D ummer 12 _ Dienstag. den 15« Januar 1918 11 if , t Die .,1t*«* f n.-eoicitmic" et^emt iet>en SL'ctllo-. »iepelma&ifl« '-Peiloren ..Ser Kau» ««» k,essen". „Si. K»in«»«b,-. s.,»,.xr,i.: »«n Po?ta„>ta,t n v.er.elmlirlich ->m hin u tritt noch das Bestellgeld: -e> de" -"-l-ntev monailich «5 Bi fl. einschließlich Tragertodn. Anzeigen : Gründete 2d Prg., morale 20 Anzeigen von auswans ^ „bf". tt-riii-lhinosüri ^neobera. uttfr Jerlax neöbera fre ien 1 >ana,er traqe 12. vcrn ocetj?r 48. P, t» ;rk- L, «o -.-tr. iz-»r i-r: oersen durch Bo machna me 'rrrr.surt ci. I Eine kräftige Animort General Hofmnnns. — Unklarheit iiker die Lage in Keriin. Keine kelonderen Ercignistc an den Fronten. W. T. K. Trotzes Aanitm.- ' 14. Januav. Amtlich. Westlicher Kriegsschauplatz. Heeresgruppe Kronprinz R u p p r e ch t. Die Feuertätigkeit blieb tagsüber meist auf Störungsfeuer beschränkt In einzelnen Abschnitten, besonders beiderseits von Lens, war sie am Abend gesteigert. Aufklärungsabteilungen drangen südöstlich von Armen- ovtcyclicres und rrördlich von La Vacguerle in die englischen Graben ein und machten Gefangene. Heeresgruppe Deutscher Kronprinz und Heerespruppe Herzog Al brecht. Abgesehen von erfolgreichen Erkundungsgefechten in der Gegend Iuvincourt und auf dem Westufer der Maas verlief der Tag ohne besondere Ereignisse. Oestlicher Kriegsschauplatz. Nichts Neues. > Mazedonische Front, r Westlich vom Ochrida-See. am Dobropolje und südwestlich vom Doiran-See Artillerierätigkeit. Italienische Front. / Die Lage ist unverändert. Der Erste Eeneralquartiermeister". Ludendorsf. Abends erickt. Berlin, 14 Jan., abends. (WTB. Amtlich.) Von den Kriegsschauplätzen nichts Neues. » ===s=s= = ==s = =^^ | Das türkische Hauptquartier || — meldet: - * Konstantinopel, 13. Jan. (WB.) Amtlicher Tages« bericht vom 12. Januar. (Verspätet eingetroffen). Palästinafront: Im Küstenabschnitt etwas lebhafteres Geschützfeuer, sonst nur geringe Gefechtstätigkeit. An den anderen Fronten keine Ereignisse. A:ntlicher Tagesbericht vom 13. Januar. An keiner Front besondere Ereignisse. Fünf Dampfer versenkt. Berlin, 13 Jan. (WTV. Amtlich.) Bei starker Bewachung und unter stärkster Gegenwirkung, die vielfach auch durch feindliche Luftstreitkräfte ausgeübt. wurde, versenkten unsere U-Boote im Aermel-Kanal und an der englischen Ostküste fünf größere Ta mp er. Die Mehrzahl der Schiffe war tief beladen und bewaffnet. Der Chef des Admiralstabs der Marine. Die Hampflaae im Westen. Berlin, 14. Jan. (WTB. Nichtamtlich.) Bei stellenweise lebhafter Artillerietätigkeit und regenr Flugbetrieb trotz des schlechten Wetters hielt die feindliche Erknndungs- tätigkeit an einzelnen Abschnitten der Westfront auch am 13. Januar an. So wurden an der Bahn Boesinghe-Staden, nördlich Lensqtowre nördlich Reims, hier nach etwa ^stiin- diger starker feindlicher Feuervorbereitung, feindliche Erkundungsvorstöße abgckviesen. Auch in der Champagne vorbrechende feindliche Patrouillen wurden im Handgranaten- kanlpf zurückgesll/agen. Dagegen holten unsere Patrouillen nördlich der Straße Lille-Arinentiäres neun Engländer aus den feindlichen Gräben, brachten nördlich La Pacquerie einen englischen Offizier ein, bargen bei Villers-Guislain trotz heftiger feindlicher Gegenwirkung ein englisches Feldgeschütz und nahmen bei Iuvincourt mehrere Franzosen gefangen. Wir müssen siegen. Berlin. 14 . Jan. Die „Deutsche Tageszeitung" berichtet: Am Samstag abend hatte Großadmiral v o n T i r p i tz als erster Vorsitzender der Deutschen Vaterlandspartei einen größeren Kreis ron Politikern nach dem Ensthof Bristol geladen. Von den iwlitilchen Führern waren u. a. Graf Westarp, Frbr. von Eamp und der Abgeordnete Stresenwnn der Einladung gefolgt. Im Laufe des Abends brachte der Führer der Reichsvartei Frhr. vcn Gamp ein Hoch auf den Gastgeber aus Großadmiral von Tirpitz dankte. indem er kurz die Lage beleuchtete. Voller Hoffnungen sebe er dem Ende entgegen. In bemerkenswerter Deutlichkeit erklärte er. daß schon 1910 die ganze deutsche Flotte bis Z".m 'etzten Matrosen den tt-Bootkrieg für- möglich und für notig gehalten Hobe. Nun wäre England gegenüber die gefährlichste Zeit aekommen. da wir diplomatisch zu e-nem Verzichtfriedrn gedrängt werden sotten. Da heiße es Stange halten. Der U-Boo"krieq wirke und werde weiter wirken. Wir müssen siegen und en Unterhönd'er in Brest-L'lowsk. die die Sitzungen nur m't Pbrasendreben ausfüllen und dadurch die Verhandlungen zu verzögern streben, htt wohl diesen Kreisen die Augen etwas geöffnet. So schreibt selbst die „Frankfurter Zeitung": „Es wird immer deutlicher, daß die russischen Unterhändler im Glauben an 'hre Mission die Verhandlungen zu verschleppensuchen. Auch die wirtschaftlichen und handelspolitischen Besprechungen in Petersburg, an denen der auch in Deutschlond bekannt Herr Radek beteiligt ist. kommen nicht vom Fleck. Cs liegt System ln der Art, wie Herr Trotzki von dem Kern der Besprechungen zu allgemeinen Theorien abschweift. Umso notwendiger ist es. daß das Deutsche Reich nicht weiter das Schauspiel innerer Zerrissenheit bietet, wie es während der letzten Wacken der Fall war. und wenn die vertrauensvolle Aussprache das Ergebnis zeitigen würde, daß wieder mehr Beruhigung ein- träle. so müßte das für den. Fortgang der Verhandlungen in Brest-Ll Minsk und für den Frieden ganz allgemein nur von Nutzen sein." Diese Mahnung möchte die ..Frankfurter Zeitung" zuvörderst ihren eigenen Freunden zukommen lassem die sich neuerdings. so in Mannheim und Frankfurt daraus verlegen, die Versammlung'." der Vaterlandspartei y\i sprengen. Ein Kunststück ist das nicht, denn in den Großstädten lasten sich leicht ein paar Dnbend Rambolde dingen, zumal diese Gesellschaft ja nicht würdig befunden ist, im Heere zu dienen. Eine sckreckiicke Unwetz'tzrit. Amsterdam, 12. Jan. (WTB.) „Nieuws van den Dag" schreibt in einem Leitartikel: „Kühlmann, in dem wir jetzt den Staatsmann der Mittelmächte sehen, der am aufrichtigsten und ernstesten nach Frieden strebt, hat den von Lloyd George und Wilson hingeworfenen Fehdehandschuh ausgenommen. Es hat in der Tat den Anschein, daß beide Reden nur dazu dienen, nicht rundheraus sagen zu müsten: Wir wollen keinen Frieden. Wir wollen die Kraft der Mittelmächte brechen und darnach unser Gesetz vorschreiben. Wenn die Ententestaatsmänner sich auf Verhandlungen einlas- sei; würden, so würde durch den Druck der schwergeprüften Völker in den Cntenteländern vermutlich unwiderstehlich der Friede gewaltsam herbeigesührl werden. Es ist nicht wahr, daß die Kriegsziele Clemeneeaus Wilsons und Lloyd Georges eigentlich auf dasselbe hinauslaufen. Es ist nach unserer Ueberzeugung eine schreckliche Unwahrheit, daß die Völker der Entente wie ein Mann hinter ihren jetzigen Führern stehen. Welch eine unbeschreibliche Wut muß in den Schützengräben und Wohnungen gegen die Staatsmänner herrschen, die durch ihre sklavischen Organe die Versicherung verbreiten, daß die Völker nichts mehr wünschten, als durchzukämpfen. Wir glauben nichts davon; es kann nicht richtig sein. Aber die Opfer de» Krieges haben keine Macht und keine Sttmme, die durchdringen könnte." . ^ . - —. " t »'tz.. Zum §mrchbsotkriey. 12. Jan. (WTB.) Der „Ricuwe Courant" schreibt: De» Jahr beginnt für die Entente mit trüben Aussichten. Alle hoffnungsvollen Worte ihrer Staatsmänner können das nicht verbergen. Gibt es eine wtrffame Waffe gegen die U-Boote? Wir merken nichts davon. Schiff nach Schiff sinkt und in England muß man den Leibriemen anziehen. Wenn man bedenkt, was für eine entscheidende Bedeutung der Sendung amerikani. scher Truppen nach Europa von der Entente beigemesten wurde, ist es dcch merkwürdig, daß einige Mitglieder der amerikanischen Negierung Reuter zufolge glauben, daß die Alliierten im Augenblick lieber amerikanische Lebensmittel als amerikanische Truppen haben wollen. Und doch lebt die Hoffnung auf einen entscheidenden Sieg bei den Alliierten ungeschwächt weiter. Man erwartet einen Frieden durch den Sieg, einen Frieden, der wie Ehurchill jetzt wieder sagte, diktiert werden solle. Wilson hat es in feiner letzten Botschaft vermieden, deutlich zu sagen, daß er den Sieg wünscht» Als die Vereinigten Staaten noch neutral waren, hat dcr Präsident in einem Aufruf an die Kriegführenden den Frieden durch Sieg als ein Unglück für die Welt verworfen. Wachstube Klage». Berlin, 12. Jan (WTB.) Die englische Schiffahrt klagt in der letzten Zeit in steigendem Matze über die Versenkungen. Dcr Geschäftsführer der London American Maritime Trading Company erklärte kürzlich auf der Generalversammlung der Gesellschaft. daß von den unter seiner Leitung stehenden vierzehn Dampfern nicht ein einziger sei. der nicht mit dem Feinde zu ! tun gehabt hätte. Die Gesellschaft habe eine große Anzahl Schiffe im Lause des Jahres verloren. Auf der Iahresverfamm-- lung der Mitre Shipping Co. erklärte der Vorsitzende, Zweieinhalb Jahre lang seien die Schiffe der Gesellschaft verhältnismäßig frei von Verlusten durch den Feind gewesen. Im Jahre 1917 seien dagegen fünf Dampfer verloren gegangen. Wie man in englischen Marinekreisen über den jetzigen Stand der Unter. feeboot-Gefahr denke, ergibt sich aus einem Artikel des „Nau« tical Magazine" in der Dezembernummer, in welchem gesagt wird, daß ein Schiff unter Umständen beträchtliche Zeit fahren könne, ohne ein Unterseeboot zu sehen, aber schließlich hätten solche Schiffe doch nicht andauernd dieses Glück, „denn die U-Bootsgefahr habe sich kürzlich erheblich verstärkt". Das jetzt angewcn.dete PerifkoMsei kleiner als bisher und weniger zu sehen. Das Ergebnis unserer Versenkungen gibt diesen düsteren Stimmen allerdings recht. Englische Berkenmdvnge». Berlin. 13. Jan (WTB Amtlich) Am v Januar h-t englische Groffunkenstatlon Pcldhu folgende Nachricht verbreitet: Eine andere abscheuliche Gewalttat deutscher U-Boote, die wiederum die Unzuverlässigkeit deutscher amtlicher Garantien darlegt. ereignete sich etwa um Mitternacht am Freitag den 4 Januar, als das britische Lazarettschiff „Rewa". von Eibral-' tar heimwärts fahrend mit Verwundeten an Bord, ohne War-, nung torpediert und im Bristol-Kanal versenkt wurde. Alle Verwundeten wurden gerettet, doch werden drei Laskaren vermißt. „Newa" führte alle Lichter und die durch die Haager Konvention geforderten Abzeichnen. Die Admiralität teilt amtlich mit. daß das Schiff nicht tn der sogenannten Sperrzone war und gewesen ist. die in der Bekanntmachung der deutschen Regierung vom 29. Januar 1917 bezeichnet wurde. Da diese Mitteilung eine amtliche Erklärung der britische» Admiralität enthält, wird von amtlicher deutscher Seite hierzu erklärt. daß das Lazarettfchff. wie inzwischen festgestellt worden ist. nicht von einem deutschen U-Boot torpediert worden tji Vielmehr besteht die hohe Wahrscheinlichkeit, daß es auf e^ne vor kurzem im Bristol-Kanal von uns gelegte Minensperre gelaufen ist Daß die deutsche Regierung keinerlei Gewahr für die Sicherheit der Schiffahrt gegen Minen innerhalb der Sperrgebiete übernommen hat. dürfte hinlänglich bekannt sein. Der Charakter der englischen Ausstreuungen kennzeichnet sich hiernach von selbst. Framöstsitze Krunanität. Berlin, 12. Jack (WB.) Das „Echo de Paris" brachte am 27. Dezember einen Leitauf.satz von Maurice Barr6s. den silbst Clemencean als eine peinlicke Bloßftell'.ng der franzö- siscken Humanität empfinden dürfte. Darin heißt es mit zynischer -Offenheit: „Das Flugzeug bekämpft in erster Linie die Bevölkerung der Städte. Es braucht daher für Tagesangrisse wenige Munition und Bomben kleineren Kalibers mitzunehmen, da die Straßen dann ja ohnehin stark belebt sind, während bei Nacht die Geschosse meist auf freies Pflaster anfschlagen." Das „Ecko de Paris" schließt seinen Artikel mit den Worten: „Mannheim stellt einen prächtigen Rekord für Staffekflüge auf." Wilisns dlmkraMtg EMdkiWichtnIr. Tres factunt collegium, sagt der alte Lateiner — drei Männer machen ein Kollegium aus, eine berateiwe oder beschließende Körperschaft. „Und die erste Violine fangt also an", heißt es in einem scherzhaften Studentenlied. Rach dem Auftakte von Vrest-Lirowsk war es der Franzose Clemencean bezw. sein Ministerpräsident Pichon. die diese Violine spielten. Man kennt die Melodie: Fortsetzung des Krieges bis zum Stege und Herausgabe von Elsaß-Lothringen. Dann fiel der Engländer ein: und Mesopotamien. Arabien und Palästina für uns. Der Dritte im Bunde, der Amerikaner, hat sein Insttumenl etwa» länger und besser gestimmt und übertumpft daber die anderen noch. Die Notenskala ist, zahlenmäßig abgestust, sehr ergiebig ausgefallen, die Melodie wäre also an der Hand de» Texte» nachzuplüfen. Herr Moodrow Wilson hat seine Sache so gut und gründlich gemacht, daß selbst ein Tlemenceau und Lloyd George noch tn Schatten gestellt sind, denn gar niedlich teilt e» die Welt des Vierbunde» auf. macht ebnen Strich darunter, und die neue Welt des ewigen Friedens, in der « Deutschland sogar gestattet, auch noch groß ru sern^ist fertig^^ .. % ^ / vl-iE im Merbunde haben auch so etwas von einem Drei- rnaunerkollegium, einen, der davon sprach, es gebe außer Elsaß- Lothringen kein Friedenshindernis — er heißt Kühlmann: einen, der sich mit Lloyd George in angenehmer Plauderei in» nerbalb weniger Stunden über den Frieden verständigt haben wollte — er heißt Erzberger: und einen, der in der Politik des Mister Wilson die geeignete Grundlage für einen Weltfrieden süh — cr heißt Czernin. Wir möchten nicht nachprüfen, welcher von den drei heute das klügste Gesicht macht, nachdem der Franzose. der Engländer und der Amerikaner zur Friedensfrage Und sogar zu einem neuen feierlichen Friedensvorschlage gesprochen, aber wenn es nicht der Ernst.der Zeit gebieten würde, selbst bei solchen diplomatischen „Erfolgen" ernst Zu bleiben, wir machten nns anheischig, den Text Zu der Posse zu schreiben, die uns da aufgeführt worden ist. Es steht ja schließlich jedem frei, sich nach Belieben bloßzustellen, aber wenn die vaterländischen , Interessen auf dem Spiel stehen, dann hört der Spaß auf. Es ist kein Zweifel' Wilfoa Hai seinen. Freund Lloyd George noch übertrof'en, nicht nur in der Heuchelei, denn da ist er priveligierter Meister, sondern auch in dem Maße demütigender Forderungen und Zumutungen an den Vierbund. Seine Formel ist dabei sehr einfach: erst müssen die vier klein sein daß sie sich ihr Leben lang nicht mehr mucksen können, dann wollen wir den Weltfrieden schließen: ich. der große Friedensapostel, habe das Programm bereits fix und fertig in der Tascbe Der vereheliche Leser wird uns wohl gestatten, dcß wir dieses Programm einstweilen in Pankees unergründlicher Tasche lassen: vielleicht hat die Nachwelt einmal daran ein Jrttcrcff?, wir baben uns mit etwas Realerem zu belassen, und das sind Wilsons Friedensbedingungen. Eie sind es wert, an dieser Stelle nochmals in ihren Hauptzvgen festgebalten zu werden: Belgien muß geräumt und wieder aufgerichtet werden: — das ganze französische Territorium muß befreit, die besetzten Teile muffen wieder heraestellt. und das ..Unrecht" hinsichtlich Elsaß-Lotbringens muß wieder gut gemacht werden: die italienischen Grenzen muffen berich'igt werden: — die Völker Oesterreich-Ungarns sollen aus dem Staatenv^rbande gelöst werden: — Rumänien. Serbien und Montenegro müssen geräumt werden. Serbien muß an das Meer, und die übrige Einteilung des Balkans erfolgt nach historischen Grundsätzen so ungefähr, wie sie der frühere Universitätspro- feffor Wilson in feinem Kop e sich zurecht macht: — die Türkei wird gleichfalls aufoeteilt unter der Devise des Selbstbestimmungsrechtes d b der Einverleibung der abgetrennten Teile in das englische Weltreich, nicht nur das Polen, das die Mittelmächte von Rußland befreit haben und in dessen Erde Tausende unserer Besten ruhen, wird unabhängig sondern auch bte zu Preußen gehörigen Landeste'le. in denen die Herren Polen sprachlich das Ueberqcwicht haben: außerdem muß Polen Zugang zum Meere haben, darf also Landestetle beanspruchen, die ethnographisch mit ihm gar keinen Zusammenhang heben: — über die deutschen Kolonien wird noch verhandelt. in welchem Sinne, hat ja bereits Lloyd George voraus verkündigt. Wir haben unsere Ansicht über die neueste mit Unverschämtheit gepaarte Heuchelei des Söldlings der englisch-amerikanischen Eeldoampyre schon genügend dargelegt. Aber daß Wilson in Deutschland Befürworter entstehen, hätte man doch Nicht für möglich gehalten. Und doch ist dem so! Die ganze ltnksliberale Preffe beschäftigt sich mit der Wilsonschen Rede al» ob man ernstlich auf ihr Anaebot eingehen könne. Die Frankfurter ..Volksstimme" gebt so weit. Herrn Wilson als uneigennützig hrnZustellen. da er dock für sich be.zw. Amerika nichts fordere, wenn er den Italienern Triest und das Trentino und den Rumänen Sieburgern Zubillrge. Daß es Wilson nur darum zu tun ist. Italien und Rumänien bei der Entente zu behalten, das sehen jene Politiker nicht ein. Zum Schluß fordert das Blatt kategorisch auf. Deutschland solle sich mit Wilson an einen Tisch setzen. So was ist leider nur in Deutschland möglich: nur hier gibt es Leute, die in Wilsons Botschaft ein . Dokument von höchster politischer Bedeutung" erblicken, nicht in dem Sinne, daß zur Unterzeichnung dieses Dokuments nationale Entwürdigung und Verkleinerung der im Dierbunde zusammengeschlos- jenen Staaten erste Voraussetzung ist sondern im dein Sinne, daß dieses Dokument die Grundsätze illustriert, auf denen der allgemeine Friede nach Vrest-Litowsker Art aufgcbaut werden kann: auch eine Nebenwirkung des sinnlosen Angebots von Brest- Litowsk. Der deutschen R-vo'utionspreffe „scheint" nämlich, „daß kein einziger Punkt der Botschaft Wilsons so gefaßt ist. daß er ein Verhandeln von vornherein ausschlkeßen würde." Und die Revolutionspreffe stellt weiterhin fest, „daß die Botschaft in Ten und Inhalt zweifellos ein bedeutsames Entgegenkommen gegenüber den Mittelmächten und der russischen Revolution bedeutet." Das Letztere stimmt allerdings, denn mehr Entgegenkommen kann sich auch ein völlig zu Boden geworfener Gegner nicht wünschen, als es der ehrenwerte Amerikaner für die Russen herauso.clüftelt hat. Und dis Revolutionspreffe hält es ..nicht nur für möglich, sondern für notwendig, daß die Regierungen der Mittelmächte ernsthaft die Frage prüfen, ob die Botschaft Wilsons nicht die Drücke bilden könne, auf der die beiden feindlichen Mächtegruppen endlich zu unmittelbaren Besprechungen Aber den Frieden sich zusammen finden können." Unsere Revo- lutionspreffe stellt sich also ganz auf das englische Ultimatum «in, das dobin lautete, die von Lloyd George vertretenen und fetzt von Wosdrow Wilson kommentierten Forderungen seien >as Mindestmaß dessen. was die Mittelmächte erfüllen muffen. Denn sie zu dem von ihnen gewünschten ..Verständigungsfrieden" kommen wollen. „Ist dies schon Tollheit, hat es doch Methode", heißt es in Hamlet. Die ungarische Kriegsanleihe. Budapest. 13. Jan (WTV.) Das Ergebnis der siebenten ungarischen Kriegsanleihe übersteigt nach den endgültigen Feststellungen 3600 Millionen Kronen. Die durch die bisherigen ungarischen Kriegsanleihen aufgebrachte Summe beträgt damit über 15 Milliarden. Der König richtete anläßlich des glanzenden Ergebnisses der Kriegsanleihe an den Ministerpräsidenten Dr. Wekerle ein sehr herzliches Dankschreiben. Ans Mn, Kerzen ^ine MörvttMl. macht die sozialdemokratische ..Volksstimme". Sie wendet sich gegen die Waldowschen Maßnahmen und bezweifelt, daß die 700 Sendboten, die in Deutschland die Bevölkerung aufklären sollen, Erfolg hätten. (Wir auch! D. Schriftl.) Das Blatt fährt dann fort: Es entsteht also die Frage, ist Herr v. Waldow imstande, das Sein der Menschen in unserem Sinne zu ändern. Wir fürchten, er hat weder den Willen, noch die Macht dazu. Auf jeden Fall müßte er mit seinen Aenderungsversuchen auf dem Lande beginnen, denn die beklagenswerten Erscheinungen in der Stadt, die Hamsterei und der Schleich. Handel, sind nur eine Folge-des Umstands, daß der Bauer seine Erzeugnisse in gewinnsüchtiger Absicht versteckt und Zurückhält. Wie aber das ^ein der Bauern so ändern, daß auch seine Denkweise sich ändert, daß beispielsweise seine eben fcstgestellte Gewinnsucht rein egoistischen Charakters einem mit etwas Gemeinsinn gepaarten Erwerbstrieb Platz macht? Die bäuerliche Existenz b ✓ *t heute bei uns auf der Pro- dnktion in Einzelbetrieb. Der Bauer produziert für sich allein, d. h. ohne Zusammenarbeit mit andern, die wichtig sten der für das Leben nötigen Erzeugnisse. Daher seine eigentümliche parlikularistifche Denkweise, für die die andern nicht vorhanden sind, weil sie ihrer nicht bedarf. Daß sich hei dieser Daseinsweise Gemeinsinn entwickelt, würde mit dem ganzen Triebleben der Menschen im Widerspruch stehen und ist daher ausgeschlossen, ja nicht einmal denkbar. Ob es aber Herrn v. Waldow gelingt, das einzige Heilinittel gegen die bäuerliche Denk- und Mc ans ihr fließende Handlungsweise. näm'ich die Umwandlung des Einzelbetriebs in Ge- mein'clMsbetrieb, zur Anwendung zu bringen, erscheint bei den derzeitigen Machwerhältnissen der Klassen in Deutschland ausgeschlossen Deswegen möchten wir unfern- teils nochmals dem Zweifel darüber Ausdruck geben, daß die Arbeit jener 700 Sendboten auch nur das geringste an unseren Crnährnngsschwierigkeiton bessern wird. (Wir glauben, daß die Landwirte unter den heutigen Umständen die Produktion recht gern den Herren Sozialdemokraten überlassen würden.) der Girre. Fricdberq. Dem Fahrer Friedrich Hock wurde die Hessische Tapferkeitsmedaille verliehen. Weckeshcim. Dem Minenwerfer Heinrich C l ö ß . welcher schon seid Anbeginn im Westen kämpft, wurde das Eiserne Kreuz zweiter Klasse verliehen. Wir gratulieren! Wohnbach. Dem Kanonier Gustav Soll in einem Reserve-Feld-Artillerie-Regiment, im Besiße der Hessischen Tapferkeitsmedaille, wurde das Eiserne Kreuz zweiter Klasse verliehen. Herzlichen Glückwunsch! Leidhecken. Dem Landstnrmmann Wtthelm Waas, der z. Zt. entlassen ist. wurde das Eiserne Kreuz verliehen. Herzlichen Glückwunsch! 3l!*S >er '-eimnl. Vortragsabend des RcscrvelazarcttS. Vor vollbesetztem Hause hielt am Samstag Abend im Turnsale der Augu- stinerschu'e Herr Professor Walz einen sehr interestanten Lichtbilder-Vortrag über „Andreas Hofer und die Stätten seiner Wirksamkeit". Es waren dazu geladen die Insassen des hiesigen Neservelazarettes und die Mannschaften des Ersatz-Bataillons, die sehr zahlreich erschienen waren. Mit Freuden sahen wir, daß auch der Garnisonkommandant Herr Oberstleutnant v. Zülow, durch persönliches Erscheinen sein Interesse fiir Vortrag und Zuhörerschaft bekundete. In prächtigen bunten Bildern zogen Leben und Taten des großen Tiroler Freiheitskämpfers an den Zuschauern vor- über. Sie ließen etwas erkennen von dem großen Geiste und dem He'dentnm, das in diesem Gebirgsvolke steckt. Die farbenfrohen Darstellungen der Tiroler Alpenwelt und ihrer Gtädte aber zeigten, warum dieses ernste starke Volk so innig und treu an seiner Heimo! hängt und ihre Freiheit heute wieder in den heißen Schlachten auf italienischem Boden so zäh verteidigt. Diesem Gedanken gab dann auch mit Recht Herr Profesior Werner, unser Lazarettgeist- «icher, in seinen Dankesloorten an den Herrn Vortragenden Ausdruck. Wir aber schließen mit dem Wunsche, daß den Lazarettinsassen noch öfters solch besondere Gelegenheit der Belehrung und Unterhaltung geboten werden möge! Eine Gefahr für die deutsche Landwirtschaft besteht in den zur Zeit auf dem Gütermarkt zu beobachtenden Erscheinungen. In allen vielgelesenen Zeitungen und in der landwirtschaftlichen Fachpresse wimmelt es heute von Anzeigen, durch die landwirtschaftlicher Besitz gesucht wird. Die Schar der Kauflustigen ist sehr verschieden geartet. Die einen glauben durch den Erwerb landwirtschaftlichen Ekgenbesitzes am sichersten den Ernährungsschwierigketten in den großen Städten aus dem Wege zu gehen, andere, daß die Landwirtschaft, die zurzeit hohe Beträge ab- werfe, in Zukunft sehr rentabel sein werde, die dritten gehören zu jener an Umfang recht beträchtlichen Gruppe von Leuten, die durch den Erwerb von Grundbesitz Kriegsgewinne verwerten und sicherstellen wolle». Dazu kommen die sehr zahlreichen Crundstückagenten. die besonders bäuerliche Besitzungen, deren Besitzer gefallen ist, zu vermitteln trachten und dabei nur ihr eigenes Jntereffe wahren. In dem Amtsblatt der diesseitigen Landwirtschaftskammer werden nun. um dieser drohenden Gefahr entgegenzuarbeiten, im ganzen Deutschen Reich Schutzmaß- nahmen gegen eine Mobilisierung de» Grundbesitzes gefordert. Was sind „Feldpostbriefe"? Trotz aller Warnungen in den Zeittlngen liefen: immer wieder Privatpersonen Briefe und Postkarten an andere Privatpersonen mit den Vermerken „Feldpost" „Feldpostbrief" versehen unfrankiert zur Pest d ein, um für sie portofreie Beförderung zk erlaügekH wie sie es bei Briefen an Heeresangehörige zu tun gewöhn» und berechtigt sind. Jetzt im vierten Kriegsjahr muß fichj doch Jeder darüber im klaren sein, daß Portovergün-, stlgnngen nur den Heeresangehörigen zustehen. Die wieder-) rechtlichen Anwendungen der Portofreiheitsvermerke „Feldpost^ ..Feldpostbrief" erfolgen auch nur ausschließlich in der. betrügerischen Absicht, das Porto zu hinterziehen und in dem Glauben, es würde von den Postanstalten nicht gemerkt.- Letztere Annahme ist meistenteils irrig. Die Postbeamten haben allmählich auch gelernt, auf derartige „fatsche" Feld-, postbnefe mit Erfolg zu achten.. Das beweisen die zahl-' reichen Geldstrafen, ktte die Ober°Postdirektionen tagtäglich auf die Anzeigen der Postanstalten hin wegen solcher Porto-, Hinterziehungen verhängen müssen. Trum überlege sich ein Jeder die etwaigen Folgen seiner Tat, bevor er die nur den ! Heeresangehörgien zusteyenden Portovergünstigungen in ! widerrechtlicher und strafbarer Weise in Anspruch nimmt! Ten Heeresangehörigen stehen die Portovergünstigungen auch nur für den Schriftwechsel in ihren Pnvatan gelegen- Seiten zu. Postsendungen in rein gewerblichen bz. rein geschäftlichen Angelegenheiten sind vortopflichjig. Auf solchen Sendungen, ob sie min von Heeresangehörigen aus- gehcn oder an sie gerichtet werden, dürfen also die Porto- freiheitsvermerke „Feldpost", „Feldpostbrief" und dergl. n i cbt angebracht werden. Trotzdem geschieht dies sehr oft auch hiervor sei daher gewarnt! Natürlich dürfen die zun* Heeresdienst eingezogenen Personen z. B. Kanflente oder sonstige Gesck)äftsinhaber, Rechtsanwätte, Aerzte usw. in portofreien Feldpostbriefen an ihre Familien oder ihre Ge- sclmtsangestellten in der Heimat auch geschäftliche und ge- werblick)e Dinge erörtern soweit dies für ihre Geschäfts- j führung oder Berufsansübung notwendig ist. Ein derartiger Schrislwecküel mit der Heimat gilt nicht als rein gewerbliä-e Angelegenheit: er genießt daher die Portover- günstignngen für Heeredangehörige. Dagegen sind Sendungen, die Heeresangehörige in ihren gewerblichen Angelegenheiten mit anderen Personen, Firmen, Banken usw., ' insbesondere mit den Geschäftskunden wechseln, poickopflich- j tig. Trotz Belehrung durch die Truppenteile und veröffent- j lichten Bekanntmachungen beachten dies viele Heeresangehörige immer noch nicht hinreichend und setzen sich dadurch Unannehmliclfleitcn ans. FC. Butzbach. 13. Jan. Der in Frankfurt am Main verstorbene. in Sportskreisen bekannte Generalmajor z. D. von Vissing stand mitte der 70er Jahre des vorigen Jahrhunderts hier als Schwodronschef bei den 23. Dragonern. Er har damals bereits die Landwirte der nördlichen Wetterau auf eine rationelle Pferdezucht htngewlefen. Seinen Anweisungen wurde nachgefc-mmen und haben dieselben gute Früchte gezeitigt. Gießen. 11. Jan (Vaterlandspartei.) Van dem Landesrcretn Oberhessen der Deutschen Vaterlandspartei ist das nachstehende Telegramm am 11. Januar 1918 an den Reichskanzler abgesandt worden: Der Landesverein Oberheffen der Deutschen Vaterlands- partei dankt Ew. Exzellenz für die kraftvollen Worte im Hauxtausschuffe des Reichstages, die nach den trüben Nach. Lichten Über die Vorgänge in B' st-Lttowsk eine Befreiung von allerschwerster Sorge bewirkt haben. Wir sind der freudigen Hokknung daß von fetzt ab in der Tat bei den wetteren Verbandlungen die Machtstellung des Deutschen Reiches und unser gutes Recht die alleinige Richtschnur für unser Handeln abgeben werden. Hindenburg und Lud-ndorff haben unser Heer und unsere Flotte von Sieg zu Sieg geführt. In unbegrenztem Vertrauen stehl^das ganze deutsche Volk hinter diesen seinen Helden und wird jeden Frieden zuversichtlich annehmen, auf dessen Abschluß sie ausschlaggebenden Einfluß ausgeübt hoben. FC. Von der hessisch-bayerischen Grenze. 13 Jan. An das Fahrkartenschalter einer Station nach Aschaffenburg hin trat ein halbwüchsiger Bursche und verlangte eine Fahrkarte zweiter Klaffe nach Aschaffenburg. Der Beamte erklärte: „Du fährst dritter Klaffe." ..Eich will ae Kart zwoater Klaß". Darauf der Beamte' „Du fährst dritter Klaffe und wenn Du nicht willst, kannst uf Ascheberg laafe" und schob ihm eine Karte dritter Klaffe hin. Sie wurde genommen Aus Skarkenburg. FC. Vom Odenwald. 13. Jan. Vor einigen Tagen hatte irr Raibach der 19jährige Karl Heldenberger aus Unvorsichtigkeit mit einem geladenen Revolver seiner 20jährigen Schwester einett Schuß in den Unterleib beigebracht. Die Bedauernswerte nunmehr ihren Verletzungen erlegen. Aus Nheinhcffcn. FC. Bingen, 13. Jan. Das Kreisamt ordnete an, alle Gänse iirsoweit sie nicht zum Verbrauch des Gänseh^lters oder zur Zucht dienen, zu beschlagnahmen und zum Höchstpreis von 19 Mark pro Stück abzuliefern. Kirchliche Anzeigen. Gottesdienst in der Stadtkirche. Mittwoch, 16. Januar, abends Uhr: Kriegsandacht. Herr Pfarrer Ritter. Offene Stellen: 1 Unlerbeamter für Post. 1 Bäcker. 6 Schreiner. 1 Verwalter auch Kriegsbeschädigter, mehrere Dienstmägde für Landwirtschaft mehrere Hausmädchen. Für Etappe: 100Pferdepfleger, mehre« perfekte Maschi- nenschreiberinnen, Stenographinnen. S teHensucherrder « * - 4 Mehrere Melkersamilten und ledige Melker, 2 Fräulein, perfekt in Stenographie und Maschinenschreiben 1 erfahrene, selb^ ständige Haushälterin. Verantwortlich für den politischen und lokalen Tetl: Ltttl H i r sche 1, Friedberg: für den Anzeigenteil: R. Heyne tzriebberg, Druck und Verlag der A' G., Fnetz-ero 145^ " Grane Gefahren. Roman aus der Gegenwart von M. Gontard - Schuck. iGj Nachdruck verloren« „Meine alte Dorte, ja. lind seit nun vor drei Jahren Deine Mutter starb, bespricht der Onkel alles mit mir. Wunderst Du Dick da noch, daß ich mich hier mehr zu Hause fühle cks aus der Wangenbnrg?" „Nein. Gina, Du hast recht! Verzeih mir! Eigentlich konnte ich von Dir lernen." „Was willst Du von mir lernen?" „O. ich meine nur! Ich fühle mich etwas beschämt. Ich glaube. Du bängst mehr bi "t dem Stückchen Erde als ich." Sie neckte. „Na, na! s will ich nicht hoffen! Freilich. wenn ich bedenke, rorV renlos Du uns im Stich gelassen hast!" Sie drohte n 'i dem Finger. „Treillos? Ich treulos? Ich verstehe nicht!" „Bist Tu nickt fahnenflüchtig geworden?" „Aber, Gina. .Kind! Ich falmenflücksig? Wie kommst Dn denn auf den sonderbaren Gedanken?" „Etwa nickt? Du battest den schönsten Beruf, den ich mir denken kann. Die Grenzen unseres Vaterlandes an der See zu verteidigen. Oder hinanszufabrkn mit dem Schiss nach fernen Weltteilen, nur unsere Volksgenossen zu beschützen. Dem Handel des deutschen Reiches friedliche Wege zu bahnen! Ist das nicht herrlich?" „Aber gewiß ist das herrlich. Darum habe ich es auch jahrelang getan. Nun aber will ich dem Vaterlande auf andere Weise dienen.* „Phi Als Diplomat! Scheußlich sind ich das! Mir ist e§ unbegreiflich, wie jemand an diesem Beruf Freude haben kann. Nichts wie Lug und Trug." Sie sah ihm plötzlich in die Augen. „Hast Dn schon einmal so reckt frisch von der Leber weg Deine Meinung gesagt, seit Du in London bist?" „Aber. Gina. Kindl Was ist das nur mit Dir?" „Ach, ich weiß schon! Nichts wie Lug und Trug. Einer lügt denk andererr etwas vor. und das nennt man dann Diplomatie. Nein, nein, geh mir damit! Ich sag doch lieber alles gerade heraus wie ich's meine." Werkheim b!ieb stehen und zwang dadurch auch Gina, stehen zu bleiben. „Wenn ich nur wüßte, woher diese aufrührerischen Gedanken kommen. Was versteht denn nur so ein Springinsfeld von der Diplomatie!" „Ach, Du! Du wirst Dich wundern. Eine ganze Menge Bucker Hab' ich studiert, seit Tu in London bist. Na. ja, wie ich Dir schon sagte: Alle Diplomaten müssen lügen." „llnd der Onkel? Den vergißt Dn wohl aanz?" „Ter Onkel?" Sie lachte. „Natürlich gibt es überall Ausnahmen. Und der Onkel ist so eine Ausnahme, deshalb hat er sich auch nickst wohl gefühlt dazwischen." „Tu weißt Dir wenigstens zn'he^en, kleine Gina. Aber nun kommt die Reihe an mich. Jetzt sage ich Dir was Unangenehmes." »,Da bin ich neugierig.'- „Du bist eine schlechte Wirtin! Läßt mich halb ver> hungern und sagst mir dabei noch Grobheiten." Sie lief lachend davon. „Sofort sollst Du ein aus- giebiges Frühstück haben, wenn es so schlimm mit dem Hunger ist." Alfred folgte ihr langsam. Er mußte noch einmal an die Worte seines Bakers denken. Regina sollte ihn lieben! Unsinn! So tritt kein Mädchen dem Manne entgegen, den es liebt. Und überhaupt — was wußte dies sechzehnjährige Kind von Liebe. — Zwar Helen war nickt viel älter, kaum achtzehn Jahre. Aber die Welt, in der Helen lebte, lvar eine andere. — Ein nnbebag'iches Gefühl stieg in ihm empor. War es wirklich eine so ganz andere Welt? Und batte lein Vater vielleicht doch nicht so ganz unrecht? Frei'ich, eme deutsche Gutsfrau, wie es Regina geworden lväre, würd" Helen nie werden. Was war es nur. daß immer wieder diesen Zwiespalt in ihm wack-ries? Solange er in Helens Nähe war. sckwieg jeder Zweifel dann befand er sich aanz in ihrem Bann. Sowie er aber fern von ibr weilte, ließ ein gewisses Etwas in ihm dieser Liebe nicht recht froh werden. Was war es nur? „Das Kind.- die Regina, hat mich wahrhaftig ganz nach- denkt ich gemacht." odesartzcige. Allen Freunden und Be'anntcn die traurige Na.hlichst daß am 13. Januar 1918, morgens V 28 Uhr, unser lieber Vater, Schwiegervater und Onkel Herr II. j Gr. jjol la KrlmMrmgNci!) Großer roijrti la. iiliildiiiinnr Olß-'C ßl'MörNie, '„wie WM-, Ichwrlae- und ™ ” W « v ,-i-o bei. ©. W. Zöll 5 Fricdber", S-aiietfir. 12 . Tel. 410 . Fachm ännische Bedienung. Danrsn- u. Kinder- Korsetts, Strümpfe u. Socken, Hemden, Unterhofen u. im Alter von 50 Jahren nach kurzem, schwerem Leiden sanjt entschlafen ist. Nieder Wöllstadt, Expertsban^en, den 14. Januar 1918. Sie Iranern!) SiM'b'ieSkiien: Krau WiLtzelmine Nitz geb. Nöd.ing Üffz. Heini. Nitz, z. ZI. im Felde Kanonier Jakob Nitz, z. Zt. im Felde Minsk. Wilhelm Nitz, z. Zt. im Felde Marie Nitz Emma Nitz Jo cf Brand, als Bräutigam Familie Brand W i in herrlichen Qualitäten. Familie Rösing. . ,,^'5 Beerdigung findet. Mittwoch Nachmittag um |i !j OiülllßlifSHB SlÖffi mb ^ Uhr statt» . J - u’öhcr^ i. H.. Kaiferitr. 51 , Kekanutmachnng. Nom 13. Januar ab satten au Sonn- und Feiertagen bis auf westeres aus die Personenzüge 7,4 Marburg ab few vckm. Frankfurt an 12-i nachm, und 790 Marburg ab V” vorm. G egen an 7« vorm. Pz. 792 Marburg ab 5i£ vorm. Frank urt an 9-" vorm, der bisher zwischen Marburg und (Hießen werllags und von Gießen Dlen L.e e-ungsabjchnitt 2 der Süßstoffkaiten „G" (oelb) von den Sl ßstoffabgabestellen Süß'toff obgege en nelan u ein Briefchen bezw. eine Schacktei aus den Anschnitt nir Aufgabe. Mit dem 31. . an. verliert der Abschnitt >1 bezw. 2 e n? Gültigkeit. Nach die'em Zeitpunkt nicht abgerusene Sütz'toff- n?n?en d irfen von den A.»gabe- stellen frei verkauft werden. Frredberg» den 14. Jan. 1918. Der Bürgermeister I. V.: Damm. HolDkriieißeriiU. Freitag, den 18. Januar 1918. vorm.ttaas 10 Uhr. werden im Grü lichen Revier Wick iadt, in dn Di>1r>k'eil Haienzahl, Dörnberg Dachbaum, Hirschweg. Küh- loch, 7iegen)erg und Hardt versteigert: 1 Fickst en-Stamm 43 cm Durck- messer. 4,8 m lang — 0,70 fm 17 Ficksten-Derbstcm-en. 20 Si ichten Fichten- langen zu Leiterbäumen, Baump'ä ter, Einfriedigungen, Eerüftslan- fcit geeignet. Scheit: 27 rm Eiche. 6 rm Buche Knüvpel: 31 rm Eiche, 4 rm Buhe, 7 rm Fichte. Astreier: 324 rm Eiche und Buche. We. en: 7250 Eichen, Buchen und Fich en. Zn.ammenlunst im Distrili Dorib?ro, zunächst Brnstadt Asfenheim d. 13. Januar 1918. Gräfliche Rciiitammcr. warne hierdu ch isdermann, \) meinerTochlerFr.e)a Lckwenz auf meinen 9ramen eiwos zu borgen, zu leihen oder zu verkaufen, da ich fur.nich s hafte. Kaspar Schwenz, Heuchel ierm (AZelteran). Einen Simmentaler 17 Monate alten ''elb cheätgen Faielochfen hat zu verlaufen. A. Ka fer, Kloppenheim. Bost Groß-Karben (Hessen) Ern pktma 4 jähriger bis Frantstrl täglich fuhr," wird auch von Marburg bis EießeHäg" Migjilhe Akttbchdilkkligit Fraitlsiirl lMain). Selbständiger für -Croßglaserei (Hiissdienstbe- trieb) sofort gesucht. Heinrich Hahn, Frankfurt a. M., Töngesgasse 18- Fahrochse wegen Platzmangel zu ver.aufen Karl Lorey, Sie nba h a. T. Junges zugsestes ]Piei 9 ct zu ve..g, en äclmiiU, Schellnhof Post Schotten. Tel. 216 Sfntt KaWen. Flora Mai Ferdinand Landmann Verlobte Friedberg (Hessen) Ja.iuar 1918. Mannheim j Kcüanntmachnng. Für diejen'gen Haushaltungen, die bei der ersten Ausgabe von Freßsteinen nicht berücksichtigt werden lonuten, erfolgt dre Aushändigung der Bezügliche.ne am: Mittwoch, den 1t». u. Donnerstag, den 17. Januar. Die Be ugsschein-Ausgabe findet nicht mehr ans der Ons.oü, erstelle statt, sondern in der V-ltslesehalle (Eingang Haagstrage) und zwar für die Be.ugsberechllgten des >. Bezirks am Mittwoch, den 16. von 8—1? llhr « r. v. Nr. 1-600 . ., 2-5 IV „ >> „ v Nr. 6oi u. fol de. am Donnerstag. 17 von8—1 11.,r w III. „ v.Nr. 1 u folgende „ .. H „ 2—4 llhr Ausgegeben werden für jede Haushaltung je 5 ) Stück Pretz- ste'ne zu dem Preise von Atk. 2,25. Ter Betrag ist bei Empfang des Bezugsicheines sofort zu hinterlegen und abgezästt bereit- zu Hallen. Die Aushändigung der Preßsteine wird an den 3 Aus-abe- Üellen des Laders ..Städti'che P erdestell.'" vorzenoinmen und ist für Ue Emißangsberechtigfen Zeit und Aus-aSestelle n u d.r Druckseite t es Be;uzs,cheines angegeben, die genau eingehülten wer en müssen. Bon dem Bezug der Preßsteine rutzge'chlossen sind alle Woh- nun's^nhnber mir Zenlraihe zunz, alte staatii ben Beamten, die Preßsteine durch Bern'ittlung ihrer Behörde eck)aiten haben, sowie aste diejenigen Haushaltungen, die ausreichend mit Brennstoffen oerfehen find. Dte Oriskohlenstelle ist an die'en beiden Tagen ge'chloffen. Stadt. Ortskohlenstelle Friedberg u H. Balzer. teils- i WM fitrü, [ineeiraeoiiG Oenossnnsnali ii aasiiriiiUr iHiliilUL Gei?r. 186 i. Keicbsbank-liüro-ronto. Te!.-No. 15 . Siiilcnfflrtcn ‘t“Ä eU öfBf (ffflgfdifiljiBii prmfefffi n.önlj.-®. Entgegennahme vor SDar-Einla?en, zu den höchsten Zinssätzen. SB Provisionslreier ChecK- verkehr. ar Conto-Oorrent-Credit- Gewährung. SB Diskontierung von Wechseln. SK Verwahrung u. Verwaltung von Wertpapieren. Celeihung von WerN papieren. ' SK An- und Verkauf von Wertpapieren. ae Einlösung von Coupons etc. 2SK Vermittelung aller in das Bankfach einschlagenden Geschäfte zu den mässigst. Bedingungen. Feuer- und diebessichere Stahlkammer, in der eiserne Schrankfächer (Safes) in verschied. Grössen vermietet werden, Zeit'Emum^eu aul alle an den deutschen Börsen zur Auflage kommenden neuen Anleihen jeder Art werden von ung zu den Ausgabe»Bedingungen angenommen, ohne daß dies hi den einze nen Fällen lieMonderM bekannt gemacht wird. 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