Man wird weiteres abwar-, len müssen. ^ f Die Moral unserer II-Kootleute. Bern, 12 . Febr. (WTB. Nichtamtlich.) Gegenüber den von England verbeiteten Gerüchten, daß die Moral der Besatzungen der deutschen Tauchboote stark gelitten habe, erklärte der amerikanische Admiral Benso am 3. Januar vor dem Marincaus- schuß des Kongresses, die fraglichen Gerüchte seien unsinnig. Aus den Verhören deutscher Gefangener sei zu entnehmen, das; die Moral der Tauchbootbesatzungen die beste in der deutschen Marine sei. Benso legte gleichzeitig dar. daß der Typus der sogen. Tauchbootjäger die Erwartungen nicht erfiillt Hobe und die Bauten daher beschränkt worden seien. Jene Hoffnungen. Mit der Hoffnung auf einen raschen innerpolitischen Zusammenbruch der Mittelmächte — in Deutschland infolge der schroffen Parteigegensätze, in Oesterreich-Ungarn durch die Feindseligkeiten der Nationalitäten — haben unsere Gegner den Krieg begonnen. Diese Erwartungen sind, wie alle ihre kühlen Berechnungen, von dem Wirbclsturm der nationalen Begeisterung, der die deutschen Stämme und die Völkerschaften der Monarchie ergriff und sie zur Verteidigung der hartbedrängten Heimat zu den Waffen rief, zunächst fortgeblasen worden. Aber man kennt im feindlichen Lager uns Deutsche und unsere Fehler besser, als uns lieb sein kann. Und man hoffte auf die Zukunft, auf das deutsche Erbübel der inneren Zwietracht und Zerrissenheit. Die gewaltige Freude, die das Ausland durchraste, als Extrablätter mit den sensationellsten Ueberschriflen vom „Zusammenbruch der Mittelmächte" die Kunde vom letzten Berliner Streik brachten, ist daher begreiflich. Und man versteht es auch, daß die feiildliche Presse die einlaufenden Meldungen aus Deutschland ein klein wenig für ihre Leserwelt umarbeitcte und aus ihnen Folgerungen zog, die überall ein angenehmes Gruseln Hervorrufen mußten. Ihr Zweck war vornehmlich der. 'den durch die militärischen Mißerfolge, durch Not und Leid gesunkenen Mut im eigenen Lande zu heben, durch den Hinweis, daß der angeblich „unvermeidliche Zusammenbruch der Mittel- .Mächte" bereits eingetreten fei und unaufhaltsam fortschreiten werde. Die Stunde des vollkommenen Ententesteges sei nahe. „Manchester Guardian" schrieb emphatisch, man müsse mehr als b0 Fahre in der deutschen Geschichte Zurückgehen, um ein Ereig- nis von ähnlicher Bedeutung anzutreffen. Der Streik sei die erste Kundgebung der deutschen Volksseele nach einer Bezwingung des „Militarismus". Dicht verstehen! In Nr. 750 d nichts bereuenden Militarismus bedeuten." Den Sinn dieses phrasenreichen, dunklen Satzes kennen wir. Er lau- tet: Krieg — bis England feine erst kürzlich durch Lloyd George öffentlich verkündeten weltpolitischen Raubziele verwirklicht haben wird! Den mich mit brennender Sehnsucht den Frieden erharrenden Völkern der Enteilte dürste dieses Ziel ihrer Regierenden erreichbar erscheinen, da sie ja in den Berichten ihrer Presse über die Vorgänge in Deutschland den „Zusammenbruch der Mittelmächte" in nahe Zukunft gerückt sehen. Der Streik ist zwar beendet. Aber unter seinen Nachwirkungen, die auch die Friedensunterhandlungen in Vreft-Litowsk beein- flussen, werden wir noch lange leiden. Der Schwert wird wieder gutzumachen haben, was deutsche Unüberlegtheit verdorben hat. Bedeutet das nicht eine unnötige und grausame Verlängerung dieses furchtbaren Krieges? Verschiedenes. Die Rache der Maus. Köla. Eine Mäufvgeschichte, die» wenn auch vielleicht nicht ganz wahr, so doch gut erfunden ist, wird aus Köln berichtet: Eine hiesige Familie hatte viel unter der Atäufeplage zu lei- den. Die Tiere hatten sich Eingang zum Küchenfchrarck verschafft urch fanden an den Brotkrumen und sonstigen Resten reichliche Nahrung. Das Brot wurde nun in einem „besonderen Behälter verschlossen aufbewahrt und darauf geachtet, daß die Mäuse nichts Eßbares mehr finden konnten. Die Nagetiere aber rächten sich furchtbar, denn als man niorgens den Küchenschrank öffnete, fand sich, daß sie eine Reihe von Brotkarten atz. genagt hatten. - - y Wider die HumaniiStsdnfelei. V v Duisburg. Gegen die von manchen Seiten beliebte überzarte Behandlung der Kriegsgefangenen wendet sich ein Kriegsbeschädigter in einer Zuschrift an ein hiesiges Blatt, in dem er folgendes Erlebnis zum besten gibt: Der Zug von Oberhaufeu nach Sterkrade stand zur Abfahrt bereit. Plötzlich wird die Tür des Abteils 2. Klaffe mit Hast aufgerissen und der Zugfüh» rer ruft mit barscher Stimme: Alles aussteige-n. Platz machen für einen Kriegsgefangenen. Einige Fahrgäste machen Miene, sofort den Platz zu räumen. Dazu konnte ich nicht stille sein. War ich doch selbst 25 Monate in französischer Kriegsgefangenschaft. Die gemeine Behandlung, die ich in Fraickreich und Afrika erdulden mußte, ftattb vor meinem geistigen Auge. Ms Kriegs! nvtlide zurückgekehrt, mußte ich mm den Platz räumen, damit sich ein Kriegsgefangener in die Polster hineindrücke« konnte. Die Beförderung der Kriegsgefangenen ist ja auch wohl wichtiger als die der Beamten der Kriegsindustrie. Es wa« doch zu wünschen» daß die Kgl. Eisenbahndirektion ihre Angestellten demgemäß anweisen wollte, daß solche Mißgriffe fich nicht wiederholen. Acht Fahrgäste verließen nach langem Hi» und Her und nach Drohungen des Zugführers des Abteil. Und der Kriegsgefangene? — Er Lachte natürlich über die deutsche Humaniiätvdujeleü ,.7 fnte AmdMng des Reichskanrlers M WahIrechlM-u. Berlin. 12. Febr. (WTB.) Die „Norddeutsche Allgemeine Zeitung" schreibt: Aus Anlaß einer Unterredung, zu der der Reichskanzler und Ministerpäsident den Präsidenten des Abge- ordnetnhauses hatte bitten lassen, machte er dem letzteren folgende Mitteilung: „Es ist dem Ministerpräsidenten in letzter Zeit von verschiedenen Seiten — auch in der Presse — unterstellt worden, daß er nicht mit der gleichen Entschiedenheit wie bet seinem Amtsantritt für die Wahlrechtsvorlage eintrete. Er müsse diese Unterstellung mit aller Schärfe zurückweisen, denn er habe sein Wort gegeben, für die Wahlreform eintreten zu wol- len, und er werde dieses Wort halten. Er erkenne zwar durchaus an. daß die ganze Zukunft Preußens und Deutschlands von einer so entscheidenden und bedeutungsvollen Vorlage abhänge, mnd daß die preußische Wahlreformvorlage ein« sehr gründlich« und eingehende Durchberatung erfordere und daher nicht in kurzer Zeit erledigt werden könne, aber er müsse Wert darauf legen, keinen Zweifel an seinem unveränderten Willen aufkom- mtn zu lassen, die Wahlreformvorlage, atk» ihm zu.Gebote gehenden Mitteln Zustandezudrtngen. ~ \ H . > & ' ^ ~1 9 18 Mo oerres Jahr in fömter Ze«irn Laust DeotschlanS braucht Gold! - v Besinnt Euch ftratsff % .. JO* 0 dIw wo voS« ©ofwwri -As fQr Juwel« 6trt hoh« ' *»»*,*„ «.•*■* f Kam Feld« der Ghr«. Krikdberg. Ott» Dchmittarr &>n hi«, Seutnän x Ser Reserve, «hielt er!» viert, ArtegsauSzeiHmmj, dp ' gftej; fttoflt, Mrltmch. Der Unteroffizier Otto äkoch wurde zum Sergeanten befördert. — Dem Musketier PH. Mörschel wurde die Hessische Tapferkeitsmedaille verliehen. Wir gratulieren! Gettenau-Bingenheim, Unteroffizier Ott» Oestreich aus Gctlenau, zur Zeit bei einem Artillerie-Regiment, welcher feit Ausbruch des Krieges im Felde steht und mit der Hessischen Tapferkeitsmedaille sowie dem Eisernen Kreuz 2. Kl. ausgezeichnet ist, wurde fiir hervorragende Leistungen vor dem Feinde zum Sergeanten befördert. Herzlichen Glückwunsch! Bingenheim. Dem Musketier Metz, in einem Infanterie- Regiment, wurde das Eiserne Kreuz 2. Klasse verliehen Ans der Hei,-rat. StadtverordnrLeu-Versammlung. Am morgigen Donnerstag, nachmittags 4 Uhr, findet eine Sitzung der Stadtverordneten statt. Tagesordnung: 1. Die Tätigkeit des Gewerbe- gerichts 1917; 2. Ueberfchreitung der Höchstpreise; 3. Sicherheitsleistung. Notgeld betreffend; 4. Einsprüche gegen die Straßenreinigungskosten; 5. Gesuch um Stundung von Straßen- herstellungskosteir; 6. Gesuch, um Pachtung von städtischen Wiesen; 7. Gesuch der Gebr. Ulrich um Verrechnung gegenseitiger Forderungen; 8. Gesuch' des Hofapothckers Fiedler wegen Anbringung einer Gartentüre auf städtischen Gelände; 9. Gesuche um Steuornachlässe wegen Doppelbesteuerung; 10. Gesuch des Ziegenzuchtvereins im Stadtteil Fauerbach; 11. Gesuch des ev. Kirchenvorstandss um Benennung einer Straße mit dem Namen „Lutberstraße"; 12. Urbenragung einer Hypothek; 13. Vertrag mit Direktor Michenfelder; 14. Eingabe des Konsumentenausschusses; 15. Vertrag mit Elias Hofmann; 16. Die uneinbringlichen Ausstände des Gaswerks und der Stadtkasse; 17. Abänderung des Ortbaustatuts; 18. Die Gebühren des Ortsgcrichtsvor- ftehers; 19. Pachtvertrag mit I. Füller Fnedberg. (Gold- und Silberankaufs stelle.)' > Ilm den Goldbestand der Reichsöank zu stärken, soll in der Zeit vom 17. bis 21. d. M. im Großhcrzogti'ui Hessen, wie gleichzeitig in Baden, Württemberg und der Rheinpfalz, eine besondere Juwelen- und Goldwoche veranstaltet werden. Wohl hat der Bezirk Friedberg-Büdingen für die Goldsammlung des Reiches schon Ersprießliches geleistet, besitzt aber zweifellos noch viel Gold, sowohl in Goldmünzen alsauch in Goldfchnmck. Es gilt jetzt, diese verborgenen Schätze für das Vaterland dienstbar zu machen. Man könnte vielleicht einwenden, daß der Krieg bald beendet sein dürfte und deshalb das Gold nicht mchr so notwendig sei wie seither. Letzteres ist aber doch nicht der Fall. Allerdings ist dem Reich das Gold für das gewaltige Völkerrtngen bitter nötig, da wir dauernd für Auslandskäufe viel Gold brauchen. Mer ebenso dringend braucht das Reich das Gold ftir die ersten Friedensjahre, wo es darauf ankommt. Rohstoffe kn- großen Mengen für Landwirtschaft und Industrie einzuführen. Und deshalb ist es eine dringende Forderung des Tages, alle Volkskräfte auch für diesen Zweck bis zum äußersten anzuspannen. An jedermann ergeht darum die dringende Bitte, für den hohen vaterländischen Zweck sein Gold, Schmuck wie Goldmünzen, und seine Edelsteine hinzugeben. Das Gold wird nach seinem Wert sofort bar vergütet und die Juwelen im neu. tralen Ausland gegen Gold veräußert. Durch beides wird de.- Goldschatz des Reiches vermehrt. Klvppenheim, 11. Febr. Heute feierten die Eheleute Tobias Harth bei voller Rüstigkeit des Fest ihrer goldenen Hochzeit. Am Vormittag fand eine kirchliche Feier statt, an welcher außer den Familienangehörigen sich eine große Anzahl Bürger beteiligten. Am Nachmittag fand eine Nach- feier im engsten Familienkreise statt. Wir gratulieren den Jubilareu und wünschen, daß es Ihnen vergönnt sein möge bei derselben geistigen Frische und Gesundheit das Fest der diamantenen Hochzeit zu feiern. FO. Aus Hessen, 11. Febr. Heute vor 50 Jahren wurden nach Abschluß der Militärkonvention mit Preußen und nach der Aufhebung des Stellverttetungssystems die ersten zehn Einjahrig-Freiwilligen in das 1. Großherzoglich Hessische Jnsan- terie.(Leibgarde-)Regiment eingestellt. AuS Hessco-Nassair. FC. Wiesbaden, 11. Febr. In den letzten Tagen weilte hier eine Polizeikonnntssion aus Berlin. Es wurde Einsicht in die Geschäftsbücher Einzelner genommen, die im Verdacht des Schleichhandels stehen. Das Erscheinen der Berliner hat besonder» in hiesigen Hotelkreisen, wie die „Rheinisch« Volks- zettmrg" berichtet, große Bestürzung hcrvorgerufen. FC. Wetzlar, 10. Febr. D-e Inhaber der Firma Ernst Leitz, Dr. Ernst Lettz fen. und Dr. Ernst Lettz jr. haben der Stabt eine Stiftung in Höhe von 500 000 Mark für verschieden« gemeinnützige Zwecke zur Verfügung gestellt. Die Stadtverordneten nahmen die Schenkung einstimmig an. Außer dieser Sttftung haben die genannten Herren für ähnliche Zwecke folgende Summen zur Verfügung gestellt: 100 000 Aiark für di« Invaliden-, Witwen- und Waisenkassen der Firma Leitz, 100 009 Mark der Nationalstiftung für die Hinterbliebenen verstorbener Kriegsteilnehmer und 30 000 Mark der Gesellschaft von Freunden und Förderer der Universität Gießen. Fd Kirch-Beerfurth, 10 . Febr. Der erste Flieger über Parts war der Leutinmt d. R. Alexander K r ö l l von hier, ei« Sohn des Landwirts Philipp Kröll. FO Oberlahnstei«, 15 Febr. Der 68jährige Arbeiter Dominikus Haben kam mit denr Zipfel feines Halstuches einer Mafchrnenwelle zu nahe, wurde erfaßt und in die Höhe gehoben. Beim Abstürzen fiel er so unglücklich auf de» Hinterkopf, daß e» bald darauf verstoiH. FC. Aus Kurhesse», lt Febr. In der gestrige« Nacht f$ eine Einbrechergefellschaft in das Fabrikgebäude der Bremer Zigarrenfabrtk Engelhardt u. Co. i» Witzenhaufen eingebrocheA und hat Zigarren und Zigarette« fowt« Tabak b» Wert« voq 30 000 Mark gestohlen. - - II. » H. ... JL. Verantwortlich fiir den politischen und lokale» Teil: Ottch H i r s ch e i 5 Friedberg: für den An-eigenteil: R. H e y n e r. Fxsebberg, Druck und Verlag der »Neuen NaMzeLtuna^ ~ ' v ' ^ u Grmre Gefahren. Vornan aus der Gegenwart von M. Gvntard - Schuck. SU) y'a^brucf verboten. DouglaS lactvte spöttisch. „Na, dann fangen Sie nur nickt an, sie zu verehren. Das wäre ein etwas seltsames Beginnen für einen britischen Minister. Doch genug für heute! Sorgen Sie dafür, daß diese Scharte sobald wie möglich ansgeweht wird. Wie Sie es machen, ist Ihre Sache." „Auch unsere Zeit kouimt noch," sagte Wrayson im Hinansgeben. „Wozu sollen wir die Sache überstürzen? Die Deutschen kommen uns schon noch vors Messer!" „Na. den Vorwurf des Ueberstürzens kann Ihnen nun wirklich keiner machen," lächelte Douglas spöttisch. „Zeit genug haben Sie sich bis jetzt genommen." „Wir haben ja auch Zeit! Mit leerem Magen lassen sich keine Schlachten gewinnen. Und der unsere wird nicht leer lein, auch wenn der Krieg noch Jahre dauert." XI. Ein regerlschwerer Oktobertag an der Kieler Bucht. Das Wetter hatte rasch unigeschlagen. Am Montag noch war es warm und schön, so daß man sich noch) einmal den Sommer Vortäuschen konnte, und heute lnar es kalt Und gran. Regen und Wind fegten in kurzen, heftigen Stößen durch die Straßen. Schwer und tief hing der Himmel über der Erde. Braune. abgestorbene Blatter flatterten in traurigem Wirbel wie losgelöste Seelchen in den ihres Schmuckes beraubten Gärten. — "Dies Wetter hat noch gefehlt, um die Stimruung auf Null herunterzudrücken," sagte Helen Werkheim und sah mißmutig auf das wenig schöne Bild. „Ich liebe schönes, heiteres Wetter, so wie ich schöne, heitere Menschen liebe. Aber von beiden ist jetzt hier wenig zu sehen. Ob drüben kei nns auch so eine ernste Stimmung herrscht? Wie gern möchte ich einmal an Papa oder Mama schreiben. Es ist wirklich sehr ärgerlich, daß gar keine Briete durchgehen." In Kiel war es sehr still seit Ausbruch des Krieges. Diele der Offiziersdamen waren verreist, hielten sich bei den Eltern oder sonst bei Verwandten auf, und die wenigen, die hier wohnten, lebten sehr zurückgezogen. Keine Dees, keine Kaffees, nichts von all den kleinen Zerstreuungen, die sie sonst gewöhnt und die auch hier so nett gewesen waren kurz nach ihrem Kommen. Die einzige Abwechselung, die es jetzr gcw, war das Stricken von Soldatenstrümpfen. Für die andern Damen mochte das ja sehr unterhaltsam sein. Sie kannten einander schon lange. Aber sie! Jur Grunde genommen , war sie doch fremd zwischen ihnen, so nett und liebenswürdig man sie auch ausgenommen hatte. Und nun gar seit Beginn des Krieges! Sie fühlte es unbewußt — man war anders als sonst. Man zeigte sich zurückhaltend. Man sprach in ihrer Gegenwart nie vom Kriege. Also blieb sie schon lieber ganz weg. Wenn die Einsamkeit nur nicht gar so schwermütig machte! Seit Wochen kam Alfred wenig nach Hause. Zwischen Dienst und Dienst mal einige Augenblicke. Das war alles, was fein Pflichtgefühl zugab. — Sein erfolgreicher Vorstoß nach denr Kanal hatte ihm neben sonstigen Ehren auch das Eiserne Kreuz gebracht. Helen war sehr stolz auf ihren Gatten. Wie wäre das mich anders möglich! Welch Franenherz würde dabei nicht aufjauchzen. „Natürlich darf ich davon nichts nierken lassen, sonst ist er womöglich noch tollkühner. Ob er gar nicht an mich denkt? Was sollte wohl ans mir werden, allein hier in der Fremde?" Gedankenvoll sah sic durch die Scheiben, an denen in langen, unregelmäßigen Rinnsälchen die Tropfen her- nicderflossen. „Wie Tränen!" dachte sie. „Tränen, die jetzt vergossen werden." Sie sprang auf und schüttelte sich, als wollte sie die schweren Gedanken verscheuchen. „Ick bin ein Kind der Sonne, ein Kind heiteren Wetters. Diese trüben, regnerischen Tage drücken mich förmlich nieder. Wie gut, daß ich mir Emily Düring eingeladeu habe. Man kann doch ein wenig plaudern. Man vergißt dann das Wetter und alles andere wenigstens für einige Stunden." — Vor einigen Wochen erst hatte sie Frau von Düring kennen gelernt. Zur Zeit der Ruderwoche, zu der sehr viele Landsleute nach Kiel gekommen waren, hatte der englische Konsul ein Gartenfest gegeben, an dem auch die Dürings teilnahinen. Er war ein stiller, obiger Mensch, dessen hohe, schon stark verlängerte Stirne viel einsames Denken und Grübeln verriet. Herr von Düring war erster Direktor bei den Flotow- Werken und genoß den Ruf, ein ausgezeichneter Ingenieur zu sein. In früheren Jahren hatte er sich lange im Ausland aufgehalten. Zuletzt in England auf der großen Werft von Scipper und Horley am Tyne, und von dort hatte er auch seine Frau mitgebracht. Frau von Düring schloß sich nach jener Gesellschaft sehr eng au Helen au, obgleich Helen die etwas unbeherrschte Art der Dame nicht gefiel. Aber schließlich — es war eine Landsmännin, da konnte man schon über manches hinwegsehen. Freilich, Fred mochte Emily von Düring nicht. Er fand sie unfein, gewöhnlich. Na, so schlimm war es nun gerade nicht. Aber alle konnten auch nicht die gleiche gute Erziehung genießen. Draußen klingelte es. Ah, Emilyi von Düring. Sie war pünklich wie immer, wenn sie zu Werkheims kam. Und heute freute sich Helen auch wirklich. Frau von Düring hatte ihr sagen lassen, daß sie Briefe und Zeitungen ans London erhalten habe. Natürlich, kam alles über Holland, denn eine andere Post- Verbindung zwischen Deutschland und England gab es nickt mehr. Frau von Düring war klug, die hatte gute Bern- - ler in Holland. Es ging sehr rasch auf diesem Wege. > Helen würde sich dieser Vermittlung auch bedienen. T e arme Mama wartete sicher längst aus Nachricht. Tie dackre doch bestimmt, sie sei schon verhungert. Verhungert! Was für ein schreckliches Wort. Welch entsetzliche Vorstellung hatte man dabei. War es nicht furchtbar! England wollte Deutschland aushungern! Ob denn der Papa ganz vergaß, daß sie auch hier war? Und ob es wirklich soweit kommen würde? „Meine teure Frau von Werkheim, wie freue ich mich auf unser Plauderstündchen." Geradezu zärtlich klang Frau von Dürings Stimme. „Heut' wollen wir es uns aber einmal recht gemütlich machen, nicht wahr?" „Reckt gemütlick! Ganz wie daheim bei Tee und Röstbrot." stimmte Frau von Düring mit seelenvollem Angen- aufschlag bei. „Ich habe vorhin auch noch die allerneueste Times be- kommen. Sehen Sie, hier. Das geht aus Sie oder vielmehr auf Ihren Gatten. Und dann, denken Sie, unser» Zeitungen schreiben gar nichts von einem versenkten Schiff, nur von einem beschädigten. Hier in Deutschland schreiben sie doch von einem beschädigten und von einem versenkten. Das verstehe ich nicht recht." Fortsetzung folat. Allen Verwandten, Freunden und Bekannten hiermit die traurige Mitteilung, daß gestern Morgen 7 Uhr, unsere innigst- geliebte Tochter, unsere liebe Schwester und Enkelin im 17. Lebensjahre, nach kurzem schweren, mit Geduld ertragenem Leiden, sanft entschlafen ist. Wölfersheim, den 13. Februar 1918. 2m Namen der tiestrauernd Hinterbliebenen: Familie Adam Müller III. ,, .. Beerdigung findet Donnerstag, den 14. Februar 1918, nachmittags Vs 3 Uhr jtait 'wz' iw y Die dem ^Bereinigten Armenfonds der Stabt Friedberg bei der Feldbereinigung in der Gemarkung Bad-Nauheim neu zugr- teilten Grundstücke Flur IX Nr. 158 ,=» 972 qm Erabgarten, Hochwaldstratze „ .. .. 159 = 120 „ „ daselbst „ „ „ 204 = 2556 „ „ daselbst .. „ .. 265 = 98 „ .. daselbst * .. „ 286 --- 887 „ „ Homburgersttahe kommen Donnerstag, d. 14. Februar d. Zs., nachm. 8 Uhr im Gasthaus w.n Psatter Hof (Marktplatz) in Bad-Nauheim öffentlich an die Meistbietenden zur Verpachtung. Friedberg, den 5. Februar 1918. Die stützt. Armettkommissiorl« Der Vorsitzende. I. Vck Dämm. Kttimmtmachlmg CrWIer! Marke „Hassia". Angeregt durch die immer mehr in die Erscheinung tretende Lederknappbett, har die Siadtoenval- tung Friedbcra im Interesse der Bevölkerung die vorzüglich konstruierte und ausprobieite Wei- kaid'sche bieg'ame Holzhatbiohle Marke Hassia' beschaff! und tagt den zur Zeit vorhandenen kleinen Vorrar in den Schuhgeschäften von Ehrlich, Wcüerttng. Hetz, Opper, Spier und den Ledcrhand- lungen von Vechstein und Eiche! zum Verlauf bringen. Die Verkaufspreise fiub von bet Eriatzsohlen-Gescltschaft auf Sämasdmeü Hacfcmasc&iast eserzaH-ün iea WW!.»«W« M WW, s.!i. Geschäftsstelle Frankfurt a. M., Kronpmrzenstraße 4L (Kronprinzenbau.) — Fernruf Römer 4203. -öörostuiwen. Mo.uaa, Dienstag, Donnerstag Freit aa, nachmittags o$n 2—4 Uk,r. — Geschäflsanzeigcn in diesem Raum mir für unsere Mtgrieb-r; dieselben sind tostenlos, jedoch mutz bei Aufgabe der Anzeige nur die Mitgliedschaft hingewiesen werden. 0,96 Mk. 1,18 Mk. 1,40 Mk. festgesetzt iir Erötze Nr. 27—35. iir Größe Nr. 30—39, ür Grötze Nr. 40—40. Kriedberg, den 5. Februar 1918. Der Bürgermeister. 2. D.: Damm. Prima schwere Fahp&uh. hochtragend, und schöner brauner Oldenlmrqcr Wallach mutieren Alters, weil überzählig zu verkausen. Georg See, Maffenheim _ Station Vilbel. Suche einen Einspänner- oder einen Kuhrvagen mit Kasten und Leitern. Landwirt Friedrich Laupus Wwe, - Massenheim b. Vilbel. sofort clut Lager lieferbar. 1 Säemaschine (Dehne) 2 Meter Breite, mit Hackmaschine, gut erhalten, preiswert zu verkaufen. Koch Mwe., Hof Haffelheck bei Vad-Naubeim. is landwirtschaftliche Maschinen, Fpankfurt a. M.-West, Adalbertstrasse Nr. 61. Eine guterhallene fahrbare Ringelwalze steht zu verkaufen bei Georg PH. Schuch, Klein-Karben. 2 sprungfahige Zuchteber (rßmrajslg) zu verkaufen bei Wilhelm Petri. Klein-Karbrn Verkaufe prima goldgestromte Deutsche Dogge mit prima Stammbaum, scharf und wachsam. Earl Millich, Rendel. j Iran in allen Kerzenstärken, preiswert abzugeben ampen V y • Kd. LeSmann, ing. 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