Nummer 31 MMmoch, den 6. Februar LU18 11. Jahrgang. Oie ..Uene Tageszeitung" erscheint jeden Werltaz. Regelmäßige Beilagen „Der Dauer ans Dellen". „Die Spinnftube". De?»gspreis: Lei den Poitanitalten vlerreliährlich Mk. 2.40 hin u '.ritt noch das Bestellgeld; bei den Ule eilten monatlich 85 Pig. einschließlich Xrägerlobn. Anreigen : Grund .eile 25 Ptg., lokale 20 Anzeigen von auswärts veroen durch Bostnachnahme erhoben. Erfüllungsort Frievberg. Dchriftleitung und Uerlaq Hriedberg (Hessen), ^anauer'traße 12. Fernvrecher 48. Pa ri heck-Tonto 'Jh. 4859, 4 Mit "en Regierung ui-d Oeffentlichkeit hervorg^cufen haben. Die portugiesische Presse erkennt an. daß die eigenen Streitkräste in Portugiesisch- Ostafrika nicht ausreichen, um den Deutschen entscheidend ent^ gegevzutreten. Die Hilfe der Bundesgenossen, insbesondere südafrikanischer Truppen erfüllt die Portugiesen aber mit noch größerer Sorge als der Einfall der deutschen Truppen. Cie befürchten, daß die Bundesgenossen ihren Aufenthalt in Portugie- sisch-Oftafrika zur dauernden Festsetzung benützen kömtten. ins- besondere wird diese Bescrgnis im Hinblick auf die bekannte Begehrlichkeit der südafrikanischen Union auf den Hafen von Laurenco Marques geäußert. Es ist recht bezeichnend für das Vertrauen der kleinen Ententestaaten zu England, daß dis Sorge vor dem Bundesgenossen, der den eingedrungenen Feind mitbekämpfen soll, größer ist als die Sorge vor dem Feinds selbst. Bei dieser Sachlage wird die Entsendung von portugiesischen Verstärkungen und der Nachschub von Kriegsmitteln nach Lstaftika dringend verlangt, wenn nötig, unter Einschränkung der Hilfe, di« für die französisch-englische Front ln Frankreich bestimmt ist. Neueren Meldungen zufolge ist die Entsendung von portugiesische« Truppe« aus Europa nach Oftafrila bereits * r ' in Aussicht genommen. Unter anderem sollen auch 1500 Mann Marirretruppen dorthin geschickt werden. Wenn portugiesische Trippen an der Westfront auch nicht imstande sind, uns Schrecken einzuflößen, so ist es immerhin von Interesse, daß unsere oft- oftitanischen Truppen auch jetzt ncch mittelbar zur Schwächung j unserer Gegner an der Westfront beitrogen, indem sie für iFrankreich bestimmte, portugiesische Truppen nach Afrika ab' j'zkhen. . Uormegen und Amerilm. Kristianfa, 3. Febr. (WTB.) Die Blätter beschäftigen sich eingehend mit dem amerikanischen Angebot, dessen Veröffentlichung vor dem Eintreffen der norwegischen Antwort allgemein als ein Zeichen geringer VerhandlungsireundlichkeiL Amerikas gedeutet wird Gleichfalls, übereinstimmend wird hervorgehvbev. daß, Norwegens Ausfuhr an die Alliierten die von Amerika gelieferten Warenmengen mehrfach übersteige. Der Inhalt der Angebote sei nicht geeignet, Befriedigung zu envecken, da Amerika den jährlichen Bedarf an Getreide in Norwegen viel geringer berechnet als der bisherige Verbrauch soi. So verlange Amerika, daß Norwegen durch Rationierung seinen Verbrauch auf ein Mindestmaß herabsctze, so daß man gerade noch leben könne. Aber noch mehr gewarnt müsse werden vor dem Glauben, daß das Eingehen auf Amerikas Ange- bct gleichbedeutend mit einer sofortigen Zufuhr der anaebote- neu 200 009 Tonnen Getreide sei. So sei das Angebot nicht gemeint. c f'gMMns Arckmrt nn Aprils. Krlst'.Mria. 5. Febr. (WTB.) Die Antwort der norwetff- schen Nraierung auf die Vorschläge des amerikanifck>en Handelsministeriums wegen der Zufuhr von den Vereinigten Staa ten nach Norwegen wurde heute morgen hier veröffentlicht. Die Antwort betont den festen Willen des norweaischen Volkes, neutral zu lein. Norwegen könne darum rn seiner Handelspolitik die Verbindungen mit einem der Kriegführenden nicht abbrecken. ohne befürchten zu müssen, daß die Neutralität in ihrer Allgemeinheit nicht aufrecht erhalten werden könnte. Norwegen habe die berechtigte Forderung daß dem Lande nicht das tägliche Brot vorenthalten uns das Land dadurch vor die Wahl einer vollständigen Nctlaae oder eines Vertrages, der eine Gefahr für leine Neutralität, möglicherweise auch den Krieg bedeute, gestellt werde. Die Antwort betont ferner, daß Ncnveoen den Bereinigten Staaten und den Alliierten bedeutende Vorteile geleistet habe, besonders durch seine Schiffahrt unter großer Aufopferung von Menschenleben und Schiffen. Norwegen werde sich nicht ahne grase Schwierigkeiten verpflichten können, Deutschland nicht Schwefelerz, Calciumcarbld. Cal- ciumnitrat usw. zu liefern, da Deutschland in diesen Waren ein alter Kunde Norwegens lei. Die Antwort erklärt schließlich. Norwegen habe versucht, den Vereinigten Staaten entgegen zukommen. insofern es die Lebensintereffen des Landes zulasten. Norwegen habe den größten Teil seiner Ausfuhr angebolen, um die für seine nationale Gesundheit und Produktivität notwendige Zufuhr zu bekommen. ^cr Nerffaiücr Krieasrat. Die Auffassung rn Wien. Wien. 5. Febr. (WB.) In den Beschffissen des Ver- ! sailler Kriegsrates, in denen den Mitelmäcbten Naubs'.'chck > voraemorfen wird, erblicken die Blätter nur die dent'iche Absicht der Ententemächte, die eigenen Eroberungsabsichten zu verbergen. Sie stellen fest, daß die Hoffnung der Entente auf den moralischen Zusammenbruch der Mittelmächte eine .schwere Enttäuschung erfahren wird. Der Beschluß des Knegsrates ist ein Alarmruf, der in den Ländern der ^Mittelmächte verstanden wird. Das.„Freindenb'att" schreibt: „Der Bertailler Knegsrat stellte sich auf einen unversöhnlichen Standpunkt. Er fand weder in der Rede Hertlinas noch in der Rede Ezernins ottvas, was sich den von der Entente formulierten gemäßigten Bedingungen nähern würde. Czernin proklamierte in deutlichster und klarster W.ffse einen Frieden obne Annexionen und Kontributtoneu als Basis für die Beendigung des Krieges. Wenn nun der Kriegsrat von Versailles eine solche Gmmtckage für den zu schließenden Frieden als unannehmbar bezeichnet, so ist dies em. deutlicher Beweis, daß auf der gegnerischen Seite die Eroberungsabstchten. die zum Ausbruch des Weltkrieges ge- s'.'hrt bab"n. noch weiter bestehen. Die Staatsmänner und 'die Militärs, die in Versailles versammelt waren. baben allerdings wohlweislich vermieden, mit deutlichen Worten ihr Ziel zu bezeichnen, welches sie durch die Fortführung des Krieges zu erreichen gesonnen sind. Vielmehr hielten sie ihrer Gewohnheit gemäß ihre Bestrebungen durch eine Hülle allgemeiner Phrasen verdeckt. Die Ententemächte glauben jetzt, einen Frieden mit Annexionen und Kontributionen durchsetzen zu können. Sie setzen ihre vergeblichen Hoffnungen afff dab Nachlassen des Hinterlandes in Deutschland und bei uns. Trotzdem die Westmächte nichts mehr von Rußland wissen wollen, werfen sie uns und Deutschland vor, daß bre f c Staaten eine räuberische Politik Rußland gegenüber betrieben. Dieses Spiel wurde ihnen durch die sonderbare Haltung der russischen Vertteiung in BresbLitowsk erleichtert. Tie Delegierten der Petersburger Regle/ung betreiben unter den, Deckmantel „Selbstbestimmungsrecht der Volker" eine Annexionspolitik für die Bolschewiki." Das Blatt schließt: „Militärisch können unsere Gegner kaum mehr auf einen Erfolg hoffen, aber sie sind der Meinung, daß unser moralischer Zusammenbruch ihnen zum Siege verhelfen werde. In dieser Haltung werden sie ermutigt durch das Vorgehen Trotzki. Es wird daher notwendig sein, die erforderliche Klarheit Zn schaffen." > Staatslmnkerott. Der Staatsbankerott Rußlands ist Wirklichkeit geworden. Der Rat der Volksbeauftragten hat^am 14. Januar den Entwurf eines Erlasses über die Nichtigkeitserklärung aller äußeren und inneren Staatsanleihen Zum 14. Dezember angenoiu- men. Der Dezemberkoupon der genannten Anleihen wird nicht bezahlt werden. Ebenso werden die Staatsgarantten für Unternehmungen und Einrichtungen aller Art, die von der alten Regierung gewährt worden find, für nichtig erklärt. Verbindlichkeiten mit kurzer Umlaufszeit und andere Schatzscheine bleiben in Kraft, jedoch werden die Zinsen dieser Werte unterdrückt und die Papiere können wie Banknoten umlaufen. Inhaber innerer Anleihen rn kleineren Beträgen, d. h. von weniger als 19 600 Rubel, werden eine lebenslängliche Rente in der Höhe der bisher bezogenen Zinsen erhalten. Die Ursachen zu diesem Bankerott sind so stark, daß er wohl kaum zu vermeiden war, wenn Rußland sich,aus dem wirtschaftlichen Chaos, in das es hineingeraten ist, in absehbarer Zeir wieder herruswinden will^ aber daran ist eben auch nicht au zweifeln, daß der Bankerott, wie Calver in seiner „Wirtsch. Eorr." bemerkt, sich als ein schweres Unrecht gegen die Gläubiger Rußlands darstellt, das von einer demokratischen Regierung begangen wird, die mit utopischen Formeln regieren möchte, selbst über Wege gehen muß wie sie die harte Wirklichkeit ihr aufzrvingt, die eine schwere Verletzung aber dieser Formeln bedeuten. Ctaatsbankerotte sind in früheren Jahrhunderten sehr häufig gewesen, haben aber damals nicht die Tragweite gehabt wie auf der heutigen Stufe der wirtschaftlichen und staatlichen Entwicklung. Schon im 19. Jahrhundert waren die Staats-- bankerotte seltener. Immerhin verzeichnen wir solche in Westfalen 1812. in Kurhesten 1814-15, in Schleswig-Holstein 1850. in Oesterreich 1811, 1816, 1818. in Spanien 1820, 1834. 1851. 1867. 1872, 1882. in Rußland 1839, in der Türkei 1875, 1876, in Portugal 1837, 1852, 1892. in Griechenland 1826, 1893. Die Bankerotte amerikanischer und anderer Staaten sind in dies r Aufzahlung nicht berücksichtigt. Rußland macht also innerhalb hundert Jahre zum zweiten Male Bankerott, alrer der diesmalige Bankerott trifft in weit höherem Maße das Ausland, besonders Frankreich, als der der Jahre 183943. Damals wurde vor allem das eigene Land betroffen. Der damalige Bankerott war äußerlich eine Folge der Papiergeldwirtschaft. Schon unter Katharina II. suchte man. die Finanzen mit Papier, geld aufzuhetten. Natürlich wurden weit m<>hr ausgegeben, als in Aussicht gestellt waren. 1810 belief sich die Summe des Papiergeldes sclion auf 577 Millionen Rubel. Alerander I. erklärte das ganze Etaatsvermögen als Unterpfand und gab das Der. fprechung, daß leine Vermehrung mehr erfolgen solle. Aber schon 1815 waren 320 Millionen mehr: 1 Silberrubel stand damals 4 Rubel 18 Kopeken Assignaten gleich. Man machte nunmehr Anleihen: 1817 nahm man im Inlande eine 6prozentige Obligationsanleihe zu 83^ Prozent auf: 1818 folgte eine 6mozentige Anleihe >m Auslande zu 85 Prozent. 1820 kam eine 5prozentige Silberauleihe im Auslande zu 72 Prozent zustande. bei der die Regierung für 40 Millionen kaum 29 wirklich erhielt. Trotz dieser und anderer Anleihen gelang es aber n'cht, zu einer Gesundung der Finanzwirtschaft zu gelangen. Im Jahre 1823 betrug die Maste der umlaufenden Assignaten ncch immer 596 Millionen und ihr Kurs stand auf 3 Rubel 60 Kopeken gegen Silber. Im Jahre 1893 ging man nun dazu über, die Silberwä.hrung wieder herzustellen und den Kurs der Assignaten auf 3% Rubel gleich ein Silberrubel zu fixieren. Tie ehemaligen Bankassignaten wurden im Jahre 1843 durch die Schaffung der Reichs-Kreditbillets vollständig außer Umlauf gesetzt, welche mit Zwangskurs dem Silberrubel gleich zirkulieren sollten. Sie wurde in einem Betrage von etwas über 170 Millionen Rubel geschaffen, wofür die im Jahre 18-13 noch vorhandenen 596 Millionen Assignaten eingelöst wurden. Damit war der Staatsbankerott durchgesührt. Man sieht aus dieser kurzen Darlegung, daß der damalige Staatsbankerott von einer weit geringeren Trackweite war als der diesmalige, wenn bei der Würdigung auch der starke Unterschied der wirtschaftlichen Entwicklung zwischen damals und heute nicht außer acht gelasten werden darf. (Frp \m in (fnrojta. Zu den bereits umlaufenden Schatzungen der im Betriebs- jahr 1917—18 zu erwartenden Erzeugung an Rübenzucker in Enro;ra gesellt sich jetzt auch eine Schätzung, die aus den Kreisen der deutschen Zuckerlndustrie stammt. Nach diesen jetzt bekannt werdenden Bezifferungen glaubt man fiir Europa nur mit einer Erzeugung von rund 88^ Millionen Zentnern rechnen zu können, gegen rund 98X be.zw. 103^ und 154 Millionen Zentner in den drei vora.ngeaangenen Betriebsjahren. Das Weniger gegenüber dem letzten Bettlebsjahre fällt dabei hauptsächlich auf Oesterreich-llngarn und Rußland. Im einzelnen gibt die Schätzung für die verschiedenen in Frage kommenden Länder folgende Zahlen wieder (in Millionen Zentnern Rohzucker- wert) ' 1917—18 1916-17 1915—10 1914—15 Deutschland . . 32.00 31.00 30,24 52,00 Oesterreich-Ungarn 13.40 18,88 18,78 32,05 Frankreich . . « , 4,50 4,14 3,01 6.73 Rußland , h . . 22,00 26.50 33,42 39,55 Belgien ■ , s > 2,60 2,70 2,26 4,08 Holland * « • i 6,00 5.38 4,86 6.05 Schwet'en * . . » 2,66 2,86 2,55 3,08 Dänemark . . D 2,30 2,26 2,50 3,66 Andere Länder » 4,00 5,00 6,00 7,34 Europa: 88,46 98.22 103,62 153,94 Rach düsen Bezifferungen dürste das vierte Kriegsjahr in Europa also mir eine Erzeugung an Zucker bringen, die rund 65,48 Millionen Zentner geringer ist als die letzte Erzeugung vor Ausbruch des Krieges betragen hatte. Beachtenswert ist nach dem anfänglichen starken Sinken der Erzeugung in Deutschland die allmähliche Steigerung, im Gegensatz zu dem zahlend mäßig fast gleichen fortlaufenden Fallen der Erzeugung in Rußland und dem erneuten starken Abfall der Erzeugung in Oesterreich-Ungarn, „Verteiliniß" der Porrnte hx beichten imnäni|djfii und iinIzenWen Gebiete. Berlin. 29. Jan. Immer wieder tauchen in der Preste des In- und Auslandes Angaben über die Teilung der Vorräte der besetzten rumänischen und italienischen Gebiete zwischen Deutschland und Oesterreich-Ungarn auf. die je nach der Parttiricktung in diesem oder jenem Sinne kommentiert werden. Eine Klarstellung erscheint daher am Platze. Aus Italien kommt eine Ausfuhr von Lebens- und Futtermitteln überhaupt nicht in Betracht, da die dort vorhandenen Vorräte nicht einmal mehr zur Ernährung der italienischen Bevölkerung ausreichen. Aus Rumänien haben seit der Besetzung des Landes bis zum heutigen Tage Deutschland 630 000 Tonaen. Oesterreich-Ungarn 756 000 Tonnen Getreide einschließlich Mais erhalten. Zur richtiaen Beurteilung dieser Zahlen ist zu berücksichtigen, daß das Verhältnis der Eiawohrrer^rh! Zwischen Deutschland und Oesterreich-Ungarn 7:5 beträgt, und daß im Frieden Deutschland 5 '{. Millionen Tonnen Getreide einschließlich Mais eintührer muß. während Ossterreich.Ungarn eine nennenswerte Einfuh' in diesen Dcngen überhaupt nicht hat. (Nach dem Grundsatz de- Parität hätte Deutschland also, selbst wenn man seinen Mehr ' bedarf nicht berücksichtigt. 808 500 Tonnen erhalten müssen.--Di Schrittlettunc.) Die übrigen Rohstoffe und Landeserzeucw.ille der besetzter rumäni'chen und italienischen Gebiete sind zwischen Deutschland und Oesterreich.Ungarn nach d-nn Grundsätze geteilt, daß jeder Staat dasjenige erhält, was er am nötigsten braucht. Dsnr Fekde der Ehre. Reichelsheim. Der Landsturmmann Friedrich Gros, bei einem Fuß-Artillerie Regiment. wurde mit dem Eisernen Kreuz 2 . Klasse ausgezeichnet. Die Hessische Tapferkeits-Medaille erhielt derselbe schon früher. Herzlichen Glückwunsch. Jus der Oeimnt. )( Landesirnwersität Gießen. Der außerordentliche Pro- festor des deutschen Rechts, Dr. Edwin Mayer-Homberg in Rostock, wurde zum ordentlichen Profestor in der juristischen Fakultät der Landesuniversität Gießen ernannt. Er tritt an die Stelle des nach Halle gehenden Prof. Dr. Hübner Dorheim (S ch w e st e r n s p e u d e.) Die an Kaisers Geburtstag im hiesigen Orte, durch 9 junge Mädchen vorgenommene Hausfammluna ergab einen Betrag von 217 Mark. Rieder-Erlenboch. In der Nacht ron Sonntag auf Montag wurde in dem Gehöfte des Land- und Gastwirts Karl Libbach II. sämtlibe aushängende Wäsche im Werte von über 1000 Mark gestohlen Das Waschseil wurde anscheinend zerschnitten und damit die Wäsche zusammengebunden. Ans Hcsftn-Namm. FC. Ans dem Rcgicrungsbkzin Wiesbaden. Laut Der- fügung der Königlichen Negierung dckrf auch in diesem Jahre von der Abhaltung der öffentlichen Schulprüfungen im Bezirk abgesehen werden. FC. Dotzheim, 3. Febr. Von einem Feldgeistlichen gelangte vor einigen Tagen an die Familie des Maurers s Wilhelm Kreß dahier die Nachricht, daß ihr an der Westfront kämpfender Sohn Wilhelm von ihm beerdigt worden ser. Auf hiesige behördliche Erkundig!,ngen bei der betreffenden ( Kompagnie bin, wurde jedoch geantwortet, daß sich Kreß ' wohl befindet und sogar mit dem Eisernen Kreuz au-ge- zeichnet worden sei. Der Tod^meldung lag eine Vor- Wechselung des Namens mit einem Verstorbenen aiw einer benachbarten Gemeinde zugrunde. FC. Vom Oberwcsterwald, 3. Febr. Bei der im Walde von Langenhahn abgehaltenen Holzversteigerung ist zu konstatieren, daß die Preise gegen das Vorjahr be'nnterge- gangen sind. Tie Klafter Buchenscheittwlz kam zu W | Mark, während sic im vergangenen Jahre 120 Mark zu > stehen kam. FC. Altenmittlau, 31. Jan. Der Mühlenbettieb des Gregor Bcerner dahier wurde wegen Unzuverlässigkeit behördlicherseits geschlosten. FC. Emmershausen, 31. Jan. Im Alter von 64 Jahren starb auf dem Forsthnus Emmershäuser Hütte der Hegemeister Ludwig Gläser, eine im Taunus bekannte Persönlichkeit. FC. St Goarshausen, 31. Jan. Dem seitherigen Landrut. Geheimen Regrerunasrat Berg dahier wurde der Königlich Preußische Kronenorden 2. Klaffe verliehen. FC. Oberlahnstein. 31. Jan. Im Alter von 70 Jahren verstarb der wett und breit bekannte Besitzer der nahen Wolf'- n.ühle, Viktor Meyer. Im Kreise St Goarshausen ist er ve- sonders durch seine Tätigkeit als Mühlenrevisor bekannt ge. worden FC Montabaur. 31. Jan. Bet der gestern im hiesigen Stadtwald abgehaltenen Holzversteigerung wurden hohe Preise erzielt. Im Durchschnitt kostete eine Klafter Buchenscheitholz 150 Mark, hundert Stück Buchenmellen 60 Mark. Verantwortlich für den politischen und lokalen Teil: Otto H i r s ch e l. Friedberg: für den Anzeigenteil: N. H e y n e r. Friedberg. Drtlck und Verlag der „Neuen Tageö-eitung", A G., Fnedberg \ y Die Abgabe getragener Kleidung erleichtert den Erwerb eines Bezugsscheines. Ormue Gefahren. Nomon aus der Gegenwart von M. Gontard - Schuck. 32, Nachdruck uerbolcit. Ohne die geringste Beschädigung und viel schneller, als er erwartet wurde, kam Kapitä'nleutnant von Werkheim wieder im Heimatshafen an. Das deutsche Volk aber jubelte von neuem. „Wieder einer'" hieß es. „Unsere Tapferen an der Küste hatten scharfe. Wacht. Hüte Dich, England! Der Pfeil, der Dich in Dein falsches, verräterisches Herz treffen soll, ist geschärft!" Man atmete auf. Das war es, was uns gefehlt hatte. Diese Männer, die unerschrocken und tapfer dem falschen Freunde endlich die Zähne zeigten. Dem falschen Freunde, der leider allzulange mit Samthandschuhen gestreichelt worden war. — "Ich bin eigentlich ganz beschämt, daß man gar soviel Aufhebens'von unserer Fahrt macht," sagte Werkheim nach einigen Tagen zu Mittler. „Alle Zeitungen sind voll davon. Es ist doch schließlich alles selbstverständlich. Damals mit l' 9 war es was anderes. Ich kann es verstehen, daß die Aufregung groß war. Es handelte sich um den ersten Vorstoß. Aber jetzt ist's doch schon nichts Neues mehr." „Die drinnen im Reich würden sich nicht so sehr wundern., wenn sie den Geist unserer Marine besser kennten. Wenn sie wüßten, welch grimmer Haß unsere blauen Kuugens seit Jahren beseelt." „Sie haben recht! Man kann es merken, wenn es etwas auszuhecken gilt, was gegen die da drüben geht. Da sind sie alle dabei." „Seit wir es wagen, auch eine Marine haben zu wollen, kann man sich drüben ja nickt genug tun mit Spotten. Waren Sie nickt damals auch dabei, als wir mit den Engländern vor Penang zusammentrafen?" „Mit der Niobe? Nein, ich war nicht dabei. Aber ich lA ■ -chüD D' weiß, was ©ic meinen. Die gfofee Schlägerei zwischen den Engländern und den Unseren. Ich war nicht draußen da- mals. Ick habe nur davon gehört." „Na, ich war dabei. Die Engländer haben die Unseren natürlich wieder so lange gehänselt, bis sie dreinschlugen Wir Offiziere hatten mit den englischen Offizieren zusam- nien ein Essen. Na, die Herren Offiziere waren ja im ganzen etwas vorsichtiger, aber an Anspielungen auf unsere "funny little Fleet" fehlte es auch da nicht. Ter Unterschied bestand nur darin, daß wir nicht gleich mit den Fäusten dreinschlugen. Obgleich ich sagen kann, daß ich es nur zu gern getan hätte." „Ja,. es ist schon so. Die Herren Engländer haben etwas zuviel Selbstbewußtsein und Stolz, und wir etwas zu wenig. Beides ist vom Uebel. Hoffen wir, daß sich das alles nach dem Kriege ausgleicht. Wir wollen schon das Unsere Lun, daß den Herren Vettern das übermäßige Selbstbewußtsein etwas beschnitten wird.". —- * Helen und Alfred saßen an einem der nächsten Tage beim Morgenkaffee, als der Bursck)e einen ganzen Stoß Zeitungen hereinbrachte, in denen die Heldentat von U 7 in allen Tonarten gepriesen und besprochen wurde. Heleu las selten die deutschen Zeitungen, wenn ihr Gatte nicht daheim weilte, und wußte also noch nichts von dem, was vor zwei Tagen geschehen war. . Nun schob Werkheim ihr einige Blätter zu, deren Leitartikel fett gedruckt und mit Blaustift bezeichnet waren. Helen las. „O, Fred, das hast Du getan?" Stolz und Freude leuchteten aus ihren Augen. Dann schien es ihr plötzlich-zum Belliußtsein zu Kimmen, gegen wen sich diese Heldentat gerichtet. „Eigentlich ist es ja abscheulich von Dir. Hast Du denn ganz vergessen, daß das meine Landsleute waren, die Du da vernichtet hast?" Verwandten, Freunden und Bekanntenteilen wir mit, daß Gott, unseren lieben guten Gatten, Vater, Schwiegervater, Großvater, Schwager und Onkel Herrn Balthasar Hofmann II. im Atter von 69 Jahren von seinem schworen Leiden erlöst und in ein besseres Jenseits ab- gerusen hat. Nodheim v. d. Höhe, den 5. Februar 1918. 2m Namen der Hinterbliebenen: Margarethe Hofmann geb. Selzer . Richard Hofmann, z. Zt. im Lazarett Emma Hofmann geb. Leonhard und 2 Enkel. Die Beerdigung findet Freitag, den 8. Februar, nachmittags 3 Uhr statt. „Daran habe ich allerdings nicht gedockt," taoie er rrudr mittig spottend. „Hätte ich niir das überlegt, dann hätte ich die Besatzung der Schüfe erst höflich ersucht, ausgutteig-n che ich die Kreuzer versenkte. Ich nehme natürlich an. dach . ne ^andsteilte l oenso anständig gewesen wären und zu. nur gesagt hätten: Sehr freundlich von Ihnen, Herr Kom- Mandant. Von Rechts wegen müßten wir " jetzt die Mündungen unserer schweren Geschütze auf Sie richten und Sw auf den Grund des Meeres befördert-, aber es ist uns bekannt, daß Sie eine Landsmännin von uns zur Frau haben, deshalb tun wir e-3 nicht. — So ungefähr hast Du es Dir gedacht, nicht wahr?" „Spotte nur! Hast Du schon an Papa gedacht? Hast Du daran gedacht, was er sagen wird, wenn er erfährt, daß gerade Du es warst, der der'englischen Flotte diesen Streich gespielt?" „Jawohl, au den Papa habe ich gedacht.. Mit dem größten Vergnügen sogar. Bin ich nicht ein gelehriger Schüler Sir Edwards? Wie wich er stolz aus mich feml Kampf bis aufs Messer! Rücksichtslosestes Vorgehen) Je grausamer, desto besser! Das sind nur so einige Schlagworw aus seinen Grundsätzen." „Papa! Das hätte Pasn gesagt? Das ist nicht wahr! NieinalS! Es ist unmöglich! Papa ist der liebste und beste Mensch. Und wenn er auch manchmal noch so ärgerlich war, er wurde doch bald wieder gut. Und Papa sollte so etwas sagen! Nein, das glaub' ich nicht." „Du vergißt, Liebling, von wem Tu sprichst. Tn redest von Deinem Vater, ich aber meine Sir Edward Donglas, den Minister, den Feind Deutschlands Das darfst Du nie vergessen. Diese beiden mußt Du immer vorsichtig auseinander halten." Fr v r Kekarmtmachnng. Nächsten Freitag, den 8. d. Mts., vormittags von 9—16 Uhr, verkaufen wir an unserem Schalter, Eingang, von der alten Bahnhofstratze aus, ^IStt>'ffft|| oifrte Sinnt?. Preis pro Pfund 36 Pfennig. Friedberg, den 5. Februar 1918. Exotischer LeLsnsmiL-el-AusschM^ Langsdorf. Kekautttmachung. Nächsten Freitag, den 8. Februar, nachmittags von 3—4 Uhr, verkaufen wir an unserem Schalter, Eingang von der al en Vahnhossstraße aus, an Schwerarbeiter soweit der Vorrat reicht Mineral-Nährhefe in Packungen von % Kilo zu Mk. 1.80. Die Brotzusatzkc rten sind als Ausweis vor- zulegcn. Friedberg, den 5. Februar 1918. Stadt. LebensmMel-Ausschutz» » Langsdorf. Ortsgruppe Friedberg. Donnerstag, des 7. Februar. 7V a Ahr. 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