N'immer 11 _ _ _ Montag, den 14. Janu ar 1918 u. Jahrgang. nidjemt leben Werliai. Siegelmatz.ge '-Beilagen ..Der Kauer am kirNlcn". „Oie Spinniiube". K.,as»prei»- tie, oen üioitanitolten oierielmbrliA SJ« 248 f)m u rritt noch das Bestellgeld: ^e. oen V.^enten monatlich 85 Big. einschließlich Trageriobn. Ameigen: Grund eile 2ü Psg., totale 20 rng^ Anzeigen oon auswans Ii"nnson Friedbera. Hchriftleitnng und Berlar «-rieDben rrje'Ten'xtnauer traue 12. vecn steter 48 . 13 o U *«b io uo ')lr. uvt ! oeröen üitrd) Bo rnnchgabmt "i-( rijrt i. ' Um der GuNchcidmrx. Dle Vertreter der Vkrraine anerkannt. — Artrüerickämpfe im Westen. — Urne Tanchdosterfolae. » ^ —;- - - - » Der deutsche Generalstab ;= ===.= meldet: W. T. g, Trotzes Aattptqnartier, deir 12. Januar. Amtlich. Westlicher Kriegsschauplatz. Die Gefechtstätigkeit blieb auf Artillerie- und Wurfminen- ßämpfe an verschiedenen Stellen der Front beschränkt. OestUcher Kriegsschauplatz Nichts Neues. An der Mazedonische« tmfc Italienischen Front Iß die Lage unverändert Der Erste Eeneralquarticrmeister". L u d e n d o r f f. Atreud^rricht. Berlin. 12. Jan . abends. (WTB. Amtlich.) Don den Kriegsschauplätzen nichts Neues. 9 W» T. Graste» HattptqrmrUee. den ^3. Januar. Amtlich. Westlicher Kriegsschauplatz. Tf* Heeresgruppe Kronprinz Nupprecht. Oestlich und nordöstlich von Armentleres sowie in der Gegend vcn Lens war die englische Artillerietätigkeit tagsüber rege; auch in den anderen Abschnitten lebte sie vorübergehend auf. Heeresgruppe Deutscher Kronprinz. An vielen Stellen der Front Arlilleriekampf. Stärkere französische Abteilungen, die nördlich von Reims, in der Champagne und nordöstlich von Auocourt zur Erkundung vorstießen, wurden im Nahkamps zurückgeworfen. Südwestlich von Ornes brachte ein eigenes Unternehmen Gefangene ein. Heeresgruppe Herzog Aldrecht. Auf den östlichen Maashchen nnd in den mittleren Vogesen zeitweilig erhöhte Feuertätigkeit. In zahlreichen Lustkämpfen wurden gestern sechs feindliche Flugzeuge und drei Fesselballone abgeschossen. Oestlicher Kriegsschauplatz. Nichts Neues. Mazedonische Front nnd Italienische Front. Die Lage ist unverändert. Der Erste Generalquartiermeister: L u d e n d o r f f. Abendbericht. ^ Berlin. 13. Jan. (WTB Amtlich.) Von beu Kriegsschauplätzen nichts Neues. |j Der österreichische Generalstab ^ ~~~ — i i ■ ,i ™ Ö^crt, 12 Jan. (WTB. Nichtamtlich.) Amtlich wird ver- kantbart: Oestlicher Kriegsschauplatz. * Waffenstillstand. Italienischer Kriegsschauplatz. Keine Ereignisse von Belang. Der Chef des Generolstabcs. Wien« 13. Jan. (WTB. Nichtamtlich.) Amtlich wird ver. rautbert: Beiderseits der Brenta nahm das Artilleriefeuer vorübergehend an Stärke zu. Der Chef des Generalstabes. > T ' -- * R , Die Tauchdostmeidung. «etlin, lt. Jen. (WTB. Amtlich , Am dem nördlichen Kriegsschauplatz fielen unseren Unterseebooten sechs Dampfer 2?™.P pfer ’ 00,1 benen die Mehrzahl dicht unter der englischen L.tkuste ungeachtet der dort besonders starken Bewachung versenkt wurden. Zwei Dampfer wurden aus demselben Eeleitzuae Herausgeschossrn. Der Chef des Admiralttobs der Marine. Berlin, 12. Jan. (WTB. Annlich.) Neue U-Bootserfolge im westlichen Teil tes Sperrgebietes rm England: 16 000 Brutto- registertonnen In kühnen und gesch ckt ausgeführten Angriffen schoß eines unserer N Boote unter erheblicher feindlicher Gegenwehr vier große Dampfer aus stark gesickerten Geleitzügen heraus. Bei einem nächtlichen Nammangriff auf einen starken Ge- leitzug gelang es dem U-Boot, durch schneidigen Angriff einen feindlicken U-Bootszer'törer derart zu beschädigen, daß besten Verlust mit hoher Wahrscheinlichkeit anzunehmen ist. Das .U-Boot nahm hierbei außer einer leichten Beschädigung am Bug keinerlei Schaden. Der Chef des Admiralstabs der Marine. z!ie sne^cm-'E itt Ip’dfu llWjf. (Abgeschlossen am 10. Januar 1918.) Auf dem ivcfilitten Kriegsscknupiatz nahm an der Flandernfront das Artilleriefeuer vorübergehend heftige Stärke an. Insbesondere entwickelten sich Artilleriekämpfe im Stellungsbogen bei Ypern. Englische Erkundungsab- teilnngen griffen gegen den Südrand des Hontboulster Waldes. an der Bahn Boestngbe—Staden bei Zandvoorde und östlich von Vipern an. ihre Angriffe sckieiterten unter großen Verlusten. Auch bei Cambrai lagen einzelne Abschnitte zeit- weitg unter heftigem Feuer Englische Vorstöße östlich von Bullecourt nnd bei Moenvres wurden abgewiesen. Die FrM^osen.suchten in der Champagne, irn Walde von Ailly nnd westlich von Fsirev in unsere Stellungen ein- Auöringen. Bei Flirey. wo sie an einzelnen Stelleu in unsere Postenlinie gelangt waren, wurden sie durch unsere Gegenstößd in ihre Ausgangsstellungen zurückgeworfen. In eigenen erfolgreichen Unternehmngen bei Juvinconrt, nordöstlich von Avocanrt, südöstlich von Moenvres. bei Bullecourt und in der Champagne machten wir Gefangene und erbeuteten Maschinengewehre. Die Lage auf dem östlichen Kriegsschauplatz ist unverändert. An der mazedonischen Front war die Artillerietätigkeit zwilchen d dem Schn da- und Prespa-See. ini Cernabogen, ^owie zwischen B^dor und Dojransee vorübergebend rege. Aus bisher von Nüssen verteidigte Gräben westlich voni PresvmSee brachten deutsche Jäger eine Anzahl von Franzosen als Gefangene ein. _ Vom italienischen Kriegsschauplatz sind außer zeitweise heftigen Artilleriekämpsen beiderseits der Brenta, im Tom- baaebiet und am Moutello, sowie heftigen Feuerwellen gegen den Monte Asolone bemerkenswerte Ereignisse nicht zu melden. In Palästina scheint die Lage unverändert zu sein. Weder von englischer noch türkischer Seite liegen wichtige Meldungen vor. Auch in Mesopotamien ist eine Aendernng der Lage nicht eingetreten. fniibpMluira und fü>fn^rff mi bcckn. Berlin. 12. Jan. (WTB Amtlich.) Generalfeldmarschall von H; ndenbUrg und General Ludendorff sind heute vormittag in Berlin eingetroffen. ^fiürr, fsawlfr und fifrmlrifntn. Die „Berliner Zeitung am Mittag" schreibt: Bedeutsame politische Beratungen und Entschließungen stehen bevor. Die Besprechungen zwischen der Obersten Heeresleitung und der po- l'tischen Rcichslettunq wurden eingeleitet durch den gesttlgen Emp'ang des Kronprinzen beim Kaiser und durch die gestrigen Konferenzen zwischen Hindenburg. Ludendorff und zahlreichen leitenden Persönlichkeiten Die wichtigste Besprechung ist auf heute (Sonntag) nachmittag zwischen der Obersten Heeresleitung und dem Reichskanzler Graf Hertling angesetzt. Das Ergebnis dieser Konferenz wird sodann den Gegenstand der Besprechungen beim Kaiser bilden, die auf morgen (Montag) anberaumt ist und an der alle beteiligten Persönlichkeiten teilneh- men werden. Ein Kromat im eigentllchen Sinne wird diese Besprechung nicht sein, da nicht alle Staatsminister an ihr tell- nehmen werden. Trctzdem wird das Ergebnis dieser Beratung von größtem Einfluß auf die weitere Führung des Krieges und auf die Gestaltung unserer politischen Verhältnisse sein. In politischen Kreisen war heute vormittag das Gerücht verbeitel, daß der Kanzler die Fraktionsfiihrer des Reichstages für heute nachmittag 5 Uhr zu sich gebeten habe, doch ist den maßgebenden Parlamentariern von dieser Einladung nichts bekannt. Außer diesen Besprechungen sind in dieser Woche mindesten» 'wei Kanzlerreden zu erwarten, eine im Hauptausschuß des Reichstages über die auswärtige Politik und im Herrenhaus über die innerpreußische Politik. Der Tag der Rede des Grafen Herlimg ist noch nicht ganz sicher bestimmt. Voraussichtlich wird der Kanzler diese Rede am Mittwoch halten, da an diesem Tag die allgemeine politische Debatte, die eine Woche lang durch andere mit dem Friedensschluß zusammenhängende Erörterungen unterbrochen war. wieder ausgenommen werden soll Graf Hertling wird ausführlich auf die bereits ergangenen und noch erwarteten Kundgebungen der leitenden Staatsmänner antworten Im Herrenhaus wird Graf Hertling a,ns Dienstag sprechen. Er wird sich dem Haus als preußischer Ministerpräsident vor- stellen und man nimmt an. daß er dabei bereits die Probleme der innerpreußiscken Politik berühren wird, obwohl das Herren, haus erst in einem viel späteren Zeitpunkt sich mit ihnen zu beschäftigen haben wird. Unser? Süd?ee!;o' 0 tt'en. Berlin. 12 Jan (WTB.) Auf eine Drahtung der Südsee- häuser erwiderte Staatssekretär Dr Solf. Der Vereinigung der Sudieefirmen spreche ich für die freundlichen Worte der Begrüßung bei ihrer Tagung in Berlin meinen verbindlichsten Dank aus. Auch gebe ich der Hoffnung Ausdruck, daß über unseren schönen Südjeckoloniev bald wieder die deutsche Flagge weben wird, damit dem deutschen Unternehmungsgeist die Möglichkeit geboten sein möge, die Erschließung unseres vielversprechenden Südseeoesitzes in gleicher tatkräftiger Meise wie bisher wciterzuführen. ^wüMinldin: Wkmn finit Salüß'fn! Washington. 11. Jan. Infolge der Lebensmitt-elknappheit in Europa beabsichtigt die amerikanische Regierung, seht wei. tere 90 Millionen Vushels Weizen auszuführen, obwohl der normale, für die Llusfuhr zur Verfügung stehende Ueberfchuß schon Mitte Dezember verschifft war. Das amerikanische Volk wird aufgefordert werden, zu sparen, um das Defizit wieder hereinzubringen. Es sind Gesetze in Ausarbeitung begriffen, durch die die Verpflichtung zur Einhaltung weizenlofer Tage eingeführt und die Verwendung von gemischtem Mehl und Kriegs, brot vorgeschrieben wird. Es werden alle Anstrengungen gemacht. um die Lage in Europa zu erleichtern, selbst aus die Gefahr hin. daß in Amerika vor der nächsten Ernte Mangel an Mehl e:»treten würoe. Die Frage, ob durch diese neuen Ab- machungen das Abkommen der Alliierten über den Transport omerikanischcr Truppen beeinträchtigt wird, wird >n der Hauptsache den Alliierten lelbst überlassen bleiben. Einige Beamt« der amerikanischen Regierung sind der Ansicht, daß die Alliierten augenblicklich die Verschiffung von Lebensmitteln der Verschiffung von Truppen vorziehen würden. Berlin. 12. Jan. Zu der Nachricht aus Washington, daß Amerika Weizen, aber keine Truppen nach Europa schicken wolle, heißt es in der . Norddeutschen Allgemeinen Zeitung": Die von Reuter in hochoffiziöser Form verbreitete Nacbrickt bedeutet den zweiten schweren Schlag, den die Entente nach vier Kriegsjahren erleidet. Entkleidet man die Meldung aller höflichen Umschreibungen, so ergibt sich der Entschluß, für absehbare Zeit nicht auf das europäische Schlachtfeld zu gehen. Die „Frankfurter Zeitung" bemerkt dazu: Nun liegt die formelle Erklärung der amerikanischen Regierung vor. Sie bedeutet nichts anderes als: die Massen des neugebildeten amerikanischen Heeres kommen für den europäischen Kriegsschauplatz vorerst nicht in Vetrocht. die wirtschaftliche Notlage der West» möchte macht die Beschränkung auf Weizenverschiffung notwen« dig. Für Deutschland bed^ttet diese Nachricht nichts Unermar^ tetes und nichts Neues — wohl aber für unsere Gegner, die von ihren Regierungen im Dunkel gehalten wurden. Sie find nun gezwungen, sich die Frage vorzulegen: sollen und können die Westmächte ihre amerikanischen Hoffnungen abermals um eine bedeutende Frist prolongieren? Sind ihre Aussichten es wert, daß das Jahr 1919 als entscheidendes Jahr proklamiert werde? Wenn die ..Frankfurter Zeitung" heute so schreibt, weshalb wütet sie denn gegen die. so dieselben Ansichten vertreten. Diese Auffassung richtet sich doch schnurstracks gegen die Erzbergersche Flaumacherci. Interessant ist noch folgende Meldung:' In einer Unterredung, die er dem Berliner Vertreter -er „Kölnischen Volkszeitung" Dr. Hans Eisele über die Verhandlungen tu Brest Litowsk gewährte, äußerte sich Großadmiral von T i r p i tz zur politischen Lage und erklärte u. a. auf die Frage, ob wir England zwingen können, bezw. zu diesem Ende nicht noch unabsehbar Krieg sichren müssen, folgendes: . ^ „Für mich und aUi Stellen, die wirklich' in diese Frage* eingedrungen sind, unterliegt es keinem Zweifel, daß wir Eng« land zwingen können, wenn wir dem U-Vootkrieg die Stange halten, und zwar zwingen können in durchaus absehbarer Zeit. Das Schicksal ist für England unentrinnbar, das erkennt England selbst ganz genau. Je näher der Augenblick rückt, der es zwingen mutz, nachzugeben, desto grötzer wird vielleicht das englische Mundwerk sein. Das darf uns nicht rrre machen. Wir können bis dahin aushalten. Natürlich müssen wir den Willen dazu haben und die entsvrechende Politik treiben. Ich traue den Deutschen ja auf diesem Gebiet der Politik allerhand zu, aber oas möchte ich doch nicht für möglich halten, datz wir uns auf einen Waffenstillstand einlassen, der unsere U-Voote lahmlegt." < Dir Friedensverhandluttgeu. Hertlings Antwort. Berlin, 12. Jan. Der Reichskanzler Graf Herkling beabsichtigt in der nächsten Worbe im Hauptausschutz zu den jüngsten Ausführungen Lloyd Georges und zu der Botschaft des Präsidenten Wilson Stellung zu nehmen, und nach den bis jetzt getroffenen Vereinbarungen mit den Parteiführern wird das voraussichtlich am kommenden Mittwoch geschehen. Ausschntzarbeiten in Brest-Litowsk. Deest-Ltowsk, 12 Jan. (WTV.) Im Sinne des in der gestrigen Vollsitzung gefaßten Defcklusses traten gestern nachmittag die Abordnungen Deutschlands. Oesterreich-Ungarns und Rußlands zu einer Besprechung zusammen. Es wurde vereinbart, datz der von der russischen Abordnung am 27. Dezember 1917 vorgeschlagene Ausschuß zur Beratung politischer und ge- bietlicher Fragen gebildet werden solle und datz gleichzeitig mit den Beratungen dieses Ausfchusies Vorbesprechungen der Fachberichterstatter der einzelnen Abordnungen über die Regelung der wirtschaftlichen und rechtlichen Fragen stattzufinden hätten. Des weiteren wurde vereinbart datz der erwähnte Ausschuß am 11. Januar, vormittags 10 Uhr. feine Beratungen beginnen sollte. Von deutscher und österreichisch-ungarischer Seite wurden in den Ausschuß entsandt: die Vorsitzenden der beiden Abordnungen, je ein diplomatischer und militärischer Beigeordneter und je zwei Sekretäre. Die russische Abordnung hielt sich die Beschlußfassung über die Zahl der in den Ausschuß zu entsen- denden Mitglieder vor. Dieser Ausschuß trat vormittags 10 Uhr zusammen und begann seine Beratungen, die um 1 Uhr nachmittags unterbrochen und um Uhr fortgesetzt wurden. In der Sitzung vom 12. Januar war der wichtigste Vorgang die Erklärung des Grafen C z e r n i n namens der Vierbundsregierungen. datz sie die ukrainische Delegation als selbstständige Delegation und als bevollmächtigte Vertretung der selbständigen ukrainischen Voiksrepublik anerkennen. Die formelle Anerkennung der ukrainischen Volksrepublik als selbstständiger Staat durch die vier verbündeten Mächte bleibe dem Friedensvertrag Vorbehalten. Herr Trotz ki sprach sich gegen einen Konflikt mit der Bruderpolitik und erklärte demgemäß, daß die ruPsche Delegation keinerlei Hindernisse für eine selbstständige Teilnahme der Delegation des Generalfekretariats an den Friedensverhandlungen. Sodann sprach sich General H offmann abermal» mit großer Entschiedenheit gegen die Versuche der russischen Regierung aus, das deutsche Heer zu revolu- t i o n i e t c n, bßs widerspreche dem Geist der Waffenstillstands- Verhandlungen. In ihrer Antwort stellten sich die Russen dumm und sagten, die deutsche Presse aller Parteirichtungen sei doch in Rußland zugelaffen, was wiederum dem General Hoffmann Veranlassung gab. zu erklären, datz es sich nicht um die Presse handele sondern um die offiziellen Negierungs-Kundgebuirgen 'und die offizielle Propagandatätigkeit, die mit der Unterschrift des Oberkommandierenden Krylenko versehen seien. Der Ober, befehlshaber Ost und der Staatssekretär des Aeußern betrieben keine analoge Propaganda. Als Herr Trotzki abermals ausweichend antwortete. bestaO der Staatssekretär von Kühl- m a n n bestimmt^daraus. daß die Nichteinmischung in die russischen Verhältnisse ein feststehender Grundsatz der deutschen Regierung sei, der aber natürlich volle Gegenfeitikeit erheische. §ie Wiliilhkidkn der sslitkuie. In der französischen Kammer hat der Außenminister Pichen wieder einmal getönt. Mit bemerkenswerter Schärfe wandte er sich gegen Trotzki. Ueber die K r i e g s z i e l e sagte er: Wir kampfcn für einen gerechten und dauerhaften Frieden. Dazu gehören drei Bedingungen: Die heilige Achtung vor den Verträgen. territoriale Regelungen auf der Grundlage des Rechts der Völker, über sich selbst zu bestimmen. Einschränkung der Rüstungen. Das ist unser Programm und dieses Programm hat auch Lloyd George aufgegriffen. Zu einer Völkerliga kann nur der Sieg führen. Das hat Lloyd Georgs erklärt und das ist auch unser Programm. Wilson bestätigt ebenfalls, daß keine Divergenz bestehe zwischen den Grundsätzen, die er und die Alliierten aufftellten. Was verlangt er? Die Veröffentlichung der Verträge. (Stimme auf der äußersten Linken: Tut es! Pichon: Geben Sie doch Ihren maximaltstischen Freunden den Rat, alle Verträge jeder Art zu veröffentlichen. Lebhafter Beifall.) Wilson verlangte Beseitigung der wirtschaftlichen Schran- Len. die Räumung unserer Gebiete, die Wiederherstellung Belgiens, Rumäniens, Serbiens und die Wiedergutmachung des Fraukretch im Jahre 1871 zugefüzten Schadens. Rach den Erklärungen Lloyd Georges geben diese Erklärungen unseren Forderungen einen universalen Charakter. Was wir wollen, ist ein gerechter Friede, der geheiligt wird durch die Wiederherstel- lung des im Jahre 1871 verletzten Rechtes. Diese Wiederherstellung steht höher al» alle heuchlerischen Plebiszite. Alle Er- fiatmttn der Alliiert« stimmen überein. Wenn sie mich nicht wentffch sind in der Form, so sind sie es doch in der Sache. Bafel, 12. Jan. Nach dem berichtigten Ergebnis hat die Kammer die Vertrauens-Tagesordnung mit 377 gegen 113 Kimmen angenommen. Die Minderheit «mfaht 85 geeinigt. Sozialisten, 23 sozialistische Radttal«, drei sozialistische Republi- kaner und zwei UnabhÄigige. . ^ , . * Auch der englische Minister Balfour hat wieder einmal da» Bedürfnis gehabf zu reden. Auf die Erklärungen von Lloyd George und Wilson zurückkommend, sagte er: Durch die Erklärung unserer Kriegsziele und die Weigerung der Feinde, sie auch nur in Betracht zu ziehen, wissen wir, daß diese für das Gegenteil von dem kämpfen, für was wir kämpfen, nämlich lediglich um zu verhindern, datz das im Jahre 1871 begangene Unrecht wieder gutgemackit werde (Vmfall). zu verhindern, datz Belgien in die Lage zurückversetzt werde, in der es fein Vormund gefun- d»en hat. als er seine Grenze verletzte, zu verhindern, daß das große Werk der italienischen Einigung zur Vollendung gebracht werde (Beifall), um zu verhindern, daß ein anderes großes U». recht, das große Unrecht der Teilung Polens, wieder gutgemacht werde; um Mesopotamien und Arabien den Türken znrückzu- geben. um Jerusalem wieder unter die Herrschaft Konstantinopels zu bringen, um Griechenland denstni 7 en auszuliefern, die es verraten baben, um die Heilung der Leiden Rumäniens, Serbiens und Montenegros zu verhindern. Ein alter Sinrpel. Im Senat hielt der 85jährige Senator Gouzy eine Ansprache. worin er die Deutschen als barbarische Horden schilderte. die in ihrer bestialischen Schändlichkeit die Mordbrenner Tschingis-Khan und Tamerlan Übertresen. Er nannte die Deutschen Räuber und Frauenschänder, den deutschen Soldaten das Ebenbild des Schinderbannes Eine Viertelstunde lang sprach der Senator in den gröbsten Sckümpswortei, vom deutschen Kaiser. dessen Leben er !n behaglicher Breite mit Nero verglich. Er kramte die bluttriefenden Stellen der französischen Greuelberichte aus den ersten. Kriegsmonaten aus und verlangte dann die exemplarische Bestrafung der Hohenzoll^rnfamilie durch einen Entenreeerichtshof Gouzy schloß unter stürmischem Beifall: „Mit aller Kraft und aller Feierlichkeit proklamiere rch das Ziel: Krieg bis zum äußersten, bis der deutsche Raubstaat und sein Kaiser niedergeschlagen sind." jTfr Stur? hg im'rnlHrfff« lleist Zu dem Sturz des auitral.schon Ministerpräsidenten Hughes schreiben die „R. Zürcher Nachrichten": So tst denn der australische Kriegsheros, Mr. Hughes. gefallen, gestürzt über das, Volksverdikt, das ihm vor einigen Wochen zuteil wurde. Er wollte fein Kriegswerk mit der Einführung der obligatorischen Dienstpflicht krönen. Die Mehrheit der australischen Bürger aber hatte genug, und sie warf dem einst von ihr Hochgefei etter, die zugedachte Bescherung an den Kopf. Der bis vor kurzem Allmächkge muß gehen. Die Verwünschungen feines Volkes w erden sein Begleiter auf dem ferneren Lebensweg ie-n Seit August 1914 hatte die englische Kriegspolitik keinen fanatischeren Anhänger im ganzen großen Weltreiche als Mr^ Hughes. Ob er an den Rrichskonferenzen in London sprach oder in Volksversammlungen zu Sidney und Melb-vurnc oder im australischen Parlamente, immer war es eine wilde und wallende Kriegshetze Das muß Mr. Hughes der Neid lassen, er wußte nicht nur zu hetzen, sondern auch zu schaffen. Er hat Dt- visienen über Divisionen aus Australien nach Europa dirigiert, und fein Laad auch zu gewaln'gen finanziellen Leistungen für den Krieg zu begeistern gewußt. Es war ein rauhes und rohes, zum Terl auch ein entfetzl'ch. ungezügeltes Trnppenmaterial, tas von dorther kam — wir erinnern nur an die Australier- greuel in Aegypten. Immerhin waren es abgehärtete, draufgängerische Kerle, die in Dutzend Schlachtberichten lobend erwähnt wurden. Aber die Kehrseite der Medaille zeigte sich mehr und mehr. Schon bei den Dardanellen verbluteten australische Brigaden, und der Name Eallipoli wird für alle Zeiten ein größter australischer Tote, racker bedeuten, der noch größere freilich Flan. dern, wo die dortigen Schlachten die australische Jungmänner- weli zu ungezählten Tausenden niedermabten. Jetzt mochte man im fernen Australien sehen, datz die Worte von Mr. Hughes nicht nur mit gutem australischen Gelde. sondern mit Strömen noch viel wertvolleren australischen Blutes bezahlt werden mußten. Das ohnehin, viel zu dünn bevölkerte Land mochte mit Schrecken entdecken, datz es der eigentlichen Entvölkerung von seiten der weißen Rasse zusteuere. Daß weiß aber jeder Australier, datz der Niedergang der Weißen dort den siegreichen Aufstieg der verhaßten „Gelben", der Japaner, und das Ende der Herrschaft der elfteren bedeutet. Das war ja auch wieder ein tragisches Kapitel der kriegspolitifchen Tragödie Englands, datz es mit ihr^ie Erhaltung des fünften Erdteils für die weiße Rüsle aufs Spiel setzte. Dazu kam aber noch anderes. Durch . den deutschen U-Boottrieg konnten die Ernten an Getreide und Wolle nur noch ganz spärlich verfrachtet werden. Ein riesiger Erutesegen ging unaufhaltsam teilweise der Verderbnis entgegen. Ferner fehlten für die Bestellung der Ländereien mehr und mehr die Arbeitskräfte. Australien fand sich getauscht und betrogen, verwünschte den Krieg, verwarf die obligatorische Militärpflicht und — stürzte seinen Kriegsgott Hughes. Für die allgemeine Lage ist dessen Sturz für den Moment kaum von besonderem Belang. Aber als Symptom ist das Ereignis ren großer Bedeutung. Eine wichtigste Dominion Eng. lands ist krieysscheu geworden. Wie lange wird es noch dauern, bis es auch in Kanada so sein wird — denn schon rumort e» auch dort bedenklich — wie lange noch di, die .LSereinigte« Staaten von Südafrika" Nachfolgen? Da» ist dann der schwerste innere Krieqsverfall. den Großbritannien treffen kann. Darum bedeutet der Fall von Mr Hughes für dasselbe mehr denn eine verlorene Schlacht. Es war der Träger des Weltkriegsgedan- kens. Jetzt naht das Schicksal eines Weltabfalles von ihm. vor- läufig nur ein erste» Abbröckeln, dann aber ein krachender Einsturz. Der australische Lloyd George ist gefallen. Wie lange noch, rmd der andere folgt ihm nach? Die Schweiz braucht keinem von beiden Tränen nachzuweinev.--- . » '^4, PuMano. £*< • Die Republik am Don« Petersburg, 10. Jan. (WB.) Aus Rostow wird" ge* meldet, datz in diesen Tagen die Verkündigung einer unab* hängigen Republik der Dongege,rd erfolgen wird. Bei der Kabinettsbildung wird Kaledin vermutlich den Vorsitz unti das Kriegsministerium, Seeler das Justiz-, Agekoff das Unterrichts-, Parvmonow das Handelsministerium übev nehmen und Bogajewski Staatskontrolleur werden. ' * Petersburg, 10. Jan. (WB.) Abteilungen der Bolfche^ wiki nahmen die Stationen Debalzewo (im Tonezgebiet). Snowska und Semenowska. Aus Kiew wird gemeldet, daß der Widerstand gegen die Rada wächst. Unter den Truppe» der Hauptrada herrscht große Erregung. Wladiwostok. Basel, 12. Jan. Nach einer New Aorker Havasmelduntz wird aus Tokio berichtet. Japan sei bereit. Truppen nach Wladiwostok zu senden, wenn die Interessen der Alliierten bedroht würden. Die Lage in jener Gegend sei kritisch. Man müsse die in der Amurgegend internierten 80 000 deut- scheu Gefangenen unbedingt überwachen. Ein Ausruf Krvlenkos. Petersburg, 12. Jan. (WB.) Wie das Reutersche Bureau meldet, bat Krylenko eine lange Kundgebung er- lassen, in der er schildert, wie die russische Republik und die Arbeiter- und Soldatcnräte von Fe'mden umgeben seien, und in der er den heiligen revolutionären 'Krieg gegen das russische. deutsche, englische und französische Bürgertum ins Auge faßt. Er sagt, für diesen Zweck müsse ein neues Heer ansgestellt werden. Er fordert daher alle Regimenter Bataillone und Kompagnien auf. in dieses einzutreten. Kaledin. Stockholm, 12. Jan. (WB.) „Nasch Wjack" veröffent- licht eine Unterredung mit Kaledin, in der dieser erklärte, der Gedanke einer konstituierenden Versammlung sei für gebildete Menschen zweifellos wertvoll, für die breiten Maff-^ jedoch ganz gleichgültig. Es sei jetzt nicht an der Zeit, sicb mit solchen Fragen zu beschäftigen, da die Aufgabe vorläufig darin bestehe, die eigenen Gehiete zu retten. Ans zuverlässiger Quelle verlautet, daß Kaledin in drahtloser Verbindung mit dem englischen Hauptquartier in Mesopotamien steht. Die Russen in Frankreich. Dern. 11. Jan. (WB.) Die russische Kolonie ln Lausanne erfährt aus zuverlässiger Quelle, daß die Russen in Frankreich von der Bevölkerung außerordentlich schleckt behandelt und in Verruf erklärt werden. Das Leben ist für sie gegenwärtig in Frankreich ein wahres Martyrium. Dazu sind Nachrichten eingetroffen, daß auch neuerdings wieder unter den Mannschaften der russischen Hilfstruppen Er* schießungen vorgenommen wurden. Mng des UlaMkN Mksrs'ktz. Wilna, 11. Jan. (WB.) Der Korrespondenz B wird aus Wilna vom 10. Januar gemeldet: Die Versammlung des litauischen Landesrates wurde durch den Verwaltnngs- chef Ob-Ost. Unterstaatssekretär von Falkenhausen, mit einer längeren Ansprache eröffnet, in der er aus die Bedentuna der Stunde hinwies. Der Präsident des litauischen Landesrates, Dr. Smetowa, antwortete namens des Landesrates. Nachdem dann Haupimann Gilsa und Oberleutnant Klügler als Kommissare der Militärverwaltung Litauens borge- stellt lvaren und Präsident Dr. Smetowa, unterstützt von dem Schriftführer Klimas, den Vorsitz des Landesrates über- nommen hatte, wurden Vorträge über die den Wiederaufbau des Landes betreffenden Angelegenheiten gehalten. an die sich Diskussionen entschlossen. Auch aus der Mitte der Versammlung wurden dann verschiedene Fragen zur Erörterung und Aussprache gebracht. Zur Erledigng dieser Frager» wurden mehrere Kommissionen gebildet. .. - Koten. Aus dem Haag. Das polnische Preffebureau schreibt' Der Besuch der polnischen Regenten beim Deutschen Kaiser ist eine sehr bemerkenswerte Tatsache. Der Führer der Abordnung, Fürst Lubomirski, der von den Russen zum Stadttesiden- len von Warschau ernannt worden war nahm gegen die deutschen Behörden ursprünglich eine sehr kühle und reserviette Haltung ein. Erst der Gang der Ereignisse brachte ihn. ebenso wt« die beiden anderen Regenten, den Erzbischof Kakowski und den Grafen Ostrowskis die ebenfalls pazifistisch gesinnt waren, zu der Ueberzeugung. daß für die Polen die Formel „ex Oriente lux^ nicht paßt, da die gesamte polnische Kultur aus westeuropäische« Fundanrenten aufgebaut ist, und daß der Anschluß an die Mittelmächte eine natürliche Folge der taffachlichen Ereignisse war. Die Rede des Fürsten Lubmorski war auch deshalb bemerkenswert, weil darin dem Deutschen Kaiser als Friedensfürst gehul. dgit wurde. Wien. 12. Jan. Au» Lemberg wird berichtet: In einer hier' abgehaltenen polnischen Bürgerversammlung wurden nach den Ausführungen des Obmann-Stellvertreters des polnische» Klubs, Dr. Glombinski und nach eingehender Debatte über dis pclnlsche Frage im Zusammenhang mit den Verhandlungen bet; Zentralmächte sowie mit dem Verlauf der Friedensverhandlun- gen in Brest-Litowsk eine Resolution angenommen, in der auf^ die mwerjährten Rechte und Besttebungen der polnischen Ratio» hingewiesen wird. Gegen die Versuche, die Unabhängigkett Poe< lens in Frage z« stellen, wird Verwahrung eingelegt und eW gegen dem ukrainischen Teilungsprogram» die V«einigunr' von ganz Galizien mit dem Königreich Pole« «nter Sicherstes lung der nationalen Miuorttüte» al» geeignete LSpmg zeichnet,^. ' ■ - ' Warschau. 10. ^f.n. (WTB.) Die „Gazette de Lausanne^ luachle unlängst eine Mitteilung, wonach im Juli 1917 als di- rette oder indirekte Folge des Mangels an Lebensmitteln in Warschau 6V 000 Todesfälle Zu verzeichnen gewesen wären. Die Warschauer polnische Presse verweist demgegenüber darauf, daß die LatfächlicheSterblichkeitsziffer zehnmal geringer war. Da- Lei weisen die heisen Sommermonate Juli und August die ver- Zeit die Brechdurchfälle der Kinder häufig sind und in jedem Zeit die Brechdurchfälle der Kinderhäuftg sind und in jedem Sommer die Nnhr auftritt. RMsfaMrÄMllh! ln Al!!!htN-ßi!lijgfSVerdü. BimtzM, 12. Jan. (WB.) Bei der gestrigen Neickstaatz- erfatzwahl im Wahlkreise Bautzen°Bisckofswerda wurden für Jnstizrat Herrmann (Kons.) 6986. für Kaufmann Pudor (Fortsckr. Vp.) 3521 und den Landtagsabgeordneten Uhlig (Soz.) 6141 Stimmen abgegeben; 47 Stimmen waren un- giltig. Zwei zersplittert. Demnach hat Stichwahl zwischen Herrmann und Uhlig zu erfolgen. Bei den Wahlen 1912 erhielt der verstorbene Abgeordnete Gräfe 13.354 Stimmen, der Sozialdemokrat Bock 11.412, der fortschrittliche Kandidat Pudor 7889 Stimen. In der Stichwahl siegte Gräfe mit 17,430 gegen 15.092. Ein Vergleich der Hauptwahlziffern von 1912 mit denen der Ersatzwahl von 1913 ergibt, daß die konservativen Stimmen um 48 Prozent, die sozialdemokratischen um 44 und die fortschrittlichen um 55 Prozent sich vermindert haben Die „Frankfurter Zeitung" setzt sich natürlich bereits für ihre roten Freunde ein. Sie meldet: Dresden, 12. Jan. Die Fortschrittliche VoTspartei wird voraussichtlich bei der Stichwahl die Wahlparole für die Sozialdemokratie ausgeben. Aetr Maiilsias Grzberger. Eine dringende Bitte um Aufklärung über die Juli- dorgange richtete das „Düsseldorfer Lagblatt" an die Partei- amtlichen Stellen des Zentrums. Es ist dies nicht nur eine dringende Bitte, sondern auch eine Enthüllung von an- Lernend nicht geringer Tragweite. Es heißt in diesem VE Es .st der weiteren Oeffentlichkeit bis jetzt noch nicht bekannt geworden, daß der Abgeordnete Erzberger seine vielbesprochene Aktion im Hauptausschuß des Reichstages *™ vorigen Jahres unternommen hat, nachdem in «>ner Besprechung mit dem damaligen Fraktionsvorsitzenden Spahn abgemacht worden ivar, daß sie unterbleiben sollte- m dann, als Herr Erzberger sich nicht darum kümmerte, Herr Spahn in höchstem Unwillen sofort den Fraktionsvor- sitz mederlegte und nicht, wie uns gesagt, wegen seiner Be- rufung zum Justizminister. Er nahm vielmehr diese Be- nifung an. weil er für ein ersprietz ichss Wirken in der Fraktion durch das Verhalten des Abgeordneten Erzberger keine Möglichkeit mehr sah. Rach dem die politische Lage sich seit den Julitagen so verändert hat, daß die ganzen da- mals angenommenen Vorausietzungen hinfällig geworden sind, kann unseres Erachtens kein Bedenken mehr bestehen nunmehr der wetteren Oeffentlichkeit die wirklichen Voraus-' sehungen und die Ziele der Jultt-ntschließung mitWtetten. damit inan em sicheres Urteil über die ganzen Vorgänge ge- wmncn kann. Und darauf hat die Oeffentlichkeit ein Recht Die Zentrumöpartei ist durch dieselben in eine der ernstesten Krisen. seit ihrem Bestehen gebracht worden und der Riß kann nicht zuheilen, bis eine restlose Aufklärung gegeben ist. A es wahr, daß die Entschließungen des Reichstagsaus- schusses (gemeint ist der Neichsaussckuß der Zentrumspartei &er tm Herbst in Frankfurt a. M. getagt hat) und viele,' ; 0 in der Nelchstagsfraktion durch unwahre Angaben be- ^.lußt worden sind? Es muß eine volle Klarstellung und »ttchtlgstellung geschehen. Dnm Äapitalahtzirdnttgssteletz. Wiederholt sind Fälle vorgekommen, daß Kriegsverletzten, denen schon eine Kapita abfindung in Gemäßheit des Kaptta'abfiiidungsgesetzes bewilligt worden war, diese nachträglich anf Grund erneuter ärztlicher Untersuchung wieder entzogen worden ist u. ä. Ein solches Verfahren, das geeignet ist, schwere Unzuträglichkelten herbeizuführen, ent- wricht m-cht den Absichten und dem Gebiet des Kapitalab- flndungsgesetzes. Das Kriegsministerurm hat nunmehr Unordnungen getroffen, die dem ein Ende machen. Es hat insbesondere bestimmt, daß bei Erlaß eines zu- stimmenden. Kapitalabfindungsbescheides gleichzeitig auch eme BeMmigung des Inhalts zu erteilen ist. daß ein gänzlicher Fortfall der Rente nie emtrxtt und daß ferner die Entziehung der Zulage, an deren Stelle die Kapitalab- srndung tritt, ausgeschlossen ist. Vom Felde der Ehre. r Beienheim. Gemerrrdecinnehmer Stein, z. Zt. Un- doffizter im Landstnnu-Bataillon Friedberg 18/10. erhielt das Eiserne Kreuz zweiter Klasse. Dorn-Assenheim. Den: Landsturmmann Wilhelm E m- vach, der seit 1915 eingezogen ist und in Rußland, Serbien und Frankreich gekämpft hat, wurde des Eiserne Kreuz zweiter Klasse verliehen. Mt der Hessischen TapferLstts- awdcülle ist er schon früher ausgezeichnet worden. Dtarben. Vizewachtrneister Richard Wendel bei einer Srchrpark-Kolonne. wurde zum Leutnant d. R. befördert __“ ' " ■ n Ans der Heimat. Kartoffelversorguttg. Es scheint in der Bevölkerung die Melniing verbreitet zu sein, daß infolge der diesjährigen guten Kartoffelernte die Vorschriften der Verbrauchs- regelung nicht eingehalten zu werden brauchen. Diese Ansicht ist eine durchaus irrige. Während im Frieden von Juni ab schon viele ausländische Kartoffeln verzehrt wurden, müssen wir letzt noch 7 Monate mit unseren eigenen Kartoffeln auskommen. Dazu kommt, daß sich selbst bei einer Verwendung von nur 1 Pfund pro Kopf nnd Tag der Kar- toffelbedarf gegenüber dem Friedensbedarf verdreifacht hat. Deshalb muß streng auf die Einhaltung der für den Ver- brauch erlassenen Vorschriften gesehen werden. Es ist nun wiederholt die Wahrnehmung gemacht worden, daß einzelne Familien, die ihren Wintervorrat an Kartoffeln im Keller haben, sich an die gesetzlich festgesetzte Wochenkopfmenge von 7 Pfund nickt halten und mehr Kartoffeln verbrauchen. Es sei ausdrücklich darauf hingewiesen, daß diese Familien unter keinen Umständen im nächsten Frühjahre Winterkartoffeln erhallen werden. Sie werden aussch ießsich auf Dörrgemüse und getrocknete Erdkohtraben an Stelle der zu früh verbrauchten Kartoffeln angewiesen sein. Es liegt daher in Jedermanns Interesse und ist dringend erforderlich, daß der Wochenveröraiuh von 7 Pfund auf den Kopf jede Woche im voraus durch Abwiegen festgestellt wird und FC. Okarben, 9. Zar:. Der Lolomotivherzer Wallrass. ve< einen Güterzug begleitete, wurde in der Nahe der hiesigen St», Lion von einem anderen Zuge überfahren und getötet. Wallratz wohnt in Frankfurt am Main. sr. Hanau, 10. Jan. Ein Landwirt ans Bruchköbel M Hanau hatte einen Strafbefehl über 600 Mark erhalten, weil er dem Brauereibesitzer Orschln in Hanau einen Posten Runkel- rüben verkauft und dabei 3 Mark für den Zentner gefordert und erhalten hatte, obgleich der Höchstpreis nur 1.50 Mark betrug. Orfckler war in eine Strafe von 50 Mark genommen wurden. Beide erhoben Einspruch und wurden heute vom Schöffengericht fteigesprcchen. der Landwirt deshalb, weil er mit dem Verkauf überhaupt nichts zu tun gehabt hatte. Sein Sohn, der jetzt Soldat ist, war Besitzer und Verkäufer der Rüben, Orfchler. ttiig. nete nicht, 3 Mark gezahlt zu haben. Er habe in gutem Glauben gehandelt, über die D'rckirurzp reise sei er gänzlich ununter, ricbtet gewesen, da er noch nie Runkelrüben als Pferdefutter gekauft habe. FC. Frankfurt am Main. 11. Jan. Eine Frau sprang im Hauptbohnhof auf den bereits im vollen Fahren begriffenen Schnellzug nach Heidelberg, sie glitt ab und kam zwischen Bahn, steig und Wagen zu liegen. Als der Zug vorüber war. sprang die Frau auf und erklärte, es fei ihr nichts geschehen, nur etwa», erschrocken sei sie. FC. Vom Main. 11. Jan. Die Weinernte in Unttrfrankea im Jahre 1917 betrug runv 72V00 Hektoliter mit einem Wert daß unter keinen Umständen mehr a's die sich so ergebende i ccn run * 22 Missionen Mark Das ist da; günstigste Herbst- srr> die Gemeinden Jphofen eine Astrte im Werte von 1.2 Millionen Mark. Thüngersheim von ca. 2 Millionen Mark. Randersacker von VA Millionen Mark. Escherndorf von ca. 1% Millionen Mark, Nordheim von ca. 2 Millionen Mark. Sommerach von nahezu 1 Million Mark die Stadt Würzburg von mindesten« 4 Millionen Mark eingehcimst. Die Gemeinden hatten vielfach drei Viertel bis voll Herbst. FC. Vom Main, 8. Jan. Prinz Waldemar von Preußen der älteste Sohn des Prinzen Heinrich ist aus dem Hauptquartier konlmend zu Besuch bei den Fürstlich Leining'schea Herrschaften in Amorbach eingettoffen. FC. Alsfeld, 10. Jan. Mehgermeister Helfenbein, dahier. hat eine Samme'stelle für frifchgeschosiene Krähen. Dohlen und Elstern, die als Nahrungsmittel dienen sollen, errichtet. Er zah't für Krähen 75 Pfennig, für Dohlen und Elstern je 50 Pfennig. FC. Hirzenhain,- 9. Ja«. diesem Jahre sind 350 Jahre vnfltssen. seitdem das hiesige Eisenwerk, das für Hirzenhain urch die Umgebung von höchster Bedeutung ist. b-steht. Es wurde vou dem Grafen Ludwig von Stollberg gegründet und ging, nachdem es in Psenburgischen und dann wiederum tm Stollber- gischen Besitz gewesen, im Jahre 1869 in den Besitz der Familie Buderus über, die es von 1801—1869 bereits ia Erbpacht gehabt hatte. Aus StarVenburq. FC. Aus dem R»ed, 10. Jan. Dem Mühlenbcsitzer Gärtner in Slockstadt wurde der Betrieb geschlossen, weil er sich cls unzuverlässig erwiesen hat. — Nunmehr sind sämtliche Genreurden des Kreises Groß-Gerau in die Verdunklung-- zone einbezogen worden, sodaß fortan alle Jnnenbe'ench- tungen von Häusern und Fabriken abznblenden sind. FC. Venshe'.m, 11. Jrm. Bei der letzten im hiesigen Stadt- walde ab^ehaltenen Holzversteigerung wurden ungewöhnlich hohe Preise erzielt: 100 Buchenwellen wurden mit 100 Mark bezahlt. Unter 160 Mark ging kein« Klafter Buchenscheit. Holz ab. FC. Benshrlm, 11. Jan. Am 15. Jamrar d. I. tritt hier die Erhebung einer Btllettsteuer in Kraft, die für Theatervorstellungen aller Art, Kinos usw. erhoben wird. Die Steuer beträgt zehn Prozent des Eintrittspreises, mindestens aber 5 Pfg. für den Einzel-Einttittspreis. FC. Bensheim. 9. Jan. Dir Milchpreise wurden nm 2 Pfg. pro Liter, also auf 42 Pfg., erhöht mit Rücksicht anf die g^stei- gsrten Produktionskosten. Außerdem wird damit gerechnet, daß die Erhöhung auch eine vermehtte Milchabtteferung, die leider m letzter Zeit sehr zurückgegangen, zur Folge hat. AuS Rhcinhesie». FC. Mainz, 9. Jan. Prälat Forschner, Pfarrer von St. Quintin, ist 75 Jahre alt gestorben. Vielfach journalistisch tätig, war er Gründer der katholischen Männervereine Hessens. Auf Katholikentagen und sonstigen größeren Versammlungen spielte er eine hervorragende Rolle. Nach dem Tode des Bischofs Haff, ner stand sein Name auch als Kandidat des Domkapitels auf der ^Vorschlagsliste, wurde aber von der Negierung gesttichen. In der Pfarrei St. Quintin wirkte er seit 1898 und war als Geistlicher eifrig tätig und sehr beUebt. Er war aus Dtenbeim ftr Rhetnhesien gebürtig FC. Kvstheim, 10. Jan. Ein in der hiesigen kvtholrscheni Kirche aufgestelltes Lpferchtöckchen würbe erbrochen und seines Inhalts bemubt. Auch Teile der Weihnachtskrippe wurden stilntzt. Aus HeffkN-Rassau. . FC. Schierstrl«, 9. Jan. Zwei halbwüchsige Bursche» brachen gestern Abend burch das Hoftor in dsn Laden de- BäckermeisterS Hafsinger dahier ein, erbrachen die Kaffs mrd stibitzten daraus eine Brieftasche mit 231 Mark und daS übrige in der .Kaffe befindsiche Geld im Betrage von 300 Mark sowie eine Partie Brotkarten. Hassinger, der sich während der Zeit nebenan im Wohnzimmer befand, wollt« sich auf ein Geräusch hin in den Laden begeben und sah gerade noch, wie die jugendlichen Diebe die Türe hinter sich! zunrachten und auf die Sttaße eilten, wo sie in der Dunkelheit unerkannt verschwanden. roen. , : ■- —c— Verantwortlich für den politischen und lokalen Teil: Ott> Hirschel, Friedberg: für den Anzeigenteit: R. Hey ner Frredberg. Druck und Verlag der „Neuen LageKzertung^ A- G.. Jnedbero i. Ä Graue Gefahren. SRojncm aus der Gegenwart von M. Gvntard ° Schnck. 15} - Liachdruck verooten. „Wie lange hast Du Urlaub?" »Fünf Tage. Jcki werde aber schon einen Tag früher fahren, weil ich noch nach der Wilhelmstraße muß." „Etlvas Wichtiges? Na. schweig nur! Ich will nichts wissen." „Es ist auch nichts Besonderes. Ein mündlicher Auftrag. den ich mitzunehmen habe." „Gut! Mündliche Aufträge sind immer gut. Manches würde besser sein, wenn im dip'omatischen Verkehr alles mündlich abgemacht werden könnte." Alfred lachte. „Das dürfte doch ein wenig beschwerlich fein. — Aber sag mir doch wo ist Gina? Ich möchte sie begrüßen. Ob sie schon weiß, daß ich hier bin?" Ein Schatten huschte über die eben noch lebhaft blitzenden Angen des alten Herrn. ..Wob' kaum! Du kamst ja ganz unverhofft. Arme Gina! Sag ihr vorläufig noch nichts, man kann nie wissen?" Er sprach nicht weiter. Er scheute sich vor seinem Sohne seinen geheimsten Wünschen Worte zu geben. Hoffte er doch trotz alledem, daß diese Verbindung, die in seinen Augen nun einmal ein Unglück war, noch durch das Schicksal hintertrieben werden würden — Sfwf dem Wirtschaftshose von Schloß Tannenberg ging es sehr lebhaft zu. Gräfin Regina Wangenkeim, die Pflegetochter des Hanfes, fütterte ihre gefiederten Lieblinge. Wie die Fee im Märcken stand sie inmitten einer Schar Hübner. Tauben. Gänse und Enten. Alle drängten sich an sie heran. Alle wollten die Körner ans ihrer Hand picken. Die Tauben ließen sich zutraulich auf Schütter» und Arme nieder und sogar der Spatzen freches Gesindel mischte sich unter den Schwarm der Hungrigen. „Ein Bi'd zum Malen." dachte Alired von Werkheim, als er um die Ecke der aroßen Scheune bog. „Guten Morgen, Gina!" rief er und schwenkte den Hut. -.Das ist ja der reinste Markusplatz hier." Erschrocken wandte Gina den Kops. Aber rasch hatte sie sitz gefaßt. „So? Giht's denn da auch Gänse?" fragte sie neckend und legte ihre kleine, feste Hand in die seine. „Auch die gibt es zuweilen dort," antwortete er lachend, „wenn sie auch nickt immer Federn haben." In weitenr Bogen schleuderte Regina den Nest ihres Futters umher. Schreiend liefen ihre gefiederten Freunde davon. „Welcher günstige Wind hat Dich denn so plötzlich hierher gewebt?" fragte Regina im Weiterschreiten. „Geschäfte!" antwortete er ausweichend. „Wußtest Du schon, daß ick hier war?" „Mamsell sagte es vorhin. Sie hatte Dich kommen sehen, aber ich wollte es gar nicht glauben. Bleibst Du lange bier?" „Nein, nur einige Tage. Vor meiner Abreise muß ich erst nock nach Berlin." „Und bleibst Du nock länger in London?" „Ja, ich denke doch." sagte er zerstreut, „wenigstens hoffe ich es." Er sah nickt den Zug der Enttäuschung, der über das frische, luftgebräunte Gesichtchen huschte. Seine Augen ruhten gedankenvoll auf den kleinen Füßen der neben ibm Schreitenden. Ein fester, aber trotzdem durlbaus vornehm wirkender Stiefel umschloß eng den schön geformten Fuß. Kräftig und sicher schritt sie neben ihm. Halb unbewußt verglich er Helen Douglas mit Gina Wangenheim. — Er konnte sich Helen nicht recht in diese Umgebung bineindenken. — Er raffte sich auf. Wie kam er nur dazu, Vergleiche anzustellen? Eines schickt sich nicht für alle. Und He'en brauchte ja auch nickt auf dem Wirtschaftshofe von Tannen- berg die Hühner zu füttern. Reaina beobachtete ihren stummen Begleiter einige Augenblicke. „Du bist ja schon der reinste Diplomat geworden, Alfred." „Lmewr fragre er verwundert. also,"^"° Diplomaten sind ja doch bekanntlrch schweigsam. „Verzeih, Gina, ich war ungezogen.« bat er mmritti« m-ll s 9 i n ° mh ; i0 Verschiedenes im Koche kiernm.' Reifet Du, daß Du reckt groß geworden bist! Seit Deiner Elniegnung bist Du mindestens um einen Koch gewachsen. Und so hübsch bist Du geworden! Es wird nicht lange finden " ° mel ' ben ^ 010 freier auf Tannenberg ein- . Sie errötete vor Vnguügen. „findest Du?" fragte sie wendig. freue mich, wenn ich recht groß werde fa groß wie Du will ich sein. Aber bübsch! Bah. wozu brauche ich denn hübsch zu sein! Mich sieht ja doch niemand und für den Onkel bin ich schön genug." „Und die Freier?" „Ach hie Freier! Ick brauche keine! Es braucht keiner zu kommen. Ich werde überhaupt nie heiraten!" „Na. na, na!" „Ganz gewiß nicht!" sagte sie heftig. „Was sollte denn ans dem Onkel werden, wenn ich auch noch von ihm gehen wollte?" „Aber einmal wirst Du ihn doch verlassen, Gina. Paß nur ani, wenn erst der Rechte kommt." . Sie schüttelte hartnäckig mit dem Kopfe. „Ich bleibe hier!" sagte sie fest. „Und hast Du nie Heimweh nach der Wangenburg?^ fragte er nach einer Pause. Sie senkte einen Augenblick wie schuldbewußt die Lider, sah ihm aber dann offen in die Augen. „Ich Hab' auch die Wangenburg lieb, natürlich! Ist es d^ck meine Heimat. Wer dort bah ich niemanden mehr seit Vo^er und Mutter tot sind. Die einzige, an der ich hänge und die auch mich liebt, Hab ich mitgebracht.- „Deine alte Dorothea, nicht wahr?" Fortsetzung solar. Äekountmachnng. , Vom 13. Januar ab fall n an Sonn- und !\fei?rt«nen bis auf me\U\eö aus die Per-onenmge 7.4 Marburg ab m nrm. Frank- iu?t an 12 10 naefm. und 730 Marburg ab Cfr vorm. © c&en an 7*- uonn. ^. 732 Marburg ab vorm. Frank urt an 9 M vorm, der fr5ocr zwischen Marburg und Gießen werliags und von Gießen f. 1 ? y r ?-J 1Jrt töglief) fuhr, wird auch von Marburg bis Gießen täglich befördert. - u _MW e EiskliblißMlklli'M ftrantsiirt (üJinin). Geldlotterie I Einen Lauterbacher snit sofortigem Gen inn-Entscheid! Hess. Landesyerein vom Roten Kreo 2 und Alice-Frauenverein. Losbriefe zu I Mk., 5003 Gewinne in bar ra t SS AOO Alk. Hervo rragendeGewirnaussichfen! JodesZO. Los gewinnt! Sof. Gewinn- Anszahl. Losbriefe z.! AL, II St. 10M 8'ß»H Klaeuna, Friedberg (Hessen). 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