® ie -Uch-mt leben Werltaz. Si°«elmahige Beil-,gen ..S«» Knucr an» O.ssen". „Die Spinn»«!,-», ««»»-..pp-i.- Bei den Poitanftolte.. muh* tin u tritt noch das Bestellgeld: de, den Anenten m-na'N» SS Plg. elnschlietzlich Trägerlodn. Am-is.n- Stund,eite 2b Pig.. l-.-te 2 » jj,«. ««„.gen non °u-w«n- «erden durch P^stnachn-Hm!! •r oben. Enüllungsorr Friedberg. AchrMl-itrmg nnd Uerlaii ^riedbero ließen' 'Hinan critröge 12. Fernprecher 48. Poitj yeck-Loato nt. 4859, Unk Trtaufjuri a. '! Abtzrwresene französische Angriffe in den Argonneu. — 32000 Tonnen versenkt. — Tarlons DückLortt. Der deutsche GeneraUtad /=== meldet: ---—J W. T. B» Kvotzrs. HanpLqrrartLer. -err 2S. Januar. Amtlich. Westlicher Kriegsschauplatz. Heeresgruppe Kronprinz Rupprecht. Südlich von Ppern war die Kainpftätigkeit der Artillerien am"Tatze und zu einzelnen Nachtstunden lebhaft. Mit kleinen Abteilungen versuchte der EnglänNr vergeblich an mehreren Stetten in Flandern in unsere Kampfzone einzudringen. An der übrigen Front ist die Gefechstätigkeit gering. Heeresgruppen Deutscher Kronprinz und Herzog Albrecht. In den Argonnen nördlich von Le Four de Paris stießen französische Kompagnien nach tagsüber anhaltender Artillerie-, Wirkung am Abend gegen unsere Stellungen vor. Sie wurden durch Feuer und im Nahkampf abgewiefen. Auf dem östlichen Maasufer und in der Gegend von Flirey lebte das Artilleriefeuer zeitweilig auf. Oestlicher Kriegsschauplatz. # Nichts Neues. A» der Mazedonischen vnd Italienischen Front ist die Lage unverändert. Der Erste Ceneralquartiermeister: Ludendorff. Abeudbericht. Berlin, 22. Jan., abends. (WTB. Amtlich.) Von den Kriegsschauplätzen nichts Neues. Ij Der österreichische Generalstab "—-—— meldet:-■- Wien, 22. Jan. (WTV. Nichtamtlich.) Amtlich wird ver- lautbari' Keine besonderen Ereignisse.' Der Chef des Cciiecalstabcs. Der bulgarische Geneealstab meldet: =^==== Sofia, 19. Jan. (WTV.) Generalstabsbericht. Im oberen Skumbitale machten unsere Einheiten erfolgreiche Erkundungen. Line feindliche Gruppe, die sich dem SLumbiufer näherte, wurde durch Feuer zersprengt. Westlich von Prespasse, im Eer na bogen, an der Moglena und an mehreren Punkten zwischen Wardar und Doiransee zeitweilig lebhafteres Artilleriefeuer und kurze Feuerangriffe. Im Vorgelände in Gegend der unteren Struma vertrieben unsere Erkundungsabteilungen mehrere englische Jnfanterieabteilungen. Im Mardartale lebhafte Flieg er tätigkeit. Dobrudschafront: Massenstillsland. Sofia, 19. Jan. erging. Bald darauf brachen mehrere französische Kompagnien zum Angriff vor. In. ihre Linien, die sich nur mit größter Anstrengung und langsam in dem aufge- u eichten Boden Vorarbeiten konnten, schlug unser vernichtendes Artilleriefeuer und Mafchinengewehrfeuer. so daß es dem Gegner nur gelang, an einer einzigen Stelle vorübergehend in unsere Stellung ei- ^bringen aus der er unter erheblichen Ver- . lüsten an Toten und Verwundeten im Nahkam.pf und tot Gegenstoß sofort wieder hinausgeworfen wurde. Ebenso wenig Erfolg hatten in Mazedonien mehrere englische Kompagnien, die gegen Vulkooo Druma vorzugehen versuchten und sich eine blutige Schlappe holten. 33000 Tonnen versenkt. Berlin, 21. Jan. (MTB. Amtlich.) Neue U-Bootersolge auf dem nördlichen Kriegsschauplätze: 22 000 Vruttoregistertonnen. Unter den versenktn Schiffen, von denen die Mehrzahl tief beladen und bewaffnet war, konnte der bewaffnete französische Dampfer „Magellan" (6265 Tonnen) mit Salpeterladung von Chile nach Frankreich festgestellt werden. Unter den übrigen vernichteten Schissen befanden sich zwei größere englische Dampfer. Der Chef des Admiralstabs der Marine. * Die erheblichen Verluste der französischen. Handelsflotte spielen in den Kammervcrhandlungen häufig eine Nolle. Der Verpflegnngsminister Boret erklärte jüngst, daß die Notwendig keit bestehe, 36,7 Millionen Doppelzentner Getreide einzufüh- ren. Vor dem Kriege brauchte nur in Not- oder Mißerntejahren Brotgetreide eingeführt zu werden. Der ungeheure Unterschied ist hauptsächlich auf Verringerung der Anbaufläche. Mangel an Arbeitskräften und Fehlen von Düngemitteln zu- lückzuführen. Ter Minister erklärte, daß er nicht ohne Besorgnis in die Zuiunst sehe. Italien vo?r l -Booten blockiert. „Corriere della Sera" erklärt: Die Behauptung ist unwiderleglich. daß der Italien zur Verfügung stehende Schiffsraum bedrohlich unzulänglich ist. Ein Vergleich unserer Kohlen- und Cetreidebestande mit den insbesondere im Mittelmeer erfolgenden Torpedierungen fällt derart aus. daß jede Polemik verstummt. Die Mittelmächte schließen Italien mit ihren U-Booten ringsherum immer enger ein und rechnen damit, daß wir d§n neuen Kampf bereits in erschöpftem und mutlosem Zustand aufnehmen müssen. Italien lebt unter schlimmen Bedingungen. Orlando und Sonnino müssen mit Offenheit und Bestimmtheit unsere Lage in Paris und London schildern, um dort jegliches Mißverständnis und alle Illusionen zu zerstreuen. 0 --- Die ^eiKnngen der Tauchboote. Berlin, 21. Jap. (WB.) Das monatliche Versenkungs- ergebnis, mit dem das Jahr 1917 abschließt, ist in mehrfacher Hinsicht besonders bestreb igend. Es stellt sich um etwa 100 000 Vr.-R.°T. höher, als das des Monats November und ubertrifft auch das des September und Oktober noch um rund 30 000 Tonnen. In folgender Berechnung soll der Versuch gemacht werden, einen zahlenmäßigen Gradmesser für die militärische Leistung unserer U-Boote für die vergangenen 11 Monate zu finden. VoNveg muß ausdrücklich betont werden, daß der Wert der Prozentzahlen nickst in ihrer reinen Höbe, sondern in ihrem Verhältnis zueinander zu suck-en ist. Nehmen wie an, daß ein Drittel des auf England, Frankreich und Italien zusammen fallenden Schiffsraumes, und zwar des gesamten sowohl für die bürgerliche als aitdf) die militärische Versorgung, — für die letztere ist etwa 35 Prozent des Ge- sanltschifssranmes zu rechnen — sich dauernd im Sperrgebiet befindet, eine. Ausnahme, .die gegenüber der Wirklichkeit zweifellos zu hoch gegriffen ist, so erhält man folgende Pro- zentziffern des Versenkungsergebmsses von dem sich nach vorstehender Annahme im Sperrgebiet befindenden Schiffsraum, wobei die erste Reihe den Schiffsraum im Sperrgebiet 0/2 des englisch-französisch-iLalieniich benutzten Gesamt- schiffsramnes), die zweite die monatliche Dersenkungsziffer, die dritte den Anteil dieser Verfenkungsziffer an dem Sch.ffsraum im Sperrgebiet in Prozeßen darstellt: Februar 1917 8 217 000 .781 500 9,5 März 1917 8 125 000 885 000 10,9 April 1917 7 968 000 1 091 000 13,7 Mai 1917 7 817 000 869 000 11,1 Juni 1917 7 667 000 1 016 000 13,3 Juli 1917 7 608 000 811000 108 August 1917 7 367 000 808 000 10,9 September 1917 7 200 000 672 000 9,3 Oktober 1917 7 058000 „674 000 9,5 November 1917 6 900 000 607 000 8,3 Dezeluber 1917 6 733 000 702 000 10,4 Eine ähnliche englische Statistik, dies sei hervorgehoben, kommt auf höhere Prozeutzifferu. Der Verlauf der Prozent zahlen und die Höhe des Dezemberergebnisses zeigt, daß trotz der Abnahme des Verkehrs, der erheblichen Verstärkung der Gegenwirkung, der Ungunst der Jahreszeit und der Verringerung der Dächte des Verkehrs infolge Geleitzugsbildung die militärische Leistung, die in der Prozent- zahl der Versenkung zinn Ausdruck kommt, sich nicht vermindert l>at. Eines vor allem noch kann man schließen, daß die nickst ohne Grund mit so viel Lärm in die Oeffentlichken hiuansgetragenen Behauptungen des englischen Ministerpräsidenten Lloyd George, rnan sei der U-Bootgefahr Herr geworden, die Abwehrmaßnahmen hätten nunmehr den erwarteten Erfolg gehabt, die Verluste der deutschen Flotte an U-Booten seien ungeheuerlich gewesen, einfach aus der Luft gegriffen sind, um im eigenen Lande zu beruhigen und in Deutschlaird bei den wenigen, die nickst oder nicht fest an den Enderfolg des U-Bootkrieges glauben, Mutlosigkeit und Zweifel zu erwecken, und den Gedanken der Aufgabe dieses ' gegen England einzig wirksamen Kriegsmittels, den unsere Feinde auch auf dem Wege über das neutrale Ausland zu fördern suchen, in das deutsche Volk hineinzutragen. Die den Tatsachen so offen widersprechende Ausstreuung englischer Staatsmänner beweist von neuem, wie schwer England die „U-Bootpest" empfindet, und daß die führenden Staatsmänner unserer Gegner diesem Kriegsmittel selbst entscheidenden Wert beilegen. Untergang S. pf. S. "Freslrm'ck Die deutsche Meldung. Berlin. 22. Jan. (WTV. Amtlick.) Am 20. Januar stießen türkische Streitkräfte, und zwar der Panzerkreuzer „Sultan Iavus Selim" (früher „Soeben ), der kleine Kreuzer „Midllli" (früher „Breslau") und Torpedoboote ans" den Dardanellen gegen feindliche S ckkräfte vor, die durch Fliegeraufklärung bei der Insel Jmbros festgestellt wurden. Ein großer und ein kleiner englischer Monitor wurden vernichtet, ein Transport- dampfer von 2000 T. versenkt, mehrere Hulks schwer beschädigt, die englische Signalstation an der Kephalo-Bucht zerstört. Beim Rückmarsch nach den Dardanellen ist der kleine Kreuzer „Mi- dilli" von mehreren Unterwassertreffern von Minen und Unterseebooten ßcfr fett. Der Kreuzer „Sultan Iavus Selim" faß beim Einlaufen innerhalb der Dardanellen an der Enge bei Nagara leicht fett. Er ist jetzt, wie die englische amtliche Meldung behauptet, durch schwere Beschädigungen auf Strand gesetzt. Die türkische Meldung. v Konstantinopel, 21. Jan. (WTB. Nichtamtlich.) Amtlicher Bericht: Dardanellen: In kühnem Angriff stießen gestern der Pan» zcikreuzer „Sultan Iavus Selim" und der kleine Kreuzer „Mi- dilli" sowie Torpedoboote aus den Dardanellen vor, um feind-, liehe Streitkräfte, die bei der Insel Jmbros t festgestellt wor. den waren, zu vernichten. Zwei feindliche Monitors („Raglan* mit -1—5000 Tonnen, bestückt mit zwei 35,6 Zentimeter-Ge. schützen und der Monitor „M. 28", ein Schiff von 500 Tonnen, bestückt mit einem 23,40 Zentimeter Geschütz und einem 15,26 Zentimeter-Geschütz), ein Transportdampfer von 2000 Tonnen, eine Signalftation und zahlreich^' Munitionsdepots wurden vernichtet. Beiderseits herrschte eine rege Fliegertätigkeil. Ein feindliches Flugzcua wurde im Lriftlampfe aLseschoffrn» andere Idja't'r beschädrgk. Die Küstendattetten beschossen erfolgreich feindliche Torpedoboote. Auf der Rückfahrt sank der lleüls .Kreuzer „Midilli" durch mehrfache Minentreffer. " Die Leiden deutschen Kreuzer, die gesunken Lezw. schwer beschädigt find, sirid deutscher Herkunft. Es waren die deutschen Kriegsschiffe ..Breslau" und „Soeben" die zu Kriegsbeginn sich im mittelländischen Meer befanden. Ihre erste Tat war die Beschießung der algerischen Küste, dann liefen ste in den damals noch neutralen italienischen Hafen Messiina ein. Dort wurden die Leiden deutschen Kriegsschiffe von der englischen Flotte blockiert und es war ein Meisterstreich, als ste dennoch aus dem Netze entschlüpften und stch in die Dardanellen retten konnten. Dott wurden fie von der türkischen Regierung gekauft und verrichteten unter türkischen Namen noch manche Heldentat. RMImid. Macht geht vor Recht. Berlin, 21. Inn. (WTB.) Das amtliche Dekret, mit dem tue verfassunggebende Versammlung in Petersburg aufgelöst wurde, hat folgenden Wortlaut: Die ruffifche Revolution hat von ihrem Anfang an die Sov- fets der A, S. und B.-Abgeordneten für die Maffenorgamsa- twn aller arbeitenden ausgebeuteten Klaffen., welche einzig ^ en Klaffen zu führen, für ihre volle politische und wirtschaftliche Befreiung zu führen, an die erste ^iellt. Im Laufe der ganzen ersten Periode der russischen Revolution haben sich die Sowjets vermehrt, sind gewachsen und erstarkt, indem sie aus eigener Erfahrung die Illusion des Einverständniffes mit der Bourgeoisie die Falschheit der Form des bourgeoistischen demokratischen Parlamentarismus erlebten und praktisch zu dem Schluß kamen, daß die Befreiung der unterdrückten Klaffen ohne Bruch mit dieser Form und jedem . Einverständnis unmöglich ist. Als solch ein Bruch erschien die Oktoberrevolution, die Uebergabe der ganzen Macht in die ..ande der Sowjets. Die verfassunggebende Versammlung, weick'o nach den vor der Oktoberrevolution aufgestellten Listen snval lt war. war der Ausdruck des Verhältnisses der alten po- tttifchen .irirfte, als die Einigungspartei und die Kadetten die Eeivalt inne hatten. Das Volk betonte damals, als es für die Kandidaten der fozielrevoluttonaren Partei stimmte, nicht zwi- ^en den echten Sozialrevolutionären, den Parteigängern der Bourgeoisie und den Linken, den Parteigängern des Sozialrs. mus zu wählen. Auf diese Weise mußte die verfaffunggebende Versammlung, welche als die Krone der Bourgeoisie der parlamentarischen Republik cttchien. der Oktoberrevolution und der Sow;etsmacht in die Quere kommen. Nachdem die Oktoberrevolution den Sowjets und durch die Sowjtes den arbeitenden eAsgebeuteten Klaffen die Macht gaben, rief ste den Widerstand der Arbeiter hervor, und zeigte sich bei der Unterdrückung des Widerstandes als der Anfang der sozialistischen Revolution. Die arbeitenden Klaffen mußten durch Erfahrung sich davon überzeugen. daß der alte bourgeoistische Parlamentarismus stch überlebt hat. daß er gar nicht vereinbar ist mit der Aufgabe der Verwirklichung des Sozialismus, daß nicht die allgemeinen nationalen, sondern nur die Klaffeneinrichtungen (wie die Sowjets) fähig sind, den Widerstand der besitzenden Klaffen zu besiegen und den Grund zur sozialistischen Gesellschaft zu legen, ^ede Absage vor der Vollständigkeit der Macht der Sowjets vor der durch das Volk eroberten Sowjetrepublik zugunsten des beurgeorüifck'en Parlamentarismus der verfassunggebenden Versammlung, würde jetzt ein Schritt zurück- und die Beschränkung der ganzen Oktoberrevolntton der Arb-rter und Bauern tein Die am 18. 1 . eröffnete verfaffunogeben.de Versammlung ergab, auf Grund der allen bekannten Umstände die Mcbrheit der Partei der rechten sozialistischen Revolutionäre, der Partei des Kerenski. Awksenlijew und Tschernow. Es ist klar, daß stch t r i « tci weigerte, den vollkommen genauen, klaren, keine falschen Aeußerungen.zulaffenden Vorschlag des höchsten Organs ^r Sowietsmacht. des Aenttal - Ausführungskomitees der Sowjets, zur Aufklärung anzunehmen und das Programm de'' Sorjetmacht. dis Deklaration der Rechte des arbeitenden und ausgebeuteten Volkes die Oktoberrevolution und die Sowjetmacht anzuerkeunen. Damit hat die' verfaffunggebende Versammlung jede Verbindung zwischen sich und der Sowjet- Republik Ruflands abgebrochen. Der Weggang der Fraktion der Bolschewik! und linksstehenden Revolutionäre, welche zur. zmt die größte Mehrheit im Sowjet darstellen und das Vertrauen der Arbeiter und der Mehrheit der Bauern genießen, von der verfassunggebenden Versammlung war unausbleiblich^ ~ At ™ örtei der Mehrheit der verfaffunggebenden Veffamm. lung. die rechts-sozialistischen Revolutionäre und Minimalisten fuhren einen offenen Kampf gegen die Sowjetmacht, indem sie in ihren Organen zu deren Stürzung aufrufen. und objektiv bettachtet hierdurch den Widerstand der Ausbeuter gegen den Ueberqang des Landes und der Fabriken in die Hände der Arbeitenden unterstützen. Es ist klar, daß der übriggebliebene Teil der verfaffunggebenden Versammlung auf Grund dessen nur eine Rolle des Verdeckens des Kamofes der bourgeoisttfchen Gegenrevolutionäre zur Stürzung der Macht der Sowjets spielen kann. Deshalb verfügt das Zesitral-Ausfiihrungs-Kowitee die verfaffunggebende Versammlung aufzulösen Rußlands Staatsbavkerott. Basel. 22. Jan. Die ..Morning Post" meldet: Das Staats-. vmt erhielt zuverlässige Informationen, die die vollkommene Zahlungseinstellung der russischen Staatsverpflichttmgen bestätigen. Die Forderungen an Rußland werden durch die russischen Golddeponierungen nur teilweise gedeckt. Mit der Zahlungseinstellung ist in Petersburg das Verbot an die Banken gegangen, bis auf weiteres Schecks und Zahlungsanweisungen jm das Ausland zu geben. bekannt gegeben. Deputierte des rumänische» * n |ff » Soldatenrats amtieren in mehreren Ministe rie». Bruch zwischen Trotzki und der Ukraine? ' * Stockholm, 21. Jan. Ein Schreiben Trotzkis legt den Bruch zwischen der russischen und der ukrainischen Friedensdelegatton klar zutage. Trotzki bestteiiet den Ukrainern das Recht, im Namen der Ukraine zu sprechen. . T * ^ Eine Erklärung der Bolschewik!. ~ ^ Petersburg. 19. Jan. (WTB. Nichtamtlich.) Meldung der Petersburger Telegraphenagntur. Erklärung der Bolschewik! in der verfassunggebenden Versammlung: Die beträchtliche Mehrheit des arbeitenden Rußlands. Arbeiter, Bauern und Soldaten, hat an die verfaffunggebende Versammlung die Aufforderung gerichtet, die Errungenschaften der Oktoberrevolution, die Erlasse der Arbeiter- und Soldaten, räte über den Grund und Boden und über die Kontrolle der Arbeiter und vor allem die Autorität der Sowjets der Arbeiter, Bauern und Soldaten anzuerkennen Der Hauptausfchuß. der den Willen der beträchtlichen Mehrheit der arbeitenden Klaffen Rußlands aus führt, hat dih verfaffunggebende Versammlung aufgefordert^ diesen Willen anzuerkennen. Die Mehrheit der verfaffunggebenden Versammlung hat in Uebereinsttm- mung mit den Ansprüchen des Bürgertums diesen Antrag zurückgewiesen und das ganze arbeitende Rußland herausgefordert. In der verfassunggebenden Versammlung führt die Mehrheit der revolutionären Sozialisten der Rechten, die Partei der Kerensti, Awksentieff und Tschernow, diese Partei, die sich sozialistisch und revolutionär nennt, das gegsnrevoluttonäre Bür- gertuin im Kampfe an. Die verfassunggebende Versammlung ist in ihrer gegenwärtigen Zusammensetzung das Ergebnis eines Kräfteverhältnisses, das sich vor der Oktoberrevolution gebildet hat. Die gegenwärtige gegenrevolutianäre Mehrheit ist nach den alten Listen gewählt und stellt sich der Bewegung der Arbeiter und Bauern in den Weg. Die Debatten im Laufe des Tages haben gezeigt, daß die Partei der revolutionären Sozia, listen, wie dre Anhänger Kerenskis. das Volk in Worten mit Verheißungen füttert, indem sie ihm alles verspricht, in Wirklichkeit aber entschlossen ist, die Autorität der Sowjets, Arbeiter. Soldaten und Bauern zu bekämpfen, ferner die sozialistischen Maßnahmen wie Verteilung des Grundbesitzes und des ganzen Inventars an die Borgern ohne Entgelt. die Nationalisieruna der Banken und chie Kontrolle und Aufhebung der Staatsschulden. Da wir keine Minute lang Mitsch'-ldi^e der Verbrechen der Feinde des Volkes fein wollen, so erklären wir, daß wir die verfassunggebende Versammlung verlassen. Ein Notionalkonvent! Amsterdam, 20. Jan (WTB. Nichtamtlich.) Reuter meldet aus Petersburg vom 19. Januar: Man hält es für wahrfchein- ^ lich, daß die Sowjets und die ma.ximalistifchen^ Mitglieder sich zu einer neuen verfassunggebenden Versammlung unter dem Namen ..Nationalkonvent" zusammentun. Ein sterbendes Uolü. Zürich, 15, Jak. Aus New Jork wir» gemeldet: Der Amvi nc-m Review of Reviews» gibt folgende Darstellung: Eenerak Pershmgs Armee benötige viel- Monate zur Erreichung ihr« vollen B-rettsth-ft in Frankreich. In der Zwischenzeit müsse die sran.zostsche Armee einen großen Teil der westlichen »im«! »alten. Wurden die Frcrnzosen Weggehen, so müßten die Am«, r,Inner, ungeachtet des Zustandes ihrer Bereitschaft die Lü-k-^ auefullen. Frankreich habe sich weistgeblutet: sein Volk Hab« gelttten, wie wenige Völker je gelitten Hütten. Una-fäLe boom« Leute-hätten im Krwge Tuberkulös? erworben^ Im in Frankreich 1100 000 Menschen, und nup OM) 000 Kinder wurden geboren. , - FrMreich und feine Kiindesmiöfseil. Bund/? 'n (SB ®- ) Ma die Franzosen über ihre r E aus folgender Unterhaltung SÄfw ®f ü ? 9 r el,eu hervor, die sich, als von Eng- land die Rede war, so äußerten: „Io die Engländer! Wenn man sie doch nur möglichst schnell los werden könnte Aber dann gleich d,e Amerikaner dazu. Mein Gott, was ist das f “ f . et " e g^agt, gibt es auf der Welt nur zwei wirkliche Soldaten, die Franzose» und die Deutschen. -Ser hat letzt nach dem Zusammenbruch in Italien wiedermal deii ersten Erfolg erfochten? „Die Franzosen! Die Herren Engländer bleiben natürlich hinten." .. /Ptt welch unerhörten und zivilisierter Völker un- wnrdrgen Mitteln die Franzosen selbst auf neutralem Bod«, liegen Angehörige neutraler Staaten Vorgehen, besonders wenn es sich um Fälle angeblicher Spionage handelt ergibt ick aufs neue aus einer Meldung des Sltzveizer Presse, ielegrapgen aus Genf vom 10. Januar. Das Kriegsgericht ^.yon d verurteilte den deutschen Staatsangehörigen Ötton, rfl jem ^ elt "nter merkwürdigen Uinständen der französischen Grenzpolizei in die Hände geraten war. wegen LPlonage zum Tode. Dazu wird folgender Tatbestand fest, gestellt. Otton ist 1888 in Holland als holländischer Staats, angehöriger geboren, ist Kaufmann in Hamburg und reist« oft nach der Schweiz. Seine holländische Staatsangehörig- kert hat er nicht verloren. Er war nie deutscher Staatsan- kehorrger. Dre Verhaftung Ottons durch die -französischen Behörden spielte sich auf folgende Weise ab: Am 1. August 1917 verschwand Otton spurlos aus Genf. Sehr bald stellte sich durch die Nachforschungen seiner Frau heraus, daß Otton aus. einem Motorboot unter Beihilfe französischer Polizisten mit Chloroform betäubt und willenlos den fran- Zosischen Gendarmen in Hermance in die Hände gespielt wor. den war. Er wurde zunächst in das Gefängnis zu Thouon und spater nach Lyon verschleppt. Gepinnte Nertzaftung Srianbs? Der ..Codiere üella Sera" bringt eine Pariser Depesche, wonach Clemencean am vergangenen Montag eine wichtige Besprechung mit PoincarS hatte, wobei Clemencean Me neu entöeiffcn Beschuldigungen gegen Briand vorlegte und Pommrös Entschluß zur Verhaftung Briands forderte. Der bm erffcn Sennin GalOmtr' abzuwarten. t>oä) sind Maßnahmen getrosten. Brand nicht anßer Landes zu lasten. Gegen Briand sollen ähnliche Anklagen vorliegen wie gegen C-nllaux. Man wist in Italien Beweise gefunden haben, wonach auch Briand mit italienischen Sozialisten stch beraten hat. wie durch den Sturz der italienischen Regierung ein sozialistisch-liberales Kabinett geschaffen werden könne. D,e Folgen dieses Staatsstreiches sollten auch in Frankreich zu emeni ähnlichen Ergebnis führen. * Molvy ttttb Eaillaux. Paris, 21. Jqn. (WTB. Nichtamtlich.) Nach einer HavaSmcldung trat der Senat heute zu einer Sitzung zn- famnren und konstttuierte sich als Ausnahmegerichtshof um über den früheren Minister des Innern Malvy zu urteilen. Nach Erledig,mg der üblichen Formalitäten wurde befch'os- >en, die nächste Gerichtssitzung am 28. Januar abzuhatten. Unruhen in Indien. Ein Bericht der „Times" vom 16. Januar meldet Unruhen in Indien, die Zusammenstöße zwischen Mohammedanern und Hindus zur Folge hotten. Ein Leitaufsatz der „Times" bringt im Anschluß an diese Meldung eine Dar- stellung der gegenwärtigen Parteiverhättnisse in Indien, aus der zu entnehmen ist, daß das Haupt der altenglischen Liga seit längerer Zeit interniert ist, da die englischen Be» bordet, ihn als einen gefährlichen Ficher der Unabhängig- keitSbewegung betrachten. Uücktritl Carfans. London. 21. Jan. (WTB- Nichttnnllich.) Meldung de, Reuterfchen Bureaus. Amtlich wird nritaeteilt. daß Earson als Mitglled des Krtegskabtnetts zuvückgetteten ist. Dieser Rücktritt dürfte wohl mit den Vorgängen in Irland zusammenbän- gen. Earson. der Vertreter Ulsters, ist einer der erbittertsten Gegner des irischen Volkes, außerdem einer der wütendste^ iKliegshetzer. - - ' ' Kn ch an an über Rußland. Flucht des rvmünischen Königs? Bosel. 22. Jan. Der ^vaily Ehronrcle" meldet drahtlos Iaffy: Das Königspaar beftndet stch feit Mittwoch voriger Woche nicht mehr in Jaffy. Sein jetziger Aufenthalt wird von Arattanau. dcr noch immer E London, 21. Jan. (WB.) Reuter. Der Vertreter Reuters hatte eine Unterredung mit Buchanan, dem kritischen Botschafter in Rußland, der auf Erholungsurlaub in London angekommen ist. Die Auffassung, daß der Votsclxrffer wegen der Lage in Rußland aöberufen worden sei, sei volffommen unrichtig. Taffache sei, daß Buchanan bereits vor einiger Zeit alle Vorbereitungen traf, um sich für kurze Zeit zur woblverdienten Ruhe nach Hause zu be- geben. Er konnte sich jedoch nicht enffchMen, seinen Posten auch nur fiir kurze Zeit zu verlassen. Die kürzlichen dramatischen Verändemmgen in der russischen Regierung und die verwirrte Loge brachten ihn vielmehr zu dem Entschluß, daß. ungeachtet der äußefften Unbegnemlichkeiten und des barten täglichen Lebens, weder er noch die Mitglieder seiner Familie Petersburg verlassen wollten. Zuletzt gestattete (!) ihm die Entwicklung der politischen Lage, a,ff Urlaub sich nach Hause zu begeben. Buchanan sagte in der Unterredung: Durch die Nahrungsmittelknappheit ist die Lage sehr ernst. Natürlich bekamen wir in den Gesandtschaffen nicht das Schlimmste ^u kosten, denn die Behörden bemühten sich nattirftch diese Dinge dein diplomatischen Korps so rosig als möglich erscheinen zu lassen, aber selbst für die Gesandt- schalten waren viele Dinge während der letzten Monate nicht zn haben. Die Dinge sind so schlimm geworden, daß eines Tages dort ein gefährlicher Lebensmittelmangel herrschen kann. Die allgemeine Ansicht ist, daß die Lebensmittel in dieseni Monat vollkommen ausgehen werden und wenn eine Hungersnot eintritt, kann man eine Anarchie erwarten. In diesem Falle wird jedernrann in Gefahr sein. Deshalb ist die Lage sehr ernst. Was die politische Lage anbettifft, so kann ich offenbar meine Ansichten in der öffentlichen Presse nicht vollkonmien ausdrücken. (!) Die haupffächliche Tatsache ist es daß die Bolschewicki zweifellos Herren der Lage, im nördlick-en Rußland sind, wenigstens gegenwärtig. Was die verfassungsgebende Versammlung anbetrifft, so scheint es daß die Reaktionäre die Mehrheit haben, aber dies ändert nichts an der Tatsache, daß die Bolschewicki taffächlich die Ge- Walt in den Händen haben und sie behalten wollen. Selbst mit Gewalt, wenn dies notwendig sein sollte. Die bolsche- wtsttscken Lehren sind zweifellos über ganz Rußland verbreitet und finden besonders bet denjenigen Anklang, die nichts zu verlieren haben. Was die Zukunft Rußlands anbelangt, so will ich keine Voraussagungen machen, sekbft wenn ich dazu in der Lage wäre. Von einem bin ich überzeugt: Rußland ist noch nicht am Ende angelangt. Ein so großes Land kann nicht ausgelöscht werden. Ich glaube, daß sein angeborener gesunder Menschenverstand das Volk befähigen wird, über alles hinwegzukommen. Für die Zu- kunft dieses großen Landes mit seinen unermeßlichen Mög. Itchkelten rst nicht die Zerteilung die Hauptsache, sondern die Auffindimg eines Bnidegliede» für die Zukunft. Darin Die Friebensverhandlnngen.^ Brest-Litowsk. 21. Ja». (WTB.) Die deutsche Kommissio^ für die wirtschaftlichen Angelegenheiten hat ihre gestern begon-^ nenen Besprechungen mit den Vertretern heute fort-} gesetzt. Die Vorarbeiten für die wetteren wittschastlichen Kom- missionsberatungea wurde» einer Subkommission überwiesen,! die^ bereits heute nachmittag ihre Arbeiten aufgeuommm hat.^ der deutsch-russischen Rechtstem Mission stattgefundeu. Es wur- x den im einzelnen behandelt und formuliert: Die Beendigung des Kriegszustandes sowie die Wiederherstellung der diplomatischen und konsularischen Beziehungen, die Entschädigungs- fragen und die Wiederherstellung der Staatsverträge. Gegenwärtig wird über die Wiederherstellung der Privatrechte verhandelt. Englischer Arbeiter für Friedensverhandluugen. London, 21. Jan. (WTB. Nichtamtlich.) Meldung des Neuterschen Bureaus. Eine Versammlung von 2000 Mechanikern des Weolroich-Arsenals hat einen Beschluß angenommen, der die Negierung auffordert, mit den Kriegführenden auf der Grundlage der Selbstbestimmung aller Nationen sowie des Grundsatzes „Keine Annexionen und leine Entschädigungen" zu unterhandeln. Wenn dieses Vorgehen den Beweis erbringen sollte, doch der deutsche Imperialismus das einige Hindernis für den Frieden ist, dann sei die Versammlung entschlossen, den Krieg fortzusetzen, bis dieses Ziel erreicht sein würde. Der Beschluß fordert auch entsprechende Vertretung der Arbeiter in allen Ländern und schlug eine internationale Konferenz vor, r.m den Frieden der Völker zu sichern. Rkirßsfanrtkr Graf HM«- iw Reichstag. Der Reichskanzler wird, wie nunmehr feftsteht, morgen Donnerstag eine Rede halten, die als Antwort auf die Reden Lloyd Georges und Wilsons gelten kann. Selbstverständlich wird darin auch den Verhandlungen in Brest-Litowsk ein breiter Raum gewährt werden Polnischer Man schreibt der „Bayerischen Landeszeitung" aus Warschaus Von Zeit zn Zeit, besonders aber jetzt, während die „Frage" des ..Selbstbestimmungsrechts der besetzten Ostgebiete noch schwebt, mag es angebracht sein, von den besonderen Loyalitäts- beweisen Kenntnis zu nehmen, mit denen die polnische Bevölkerung an Kaiser Wilhelm den Dank für das Geschenk der polnischen Freiheit zu bekunden liebt. Dieser „geheimen", polni. schen Flugblätter sind Legion: sie flattern einem überall entgegen. in den Kaffees, im Hanse, ans den Bureaus ustv. Selten aber siyd sie^so offenherzig, wie das folgende. „Ave Kaiser!" uberschriebene und „Warszawa 1917" datierte Pamphlet, aus dem ich chegen seiner zum Teil überhaupt nicht wiederzugeben- hen Gemeinheiten nur die nachstehenden, charakterist'schon Satze folgen lasten kann. Die Flugschrift beginnt damit, sie wolle das durch die bekannte Rede Korfantys verwundete Herz Kaiser Wilhelms versöhnen und sagte dann zu diesem Zwecke u. a.: „ . . Dank Dir, daß uns Dein Heer die evangelische Armut gekehrt hat. Es beraubte die Häuser nach jedem Aufenthalt der Bilder. Teppiche. Klaviere. Möbel, des Porzellans, der Familienandenken. Sovielmal habt ihr uns Polen schon bestohlen: denn wozu brauchen die Heloten Luxusgegenstände sogar im „unabhängigen Polen" . . . . Dank Dir Kaiser, daß Du unter den Völkern die Ehre hast, der Reineke Fuchs zu sein wie kein anderes dem gleich kommt. Der geniale Goethe kannte sein Volk! Wie ist Reineke so genial! Dank Dir, Kaiser, daß Du. Reineke übertreffend, uns das „freie Polen" selbstlos schenkst. Für das, o kür das darcken wir Dir über alles." . . . . Dank Dir dafür, daß Du im freien Polen Dich um unsere Schulen so eifrig bemühst, ebenso um unseren Handel, unsere Industrie sowie um alles andere Wenn Du Steuer blctbft. wird in wenigen Jahren aus dem freien Polen eine östliche Provinz werden, durch Reineke so vorzüglich vorbereitet, daß die ..polnisch sprechenden Preußen" von morgen vom Reineke erfahren daß sie es so wünschen ... De- weiße Adler bader sich im Blute, und Jünglinge von 18 Jahren und noch viel jüngere werden im gemeinsamen Grabe ruhen für die Herrschaft des Kreuzritters über die Welt Wenn Du siegen wirst, wirst Du den weißen Adler unter der Aiche begraben . . . Dank Dir. daß Du die polnischen Schafe begeistert hast, daß ste nach Deinem preußischen Taktstcck polnische Lieder singen, daß Du. o Wunder über alle Wunder, unsere, unsere eigene, geliebte kampflustige polnische Jugend verfübrtest, daß ste der allerschändlichsten Lüge gluabt. sie kämpfe für Polen, wenn ste in Deinen Reihen unter Deinem Banner kämpft." . . . . . Aber nun vor allem noch ein Dank gebührt Dir. Kaiser. Du mächtiger, unser schöner Herr' — Daß nämlich unser Vclk. dies einfache, schlichte Volk, noch nicht betäubt von dem narkotischen Schlangengezücht und ähnlichem, in seinem gesunden Instinkt durch die kulturelle Peitsche zum Widerstandsgeist erweckt. Euch so tief hast, daß es lieber den Satan will als Euch will. Ihr geht mit dem Volke um wie mit den Kongonegern. Und auch die Reger hasten Euch: denn wer liebt Euch! Selbst Eure Verbündeten. Du-preußischer Stamm, die Ungarn und Bayern hassen Euch! . . . Dank Dir dafür. Kaiser, daß unser Volk mit Haß spricht: „Weg mit dem Moskowiter!" Wir wer- den mit ihm schon fertig. Schrecklicher Moskowiter, verbistener Feind' Aber schrecklicher als der Moskowiter, schrecklicher als der Satan ist der Kreuzritter, derselbe listige, lügnerische Kreuzritter. vor dem auf seinem Sterbebette unser großer König Lo- ffetef seinen Sohn Kasimir warnte: „Du wirst nicht ruhen, bis Du ihn zerbrochen hast!" .. . Dank Dir. Herrscher, daß Du uns das blutig in Erinnerung gebracht hat und jetzt: „Zum Geburtstage der Kaiserlichen Majestät erlaubt sich her derzeitige Staatsrat des Königreichs Polen seinen Glückwunsch darzubringen, damit Eurer Rernekschen Majestät Wünsche sich vollkommen erfüllen. Empfange. Kaiserliche Majestät, die tiefst gefühlte Dankbarkeit für die Proklamation vom T. November v. I.. in der Eure Kaiserliche Majestät zugleich mit Eurem allerwürdigsten Verbündeten beschlosten haben, das polnische Reich außer Groß Polen, Pomerellen, Litauen und Galizien wieder zu erwecken. Wir misten noch nichts davon, daß von Dir. ob Allerdurchlauchtigster, dies Reich schon jetzt die «Ostmarkprovinz" genannt wird "- Was sagt unsere „unentwegte" Julimehrheit zu diesem ausgezeichneten Befähigungsnachweis für das Selbstr-egiment der Polen? Zn einer machtvollen Kundgebung gestaltete sich eine Versammlung der Vaterlandspariei in Berlin. Die Hauptrede hielt Großadmiral von Tirpitz. Wir lasten den Inhalt seiner Rede folgen: Daß die Deutsche Vaterlands-Partei Bedeutung im öffentlichen Leben erlangt hat. sieht man am besten aus der Art ihrer Bekämpfung. Nachdem die geistigen Waffen versagt haben, geht man jetzt zu tumul- tuarischen Störungen unserer Versammlungen über. (Sehr richtig! Jena, Frankfurt am Main, Mannheim!) Die Vor. gange in Berlin kann mcm dabei nicht übergehen. Es spielt dabei ein Verein eine Rolle, der sich „Bund der Kriegsbeschädigten und Kriegsteilnehmer" nennt. Mit Eifer hat man verbreitet, „Heimkrieger" der Vaterlands-Partei hätten Kriegsbeschädigte angegriffen. (Zuruf: Ist nicht wahr!) Wenn es wahr wäre, würde ich das sehr bedauern, denn aus meinem soldatischen Empfinden heraus sind wir allen denjenigen, die in diesem Kriege an Leib und Gut für uns gelitten haben, ob sie sonst unsere Gegner sind oder nicht, zu besonderem Dank und Rücksicht oerpflichtct. (Bravo 1) Bei den angeblichen „tätlichen Angriffen" handelte es. sich hauptsächlich um den Störer der Versammlung. der keineswegs.Kriegsbeschädigter ist. Seine unerträglichen Störungen allein waren Anlaß zu der Unruhe. Vor allem aber lehnen wir es ab, in dem genannten Bunde eine Vertretung der Kriegsbeschädigten und Kriegsteilnehmer zu sehen? (Lebh. allsertige Zustimmung.) Wir haben bei uns viel mehr Kriegsbeschädigte als dieser „Bund" dessen Leitung politische Agitation radikalister Färbung treibt und seine Mitglieder verhetzt! (Stürmischer Beifall.) Ich glaube, daß im j Gegenteil gerade der überwiegende Teil der Kriegsbeschädigten das dringende Verlangen hat, den Krieg wirklich so ausgehen zu sehen, daß unser Vaterland Ersatz findet für seine Verluste und gegen neue Ueberfälle gesichert ist. (Stürmischer Beifall.) Diese Sicherheit nvird nicht dadurch geschaffen, daß ein Teil der Sozialdemokratie erklärt, ein neuer Krieg werde nicht wiederkommen, denn auf seiten unserer Feinde, auch bei den meisten Sozialisten, fehle die entsprechende Gesinnung. (Lebhafte Zustimmung.) Wenn bei jener Versammlung Aeußerungen gefallen sein sollten, die als antisemitisch aufgefaßt morden sind, so würde ich das bedauern. Die Deutsche Vaterlands-Partei hat nichts mit antisemitischen Bestrebungen zu tun. Wir freuen uns. wenn jüdische Mitbürger, wie schon in zahlreichen Fällen geschehen, auf den Boden unserer Anschauungen treten. Großadmiral non Tirpitz g-edachte dann der großen Volkscrregung um die Jahreswende, die jedenfalls das eine bewiesen hat, daß der Siegeswille der großen Volksmehrheit trotz 3 .^jährigen Ringens und schwerer Entbehrungen ungebrochen ist und das Vertrauen zu unserer Obersten Heeresleitung unbegrenzt und unerschütterlich. (Stürmischer donnernder Beifall.) Weiter erinnerte der Großadmiral an den Gedenktag der Reichsgründung. Im kontinentalen Einfrontenkrieg konnte das Reich noch in letzter Stunde errungen werden. Behauptet werden kann es nur. wenn wir den Weltkrieg an allen Fronten gewinnen. Denn Deutschland ist aus der kontinentalen Begrenzung heraus- getreien. Unsere Wirtschaft und unser Wesen müstcn wir den gewaltigen Wettbewerbern gegenüber durchsetzen. Kein Wille, keine Muskel darf schlaff a>erden, bis das Ziel festgegründeter deutscher Weltstellung erreicht ist. Jeder einzelne muß dazu das Seinige tun. Gewaltig ist der Kampf, aber herrlich das Ziel' (Stürmischer anhaltender Beifall.) Der Großadmiral verlas dann einen Brief von Hinden- bürg, der ftir alle die Telegramme der vielen Gruppen der Vaterlands-Partei seinen Dank ausspricht und seine Befriedigung über das volle Vertragen in Heer und Führer. Der Brief wurde mit stürmischem Beifall ausgenommen. . Julius Kachcm Köln, 22. Jan Der bekannte Zentrumsführer und Journalist Iustizrat Dr. Julius Bachem ist heute morgen im Alter von 72 Jahren nach kurzer Krankheit gestorbekr. Er war am 12. Juli 1845 in Mühlheim an der Ruhr geboren und gehörte von 1876 bis -1891 dem preußischen Abgeordnetenhanse als Mitglied an. lieber vierzig Jahre war er bei der Redaktion der ..Kölnische» Volkszeitung". aus der er vor einigen Jahren ausschied. Ferner war er Mitbegründer der Görres-Eesellschaft. Krieoszn schlage im Güterverkehr. Dem preußischen Abgeordnetenhause ist der ange- kündigte Gesetzentwurf über die Erhebung von Kriegszu- schlagen im Güter- und Tierverkehr der Staatseisenbcchnen nunmehr zugegangen. Die beiden Paragraphen des Entwurfs lauten: 8 1. Die Staatsregierung wird ermächtigt, vom 1. April 1918 ab auf den preußisch-hessischen Staatseisenbahnen einen Kriegszuschlag von 15 v. H. zu den Frachtsätzen des Güterund Tiecverkehrs zu erheben. 8 2. Der Zuschlag tritt außer Kraft mit Ablauf des zweiten Wirtschaftsjahres, das dem Abschluß des Friedens mit der letzten mit Deutschland im Kriege stehenden europäischen Großmacht folgt. In der Begründung wird gesagt: „Die Sätze des Personenverkehrs-erfahren am 1. April 1918 gleichzeitig mit der Einführung der Reichsverkehrssteuer bereits eine Erhöhung, die eilte durchschnittliche Verteuerung des Reiseverkehrs um rnnd ein Viertel herbeiführt. Die Tariferhöhung wird daher auf den Güter- und Tierverkehr zu beschränken sein. Die Zuschläge sollen allgemein zu den Frachtsätzen erhoben werden, gleichgültig, ob es sich um solche des Normaltarifs oder Ausnahmetarifen' handelt. Die Neben gebühren, die inzwischen bereits erhöht sirrd, sollen von den Zuschlägen frei bleiben. Der Frachtzuschlag soll 16 vom Hltndert betragen. Eine Abstufung der Ziffchläge je nach Wert und Belastungsfähigkeit der Güter würde eingehende und zeitrarchende Untersuchungen wirtschaftlicher Art notwendig machen und kantt daher jetzt rrlcht in Frage kommen. Durch die cur 1. August emgeführte Verkehrssteuer und den Frachtzuschlax zusarmnen wird eine Verterrerung der Frachtsätze, um 32,0! v. H. herbeigeführt. Diese Verteuerung ist wesentlich gk ringer, als sie in anderen Ländern dem Wirtschaftsleben zu gemutet ist."- Ans dev Heimat. Bad.Nauheim. Der besonders in oberhessischen Obstbaus kreisen sehr bekannte Obstbaulehrer und Gartenbautechniker! Wiesner ist von der Verwaltungsabteilung der Landesobst-! stelle für das Großherzogtum Hessen gls fachmännischer Berate« nach Darnrstadt berufen und angestellt worden. FC. Aus Oberhessen. 21. Jan. Für weitere Bahnhofs är.derunaen und Erweiterungen in der Provinz Oberhessen sind in dem Lisenbahnetat des Vorschlags zum preußischen Staats Haushalt vorgesehen für die Erweiterung des Bahnhofs Fried- b e r g 100 000 Mark und für die Erweiterung des Bahnhofs in V a d - R a u h e i m 30 000 Mmk, und zwar als letzte Rate. 8r. Hanau, 17. Jan. Vom Landwirt Karl Heilmann auf Hof Trages bei Somborn waren im November v. I. 31 Zentner Aepfel ohne behördliche Erlaubnis nach Hanau gebracht worden. Da das Obst zu dieser Zeit behördlich beschlagnahmt war. war zur Ausfuhr eine Bescheinigung der Behörde erforderlich. In eine Geldstrafe von 300 Mark genommen, erhob er, da ihm die Strafe zu hoch war. Einspruch. Das Schöffengericht Hanau setzte die Strafe auf 100 Mark oder 20 Tage Gefängnis herab. Aus Starkenburg Dermstadt, 20. Jan. Ein vaterländischer Abend zur Feiet der Reichsgründung veranstaltet vom Landesoereins Eroßher« zogtum Hessen und dem Ortsverein Darmstadt der Deutschen Vaterlandspaitei. fand heute abend bei gutem Besuche auch vieler Damen im großen Festsaale der Turngemeinde statt. Rach einer musikalischen Einleitung begrüßte der erste Vorsitzende, Exz. v. Willich die Versammlung, worauf der 2. Vorsitzende, Krcisschulinspektor Prof. Luley eine Festansprache hielt, in der die geschichtlich bedeutungsvolle Entwicklung und die durch die -Gefahr eines in Ausficht stehenden Verzichtkriedens veranlaßte Gründung der Deutschen Vaterlandspartei in kurzen treffenden Worten schilderte. Er fand den lebhaften Beifall der Versammlung. Es wurde dann eine länaere Entschließung durch Exz. von Willich zur Verlesung gebracht, in der die Grundsätze der Vaterlandspariei zum Ausdruck gebracht und der Hoffnung Raum gegeben wird, daß beim Abschluß eines Friedens auch unsere verdienstvollen Heerführer gehört und die Zukunft unseres deutschen Vaterlandes durch hinreichende Sicherung gegenüber unseren Feinden geschützt wird. Einstimmig wird diese Entschließung genehmigt und beschlossen sie dem Reichskanzler und der deutschen Heeresleitung telegraphisch zu übermitteln. Der zweite Teil des Abends wurde durch eine Anzahl Lichtbilder ausgefüllt und den Schluß bildete der gemeinsame Gesang des Niederländischen Dankgebetes. Die Feier verlief ohne jede gegnerische Störung. Darmstadt. Im Falle Mitteldorf fanden im Laufe dieser Woche Erhebungen über die Angaben des Angefchnldiaten gegenüber den ihm zur Last gelegten Verfehlungen aller Art statt; es scheint sich das Belastungsmaterial zu vermehren. Die in der Bevölkerung verbreitete Nachricht über eine Haftentlassung des M. gegen hohe Kaution bestätigt sich bisher nicht, auch ist sie wegen der Eigenartigkeit des Falles unwahrscheinlich. FC. Wiesbaden. Als eines Tages der Milch von Hof Geisberg Proben entnommen wurden. w 2 ren diese mit 18 bis 20 Prozent Wasser verdünnt. Die Wirtschafterin des Hofes, die landwirtschaftliche Schülerin Gcrtrude Knocke, die die Milchwirtschaft unter sich hatte, war der Milchsälschung angeklagt. Die Schöffen kamen zu einem Freispruch, da die Mrlchkommer. zu der jeder Zutritt hatte, unverschlossen war. der Angeklagten weder vorsätzliche noch fahrlässige Milchfälschung nachgewiesen werden konnte. FC. Pfungstadt. 21. Jan. Ueber 100 Bewerbungen uw. die Stelle des Maschinenmeisters am hiesigen Elektrizitats- und Wasserwerk waren eingelaufen. Aus Rheinbessen. FC. Aus Rhelnhessea, 21. Jan. Ein 250 Pfund schweres Schwein hatte zur großen Freude eines hiesigen Einwohners sein Leben gelassen. Wurst und Schinken wurden wohl verwahrt. Doch Diebe holten noch in der gleichen Rächt sich Fleisch und Würste aus der Kammer. Aus Hessen.Nassau. FC Wiesbaden, 17. Jan. Es war um die Erntezeit Mitte August vorigen Jahres und der Miihlenbesitzer und Bäckermeister Wilhelm Esaias in Kloppenheim war mit seiner Fa- nillie nn Felde, um die Ernte einzuhcimsen. als zu Hause der Revisor erschien und die Mühle einer genauen Revision unterzog. Der Revisor entdeckte zu seiner großen Verwunderung eine bei früheren Revisionen nie gesehene Tür in der Wand, die von innen verstellt. Bei näherer Prüfung befand sich in dem Raum, den die Tür verschloß ein großer Posten Roggengetreide, Über das der inzwischen nach Hause zurückgekehrte Müller keine stichhaltige Auskunft geben konnte. Seins Mahlscheine * und Mahlltsten wiesen das Getreide nicht auf. auch, daß es eigenes Getreide war, stimmte nicht. Vor dem Schöffengericht gab Esaias heute an. es sei ..ausgeputztes" Getreide gewesen. Dies stimmte noch weniger, denn solches verfällt wieder dem Kommunalverband. Wengen Vergehen gegen die Kriegsgefche wurden der Angeklagte yt eine Geldstrafe von 150 Mark genommen. FC. Aus Hessen-Nassau. 21. Jan. Im Jahre 1917 wurden in Hessen-Nassau an Hebammen für 40jährige Dienstzeit 1) goldene Broschen verliehen. Ferner erhielten für 40jährige Dienstzeit in derselben Familie acht weibliche Dienstboten goldene Kreuze und zwei weibliche Dienstboten für 30jährige. Dienstzeit in derselben Familie broi^ene Denkmünzen. Verantwortlich für den politischen und lokalen Teil: Otttt Hirsche!, Friedberg: für den Anzeigenteil: R.Heyner/ Friedberg. Druck und Verlag der „Neuen LageSzettrmg^ --- - ,*(. I. FriedheN^L ^ Grane Gefahren. Nomari aus der Gegenwart von M. Gontard ° Schuck. Nachdruck verboten. blber was meinte Harthausen mit seiner letzten Be- merkung? Helens liebliches Bild stand plötzlich vor seiner Seele. Man glaubte doch nicht etwa, daß er so pflichtvergessen tein tonnte! War es das, wovor sein Vater ihn gewarnt? Me hatten sich damals gewundert, daß der stolze und als grimmer Deutschenhasser bekannte Lord Douglas seine Tochter einen: Deutschen gegeben hatte. Sie wußten ja ni^cht, daß Sir Edward letzten Endes ja doch nur den: Zwange gewichen war. Alle hatten es als eia gutes Zeichen äuge- sehen. Seine Ehe galt gewissermaßen als gute Vorbedeutung Die jahrelange Entfremdung zwischen den beiden Völkern schien im Schwinde:!. Sogar die Majestäten hatten diese Gefühle durch ein x prachtvolles Geschenk zum Ausdruck gebracht. Und nun? Begann man etwa schon anders darüber zu denken? Fürck-tete man daß er nur als Sprungbrett benutzt werden sollte? Mar Harthausens Warnung nur ein Aussprechen der Gedanken, die von allen gehegt wurden? — . „Sobald diese Angelegenheit erledigt ist, werde ich um ineine Versetzung entkommen," murmelte er für sich. „Ein solcher Verdacht wäre mir unerträglich." — — Als Werkheim am nächsten Abend nach Hanse kam, war fern Sckwager Archibald bei Helen. Merkwürdig/ -achte er, „der ist jetzt reichlich oft hier bei uu Entweder ec sucht mich im Amt auf, oder er ist hier bei Helen. Ob der Kerl gar nichts anderes zu tun hat? Ob da wirklick nur brüderliche Liebe war?" Er war plötzlich mißtrauisch geworden und sah Schwager und Frau mit prüfenden Blicken an. „Du kommst spät, Fred," empfing ihn-Helen, „wo warst Du so lange?" „Ich habe gearbeitet/ antwortete er ziemlich kurz. „Hallo!" rief Arck-ibald lachend. „Wenn die Diplomaten arbeiten, hat es nichts Gutes zu bedeuten. Ich denke, der Politische Horizont ist so klar und unbewölkt, daß ihr alle Winterschlaf halten könnt?" „Können wir auch!" sagte Werkheim schlagfertig. „Ich habe nur persönliche Briese geschrieben, und die waren weder für uns noch für ein anderes Volk beunruhigend." Im stillen buchte er: Wenn Du mich ausfragen willst, dann mußt Du es doch ein wenig geschickter anfangen. Archibald blieb Zu Tisch, worüber sich Helen sehr freute. Sie hatte gern Gäste und gefiel sich in ihrer jungen Haus- frauenwürde -ausnehmend. Man saß beim Nachtisch, als plötzlich das kleine Auto des Ministers vorfuhr. Wie elektrisiert sprang Helen auf, als eß der Diener meldete. „O, die Eltern? Der Papa! Fred, freust Du Dich? Weißt Du, was das bedeutet? Aber das ist ja zu reizend! Der Papa, der so selten Zeit hat. O, Fred, jetzt weiß ich bestiniint, daß der Papa sich ggNz mit mir ausgesöhnt hat." „Der alte Heuchler," dackte Werkheim. Laut sagte er: „Natürlich freue ich mich! Das ist ja eine ganz besondere Ehre für uns. Laß nur den Teettsch recht schön Herrichten, Du weißt ja, wie sehr der Papa das liebt." — Als man dann um den summenden Teekessel saß und das Gespräch lebhaft hin und wieder ging, wunderte sich Werkheim im stillen über die Liebenswürdigkeit des sonst so wortkargen Mannes. „Ich hätte wahrhaftig nicht gedacht, daß dieser Mann sich auch wie andere Leute unterhalten könnte." Plötzlich sagte Sir Edward: „Sagen Sie mal, lieber Werkheim, hätten Sie nicht Lust, sich versetzen zu lassen? Zum Beispiel nach Petersburg oder nach Paris!" Helen plauderte mit der Mutter. Vor lauter Erstaunen vergaß sie, ihren Satz zu Ende zu sprechen. „Papa! —" > f Der Vater winkte ihr abwehreuo zu. Werkheim zögerte. Was sollte das bedeuten? Er sollte hier fort? Warum? Warum wollte man ihn hier los feilt?? Was antworte ich? All diese Fragen wirbelten durch seinen Kopf. Er half sich mit einer Gegenfrage. „Wollen Sie mich hier los sein, Papa?" „'Ja, Papa! Willst Du uns denn schon jetzt los sein?" fügte Helen vorwurfsvoll hinzu. „Ja, Kind, dann hättest Du keinen Diplomaten heiraten dürfen, wenn Du immer auf ein und den,selben Platz sitzen willst.^ Dein Mann muß vorwärts. Er hat hoffentlich den Ehrgeiz, der Dir zu fehlen scheint." „Ach, Pa! Was Hab ich von den, Ehrgeiz, wenn ich hier fort soll?" sagte sie schmollend. „Sei nicht kindisch, Helen! Du bist dazu berufen, noch einmal eine Nolle in der diplomatlicken Welt zu spielen. Der Botschafter in Nom zum Beispiel ist ein alter Manu, er kann nicht mehr lange im Dienst sein. Was wäre natürlicher, als daß Alfred sein Nackstolger würde, wenn er dort eingearbeitet ist. Und in Noni ist es schön!" „Aha!" dachte Werkheim, „jetzt kommt erst des Pudels Kern. Wozu braucht man mich denn auch in Paris oder Petersburg? Da hat man es nicht nötig, zu spionieren, da besitzt man ja seine guten Freunde. Aber Italien, der Verbündete Deutschlands, daß ist etwas anderes. Was dort vorgeht, möchte man gern wissen. Und da könnte man sich durch das Haus der Tochter einen guten Stützpunkt ein- richten, wo die Fäden zusammenlaufen. — Aber nur ruhig, nur Vorsicht, damit man noch dümmer erscheint, als sie einen ohnedies schon halten." „Hm, ich weiß nicht, eigentlich gehe ich nicht gern hier fort. Mir sagt England und besonders London sehr zu. Sie sehen ja, Papa, Helen hat auch keine rechte Lust. Oder möchtest Du nach Paris?" , „Paris —" Fortsetzung folgt. Heute entschlief sanft nach längerem Leiden unser geliebter Bruder. Schwager und Onkel Verthold von Helmolt im Alter von 63 Jahren. Major a. D. Friedberg, den 22. Januar 1918. Im Namen der Hinterbliebenen: Mathilde von Keimoit Anna von Helmolt geb. von Helmolt Sertha non Helmolt geb. Eeyger. Die Beerdigung findet statt: Freitag, den 26. Januar, nachmittags 3 Uhr. vom Biirgerhospital aus. Kelranntmachmig Nachstehende Aufsorderung bringe ich hiermit zur offen l Kenntnis. Frlrdberg.den 21. Januar 1918. Der Bürgermeister. 3. V.: Damm. Aufforderung. Alle der Invalidenversicher- ungspflicht unterliegenden 'ßer o- jum, die nicht in einem ständigen Arbeitsverhältnis zu einem bestimmten Arbeltneber stehen landto. Tag löhn er, Waich- u. Lauf- Trcuin, Näherinnen und derol. werden hiermit aufgefordert, sich nächsten Donnerstag den Ll.Januar 1518, und Freitag, den 25. Januar 1918, in der Zeit von mittags 1 bis 5 Uhr im hiesinen Rathaus, Zimmer JiT. 7, einzusi iden-znni Zwecke der Vorlage chrer Quitaingskarle und zur Auskunftserteilung über Ort und Dauer ihrer Beschäftigung, wozu sie nach $ 1406 der Reichs- ver'lcherungsordnung durch Geldstrafen bis zum Betrage von je 150 M. angehalten werden können. Meyer, Kontrollbeamter der Landesver- ficherungsanstalt Gr. Hessen Kelranrilnmchung. Eine Kuh mit drittem Kalb steht zu verlausen bei Wilhelm Bickel, Landwirt Wölfersheim. Von jetzt ab wird bei unseren Ankau fstagen im Erotzh. Hoch- oauamt, Schuhenrain 5, auch — Silber — angckauft und zwar für den hohen Einheitspreis von 13 Pfg. für em Gramm. Der Wert wird wie beim Eöldankauf so ort bar ausbezahlt. Jeder Einlieferer erhält dazu ein bejonderes Gedenk- biaü; me eiserne Gedenkmünze kann zedoch nicht gegeben werden, versilberte Gegenstands sind vom Ankauf ausgeschlossen, können aber für den ..Vaterlandsdank" ge-pendet werden. — Die An aufslage werden besonders bekannt gemacht; der nächst? ist Freitag, den 26' ds. Mts., nachmittags von 3—5 Uhr. J lcU«^ Ul an ) un^tnlS^ S ^ l ^^ eIlCn ne ^ merl ^berjachen zur Weiter- Friedberg, den 18. Januar 1918. Gold- und Eilberankaufsstette. ^ Dr. N i tz e r t-. Haag. lar r ' i ■: r/isiveiiri Imlniiiius Institut vöii Pgftkamer — FrieririchsM i. T. Unterr. d. lOklass. höh. Mädchenschule n. d.Plan d. Lyzeums. Christi. Haus' ordg., kl. Klass , .indiv. Behandlg. Gute Verpflegung. Vorbereitg z Sfiracnichr.-Ex., Fortöüdg. in Wissenscb., Sprach- etc. Koch- uni! Haasialtungs- niterricht Unterricht fn Gartenban, Obst- und Gemüseverwertung. WWiMM i fnüttUU Miitlt Ceschäftsstelle Frankfurt a. Ai., Kronprinzenstraße 41. (Kronprinzenbau.) — Fernruf Römer 4208. Bürostunden: Montag. Dienstag, Donnerstan, Freitag, nachmittags don 2—4 Um. — Gejchaftsanzeigen in diesem Raum nur für nnssre Mitglieder; diejelben sind kostenlos, jedoch mutz bei Ausgabe der Anzeige aus die Mitgliedschaft hingewiesen werden. Ein prima 4jähriger Fahrochse wegen Platzmangel zu verkaufen /tarl Lorey, Steinbach a. Ts. Wer schenkt dem Verfasser unserer. MWWfMltfeil eine Mark oder mehr für ein lungenkrankes, Taglöhner-Kind, das in eine Anstalt soll? Heilstättenverein und Kreisamt tragen über die Hälfte der Kosten, aber noch sind etwa 250 Mt. au decken. Gaben vermittelt Herr Schriftleiter H i r s ch e l. Quittung in diesem Blatt. Vesten Dank i.n Voraus. Wer liefert 60000 Ringosensteine. franco Station? Offerten unter ». 14. fltiSO an die Geschäftsstelle der „Neue» Tageszeitung". in.großer Auswahl empfiehlt Ü. Birkenst »ek, Fauerbacherstratze 8. Ein williges Alleinmädchen für ruh. Privaihaushalt gesucht nach Bad Homburg. Landhaus mit Garten und Obstwiesen. Nähere Anfragen oder Offerten unter A. 9 an die Geschäftsstelle der..Neuen Tageszeitung". Bekanntmachung. 2n den hiesigen Kolonialwarengeschästen bringen wie von heute ab Obst-ilarnelaie zum Preise von 90 Pfennig per Pfund zum Verkauf. Friedberg, den 22. Januar 1918. Stiidt. Lebensmittel-Ausschuß. Langsdorf. /-- ^ ~ ~- ^T~- Metalldrahtglühlampen in allen Kerzen stärken, preiswett abzugeben Ed. Lehmann, ing. Bad-Nauheim. Vertreter gesucht. r WjMttWemß itnh EinpseljlilW. Nkeiner werten Kundschaft, sowie den Einwohnern von Fried« berg und Umgegend zur Mitteilung, datz ich das seither mit Herrn Ludwig Berg unter der Firma Leitzner & Berg bezeichnete Zimmer- geschaht allein übernommen habe und es auf eigene Rechnung unter meinem Namen u eiter betreibe und bitte das mir seither geschenkte Vertrauen auch weiter bewahren zu wollen. Es wird mein eifrigste Bestreben sein, alle mir übertragenen Arbeiten zur vollen Zurrieden- heit auszuführen. . Hochachtungsvoll Th. Leitzner, Zimmermeister, _ _ Friedbxrg i. H. Ittlckslllhelt aller Art . in sauberster Ausführung liefert schnell und billig Mt Stiiftm n. Stilif 14. Gutes Linoleum-Wadis frisch ciügetroffeii. Tapeten- und Liiiolcumhaus Jean Kogler, Fleißiges, sauberes Frietaif. Kaiserstr. 27. Mädchen das schon in besserem Hause ge-i dient hat, zum baldigen Entritt gesucht. Frau Forstmeister Ohl. Friedberg, Wilhelmstr. 29. Eine gute Fahrkuh steht zu verkaufen bet Friede. Wagner V„ Södel. stall- und Stratztndeten,' Uerdr- a. Kuh-Kmtijtjchkn, Striegel. Alle Sorten Kurkten' im Erosten u. Einzelverkaus Theobald Kleine! Kiirstrrifabrik Friedberg, Kaiserstraße 117/