Dummer 24 _ Dienstag, den 29. Jannar 1018 1L. Jahrgang. D,e ^int T«y«.,rtm.s" eridjeint icien äUerttai. Ncxelm°i,lg- BeUaoen „£!« *t,mer an« 0eI7rn». ..Ai- Spinn»«!,-... Semgsprria: Be, den Postamt-,t-n mer.el-, ,!,ch «' o«o -r«tt noch das «eKell«-'»: de. -«» -Zenten mona.N» 85 P,q. einIKIietzlich Tra-e-!odn. A,Snmü,eUe 25 P,g.. ,-IaIe 20 v.g, Anzeigen oo„ «uswans oerecn our.i) t-o rn-chn-dm. r.nUunflc-on ,srieftl>etn. Schrtttl-iluna und Uerla^ neübe^ fie sen!. >aaaiier'traße 12. ver» oreijer 4S. «s ti bet*X^no 'Jlc. 4r>9. in? 'I-cai furt x. Armrchke tn De;!.' --bürg. — zwischen Aftago und ^eenia. Rumänien bricht die Desie^nngen zu Nn^iand ab. — Heftige Mnncke — 20,000 Tonnen vrrlm'tf; ein 13500 Lonuen-Iampftr toeprö»ert! Ansstände in Herlin. Der deutsche Generaistab ;s====s=ss== meidet: ==£ W. E. K. b rotzes Aarrpicprartier, derr 28. Janrrnv. Amtlich. Westlicher Kriegsschauplatz. Nördlich von Vecelaere wurden bei einem Erkundungs- Vorstoß siebzehn Engländer, darunter ein Offizier, gefangen. Tie ZlrtillerieLätigkeit war fast an der ganzen Front gering, lebhafter an einzelnen Stellen in der Champagne und im Maasgebiet. I Italienische Front. | Stuf der Hofläcke der Sieben-Gemeinden dauern fei A ' geftern nachmittag die Artilleriekämpfe an, die sick> bei ! Tagesanbruch im Gebiet des Col di Nosso zu größter Heftig- keit steigerten. Von den anderen Kriegsschauplätzen nicht Neues. Der Erste Generalqnartiermeister: L u d e n d o r s f. Abrndberrckt. Berlin, 28. Jan., abends (MTB. Amtlich.) Zwischen Nsiago und Vrenta sind mit italienischen Angriffen heftige Kämpfe entbrannt. Von den anderen Kriegsschauplätzen nichts Neues. steht darin, daß feindliche Dampfer bei Nacht eine auffallend belle Laterne führen, deren grelles Licht das U-Boot b'enden und die richtige Schätzung von Größe. Entfernung. Fahrt- geschwjndigkeit und Kurs für die Einstellung der abzu- feuernden Torpedos verhindern soll. Tre Versenkung mehrerer so ausgerüsteter Dampfer beweist den Mißerfo'g dieses Täufchuugsversuches. Kiirzlich wurde in der Nordsee auch ein Dampfer beobachtet, der auf seiner Bordwand d'e Umrisse eines Torpedobootes aufgemalt hatte, um dem an- greftenden U-Boot we Anwesenheit von Kriegsschisfbe- gleituug vorzutäusch^n. Auch diese List mißlang. "^.roo0r''leo-Wirknngen. Lc I.. 28 r rr- f; n Februar 191^7 bis Ende Dezember 1917 wurden 27 seiutUche Trnppenttansportschiffe smb *265 Schiffe mit sonstigem Kriegsmaterial versenkt. Unter den letzteren befanden sich allein 97 mit Munition beladene Fahrzeuge. Diese Menge von Munition, die diese Schiffe an Bord hatten, hätte genügt, um 50 Divisionen zu je 15 000 Mann einen Monat lana mit Munition ur.b Granaten zu versehen. Berlin. 28. Jan. Wie schwer der ll-Bootkrieg England schädigt. geht aus einer Aeußeiung fjetvqt, die der englische Mu- nitionsminifter tat. Er sagte kürzlich: Ich habe jetzt die Gra- natenbestände um 100 000 Tonnen vermiirdern müssen, nur aus Mange! an Schiffsraum. !! Der österreichische Generalstab Meldet: rvien. 28. Jan. (WTB. Amtlich.) Auf der Hochfläche der Sieben Gemeinden steigerten sich die Artilleriekämpfe zeitweise au größter Hestigkert. Der Chef des Eeneralstabcs. kl Der bulgarische Grneraistab I] meldet: y ■ - Sofia, 20. Jan. An mehreren Stellen der Front, besonders zwischen dem Wardar- und dem Doiransee, war die Artillerie- tä1itz"-it heftiger. Oestlich des Wardar kehrte eine unserer Er- rundungsabteilungen mit englischen Gefangenen zurück. Am Unterlaufe der Struma wurden, englische Erkundungsabteilun- zen durch Feuer verjagt. Das türkische Haupttznartier j'E — meldet: - hi Konstantinopel, 26. Jan. (WB.) Tagesbericht: Au den Dardanellen blieb die Fliegertätigkeit rege. Zwei feindliche Kriegsschiffe wurden durch unser Feuer von Land zum Abdrehen gezwungen. Ein feindliches Minen« sucl)boot, das ' in die Tschairdarle-Bucht einzudringen ver« ftlckte, wurde durch Feuer abgewiefen und zog sich mit drei Treffern zurück. An den anderen Fronten ist die Lage unverändert. H-Kssimewmrgen. Amtlich wird gemeldet: ' Neue U°.Boot-Erfo!ge im Sperrgebiet um England: 20 000 Bruttorcgistertonnen. ©in großer Teil der Schiffe, die meist bewaffnet waren, wmde unter erheblicher feindlicher GegeuU.irkuug vor dem St. Georgskanal vernichtet. Amtlich wird gemeldet: Unsere U-Boote haben auf den nördlichen Kriegsschauplatz seck)s Dampfer und zwei Fischer- sahrzeuge versenkt.' Die Dampfer waren meist tief beladen Bet zwei von ihnen konnte Bewaffnung festgestellt werden, ^er den versenkten Fischerfahrzeugen befand sich der französische Fischkutter „Hirondelle". Der Chef des Admiralstabs der Marine. .* Wolff meldet: Immer neue Mittel versuchen die Eng« «HuVr. um unsere L-Boote au täuschen. Die ncuefte List beLondon, 28. Jan. (WTB.) Meldung des Neuterfchen Bureaus. Der Cunarddampfer „Andania" (13 405 Brutto- Rcgifter-Tonnen), mit 40 Passagieren und 200 Mannschaften, wurde auf der Ausreise an der Küste von Ulüer torpediert. Alle kennten sich in d?e Boote retten und wurden nach einer Stunde aufgegriffen. Man hofft, den Dampfer in den Hafen bringen zu können. Erbitterung tzcgen England. Kristiania, 27. Fan. (WB.) Die Versenkung des norwegischen 6000 Tonnen-Dampfers „Elsa" im Sperrgebier auf der Reise von Java nach Norwegen mit wertvoller Ladung an Lebensmitteln für Norwegen hat in hiesigen Reeder- und Geschäftskreisen große Erbitterung erregt, die sich besonders auch gegen England richtet und in der hiesigen Presse offen zum Ausdruck koumst. Die Blätter stützen ihre Angriffe auf England darauf, daß das Schiff trotz des Einspruches norwegischer Behörden gezwungen worden sei, die Sperrzone zu durchfahren, um zuerst in Falmouth auzi)° laufen und darauf in Bristol 1700 Tonnen Zucker zu löschen, die von den englischen Behörden beschlagnahmt worden seien, worauf das Scktff von neuern nach Falnwutb beordert wurde. Auf der Heimreise nach Norwegen durch das Sperrgebiet wurde es bei Dartmouth versenkt. Die „Handels og Sjoefarths-Tidende"' spricht von einem englischen Ueber- priff. der große Erbitterung erregt, die bei der heutigen Versammlung der beteiligten Kreise klar zu Worte gekommen sei. Der „Verdensgang" schreibt, es stärkt nicht das gute Verhältnis zwischen Norwegen und England, daß letz- teres so wenig Rücksicht auf Norwegens Bedürfnisse nehme. Stockholm, 27. Jan. (WB.) Wie das „Aftonbladet" erfährt, wurde der schwedische Dampfer „Jönköping" (1300 Vr.-R.-T.) auf der Fahrt von Bergen nach Hnll von einem deutschen U-Boot versenkt. v Portugal stiehlt Mais. Haag, 27. Jan. Portugal hat bekanntlich das niederländische Dampfschiff „Kennemerland". das mit Mais an Bord von Amerika nach den Niederlanden ging, im Hafen von St. Vincent festgehalten. Auf Einspruch der niederländischen Regierung hat nun Portugal das Schiff ft-eige- lassen, wobei es jedoch zuvor den niederländischen Mais aus dem Scktff herausnahm und auf Kap Verde verteilen ließ, wo gerade eine Hungersnot herrschte. Unverschänfterweise batte die portugiesische Regicnukg noch die Kühnheit, zu erklären, jene Handlungsweise sei ans Achtung vor der nie- derländischen Regierung erfolgt. — Dieses Verhalten erregt in. Holland Empörung. Der Haager „Nieuwe Courant" spricht von einem Portngiesenstreich und sagt, eS fehle nur noch, daß man uns den gestohlenen Mais mit portugiesischen Schatzwechseln bezahlen will. 5r. Mnipf un den failrr. Derliu, 28. Jan. Anläßlich des Geburtstages des Kaisers ( richtete der Präsident des Reichstages Dr. Kämpf folgendes Telegramm an den Kaiser: Seiner kaiserlichen und königlichen Majestät dem Deutscheni Kaiser und König von Preußen. Zum vierten Male während des gewaltigen, uns aufgezwungenen Krieges begeht Deutschland den Geburtstag des Kaisers, dem Wunsche Eurer Majestät folgend, in stiller feierlicher und ernster Weise. Bei dem 25jährigen Negierungsjubiläum Eurer kaiserlichen und königlichen Majestät haben wir mit Ciolz darüuf hingewiosen, daß Eure Majestät ein Vierteljahrhundert hindurch dem Deutschen Reiche und der Welt den Frieden erhalten haj^en, und haben die tn jedem Deutschen-.tiefwurzelnde Ueberzeugung zum Ausdruck gebracht, daß Eure Majestät das Schwert nur ziehen würden, wenn Eure Majestät dazu gezwungen wären zur Verteidigung der Ehre und Existenz und Zukunft unseres Vaterlandes In diesem Verteidigunaskampf steht nunmehr Deutschland seit bald vier Jahren mit seinen Verbum dcten, unüberwindlich und heldenhaft in seiner militärischen und wirtschaftlichen Kraft. Im Vcwußtsein de: Stärke und unseres guten Rechtes haben Eure Majestät mit Eurer Majestät hohen Verbündeten vor länger als Jahresfrist die Hand zum Frieden den Feinden entgegenoestreckt. Zuerst mit Hohn zurückaewiesen, trägt dieser hochherzige Schritt langsam seine Früchte. Möge co Eurer Majestät bcschieden sein, in dery- neuen Lebensjahre, in das Eure Nkajestät eintreten. den Frieden zu erringen, der dem Deutschen Reiche seine Stellung in der Welt und dem deutschen Volke ungehinderte Entwicklung seiner geistigen und wirtschaftlichen Kräfte für alle Zeit gewährleistet. Des Himmels Segen walte über Eurer kaiserlichen und königlichen Majestät zum Heile des Vaterlandes. Dr. Kampf, Präsident des Reichstages. Der Kaiser antwortete: An Exzellenz Reichstagspräsidenten Dr. Kämpf. Empfangen Sie Meinen wärmsten Tank für die treuen Wünsche, mit denen Sie Mich namens des Reüchstags wiederum er-frerit haben. Ich beginne das ernste und ent- fcheidungsvolle Jahr in stolzer Dankbarkeit für die unge- ßeuren Erfolge, die unseren unermüdlichen Kämpfern und ihren genialen Führern zuteil werden.. Ich weiß, in welchem Umfange die treue Arbeit des Volkes in der Heimat zu die-, sen Erfolgen mitgewirkt hat, wieviel Not und Sorge dabei zu iiberwinden waren. Es sind unvergängliche Ruhmesblätter, die das letzte Jahr der deutschen Geschichte hinzugefügt hat, und in die neben großen Feldherrn mich schlichte Arbeiter und einsame Wittven ihre Schriftzeichen eingezeich- net haben. Ein heißer. Mich täglich begleitender Wunsch ist, daß Mein geliebtes deutsches Volk ohne Uebermut, aber im starken Bewußtsein seiner Macht und seines Rechtes in weiser Selbstzucht seine Geschlossenheit nach innen und außen wahre, bis der endgültige Sieg unserer Waffen den Grund zu freudiger Wiederentfaltzuug seiner geistigen und wirtschaftlichen Kräfte legt. Wilhelm L R ..Men" völlig mMiüWggWg. Konstantinopel, 27. Jan. (MTB.) Der türkische Panzerkrcu^ zer ..Sultan Iavus Selim" ist g'stern hier eingetrdffen. Das Schiff ist völlig oerwendungsbereit. Auch die zahlreichen feindlichen Fliegerangriffe haben ans dem Schiffe lediglich durch zwei kleine Bombentreffer unwesentliche Beschädigungen am Schornstein und in der Reeling verursacht. Pas Seetreffcn bei Znrvros. Wie die „Expreß-Korrespondenz" erfährt, haben di« englischen Kriegsschiffe im Seegefecht bei Jmbros erheblich' schwerere Verluste erlitten, als amtlich zugegeben wird. Eck sind nämlich außer den Monitoren „Raglan" und „282, die explodierten, die beidenTorpedobootszerstörer „Lizzard" und „Tigris" schwer besichädigt worden. Der „Tigris" wurde beispielsweise durch eine Kesselhavarie außer Gefecht gesetzt.^ „Lizzard" hatte 18 Tote und 21 Verwundete, „Raglan^ 26 Tote und Verwundete, ivahrend die Verluste des „Tigris^ sich auf 14 und die des Monitors „28* auf 22 Tote und Ver. wundete beziffern. Während des Seegefechts wirvdc ein englisches Kampfflugzeug heruntergeschossen, das Flugzeug 4teI ins Meer. Die Insassen ertraivken. Die UeberleLeivde» i>cr „Breslau" jtnb ntdit von den englischen QtxitDtzcjL jcp» tcrn von Fischdampfern gerettet worden. ^ r~ Die Wirren in Rußland. Anarchie in Petersburg. Der „Corriere della Sera" berichtet aus Peter^urg: .j,rt der Stadt herrscht volle Anarchie. Gewehrfeuer und Minderungen sind an der Tagesordnung. Man hat den Eurdruck, die Leninsche Regierung werde gezwungen sein, o:e deutschen Friedensbedingungen anzunehmen und Schuld uid Verantwortung den Verbündeten zuzuschieben. Vor- schlage, wie den heiligen Krieg an Deutschland zu erklären, scheitern, da die Massen Rußlands heute zu jeder D^t dre nicht Plünderung bedeute, unfähig seien. Man glaube, der Friede werde bald geschlossen werden. Der ukrainische Friede wird hie maxi malistische Negierung Swingen, auf die deutschen Friedensbedingungen einzugehen und wird auch auf die rumänische Lage Einfluß gewinnen Die Leninsche Negierung hat heute das Note Kreuz end gultrg aufgelöst und den Präsidenten, sowie den Leiter der- ha,tet. Man kündigt auch die Verhaftung aller Mitglieder des revolutionären Komitees von Moskau und der ganzen Provinz an. Marrm Gorki verwundet. Wie die „Bossische Zeitung" berichtet, wurde nach einer Petersburger Meldung Maxim Gorki auf der Straße in Petersburg durch elne verirrte Kugel am Halse verletzt. Der Bürgerkrieg in Südrußland. Die Petersburger Tel.-Agentur meldet folgende Mitteilung des Volkskommissars Antonow: Die Städte Kre- menschung, Romodau, Puüwl befinden sich in unserer Hand. H?. ® ebtete von Alexandrowsk ergaben sich 14 Kosaken- eoladrons nach Zusammenstoß mit unseren Truppen. Se- vastopol erkannte die Sowjetsbehörden an. Die Nada ^wurde dort vertrieben und die Seestreitkräfte gingen auf aJc Seite der Sowjets über. Die Tartaren wurden hei ^ta zurückgeworfen und in der Nähe von Feodosia ge- Klagen. Nach einer Meldimg aus Haparanda wurde die Hasemladt Kilia in Besiarabien von der eigenen Garnison -eisiort. Die Stadt stand tagelang in Flamme^, StraßeukLmpse in Moskau. Aus Petersburg meldet das Reutersche Bureau: Wäh- If? p? be . r Hauptstadt kein Bluwergießen stattfand, wurden ^lenstag im Zentrum von Moskau dreißig bis vierzig Per. Jonen getötet und zweihundert verwundet, darunter viele Frauem und Kinder. Eine große Prozession der Bolschewik,' mit Maschinengewehren und Panzerwagen, Kavallerieab- teilungen. bewaffneter roter Garde sowie österreichisck>en, deutschen und türkischen Kriegsgefangenen kam um ein Uhr am Theaterplatz an, wo Tausende von Zusckvuern sich versammelten. Als ein paar Revolverschüsse, offenbar als Provokation, abgegeben wurden, folgte eine furchtbare Panik v rnö Maschinengewehrfeuer von Soldaten und Mitgliedern der roten Garde in der Prozession folgte. Der Moskauer Sowjet versichert, daß die Schüsse aus den r>enjtern von drei Hotels, wo Maschinengewehre postiert waren, abgefeuert wurden. Daraufhin wurde aus Panzerwagen aus die Stadt gefeuert. Dir Gewaltherrschaft der Maximalisten. '" Sj'Bo»“; 26. Jan. Der „Corriere della Sera" meldet au.- Petersburg, daß die Maximalisten nunmebr auch den Kongreß der Barlern-Verjammlungen von ganz Rußland. l e ... ln . .Petersburg zufammengetreten war. um feine Solidarität mit der Constituante auszusprechen, aufgelöst haben Nachdem der Kongreß kaum eine Str.nde getagt hatte, drang eine schar Matrosen in den Saat ein und for- b,e 3 'r* neI; f er QUf ' a-iS-inanderzugehen. Die Bauern dwigeiten sich und es kam zu e>nem Handgenwnge mit den Matrosen, das vier Stunden dauerte. Endlich mußten die Bauern abz.ctzen. Tw Mitglieder des Vollzugsausschusses des Ltongresses wurden verhaftet. ; -- ^ nföI f b-'k marimaiistischen Ausschreitungen weigert fio* lmmer energischer. Lebensmittel d) -peter.-bürg zu senden. Es kommt dort fast gar nichts mehr an, bte Vorräte sind erschöpft und das Gespenst des Hungers w°rr-mner drohe.rder. Verschiedene Lhäuser j «kp.undcrt. Unter den Petersburger Arbeitern '^eg-n die Maximalisten und die Rote Garde. Auch au» der Provinz wird über eine ähuliä« Be- I rtiiri 1 ', 9 *2** Z ° d - mnen b ‘ e gemäßigteren chzia- l,nb!u 'eine Aussicht auf einen Sieg zu l. " • ? ie Maximalisten haben vielmehr noch die Verfügung über die lokale Eelvalt und die Anarchisten treten ihrerseits drohend aus. Die fremden diplonmt j^n Vor" S 3 BÄ?,*" L IrZh Trtn LsV Z OErlkanriche Äotsckiafter hat Droh. ' h ?ß ble Anarchisten ihn persönlich für das S.i t^ksal der in Amerika verhafteten russischen Anarchisten m ° d)C, - ; r Oesamte diplomatische Kotps mmn6n itekn Drohungen Bedcnlkiche Sy mp Io me. Stockholm, 26. Jan. Stach einer Schilderung einer hier kmgcrroffeuen gut unterrichteten Persönliächeit herrscht zur Petersburg die Atmosphäre einer geradezu baby- ^ -^brstLhung und Venvirrung. In bürgerlichen „nd gemäßigt sozialistischen Kreisen tritt gegen die Boschewiki- von "de? W‘ S 6ittenms hervor, der die Blätter " Zld ° 9iaroba " -mverhüllt Ausdruck -^,titut un S r t“?* ^ktentatcn wird das Smolny- Wkal- Md Redo^" bewacht. D-e Partei- ^ Redaktionen der Oppositionsparteien sind, soweit - ruckst überhaupt geschlossen stnd. von Roten Gardisten gleichsam belagert, »Djeko Kacotxt*, bat noch der Auf- losung der Sobrauje nrtt Trauerrand erschien, wurde vor- °°ken- dem 20. Januar werden alle Runimer» der S ,f 6 körenden Volkskommissare an- läßlich der letzten Ereignisse als polittsch« Abenteurer bezeich- w* toQnnn bie *>ff*aiöfe „Prawdo" aufgehört me, Mitteilungen über Brest-Litowsk zu veröfferütick«. auf der Straße von Roten Gardisten beschlagnahmt. Neue Republiken. r <. ® nrcI ' 26 - Jan- Wie Havas aus Petersburg meldet, sind neue Repichliken in der Bildung begriffen, so die von Turkl-itan, die durch die Lokalkonstituante in Taschkent aus- gerufen wurde, dann diejenige der Baschkirenstänime die die Steppen von Sudural, besonders die Provinzen Oren- bürg Perm und Samara bewohnen und endlich dieseniae von Knfa, die die Provinzen Kufa, Kasan und einen Teil der Provinz Orenbnrg umfaßt. Ein Kampf bei Luck. Wien. 27. Jan. (WTB.) Die „Neue Freie Presse" meldet aus Lemberg: Das ukrainische Parteiblatt „Dilo" erhält von der russischen Grenze die Nachricht, datz bei Luck zwischen ukrainischen und bolschewistischen Truppen mit groß« Erbitterung gekämpft werde. Der Angriff sei von den Ukrainern ausge. gangep der sich der im Besitze der Bofschewisten b-efindlichen Stadt Luck bemächtigen wollen. Der Kamps dauert bereits mehrere Tage. Der Befehlshaber der Bolschewisten habe sich mit der Bitte um Hilfe an den Befehlshaber der in diesem Frontabschnitt stehenden oft er reich isch-ungarischen Batterien gewandt. der Aufforderung sei jedoch keine Folge geleistet worden. Polen Legen Bskschewisten. Petersburg, 26 Jan. WTB.) Meldung des Reuterschen Bureaus: Polnische Legionäre besetzten die Station Orscha im Gouvernement Mohttew und entwafsneten die russische Garnison. Ebenso besetzten sie die Station nördlich und südlich von Lrscha, wo sie die russischen Posten entwaffneten. Das Vorgehen fand statt, weil die Bolksbeauttragten den Leiter der polnischen Militarvereinigung verhaftet hatten. Die Armeen gegen Trotzkis Berhandlungsari Petersburg. 26. Jan. „Nowaja Schisn" meldet, daß die ^errreter von neun Armeen gegen die Derhandlungsart Trotzkis rn Rrejt-^itowsk gestimmt haben und nur drei dafür. Die neun Dertreter übermittelten dem Rat der Volksbeauftragten eine Entschließung, in der sie es ablehnen, die Polittk des Rates der Volksbeouftragten weiter zu unterstützen, wenn die Verband, lungen an parteipolitischen Widerständen scheitern sollten. Die Vertreter der arideren drei Armeen, darunter der 4 . und 8. er- klarten, daß sie die Politik Lenins und Trotzkis unbedingt un. terstutzen würden. Die gleiche Ansicht hat auch der Ausschuß des lettischen Hauptquattiers in Mohilew. ^ Abbruch der Beziehungen. Petersburg. 28 Jan. (WTB) Nach einem Petersburger Funkspruch hat die Petersburger Regierung alle diplomatischen Bezrehungen zu Rumänien abgebrochen. Die rumänische Ge. sandtschaft wird auf dem kürzesten Wege ins Ausland abgefcho- den. Der Goldschatz Rumäniens, der in Moskau liegt wird als unantastbar für die rumänische Oligarchie erklärt. Die Räte, reglorung übernimmt für die Aufbewahrung dieses Goldes und die Uebergäbe an das rumänische Volk die Verantwortung General Tscherbatschew wird als außerhalb des Gesetzes stehend erklärt. Bordrinzen t;: M:m8ne» gegen Nutzend. Rücktritt Krattanns? verlio, 28. Jan. Stach Nachrichten von der rufstsch. ruirwmschen Front soll sich der Rücktritt des rinnän'schei, Minlsterprafidenten Braiianu bestätigen. An seiner Stell, wordm ^ dwerescu zum Ministerpräsidenten er.mnrst worden sein und zwar m,t einer friedensfreundlichere, ^ a - 6t !i e . r eon dv--tianu verfolgt wurde. Auch unter den rurnanischen Truppen m-'cht sich eine stärkere "kri« densströmung als bisher bemerkbar f ' 5n */ örlililflpülutif der tzaHZ.-cht« SandelsAM nl m Marseille: Die fravzösische Regle, ruag beschlagnahmte vom 1 Februar ab alle im Hafen von Marse,ll- Legenden Schiffe. Die Uebekseedampfer sowohl midie Post- und Finch,dampser haben keine festgesetzte Linie mehr. sondern werden je nach verwandt. Die Gesllschaft E^rs Reunis" wird ihre Schiffe für den Gotteide-' und ^ arentransport uach Südamerika verwen-en. Der Pieftdienst wnd verändert und herabgesetzt. ' ^ 5 en ** Rnß!aud rechnete nnf Gesterre'ch. Wien, 28 Jan. Wie aus Wien berichtet wird, ist dem „deutschen Dolkoblatt" zufolge eine Amveisung der Petersbur. ger Negierung bekannt geworden, durch die die russischen Der^ treter in Brest-Lrtowsk angewiesen wurden, den Frieden so lange hmauszuschieben, bis «, Oesterreich gewisse Ereignisse emgetrc.cn feien. Die Meldung bezieht sich auf die Berhand. lungen vor ihrer durch die Reise Trotzkis bedingten Unter, vrechung. Daß mit den gewissen Ereignissen die Ausstands. vewegung in Oesterreich gemeint ist, versteht sich. Die Drahtsieher des Streiks. Beelen, 28. Jan. Nachdem-die rumänische Erwiderung auf i °as Ulttmatum dos Rates der Vottsbeaustragten im Smolny- Institut als unbefriedigend erklärt worden ist. besteht nach don : bisher Regeln der Kriegszustand zwischen Croßrutz- ^ lond und Rumänien. Die Kampfe zwischen Galatz und Verlad neymen ihren Fortgang. Nach den Meldungen maximalistischer B.atter müssen sich die marimalistischen Truppen vor den Rumänen in dieser Gegend überall zurückziehen. Rumänische Ölungen überschritten den Pruth und besetzten eine Reihe Ausland gehörender Dörfer und dichteten sie als Brücken. Diese Stellungen sind von stärkeren rumänischen Abteilungen mit Arttllerie besetzt worden, um den Einfall maximalistrschcr Tnippen von Odessa aus in die Moldau -ru verhindern. ' Petersburg. 26. Jan. (MTB.) Ueber die Vorgänge bei Ga- latz. die zum Ueberttttt russischer Truppent-eile zu den Verbündeten führten, wird weiter gemeldet, daß die Kämpfe zwischen der neunten und Teilen der zehnten sibirischen Division und den Rumänen westlich von Galatz noch immer andauern. Auf rumäurlcher Seite nahmen dabet schwere Artillerie und bei Ga- ^atz auch drei Monitore teil. Die russischen Stellungen von der Bahn ^raila—Galatz bis zum Serechbogen Mich Nicolai blei- den unbesetzt.^ Ein befestigter Punkt an der Bahn wurde von * wa mea w stet ^ tj « "n S-r-th- Trotzkl auf der Reile. P-t-rv5»rg. 28. Jan. (WTD.) Der Vottsb-ai.fk-gt- für -usworttM Angelegenheiten Trotzki ist t» der vergangenen Nacht nach Brest-Litowsk ab gereist. Fiurüand «nd Krest-ßitsw lk. Stockholm. 28. Jgw (WTB.) Wie die ..Stockholms Ti- d-nd- aus H-lstngfor- erfahrt, hat der finnische Landtag eine Abordmmg bestimmt, die die finnischen Erforderniffe bet den FriedensveiHandlungen in Brest-Litowsk vertreten soll Sie brsteht aus drei bürgerlichen und sozialistischen Mitgliedern, nämlich den ftuheren Senatoren Si-lt und St-nroth. Professor Erich Schrrftleiier Sirola »nd Magister gik (der letzte Name fehlt rn der D-Pesche). v ” Wien, 24. Jan. Es wird iminer klarer, daß es sich, bei dem Arbeiteransstand in Oesierreich Unciarn um einen zlvar m "''gelten, aber mißglückten Versuch handelte, der Bolschewik,-Regierung zu Hilfe zu eilen und den Unter- Händlern des Vierb,indes in Brest-Litowsk in den Rücken zu L So veröffentlicht die ..Arbeiter-Zeitung- heute aa K tender Stelle einen Aufsatz unter der Ueberschrift: „Ern de? deutschen Imperialismus", der in seinen maßlosen Angriffen auf Deutschland alles übertrifst was w ber österreichischen Bolschewiki sich in dieser Hinsicht bisher erlaubt hat. So wird schlankweg behauptet: d eutsche JmperialismuS^st heute, wie sich d>e Tinge Mllrtarrfch herousgebildet haben, und wie die Tatsack-en in den Landern der Entente stehen, eines der stärksten Friedens- Hindernisse, wenn nicht das Hindernis überhaupt. Daran ändert der Bestand der Friedensmehrheit im Reichstage nicht, »md mchts dessen sagenhafte FrledenSrrfolution: die Reichs- tagsmehrheit mag den BerständigungSfncden wollen die Generale wollen aber den „Siegfriede,,", und die Generale ° Iä ber R-ichstag. sind heute i,n Deutscher Reiche überhaupt die Macht". Es heißt dann weiter, baß diese deutschen Imperialisten ihren Siegeswillen solange den Verbündeten als Geschick auferlegen wollen bi, d^ "füllen Hefen: „Dem hat nun • , 1 ^' olle Erhebung der Arbeiter in Oesterreich-Ungara ein Ende bereitet; sie hat den impttwlistischen Eroberungs- Planen den Garaus genracbk." Diese Sprache ist Wohl deutlich genug. Aber es wurde dem Haupto^gan der ostcrreichisckren Sozialdcniokratie nicht nur die Beill,!entlich»ng eines solchen Pamphlets gegen die deutsche» ^ Heerführer gestattet, sondern die österreichische Zensur^ ließ sogar Preßtelegramme nach Deutschland pas- peren. in denen die Erscheinungen, des Streiks in übertrie- benstec We.se dargestellt wurden. So brachte das „Berlin« Tageblatt" eine Drahtung aus Wien, die folgendes besagte- „Donnerstag verhinderte die Wiener Arbeiterschaft der Wiener Hofoper die Vorstellung, indem sie erzwang, daß dar Publikum nach Hause geschickt werden mußte. Am Freitag war Wien berefts ohne Licht, und kein Theater versuchte zu spielen. Freitag mittag wurde der Stratzenbahnverkehr eingestellt. Graf Ezeniin sei zu den Verhandlungen mit der sozialdemokratischen Parteileitung in Wien' eingc- troffen usw." An dieser ganzen Meldung ist aber auch nicht wahres SSort. Sämtliche Theater spielten ruhig weiter, die Beleuch. Lang und der Verkehr der elektrischen Straßenbahnen wur- den nicht ettren Augenblick unterbrochen, und ebensowenig tr-af Graf Czernw aus Brest-Litowsk in Wien ein. Von dem ganzen Streik wurde in Wien, abgesehen von etlichen Kund- gedungen in den Arbeitervierteln, kaum etwas bemerkt. Man fragt sich also, wie es möglich war, daß die k. k. Telegramm- Zensur erne solche Drahtmeldung, die'von Berlin aus nätür. lich rns neutrale und danlit ins feindliche Ausland gegangen ist, nicht cheschlagnahmte. Gnadenerlaße. Berliu, 27. Jan. (WB ) Es wird folgender kaiserlicher Erlaß bekanntgetnacht: Die auch im letzten Kriegsjahre von Meinem Heer errungenen Erfolge, heldenhafter Widerstand an der einen, siegreiches Vordringen an anderen Fronten bestiimnen Mich rankvaren Herzens auch an Meinem diesjährigen Geburtstage, soweit nicht einem der hohen Bundesfürsten das Begnad rgungsrecht zustcht, 1 * allen Militärperlonen des aktiven Heeres und der Schutzttuppen sowie den Personen des Heeresgefolges (S 155 des Militärstrufgesetzbrrches), allen Personen, die seit Begcnn des^ jetzigen Krieges aus denr aktiven Heere, der aktiven Marine, den Schutztruppen oder dem Heeresgefolge wegen Dienstunbrauchbarkeit oder zu Kriegsarbeiten oder; aus wirtschaftlichen Gründen entlassen worden sind, die geges. v\. Vt5 oiiii U ;i:geu Lag einschließlich von MilitärbefehlS- bzm verhängten Disziplinarstrafen unb von Militärge- ' richten rechtskräfüg verhängten Gelb- und Freiheitsstrafen aus Gnade zu erlassen, soweit die Strafen noch nicht voll- st reckt sstrd, und sofern die auferlegten oder bereits gemilderten Freiheitsstrafen sechs Monate nicht übersteigen. Ausgeschlossen von der Begnadigung sollen jedoch Personen sein, 1. die unter Wirkung von Ehrenstrafen stehen, *2. die wegen einer oder mehrerer seit der Verhängung der Strafe begangener Handlungen mit einer Freiheitsstrafe von mehr als vierzehn Tagen oder n^L. Geldstrafe von mehr als 150 Mark oder wiederholt mit Freiheitsstrafen disziplinarisch oder rechtskräftig gerichtlich bestraft worden sind, sofern diese Strafsn noch nicht erlassen sind. Personen, gegen die ein gerichtliches oder disziplinäres Verfahren wegen einer- -seit der Verhängung der Strafe begangenen Handlung schwebt, sollen nur unter der Bedingung be- gnadigt sein, daß in diesem Verfahren gegen sie keine militärische Ehren strafe verhängt wird. Die Strafvollstreckung ist bis zur Beendigung des schwebenden Verfahrens auszusetzen. Unter diesen Gnadenerlaß sollen ferner nicht fallen alle gerichtlick, oder disziplinarisch verhängten Strafen wegen Mißhandlung, Beleidigung oder vorschriftswidriger Behandlung eines Untergebenen. Sind mehrere Einzelstrafen wegen solcher Straftaten neben einer oder mehreren anderen Einzelstrafen in einer unter den Erlaß falleirden Gesamt- strafe enthalten, so ermächtigte Ich den Gerichtsherrn, dem die Strafvollstreckung obliegt, die Gesamtdauer dieser Ein- zelstrafen nach den gesetzlichen Vorschriften über die Bildung von Gesamtstrafen in angemessener Weise zu ennäßigen. Ergeben sich duxch' eine Ausschließung von der Begnadigung in einzelnen Fällen besondere Härten, so ist Erlaß oder Milderung der Strafe vorzuschlagen. Gnadenerlasse gleichen Inhalts sind für die Kaiserliche Manne sowie von seiten der Blindesfürsten für die An- gehörigen des königlich bayerischen, sächsischen xnd württem- ber'gischen Kontingents ergangen Teiiarrsston^e in Berlin. Derli», 28. Jan. In Berlin sind heute morgen Leil- streiks ausgebrochen. Insgesamt sind etwa 100 000 Arbeiter zum Mittag in den Ausstand getreten. Dem Streik fehlt die einheitliche Leitung, auch ist bisher an dem Straßen- bitd nichts von den Arbeitseinstellungen zu erkennen. Noch haben keinerlei Umzuge und keinerlei Demonstrationen stattgefunden. Unter den Streikenden befinden sich sehr viele Arbeiterinnen. Die Bewegung scheint sich gegen die Verschleppung der Wahlrechtsreform und gegen die Agitation der Vaterlandspartei zu richten FtM^esVerriiterisches Treibe». In der letzten Reichstagssitzung ist bereits ein Flua- vlatt besprochen worden, das in den letzten Tagen in der Arbeiterschaft von "Groß-Berlin verbreitet wurde, und das direkt zum Generalstreik auffordert, um die Regierung zum Frieden um jeden Preis zu zwingen und zugleich die Mo-' narcksie tu Deutschland zu stürzen. Wie weit führende Kreise -er „Unabhängigen Sozialdemokratie" damit in Verbindung ! stehen, wird noch festzustellen sein, ist aber zunächst nicht die Hauptfrage. Im Augenblick kommt vielmehr alles darauf nn, daß oie Stellen, in deren Hand die Aufrechterhaltung üer Ordnung im Lande und die Sicherheit des Reiches im Innern wie nach außen liegt, solchen unerhörten, in jedem Sinne landesverrüterischen Treibereien gegenüber gerüstet sind und ihnen von vornherein mit fester Hand entgegen- zutreten. Zu der Mehrheit der deutschen Arbeiter haben rpir das Vertrauen, daß sie das Ansinnen, das eigene Vaterland in seinem Daseinskämpfe zu verraten und die Kameraden an der Front wehrlos zu machen, selber als schmählichen Verrat empfinden und zurückweisen werden. Aber nach der Umkehrung aller gesunden Begriffe, die sich in manchen Schichten unseres Volkes unter dem Einfluß internationaler Auffassungen seit längerer Zeit vollzogen bat, erscheinen hellte lewer Tinge möglich, die man sollst doch für unmöglich gehalten hätte; und es ist für den aufmerksamen Beobachter auch gar ilicht zweifelhaft, daß seindlick)e Agenten und feind- ttches Geld an der Arbeit sind, um auch in Deutschland revolutionäre Feuer anznschüren. Davon abgesehen, deuten aber curch sichere Zeichen darauf hin, daß auch die Freunde des Herrn Scheidemann an diesem Feuer ihre Suppe kock)en wollen. In einem gemäßig. ten sozialdemokratischen Organ war ja in den letzten Tagen wiederholt zu lesen, daß man den Streik nur dann würde verhlnvenr können, wenn die Regierung in der Wahlrechts- frage eine den sozialdemokratischen Forderungen entsprechende Erklärung abgabe. Also politische Erpressung in mwerhiillteskr Form! Die sozialdemokratischen Führer tnachen sich, wenn sie der Amvendung des politischen Streiks im Kr rege nicht mit allem Nachdruck entgegentreten, in vollem Umfange mitschuldig an Treibereien, die, wie ihnen genau bekannt ist, direkt die Geschäfte unserer Feinde besorgen und gerade gegenwärtig unter allen Umständen als Landesverrat zrr bewerten sind. Jedes Na umgeben gegen Forderungen, die in solcher ' Lage und in solcher Weise gestellt werden, würde verhäng- rllsvoll sein- denn wir wären dann sicher, daß der Versuch bald unter Ausstellung weiterer Forderungen wiederholt und Deutschland schließlich in eine schmähliche Niederlage hinein- getrieben würde. Hier heißt es den Anfängen wiederstehen! Lanoesverrätenscher Streik darf unter Leinen Umständen ourck Nack>giehigkeit zum erlaubten Stampf mittel gestempelt toet'öen, Wjr hoffen, daß die berufenen Stellen die Größe «hrer erantwortung fühlen und mit unerschütterlicher Sc -'üi -t ihre Pflicht hm. Kantzeu-Kamenz. Der Wahlausgang im dritten sächsischen Reichstagswahl- kreise wird naturgemäß von der Sozialdemokratie nicht nur zu einem Erfolg ihrer Partei, sondern insbesondere der Verzichtfriedenspolitik gestempelt. Es ist hier aus Anlaß der Hauptwahl bereits gesagt worden, daß die Jnanspruch- nähme des Wahlausfalles für die eine oder andere Richtung aus mancherlei Gründen hinken müsse. Im Ernst wird auch die Sozialdenwkratie nicht behaupten wollen, daß die 900 Stimmen Differenz zwischen dem sozialdemokratischen und dem konservativen Kandidaten bei insgesamt 18 400 abgegebenen Stimmen, 22 000 Wahlberechtigten und demnach noch 3600 Reserven eine überwältigende Beweiskraft besäßen, namentlich wenn man in Rücksicht zieht, daß die Wahl- trägheit auf bürgerlicher Seite erfahrungsgemäß die größere ist. Eine sehr erhebliche Rolle aber spielt, worauf eine Zuschrift der „Kölnischen Volks-Zeitung" vor einigen Tagen bereits aufmerksam machte, gerade unter den jetzigen Knegs- rerhältnissen die wirtschaftliche Zusammensetzung des Wahlkreises; eine Rolle fteilich, die wesentlich von der in Frie- denszeiten abweicht und sie gelegentlich nahezu ins Gegen- teil verkehren kann. In der „Köln. Volks-Ztg." wurde fest- gestellt, daß die Industrie in dem vorwiegend ländlichen Wahlkreise durchweg kriegswichtige Betriebe umfaßt. Demnach müsse die Tatsache in Rechnung gestellt werden, daß für diese kriegswichtigen Industriezweige nicht nur die g. v.- und a. v.°Leute, sondern auch im großen Umfange die k. v.-Tienst- pflichtigen reklamiert, zu Hause und daher wahlberechtigt seien', während d'e landwirtschaftliche Bevölkerung fast durch, weg im Felde stehe. Diese Tatsache fällt bei der grundsätz. lichen Würdigung jeder während des Krieges stattftndenden Ersatztoahl bestimmend in die Wagschale. Sie führt eine Verschiebung innerhalb -der Wählerschaft zugunsten der radikalen Elemente herbei. Daß damit für die gesamte Volksstimmung nichts bewiesen wird, liegt am Tage. Wenn also die Sozialdemokratie schon von Sieg und Niederlage, sprechen will, so kann man ihr das zugeben in dem Sinne, daß der^. Wahlausfall in Bautzen-Kamenz ein Sieg der reklamierten Schwerverdiener über die an der Front stehende : bäuerliche und mittelständische Bevölkerung ist. Daß sich um diesen Sieg auch Herr Erzberger verdient gemacht hat, entspricht ja nur der allgemeinen Rolle, die er im innen- und außenvolitischen Leben Deutschlands seit ge^ raumer Zeit spielt. Wie diese seine Betätigung von seinen Parteifreunden beurteilt wird, haben wir bereits festgestellt. Erzbergers Diszipffnbruch, sein Eintreten für die Wahl des Sozialdemokraten in Bautzen-Kamenz in einem Brief an einen dortigen Zen- trumswähler, womit er die offizielle Parole der sächsischen Parteileitung durchkreuzte, findet in dem sächsischen Zen- trumsorgan, der „Sächsischen Volkszeitnng", eine gründliche Kennzeichnung. Das Blatt nennt sein Verhalten einen „unerhörten Vorgang" und schreibt weiter: „Wohin sollte das führen, wenn jeder Abgeordnete seine Privatmeinung bei einem Wahlkampfe, der ihn nichts angeht, auf die Wühler loslassen wollte. Das würde ein schönes Durcheinander geben und jede Parteidisziplin würde dadurch völlig untergraben. Es handelt sich im Wahlkreise Bautzen-Kamenz nicht um den Kandidaten der Vaterlands-Partei, denn diese hat dort weder einen solchen aufgestellt, noch für einen Kandidaten agitiert, noch ibn auf ihre Ziele festgelegt oder Beiträge zu den Wahlkosten . geleistet, sondern es handelt sich um einen konservativen Kandidaten, der den Verständigungsfrieden will, zum Unterschied von dem sozialdemokratischen Kandidaten, der den Verzichtfrieden will." Das Blatt teilt weiter mit, daß der Zentrumsverein des dritten sächsischen Wahlkreises gegen den Abgeordneten Erzberger bei der Fraktion Beschwerde erheben werde. Die Frßßellrmg drr Berlin 25.' Januar. Wie wir hören, hat der Staatssekretär des Kriegsernährun samtes tjt einem Rundschreiben die Bundesregierungen ersucht, zur Teilna me an Arbeiten der Feststellungsausschüsse die nach Ablauf der Druschtermine die bei den landwirtschaftlichen Betrieben noch vorhandene Getreidevorräte seststellen sollen, auch Vertreter der Verbraucherkreise heranzuziehen. Bei der Auswahl dieser Vertreter sind tunlichst alle Kreise der Verbraucher zu berücksichtigen, also Industriearbeiter, Handwerker, Angestellte des Handels und des Kleingewerbes, Beamte, Angehörige der freien Veruse usw. Erforderlich ist insbesondere, den Verbrauckerkreisen in den Industriezentren hinreichend Gelegenheit zu geben, sich von der ordnungsmäßigen Durchführung der angeordneten Maßnahmen zu überzeugen. In der Mitwirkung von Vertretern der Verbraucherkreise bei der Tätigkeit der Feststellungsausschüste sieht der Staatssekretär des Kriegsernährungsämtes ein geeignetes Mittel, das Verständnis zwischen Stadt und Land für die Schwierigkeit der Lage zu fördern und zugleich die Tätigkeit der Feststellungsausschüsse wesentlich zu unterstützen. In dem gleichen Rundschreiben werden die Bundesregierungen ersucht, auf Verlangen des stellvertretenden Generalkommandos den Feststellungsausschüssen geeignete Proviantamts- oder Intendanturbeamte als Mitglieder zuzuteile Aus der Uclmat. Ric. Herr Oberjäger Eugen Schmähl, der seit dem 29. 8. 15 in russischer Gefangenschaft ist und sich in dem Gefangenenlager Beresowka iu Transbaikalien befindet. schildert in einem Briefe an seine Mutter, in welch erhebender Weise die Kriegsgefangenen, fern der Heimat, das Refor- mationsfest begangen haben: Mit Hilfe des Lagerorchesters, das aus 46 Mann besteht und des Chors, wurde in der Kirche die Feier abgehalten. Der Raum war nnt Tannen- grün und an der Pfeilern stehenden Kiefern geschmückt. Nachmittags um 2 Uhr begann die Feier. Zuerst wurden zwei Orchesterstücke gespielt, Ouvertüre „Die Geschöpfe des Prometheus" von Bethoven und „Largo" von Händel. Dann sang der Chor „Deutscher Volksruf" woraus ich eine Ansprache über Luthers Bedeutung hielt. Dem allgemeinen ^ied: „Der Gott, der Eisen wachsen ließ", folgte die von einem Hamburger Oratoriensänger vorgetragene Arie aus „Elias" von Mendelssohn, den E«utz^ bildete die „Ju- belouverture" von Weber. Die Kirche war bis ans den letzten Platz gefüllt. Es war eine in jeder Beziehung würdige und erhebende Feier, alle/ haben einen tiefen Eindruck mit nach Hause genommen. FC. Hungen, 27. Jan. Nächtliche »weile wurde in der^ hiesigen Molkerei eingebrochen und drei Zentner Käse und 80 Pfund Butter gestohlen. FC. Gießen, 28. Jan. Von den Gemeinden des Kreises Gießen bezahlt Ettingshausen keine Gemeindeumlagen. FC. Düdelsheim, 27. Jan. Lehrer Peter Gerfin, Leutnant d. R., Inhaber des Eisernen Kreuzes Erster Klasse, ist nach fast dreieinhalbjähriger treuer Pflichterfüllung infolge schwerer Erkrankung gestorben. FC. Vom Main, 27. Jan. Durch Me amtliche Neber- j wachnngsstelle Aschaffenburg wurde ein Händler aus Frankfurt am Main sestgenommen, der in letzter Zeit zehn Zent- | "er Fische unbefugt aus Bayern nach Frankfurt am Main j ausgeführt hat. Die genannte Ueberwachungsstelle hat weiter einen größeren Pferdeschmuggel nach Hanau ftstge- ! stellt Ein Pferdehändler hat kürzlich insgesamt 60 Schlacht- l Pferde unbefugt nach Hanau ausgeführt, 12 Pferde konnten i beschlagnahmt werden. Ein beteiligter Metzger in Hanau, für den ein im Pferdefrachtwagen verstecktes, geheim geschlachtetes Kalb bestimmt war, wurde festgenommen. FC. Pfeddersheim, 27. Jan. Das hiesige Schöffengericht verurteilte die Dienstmagd Philippine Frey dahier, wege« ! Verkehrs mit Kriegsgefangenen zu drei Wochen Gefängnis; \ eine Witwe aus Bechtheim wurde wegen desselben Verkehr- von den Schöffen in Osthofen in eine Gefängnisstrafe vorr zwei Monaten genommen. Aus Starkcnburg. FC. Erbach, 27. Jan. Der Bahnhofsarbeiter Joseph Bolz fiel vor einigen Tagen so unglücklich auf den Hrnter- kopf auf dem hiesigen Bahnsteig, daß er bewußtlos wurde, und an seinem Auftommen gezweffelt wird. Aus Hessen.Nassau. FC. Oberlahnstein. 24. Jan. Die erste Beschränkung der Rhewschiffahrt ist wieder aufgehoben worden, auch das Verbot der Meselfchiffahrt Dbe Schiffahrt ist wieder lebhaft. Die Lah» ist ln ihre Ufer zurückgetreten. FC. Nicderlahustein. 24 Jan. Ein Kaufmann aus Koblenz machte mit einem Mädchen eine Weinreise nach hier, schlief ein und vermiete beim Erwachen seine Brieftasche mit 1300 Mark, die mit der „Dame" verschwunden ist. Eine Belohnung von 200 Mark erhält der. der die Brieftasche, auch ohne Dame wieder zurückbrinat. FC. Nicderlahnstein, 27. Jan. In der Stadtverordneten* versammlung gab Bürgermeister Nody folgende Aufklärung, betreffend des Angebots der Lebensmittel-Einkaufsstelle der Nassanischen Städte an auswärtige Firmen, die kürzlich durch die deutsche Presie gegangen und Erstaunen und Erregung hervorgerufen hat. Die Lebensmitteleinkaufsstelle, so führte der Bürgermeister aus, besitze von den großen Posten angebotener Waren nichts. Tie Sache liege lediglich so, daß der neu eingetretene Gesck)äftsführer der Gesellschaft in Abwesenheit der Bürgermeister von Ober- und Niederlahnstein Offerten, die an die Nanssanischen Städte gerichtet waren, weitergegeben habe, ohne Wissen des Vorstandes, so daß tatsächlich dadurch die Verwirrung entstanden sei. Der Vorstand mißbillige das Vorkommen. Ferner habe er festzustellen, daß laut Statut die Gesellschaft an den Waren nichts verdienen darf. Es werde lediglich das mehr genommen, was an Geschäftsunkosten zu decken sei. Die Geschäftsunkosten beständen aus dem Gehalt des Geschäftsführers und der Fracht. Kriegsgewinne würden an den Waren nicht gemacht. Er hoffe, daß durch diese Erklärung die allgemeine Erregung über den Fall sich wieder legen wird. Eine Berichtigung in der Presse sei in Aussicht genommen. In der anschließenden lebhaften Aussprache wurde festgestellt, daß diese Erklärung des Bürgermeisters genüge, um alle Zweifel zu beseitigen. Kirchliche Anzeige« Mittwoch, 30. Januar, abends 8)4 Uhr: Kr iegsa,»Pacht. Herr Direktor Schoell. Offene Stellen: 1 Knechtefamilie. 1 junger Knecht, 2 Hofverwalter, auch Kriegs* beschädigte, 2 Bäcker, 6 Schreiner, 1 Unterbeamter. Hilfsdienst- pflichtiger. für Militärbureau, 6 Hausmädchem mehrere Dienst- mägde, 2 Lehrmädchen für Luxus- und Spielwarenbranche, 1 LerLärnerin (Leiterin einer Abteilung). Für besetztes Gebiet: Mchrere^Pferdepfleger, mehrere Stenographinnen und Majchinenschreibennnen. C tellensuchende? Mehrere Melkerfamilien und ledige Melker, 8 Fräulein für Bureau. Verantwortlich für den politischen und lokalen Teil: Otto H i r s ch e l. Friedberg; für den Anzeigenteil: R. H e y n e r* Friedberg. Druck und Verlag der „Neuen DngeKzertun^ A- (&, Friedberg L H. Grane Gefahren. Roman aus der Gegenwart von M. Gontard - Schuck. •jij V.'achdmÄ verboten. VII. Gräfin Regina stand unter der graben Mutbuck« tm Part und blickte aufmerksam aufwärts in die sich mit frischem Grän schmückenden Zweige. Rach längerem Schauen stampfte sie ärgerlich mit dem Fuße auf den -weichen Boden. „Willst Du gleich herunter, Peter! Sch-sch-sch-sch-sch! GLeick- kommst Tu!" Sie trug einen kurzen dunkelblauen Rock und eine glatte einfache SportjNcke. Ein leichter weißer Strohhut mit dunkelblauem Rand vervollslcü'd'a'e den. einfachen Anzug. — Drin im Schloß rüsteten sie : Düerfest. Und dabei herrschte so gar keine öfterii<.T- P . i.ng. Der Onkel war schon ^eit langem nicht recht au*‘ - i Posten. «Es ist nichts!" jagte er. w - Regina besorgt fragte. ,.Das Frühjahr steckt mir in den Li a. eu. Alte Leute spüren jeden Witterungswechsel." Sie wußte aber ganz gut. daß es nicht das Frühjahr war. das ibm zu schaffen machte. Bis jetzt hatte noch kein Witterunnswechsel vermocht, ihn umzuwerfen. Ihr machte er nichts vor. Sie wußte ganz genau, was ihn auälte. Sie wußte, daß er sich Sorge um Alfred machte. Wie oft hatte er ihr friiher von seinen Plänen erzählt. Was hatte er sich nicht alles erträumt für seinen Einzigen. Seit dieser englischen Heirat aber machte er keine Pläne mehr. — $r batte sich in den Kopf gesetzt, daß diese Verbindung dem Sohne Unglück bringen müsse. — 9te gab * sich alle Mühe, es ihm anszureden, es half nichts. „Ich kenne England und ich kenne Sir Edward Douglas. mein Kind. Von da drüben kann uns nur Unheil kommen." — Unb nun wollte sie dem Onkel so gern eine rechte Freude machen, wußte aber gar nicht, wie sie es anfangeil sollte. Sie hatte schon mit Mamsell beraten, die wußte aber auch weiter nichts als Kuchen backen. Nun wollte sie wenigstens einen recht schönen großen Frichlingsstrauß suchen. — Die Buschwindröschen blühten schon, und hinter dem Park aus den sonnigen Wiesen gab es massenhaft gelbe Schlüsselblümchen. Alle Vasen wollte sie stillen! Und nun mußte sie diesen alten Räuber, den Peter, dabei erwischen, wie er hier in der Blutbuche herumkletterte und jedenfalls die nesterbaueuden Rotkehlchen beschlich. So ein alter Heimtücker! „Peter! Willst Du sofort herunter kommen!" ries Regina noch einnial nachdrücklich. Langsam kam ein mächtiger Kater an dem schräg siegenden Stannn der mächtigen Buche herunter geschlichen. Mit ausgesnckter Liebenswürdigkeit versuchte er. die Herrin über seine wahren Absichten zu täuschen. Er strich ihr mit hock-erhobenern Schwanz um die Knie und schnurrte so gemütlich und harmlos, als könne er kein Wässerchen trübem ..Pfui, Peter' Sckämst Du Dich gar nicht! Darfst Du in die Bäume klettern?" Peter verdrehte die Augen und sah die Herrin zärtlich an. „Schelte nur! Ich weiß ja doch, daß Du es nicht so böse meinst." sollte das heißen. „Dein Schmeicheln nützt Dir gar nichts. Du Unart! Wenn ich Dich noch einmal ans der Vogeljagd ertappe, dann gibt's ganz gehörig was!" „Das hört sich ja ganz furchtbar streng an, Regina. Bist Du eine 'so strenge Herrin?" Regina fuhr herum. Hinter ihr stand Alfred Werkheim. Sie vergaß, vor lauter Erstaunen, ein Wort zu sagen. „Na. na, Gina! Run gib mir doch wenigstens die Hand damit Du Dich überzeugen kannst, daß ich wirklich von Fleisch und Blut bin und nicht etwa nur meiu Geist." „Mein Gott, w.o kommst Du denn her?" rief sie endlich. „Drüben von der Landstraße. Ich sah Deinen Hut durch die Bäume schimmern» da habe ich den Wagen fortge- ickM und habe nur eben Peters Strafpredigt mit angeln'rt. Pfui, Peter, daß ich so etwas von Dir hören muß!" wandte er sich nach der Katze um. „Uebrigens kaun ich Dir ein ganz großartiges Mittel sagen. Wenn Tu fürchtest, daß er doch wieder in die Buck« geht, dann bind' ihn ein oder zwei Stunden daran fest. Tie Katzen haben ein derart stark ausgeprägtes Freiheit «refühL daß Peter ganz bestimmt in Zukunft einen großen Dogen um die Buche machen wird." „Wirklich? Meinst Du?" „Ganz sicher! Versuch es nur mal!" „Das will ich! Aber nun komm. Weiß der Onkel von Deiner Ankunft?" „Nein, ich wollte euch überraschen!" „Na, mit mir ist es Dir gründlich gelungen." Sie gingen dem Schlosse zu. Regina verfiel in Schweigen. Nun war für den alten Herrn doch noch die Osterfreude ins Hans gekommen. Als sie mit ihren Gedanken soweit gekommen war, guckte sie unwillkürlich auf. ihre Hände. „Ich wollte ja Schlüsselblumen holen, und nun Hab ich's ganz vergessen. Aber daran ist Peter schuld." „Gehe morgen früh, dann begleite ich Dich und helfe Dir pflücken. Und dann nehmen wir gleich eine Schnur mit und verabreichen dem Peter seinen Denkzettel." Regina nickte. Sie hätte ihn gern nach seiner Frau gefragt, brachte es aber nicht über die Lippen. Warum er sie . wohl nicht mitgebracht hatte? Sie freute sich, daß er allein war, diese Fremde verdarb immer alles Gemütliche im Hanse. — Der alte Herr war sehr erfreut über die plötzliche Au- knnft des Sohnes. Er fragte gar nicht nach dem Grnnde, der ihn hergeführt. Ihm war es genug, daß er seinen Jungen wieder einmal allein bei sich hatte. Es ging ihm genau wie Regina. Beide empfanden sie Helen als etwas Fremdes, Störendes. — Fortsetzung folüt. linG-öen. Die Marie Hoüer Gefr. Hans Maier 9. Zt. beurlaubt Verlobte Echzell, im Januar 1918, Messe Tageszeitung Druckerei Wß Verlag ßfcfien-GeseHschafl Frieders Jessen) KanaaersSrasse 12 Fernsprecher 43 Für die uns erwiesene Teilnahme bei dem Hinscheiden unseres lieben Bruders, Schwagers und Onkels BertW v. ßelWßli Major a. D. sagt herzlichsten Dank. Friedberg, 27, Januar 1913. Familie V. Helmolt. r «myl'sM sScfs zü.t Hnferfigsffif ven örsEitsaeiieEi aller Ar! Vgreitis-, Geschäfts- uns! FamSiisn- Br&iiSiafögitef?, ^eärfarfseetalie, KaJaiag- und WerMrack irr' fete finsfiiisrung. Ue&esäahsRe vsn Massenaüüager». Gutes i*riscfc eiißgeää’ttifeia. Tapeten- und Jean fingier, linier dm Schuhe Hnr Senigllii rn Roheit der GroHrrjogiu. Mcüä Speif fit Die Willeßem kr ' lumllm KWkeHslege im Stile#.. Hunderttausend SHuzcstcrn. Hllssschwestern und Helferinnen stehen in aufop.crnder Liebesarbeit hinter den lebendigen Mauern unserer unbesiegbaren Heere. Biele dieser Schwestern haben schweren Schoden an ihrer Gesundheit erlitten, vielen bleibt dauernd die Er- werbssähigkeit genommen. Enr stilles Helssntum gilt es zu kröne,r! Gemeinsam mit unsecen Tapferen in Heer und Flotte bitten wir darum Alle, denen der Segen der He.miat beschiedeit ist: Lasset unseren DanL stie Irene Schwesternhilsc zur Tat werden durch eine Gabe zur Schrvesternjpende. Spenden sind einzuzahlen bei dem Grotzh. Kreisamt Frirdbcrg i. H. Der Ehrenausschus; und Arbeiisausschutz für das ErshherzoKtum Hessen. - ■■■•' . tüt den Kreis Michel . Seit 25 Jahren fettige als Spezialität ~ ~ Schuhe für kranke Fiche besonders für Klumpfüße und verkürzte Beine. Bad-Nauheim, Burgstraße 7. Konime auf Wunsch. Nückiprache oder schriftliche Auskunft verpflichtet zu nichts. 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