Uummer 23 Montag» denc 28. Januar 1918 lene Tages; tft 11. Zahrgar g ®* e n,*«prt „den saieri.«,. «.«.tmätzig- Seilanen „2tr f«,ur aus ..Dü Spimikut.-«. K.mgsp«.». Voitanitm ■„ mer e^hrluh 6,nU JI,tt n0d ’ 608 •*' »en Renten P„. -inlchli-tzlich T-iger.-dn. 'ürund-eU. Ä. P>«. .-l°.e 2» o.g. -La,-.,-. o,n auswu-.s »L m >'lUma?on ^nedbrry. Schrrftlsrtung und ÄerLa-r 'Nedde- ^e7en». 'a^ auer^traIe 12. yerti oretier 4S. Ö* t< jet* £•> :to >tr. IS»9. In ^tan^urt a fit“ Mkdkk frei und »kmnd»»«Mk. _'j ^7 Erfolgreiche Kuftkiimpfe im Westen. — Gin Angriff der Italiener auf dem Monte Dorüea a^.m'esru 28 Normen versenkt. Der deutsche GeneralKad !=== meldet: .- ü W. T. K. Großes Hauptquartier, den 26. Januar. ÄrrrMch. Westlicher Kriegsschauplatz. Heeresgruppe Kronprinz Rnpprecht. Nn der flandrischen Front zwischen dem Biankaart-See und der Lys bei Lens und beiderseits der S arpe von mittags an Nrtilleriekampf. Unsere Infanterie brachte von Erkundungen bei Lens, Croisilles und Epehy Gefangene zurück. Heeresgru ppe Deu1 scher Kronprinz. In einzelnen Abschnitten am Oise-Aijne-Kanal, in der Champagne und auf beiden Ufern der Maas lebte die geuertätigkeit auf. Westfälische Stoßtruppen holten nach kurzer vorbereitender Feuerwirkung aus den französischen Gräben im Walde von Avocourt 24 Gefangene und 1 Maschinengewehr. Ebenso hatte ein kühner Handstreich gegen die feindlichen Linien Om Caurieres Walde vollen Erfolg. * Sn den letzten vier Tagen wurden im Luftkampf und don der Erde aus 25 feindliche Flugzeuge abgeschossen. Unsere Flieger führten erfolgreiche Angriffe gegen die französische Nordküste durch. Gute Wirkung wurde in Dünkirchen, Calais und Boulogne beobachtet. Leutnant Roeth brachte gestern innerhalb weniger Minuten 3 französische Fesselballone brennend zum Absturz. Italienische Front. * Auf der Hochfläck»e von Asiago und zu beiden Seiten der Brenta ftim es zu lebhaften Artilleriekämpfen. Don den anderen Kriegsschauplätzen nichts Neues: Der Erste Ecueralquartiermeister: Ludendorff. KdsndbxHcht. . SkrUn, 26. Jom..' abends. (WB. , Amtlich.) Von den Kriegsschauplätzen nichts Neues. » M. T. H. Großes Httrrptqrmrtier, den 27 . Jannar. Amtlich. \ Westlicher Kriegsschauplatz. . Fast nn der ganzen Front blieb die Gefechtskätigkeit 'gering. Bei kleineren Unternehmungen südlich von der Oise und in den oberen Vogesen südlich pon Lufse wurden Gefangene «nn gebracht. Italienische Front. Auf der Hochfläche von Asiago und' östlich von der Brenta lebhafter Feuerkampf. Ein italienischer Angriff gegen den Monte Pertica scheiterte. Don den anden Kriegsschauplätzen nichts Neues. Der Erste Gsueralquartiermeister: Ludendorff. Abendbericht. Drrvn, 27. Jan., abends. (WTB. Amtlich.) Von den Knegsschauplntzen nichts Nerres. Das türkische Hauptquartier li meldet: Konstantinopcl, 23. Jan. (WB.) Generalstabsberickst. An den Dardanellen lebhafte g-iiegertätigfeit. Unseres Slieger griffen den Flughafen auf Fmbros an. Gute Wirkung inmitten des Flugplatzes wurde beobachtet. An den anderen Fronten keine besonderen Ereignisse. H-Ko^meldttugeu. 28,000 Tonnen! Berlin, 25. Jan. (WTB. Arntlich.) Unter der bewährten Führung des Kapitänleutnants Viebeg erzielte eines unserer U-Boote kiirzlich glänzende Erfolge gegen den Transportverkehr in dem besonders stark bewachten östlichen Teil des Aermelranals. 7 Dampfer 'mit insgesamt 28,000 Bruttoregistertonnen wurden innerhalb kurzer Zeit in mit großer Kühnheit durchgeführten Angriffen vernichtet. Vier Dampfer, darunter ein Tankdampfer von etwa 5000 Tonnen wurden aus Geleitzügen, die durch Zerstörer, U-Bootjäger und Fischdampfer stark gesichert waren, herausgeschossen, davon zwei aus demselben Geleitzuge. Unter den übrigen Scküffen befand sich ein größerer Dampfer vom Einheitstyp, anscheinend nach Le Havre bestimmt. Ter Chef des Ad mi ra! stabs der Marine. Welche Bedeutung die Engländer dem Kampfwert der „Gäben" bei messen bewert, daß der englische Pressedienst seit emer Woche rnit dem Schiffe sich beschäftigt und andauernd Meldungen, von weiteren Angriffen und weiteren Ve- schädignngen verbreitet, um falsck>e Hoffnungen auf einen Ausfall der „Göden" für die weitere Kriegführung zu erwecken. t» er österreichische (Ocucvnlüab meldet: Wien, 26. Jan. (WV.) Amtlich wird verlautbart: Die Artillerietätigkeit war namentlich auf der Hoch- fläshe der Sieben Gemeinden und beiderseits der Brenta sehr lebhaft. Der Chef des Gcneecilstabe». * Wie», 27. Jan. (WTB. Nichtamtlich.) Amtlich wird verlautbart: Airs der Hochfläche von Asiago und östlich der Brenta war die Nrtillerietätigkeit auch gestern sehr lebhaft. ©in feindlicher Angriff gegen unsere Stellungen aus Monte Pertica wurde abgewiesen. Der Chef des Seueralsiabcs. --- , < Berlin, 26. Jan. (WB. Amtlich.) Unsere U-Boote haben auf dem nördlichen Kriegsschauplatz sechs Dampfer und zwei Fischerfahrzeuge versenkt. Die Dampfer waren meist tief beladen. Bei zwei von ihnen konnte Bewaffnung festgestellt werden. Unter den versenkten Fischerfahrzeugen befanden sich der französische Fischkutter „Hirondelle". Der Chef des Admiral st abs oer Marine. Schiffsverluste. Rotterdam, 25. Jan. (WB.) „Maasbode" meldet: Der englische Leichter „P. I." ist am 8. Januar gesunken; der englische Segler „St. Bernard" (1^7 Brt.) wurde bei einer Explosion in Halifax vernichtet; der spanische Segler „Cißcar" (308 Brt.) ist gesunken; der englische Schleppdampfer „Excelsior ist leck geworden und gesunken; der griechische Dampfer „Centauro" ist auf die Felsen von Estopona gelaufen und wrack; der Segler „Sorstad" (545 Brt.) ist umgeschlagen; der Segler „Lulu M Quillin" (129 Brt.) ist gestrandet und wrack; der englische Dampfer „Wandlo" (889 Brt.) ist gestrandet und gesunken; der Segler „Latorka" ist ans See verlassen worden ft der Segler „Mabrooka" ist gesunken; der englische Segler Douglas Adams" gestrandet und verloren; der englische Segle/ „Elizabet" ist uutergegangen, der Segler „Nelly" wrack; der amerikanische Dampfer „Henry Coot" (2234 Brt.) ist gesunken; der spanische Segler „Santa Isabel" wird vermißt. Arm brntJifje Mmnbögle nrhaiben. Kopenhagen, 24. Jan. (WB.) Nitzaus Bureau meldet: Aus Ringköbing wird gemeldet: Ein Schiffboot mit 17 deutschen Marinesoldaten langte in Houvig an der Westküste Jütlands an. Einer der Insassen war tot. Das Boot stammt von einem deutschen Kriegsschiff. Die Bootsrnsassen sind sehr erschöpft. Sie brachten vier Tage im offenen Boot zu. Aus Rinköhing wrrrde ihnen ärztliche Hilfe gesandt. Die Leute ^wurden zum Strandvogt geschafft und hier mit trockenen Kleidern versehen. Einer der Schiffbrüchigen ist indessen gestorben. Unter ihnen war ein deutscher Marineoffizier. Es steht fest, daß die Leute zu einem deutschem Torpedojäger gehören, der torpediert worden oder auf eine Mine gelaufen ist. Einzelheiten fehlen noch. Isflllldlf U=!t0oif (tu bcr öwibiii’fftfR KM. Bern, 27. Jan. (WTB. Nichtamtlich.) Die franzö- sisck?e Presse meldet, daß amerikanischen Zeitungen zufolge an der amerikanischen und südamerikanischen Küste, besonders in'der Nähe, von Brasilien, deutsche U-Boote gesehen wurden. Die Unlüste der itaiieniiüen sMdelsstotie im H-MMieg. Nach dem „Popola Nomano" vom 23. Januar erwähnt« Nitti in seiner Rede in der Associanzione Commerciale Jn- dnftriale Agricole Romano, daß im Verlaufe des Krieges 55 von Hundert der italienischen Handelsflotte versinkt wurden. Dirßland. Die „Göben" wieder frei. Berlin, 27. Jan. (WTB. Amtlich.) Wie uns von zuständiger Stelle mitgeteilt wird, ist der Uirkische Panzerkreuzer „Sultan Javus Selim" („Gäben"), der auf dem Rückmarsch von dem Vorstoß nach der Insel Jnrbros in der Enge bei Nagara, festgekommen war, in die Dardanellen rmgelaufen, Stockholm, 25. Februar. (W. N.) Aus Petersburg wird berichtet, daß es bei den Kämpfen anläßlich der Eröffnung der Konstituante angeblich 400 Tote gab. Ueber den Wahlöetrieb zur Konstituante in den Dörfern schreibt die Kadettenzeitung „Nasch Wjek": Ganze Dörfer gaben gleiche Wahlzettel „im Namen aller" ab, entweder auf Befehl der Sozialrevolutionäre oder der Volschewiki-Agitatoren. Die Abgabe besonderer Stimmen galt als Verrat und zog die Untersuchung wegen Zugehörigkeit zu den Kadetten nach sich. Am 9. und 10. Januar haben die Jekaterinoslaw Kämpfe zwischen den Sozialrevolutionären und der Rote« Garde stattgefunden, wobei die letztere Sieger blieb. » Auguste Eauvain führt im „Journal des Debats" aus; Zwischen Lenin, Trotzkij und ihren Gegnern in der russischen Konstituante besteht kein erheblicher Unterschied. Tschernow, der von diesen Gegnern zum Führer erwählt wurde, vertritt im Grunde in Bezug auf den Frieden und auf seine politischen Ädeen genau denselben Standpunkt wie Lenin. Auch Tschernow will ein Ende des Krieges um jeden Preis und denkt nicht daran, die Der. träge, die Rußland mit seinen Verbündeten einging, aufrecht zu erhalten. Nur zieht er der direkten Verhandlung mit den Mittelmächten die Berufung eines internationalen Kongresses vor. Lenin und Trotzkij sind zynischer, Tschernow ist heuchlerischer, aber an Unmoral kommen sie sich gleich. Die Entente muß sie abseits stellen, aufmerksam verfolgen und, ohne sich mit öiner Partei zu verbinden, dauernd bereit sein, die Entwicklung der Dinge in ihrem Sinne zu nutzen. (T. d. A.) Maffenoerhaftuugen in Petersburg. „Secolo" meldet aus Petersburg: Weitere 18 Depu» tierte der Konstituante, fast alle Bauern und der revolutionär-sozialistischen Partei angehörend, wurden in der Nacht verhaftet. Viele andere Deputierte wußten sich der Verhaftung durch die Flucht zu entziehen. Das Lokal der „Djelo Narodna", des Organs Tscheruows und der sozial-revolutionären Partei, wurden von der Noten Garde besetzt und geplündert. Alle übrigen sozialistischen Zeitungen wurden gleichfalls am Weitererscheinen verhindert. Die Arbeiter von fünf großen Fabriken in Petersburg, darunter Siemens-Schuckert, fordern die Auflösung des gegenwärtigen Arbeiterrats von Petersburg und Neu- ^ wählen. Finiand. Schwere Kämpfe in Wiborg. Stockholm, 26. Januar. Wie aus Helstngfors gemeldet wird, kamen in der Nacht auf Dienstag in Wiborg schwere Kämpfe zwischen finnischen Schützen, die durch einen Handstreich versuchten, sich des Bahnhofes und der Kaserne zu bemächtigen, und der Roten Garde vor, die im Verlauf des Gefechts durch russisches Militär unter. stützt wurden. Die Stratzenkampse dauerten die ganze Nacht und endeten mit dem Abzug der Schützen. Unter den Getöteten befinden sich mehrere Frauen. Line 9tu zahl Schützen wurde gefangen genommen. Klimänikn Ichnt das intimafnm ab. Reuter meldet aus Jassy: Die rumänische Regierung Iftht bas Ultimatum der Petersburger Regierung abgelehnt. In Jassy wurde ein neuer Militär-' und Zivilgouverneur eingesetzt. Bratianu ist in Jassy mit der Stellvertretung des von dort abgereisten Königs heauftragt worden. Frankreich g!anbt an Frieden. Berlin, 26. Jan. In der Mittwochsitzung des Finanz- ausschusses der Kammer teilte dem Lyoner „Progräs" zu- folge der Finanzminister mit, er hoffe zuversichtlich, daß der neue Kriegskredit der letzte sein werde, der Krieg dürste nach aller Voraussicht in absehbarer Q:\t zur Liquidation reif werden, . Die militärische Faye Englands. Haag, 26. Jan. Gleichzeitig mit den Angriffen im Unterhaus gegen den britischen Oberbefehlshaber bringt „Morning Post" einen Gegensatz mit Repingtons erwartetem Artikel, der im Frontangriff den Premierminister beschuldigt dre Armee nicht airf voller Stärke zu halten und sich in die strategische Leitung zu mischen. Repington berechnet, daß Deutschland jetzt 50 Divisionen Uebermacht an der Westfront haben könne. Nach genauer Erörterung der Armeeverhält- nlffe Englands und der Alliierten und der Feldzüge an den Dardanellen, in Salonik, Palästina und Mesopotamien schließt Repington: „Die günstigste Beurteilung, die ich der Tatenlosigkeit des Ersten Ministers zu teil werden lassen kann, läuft darauf hinaus, daß er auf den Frieden um Weihnachten gesetzt hatte. Doch trotz seiner zahlreichen Reden kam der Friede nicht." Zu den Plänen des Kabinetts in Bezug auf Mannschaftsmaterial sagt Repington: „Sie sind vollkommen ungenügend, da sie 300 000 Mann zur Behebung des Mangels und 1 200 000 zum Ersatz der Verluste berechnen." Repington weist nach, daß von 420 000 Mann nach Geddes „DuMiebung" der gegenwärtigen Kräfte nur 100 000 für die Armee verfügbar bleiben. Die jungen Kräfte von 19 Jahren sollen 240 000 Mann, die Heimat- armee 50 000 Mann und die zurückkehrenden Verwundeten 240 000 Mann liefern, was nur 630 000 Mann gegenüber einer Aufstellung von iy 2 Millionen bedeutet. Zn allererst müsten 100 000 geübte Leute der Salonik Armee entnommen werden, die Durchsiebnng der Kräfte muß v:n 320 000 Mann vermehrt werden, und 200000 Mann muß Irland stellen. Als besondere Maßregeln für 1918 miissen die jungen Kräfte von 18 und 19 Jahren in der Höhe von ungefähr 240 000 Mann mffgerufen werden. London, 25. Jan. (WB.) Im „Manchester Guardian' schrerbt der bekannte „Student of war" über die englische Kriegführung und die englischen Verluste: Wir haben seit Ende 1914 im Westen keine Schlacht aus Mangel an Soldatenmengen verloren, denn unsere Gesamttruppenzahl in Frankreich übertraf die des Feindes bei weitem, aber wir verloren mehrere Schlachtn infolge schlechter Organisation rmd mangelhafter Arbeit der Stäbe. Davon war Cambrai der Hauptverlust. Die englischen Verluste im Jahr 1917 waren noch größer als die der Franzosen. Die Mai Kcrtliilgg mid ssMins. Die französische Presse. Genf, 26. Januar. Die französische Presse, der ^eitern nur Auszüge aus den Erklärungen Czemins und Hertlings Vorlagen, geht in der Beurteilung ziemlich weit auseinander. Der „Temps" stellt fest, daß Oesterreich sich aufs neue mit Deutschland solidarisch erkläre im Bezug auf Elsaß-Lothringen. Man müsse danach vermuccn, daß über diesen Punkt vertragsmäßige Verpflichtungen bestünden, ebenso wie andererseits über die Erhaltung des österreichisch-ungarischen Gebietes. Dana h hän >e die Beurteilung wesentlich davon ab, 00 . *??X c . rre ^ seine Solidarität auf diplomatischem oder militärischem Gebiet zu betätigen gedenke. Der „Temps" gibt im übrigen zu, daß die Formel, die Czernin auf Polen angewandt habe, die Unterlage zu Verhandlungen bilden könne. Das „Journal des Deöats" ist der Meinung, daß Graf Hertling in der Gebietsfrage keinerlei Zugeständnisse gemacht habe. „Alles andere", so fa^t das Blatt, „find nur Worte. Der Krieg wird nicht durch Reden, zum Abschluß gebracht werden." Die sozialistische „Humantiä" begrüßt es, daß auch Oesterreich-Ungarn dem Plan eines Vereins der Völker zustimmt. Die nationalistische Presse wirst den Zentralmächten vor, daß sie vor allen Dingen darauf aus- grngen, Uneinigkeit unter der Entente zu erwecken, indem sie Nordamerika von den übrigen Alliierten trennen möchten. Dagegegen schreibt das „Journal", das in guter Verbindung mit dem Ministerium des Auswärtigen steht: „Trotz allem ist der Ton der beiden Ansprachen nicht stolz. Hertling begnügt sich mit der Bit- llgung Hinoenburgs und Luvendorffs, als Verhandlungsbedingung die Erhaltung des Gebiets des Deutschen Reiches aufzustellen, und Oesterreich bittet offen um ore Vermittlung der Vereinigten Staaten. Ist das der alldeutsche Friede, den man uns angekündigt hat? dre Reden der wrasen Czernin und Hertlmg reinen Fortschritt für die endgültige Regelung des Konfliktes bedeuteten. Die von Czernin gebrauchten Ausdrücke seien versöhnlicher als seine früheren Erklärungen. Man sei jedoch der Ansicht, daß Hertling jetzt militaristischer gesinnt sei als zu dem Zeitpunkte, da er seinen Posten antrat. Man glaube, daß die Zentralmächte keine Rei- gung bekunden, auf ihre übertriebene Forderunqen zu verzichten. Neutrale Urteile. Rotterdam. 25. Januar. (W. V.) Der „Nieuwe Rotterdamsche Courant" schreibt über die „Reichskanzlerrede, es fei schwer zu sagen, ob sie den Frieden näher bringe, sie bewege sich nicht in entgegengesetzter Richtung und das sei schon viel. Mann könne die Rede als eine nicht uniiebenswllrdige Aufforderung an die' Ententesiaaten betrachten, zu erklären, daß sie den Mittelmachten kein Gebiet wegnehmen wollen, und daran knüpft der Reichskanzler das stilljchweigenve Ver- spiechen, in diesem Falle den Wünschen der Entente auf anderem Gebiete entgegenkommen zu wollen. . „Maasbode" schreibt: Die Frage, ob die bisherige Friedensdebatte den Frieden näher gebracht, läßt sich weder mit ja noch mit nein beantworten. Aus der Rede des Reichskanzlers sprach das Friedensverlangen Deutschlands, aber die praktischen Hindernisse für den Frieden, die nach der Rede bestehen bleiben, sind ernst genug. Bern, 26. Jan. (W. V) Der „Bund" schreibt zu der Czernin-Rede u. a.: Czernin habe den Friedenswillen Oesterreich-Ungarns liegenden und entschiedenen Ausdruck gegeben. In der Rede sei Klarheit und ein weltmännischer Zug. Vorzuheben sei ferner die rückhaltlose und ausdrückliche Zustimmung zu den ein elnen Punkten des Programms Wilsons. Der Rede Czernins folgte die mit Spannung erwartete Rede Hertlings. Das Zusammentreffen zeuge für die gemeinsame Absicht, mit grundsätzlichen Kundgebungen zu dem großen Tagesproblem hervolzurreten. Bezüglich des Programms Wilsons sei der Reichskanzler weitergegangen als Czernin, da ja Deutschland von Wilson nachdrücklicher angesprochen worden sei. Es sei ein bedeutsamer Augenblick, wo fast gleichzeitig der Kanzler und der österreichische Minister des Aeußern in grundlegender Weise über den Frieden gesprochen haben. Dies bedeute, daß die öffentliche Aussprache über die Kriegs- und Friedensziele an amtlichen Stellen allgemein begonnen habe. Vertrauensvotum für Czernin. Wien, 26. Jan. (Priv.-Tel.) Die Abstimmung im Ausschuß für auswärtige Angelegenheiten der österreichischen Delegation über das beantragte Vertrauensvotum für den Minister des Auswärtigen Czernin fand erst in später Nachtstunde statt. Das Vertrauensvotum wurde mit Zweidrittelmehrheit, nämlich mit 14 gegen 7 Stimmen, angenommen. Die 7 Stiinmen der Opposition setzen sich aus 4 Stmmen der Tschechen und Südslawen und 3 Stimmen der Vertteter der tschechischen, italienischen und deutschen Sozialdemokraten zusammen. Der polnische Sozialdemokrat Daszynski enthielt sich der Abstimmung. Wach Krest-Fitom-K. Wien, 27. Jan. (W. T. B. Nichtamtlich.) Der Minister des Aeußem Graf Czernin hat sich heute wieder nach Brest-Litowsk begeben. In seiner Begleitung befinden sich die Gesandten Frhc. v. Mittag und Dr. Wiesener, die Lagationsrcne Frhr. v. Andrien und Gras Coloredo, sowie Legalionssekretär Frhr. v. Gautsch, Sek- tionschef Dr. Gratz wird in den nächsten Tagen gleich falls in Brest-Litowsk eintreffen. Ans dem Knnplansjchlch. Die Ansicht der amerikanischen Negierung. Bafel 20. Januar. (Prio.-Tel.)^ Reuter meldet «us Washington, die amerikanischen*Regierungslreise seien der Ansicht, daß, soweit aus den bis jetzt ein- Hetroffenen kurzen Berichten geschloffen werden könne. 2n der neuen versaffungswidrigen Einrichtung, in dem an den jakobinischen Wohlfahrtsausschuß der französischen Revolution erinnernden Hauptausschuß des längst abgelaufenen Reichstages ging dieser Tage ein wahrer Regen der Reden nieder. Dieser Fülle steht aber auf der andern Seite die durch den Paviermangel bedingte Knappheit des Raumes entgegen. Wir müssen uns — und wir glauben unsere Leser verlieren nichts dabei_ auf eine kurze Inhaltsangabe beschränken. Daß der Zentrumsredner sich ganz auf den Boden des Reichskanzlers stellte, war klar. Herr Scheidemann verwarf den U-Bootkrieg, der uns die Feindschaft Amerikas und Chinas eingetragen hätte. Der Rationalliverale Strese- mann stellte sich im allgemeinen aus einen nationalen Standpunkt, er wünschte, daß die deutschen Staatsmänner mehr öffentlich redeten. Graf Westarp (kons.) bezeich- nete die Ausreizung zum Streike als den schwärzesten Landesverrat. Die Kritik Scheidemanns an den Erfolgen des U-Boot-Krieges sei unberechtigt und unverständlich: verletzend sei der Vorwurf, daß irgend jemand die ungeheuren Opfer einer etwaigen neuen Offensive im Westen leicht nehmen könne. Sie sei, wenn unsere Feinde uns zur Fortsetzung des Krieges zwingen, ein blutiges schweres Muh, das wir um der Zukunst des deutschen Volkes auf uns nehmen. Aber gerade weil das bevorsteht, wünschen die Konservativen eine klare, offene Politik, unbeirrt durch Drohungen mit vermeintlicher innerer Gefahr, durch dogmatische Formeln, und entschlossen, die militärischen Erfolge für das deutsche Interesse, für Deutschlands bessere Sicherung und stärkere Zukunft voll nutzbar zu machen. Der bekannte Naumann leerte eine ganze Phrasen-, gießkanne aus den Ausschuß und der Sozialdemokrat David rieb sich an den Alldeutschen. Der unabhängige' Ledebour vertrat die russischen und ein Pole die polnischen Interessen. Deutsche Worte fanden Freiherr v. Camp (D. Fr.) und der Konservative v. Graes i Ebenso der Christlich-Soziale Mumm. Dann griff Herr v. Kühlmann nochmals ein. Er machte dem Ausschuß ferne Verbeugung, lobte die „gedankenreiche" Worte des Naumanns und nahm Veranlaffung gegen den Grafen Westarp folgendes zu erklären: Wie ich gestern sehr ausführlich dargelegt habe, ist eine solche Stellungnahme (Friede mit Entschädigungen) für die gegenwärtige Reichsregierung nach ihren ganzen Grundsätzen, nach ihrer ganzen Vergangenheit von vornherein unmöglich. Der Weg, den wir beschritten haben, ist wohl erwogen und der einzige Weg, auf dem voll- iommen restlos und harmonisch die gesamten Grundsätze der Negierung in Einklang zu bringen waren. Nachdem sich noch der Staatssekretär entschieden für die Aufrechterhaltung der Ordnung und Sicherheit im Innern ausgesprochen hatte, nahm die Vorstellung ihr Ende. Ausschuß und Herr v. Kühlmann sanken sich gerührt in die Arme und der Vorsitzende Fehrenbach gab seinen Segen. In der Schlußansprache wünscht der Vorsitzende Abg. Fehrenbach den Abgeordneten gute Erholung und führt fort: Ebenso ist es mir ein Bedürfnis — in Ihrer aller Namen, wie ich überzeugt bin - dem Herrn Staatssekretär v. Kühlmann, der morgen Abend nach Brest- Litow k zurückkehren wird, zum Fortgang des Friedens- Werkes aufrichtig Glück zu wünschen. Die Friedensverhandlungen sind so wichtig, die Stunde ist so ernst, daß der allgemeine Wunsch natürlich Ist, sie bald zu einem gute Ende geführt zu sehen. Aus den Verhandlungen^ in den österreich-ungarischen Delegationen ist zu ersehen, daß dort eine vollständige Uebereinstimmung zwischen der großen Mehrheit, wenn nicht der Gesamtheit der versammelten Volksvertreter und der Regierung im Bezug auf die Behandlung der Fttedensfrage besteht. Da das Plenum des Reichstagas nicht versammelt ist, so kann nach Lage unserer Geschäftsordnung eine gleiche Feststellung bei"uns nicht vorgenommen werden. Der Herr Staatssekretär hat aber wohl aus unseren Verhandlungen die Ueberzeugung gewinnen dürfen, daß die große Al ehr heit des Reichstags seine Friedensbemühungenleb haftunter stützt. Insbesondere kann er überzeugt sein, daß sein rückhaltloses Bekenntnis zu dem Bunde mit Oesterreich-Ungarn unsere volle Billigung findet. Herr v. Kühlmann' hat heute früh als Leitstern der deutschen Politik den „ernstlichen Friedenswillen" bezeichnet. Graf Czernin hat dem gleichen Gedanken für die ö'terreicbisch-un ^arische Politik beredten Ausdruck verliehen. Die Ueberein- stimmung mit diesen Zielen ihrer Regierungen ist aus den Verhandlungen der Delegationen und unseres Ausschusses klar und deutlich herausgeklungen. Daß diesem Willen der Erfolg beschieden sein möge, daß diese Hoff, nung verwirklicht werde, das ist unser aller lebhafte, Wunsch. (Lebhas.er Beifall.) Grlanda in Fonds». London, 25. Jan. (WB.) Meldung des Reuterschen Bureaus. Die „Times" berichtet, daß der italienisch Ministerpräsident Orlando gestern mit Lloyd George verschiedene Fragen besprock)en habe, unter denen die Frage der Anfuhr von Kohlen und Lebensmitteln für Italien die dringendste war. Außerdem wurde das Zusammenwirken englischer und französischer Truppen mit der italienischen Armee an der Piave besprochen. Orlando wünscht aus moralischen und militärischen Gründen, daß das Zusammenwirken dauernd enger und wirksamer werden solle. Einige seiner Anschauungen über das Zusammenwirken sollen hier herzlick)e Zustimmung gefunden haben. Orlandos Anwesenheit wird Gelegenheit geben, die Mißverständnisse, die Lloyd Georges letzte Rede hinsickstlich der italienischen Wünsche in Italien hervorgerufen hat, zu beseitigen. Orlando verglich den Widerstand der italienischen Armee an der Piave mit dem Widerstand der französischen und englischen Armee an der Marne. l)mMjiiflieffrnniji um Mehl alu Geßemich. Berlin, 26. Jan. Die „Norddeutsche Allgemeine Zeitung" schreibt: „Wie wir hören, haben in der vergangenen Woche in Berlin Verhandlungen zwischen den deutschen und österreichisch-ungarischen Ernährungszentralsteüen stattgefunden die die Beseitigung der gegenwärtigen Ernährnngsschwierig- keiten Wiens zum Gegenstand hatten. Um einem vorübergehenden Notstand abzuhelfen, wurden von deutscher Seite der verbündeten Monarchie 450 Waggons gleich 4500 Tonnen Mehl zur Verfügung gestellt. Oesterreich-Ungarn ist die Verpflichtung eingegangen, das gleiche Quantum Mehl oder ein um 14 Prozent höheres Quantum Maiskorn bis zum 15. März an Deutschland zurückzuliefery.- Ermäßigung der Geireideprriße. Berlin, 25. Jan. Am 1. März werden die Getreidepreise um^00 Mark für die Tonne erniedrigt. Die Ansicht, daß diese Preisherabsetzung nur als Drohung in Aussicht geirom- men s ei und vielleicht nicht in Kraft treten werde, ist unzutreffend. Tie Herabsetzung der für Getreide, Buchweizen, Hirse und Hülsenfrüchte geltenden Höchstpreise um je 100 Mark für die Tonne ist durch die Verordnung über den Auö- * /-rusch von Getreide mrd Hülsenfnrchten vom 24. November 1917 gesetzlich festgelegt worden. Es mutz also den Land- Wirten selbst daran liegen, bis dahin soviel wie möglich ofr zu liefern. ,-j"V v Hessischer Landtag Zweite Kammer der Stände. Darmstadt, 25. Januar 1918. Präsident Köhler eröffnet die Sitzung nach 10 Uhr und wird zunächst der Antrag K o r e l l - Ingelheim betr. die Eierablieferung im Jahre -1918 beraten und ohne Debatte angenommen. — Dann wird der Antrag K o r e l l - Ingelheim betreffend die Rückgabe der eingezogenen Entrahmer und Buttermaschinen angenommen. E; folgen die dringlichen Anträge der ALag. Urstadt, Henrich und Lang betr. die Obstversor- ' gung. Die elfteren werden für erledigt erklärt, der Antrag Lang der Regierung zur Berücksichtigung empfohlen. Zu dem Antrag K orell- Ingelheim betr. Kriegsteuerungszulagen an Eemeindebeamte und Pfarrer empfiehlt Abg. Osann die Annahme. Abg. U e b e l tritt ebenfalls warm für die Vorlage ein. zudem die Eemeindebeamten ohnedies nicht besonders gut bezahlt seien und ihre Dienste im Interesse der Kommunalverbände stark in Anspruch genommen würden. Auch Abg. Adelung kann den Antrag nur unterstützen, der dann einstimmig angenommen wird. Zu dem eiligen Antrag des Abg. Adelung betr. Herabsetzung des Gasverbrauchs erklärt die Regierung, daß auch sie Ihre Bedenken an maßgebender Stelle des Reiches mit der Bitte um anderweitige Regelung vorgetragen habe. Der Antrag wird für erledigt erklärt. Der Antrag des Finanz-Ausschusses der Ersten Kammer betr. den Erlaß eines Gesetzes zur Aenderung des Hundesteuer- Gesetzes wird angenommen. Dann kommt der dringende Antrag Lang zur Beratung betr. den Vau einerVerbindungsbahn Würzburg—Miltenberg— Erbach oder Michelstadt—Fürth—Heppenheim—Worms nach iserslautern. Die Regierung erklärt, daß die Ausführung jetzt unmöglich sei, daß man aber nach Dlöglichkeit dafür ein- treten werde. Zum Schlusie berichtet Abg v. Brentano noch über den Besuch des Ausschusses und der Regierung in das Iteberschwein- vrungsgebiel der Nahe Minister v. Hombergk teilt mit. daß der Großherzog zur Linderung der größten Not 2009 Mark gespendet habe. Die Kammer wurde alsdann auf nnbestimmte Zeit vertagt. Kkvörßkhrnde llfiüjfftaüunäj uMrcs Krliijhrgnlislyßkms. Eine Nachrichtenstelle meldet: Es» ist eine Neugestaltung des bisherigen Systems unserer Lebensmittelversorgung in Vorbereitung, die bis zum nächsten Wirtschaftsjahr zur Durchführung gelangen wird. Sie soll für die Erfassung aller der Gemeindebewirtschaftung unterliegenden Lebensmittel eine vollkommen neue Organisation schaffen. Kürzlich fanden im Kriegsernährungs- omt Besprechungen mit Vertretern der landwirtschaftlichen Genossenschaften statt, die sich auf die für unsere Volksernährung besonders wichtige Frage der restlosen Erfassung aller vorhandenen Vorräte erstreckten. Es wurde Einigkeit darüber erzielt, dis bisherige Tätigkeit der Kommunalver- bände und Verwaltungsbehörden auf diesem Gebiete durch die genossenschaftliche Erzeugerorganisation zu ersetzen. In einer Denkschrift haben sich die landwirtschaftlichen Körperschaften grundsätzlich bereit erklärt, die neue Aufgabe bis zum Beginn des neuen Wirtschaftsjahres zu übernehmen. Sie gehen dabei von der Ueberzeugung aus. daß eine solcbe Mitarbeit der Erzeugerorganisation nicht nur jetzt in der Kriegszeit, sondern auch in der Uebergangs. und Friedenswirtschaft notwendig ist. Die landwirtschaftlichen Körperschaften wurden zur Vorlage eines Aktionsprogramms aufgesorderl, das inzwischen dem Kriegsernährungsamt 'unterbreitet ist und die Zustimmung desselben gefunden hat. Es sei daraus folgendes mitgeteilt: 1. In jeder Gemeinde wird eine nach genossenschaftlichen Grundsätzen arbeitende Geschäftsstelle > errichtet, an die sämtliche Gemeindeinsassen ihre landwirtschaftlichen Erzeugnisse. soweit deren Abführung im Interesse der allgemeinen Volksernährung vorgeschriebeu ist, abzuliefern haben Besteht in der Gemeinde eine Genossenschaft, so ist ihr die Geschäftsstelle zu übertragen. 2. In jedem Kreis (Bezirk) wird eine Kreisstelle errichtet die sich an den Kommunalverband anzulehnen hat. 3. In jeder Provinz bzw. jedem Landestei! ist eine Provinz- oder^Landesstelle zu bilden, in Form einer Gesellschaft m. b. H., der wegen ihres gemeinnützigen Charakters Steuer- und Stenipelfreiheit zugebilligt wird. An dieser Gesellschaft m. b. H. sind zu beteiligen diejenigen landwirtschaftlichen Körperschaften, die sich in dem Gebiet bisher geschäftlich betätigt haben, also in erster Linie die im Bezirk ansässigen Zentral-Ein- und Verkaufsgenossenschaften, außerdem der Bund der Landwirte, die Vereinigung der deutschen Bauernvereine und die Landwirtschaftsgesellschaft. Der Schlüssel für die Beteiligung dieser Körperschaften an den zu bildenden Gesellschaften muß auf dein Weg gegenseitiger Ver- släirdigung auf Grund der bisherigen Geschäftstätigkeit gesunden werden. Die so gebildeten Provinz- oder Landesstellen sind die Verantwortlichen Träger der Erfassungsorganisation. Ihre Verwaltung soll eine möglichst einfache iem. Die genannten Stellen übertragen ihre geschäftliche Tätigkeit ausschließlich den in der Provinz oder dem Landes- Loil vorhandenen Zentralgenossenschasten oder entsprechenden Geschäftsstellen. Von der Bildung neuer Organisationen ist abzitseherz. ^~ “~* 4- -——^ ^ i. Als Neichsstelle wirb ein Allsschutz gebildet, der be- steht aus Vertretern des Deutschen Landwirtschaftsrats und je zwei Vertretern des Neichsverbands der deutsck-en Landwirtschaftlichen Genossenschaften, des Genecalverbanbs der deutschen Raiffeisengenossenschaften, der Vereinigung der deutschen Bauernvereine, des Bundes der Landwirte und der Deutschen LandwirffchaftsgesellschZst. Zu der Tätigkeit der neuen Reichsstelle gehört insbesondere die schiedsrichterliche Entscheidung über die schlüsselmätzige Beteiligung an den Provinz- oder Landesstellen und über die Verteilung der Kreis- oder Bezirksstellen. ^Sollte sich bei dieser Verwal- tungsstelle die Notwendigkeit einer Geschäftstätigkeit ergeben, so soll die Bezugsvereiniguwg der deutschen Landwirte um Uebernahme dieser geschäftlichen Tätigkeit gebeten werden. Der ansässige Kleinhandel, ebenso Müllerlei und Bäckerei sind tunlichst bei den Kreis- und Genreindestellen heranzuziehen. Zugesagt ist ferner ein weitgehendes Entgegenkommen der . Heeresverwaltung in der Frage der Beutlaubung und Freistellung der geschulten genossenschaftlichen Kräfte, soweit dies erforderlich ist. M-ormelode. Min'mttade! In den großen Städten herrscht mitunter großer Mangel an Mannelade, da es auch Butter nrcht gibt, so fehlt darin zum Brot jedes Mittel zum Bestreichen. Die Werbe-Abteilung der Neichsstelle für Gemüse und Obst sucht die Schuld an der verzögerten Ablieferung der Marmelade von sich abzuschieben und führt als Hauptursache den Mangel an Kohlen und den dadurch beeinträchtigten Güterverkehr an. Dadurch fehle es einmal an Rohmaterial, an Zucker usw., dann könne wieder einmal die fertige Marmelade nicht gleich verschickt werden. Einen Hauptgrund bilde auch das Fehlen von Packmaterial. Könne die große Knappheit an*F8ssern, Eimern. Milchkannen nicht zufällig einmal dadurch überwunden werden, daß. eine benachbarte Brauerei, die stillfteht, der Marmeladenfädrik ihr Faßmaterial überläßt, so müsse diese oft wochenlang warten, ehe sie das her. gestellte Obstmus der an sie verwiesenen Kommune zu liefern reimag. Diesen Schwierigkeiten habe man in manchen Fällen dadurch zu begegnen versucht, daß man an Stelle von Fässern sogar Kisten zur Verpackung der Marmelade verwandte. Dieser Ausweg, der natürlich nur ein Notbehelf sein kann, habe sich nicht durchweg bewährt. Soweit die Zuschrift. Nach diesen Ausführungen hat — was zu erwarten war — niemand schuld. Der Marmeladenempfänger erhält sein Mus, aber er muh sich gedulden. Was er inzwischen auf sein Brot streichen soll, wird ihm leider nicht gesagt. Eine Nachprüfung der amtlichen Angaben ist, besonders wegen ihres negativen Inhalts, nicht gut möglich. Nur in einem Punkte läßt sich deutlich erkeirnen, daß es mit der Organisation der Verteilung doch nicht zum allerbesten bestellt ist: in dem Mangel an Verpackungsmaterial. Wie im vergangenen Jahre, so wird auch jetzt wieder den an das Publikum abgebenden Kleinhändlern zugemutet, daß sie das Verpackungsmaterial mit abnehmen, bezahlen und weiter verkaufen. Wie es heißt» sträuben sich die "Händler dagegen; aber ihre lllZeig;- rung wird nicht beachtet. So kommt es denn, daß die Kleinhändler Fässer und Kisten wie sauer Bier anbieten und das Publikum sie für geringes Entgelt kauft, um sie bei dem Kohlenmangel zur Heizug zu verbrennen. In Fabriken fehlt es cm Fasst rn und Kisten. am andern Ende der Reihe, bei den Verzehrern, wird der Ueberflutz verbrannt oder zu Kaninchenstallen umgezimmert. Das scheint wirklich nicht das Richtige zu fein — bri-allem Respekt vor der VortrrssUchkeit unseres herrlichen „Systems. der EV. Evang. Männerabend. Die für heute geplante Zusammenkunft mutz bis aus weiteres verschoben werden. )( Parlamentarisches. An dem heutigen Besuch des Finanz-Ausschusses in dem durch das Hochwasser der Rahe stark heimgesuchten rh-ernhessigsn Orte Dietersheim bei Bingen bc- t-eiligte sich auch der Finanzminister Dr. Becker, Minister d. I. von Hombergk, Geh. Obrrsinanzrat Dr, Rohde und Geh. Ober- baurät Hummel, sowie der Vertreter des Wahlkreises Abg. von Brentano. Das nicht vernwgende Oertchen ist schwer geschädigt und werden Hilfsmaßnahmen und Unterstützungen in geeigneter Weise erfolgen. Doch liegt nach den bisherigen Feststellungen keine Veranlassung zu außerordentlichen Eingriffen und Maßnahmen vor. sr. Mit der Ueberschreitung der Höchstpreise für Runkelrüben hatte sich das Schöffengericht Langenselbold bei Hanau zu befassen. Durch die Verordnung des Reichskanzlers vom 19. Marz 1917 ist der Höchstpreis fiir den Zentner Rmckelrüben auf 1.50 Mark festgesetzt worden. Da damals allgemein dagegen verstoßen wurde, brachte der Vorsitzende des Kveisarcsfchusses diese Bestimm» rrg am 13. Oktober v. I. im Kreisblatte in Erinnerung. Auch der Handelsmann Josef Blumenthal von Langenselbold hatte dagegen gefehlt, indem er im Aufträge einer Firma umfangreiche Käufe von Dickwurz in Langensel bold vornahm, wobei er den Höchstpreis überschritt. Er war dieserhalb durch 7 richterliche Strafbefehle mit Geldstrafen von insgesamt 1175 Mark bestraft worden. Auch die Landwirte, die ihm die Rüben verkauft hatten, waren bestraft worden, wenn auch nicht so hoch. Gegen diese Strafbefehle hatten Blumcnthal und drei der Verkäufer Einspruch erhoben, der vor dem Schöffengericht Langenselbold zur Verhandlung gelangte. ^>ie mach- ten geltend, daß sie von dem Bestehen eines Höchstpreises nichts gewußt hätten. Die Kaufgeschäfte wären auch bereits im September abgeschlossen worden, während die Bekanntmachung des Kreisausschusses erst im Oktober erfolgt wäre. Von der Bundesratsverordnung im März hätten sie erst recht nichts, gewußt. Sie hätten erfahren daß die Stadt Hanau und andere Stellen den Zentner Rüben zu 3—4 Mark gekauft und danach annchmen müssen»,wenn solches von dieser Seite geschähe, sie auch nichts- zu beforgeu hätten. Das Gericht hielt diese Eiuwände zu lyrer^ Entlastung für misreichend und sprach sie sämtlich frei. Die Anmeldungen neuer Fernsprechanschlüssr, welche ge-) legentlich des planmäßigen Ausbaues der Fernsprechanlagen, im kommenden Frühjahr und Sommer hergestellr werden sollen, müssen — abgesehen von den Orten, in denen keine Unterbrechung der Fernsprechbauarbörten eintritt — spätestens bis zum 1. März bei den zuständigen Postanstalten vorliegen. Verspätet angemcldete Anschlüsse, die infolgedessen außerhalb des Bauplanes nur mit Mehraufwendungen (z. B. durch besondere Entsendung eines Bautrupps usw.) hergestellt werden können, werden in dem kommenden Bauabschnitt nur dann ausgefühct, wenn die Antragsteller als Entschädigung für die Mehrkosten einen Baukostenzuschuß von 15 Mark entrichten, oder, falls dis Mehrkosten den Betrag von 30 Mark übersteigen» den wirklich aufgewendeten Kostenbetrag erstatten. ITC. Stockheim,. 25. Jan. Nächtlicherweile wurden von Dieben die am hiesigen Bahnhöfe gelegenen deutschen Milchwerke des Dr. Sauer von Zwingenberg a. d V.cheimgesucht. Tie Diebe scheinen es hier außer auf Geld auf die Vorräte von Butter und Zucker abgesehen zu haben. Ueber ein Zentner Zucker fiel den Dieben in die Hände. FC. Hanau, 25. Jan. In diesem Jahre betrug der Erlös des Obstes aus den Gemeinden des Landkreises Hanau 29 257,60 Mark. FC. Aus Oberhcssen, 25. Jan. Einen Erfolg hatten die Beschwerden über das Schwetnefchlachten auf dem Lande insofern. als nach einer neuen Entscheidung der Landesfleischstelle unter Umständen eine Ausnahme gemacht werden darf. Major Seidler von dieser Landfteischstelle hat hierüber folgende Erklär rsng abgegeben: Die Konnnunalverbände sind angewiesen, von der verordneten Abschlachtung Ausnahmen zu gewahren, dort wo der Nachweis des genügenden Futtern orrats erbracht wird ohne auf menschliche Nährstoffe (Getreide. Kartoffeln) zurück greifen zu müssen. FC Frankfurt am Main, 21. Jan. Ein ganzes Diebesnest wurde in Louisa ausgehoben, die in letzter Zeit die Eisenbahnwagen beraubt und die Waren kn einem Bienenhaus aufge* stapelt hatten Zum Teil sind die Diebe Privatleute, zum Teil Eisenbahnbeamte. Ans Starkenburg. Darmstadt. Ein Grotzfeuer ist heute abend gegen Id Uhr in der Dampfkesselfabrrk von A. Rvdberg A.-G. ausge- b'.cchen. Der isoliert stehende Montagebau, in welchem sich die Schrcinerwerksiütte und das große Modellager befinden, stand plötzlich in.Flammen, die weithin über die Stadt leuchteten. Tie sofort herbeiqeeilte Feuerwehr griff mit zahlreichen Lei. tungen den Brand energisch an. so daß er auf seinen Herd beschränkt werden konnte. Der Schaden ist nicht von besonderer Bedeutung, Der Betrieb ist nicht gestört. FC. Darmstadt, 23. Jan. Nach langem schweren Leiden verstarb dahier Obcrlandesgerichtsrat i. R. Otto Jung im 72. Lebensjahre. Aus Rljei'nhessen. FC. Worms. 23. Jan. Für die Errichtung einer Flieger- stalion nahmen die Stadtverordneten den Anttag auf Bewilligung von 575 000 Mark gegen neun Stimmen an. FC. Geisenheim, 25. Jan. Die Stadtverordneten beschlossen die Zahlung von Ortszulagen an die Lehrer und Lehrerinnen der Volksschulen. Als Zulagen wurden 100 Mark bei lOjähriger Dienstzeit, 200 Mark bei 20jährtger und 300 Mark bet ZOjähriger Dienstzeit für die Lehrer bestimmt. Für die Lehrerinnen ist die Hälfte vorgesehen. Die erforderlichen Mittel wurden bewilligt. FC. Aus Nheinhessen, 33. Jan. Im Jahre 1917 hat dir Kreissparkasse in Alzey eine Zunahme der Einlagen in Höhe von 854133 Mark zu verzeichnen. Im ganzen beliefen sich die Einnahmen auf 2 662179,50 Mark. Die wirtschaftliche Lage der Bevölkerung wurde durch die hohen Einnahmen aus den letzten zwei Weinjahren bedeutend gehoben. In allen Gemeinden wurden zahllose Hypothekenschulden gänzlich abgetragen. Die Kasse schließt mit einem Gesamtumsatz von über 12 Millionen und mit einem Reingewinn von über 65 000 Mark ab. Aus Knrhessen. FC. Kirchhaia, 35. Jan. Für den Kreis Kirchhain ist eine neue Verordnung über Ablieferung van Eiern erlassen war. den. llnternehmer landwirtschaftlicher Bettiebe mit Hühnerhaltung haben, jährlich 30 Eber, die übrigen Hühnerhalter jährlich 15 Eier pro Huhn abzuliefern. FC. HLu.seld, 35. Jan. Das hiesige Landratsamt des Kreises Hünfeld ist wieder nach mehreren Jahren besetzt worden. Mit der kommissarischen Verwaltung wurde Regiecungsrat Ludwig bei dem Regierungsprasidium zu Düsseldorf, beauftragt. FC. Ziegenhain, 23. Jan. Den Oelmühlen ist der Wettersturz zugute gekommen. Bei der Kälte mußten sie das Schlagen ciustellen. weil das Oel stockte. Jetzt mangelts nicht an Wasser und an der erforderlichen Temperatur. Alle Mühlen haben vollauf zu tun. Aus Heffen-Nassau. FC. Wiesbaden, 24. Jan. Am hiesigen Hauptbahnhof nahm die Polizei eirven Arbeitslosen fest, der glänzende Geschäft« machte, indem er das Publikum um Fahrgeld ansprach, aber nicht abfuhr. Das Slhöffengericht nahm ihn hierflir in eine Haftstrase von fünf Tagen. FC. Biebrich, 24. Jan. In den letzten Tagen sind in der Rherngauerstaße in der Rahe des Ochscnbachcs mehrere Damen, von einem halbwüchsigen Burschen in räuberischer Absicht angefallen worden Er wurde in der Person eines* 19jährigen Tag- löhners aus Schierstein festgenommen. Nach langem Leugneu'^ ist er nun geständig. >. Verantwortlich für den politischen und lokalen Teil: Otti Hirsche!, Friedberg; fiir den Anzeigenteil: R. H e y n e r Friedbcrg. Druck und Verlag der ,Aeuen - - A. Friedberg ^ ~ Gefahren. Rv"mn Qlj g der Gegenwart von M. Gontard - SchnL »Nachdruck ver boten. „W'vn ich bedenke, daß zu diesem Abkommen der Vater meiner Frau sozusagen Pate gestanden hat, dann —" „Sagen Sie -nur ruhig die Wahrheit. Sir Edlvard Douglas hat nicht nur Pate dazu anden, er ist sogar der Schöpfer dieser Höllengeburt." ..r faltete ein anderes Schriftstück auseinander. „Hier lesen Sie! Das bedeutet nämlich nicht mehr und nicht weniger als Deutschlands Er- drcvstftmg!" sagte er grimmig. „Gewußt — oder vielmehr geahnt hat man es ja lange schon. Denn uni Väterchens schöner Augen willen-gibt Marianne ibre Millionen nicht hm. Daß. wir es jetzt sckwarz auf \r ' wird nun hoffentlich auch die buntgeblümtesten Schön^eber überzeugen." — Tic Schriftstücke, deren getr'ene Wiedergabe Hart' bansen durch Claire bekommen hatte, verrieten, daß am dritten März zwischen den Vertretern des Dreiverbandes ein findender Militärvertrag abgeschlossen worden war der Falle eines Kriegsausbruchs der einen oder der anderen Macht mit Dentsch'and auch die beiden anderen Machte zum fosortigen Eingriff zwang. Englands verantwortlicher Minister hatte 'auf geschickte Art die Gesetze seines Landes zu umgeben gewußt. Er hatte England verpflichtet, unter allen Umständen in den ' Kampf einzugreifen, obgleich ihm ein solches Versprechen nach den Gesetzen des Landes unmöglich war. Durch dieses Versprechen hatte er einerseits dem hvlb- und halb schlinumernden französischen Revanchegedanken neue Nahrung gelben, andrerseits dem -panslawistischen Gedanken in Rußland ganz unbegrenzte Möglichkeiten eröffnet. Die Rechnung war sehr geschickt aufgestellt. Mit gutem Gewissen konnten die Vertreter der drei verbündeten Mächte ihre Länder in den Krieg treiben, sie alle würden dabei ja nrkr gewinnen. Es war unmöglich, daß Deutschland einem Ansturm von drei Seiten widerstehe,r konnte.- „(Bebt schön ausgedacht, das alles, nickt wahr?" sagte Harthausen nach längerem Schweigen. „Nur schade, baß sie uns rückst erst gekragt haben." «Es ist schändlich^ „Was wollen Siel Schließlich ist das ]a nur die Krönung der politischen Treibereien der ganzen letzten Jahre. Wir konnten gar nichts anderes erwarten. Nur diejenigen werden jetzt überrascht sein, die in der letzten Zeit durch rosenrote Brillengläser geguckt haben. Na, ärgern wir uns nicht mehr. Aendern können wir dadurch doch nichts. Morgen werden wir erst mal einen langen Vortrag darüber zu halten haben. Ich freue mich schon auf die Augen, Donnerwetter! Am schönsten wäre es ja, wir könnten gleich init dem Bündelchen da nach Berlin. Vortrag bei Majestät, was? Na, so etwas gibt es für uns arme Teirsel noch nicht. Aber trösten wir uns! Es ist immer so im Leben, die Pferde die den Hafer verdienen, kriegen ihn nicht. Wir können froh sein, wenn man uns erwähnt." Werkbeim hatte kaum zugehört. In Gedanken versunken faß er da und starrte aus die inhaltschweren Schrift- stücke. . „Wissen Sie. Hartbausen, daß dies Krieg bedeutet? Krieg in nicht zu ferner Zeit?" „Na, ganz so schlimm wird's nicht gleich werden. Daß sie uns ganz gern mal ein wenig am Zeug flicken möchten, glaub ich wohl, aber, mein Lieber, wir dürfen, auch nicht vergessen, daß doch noch etwas mebr dazu gehört, um einen Krieg anzufangen, als diese paar Wische da. Ein Krieg von heute wird teuer. Nickst allein teuer für den Besiegten, nein, auch teuer für den Sieger und teuer sogar für das reich? England. Und dann das Volk! Die Volker von heute lassen sich auch nicht nsthr um ein Nichts in blutige Kriege Hetzen." „Und trotzdem werden wir den Krieg haben.'Harthausen! Denken Sie an mich. Und zwar in nicht zu ferner Zeit. Das Volk! Gott, Harthausen, wofür hat man denn die Presse? ^ Und daß England diese Macht zu benutzen versteht, das wissen wir doch am besten. Nun wird es mir auch klar, warum ich nach Nom sollte." Er erzählte Harthausen von dem Besuch seines Schwiegervaters, von dem Gespräch und dem Wunsche Sir Edwards den Schwiegersohn in Rom zu sehen. Hartbausen lachte. „Nun schan einer den alten Fuchs on! Italien ist unser Bundesgenosse. Noch dazu einer, der Danksagung. Fkir die vielen Beweise herzlicher Teil- nähme bei der Beerdigung unseres lieben Gatten, Dalers, Cohnes, Bruders. Schwagers und Neffen, des' für sein Vaterland gefallenen Herrn llnimsfizikr Heinrich Noth sagen wir allen, besonders für die vielen Kranzspenden, der Militärabteilung, dem Kriegerverein. Gesang- und Turnverein, besonders Herrn Pfarrer ßfillmonn für leine trostreichen. Worte am Grabe unfern herzlichsten Dank. Berstadt, den 25. Januar 1918. . Die fjfliiitniäfii AMlicknen. II Holzv ersteigerung Im Robheimer Gememdewald, Distr.kt Ketzerborn und Bor- verwald werden Donnerstag, den 31. Januar l. Is, versteigerte 2m KetzerSorn. 15 Stück Eichenstämme 2,08 Kbm Inhalt (Deichseln) 16 „ Fichtknstam^e, 9—2 ! Mir. lang. 14—41 Durchmesser, .20 .. FichtEerbstanren, 2,61 Küin. 2nhaU 122 Raummeter Buche-Scheiter 41 * Ende- ., 26 Kiefer- . Fichte- ;; . 122 „ Buche-Knüppel 17 „ Eiche- „ 14 „ Kieier- 45 „ Fichte- 40 , Buche-Stöcke 1851) Stück Buche-Weüen 2 0 * Eichen- _ 410 „ Kiefer- „ 440 „ Fichte- „ 2m Bordsrmald. 4 Raummeter Kiefer-Schäter 3 „ Buchc-Knn'ppel % 23 Kie er- . ^72o Stück Buche-Wellen ) „ [ Durchforstung 43 > „ Kic er- „ Anfang uno Zusammenkunft oormit-ags 10 Uhr auf der Waldbahn oberhalb der Swatsstratze Friedberg-Ho mbur 7 . Das im Bordorwald lagernde Holz kommt nachmittags zum Ausgebot. NoLhetm v. d. Höhe, am 33. Januar 1913. Großh. Bürgermeisterei. H o f m a n n i^ncn im Kriegsfall von Nutzen sein kann. Es ist klar, man wollte Stimmung gegen uns machen. Es ist unverkennbar! Inwieweit man da Sie — oder vielmehr Ihre schöne Frau verwenden wollte, ist mir vorläufig nicht ganz klar. Eins ist mir aber desto klarer: Obgleich sie sich schon zu freien gegen uns yerbündet haben, fühlen sie sich immer noch nicht stark genug, uns zu zelinalnrem Das hebt mein Selbstge- fiihl ganz gewaltig. Angst haben sie also doch vor uns."' „Und sie sollen noch mehr Angst bekommen! Wir wer- den Krieg haben, verlassen Sie sich darauf, ich fühle es! Und nun werde ich mich auch versetzen lassen, wenn auch nicht nach Rom. wie mein verehrter Schwiegervater wünscht. Ich gehe zurück zur Manne. Wenn's Krieg gibt, muß ich dabei sein!" . „Nnd Ihre Frau?" „Meine Frau? Nun. die gebt eben mit!" Haithansen streifte ihn mit einem mitleidigen Blick. „Armer Kerl," dacht? er, „wenn Du da nur nickst eine große Enttäuschung erlebst!" „Na. dann will ick Ihnen wünschen, daß man Sie mit > en wichtigen Schriftstücken hier nach B?rlin sckückt. Dann können Sie ja Ihre Wünsche gleich Vorbringen." „Ich habe noch ganz besondere Wünsckv bei meinem Wiedereintritt. Ich werde nun endlich eine lange gehegte Absicht zur Ausführung bringen. Ich werd' mich unserer neuesten imd gefährlichsten Waffe zuwenden. llnsere kleinen grauen Dinger haben es mir schon immer angetan." „Aha! Unsere Unterster! Die grauen Wölfe!" „Ja, die Unterster. Wenn man sich erst einmal mit den Dingern beschäftigt hat, kann man gar nicht wieder davon los. Wenigstens ans mich üben sie eine geradezu dämonische Anziehungskraft aus." „Ist wohl 'ne ganz fesselnde Sackie. Ich kann's inic wohl denken. Mer -gefährlich, niein Lieber! Gefährlich!" „Für den Feind, ja! Und das wollen wir auch hoffen. Mer nicht für den, der sie kennt und der mit ihr vertraut ist." „Na, dann Glück zu cutf den Weg, für Sie und Ihre grauen Wölfe, wenn's so weit ist. Ich hoffe aber, twtz Ihrer Prophezeihnng, es kommt nicht so weit." Fortsetzung kolat. Wer schenkt dem Berfasser- uickerer MfMMeWn eine Mark oder mehr für ein lungenkrankes, Toglöhner-Kind, das in eine Anstalt soll? Heilstättenverein und Kreisamt tragen über die Hälfte der Kosten, aber noch find etwa 250 Mk. zu decken. Gaben vermittelt Herr Schriftleiter H i r s ch e l. Quittung in diesem Blatt. Besten Dank im Voraus. BBBBRBBB B B H B 6S E S5 Wegen suchen wir Erweiterung unseres Zuckerrübenerwerb- 5£ Vertreter 38 in allen rübenbautreibenden Ortschaften der Wetterau und bitten, schriftliche Bewerbungen sogleich an uns zu richten. Miell-Merslckik m a iS es kann der Geschäftsmann auch während der Kriegszeit nicht ganz entbehren, wenn auch der Papiermangel und die Teuerung eine gewisse Einschränkung mit sich gebracht haben. Die Eeschästsdrucksache ist und bleibt nun einmal sür jeden Eeschäftsbelrieb unentbehrlich, sei es, dah mau sie braucht zur Uebermittlung geschäftlicher Angelegenheiten, oder zwecks Regelung von Ausständen usw. Wie kein Geschäft seinen Vertreter oder Reisenden in schäbigem Gewände zum Besuche seiner Kundschaft hinausgehen läßt, so sollte es auch darauf bedacht sein, daß die von ihm verbrauchten Drucksachen die es ja doch auch - bei dem Empfänger derselben vertreten sollen, ein einwandfreies Aussehen haben. Auch familiäre Mitteilungen jeder Art lassen in ihrer äußeren Aufmachung einen Schluß auf die Persönlichkeit des Absenders zu. Wir empfehlen uns zur Anfertigung von Drucksachen jeder Art in sauberer und geschmackvoller Ausführung und sichern schnellste Lieferung und billigste Berechnung zu. Bei eintretendem Bedarf bitten wir Muster und Preisberechnung von uns einzufordern. Reue Tageszeitung es m x X fflesttmasiSL Druckerei und Verlag A.-G. Friedberg i. Stufen können gedeckt werden Deckgeid 25 Mark. MnjtltaW Ä 1 Paar erstktajsige, junge ZWlhsev hat abzugeden Mühle Klein-Karben, Ein Heiner Vollen s tcre ist billig abzugeben. Bepnlxardt, Friedberg, Frankfurter lr. 14, Sofort ein Dienstmädchen gesucht. Kühner, Frirddcrg»Vismarckstr.l8 Geld-Lotterie mit gokortixeln Gewinn-Lntscdeid! stsss. Landesverein vom Roten Kreuz und Aiice-Frauenverein. Losbriefe zu I Mk., 5060 Gewinne in bar mit 33 5©» Mk. HervorragendeGewinnaussichtenl Jedes20. Los gewinnt! Sof. Gewinn- AuszahL Losbriefe z.! AL, 11 St. 10M F.niil Stföanni, Friedberg (Hessen). in Paketen ä 20 Pfg. empfiehlt Friedrich Michel Friedberg.