U,immer 27 Freitag, - K-ss-n». ..Ai, S»Um»«d.«. K.,»s-P-.!-- Bei den Poltanstalten oiertettäiiiXidi '>1(1 2.40 fjin u mit noch das Bestellgeld: den Aaenten mona.Iich 85 B,g. einlchlietzlich Träger,ol,n. Ameigen- Grund,eile 25 Pjg.. lokale 20 B,g° An,-wen oon ausmär.s ZI lr * 5 . °^°ben. G' lulUinpson Friedberg. Kchr-iNlritunq ^^^ia ^T e ^l^ ^^eabe^J^)e!^^)^^ augT^raqc 12. Fem'precher 48. B-stUieck-Lonto Sir. «zzz. Ami ^ta.Muti a! 'El ' Lustangriff auf Paris. Angriffe der Iialicner bei Aftago ge?cheitert. — Zwei englische Unterseevsoie vernichtet. I90i)0 Tonnen versenkt. — Kriegserklärung der Koffchsmiki NN Rumänien. Sireikünsschreiinngen in Koriin. Der deutsche GeneraMab meldet: M. T. K. Trotzes Kaupt^uartLer» den ZI. JauAav. AEich. Westlicher Kriegsschauplatz. Die Gefechtstätigkeit blieb auf Artillerie- und Minen- «-srfer-Kämpfe an verschiedenen Stellen der Front beschränkt. * 2l"i Weihnachtsabend und im Laufe des Januar haben Flieger unserer Gegner trotz unserer Warnung wieder offene deutsche Städte weit außerhalb des Operationsgebietes angegriffen. Dank unserer Abwehrmaßnahmen traten nennenswerte Verluste und Schäden nickff ein. Zur Strafe wurde die Stadt Paris im ersten planmäßigen Luftangriff in der Nacht vom 30. zum 31. Januar mit 14 000 Kilogramm Bomben belegt. \. Italienischer Kriegsschauplatz. Südwestlich von Asiago scheiterte ein italienischer Luftangriff im Feuer. Zwischen Asiago und der Brenta blieb die Artillerietatig- kett rege Die Zahl der von den österreichisch.ungarischen Truppen ?n den letzten Kämpfen gemachten Gefangenen hat sich auf 15 Offiziere und 060 Mann erhöht. Von den anderen Kriegsschauplätzen nichts Neues. Der Erste Eeneralqnartiermeister: Ludendorff. Akiend'ericht. Berlin. 31. Jan. (MTV. Amtlich.) Abends. Auf der Hochfläche von Astago sind erneute Angriffs des Feindes gescheitert. Von den anderen.Kriegsschauplätzen nichts Neues. si Der österreichische GeneraMab \\ “ = - meldet: — ■ - II SBiCi?, 31. Joil WTB. Nichtamtlich.) Amtlich wird ver- lantbart: Südwestlich von Astago wurde ein feindlicher Vorstoß abge- wiefen. Auf dem Ostteil der Hochfläche von Allago blieb die Gefechtstätigkeit auf lebhafte Artillerie^ämpfe beschränkt Die Zahl der in den letzten Kämpfen eingebrachten Gefangenen er. höhte sich auf 15 Offiziere und 660 Mann. Der Chef des Generalstabev. Das türkische Hanptgnartier jj ®==== meldet: r — ü Konstant! nep-l. 29. Ion. (MTB ) Amtlicher Tagesberlch!. An den Dardanellen ist durch das Gefchützfsuer der Darda- Nellen-Vatterien das engli'che Unterseeboot „E. 14" bei Kumkale versenkt worden. Sieben Manu wurden gerettet. Einem zweiten englischen Unterseeboot, „E 82". wurde bei Nagara das Sehrohr abgeschosien Dann wurde ein großer Oelffeck beobachtet, so daß auch dieses Voot mit ziemlicher Sicherheit als vernichtet gelten kann. Durch Maschinengewehrfeuer wurde ein englisches Wasserflugzeug, System Shore, bei Nagara zum Landen gezwungen. Die Besatzung wurde gefangen genommen und das Flugzeug unverß.hrt geborgen. An den übrigen Fron- ten ist die Lage unverändert. Luftangriff auf Da vis. Die Wirkung in Paris. P-l-»s, 39. Jan. (Amtlich.) Der Angriff feindlicher Flug- zeuge auf Paris fand in der letzten Nacht statt. Gegen 11 Uhr 30 wurde Alarm geblasen. Bomb-en wurd.-n an verschiedenen Stellen des Pariser Häusermeeres abgeworfen. Man meldet Sachschaden und Todesfälle. Vollständigere Meldungen werden veröffentlicht, sobald verbürgte Nachrichten cinlreffen. Havas meldet? Hm 11 Uhr 35 Minuten nachts griffen die Abwehrgeschütze die feindlichen Flugzeuge in der nördlichen Gesund von Paris lräftig an. Um 11 Uhr 55 Minuten wurde gemeldet, daß eine Bombe auf ein Haus gefallen fei, das ziemlich ernstlich beschädigt wurde. Zahlreiche Fensterscheiben in den benachbarten Hausern wurden zerbrochen, etwas später wurde ein Abwurf anderer Bomben nicht gemeldet. Die Luftangriffe »ruf London. London, 30. Jan. Amtlicher Bericht über die Luftangriffe. In der letzten Nacht zwischen 10 Uhr abends und 12 Uhr 30 Minuten morgens sind von feindlichen Flugzeugen mehrere Angriffs auf London unternommen worden. In einem Falle ge. lang es den Anareifern, in die Hauptstadt einzudringen. Die erste feindliche Maschine überffog die Insel Thanet um 9'A Uhr ünb fuhr die Themse-Mündung weiter in der Richtung nach London. Sämtliche Flugzeuge wurden durch Geschützfeuer zur Umkehr gezwungen Ungefähr zur'selben Zeit flogen vier andere Angreifer über die Küste von Essex. Auch ihnen gelang es nicht, durch die äußere Verteidigungslinie der Hauptstadt durchzudringen. Inzwischen passierte ein einzelnes Flugzeug, das um 9A Uhr Über die Küste von Essex geflogen war, im Vogen Nord- und West-London und warf einige Bomben am südwestlichen Rande der Stadt ob. Zur gle-chen Zeit ließ eine andere feindliche Maschine Bomben am Nordostrande der Stadt fallen, ohne jemanden zu verletzen oder Schaden anzurichten. Andere Flugzeuge, die die Küste von Ke^ * gff C j zwilchen lö llftr 26 und 10.50 Ubr überflogen hatten wurden auf ihrem Wege nach London an verschiedenen Stellen zur Rückkehr genötigt. Der Schlnßangriff. der von drei oder vier Maschinen Zwischen 1m Uhr und Mitternacht über die Ester-Küste hinweg ur^ternomm-n wurde, war ebenfalls ohne Erfolg. An verschiedenen Stellen von Kent und Estex wurden Bomben abgeworfen. aber es lagen noch keine detaillierten Angaben über Menfchen- rcrluste oder Schäden aus diesen Grafschaften vor. In den südwestlichen Vorstädten von London wurden einige weniqe Per. scnen getroffen. Vermutlich nahmen an den Luftanoriffen un- geffibr ebensoviele Flucneuge wie in der vorherigen Rocht teil nämlich 15. Eine Anzahl unserer Flug?euoe stieg cn-r und es wurden mehrere Gefegte mit feindlichen Flugzeugen gemeldet. Einer unserer Flugzeugff'ibrer griff ein feindliches Flugzeug am nordwestlichen Ronde von London an, was zur Folge batte, daß cs feine Bomben im offenen Gelände fallen ließ und sich davon mack'te Alle unsere Flieder kebrien wohlbehalten zurück. Rotterdam ?< ^ Neue Reuterberichte aus London schildern, wie bei dem Flie^eranoriff our London an» Montag- abend eine Vcmbe in eine Uptergrundbabnsiation einfchlug. in der sich zahlreiche Männer und Frauen zum Schuhe zusammetwefun- den hatten. Noch einer heftigen Explosion, die große Beton- stücke hsrnmschlenderte. brach Fe"er ans. Das ganze Gebäude war bald ein Flamchenmeer. Eine Stichflamme seüte einen Mann in Brand, der als eine brennende Fack"l ins Master gewälzt werden mußte, um dte Flammen zu ersticken. 10 000 Tonnen versenkt. Berlin, 30. Jan (MTV. Amtlich.) Unseren U-Booten fielen im mittleren und östlichen Mitte^meer kürzlich 19 000 Brutto- registertonnen Handelsschiffsraum zum Opfer. Im befond"ren wurde dadurch der Transportrerkehr nach Italien betroffen. U. a. wurden zwei grabe Dampfer aus einem durch zahlreiche- Bewacher und U-Bcoffäger gesicherten Eeleitzug herausgeschossen. Der Chef des Admiral st abs der Marine. « Berlin, 30. Ion. (MTB.) Auf den Seeverkehr nach Italien wirkt nustr U-Voatkrleg geradezu verheerend. Dem „Po- polo Romane" vom 22. Januar zufolge schätzt der italienische F'.nanzminister Rttti den Verlust der italienischen Handelsflotte im Verlaufe dieses Krieges auf 55 v. H. Diese Entwick- l:ing erfüllt uns Deutsche mit umso größerer Genugtuung, als das Vertrauen auf die freie Schiffahrt für Italien die selbstverständliche Voraussetzung zu seinem Verrat am Dreibunde und zum Anschluß an England bildete. Nun ftoift die Einfuhr von Kohlen. Erzen und Lebensmitteln. Die Eisenbahner und selbst die Kriegsindustrie leiden iwt. Italien ist völlig auf die Gnade Englands angewiesen, das die Front in Denetien als Nebeirkriegsfchanplatz behandelt und nur hilft, wenn Italien sich weiter für die nnelgenirützigen Pläne der Entente opfert. Slillgelcgte Schiffahrt. Aus dem Haag, 30. Jan. (MTV.) Das Niederländische Korrespondenz-Bureau erfährt, daß die Fahrt nach Skandinavien zeitweilig stillgelegt ist-. Die Maßregel soll dvrch dis Furcht veranlaßt worden sein, daß die deutsche Marine Schiffs mit Ladungen an den niederländischen Ueberseetrust anhält, da das deutsche Prisengericht unlängst die Adresse dieser Gesellschaft für eine nicht genügende Bürgschaft dafür erklärte, detz die Maren nach .den Niederlanden bestimmt seien. Wirkungen des H-Dooikrieaes. Bern, 31. Jan. Der Lebensmittelkontrolleuer Lord Rhondd« envahnte in einer Rede in Newport, die deutschen Tauchboots hätten in einer Woche im Dezember drei Millionen Pfund Speck und vier Millionen Pfund Käse versenkt. Zweifellos lege der Tauchboctkrieg England bedeutende Unannehmlichkeiten und Entbehrungen auf Man müsse eben den Gürtel fester schnallen und dem Feind ins Gesicht lacken. Die Versorgung mit Vrct und Weizen sei nicht so befriedigend, da das Lebens- mittelamt wegen der schlechten Ernte in Frankreich und Italien viele amerikanische Sendungen dorthin leiten müßte. Trotzdem bestehe kein Grund zur Besorgnis. m Kopenhagen. 30. Jan. „Finans Tidende" schreibt im Anschluß an eine Ueberstcht über die U-Bootergebnisse im Jahrs 1817 Es läßt sich nicht b>'streiten, daß der U-Bootkrieg, wenn er auch nicht so schnell gewirft hat, wie die Deutschen es berechnet haben, die Herrschaft Englands zur See untergräbt. Englische U-Bootmeldnngen. London, 30. Jan. Der Transportdampfer „Aragon" (9583 Vruttoregfftertonnen Royal Mail) wurde am 30. Dezember im östlichen Teile des Mittelmeerce torpediert und zum Sinken gebracht. Ein britischer Torpedojäger wurde, als er damit beschäftigt war. die Urberlebenden aufzufischen, ebenfalls torpediert und versenkt, wie bereits tm Bericht vom 7. Januar gemeldet wird. Das Hilfskriegsschiff ..Ormanieh" (4011 Brutto- Registertonnen Khedivial Mail S. S. Co.) ist am 31. Dezember an ungefähr derselben Stelle auf eine Mine gelaufen und gesunken. Mil dem Dampfer „Aragon" sind vier Schiffsoffiziere, darunter der Kapitän. 15 Mitglieder der Besatzung, zehn Armee- vfsiziere und 581 Personen ums Leben gekommen, mit dem Dampfer „Osmanieh" drei Schiffsoffiziere, darunter der Kapitän, 21 Mitglieder der Besatzung, keine Armeeoffiziere. 166 Soldaten und 8 Fliegerinnen. Von diesen beiden Schiffen war in der Unterhaussitzung vom 24. Januar die Rede. Calais englisch? Basel, 30. Jan. Der skandinavische Mitarbeiter des Allgemeinen Prestedienstes meldet: Die früher schon ausgestellte Behauptung, daß Frankreich einen Vertrag mit England auf Pachtung von Calais für 99 Jahre abgefchlosten hat, wird nun definitiv bestätigt. Calais ist von England^ auf der Landfeile wie auf der Seeseile außergewöhnlich stark befestigt und damit ganz zum englischen Hafen gemacht worderu Der Kriegsrnt der Cniente. Versailles, 30. Jan. (MTB. Nichtamtlich.) Der Kriegsrüß der Alliierten ist heute nachmittag zufammengetreten. Vor ssrkion'ffri, itn der Welilront? „Matin" und „Echo de Paris" melden die Abreise der Kriegsberichterstatter und der neutralen Militärattaches an di« englisch-französische Front. Knk^rr!!!!!rWgdrrVoI!l!!rmlri orornün" Sn'ril Be'lin, 30. Jan Folgender russischer Funkfpruch behandelt den Bruch der Bolschewiki mit der rumänischen Regierung^ Die mit Verbrechen befleckte rumänische Oligarchie hat die Kriegshandlungeir gegen die russische Republik eröffnet. Gewohnt ihre Herrschaft auf Armut und Kabale und dem Blute der rumänischen Bauern und Arbeiter zu begründen, hat die rumänische Monarchie den Versuch gemacht, sich, ihre Gutsbesitzer uird ihre Bankiers durch die Besetzung Bessarabiens und dessen Umwandlung in einen Prellbock gegen die mächtige Strömung der russischen Revolution zu reiten. Die Verbrechen der rumänischen Militär- und Zirilmacht sind unzählig. Die Kommissare und Vertreter der russischen revolutionären Truppen werden verhaftet und erschollen, die revolutionären Truppen werden ausgehungert urrd entwaffnet. Beim Rückmarsch ins Hin- terlanb werden sie mit Geschützen beschossen. In allen diesen blutigen Verbrechen nimmt eine der ersten Stellen der Ober« befÄlshaber der rumänischen Front, Tscherbatschew, ein. Al» Protest und Warnung hat der Rat der Volkskommissare den rumänischen Gesandten einer kurzfristigen Verhaftung unterzogen. Die Maßregeln blieben ohne Wirkung, die Verbrechen dauern fort. Der Rat der Volkskommissare verfügt die Eröffnung der Kriegshandlungen, alle diplomatischen Beziehungen mit Rumänien werden abgebrochen. Die rumänische Gesandt» fchast und überhaupt alle Agenten der rumänischen Macht wer- fdon in kürzester Frist ausgewiesen. Der in Moskau ausbewahrte Ooldsonds Rumäniens wird als unantastbar für die rumänische Oligarchie erklärt. Die Ratsgcwalt nimmt auf sich die Verantwortung für die Unversehrtheit des Fonds und wird ihn in die Hände des rumänischen Volkes übergeben. Der gegen die Revolution aufrührerische Oberbefehlshaber d;r rumänischen Front, Tscherbatschew, wird zum Feinde des Volkes erklärt und außerhalb der Gesetze gestellt Ein weiterer Funkspruch sagt u a.: Diamandi mit seiner Suite wird aus den Grenzen der russischen Republik hinans- tefördert, wodurch die Ententebotschafter von der Notwendig, feit befreit werden, immer neue Forderungen k resis der Unantastbarkeit Diamandis stellen zu müsien. Nachdem nun einmal nicht nur das Schicksal einiger Landstreicher, sondern heute das Schicksal des ganzen rumänischen Volkes auf die Karte gefetzt ist, bedeutet die getroffene Maßnahme eine direkte unmittelbare Unterstützung der rumänischen Rovoluion, welche in der Diese der sozialistischen Schichten Rumäniens längst herangereift ist. Diese Revolution, ihre Parteien und ihre Führer können auf die volle Unterstützung der Ratsregierung. rechnen. e Abbruch der Beziehungen. Basel, 31, Jan. Die „Daily News" melden drahtlos ans Jaffa' Die r,»manische Regierung verkündete am 29. Januar den Abbruch der diplomatischen Beziehungen mit Rußland. Vormarsch der Bolschewik, auf Jaffa. „Daily Ehrouicle" meldet aus Jaffa daß die Bolfchemiki- truppen sich dem Gebiet van Iasiy nähern. Zur Verteidigung Jaffas seien alle Varbereituna^n getroffen. Verbindung der Ukraine und Rumänien. i Mailand. 31. Jan. Der Vertreter des „Corriere della Sera*' Meldet ans Vetersbnrg' Zwischen Rumänien und der Ukraine bestehe betreffs ibrer Haltung ge^enüb?r den Maximalisten eine Ueberrrnknnst. Nach den in Regierunaskreisen vorliegenden Berichten hat der Vormarsch der rumänischen Truppen in Bcsiarabien erfolgreich begonnen und macht rasche Fortschritte, da die maximalistischon Truppen nur schwachen Widerstand leisten. Ungeachtet des rnstisch-rumänischen Konfliktes gedenken nach der Abreise des rumänischen Gesandten die übrigen Vertreter der Alliierten auch weiterhin in Petersburg zu verbleiben, da sie der Ansicht sind, daß die beffarabiscke Frage nach den Grundsätzen des Celbstbestimmungsrechtes gelost werden wird. Finnland. Stockholm, 31. Jan. (WTB. Nichtamtlich.^ Die sinn- ländische Gesandtschaft in Stockholm bat folgendes Telegramm von dem Befehlshaber des Schutzkorps in Finnland, Genera! Grafen Mannerheim, erhalten: Tornea. 29. Jan.. 11 Nbr abends. Vergangene Nacht und im Laufe deS Dienstags wurden russische Soldaten in Keni. Kajena und Ilmola entwaffnet. In Savkt-Micbel wurde die Note Garde gezwungen, sich zu ergeben: der Anführer wurde gefangen genommen. Die Schutzkorps zeigten überall großen Heldenmut' sie nahmen im Sturm feuernde Batterien. Der Kampf in Gaulakerlehy war ziemsich heftig und dauerte bis 7 Uhr nachmittaas, wo alles glücklich beendet war. Stockholm, 31. Jan. (WTB. Nichtamtlich.) ..Alton- tidninaen" erfährt aus Haparanda. daß der finnische General ™raf Mannerheim auf dem Marsch nach dem Süden durch Schutzgardisien und Bauern große Verstärkungen erhalten habe, sodaß sein Heer von 15.000 auf 50,000 Mann ana-waßsen lei. Er beabsichtige nun, Finnland von den russischen Nlagegeistern zu befreien. Er soll sich auf dem Weg nach Bjoerneborg befinden. — Die finnischen Reale- rungsvertreter. die Schwedens Hilfe erbitten sollen, kaman heute in Stockholm an und wurden von dem finnischen Gesandten Staatsrat Gripenberg auf dem Bahnhof empfangen. Trotz! mißbilligt das Borgten gegen Finnland. Köln, 31. Jan. Die „Kölnische Zeitung" meldet aus Kopenhagen: Nack eü-er Meldung aus Helsingfors erhielt der früher»- Präsident der Republik Finnlands Svin Hufvood von Trotzki ein Schreiben, worin dieser es bedauert und mißbilligt, daß die rvsiiichen Truppen mit Macht in die Verhältnisse Finnlands ein- gegrsiien hätten. Er nehme an. daß dieses geschehen sei. weil die Rusien von den finnländischen bürgerlichen Truppen angegriffen worden seien. Die russischen Truppen würden sobald wie möglich aus Finnland zurückgezogen werden. Es würde ein gemeinsamer Ausschuß eingesetzt werden, der alle Fragen, die für Finnland von gemeinsamem Interesse seien, entscheiden solle. Ein schwedisches Kanonenboot und zwei schwedische Dampfer geben morgen nach Finnland ab, um die schwedischen Untertanen, die Finnland zu verlassen wünschen, an Bord zu nehmen. Ciofcnl» und Wand billcn tun Dnifldjm Schutz. Stockholm, 30. Jan Wie „Stockholms Tidningen" mitteilt, erschienen am Montag drei Vertreter der livländischen und est- ländtschen Ritter- und Landschaften bei dem hiesigen Vertreter der ru'stichen Regierung und überreichten ihm folgende Er. tlirimg: ytafibem die russische Regierung mehrfach anerkannt hat, daß die mit Rußland vereinigten nichtrujsischen Gebiete da» Recht hüllen, selbständig ihr politisches Geschick zu bestimmen »nd die zukünftigen Beziehungen mit Rußland zu regeln, sich >par völlig von Rußland lvezulösen, erklären die livländischen und estiandlschen Ritter- und Landschaften» da sie dte verfassungsmäßigen Vertreter dieser Lander find, die Selbständigkeit Livlands und Estlands. Sie nehmen daher für sich das Recht in Anspruch, mit allen Mächten Verträge jeder Art zu schließen und geben gleichzeitig dem Wunsche Ausdruck, in freundschaftlichen Beziehungen zu allen Völkern Rußlands zu bleiben. Zum Schluß heißt es in der Kundgebung: Die wiederholten Ueber- griffe der geftiirzten Selbstherrschermachl und die zahlreichen Ukbergriffe gegen die Gesetze des Landes, die von der republikanischen Negierung Rußlands zugelassen wurden, brachte da» Land in eine verzweifelte Lage und nahm ihm die Möglichkeit, sein staatliches Dasein zu festigen. Die Vertreter des Landes find somit gezwungen, sich nach Schutz außerhalb der Landesgrenzen umzusehen und dort Garantien für Gesetz und Recht zu suchen. Daher beschloß die Ritterschaft Livlands und Estlands, das Deutsche Reich um Schutz zu bitten. Sie will die Vertreter der russischen Negierung davon zur selben Zeit in Kenntnis setzen, wie dieser Beschluß der deutschen Negierung übermittelt wird. Das ist die „Freiheit". Stockholm, 29 Jan. (WTB.) Aus neutraler Quelle wird uns mitgeteilt daß sich das ganze politische Leben Petersburgs in krampfhaften Zuckungen abspielt. Vorläufig glückten der Smolny-Regienmg ihre beabsichtigten großen Coups. Gestützt auf ihre Rote Gcrrde und die Marinetruppen, war es ihr nicht allzu schwer die Konstituante nach knapp 24 Stunden wieder heimznschicken und an ihrer Stelle den ihr bedingungslos er- gbenen Konvent einzuberufen. Auch auf allen anderen Gebieten wird nach dem Rezept: ..Und willst du nicht mein Bruder sein, so schlag ich dir den Schädel ein" vorgegangen. Die Knebelung der Presie ist kaum noch zu übertreten. Mit Aus. nähme der Parteiblätter ..Pro.wda" und „Iswestifa" werden alle Zeltungen aufs schärfste kontrolliert und unerbittlich bestraft Mit politischen Geen^rn wird kurzer Prozeß gemacht. Die Mitglieder der Opposition worden andauernd bedroht. Wieviele Personen in der letzten Woche verhaftet morden sind, last sich gar nicht übersehen, da nur die weniasten Fälle öffentlich zugegeben werden. Die Sensation der letzten Tage war die Ermordung der früheren Minister Schingarew und Kokcscbkin. Beide wurden weaen ihres leidenden Zustandes von der Peter- Pauls-Feftvng nach dem Krankenhause gebracht, wo sie in der Nacht nach ihrer Einli-eferung von Marinesoldaterr niedergeschossen wurden. Kokeschkin war sofort tat. Sckingarew starb nach mehrstündigen Qualen. Aus den ersten Blick trug das Verbrechen alle Merkmale des gemeinen politischen Mordes an sich. Die herrschende Clique weist aber jede Mitschuld von sich und behauptet, die Gegenseite' Hobe die Ermordung angezettelt, um sich eine Waffe gegen die Volschewikt in die Hand zu spielen. Trotzlri, der Weltrevolntionär. Berlin, 31 Jan. Jetzt gibt man auch in Kreisen der russischen Armee unumwunden zu. daß Trotzki in Bresi-Litowsk nur Hinfchleppen der Verhandlungen bezweckt. Er soll dieser Tage in einer Rede in Petersburg ausdrücklich erklärt haben, daß Hand in Hand mit den Verschleppungsversuchen die zum Fenster hinaus gebalten-n Reden an das Proletariat der Mittelmächte durchaus ihre Wirkung getan hätten. Die Verzögerung der Verhandlungen schaffe der russischen Revolution mächtioe Freunde. Die zchntäoige Verhandlungspause sei durchaus nicht zv'ecklos verlaufen. Freilich erklärt man gerade bei den russischen Truppen, daß Trotzki und Lenin nicht ohne den Frieden heimkommen dürfen, wenn sie an der Macht und am Leben bleiben wollten. Nach Aussaoen der russischen Soldaten ist der Kriegszustand zwischen Rußland und Rumänien bereits erklärt. In der Ukraine dauern die Kämpfe zwischen den bolscknwislischen Truvpen den Ukrainern und den Kosaken an. Für die Sinnesart Trotzkis und seiner Anhänger ist es überaus bezeichnend, daß es in einer Meldung der Petersburger Telegraphen-Agentur heißt: es werde zwar noch schwerer Kämpfe lür den Frieden bedürfen, aber der endliche Frieden werde nicht in Brest-Litowsk sondern in drn Straßen von Berlin und Wien geschloffen werden. Das englische und französische Proletariat werden der russischen Revolution ebenfalls zu Hilfe eilen. Das Wichtige aus der letzten Vollversammlung in Bresi-Litowsk bestand eigentlich nur darin, daß Trotzki nunmebr die Anerkennung der ukro'n en Deleoation förmlich zurück,gezogen hat. da ja jetzt in der Ukraine die Bolschewisten herrschten. Das Auftreten gegenüber der Ukraine ist ungemein charakteristisch. So verfahrt man nun auch mit dem Selbstbestinimungsrccht der Ukraine und macht es praktisch unmöglich, nur weil die Zusammensetzung der Rada den Petersburger Machthabern ebensowenig paw, wie das Friedensbedilrfnis der Rada und so wird in der Ukraine wie in Finnland der Bürgerkrieg entfacht, der offenbar eine unausbleibliche Folge des bolschewistischen Systems ist. Zu den Friedensverhandluugen. Trotzki deckt feine Karten auf. Stockholm. 31. Jan. Trotzki hat sich über die Taktik, die er bei den Verhandlungen in Brest-Litowsk verfolgen will, zu verschiedenen Freunden folgendermaßen geäußert: Sein oberster Grmrdsatz wäre, die Verharldlungen möglichst hinzuziehen. Die russische Abordnung werde möglichst viele Werbereden zum Fenster hinaus an die Bevölkerung der Kaisermächte halten. Die Mittelmächte verlören dann schließlich doch die Geduld und verzichteten auf Wetterführung der Verhandlungen. Dann müßten die Vertreter der Mittelmächte mit leeren Händen und mit der» Odium de» Abbruchs der Verhandlungen belastet nach Hause fahren. Sie würden von den Völkern, die inzwischen genügend international bearbeitet wären, Übel empfangen und erlebten dann hoffentlich bald den Umsturz in ihren eigenen Landern. Gegen eine Verschleppung Ut Frietze»»verhandtungeu. „Nowaja Schis»" zufolge haben die Delegierten der Mittelmächte ln Brest-Litowsk Herrn Trotzt erklärt, daß ste gegen ^e Mt^U Verschleppung her Verhandlungen energisch lnng nehmen würden, da weitere Unterbrechungen nicht mehr gestattet werden könnten. Nach Wiederaufnahme der Verhand-« lungen in Brest-Litowsk könne nur der Abschluß des Prälimi^ narlriedens oder die vollständige Aussetzung der Verhandlungen' in Betracht kommen, denn es müsse endlich praktische und positive Arbeit geleistet werden. Hindenbnrg und Trotzki. Der ..Berliner Lokalanzeiger" schreibt an leitender Stelle: Unsere Oberste Heeresleitung ist. das können die Petersburger Machthaber glauben, vollkommen darauf vorbereitet, wieder ihrerseits das Wort zu ergreifen, wenn die Verhandlungen in Brest-Litowsk die Friedenshoffnungen zunichte machen sollten. Reise der russischen Frledensdelegierten nach Wien? Paris, 31. Jan. Die Agentur Radio meldet aus Petersburg: Die russische Delegation suchte beim Grafen Czernin um die Erlaubnis nach, sich nach Wien begeben und mit dem Vertreter der österreichischen Sozialdemokratie Besprechungen ausnehmen zu dürfen. Der Bescheid aus die Anfrage ist in Petersburg noch nicht eingetroffen. Zur StreikireWeannS. Ausschreitungen in Berlin. Während die Haltung der Ausständigen bisher irrt großen und ganzen ruhig und friedlich war, ist es heute in niedreren Gegenden Berlins sowie in Spandau zu größeren Ausschreitungen gekommen. Es fanden unter anderem Angriffe gegen Straßenbahnen statt. Am Alexanderploß. in der Vrunnenstmße und am Wedding wurden mehrere Wagen angehalten, Scheiben eingeschlagen und die Führungsleinen durchschnitten. Sehr bedauerliche Ans- sch'reitttngen baden sich in Altmoabit abgespielt. Die „Kriegszeitung" berichtet darüber unter anderem: Hier hatten sich in den Vormittagsstunden nach und nach Tausende von Männern und Frauen zusammengerottet, die die Straßenbahn stürmten, die Scheiben zertrümmerten und mehrere Wagen auer über die Straße legten. Gegen 10 tlbr entstand in einer Gastwirtschaft an der Gotzkowskybrücke eine Schlägerei zwischen Knndgebern. Einschreitendes Militär suchte die Ausständigen zu trennen und in die Gastwirtschaft einzudringen. Darauf stürmte die Menge laut schreiend nach der Brücke und die dort haltende Scknitzmcmnskette vermochte dem Anprall der Massen nicht standznbalten. Im selben Augenblick fielen auch schon einige Schüsse gegen die Schutzleute und zwei Beamten sanken blutüberströmt zusammen. Der Charlottenburger Wachtmeister Thimian wurde durch einen Brustschutz getötet, der Schutzmann Sachert vom 64. Revier durch drei Kugeln in die B^vft lchwer verwundet. Ferner erhielt der Polizeilentnanl Heidemann eine Schnßverlehung im Oberschenkel. Hieraus gingen die Beamten mit dem Säbel gegen die Menge vor. Dreizehn Personen wurden durch Säbelhiebe schwer verletzt. Weiter meldet die „Kriegsztg.": In Siemensstadt wurden zwei Straßenbahnwagen umgestürzt und die Scheiben zertrümmert. Ein Zug Ausständiger (nach der „Germania" etwa 10.000 Menschen), der in den Lnbthof des Verwaltungsgebäudes der Siemens-Schuckertwerke eindringen wollte, um eine Versammlung abznbalten, wurde von einem berittenen Schutzmann daran gebindert. Der Schutzmann wurde vom Pferd gerissen und körperlich mißhandelt. In Treptow kam es an der Ecke Elsenstraße und im Treptowpark zu ähnlichen Ausschreitungen. Als die Polizei ein- schreiten wollte, ftel aus der Menge ein Schuß, glücklicherweise ohne jemand zu verletzen. Die Kundgeber wurden schließlich auseinandergetricben. Wie dasselbe Blatt mitteilt, sind im Laufe des gestrigen Nachruittags in Spandau Ansschreitilngen vorgekommen, die sich allerdings nur a!S Dumme Iungen-Streiche herausstellten. Um die, Eingänge zur Werkstätte Süd ist ein militärischer Gürtel gezogen. Vom Hasenplatz in Spandau wurden die Wagen der Straßenbahn, welche die Arbeiter der Tagesschicht befördern, am Weiterfabren gehindert, indem die Fnbrungsstangen ans den Leitungsdrähten gezogen und die Verbindungsdrähte durchgcschniten wurden. Die Stimmung unter den Altsständigen ist wenig hoff- nungsfrendig. Im allgemeinen hört man die Ansicht, daß nur ein Massenstreik, der sich auf alle Betriebe erstrecke, etivas durchsetzen könne. Bei dem bestehenden, so wie er ist käme nichts heratrs. Aus Gewerkschaftskreisen hört man. daß die Ausstandsbewegung sehr ungünstig beurteilt wird. Die bei den amtlichen Stellen heute vorliegenden Meldungen erwecken den Eidruck, als ob die Bewegung im Abnehnren begriffen sei. Zu den Betrieben dagegen, in denen sich die Zahl der Ausständigen vermehrt hat,gehören Herste vor allem die großen Druckereien. * Eine Erklärung der sozialdemokratischen Parteileitung. Der Vorstand der sozialdemokratischen Partei teilt in einem Rundschreiben an die Presie mit, die vielfach verbreitete Annahme, daß die Streikleitung auf den Parteivorstand übergegangen sei, sei unrichtig. Die Parteileitung lehne es nach wie vor ab, sich an die Spitze der Bewegung zu stellen. Der ParteiauSschuß habe lediglich seine Sympathie mit den rnnerpolitischen Forderungen der Ausständigen ausgesprochen. ^ Verschärfter Belagerungszustand. Berlin. 31. Jan. (WTB. Amtlich.) Nachdem ich nunmehr den verschärften Belagerungszustand einführte, will ich die Bevölkerung nicht in Zweifel darüber taffen, daß ich jeden Versuch. die Ruhe und Ordnung zu stören, mit allen mir zu Gebots stehenden Mitteln unterdrücken werde. Ich warne daher jede» ordentlichen Bürger, sich irgendwie an ösientlichen Zusammenkünften zu beteiligen. Jedermann gehe ruhig seinen Pflichten Wch» halte M von MMufe» fragte»» bet Gebrauch der Waffe (iwM ein Unterschied zwischen Ruhestörern und Unb etei ligtes nicht machen. / ' ' < i. s Der Oberbefehlshaber in den Marken: 5 y •*>■- von Kessel, Generaloberst. /*■' v Auf Grund von Gesetzen über den Belagerungszustand bestimme ich: 1. für das Gebiet der Städte Berlin, Charlottenburg, Der» lin-SchöneLerg. Berlin-Wilmersdorf, Neukölln, Berlin-Lichten- borg, Spandau und die Landkreise Teltow und Nieder-Varnim hebe ich bis auf weiteres den Artikel 7 der Preußischen Verfassungsurkunde hiermit auf. 2. für die genannten Gebiete setze ich hierdurch außerordentliche Kriegsgerichte ein (§ 10 fg. des Gesetzes über den Belagerungszustand vom 4. 6. 51). 8. die außerordentlichen Kriegsgerichte beginnen ihre Tätigkeit am 2. 2. Der Oberbefehlshaber in den Marken? von Kessel, Generaloberst. j*" * München, 30. Jan. (WTB.) Mittwoch vormittag gingen in der Stadt die wildesten Gerüchte über Streiks um, die sich jedoch als völlig unbegründet erwiesen. Eine Vertraue'ns- männerversammlung der verschiedenen Betriebe beschloß gestern al-end auf Betreiben der unter Führung des Schriftstellers Kurt Kisner erschienenen unabhängigen Sozialdemokraten den Streik auf drei Tage gegen die Stimmen des christlichen Metallarbeiter- verbandcs. Die Ortsstelle des Verbandes der Deutschen Buchdrucker teilt mit. es sei ganz ausgeschlossen, daß der Streik der Berliner Buchdrucker auf München übergreifen könne. • ■"* <■■ Helle Freude in England Bern. 30. Jan. In Öenbon ist die Nachricht von dem Streik in Deutschland mit heller Freude ausgenommen worden. Dieses Ereignis wurde in London durch Extrablätter bekanntgeg^- den. die die Ueberschrrft trugen: „Der Zusammenbruch der Mittelmächte". Diese Meldung zeigt jedem Vernünftigen viel klarer, als alles gute Zureden von unserer Seite es vermöchte, wem die Streikbewegung in erster und in letzter Linie dient: den Feinden des deutschen Volkes und den Feinden des deutschen Arbeiters! Die Streikenden tun. was sie gewiß trotz aller Verblendung nie und nimmer wollen: sie besorgen die Geschäfte der Engländer, sie fördern die britischen Pläne zur Vernichtung deutschen Fleißes und deutscher Arbeit, sie helfen den Briten zu ihrem Ziele, auch den deutschen Arbeiter zum Sklaven ihrer Profitgier zu macken. Deshalb hat London gmrz recht, wenn es jubelt bei der Nachricht vom großen Streik in Deutschland. Die Briten kennen den Deutschen zu wenig, sonst wüßten sie. daß er letzten Endes doch zu einsichtig ist. als daß er so leicht.auf den englischen Leim ginge. Die helle Freude in England wird nur vcn kurzer Dauer sein. Das Echo ant die Friedensreden. Der Engländer. Reuter meldet aus London: Die Abendblätter besprechen dir Reden des Reichskanzlers und des Grafen Czernin. „West- minsier Eazctte" sagt: Wir kommen über die Rede im Ganzen genommen zu keinem anderen Schluß, als daß Hertlinq mit den deutschen Chauvinisten unter ihm sich bemüht, die Türe ge- schlosien zu halten, die Czernin gewissermaßen zu offnen sucht. Das ist nicht der Weg zu einer Liga der Rationen oder einem allgemeinen Frieden. — „Manchester Guardian" sagt in einem Leitartikel über die Reden Hertlings und Ezernins: Hertling verläßt sich lediglich auf Äeulschlands militärische Lage. die. wie er sagt, niemals so günstig war. Oesterreichs Haltung ist davon sehr verschieden. Vor allem ist der Unterschied zwischen den österreichischen und amerikanischen Kriegszielen nicht so. daß er eine Besprechung ausschlösie. — „Observator" fuhrt aus: Auf dem vom Grafen Hertling gegebenen Wege kann jetzt oder schließlich kein Friede sein Die Rede war tatsächlich heraus, fordernd und kriegerisch bis zu einem Grade, der hinsichtlich Deutschlands Lage und seiner künftigen Aussichten unbegreiflich erscheinen muß. Die Belgien durch Deutschland zuge. fügte Unbill ist das schwerste Verbrechen, das jemals durch eine sogenannte zivilisierte christliche Macht begangen wurde. Es s.hcint. daß wir hier einem Gegensatz gegeniiberstehen, der nur durch Kugeln und Bajonett geschlichtet werden kann. — „Pall Mall Gazette" sagt: Beide Mächte weigern sich, ihre eigenen Verbrechen gut zu machen, und jede verspricht ihren Mithelfern beizustehen. Uns bleibt nur der Drang nach einem volländigen Siege, wenn wir nicht den Tyrann Europas und des Krieges mit enormem Gewinn an Prestige und Möglichkeiten zur voll- ständigen Befriedigung seiner Gelüste aus dem Kriege heroor- gchen sehen wollen. Der Amerikaner. Reuter meldet aus New York: Die New Yorker Morgen- blälter bezeichnen allgemein Hertlings Rede als unaufrichtig und anmaßend, ^ehen aber in Ezernins Rede eine Nachgiebigkeit Oesterreichs Die „Tribüne" sagt: Der Friede, den die deutsche Regierung verlangt, ist ein Friede, der es Deutschland ermöglicht. den Großteil seiner Eroberungen zu behalten. Die Rede des Reichskanzlers ist zu sehr von oben herab, zu sophistisch, um aufrichtig zu klingen Die richtige Antwort auf Hertlings Vorschläge kann nicht von den Kabinetten, sondern muh im Felde gegeben werden — Auch de: „New York Herald" beschuldigt die Rede, die, wie er meint, für die Front bestimmt sek. der Unaufrichtigkeit, aber er bewillkommt diesen Ausdruck von Chauvinismus als ausgezeichnetes Mittel, den Einfluß von gedankenlosen Vertretern eines vorzeitigen Friedens in allen Ländern die Eroberungslust Deutschlands in ihrer unverschämten Blöß-e zu zeigen. — „New York World" sagt: Hertlings Rede zeigt ein anderes Deutschland als jene im vorigen Jahre bet Ankündigung dns unbeschränkten Unterseebootkrieges. Anders als fein Vorgänger spricht Hertling über den Frieden, nicht mehr in Ausdrücken vom deutschen Stege. Das Deutschland, das ^>urch ihn spricht, zeigt nicht mehr auf die Kriegvkarte, indem es sich zum Eroberer Europas'aufwirft, es ist ein Deutschland im Verteidigungszustände, nach innen sowohl wie nach außen. — „New York Times" sagen: Czernin verwendet eine Sprache, wie sie von einem Staatsmann erwartet werden kann, der bereit ist, sehr weit zu gehen, um dem Frieden die Tore zu öffnen. Hertlings Rede ist lediglich eine Wiederholung deutscher Anmaßungen. Der Kmüilblind qtgc» den MalsjoDlignins. Der Präsident des Hansabundes hat beschlosten, den Kampf gegen den fü? die Freiheit der wirtschaftlichen Entwicklung immer bedrohlicher werdenden Staatssozialismus aufzunehmen, und zu diesem Zwecke folgende Ergänzung der Richtlinien des Har.fabundes dem am 20. Februar 1918 Zusammentretenden Direktorium und Gesamtausschuß des Hansabundes in Vorschlag zu bringen. Der Hansabund wird sich mit aller Kraft dafür einsetzen, daß auch in Zukunft die Eigenwirtschaft die feste und sichere Grundlage unserer Eesamtwirtschaft bildet. Es ist ein Lebens- intereffe des Staates und der Eefanrtwirtschaft, den freien und selbständigen, zur Berücksichtigung der Forderungen auch des Gemeinwohls durchaus geeigneten unh gewillten Privatbetrieb zu erhalten, der auch den richtig verstandenen Jnteresten der Arbeiter Rechnung trägt Dis Tatkraft und Entschlußfähigkeit, die Schaffensfreude und der Wagemut des persönlich verant- nortlichen und innerlich mit dem Unternehmen eng verknüpften selbständigen Unternehmers wird mehr als je mitzuwirken haben bei der Wiederherstellung und Mehrung des Wohlstandes, der Leistungsfähigkeit und des Ansehens des Vaterlandes. Im Interests der dringend erforderlichen Entfesselung aller produktiven Kräfte der Wiederherstellnnq des Mittelstandes und der Freizügigkeit, sowie des Emparsteiciens der Angestellten zu selbständigen Unternehnrern wird daher der Hansabnnd jede Zwangswirtschaft aufs schärfste bekänchfen. die zur Ausschließung und Beschränkung des freien Handels auch in der Friedenswirtschaft und zur Bevormundung von Industrie. Gewerbe und Hbndwerk führt und fübren muß. Wir machen dabei keinen Unterschied, ob diese zwangswirtschaftliche Bevormundung in der Form direkter, b-amllich geleiteter, aber tatsächlich staatlich gelenkter monopckistisck^er Scheinprivatbetriebe erfolgt. Ebenso wird der Hansabnnd energisch eintreten geeen jedes längere Fortbestehen und gegen jede Neuschaffung solcher Zwangsiyndi- kate, die im Gegensatz zu freien Vereinigungen der Beteiligten hinsichtlich ihrer Gründung, Leitung, Verwaltung und Aus. lolung behördlicher Entscheidung unterliegen. Das Präsidium Dr. Rießer. Engelhard. Mercuse, Dr. Leidig. (Bravo! Das rst eine erfreuliche Kundgebung!) Mtuklicht (Frlififintiitßrn im ländlichen GliMtßtzlvlch'tl. In seiner vortrefflichen Staatsbauebaltsrede vom 16. Jan. hat der neue preußische Finanznrinister Dr. Hergt auch aus die erhöbten Einnahmen aus dem Gcundstücksstempcl hingewicsen. die bewiesen, daß der Befltzwechsel der Grundstücke auffallend zunehme. Man geht kaum fehl, wenn man annimmt, daß sich diese Behauptung nicht nur auf den städtischen, sondern in erheblichem Maße auch auf den ländlichen Grundbesitz beziehen soll. Eine amtliche Statistik über den ländlichen Bcsitzwechsel unter dem Einfluß des Krieges liegt Zwar noch nicht vor. immerhin lasten zahlreiche Mitteilungen aus den Landbezirken keinen Zweifel darüber aufkommen. daß die unheilvolle Entwicklung. die vor Kriegsausbruch lange Jahre hindurch durch eine maßlose Spekulation und Verkaufslust gestützt wurde, mit der langen Dauer des Krieges zu ungewöhnlicher Blüte erweckt worden ist. Ganz besonders sind es reich gewordene Krlegslieferanten. die jetzt Rittergüter zu erwerben suchen. Daß es dabei nicht auf eine dauernde selbständige Bewirtschaftung der Besitzungen abgesehen, geht schon daraus hervor, daß die neugebackenen Riltergutsbesitzcr als berufsmäßige Kommissionäre und Kauf, lcule in der Regel jeglicher landwirtschaftlichen Kenntniste ermangeln. Sie legen ihren Preisangeboten auch nicht, wie das sonst bei Eutsankäufen üblich ist, normale Rentabllitätsver- hältnisie zugrunde, sondern versteigen sich zu Angeboten, die nach menschlicher Voraussicht von vornherein eine angemesiene Verzinsung des Anlagekapitals ausfchließ-en. Die Güterpreise sind unter dieser Wirksamkeit der Kriegslieferanten allgemein außerordentlich gestiegen.' so ist ein in der Nähe von Penzlin (Mecklenburg) gelegenes Gut, das erst vor einem Jahre von seinem bisherigen Besitzer mit 1% Millionen Mark bezahlt worden war. jetzt für 2.35 Millionen Mark, also mit einem Ge- winn von 600 000 Mark, an einen Kriegslieseranten weiterverkauft worden. In der Mark Brandenburg unb angrenzenden Gebieten sind Rittergüter unter einigermaßen normalen Bedingungen überhaupt nicht käuflich zu erwerben. Angeblich haben sich Ankaufssyndikate für Rittergüter gebildet, deren ..Seele" Vertreter des berufsmäßigen Vieh-Kommissionshandels sind. Sie haben so vlele Millionen verdient, daß sie für entsprechende Rittergüter „jeden Preis zahlen können". Man darf aber nicht verkennen daß in dieser Art der Erundbesitzbewegung ein« ungeheure Gefahr für unsere Land- und darnach auch für unsere Volkswirtschaft liegt. „Bei der Entwicklung, die der Güterhcmdel nimmt, ist es fast ausgcschlosten. daß die jüngeren Berufslandwirte nach Rückkehr aus dem Kriege noch Güter zu einem annehmbaren Preise erhalten: sie werden auswandern und ihre Kräfte anderen Landern widmen", so schreibt man aus dem Felde. Namentlich wenn die Steuerlasten» die auf den Besitz gelegt werden, das Getreidemonopol und ähnliches kommen, dank einem Berzichtfrteden. N«m Felde der Ehre. Ochtadt. Dem Wehrmann Georg D S n g e r, Leim Stader 103. Jnfarrterte-Dtvtsicn, wurde da» Eiserne Kreuz und di» JMMt TapferLeitsmedaifl« verliebe» ^ Nieder.Wöllstadt. Telephcmst Anton Scheibet wurde mit dem Eisernen Kreuz 2. Kic^e swsgezeichnet. Die hessische Tapferkeitsmedaille besitzt er sch^ Melbach. Grenadier Hch. Heger, in einem Leib-Gren.. Regiment, wurde die Hessische Tapferkeilsmedaille verliehen. Das Eiserne Kreuz besitzt er schon. Ans der Heimat. Wcckesheim. Dem Otto Kölsch, welcher einen entwich», nen Franzosen wieder eingefangen hat, wurde eine Ehr,-» urkunde verliehen. Frankfurt am Main. Seit Monaten wurden in den sälen des Hauptbahnhofes durchreisenden Soldaten die gefüllten Tornister. Lebensmittelpakete usw. mit außerordentlicher Frechheit gestoblen, oft buchstäblich unter den Augen, ohne daß es gelang, einmal den Dieb auf frischer Tat zu erwischen. Am Dienstag hat nun der bekannte Spezialist für derartige Fälle. Wachtmeister Ge i n i tz, nach zwölfstündiger Jagd den Burschen ermittelt und verhaftet. Nachdem es ihm gestern früh nach langer Beobachtung zur Gewißheit geworden war. in einem gewissen Frimmert. der ständiger Gast der Wart-säle war. den Dieb festgestellt zu haben, begann die Verfolgung. Da Flimmert. der Uniform trug und fahnenflüchtig ist. ohne Ausweis den Bahnhof nicht verlaßen konnte, fuhr er mittags um 11 Uhr mit der Bihn nach Bockenheim Als Flimmert glücklich den Bockenheimer Bahnhof verließ, war auch Herr Geinitz in seiner Nähe. Auf der Straßenbahn fuhren beide gemeinsam in die Stadt, besuchten verschiedene Lokale, erfreuten sich abends mit* einander der Jodler im Zillertal usw. Endlich schlug Herrn Frimmetts Schickfalsstur.de. Beim Betteten des Hauptbahn- hofes, wo ec neuen Opfern auffpüren wollte, wurde er in der vergangenen Nackt um 11K Uhr verhaftet. Er gab bei feiner Vernehmung unumwunden zu. daß er feit langem in großem Maßstabe die Diebstähle im Hauptbahnhofe ausgeführt Habs. Aus Hesicn- Nassau. FC. Wiesbaden, 30. Jan. Ein recht schwunghafter und einträglicher Handel mit Neisebrotmarken scheint in den Elektron-Werken in Griesheim am Main zu blühen. Der polnische Arbeiter Josef Kaufmann will im Frankfurter Eewerkschafts- haus von dem großen Unbekannten 59 Hefte Reisebrotmarken gekauft und diese Karten teils in Frankfurt, teils in Griesheim weiter verkauft oder für sich verwandt haben. Der Händel fiel auf. Kaufmann wurde dabei ertappt und dabei verhaftet und noch etwa 200 Mack bar vorqefunden. Da dem Handel mit Brotmarken ganz energisch enh^egengetreten werden muß, erhielt Kaufmann von der Strafkammer wegen Hehlerei eine Gefängnisstrafe von vier Monat:n. Ein anderer polni. scher Arbeiter. Anton Furmansky. ebenfalls in Griesheim be- fchäfttgt, hatte im November v. I. ebenfalls einen sehr schwunghaften Handel mit Brotmarken getrieben. Bei ihm wurden bei der Verhaftung 600 Mark bar und Postguittungen über 1400 Mark vorgefunden. Da er selbst die Karten nicht alle unterbringen konnte, gab er seinem Kollegen, dem Polen Franz Ambrosia einen Teil zum Weiterverkauf ab. Diesem wurden sie ober, als er beim Verkauf festgenommen, abgenommen. Als dieser später dem Furmansky davon Mitteilung machte, verlangte Furmansky als Ersatz 150 Mark und bedroht« den Ambrosia mit Umbringen. Wegen gewerbsmäßiger Hehlerei er- bielt heute Furmansky von der Straftamm-r eine Zuchthausstrafe von einem Jahr und wegen Bedrchung. die nur als NI. tigung angesehen wurde, eine Woche Zuchthaus Ambrosia kam wegen Hehlerei mit einer Gefängnisstrafe von zwei Mo. naten davon. FC. Diez. 30 Jan. Gestern verstarb nach kurzer Krankheit der Landrat des Unterlahnkrelsts Geh. Regierungsrat Mar Duderstadt. Der Verstorbene war im Jahre 1861 in Berlin als Sohn eines Kaufmannes geboren, nachdem er Regierunas- referendar und Negierungsaffeffor in Caffel g«w-«'en, wurde ihm 1592 das Landratsamt des Kreises Westerburg übertragen, das er mehrere Jahre verwaltete, um dann an die Spitze des diesseitigen Kreises zu treten. Mit dem Verleb-en ist ein eifriger Förderer der Landwirtschaft. besonders des landwirtschaftlichen Eenosienschaftswesens dahingegangen. Küch erschau. Ein neuer Philipps. Unter dem Titel „Mir dehaam" hat Seminarolerlehrer Philipps eme Anaht Gediwte aus der Kriegs- 'eit in hessischer Mundart heraus egeb.m, die wiederum ei gite Probe des geiunden Humors es Verfassers d.r drei heiteren dramatischen Bilder..Aus Friedbergs Kriegs eit 1914—1917'bilden. Das Bändchen ist unteren Feldgrauen gewidmet, die sich an diesem schönen Heimatgruß freuen können. Tie meisten Gedichte haben heiteren E arakter und zeigen drollige Ein füll .'. Aber der Verfasier findet auch ernste Töne, die z. B. in dem schlichlen Gedichte „Wann des fei(n) Bubche wißt" ergreifend zu uns iprechen. Uns Friedderger interessieren besonders die lokalen Gedichte, in denen Philipps mit viel Humor auch den Spott nicht unterdrückt. So macht er z. B. in dem Gedicht „E Schdandcsüog" «eine Glosien über die Nichrdeteittgung bei einer Feuerwehrübung und findet tteffiiche Verse. Den Verlust der „Regieschinke", dre ein so tra» giiches Ende erleben mußten, wich wo,l jedermann beim Lesen dcs Gedichtes erneut schmerzlich empfinden, zumal einem bei den gelungenen Strophen das Wasser im Munde zusammenläuft. Aeußerst spaßig ist Philipps Einfall, wie er in „Merklich neudral" das bunte Ericheinen des ..Oberheffi chen Anzeigers", der wegen Papiermangel oft feine Farbe wechseln mpßre. politisch deutet. Wie sich in der Gegenwart mit all den Entbehrungen jedermann den besonderen Verhältnisien der Zeit anpaffen muß. ist in den beiden Gedichten „Ncuoriendierung" sehr gelungen geschildert, den einst mit frischen Brötchen frühmorgens durch die Straßen wandelnden „Väckerbuwen" widmet Philipps einen schmerzlich-humorvollen Nachruf. Besonders dairkbar sind wir dem Verfaffer für den beherzigenswerten Vorschlag, wie man am besten eine „Not- schlocht" vorrrimmt. Jedermann wird sich auch an den anderen Gedichten Philipps erfrerlen und das Bündchen gern zur Hand nehmen. Nach dieser zweiten Gabe zu schließen, dürfen wir wohl erwatten, daß ein weiteres Merkchen des Verfassers, das in Vorbereitung ist, sich würdig den alten Arbeiten zur Seite stellen wird, —r. Verantwortlich für den politischen und lokalen Teil: Ltto H t r f ch e l, Friedberg: für den Anzeigenteil: R. H e y n e r, Friedberg. Druck und Verlag der „Neuen Tageszeitung*. A- ftriebbera l ,Cv ' " ' Grane Gefahren. Non?,in aus der Gegenwart von M. Gontard - Schnck. Nachdruck verdaten. ..?lln.r nd will nicht fort von hier' Ich will nicht nach '-lend' Sag Du dem Fred. Papa, daß das alles Unsinn ist." ..Das hattest Du Dir früher überleben sollen, teure Helen," mischte sich Miß .Hardinge ins Gespräch. „Das kommt davon, wenn man einen Ausländer heiratet." Min Hardinge war sehr befriedigt. Hatte sie es nicht vor- anc-gesa' l? Sir Edward überlegte. Mit Blitzesschnelle fuhren ist'" die Gedanken durch den Kopf. Hier war nichts mehr zu andern, es galt nun, gute Miene zum bösen Spiel zu machen „Ki-b wo werdet ihr wohnen? In Wilhelmshaven?" gehörte bis jetzt zum Lstseegefchwader und werde auch wiedr dahin kommen. Also wohnen wir in Kiel." „Ab. Kiel? Das ist gut. Da läßt es sich leben, Helen. Es soll da sehr schön sein, wie ich von Archibald hörte. Der Prinz' Admiral wohnt in Kiel, nicht wahr?" ..Prinz Heinrich wohnt in Kiel, ja, Und die Prinzessin ist eine reizende Dame. Es wird Helen bestimmt gefallen. Leider verfällt Helen ln den Fehler aller Engländerinnen, dje meinen, nur in England sei das Leben lebensweri." Miß Hardinge richtete sich entschlossen auf. Das giirg ent schieden sie an. Sie kam jedoch nicht dazu, ihrer Entrüstung Ausdruck zu geben Sir Edward Douglas hob abwchrcnd die Hand. „Lassen wir das jetzt," sagte er bestimmt. „Werkheim muh wissen, was er tut. Und Du, Helen, wirst gut tun. Dich damit abznfinden. Die Fräu gehört zum Manne. Und überdies — es piM ja gar keine Entfernungen heutzutage. Man ist schnell beieinander. Wann gedenken Sie von hier fortzugehen?" wandte er sich an feinen Schwiegersohn. „Ich kann es nicht sagen. Sobald meine Abberufung kommt." Bei Werkhelms letzten Worten trat Archibald Douglas ins Zimmer. „Abberufung!" sagte er. „Wer wird abgcrufen?" »3ft, benfe Dir, Archie, Fred will nach Deutschland, um wledr Soldat zu werden." , „Was? So überraschend?" Er warf einen raschen, forschenden Blick auf feine Vater, dann sagte er leicht: ..Du freust Dich doch hoffentlich sehr, Schwester! Du liebst ja die Abwechslung." „Und zudem geht Werkheim nach Kiel, wo der Prinz- Admiral wohnt. Und wo auch sonst die Vornehmsten der Marine sind," sagte Lady Isabel, die bis jetzt noch kein Wort zu der ganzen Angelegenheit gesagt hatte. „Das ist ausgezeichnet! Du sollst kein Heimweh bekommen Schwester mein, Ich werde Dich sehr oft besuchen." Helen antwortete gar nicht. Sic hatte sich zur Mutter gesetzt und flüsterte leise mit ihr. Ladn Douglas war eine sehr abwartende Natur. Eine Auflehnung gegen irgend etwas kannte sie 'kaum. Sie verstand es ausgezeichnet, aus allen Begebenheiten nur das Gute herauszunehmen. Nicht so leicht war Miß Hardinge zu beruhigen. Sie lieh ihren Schwager nicht aus den Augen Daß er so rasch und ohne den geringsten Widerstand mit der Uebersiedelung des jungen Paares einverstanden war, hatte entschieden etwas zu bedeuten. Sie kannte Edward und wußte, daß es bei ihm vor allen Dingen oberster Grundsatz bei jeder Sache war.xdaß er sich fragte: Wie kann sie mir nützen? Sie stand auf und trat an Sir Edward Douglas (Heran. „Na. Edward, was sagst Du nun^ Wieder einmal ein starker Strich durch Deine seine Rechnung?" Sir Edward Douglas sah sie mit seinen kühlen grauen Augen erstaunt an „Ich verstehe Dich nicht. Augusta!" „Na. verstelle Dich nur nickt. Bei mir hat das gar keinen Zweck. Du weißt, ich habe Dich noch stets durchschaut. Ich wußte damals sofort, als Dir Helen den Streich gespielt und Du nochgeben mußtest, daß Du nun wenigstens soviel Nutzen aus dieser Verbindung ziehen wolltest, als Dir möglich war. Und nun geht dieser dumme Deutsche fort! Entzieht sich so ganz Deiner väterlichen Fürsorge: Ist das nicht ärgerlich? Was soll mall mit einem Marineoffizier ansangen?" „Du bist wirklich klug, liebste Augusta. Sehr klug, wie gesagt. Aber immerhin nicht klug genug, um mich und meine Beweggründe zu verstehen Also tust Du schon am besten. Du mischst Dich Überhaupt nicht in Sachen, die Du nicht verstehst." Miß Hardinge warf ihrem Schwager einen bitterbösen Blick zu. „Ich dränge mich niemandem ans. Ich lasse mir aber auch nicht den Mund verbieten, ebensowenig wie Du mich durch Deine unbewegliche Maske irreflihren kannst. Ich kenne Dich Keboimtmochilirg Die von der Ersatzsoblen-Ge- fellschast für die Versorgung der Bevölkerung tn den Verkehr gebrachten Ersahsohlen werden von der Firma Albert Ve.i stein dem Schuhmacherhandwerk mgejührt. Sehr zu bedauern 1", daß sich das hiesige Echuh- macherhandwerk und insbesondere a-'ch die Bevölkerung in der Aufnahme der Ersatzsohlen sehr ablehnend verhält. Handwerk und Bevölkerung müssen sich darüber klar sein, daß eine Versorgung der BevöUeivng mit Leder für Ausbesserunge ron Schuhwerl nicht möglich ist und die vorhandenen Er'atzmitlei unbedingt verwandt werden müssen — Es ist zutreffend, daß die vorhandenen Ersatzmittel dem sonst verarbeiteten Kernleder nicht gleichwertig erachtet werden können. Solange jedoch bessere Ersatzmittel nicht bestehen uni Leder nicht in genügenden Mengen vor anden ist, müssen diese Ersatzmittel von der Bevölkerung ausgenommen werden, sollen ichwere >:chädi ganzen der Volkswirt chaft und der Gesundheit der Bevölkerung vermieden werden. L riedberg, den 30. Januar 1918. Der Bürgermeister. _ 2. V. : Dam m. ZlilpuW fM,Wr l§M M IlkbtkMsiliig. Wer bei der Bezirkssparkasse MalhUdenstifr. dem Vorschuß- und Credtlverein oder den beiden Niederlassungen ausw >rtig"r Banken dahier ein Scheckton o errichtet hat, tannseine Schuldigkeiten bei der Stadtkasse an Steuern, Schuldgeld, Gas-. Wasser- und Stromgeld und allen anderen nickt regelmäßig wtederkehrenden Gefällen durch die^eAnstalten auf uns überweisen lassen. lleberweiiung-antrag ist bei nner die er Anstalten ?u netten. Diesen sinddieSt. uer-.Schulogcld- und sonnigen Aniorderungs,eitel mit dem Antrag zu übergeben. ‘ De! Gas-, Wasser- uud Strom getd sind auch »vir von dem V,n krag in Kenntnis zu fetzen. Auch an unserer Kasse werden Schecks angenommen. Nähere Auskunft wird an den Wahltagen erteilt. Lriedberg. den 4. Juki 191'/. __ Die Sta dtkasse, *t», " :>. faden iowre Meldepflicht über Papiergarnerzeugung, Z gegenüber der Engelapotheke erlassen worden. Der Wortlaut der Nachtragsbekanntniachungen ist in den Amtsblättern und durch Anschlag veiösfentlicht worden. _Slfflp. Kklikralkmiilllil!!« 18. Ackttl sr-S. Kelkaunimachnng. Am 1. Februar 1918 ist eine Nachtragsbekannl- machung Nr. I!. 2700/12. 17. K. R. Ä. zu der Bekanntmachung N. W. If. 2700/2. 17. K. N. 21. vom 1. April 1917, betreffend Beschlagnahme baumwollener Spinnstoffe und d'arne sSpinn- und Webverbot), erlassen worden. Wortlaut der Nachtraqsbekanntmachung ist in den . usblaitern und durch 2lnschlag veröffentlicht worden. Slelfo. CcnkNllkoiilMiiiliili 18. AriiikklorpS. :*g»aav&MEiiwiiHi i— ■ n ura V * I Zuchtbulle 4M verkaufen Konrav Schuch Wwe., Sövel. .e-d'W.'M'W ü wcrJta durch meine Vaginal- and Bullcnstäbc | sehnt II, billig, bequem und sicher gehrtt«? I BecuqdurchTierarzle prospektkegi-,Ilr,dmrtfj Dr.Piaffe. Öfügge »w Reu emgetrossen! AbE-Hliiklider 11118, InitJntit'lfdiafi!. ftalrniift für fjrffti!, Jririir. Sirrdi/nft Fliedberg. ■Mi in allen Größen eingetrosfen. 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