Uuinnrer 14 Donnerstag, den 17. Jannar 1918 11. Znhrgann Die -,r!ene Taaesreitung" ericheint ,edc- AZerltai. Regelmäßige Beilagen „Der Bauer ans Liessen" ..Sie . ~ “ —' m u tritt noch das Bestellgeld: ^ de" euren monatlich 85 Pfg. einschließlich Trägerlol,n. Anzeigen: Gründete 2b Psg.. totale 20 ^ Anzeigen oon"awwä^??D«De^ C '» C^el ^l ä S[ l,<^, T 2J ° r -b'n. ^'.'Hunasori SftteD&etg. gdjriftlcitung und Vertu vrieaherq ffteijem, >°',au-r'traff- 12. ^rnvr-He- tt. P, «j^-ck-L-n.- Gelcheitcrte Itüicnerangriffe. — Gnte D-Koot-Kente im Miitcimeer. Ci» Trnpprntranspor.dampfer versenkt. Der deutsche GeneralKak - meldet: ——— W. T. K. Mratzes Attttplqnrrvtiev. den 19 , Jannar. Amtlich. Westlicher Kriegsschauplatz. Heeresgruppen Kronprinz Ru pp recht und Deutscher Kronprirrz. Vci und östlich von Lens war die Artillerietätigkeit gesteigert. In einzelnen Abschnitten Erkundungsgefechte: südlich von Ornes wurden Gefangene gemacht. Heeresgruppe Herzog Albrecht. Nach mehrstündiger Feuerwirkung stießen französische Abteilungen nördlich von Vadonvillers vor und drangen vorübergehend in unsere Gräben ein. Eigene Aufklärungsabteilungen brachten in den oberen Vogesen Gefangene ein. Oestlicher Kriegsschauplatz. Nichts Neues. Mazedonische Front. Im Terna-Vogen erhöhte Gesechtstatigkeit. Italienische Front. Zwischen Brenta und Piave lebhafte Feuerkämpfe mit besonderer Heftigkeit im Gebiete des Monte Asolone. Die Ita. wiener haben ihre erfolglosen Angriffe nur südlich vom Monte Fontana Secca wiederholt; sie wurden abgewiesen. In dem Piaveabschnitt nördlich von Montello verstärkte sich das englische Artillerieseuer. Der Erste Generalquartiermeister: Ludendorff. Aberrddericht. Berlin. 16 . Jan., abends. (MTV. Amtlich.) Am Westhange des Monte Pertica scheiterten gestern nachmittag mehrfache Angriffe der Italiener. Von den anderen Kriegsschauplätzen nichts Neues. ^ , •_ a ' ^ .. " - 1 -1 .. —a«— r—» vT | Der österreichische Generolstod i meldet: :■ ü Wien, 16 . Jan. (MTB.) Anrtlich wird verlautbart: Italienischer Kriegsschauplatz. Auf der Hochfläche von Asiago wurde ein feindlicher Vorstoß westlich vom Eol del Nosio abgewiesen. An der Vrenra setzten der Italiener seine vergeblichen Angriffe erst in den Nachmittagstunden fort Am Westhang des Monte Pertica stürmte der Gegner dreimal gegen unsere Linien, jedesmal brach sein Ansturm bereits in unserem Artillerie- und Maschinen- gcwehrfeuer unter schweren Verlusten zusammen. Südlich von Monte Pontana Secca wurden feindliche Angriffsversuche im Keime erstickt. Am unteren Piave vielfach lebhafte Artilleri"- tätiokeit. » Der Chef des Generalstabcs. 24990 Tonnen versenkt. Ein Truppendampfer und ein Zerstörer versenkt. Berlin, 15. Jan. (WTV. Amtlich.) Neue Erfolge im MiUel- Meer: Ein englischer Zerstörer und 24 000 Bruttoregistertonnen Handelsschrsfsrcmm. Am 30. Dezember hat eines unserer Unterseeboote. Kommandant Oberleutnant z. C. O b e r m ü l l e r, vor Alexandrien einen großen bewaffneten, durch Fischdampfer und Torpedobovtszerstörer stark gesicherten vollbesetzten Trup- pentransportdampser versenkt un^> darauf in kühnem Angriff den Zerstörer der Sicherung „H. 08" durch Terpedotreffer versenkt. Der Transporter hatte nach Beobachtung des U-Bootes anscheinend ausschließlich weiße Engländer an Bord. Unter den übrigen von unseren U-Bootcn versenkten Schis fcn. von denen die meisten für Italien tczw. die Engländer im Orient Ladung hatten, befanden sich ein weiterer bewaffneter, von Zerstörern gesicherter Transportdampftr von etwa 5000 Tonnen, sowie zwei mittelgroße Dampfer, die aus Gtzleitz.ügen hcrausgefchosien wurden. Der Chef des Admiralstabs der Marine. Berlin, 15. Jan. (WTV.) Die Versenkung eines Truppen- dampfcrs bat deshalb besonderen Wert, weil für die Beförde- rung von Truppen nur große und schnelle Dampfer mit beson. deren Einrichtungen benutzt zu werden pflegen. Vom Untergang des Zerstörers „H. 08" wußten wir bere ts aus englischen Meldungen. Danach sollte die ganze Besatzung bis auf zehn Mann gerettet worden sein Nun erfahren wir den wahren Hergang. Bemerkenswert ist übrigens auch in diesem Zusammenhangs die englische Nachricht, daß die britische Admiralität wegen der zunehmenden ll-Vootgefahr einen Teil ihrer Truppenbeförderungen nach Mesopotamien und Palästina nicht mehr durch das Mitleimeer sendet, sondern westwärts durch den Atlantischen, Stillen und Indischen Ozean. Die Folge der Schifssraumnot. Rotterdam. 15. Jan. (WTB. Nichtamtlich.) Nach dem „Nieuwe Rotterdamfchen Eourant" meldet die „Daily Man", daß man in England, um Schiffsraum zu sparen, alles alte Eisen, alte Papier und alle Kiichenabfälle sammle und für Kriegszwecke verwenden wolle. Das Lebensmittelamt habe an- gecrdnet. daß Butter und Margarine mit Kartoffeln vermischt werden sollen. Das englische Kriegsbrot, das binnen kurzem eingeführt werden soll, wird zehn Prozent Kartoffelmehl enr- balten. Zurück ins Hauptquartier. Berlin, 15. Jan. Vlättermeldungen zufolge haben Gene- ralfeldmarschall von Hindenburg und der Erste Eeneralquartier- meister Ludcndorff Berlin wieder verlaßen. Die dem Reichskanzler nahestehende „Germania" schreibt: „In der Politik ist nichts bedenklicher als das Schwanken, und Graf Hertling ist nichts weniger als ein schwankendes Rohr. Der Reichskanzler weiß, was er will und was er für das Vaterland erstrebt. Er hat sich feine Meinung nicht erst von gestern auf heute gebildet und wird sie auch nicht von heute aus morgen wieder aufgeben, wenn nicht ganz neue Situationen ihn dazu zwingen. Die Frage der Grenzsicherung aus strategischen Gründen ist nicht erst in den letzten Wochen geboren. Es ist nur eine Selbstverständlichkeit, wenn wir heute bestätigt sehen, daß unsere Reichsleitung ebensowenig wie die Krone daran denken kann, Deutschlands Kciegszielkurs durch UvbVä"digkeit zu erschüttern. Der Grund der Aufregung lag in Hoffnungen und Wünschen, dw gewisse politische Kreise hegten und für die sie die Zeit für gekommen hielten." Das Blatt zieht das Ergebnis aus den Vorgängen der letzten Tage, indem es betont, das Ergebnis sei, daß alles beim alten blcibe. Co völlig werde die biborige Politik. weiter zur Richtschnur genommen, daß unseren Unterhändlern in Brest- Litowsk nicht einmal neue Instruktionen zuteil würden. Die Friedensverkondlnttgen. Brest-Litowsk, 15. Jan. (MTV. Nichtamtlich.) Heute fanden wieder Besprechungen der deutsch-österreichisch-vngarisch-russischen Kcmmission zur Regelung der territorialen und politischen Fragen statt. Trotz der vorläufig noch starken Abweichung in den Auffassungen der beiden verhandelnden Parteien konnte in eini- Punkten eine wesentliche Annäherung festgestellt werden. Brest-Litcrvsk, 16. Jan. (WTV.) Am 14. Januar um 5 Uhr nachmittags hielt die Kommission zur Beratung der Territorial- fragen ihre 4. Sitzung ab. Staatssekretär v. K ü h l m a n n teilt mit, daß die verbündeten Regierungen zu dem Entschlüsse gekommen seien, die, formulierten Vorschläge der russischen Delegation ihrerseits gleichfalls in formulierten Form mündlich zu beantworten. Er halte aber die Art. gegenseitig mit formulierten Schriftstücken zu verhandeln, für außerordentlich zeitraubend und wenig fördernd. Es werde sich empfehlen, die Materie durchzusprechen und dann von jeder Seite je einen Herrn zur Redaktion zu beauftragen. Diese beiden Herren könnten eine gemeinsame Fassung suchen und, falls dies nicht möglich wäre, die gegeirfeitigen Differenz- punkte festlegen. Hiceo.i's gelangte die itiatcrxcTfe Antwort der Verbündeten zur Verlesung, in der cs heißt: Die russischen Vorschläge betreffend die besetzten Gebiete Rußlands weichen dermaßen von der Ansicht der Verbündeten ab, daß sie in der vorliegenden Ferm als unannehmbar bezeichnet werden müssen. Sie tragen nicht den Charakter des Kompromisses. sondern stellen sich als einseitige russische Forderung dar. Trotzdem sind die österreichisch-ungarische und die deutsche Delegation bereit, nochmals und diesmal formuliererch» ihre Anschauungen über die schwebenden Fragen klar zum Aus- J druck zu bringen und noch einen Versuch zu unternehmen, ob der ren ihnen angestrebte Kompromiß eine Aussicht auf Verwirklichung bieten kann. Es muß auch darauf hingewiesen werden, daß auch für die Mittelmächte mit dem Abschluß des Friedens mit Rußlands keineswegs auch der allgemeine Frieden verbun- k»en ist. Die verbündeten Delegationen erklären aufs neue, daß sie der Anschauung find, die verfassungsmäßigen zuständigen Organe in den neuen Staatsgebilden feien als vollkommen be. fähigt anzusehen, den Willen breiter Kreise der Bevölkerung auszudrücken. Von dem Wunsche beseelt, es neuerdings zu versuchen, zu einer Verständigung mit der russischen Regierung zu gelangen, haben die Negierungen Deutschlands und Oesterreich-Ungarns diese weitgehenden Vorschläge gemacht, fügen jedoch gleichzeitig hinzu, daß sie den äußersten Rahmen bilden, innerhalb dessen sie eine friedliche Verständigung noch erboffen können. Sie wsren bei der Entwicklung dieser Grundsätze ebenso von der pflichtgemäßen Absicht durchdrungen, die eigene Wehrfähigkeit nicht schwächen zu lassen, solange der unselige Krieg noch fort- geht, als auch von der Intention, einige Völker, die an ihr Gebiet angrenzen, instandzusetzen, endgültig und selbständig über ihre eigene Zukunft zu entscheiden, ohne dabei in den Zustand der äußersten Not. des Elends und der Verzweiflung zu geraten. Eine Verständigung zwischen Rußland und den Mittelmächten über diese schwierigen Fragen jedoch ist nur dann inöglich, wenn auch Rußland don ernstlichen Willen zeigt, zu einer Verständigung gelangen zu wollen, und wenn es. anstatt des Versuches, einseitige Diktate aufzustellen, sich bemüht, die Frage auch von der Gegenseite aus zu betrachten und jenen Weg zu finden, der allein zu einem friedlichen Ergebnis führen kann. Nur unter der Voraussetzung solcher Intentionen können )ie Delegationen der verbündeten Mächte noch an der Hoffnung einer friedlichen Beilegung des- Konfliktes festhalten. Hierauf ergriff Trotzki das Wort und erklärte, er hoffe, daß die eben verlesene Antwort der Mittelmächte jedenfalls die Zweifel über die formalen Schwierigkeiten beseitigt habe, die für die russische Delegation durch die in der vorigen Sitzung gehaltene Rede des Generals Hoffmann entstanden wären. Es wird dann auf die russischen Einzelfragen eingegangen und zum Schluß gesagt: Wae die beiden Beispiele enbetrifft, die General Hoffmann anführte, so charakterisieren diese in keiner Welse unsere Politik auf dem Gebiet der nationalen Fragen. Wir haben Erkundigungen eingezogen über den weißrussischen Kongreß. Dieser Kongreß setzt sich zusammen aus Vertretern der weißrussischen Agrarier und hatte versucht, sich einer derjenigen Stützpunkte zu bemächtigen, welche Eigentum des weißrussischen Volkes sein müssen. Wien, 15. Jan (WTB.) In einer Besprechung der mannigfachen Schwierigkeiten, die sich in Vrcst-Litowsk in den letzten Sitzungen ergaben, sagt das „Wiener Fremdenblatt": Die Ueber- brückung der in den meisten grundlegenden Fragen festgestellten Gegensätze wird jedenfalls Zeit und langwierige Verhandlungen erfordern. Der Standpunkt der russischen Abordnung weist in den erörterten Fragen Widersprüche und Unklarheiten auf, aus Lenen nun hervorzugchen scheint, daß es ihr nicht so sehr auf das Selbstbestimmungsrecht der Völker als auf die Durch, führung ihres maximaliftifchen Programms ankommt. Gewiß werden wir den russischen Vertretern das Recht einraumen, über die aus dem russischen Staatsverbande ausscheidenden Gebiete Forderungen aufzustellen. Zu diesem Zwecke finden ja die Verhandlungen statt, aber die Widersprüche und Gegensätze aus der Welt zu schaffen, wird, wie die letzten Verhandlungen zeigen, noch schwieriger Arbeit bedürfen. Die „Neue Freie Presse" sagt: Die Schwierigkeiten unbefangener Prüfung der Haltung der russischen Abordnung wird noch dadurch größer, daß die russischen Vertreter parteiaktische Zwecke verfolgen, zum Fenster hinaussprechen und manches, was sie Vorbringen, an die Adresse der Entente richten. Das Blatt glaubt, daß die oberste Heeresleitung die Frage der Grenzsicherung von der innerpalitischen Strömung trennen will. Dieser. Plan wird in Brest-Litowsk zu lösen sein. Ob die von den rus- J fischen Vertretern bisher gezeigte ablehnende Haltung sich bis zum Schluß aufrecht erhallen wird, ist die Frage. Das „Neue Wiener Tagblatt" sagt: Man hat die Abge, sandten Rußlands nicht darüber im unklaren gelassen, daß in Brest-Litowsk nicht über ^Weltanschauungen und eine Cozial- rcform des Universums gestritten, sondern lediglich über den Frieden verhandelt werden soll. Durch große Geduld und bereitwilliges Eingehen aus gedankliche Fragen wurde ihnen ge- zeigt, wie ehrlich unser Friedenswille ist. Di« Bolschewisten werden' hossentlch bald einsehen, das; es nicht um gewaltsame Durchsetzung von Parteiplänen, sondern um hie friedliche Beendigung eines unheilvollen Krieges geht. Die „WeidrspofT \mgt. IHt Bosichewtsten werden sich ent. . schließen müssen, in Brest iLitowek sich weniger der Volk»auf. wiegelung als praktischer Arbeit zu widmen. Trotz aller Schutte- rigkeiten darf man die Vorgänge in Brest-Lttowsk mit Ruh« verfolgen, nicht allein wer! die Bolschewisten aus innerpolttt- fchs» Gründen den Frieden wollen, sondern auch well fie den Krieg nicht wieder erneuern können. Eine neutrale Stimme. Amsterdam, 16. Jan. Im Gegensatz zu andere« holländischen Blättern, die in ihrer mehr oder weniger verkappten Dcutschseindlichkeit Trohkis ganz fanatischen Doktrinarismus feiern, und mit Behagen die Schwierigkeiten ausmalen, die den Diplomaten der Mittelmächte aus der russischen Hartköpfigkeit erwachsen, scheut stch der „Rieuwe Rotierdamsche Courant" nicht, den Russen die nackte Wahrheit M sagen. Das Blatt stricht von Rußlands Forderungen in bezug auf Polen, die darauf hinausgehen, dag auch die deutschen und österreichischen Teile Polens geräumt werden müßten. damit die Nation über ihr Los durch freie Abstimmung enifchciden könne und bemerkt: Trotzki und die Seinen sind offenbar keine Männer des vermit- • telnden Ausgleichs, sie halten an ihren Wünschen mit Hartnäckigkeit stst. Ganz abgesehen davon, ob ihre Wünsche durch Macht gestützt werden oder nicht. Sie sprechen, als ob sie Vertreter einer siegreichen Nation wären Aber Rußland hat noch nicht gesiegt Was tun sie denn eigentlich auf den Friedensverbandlungen. Suchen sie vielleicht lediglich eine günstige Ge- legenheit. Weltpropaoanda für den Sozialismus zu machen oder sind sie so dumm, daß sie glauben, fie konnten, obschon geschlafen und machtlos, durch Reden d.e Gegner so weit bringen, datz diese bereit sind, sich als die Besiegten zu erklären? ^ie üriegsriele der Entente. Bern. 14 Fan (WTB 1 Wie der „Corriere della Sera" mit- keilt, ist in dem gestrigen vier'tnndloen Ministerrat grundsätzlich vr.7einb.rrt worden, dag Ministerpräsident Orlando. wahrscheinlich noch vor der Kammereröfnnn» ähnlich wie Llond George. Wilson und Pichen eine Rede halten orAc, um den Standpunkt Italiens in der Friedensfrage sestznlegen. Halbamtlich verlautet. die Kriegsricke stllten im wesentlichen in unveränderter Fenn bestätigt werden. Der Mlnisterrat soll auch einen vorzeitigen Zusammentritt der Kammer erörertz jedoch ab"e1ehnt haben, da Orlando bereits für die Teilnahme an dem Pariser Rate verpflichtet sei. Der römische Berichterstatter der ..Stampa" berichtet, der Hauptzweck des Pariser Rates lei die Abgabe einer ins Einzelne gehenden Erklärung über dir Kriegs,ttele der Entente und die Abfassung eine; gemeinsamen, die gesamten Forderungen enthaltenden Schri-tstückes. Die italienische Regierung habe einem derartigen Einbeitsfchrlftstück zugestimmt. Auch da, „Giorna^e d Italia* bezeichnet ein derartiges Schriftstück als erwünscht und wahrscheinlich. hält es aber für nötig. darauf htnzuweistn, daß die Hauptpunkte des drmokratiühen Frizens dadurch keinerlei Veränderung erfuhren. An erster Steve blieben die Forderungen Frankreichs gegenüber Deutschland und Italiens gegen« tiber Oesterreich bestehen. Iren bei Wiiksn. ^ Bern. UV Jan (MTV) Die ..Dai'y Mail" meldet aus Wafbinoton vom 10. d M.: Wilson empfing gestern im W-ißen Hause eine aus einer Reihe der angescbe'chre» circ-tf- ^chen Bürger irischer Abkunft bestehende Abordnung, die »ttne Bwnze- statue des großen irischen Reorlntionärs Robert Ewmel überreichte Phelan, Senator von Kattfornien. der an der Spitze der Abordnung stand, führte in einer kurreu Ansprache aus. daß die Iren das schwere, ihnen von England in der Dergannen- heit zuzefögte Unrecht zu verpesten bereit seien falls man ihnen gcm^ de« erklärten Krkegszielen der Entente Freiheit oder auch Selbstverwaltung gewähre. WiNon nahm die Statue dankend enteegen enthielt sich aber jeder Erörterung der irischen Frage. Er machte lediglich eine freundliche und bofinnngsvolle Andeutung darüber, daß der in Dublin tagende irische Rat bemüht sei. die Frage der zukünftigen Regierung erfolgreich zu liftUL Pie Gefahr für 1918. In einem „Die Gefahr von 1918" übeischr-ebrnen Artikel weist Hcratio Bottomlcy im „John Bull" ans die drohende Re- volutiou in England infolge Hungersnot hin. Er schreibt: Neulich sprach ich mit Lord Rhondda im Lebensmittel-Ministerium. ^Hler," sagte er. „wird der Krieg gewonnen werden." „Oder verloren werden," erwiderte ich: und wahrhaftig, so ist es. Das Nahrungsmrttelproblem ist die Gefahr von 1918 — und was tun wir, um sie zu bekämpfen? Nichts! Ilnd die Gefahr ist Revolution. Warum die Worte wägen. Es herrscht eine häßliche Stimmung im Lande — uud der Staatsmann, der das nicht weiß, ist ein Narr. Der Boden ist mit weißem Schnee bedeckt: laßt uns Zusehen, daß er nicht rot gefärbt wird. Ich bin kein Angstmeier, aber ich lese die Zeichen und DoibÄeutungen und sehr den allen Demos seine Glieder recken und sich di« Augi'n reiben — uud ich möchte ihn im Zaume halten. Ich habe darüber nachgedacht und einen Brief an den Premierminister geschickt, in dem sich folgende Stellen finden: ^Dir Lage ist ernst Das grimmige, hagere Gespenst der Hnngersnot spukt in den Häusern der Armen. Es liegt zwar Leine Gefahr der Hungersnot vor in dem Sinne einer Unzu- :ä«glrchkcrt von Nahrung für alle. Aber es liegt eine Ge- fahr des Hungers — mit allen dazu gehörigen Schrecken der Revolution — unter den Massen vor, wenn nicht das ganze Problem der Nahrungserzeugung. der Ankaufs und der Skia teilung sofort in wirksamerer Weise ausgenommen wird als bisher.*- < Zs seinen weiteren Bemerkungen zu dem Brief sagt Bot- homlep «och: „Ich schreibe mit einem Gefühl der Derantwor- Oung, denn Ich weiß Dinge, die ich nicht drucken zu lasse» wage. Much Lloyd George weiß fie. Die Linie, die Hunger und Anar- °chie voneinander tsmtX ist dünn und wir kommen ihr jährlich frurttt.* % * \ Trübe AvsWn in Frankreich mb England. Zu den politischen und militärische« Sorge» Eiland, »nd Frankreichs, die durch die italienischen Niederlagen und den Ab« soll Rußland» veranlaßt sind, tteten immer größere Nahrungssorgen. Sie werden nachgerade so drückend, daß »ran trotz aller Zensur zahllose Stimmen i» der Presse findet, die recht trübe in die Zukunft sehen, gleichviel wie der Krieg für die Entente au», geht. In der frairzösischen Zeitung .Sumanite" vom 8. November gibt Eompöre-Merel die Ernte de» Jahres 1917 auf 39 Millionen Doppelzentner an, gegen einen Ertrag von 87,83 Millionen Doppelzentnern im Jahre 1913. Dieser Ernte von noch nicht 40 Millionen Doppelzentner steht ein Bedarf von 90 Millionen Doppelzentner gegenüber. Dazu find keinerlei Vorräte mehr vorhanden. ..Wenn es nickt gelingt, im nächsten Jahre eine größere Ernte zu erzielen, so stehen wir 1918 vor einer furchtbaren Kaloslrophe. einerlei, ob Krieg ist oder nicht." Für die Deckung des Fehlbetrages von annähernd 50 Millionen Doppelzentern ist Frankreich fast ausschließlich ans Amerika angewiesen. das natürlich auch noch England und Italien versorgen soll. In Friedenszeiten deckt Amerika nur etwa 8 vom Hundert des Gesamtbsdarfs der Westmächte. während es jetzt 22 vom Hundert liefern soll. Rach amerikanischen Berechnungen wären das 220 Millionen Dushels: dabei hat Amerika nur 88 Millionen Vnshels für die Ausfuhr übrig, und fast ebenso steht es in den übrigen Ausfuhrländern. Das sind in der Tat wenig tröstlich»« Aussichten für Frankreich. Nicht bester ist England daran. In den „Times" vom 12. November 1917 wird ein Rundschreiben des Landwirtschafts- Ministers an die landwirtschaftlichen .Verbände Englands mit- geteilt. in dem es heißt: ..Eine W'stknappheil an Nahrungsmitteln bedroht uns nickt nur im nächsten Jahre, sondern auch für 1919 und 1920. Wir können nicht langer erwarten, von außerhalb die Mengen von Fleisch und Brot zu erhalten, an die wir von früher her gewohnt sind. Es ist unbedingt notwendig, daß die Umlegung von Grasland ausgedehnt und schneller gefördert werde." — Nach anderen Vlätterstimmen wird die Zwongsrattonieru.ng für unvermeidlich gehalten. „Es scheint." heißt es im ..Daily Ehronicle" vom 12. November, „keine Grenze für das Steigen der Nahrungsmittelvreise zu geben." Und Lord Rhondda fükrte in einer Ansprache an die Vertreter der Nahrungsmittelausschüste. die bei der Organisation der Zwangs- rationirrung in erster Linie beteiligt sein werden, aus. die Verhältnisse könnten sich so gestalten, daß man die Ausschüsse 2 bt» Z Jabrr nach dem Kriege nock bribeholten wüste. Kann einer bei diesen Nachrichten noch an der Wirkung anseres U-Bovtkrieges zweifeln? Nn'storid. Finnisch-russische Kämpfe. Kopenhagen, 15. Jy. Berlin, 16. Jan. In dem Vorbericht zu dem vom Finanzustnisier Dr. Hergt heute dem Preußischen Abge- vrdnetenbause vorgelegten Staatshaushaltsplan für das Rechnungsjahr 1918 beißt es: Der Staatshaushaltsplan schließt in Einnahme und Ausgabe mit 6,546.699,278 Mark ab: Die Schlußlummen erhöhen sich gegen den Haushalt des laufenden Rechnungs- rabres um 1,385,933,557 Mark. ZoMkinolrralWr CwalWM. Die „Volksstimme" bespricht die Gemeinheiten des Frankfurter Janhagels bei.der Sprengung der Vaterlandsparteioer- farnmlung mit schmunzelndem Behagen. Es heißt u. a.: „Ewer unserer Genosien, der sich auf einen Tisch gestellt hatte, um die Versammlvag zu ersuchen, trotz der Erbitterung der Bevölkerung. den Redner anzuhöreu, wurde in so brutaler Weise vom Tische heruntergerissen, daß ein derartiger Tumult entstand, daß von der Abhaltung einer Versammlung keine Rede mehr sein konnte. In demselben Artikel war wenige Zeilen vorher zu lesen, datz sich außer den Herren am Vorstandstisch „der sonstige Anhang der Vaterlandspartei diskret hinter dem Vorhang de» Podiums verborgen hätte." Demnach find es die eigenen Gerüsten gewesen, die den Ruhestifter brutal vom Tisch herunter- geristen hatten. Weit« lesen wir: „Eine wohl tausendköpfig« Menge zog darauf unt« den Rufen „Nieder mtt d« Vaterlandspartei" und A«»hnllchem durch verschiedene Straßen an den Redaktionen der Zeiwngen vorbei, und ließ e» an „Pfui"«Rufen vor dem „General-Anzeiger" und den „Nachrichten" nicht fehlen, um ihren Friedenswillen zu bekunden." Die Schluß, bemerkung dürfte namentlich den Herren von der Reichsregie, rung recht angenehm in den Ohren klinge«: „Hätte die sozial, demokratische Partei gestttn abend auch nur den leisesten Versuch gemacht, die Stimmung d« vielen Tausenden zu Demon- strationszwecken auszunühen, die Stadt Frankfurt hätte etwa» erleben können. So blieb es nur dem Zufall überlasten, daß sich ein Teil d« Versammlung gelchlosten durch die Stadt bewegte abor es hat den Kriegshetzern ein schönes Beispiel gegeben, was ihrer in Frankfirrt erwartet, wenn sie ihr trackrige» Handwerk ncch weiter glauben fortsetzen z» können. Es war ^?I,k^kIeine»^enti^(tt). da» sich gestern öffnete, «ber ;fes \}t eine Warnung ftir alle» die glauben, jetzt m dieser Zeit *hci$ schilren ZU wollen." f Und dafür, datz diese Gesellschaft den preußischen Landtag beherrschen soll, sitzt sich die Ostberbotschaft ein! Akuskßt NölkMirWastlicher Erkemiinis. In Frankfurt am Main, der Stadt, wo man sonst in Zahlen doch ziemlich klar zu denken weih, hat Herr Dernburg eine Rede gehalten, die sich betitelte: „Unser Friede". Der Korrespondent des „Berliner Tageblattes" berichtet darüber zwar etwas kurz, aber mit sichtlichem Wohlgefallen Drei Punkte behandelt danach Herr Dernburg: Einmal fragt er. ob Deutschlands Zustand vor dem Kriege so unerträglich war. dah seine annähernde Wiederherstellung ein Unherl sei: zum zweiten erklärt er, alle Ansprüche der Annexionisten auf Kriegsentschädigung durch Landerwerb oder Geld seren Phrase, und drittens betont er. der Heecesetar fei so hoch geworden, daß man unbedingt ab. rüsten müsse. Auf die Frage des Herrn Dernbmgs mochten wir dahin die Antwort geben: Jawohl, der Zustand Deutschlands vor dem Kriege ist dermaßen unerträglich gewesen, daß wir seine Wiederherstellung unter keinen Umständen wünschen können. Wenn Herr Dernburg von der Krisirnstimmnng infolge der Politik der Entente nichts gehört hat. wenn er nichts davon weiß, dag die deutsche Diplomatie beherrscht war von einer ewigen Angst vor Verwicklungen mit England, dann ist er eben umsonst Staatssekretär gkwesen, dann hat er aber auch nicht das Recht, irgendwie sich als Kenner dieser Verhältnisse hiuzustellcn. Wir müssen heraus aus dieser Angst und hinein in eine Machtstellung. die eine derartige Kriicnstimmuug selbst für Politiker, denen Angst als Ersatz für eine Weltanschauung gilt, verhindert. Zu 2 möchten wir bemerken, daß Herr Dernburg sich durchaus selbst widerlegt, wenn er. um seine Behauptung zu stützen, damit kämmt, daß z. B. der Wert der Erzbocken von Lougwy und Vriey an einem Vergleichen mit dem rheinisch-westfälische« Kohlenrevier gemessen werden könne, das auf 3606 Millionen Mark geschätzt werde. Da Herrn Dernb.urg als Direktor der Darmstädter Bank einstmals der Deutsch-Luxemburgischen Bergwerks-Gesellschaft nahegcstanden. so ist es nicht verwunderlich, datz er für das Deutsche Reich gerne dasselbe Geschäft wie siir die Darmstädter Bank machen möchte. Wir möchten zudem Herrn Dernburg in aller Bescheidenheit fragen, ob er bereit wäre, das westfalische Kohlenrevier für 3000 Millionen Mark, vielleicht auszahlbar in Kass^nsrhe'nen, herzugeben Den Wert gerade eines Kohlenbeckens nach Mark und Pfennig abzuschützen, ist doch vom nationalökonomi chen Standpunkt — man verzeihe den Anskruck. ein ziemlicher Lnstnn. Was Kohle und Erze für die gesamte Volkswirtschaft bedeuten, hat gerade dieser Krieg erwiesen. Nicht auf den Abschälsungswert kommt er an. sondern darauf, welchen Wert etwa das Kohlenbecken von Longu y- Briey für die gesamt« Volkswirtschaft darsteüt. Herr Dernburg sagt, um einen Vergleich ungefähr zu geben, es ist dasselbe, wenu ich. bet dem heutigen Kartensystem, einem Jungen drei Pfennig für eine Schrippe oder die Cchrirpc selber in die Hand drücke. Vielleicht können wir nun gewissen Volkswirtfchaftlel-n das Märchen von den beiden Brüdern zur Beachtung empfehlen. Der Sack mit dem harten Zeug — es waren nicht eiirinal Kaffen, scheine — hat stch viel weniger als nützlich erwiesen als der Sack mit de« Nüffen. Auf derselben Höhe steht feine Erkenntnis des Wertes unserer früheren Kolonien. Gerade hier aber zeigt sich, dah das Denken in abstrakten Zahlen, das Herrn Dernburg liegt, durchaus nicht den Tatsachen gerecht wird, ja die Dinge einfach «ruf den Kopf stellt. Hat vielleicht Herr Dernburg als Staatssekretär im Kolonialainl niemals etwas gehört von dem Ver. kauf von Samoa um Geldeswert. und wie wenig man nachher in Deutschland von der Richtigkeit dieses Verkaufs an die Amerikaner überzeugt war? Heber den dritten Punkt der Ausführungen des Herrn Staatssekretärs a. D. können wir Leicht hinweggehen. Wir kauchen nur auf die Tatsache hinzuweisen. daß vor Kriegsbeginn dieselben Derechnunaen gang und gäbe waren: daß man damals gerade auf Grund der hier von Dernburg als funkelnagelneue Weisheit vergetragenen Sätze der Meinung v ar, ein Krieg könne höchstens hundert Tage dauern, da es kein Volk gäbe, desien Volkswirtschaft länger die Kosten eines modernen Kriege» vertragen könne. Verschiedenes» Gin bestohlener Konnnnnalvcrbund. Umfangreiche Butterdiebstähle zum Schaden des Kom- nrunatverbandes Kaiserslautern-Stadt beschäftigten in einer a»sgedehnten Sitzung die hiesige Strafkammer, die insgesamt gegen 14 Personen zu verhandeln hatte. Die Angeklagten standen töte im Dienste der Stadt nd waren bei der Lebensmittelverteilung beschäftigt, teils sind es Kaufleute und Händler, die die gestohlene Butter weiterverkauft haben fallen. Die Aufdeckung der Unterschleife hatte s. Zt. in der ganzen Bevölkerung großes Aufsehen erregt, da die Lebens- mittelverhältnisse der Stadt nicht die besten waren. Die schuldigen Angestellten fingen rmt kleinen Quantitäten an und steigerten diese bis zu Paketen von zehn Pfund und mehr. Ein Teil der Butter wurde von den Angeklagten selbst verbraucht, ein Teil zum Preise von Mark 2,-50 pro Pfund an Händler abgegeben, die ihrerseits unter der Hand das Pfund zu vier und fünf Mark verkauften. In der Verhandlung war der Hauptangeklagte geständig, er gab zu, ettva 5—G Körbe Billter zu je 50 Pfund entwendet zu haben» Die meisten anderen Angeklagten verteidigten sich mit der Erklärung, andere Angestellte hätten es öbenso ge mackst, alle hätten Butter entwendet. Ein Zeuge bekundet, daß ein An- geklagter sich dahin geäußert habe, er verdiene ja mit der vor den Kopf geschlagen zu werden, lvenn er nicht auch so bandeln würde. Auf die Frage des Vorsitzenden, wes- halb man den Betrügereien nicht eher auf die Spur gekom- nren sei. erwiderte der Staütsekretür. daß dies sehr schwierig dmntt rechnen müsse, daß durch Verteilen,'Eintrocknen usw. ein beträchtlicher Schwund entstehe. Das Gericht sprach fünf Angeklagte frei und verurteilte den Hauptschuldigen zu 2 Jahren Gefängnis, seinen Hauptabnehmer, eine Frau wegen Hehlerei zu einem Jahr Zuchthaus. Die übrigen Angeklagten kamen mit Gefängnisstrafen unter einem Jahr davon. 80 Znm euer Vurichcn im Alter bis zu 19 Jahren von hier, Arheilgen, Griesheim und anderen Orten der Umgebung, welche mehr oder weniger an den Betrügereien teilnahmen. Die Ermittelungen sind noch nicht abgeschlossen. Erleichtert wurde den Burschen der Schwindel jedei.falls auch dadurch, datz das von der Metallannahmestelle ausgefertigte Formular die ausZnzahlende Summe nur iu Z.rhlen und nicht m Brnhstabea enthält, so datz man in die vorp'.'.nktierte Stelle mit Leichtigkeit vor die dort stehenden Zahlen anders Zahlen vorsetzen, also beispielsweise aus 22 leicht 428 fälschen konnte. Anscheinend haben die bei den Schwindeleien mehr oder weniger Beteiligten auch den größten Teil des Metalls gestohlen. Aus Rbeinbessen. FC. Alzey. 15. Jam Dte htesige Stadtverwaltung bat die Gründung einer ßemeinnützigen Baugenossenschaft in die Wege geleitet. Die Genossenschaft will Kleinwohnungen erbauen «nd in Verbindung damit billige Möbel für Jungverheiratete be. schaffen. Als Vaugelapde komrnt vorwiegend städtisches in Frage. FC Aus dem RheingL». 15 Jan. Die Lebensmittel-Tin- kLufsstelle der Nassauilchen Rhernstüdte in Niederlahnstern hat, wie die „Rheinische Vollszeitung" meldet, an eine Firma des Bezirks ein Schreiben gerichtet, in dem sie gewaltige Mengen von Lebensrnitteln zu auherordentlich hohen Preisen anbietet. So u. a. 300 Zentner Viktoria-Erbsen zu 3.45 Mark, 100 Zentner gelbe Erbsen zu 3.10 Mark. 400 Zentner dick- Bohnen z» 3.45 Mark. 400 Zentner Wicken zu 2,70 Mark. 900 Zentner Lupinen zu 1.25 Mark das Pfund, weit- r 60 000 Dosen Lebenvurst. pro Pfund-Dose 8.75 Mark nnd 50 Liter feines Speiseöl für 32,50 Mark pro Liter. Die Zeitung fragt, wie es mög-tch ist, datz erne amtliche Stelle in dieser Weise die amttichen Höchstpreise in umfangreichstem Matze Lbcruhrettet und wie sie zu selch gewaltigen Vorräten kommt, sowie welche anrttiche sichtsb^örde für diese Geschäftsführung verantwortlich ist. { Verantwortlich für den politischen und lokalen Teil: OttL Hirsches, Friedberg-, ftir den Anz igenteil: R. Heyner^ Fri.etzb.erg. Druck und Verlag der „Neuen ' «.ÄMet Al&\ Grane Gefahren. Nömon aus der Gegenwart von M. Gontard - Schuck. 18) -'.ach druck oerdoren. „Alchie ist so entsetzlich bequem," sagte die junge Frau entschuldigend. „Natürlich, bei euch kommt das alles von der milltärischon Erziehung. Ihr seid eben alle Soldaten." „Bitte sehr, liebes Kind, h)i» sind erstens nicht alle Soldaten, und zweitens ist das Betragen Deines Bruders Archibald kein Ausnahmefall. Ich führte ihn nur an, weil er mir am nächsten lag. Ich könnte aber diese Fälle echt britischer Rücksichtslosigkeit ins Tausendfache vennehren, aber dafür sind sie mir nicht wichtig genug. Ich möchte nur — wenigstens bei Dir, nicht Ansichten aufkommen lassen, als ob Du Dich unter nur halb kultivierten Völkern befindest, wenn Du in meiner Heimat bist." Er hatte etwas schärfer gesprochen, als es sonst seine Art war. Aber es war ihm seit seiner Verheiratung schon oft ausgefallen, daß man im Hause Douglas von Deutschland und den Deutschen in einem Loire sprach, der ihm nickt Paßte. Es war nichts Bestimmtes, man k^nte es nicht mit Händen greifen, aber es war da. Er hatte schon einmal mit Harthausen darüber gesprochen und ihm sein Herz ausgeschüttet. „An diesen ganzen Zuständen sind wir selbst'schuld," hatte Harthansen geantwortet. „Sehen Sie sich doch mal unsere Vornehmtuer an. Im Stall geht es nicht ohne einen englischen Trainer. Das Segelboot hat einen englischen Namen. Der Hund muß echt englischer Abstammung sein — Foxterriers, Bullterriers, Collies und so fort. Ebenso gebt es nicht ohne englische Namen bei diesen Kötern. Jack, Snap, Bobby, Daisy und so weiter. In ihrer Kleidung sind sie nock) dünkelhafter. Tragen sie nicht stets die letzte Londoner Herrenmode? Ich sage Ihnen, diese Leute sind viel englischer als der Engländer selbst. — Wenn mam das alles so mit ansieht, kann man es da dem Engländer verdenken, wenn er schließlich auch daran glaubt, daß er wirklich erstklassig ist, und dann in langem Abstand erst der deutsche Trottel kommt? Ich wundere mich gar nicht! Vor dieser allmahNHen DerengMnderung kann uns nur kräftige Selbsthilfe retten. Jeder einzelne muß helfen. Also lasten Sie sich nicht unterkriegen und hinüberziehen, Werkheim!" Daran mußte er jetzt denken. — Als er seine Frau ansah, machte sie ein ganz erschrak, kenes Gesicht. Der scharfe Ton !var ihr neu. Sie tat ihm leid. Er war ein' Barbar! Sprach, von guter Erziehung und fuhr die kleine Frau an, wie ein Fuhr, knecht. „Komm, Helen, streiten wir uns nicht darüber, wer die beste Erziehung hat, gehen wir lieber in die Oper." Helen ging in ihre Ankleidezimmer. „Gott sei Dank, daß Fred nichts bemerkt hat. Zum Aushorchen eigene ich mich ganz und gar nicht. Ich weiß auch nicht, was Archibald immer wissen will! Nach allem Möglichen fragte er. Ich habe schon ein ganz schlechtes Ge- wissen Fred gegenüber."- Am Spätnachmittag des Weihnachtsabends waren Helen und Regina damit beschäftigt die letzte Hand an den WeibnaMsbaum zu legen. Ziemlich einsilbig verhielten sich die beiden bei ihrer Beschäftigung. Sie wußten nicht so recht was sie miteinander anfangen sollten. Kinde. Sie ist so fremd und kühl gegen mich, als hätten wir uns jetzt zum erst-n Male im Loben gesehen." Der Vater warf tfjirr einen forschenden Blick zu. „Du bist ihr jetzt wohl mehr Respektsperson, seit Du verheiratet bist, sonst wüßte ich nichts." Alfred schüttelte den Kopf. „Nein, dis ist es nicht. Sie ist gegen Helen ebenso. Ja, ich möchte beinah sagen, daß sie gegen Helen geradezu feindlich ist. Helen ist sonst mit allen Leuten leicht befteundet. Aber sie sagt, sie kann Gina mit dem besten Willen nicht näher kommen. Für mid) ist es lim so verwunderlicher, als ihre ganze jetzige Art und Weise gegen ihr früheres warmherziges Wesen gar nicht wieder zu erkennen ist." Der alte Herr schwieg. Merkwürdig, dachte er. wie doch die gescheitesten Männer in manchen Sacken kurzsichtig sind. Aber ibm war's recht. Wenn Alfred fe'bst den Grund zu dieser Veränderung nicht ahnte, so würde er sich hüten, ihn darauf aufmerksam zu machen. „Du hast mir bis jetzt noch kein Wort über Helen ge- sagt, Vater. Und ich war doch so gespannt, wie sie Dir ge- fallen würde." „Sie ist sehr schön, eine richtige englische Schönheit. Und wenn ich der Wahrheit die Ehre geben will, so muß ich gestehen, daß sie wirklich recht liebenswürdig unb bescheiden ift. Eigenschaften, die ich bis jetzt noch bei keiner Engländerin gesunden habe." „Und doch kannst Du ihr uicht verzeihen, ^>aß sie sich als Engländerin Deinen Jungen erobert hat?" „Ich werde es ihr verzeihen, wenn Du Dein Versprechen erfüllst und eine gute deutsche Hausfrau aus ihr machst." „Was meinst Du, Vater, soll ich itm meine Versetzung einkommen?" Der Baron sah seinen Sohn forschend an. „Ist das nur ein Augenblicksgedanke oder ist er Dir schon früher gekommen und liegen ihm bestimmte Gründe mnter?" Einen Augenblick zögerte der Sohn, dann sagte et hastig: „Der Gedanke kam mir nur eben." — ttetzung folat. Es ist bestimmt in Gottes Rat, Tatz man vom Liebsten was man hat Mutz scheiden. Freunden, Verwandten und Bekannten hiermit die traurige Nachricht, daß mein lieber Mann, unser guter Vate^ Bruder, Schwager, Onkel und Neffe August Jacobi Landsturmmann in einer leichten Munitionskolonne nach Zjähriger treuer Pflichterfüllung im Reserve-Lazarett zu Friedberg im Alter von nahezu 43 Jahren dem Herrn sonst entschlafen ist. Kekanntmlichnny. Mainzer Handkäse sind noch vorrätig bei Georg Mobs A. Bechstein Adolf Schmidt L. Arnstein Wwe. Gegen Abschnitt „K“ der Brotkarte wird 1 Käse zum Preise von 22 Pfennig abgegeben. Friedberg, den 10. Januar 1918. Stä)t. Lebensmiltel-A isschuz. Langsdorf. Rodheim v. d. H>, den 16. Januar 1913. Die trauernd Hinterbliebenen: Brätchen Jacobi geb. Henrici Robert Jacobi z. Zt. im Felde Ernst Jacobi Johann Balthasar Jacobi II. und Familie Karl Kunz und Familie. sindet in Nodheim v. d. H., Samstag, den 19. Januar 1918, nachmittags 3 Uhr statt. in Paketen ä 10 Pßg. Paprika in Paketen ä 20 Pfg. empfiehlt Friedrich Michel Er. Post. la. Krmndiirmt (turi!) Cl'i'ßcrWen la. Mltkldärmr große Kyttdiimr, sowie tiivdg-, Schmink- im b Kalbedialk». |U uv (IIto r & e I. = G. W. Zoll, Fricdbcrg, kaiserstr. 12, Tel. 4ia Fachmännische Bedienung. Ern prima 4 jähriger Fahrochse wegen Platzmangel zu verlaufen Karl Lorey, c-teinbach a. T. KriegskinderspenVe. 7 , V Au ruf an die Mütter, die während des Krieges einem Kinde das Leben geschenkt haben, einen Beitrag zur Kro ivrinz.'ssin pende zu geben, hate einen guten Erfolg. Aus dem Ertrag weiden auf Anregung der Deut'chen Kronprinzessin hedürftiee Frauen von Kriegsteilnehmern bei der Geburt eines Kindes unterstützt. Es folot hierunter eine erflma ige Veröffenttichunr der e>n- gegangen n Gaben, und wir benutz?» Die Gelegen! eit, unsere Bitte ju erneuern, datz die besser gestellten Frauen, an die die Aufforderung besonders ergeht, die em cm ca Beispiel folgen. Für den Alice-Frauen Verein: Freifrau von Schenk. Frau August Meier. Frau Lina Nebel. Liste der Spenderinnen. * ««hi? und Fauerbach: Frau Karl Stump-, Fauerbach. 6 Mk Mn enannt in Fauerbach 3 j Md, ;-ra:i Kaufmann Ott 10 Mk.. <^au Backenr.enter Ro en lyou 10 Akk.. Fra , Berta und Meta Ehr- mann 34 Mk.. Frau Ju ius Müller 20 Mk.. Frau Reallchrer Schaum o Mk., ,y.ai Dr. Rudolf Trapp 10 Mk. CC. 1 -Ä Vr °r- ß- ^Ulmann 3 Mk.. Frieda Meuer 1 Mk.. Elisabeihe Ctori 1 Mk.. Frau Kreh 1 Mk., Frau Sachs l Akk.. Frau Warzecka 1 Mk.. Frau H. Kopp 2 Mk., Frau Adolf Lewatter2 Mk.. Frau Karolt re Datz 50 Pfg, Heinrich Boit 2. 1 Mk.. Hch. Röhmig >. 1 Mk.. August Welker 1 Mk., Karl Stork 1 Mk., August Hof- mann 2 Mk Philipp Euntz 2 Alk.. Frau Etzwein 1 Mk. Frau Peier ^akob Schutz 1 Mk.. Frau Kail Ditz 2 Mk.. Frau K. H. Wör- ner 1 Mk., Frau Ehnstian Slaudt 1 Mk., Frau Philipp Blecher 1 Mk.. ^rau Heinrich Wegner 1 Ack., Frau Karl Launspach 2 Mk.. Frau' Zb'nnch Vogt 3 1 Mk.. Georg Vogt 2 Mk.. Frau Jakob Hock 1 Mk.. Jak. Backes 1 Mk.. Anton Hch. Sommerlad 1 Mi.. Frau Krag 60 Pfg. Kechmlngeit in allen Formaten liefert ichnell uns viMg Leuc./agesseilung- A-S. SSSSS! und ä!rahk»he!ku, Uerde- o. pafj=f,arinf;djrn, Striegel. Alle Sorten Kurilen im Großen u. Einzelverkauf Thechald Stchirl Kürstenfabrik Friedbe rg. Kaiserstraße 117. Klauierstundcii werden erteilt. Wo? sagt die Geschäftsstelle der „Neuen Tageszettima." Bekanntmachung. Am kommenden Freitag, den 18 . ds. Mts., bleiben unsere Schalter ausnahmsweise geschlossen. Filiale Friedberg. Die Entlaufen Foxterrier (männlich). Wiede-bringer erhält Belo nung Friedbcrg i. H. Kaiserstr. 120. SWIeiitcii in grotzer Auswahl empfiehlt K. BirkeiiKtock Fauerbacherstr. 8. leise Tageszeitung Crssckerei und Verlag Aktien* Gesellschaft Friedöerg [Hessen] Hanaaerstrasse 12 Fernsprecher 48 D i Einen Zuchtbullen gelbscheckig. 17 Monate alt, hat zu verkaufen Heinrich Kessel ll^ Blofeld. ' empfiehl! sich zur Anfertigung von Drucksachen aller Art Vereins-, Geschäfts- und Familien- Druckarbeiten, Mehrfarbendrucke, Katalog- und Werkdruck in jeder fiustiihrung. üebernahme von Massenauflagen.