Unmmer 8 Donncrslag. den 10. Jannar 1918 Di? ..^etie r- n^esreiiunH" er cheml ,eden Wertta-. Repeimahtge Beilaoen ..Li-r ^auer ans Kellen" Sie ^ninn^»k-" ^ ^ . dm u rntt noch das Bestellgeld: -ei den ' Zenten trona-It* «5 Ptg. einchließlich Trägerlotm. Anreisen: Gründetle L Psg. cotale 20 iMq bergen üTauZT ^ :'-r^"nason Frtedbera. Schrift,eilnns nnd Seeta-r --nedb-ra iHenen.. >ana.,er traue 12. Worein 1 S Ba ttet- >'2 " >-röen .ukch Bo rnachna ms SS- ,-*cr< 'r?rr: ito ^tr. HV). J r c?r, nsrt (,. i . Missns Forderungen. Cr VMjl mit George in dasselbe Horn. — Wütige Uerlnsie der Engländer und Franzosen. Reiche TanchbooLärnte. Zer deutsche Generalstad --'™ —■ tii S «*■£ ♦ ■■ —ii. meldet W. T. K. Trotzes HarrpSqnarriev, derr S. Januav. Amtlich. Westlicher Kriegsschauplatz. r Heeresgruppe Zt r o n p r , n z N u p p r e ch t. Unter starkem Feuerschutz stieben englische Erkundungsabtei» ttmgen gegen den Südrand des Houthou'.ster-Waldes vor. Einige Kompagnien griffen an der Bahn Voesinghe-Staden an. An keiner Stelle konnte der Feind unsere Linien erreichen; in unserem Feuer hatte er schwere Verluste. Beiderseits von Lens lebhafte Artillerietätigkett Oestlich von Bullecourl fanden mehrfach Handgranatenlämpfe um kleine Grabenposten statt. Westlich von Flirey brachen die Franzosen am Nachmittag nach heftiger Feuerwirkung in vier Kilometer Breite zu starken Angriffen vcr. An einzelnen Steven drang der Feind in unsere Postenlinie. Ein Versuch, über ste hinaus Boden zu gewinnen, scheiterte. Unsere Gegenstöße warfen den Feind irn Laufe der Nacht überall ln seine Ausgangsstellungen zurück Oesilicher Kriegsschauplatz. Nichts Neues. Mazedonische Front und italienische Front. Die Lage ist unverändert. Der Erste Eeneralguartlermeister: Ludendorsf. Adend^ericht. Berlin, 9. Jan., abends. (WTB. Amtlich.) Bon den Kriegsschauplätzen nichts Neues. | Zer österreichische Generalstab j] Wie«, 9. Jan. (WTB. Nichamtlich.) Amtlich wird vcr- larttbart: Oestlicher Kriegsjchanplrrtz. Waffenstillstand. Italienischer Kriegsschauplatz. Infolge ungünstiger Sichtverhältnisse blieb die Gesechis- kätigkeit auf einzelne Feuerüberfälle beschränkt. Der Chef des Generalstabcs. Nie Kriegslage. Berlin, 9. Jan. (WTB.) Am 8. Januar versuchten an der Westfront die Engländer und Franzosen mit stärkeren Kräften sich Erkundungcergebu'sse zu verschaffen, die ihnen bei Patrouillengefechten am Vortage versagt blieben. Sie holten sich überall schwere blutige Schlappen. In Flandern, wo sich im Gefechtsgelände selbst die Zugangsweoe viele Kilometer weit hinter der englischen Front infolge des Winterwetters in völlig trostlosem Zustande befinden, versuchten hinter heftigen Feuerwellen starke englische Abteilungen sich durch den zähen Schlamm gegen den Südrand des Houthoulster Waldes vorzuarbeiten, während mehrere englische Kompagnien an der Bahn Voesinghe-Staden angriffcn. Die nur langsam durch das Trichterfeld vorkommenden dichten englischen Sturmwellen faßte unser vernichtendes Sperr- und Abwehrfeuer wnd ließ nur Teile von ihnen an der Bahn Doesinghe-Staden bis an unsere Linien herankommen, wo sie im Nahknmpf blutig abgewiesen wurden. Die Franzosen schritten ihrerseits westlich Flireh und aus dem dort gelegenen i Walds um 4.15 Uhr nachmittags nach einviertelstündiger stärk, j [teuer Feuervorbereitung mit starken Kräften zum Angriff gegen unsere Stellungen heraus. Der anfangs' eingedrungene Feind wurde in erbitterten bis spät in die Nacht andauernden Nah- ; kämpfen und in kräftigen Gegenstößen unter besonders hohen > Fcindverluston hinansgewsrfen. Sämtliche Gräben sind restlos in unserer Hand. At'.ch im Sundgau, wo am frühen Morgen des 8. Januar starkes feindliches Mincnfeuer auf unsere Stellungen westlich von Mülhausen eingesetzt hatte, wurden vorsühlende feindliche Patrouillen vertrieben. Eigene Ausklärungstätigkeit brachte an vielen Stellen der Front das gewünschte Ergebnis, sowie zahlreiche Gefangene und Beute. Wahrend unsere Artillerie mit Erfolg feindliche Ansammlungen und den Verkehr hinter der Front, sowie Munittons- und Materialiendepots beschoß, belege ten unsere Bombengeschwader mehrfach feindliche Barackenlager sowie die Stadt Dünkirchen mit Bomben und konnten an Bränden und Ezplosionen die gute Wirkung feststellen. Tmrchbooimeidmra. Berlin, 8. Jan (MTV.) Im Atlantischen Ozean und im Aermelkanal sind kürzlich von unseren U-Booten fünf Dampfer und ein Segler versenkt worden. Mit Ausnahme eines waren sämtliche Dampfer bewaffnet und fuhren in Geleitzügen. Einem unserer U-Boote gelang es. durch zähes Festhalten und geschicktes Manöverieren aus ein und demselben Geleitzug drei schwer- beladene Dumpfer zu vernichten. Unter diesen befanden sich die englischen bewaffneten Dampfer „Bernard" (3682 T.). mit Kohlen nach Gibraltar, „Bristol City" (2511 T.) mit Stückgut, hauptsächlich Chemikalien, die nach New Bork bestimmt waren und nach Angabe der Besatzung einen Wert von etwa 40 Millionen Mark hatten. Der Segler war ein Vollschiff von annähernd 2600 Tonnen Große. * Der Chef des Admiralsiabs -er Marine. Nückkehr des Kommandanten der „Emden". Rotterdam, 8. Jen. (WTB.) Der erste Transport der deutschen Austauschaefangenen aus England auf Grund des Abkom- c^ens vom 2. Juli 1917 trifft wahrscheinlicherweise End« dieser Woche in Holland ein. Darunter wird sich der Kommandant des deutschen Kreuzers „Emden". Fregattenkapitän Karl o. Müller, befinden. Es gibt kein Mittel? Der „Baseler Anzeiger" meldet aus Nom: Unter dem auf- sehenerregeuden Titel „Es gibt kein Mittel gegen den U Boot- krieg" veröffentlicht die „Italia" die Liste von achtzehn englischen Schiffen von über 1560 Tonnen, die während der letzten Woche von deutschen U-Booten versenkt wurden. Zlerres deutsches KaperfckM? Der „Zürcher Tage sandiger" meldet- Aus verschiedenen Presst Meldungen geht hervor, daß im Indischen Ozean wieder ein deutsches Kaperschiff tätig ist, das die Zulahrtstraßen zum Noten Meer und dem Suezkanal unsicher machte. Wittons Fricdcu«tt cd-n>^rnneu. Bafel, 9. Jan. Nach der Neuen Korrespondenz hielt Wilson im Kongreß eine Rede, in der er folgendes Friedens- programm entwickelte: 1. Die erste Bedingung ist der öffentliche Abschluß gegenseitiger Friedensverträge, nach denen irgendwelche geheime internationale Abmachungen nicht mehr abgeschlossen werden dürfen: die Diplomatie muß zu allen Zeiten offen arbeiten. % ' 2. Die zweite Bedingung ist die vollständige Freiheit der Seefahrt außerhalb der Hoheitsgelvässer sowohl zu Friedenszeit als im Kriege, ausgenommen der Fall, daß sie ganz oder teilweise durch internationale Unternehmungen für Anfrechterhaltung internationaler Abkommen geschlossen wird. 3. Soweit möglich, sollen alle wirtschaftlichen Hindernisse beseitigt werden und die Gleichheit der Haudelsbe- diugungen unter allen Nationen, die sich zur Aufrechter- Haltung des Friedens verpf ickten sollen, festgelegt werden. 4. Hinlängliche Sicherheit soll dafiir gegeben und erholten werden, daß die nationalen Rüstungen auf ein Minimum beschränkt werden können, das die Sicherung int Innern verlangt. •\ Unparteilichkeit aller Forderungen, die auf der sink- • Durchführung des Prinzips basieren, daß die Interessen Völker gerade so schwerwiegend wie die Ansprüche der o--'.errungen, die festgelegt werden sollen. 3. Räumung aller russischen Gebldte und eine solche Regelung aller Rußland betreffenden Fragen, daß das beste Zusammenwirken mit anderen Nationen gesichert wird. Rußland wird die freie und volle Gelegenheit gegeben werde;^, unabhängig seine eigene politische Entwicklung und nationale Politik zu bestimmen. Rußland soll aufrecht in der Gesellschaft der freien Völker unter Wahrung seiner Institutionen ausgenommen werden. Rußland soll in allem was es nötig hat und wiinscht, eine mehr als sympathische Unterstützung finden. Die Behandstmg, die Rußland von seinen Schwesternationen fn den nächsten Monaten erfahren wird, gibt den besten Beweis für deren guten Willen und ihr Verständnis für Rußlands Bedürfnisse und für ihre ein- miitige und selbst lote Sympathie. 7. Belgien muß, wie die ganze Welt es gntbeißen wird, geräumt und seine Souveränität wiederhergestellt werden. Keine Handlung wird, wie diese, dazu dienen, das Vertrauen der Nationen tu die Gesetze wiederherznstellen. dre sie für ihre gegenseitigen Beziehungen festgelegt haben, ohne diese bletbt das Völkerecht stets ein Stückwerk. 8. Alle französischen Gebiete müssen befreit und die eroberten Gebiete wiederhergestellt werden. Das Unrecht, das Frankreich im Jahre 1871 zuaefügt worden ist und das den Frieden der Welt vor 40 Jahren aus dem Gleichgewicht ' brachte, muß derart wieder in Ordnung gebracht iverden, daß der Friede im Interesse aller gesichert wird. 9. Eine Verbesserung der ita'ieniscben Grenzen sollte dnrchgefübrt werden entsprechend der klar erkennbaren Nationalitätsabarenzung. 10. Den Völkern Oesterreich-Ungarns, von dem wir wünschen, daß ihm der Platz in den Nationen erhalten kckeibt, soll zum ersten Male die Möglichkeit zu einer autonomen Entwicklung gegeben werden. 11. Rumänien, Serbien und Montenegro sollen wieder errichtet werden. Es sollen ihnen die besetzten Gebiets zurück- gegeben werden. Serbien soll einen freien Zugang zum Meere erhalten und die Beziehungen unter den verschiedenen Bastanstaaten sollen in freundtchaftchcher Weise geregelt wer- den, entsprechend den Beschlüssen der großen Mächte und der historischen Entwicklung. Diesen Staaten soll ihre politische wirtschaftliche und, territoriale Integrität durch die Mächte garantiert werden. 12. Den türkischen Teilen des gegenwärtigen Otto- manischen Reiches soll die Souveränität und Sicherheit garanttert werden, aber die anderen Nationalitäten, die gegenwärtig unter dein Regime des Ottomanischen Reiches leben, sollen auch ibrerseits eine gewisse Sicherheit für ihre Existenz verließen und die Möglichkeit haben, ihre Autonomie zu verwirk ichen. Die Dardanellen sollen dauernd geöffnet bleiben und eine freie Durchfahrt für die Handelsschiffe aller Nattonen unter internationaler Garantie darstellen. 13. Es soll ein polnischer Staat gebildet werden, der alte Gebiete umfaßt, die von unbestreitbar polnischen Nationalitäten bewohnt sind. Polen soll einen freien Zugang zum M""re haben, seine politische und wirtschaftliche - Unabhängigkeit er basten, und es soll seine territoriale Unantastbarkeit stchergestellt werden. Garantien hierfür fallen durch eine internationale Abmackuma geschaffen werden 14. Eine allaemeine Gesellschaft der Nationen soll nebst- det werden aus Grund besonderer Abmachungen, die die Politische und territoriale Unabhängigkeit aller dieser Großstaaten enthalten. Wilson führte zum Schluß seiner Rede ans, daß Amerika zur Erreichung der bevorstehenden Abmachungen und Verträge bereit sei. zu kämpfen und durchguhalten, bis diese ■ Vorschläge verwirklicht worden seien. Anschließend an diese Forderungen fubr Wilson fort: Wir werden bis zum Ende vereint bleiben nnd für diese Regelungen und Abkommen sind wir bereit, zu kämpfen und weiter zu kämpfen, bis sie erreicht worden sind. Aber dies geschieht nur j deshalb, weil wir wollen, daß das Recht siege, und weil wir , wünschen, daß ein gerechter und dauerhafter Friede kommt, wie dieser nur allein zustande gebracht werden kann, indem die hauptsächlichsten Anreize zum Krieg hinwegqeräumt würden. Und dieses Programm nimmt sie weg. Wir sind nicht eifersiich» tig auf die Größe Deutschlands, und nichts befindet sich in diesem Programm, das dieser Größe schadet. Wrr mißgönnen ihn» keinen Erfolg oder keine Auszeichnung auf dem Gebiete der Wisten- schaften oder dem des besonderen Unternehmungsgeistes, womit sich Deutschland so viel Ruhm erworben und fick so beneidenswert gemacht hat. Wir wünschen Deutschland weder aus irgend, welche Weise zu schaden oder seinen berechtigten Einfluß oder seine Macht zu mindern Wir wünschen es nicht mit den Waffen oder mit feindlichen Handelsmaßregeln zu bekämpfen, wenn es sich uns und den anderen friedensliebenden Nationen der Welt anschließn will zur Herbeiführung von Abkommen der Gerechtigkeit, des Rechtes nnd der ehrlichen Handlungsweise. Mir verlangen nur, daß es seinen Platz als Gleichstehender unter den Völkern der Welt, jener neuen Welt, in der wir jetzt leben» ein- nehme, statt einen Platz als Uedcrherrsiher. Entkleidet man die Worte und die Forderungen Wilson» ihres Phrasenwulstes. so erkennen wir, daß die S l A Jahre Krieg und besten Ergebniste spurlos an dem Präsidenten der amerika^ Nischen Völkervampyre vorübergegangen sind. Das Deutsche Reich soll also nicht nur Elfaß^Lothringen, sondern auch noch seine polnisch redenden Landesteile, das sind Posen, Teile West- Preußens und Oberschlcfiens, abtreten. Desgleichen soll Oe st erreich seine italienischen und rumänischen Volksbestandteile ab- gebn und die Tschechen und Slowaken sollen selbständige Staaten werden, mit anderen Worten: es soll nur noch ein Torso von Oesterreich-Ungarn übrig bleiben, dem der Zugang zum Meer gesperrt wird. Ebenso soll von der Türkei nur noch ein schäbiger Nest übrig bleiben. Dagegen wird der Mordbubenstaat Serbien durch einen Hafen belohnt werden und Rumänien und Italien sollen für ihre Verräterei noch Gebietserweiterungen erhalten. Die ganze Fadenfcheinigkeit der Gründe des Meisterheuchlers offenbart sich darin, daß er Zwar die Völker, die in den Mittelmächten vereint leben, „befreien" möchte, kein Wort dagegen redet von Irland. Aegypten, Indien und den Buren, die Philippinen und Kuba nicht erwähnt und Algier, Tonking. Ma- dagaskar ruhig im Besitz Frankreichs lasten will. Der Eindrücken, Kongreß. Haag, 9. Jan. Reuter meldet aus Washington: -Die Rede Wilsons machte im Kongreß einen tiefen Eindruck. Das Haus war überfüllt mit Kongreßmitgliedern. Diplomaten und Beamten. Es kam zu einer großen Kundgebung, als Wilson erklärte, daß Frankreich Genugtuung erhallen müsse bezüglich Elsaß- Lothringens. Die große Versammlung klatschte bei dieser Mitteilung laut und brach in Rufe aus. Die führenden Staatsmänner des Kongrestes brachten allgemein ihren Enthusiasmus zum Ausdruck. Der Vorsitzende der Senatskommission für auswärtige Angelegnheiten, Stone, erklärte,' die Botschaft Wilsons sei da« wichtigste Dokument, das Wilson jemals aufgesetzt habe. Der Vorsitzende der Abgeordnetenkommifsion für auswärtige An-- gelegenheiten Flood erklärte, er glaube, daß die Rede ermutigend m für Rußland wirken werde. — Der Präsident hatte den Beschluß, zu sprechen, ganz plötzlich gefaßt: selbst seine intimsten politischen Ratgeber wußten nicht, daß er im Begriffe war. eine Botschaft aufzusetzcn, bevor die Ankündigung im Weißen Hause erfolgte. Ein flmn'nrfr Mn nnl Mr Ulfii'iHiÄMt. Di? „Neuen Zürcher Nachrichten" urtei.en also über die Rede Lloyd Georges: Wos Lloyd George den drei Mächten anbietet, wäre noch ein grausamer Friede, selbst wenn die Entente zur Stunde Konstantinopel, Innsbruck und Köln besetzt breite, wenn sie als wirklicher und durchschlagender Sieger dastäude da sie aber die. wenn arrch nicht besiegte, so doch die bisher geschlagene ist. ist das Angebot einfach unerhört. Das hat nsch kaum je ein Getragener dem erfo'grnckren Gegner zu bieten gewagt. Es liegt ein geradezu ungeheuerlicher Hohn darin, ein brutales Zertreten jedes Gedankens eines Friedens auf Verständigung, eine eiserne Unterjocbung des ehr- lichen Friedenswillens der erdrückenden Mehrheit der Menschbeit. Entkleidet man die Rede von Lloyd George ihrer Phrasen, so zeigt sie ein Höchstmaß eines tyrannische KrteqSwillens, eine Rücksichtslosigkeit gegen das gesamte Völkertinn ohne gleichen, eine Härte, die kanm noch etwas Menschliches an sich hat. und ein Niveau po rtischer Moral, dos man besser nicht gualifiziert. Llovd George hat am Samstag den kriegführenden Völkern und den neutralen das enffetzlübe Joch des Krieges noch härter auf den Nacken gedrückt hart bis zum Sterben. In ein paar Monaten durfte sich zeigen, welchen furchtbaren Irrtum er damit beging. selbst dann beging, wenn sein Hoffen sich wenigstens teilweise erfüllen sollte. Aber auch dafür fehlen alle Anzeichen. — Man vergleiche zum Sch"uffe die ehrlichen Friedensangebote der Mittelmächte mit dieser Rede und auch dem D'inden wird klar, wo noch ein Herz für die arme Menschheit schlagt.- Das hier von Lloyd Georae gesagt wird, trifft auch ganz genau auf die Forderungen Wilsons zu. die ja denen seines englischen Genossen gleichen, wie ein Ei dem anderen. Fipniltk Jrmffpnynq tür VniMirnff. Stockholm. 8. Jim. (WTB Nichtamtlich.) Im „Aftonbladet" veröffentlicht der Firme Adolf von Bonsdorff unter der Ueber- schrist „Was Deutschland für Finnland getan hat" eine Erklärung. rn der es heißt: Deutschland hat nicht in die Welt bin- eusposannt, daß es für das Recht der kleinen und unterdrückten Staaten kämpft. Daß es aber neben der Wahrung der eigenen Vorteile nicht verfehlte, die Interesten anderer zu fördern, dafür Zeugt unzweideutig schon alles, was wahrend der Friedensver- handlungen mit Richkmd in Erscheinung getreten ist. dafür zeugt auch fern rascher Entschluß, unser finnisches Vaterland als sonrcranen Staat anzuerkennen. Deutschland kam uns immer mit Wohlwollen entgegen, aber es hat uns nichts vsrqespregelt und keine scheinheiligen Versprechungen gegeben. Wir haben früher eine Staatskunstt kennen gelernt, die perfid und treulos war. Die deutsche Staarskunst war karg mit schönen Worten, aber ehrlich und geradeaus. Wir haben Deutschland nnsere Snmpathien gezeigt und haben als Gegenleistung Vertrauen erhalten. Ein siegreiches Rußland hätte das Zarentum niemals gestürzt und die Welt von besten Schrecken befreit. Die russische Revolution ist letzten Grundes das Verdienst der deutschen Siege. Auch Finnlands Freiheit wurde durch eben diese Siege ermöglicht. Girie esthnische Straserveditirm. Stockholm, 8. Jan. (WTB.) Das Stockholmer esthnische Bureon teilt dem Vertreter des Wolfsichen Bureaus folgendes mit: Nachdem die systematische Verheerung Efthlands durch Truppenverbände der regulären russischen Armee trotz zahlreicher Vorstellungen bei den russischen Behörden nicht aushörte und alle zivilen Maßnahmen der esthnischen Behörden und der Bevölkerung sowie ein offizieller Appell des esthnischen Landtages an die verbündeten Regierungen von England, Frankreich. Amerika vnd Belgien erfolglos blieben, sah sich die esthnische Armoelei- tung zur Entsendung einer Strafexpeditrov veranlaßt. Daraus- O hin haben esthntsche Truppenteile, welche von Reval in der Rrch- tung gegen Nanva vergingen, plündernde russische Truppen getroffen. gestellt und geschlagen. Die esthnischen Verluste an Toten und Verwundeten sind gering. Die Säuberung von den russischen Truppen schreitet fort. ssine ^rklärnitq dtt Zk-üriimsMiki. Berlin, 8. Jan. (WTB.) Die „Germania" verbreitet die folgende Eiklärung, die ihr von zuständiger parlamentarischer Sette zugegangen ist. Die Oeffentlichkeit wurde in den letzten Tagen lebhaft beunruhigt durch den Umlauf von Gerüchten, di< zum Teil durch die Presse in sensationeller Weise aufgebauscht wurden und deren Grundlagen sich nachträglich als nicht stichhaltig herausgestellt haben. Wir können denrgegenüber sowie für zukünftige ähnliche Versuche nur die Mahnung aussprechen: „Nerven behalten?" Die Oeffentlichkeit und auch die Presse möge das Beispiel des Hauptausschustes nachahmen, der die Erörterung der politischen Fragen zurückgestellt hat. bis eine größere Klärung einpetreten ist. Es erscheint sehr unnötig und höchst schädlich, eine neve innere Spaltung zu schaffen oder die be- stebpde zu bestimmten politischen Zwecken verschärfen zu wollen Für die Zentrumsfraktion des Reichstages besieht nach wie vor keine Veranlassung. in ihrem Vertrauen' zur Reichsleitung eine Veränderung eintreten zu lasten. Die iiflüliintfr l’rffff M Die „Frankfurter Leitung" schrieb gestern in einer Polemik gegen die Alldeutschen den Satz: „Aaußerste Geschlossenheit Deutschland ist am Platze". Eilt dieser Satz ab,'r nicht auch in Bezug auf die verschiedenen Stände? Da liegt es aber — und wir könne« grrrost sagen durch die Schuld der Presse Ser Linken, noch sehr im argen. Wem verdanken wir es neben unserem heldenmütigen Kriegshrer und seiner unvergleichlichen Führung in erster Linie, daß wir den uns aufgezwunaenen schrecklichsten aller Kriege drrrchhalten können? Nnserer Industrie und namentlich der Schwerindustrie, die uns- instand setzt, den Atordmasä inen aus den Arsenalen der ganzen Erde ein gleichwertiges Muerial e-rtzegenzrrstesten. und. unserer Landws"t- schast die die infamen Hunoerplöne England vereitelt hat. Und doch'wie wird diesen beiden Ständen gedankt? Ein Blick in die Spalten der linksradikalen Preste ruft uns den Vers Uhlands ins Gedächtnis: „Zermalmt habt Ihr die fremden Horden, doch innen hat sich's nicht gehellt!" Sehen wir uns nur die Frankfurter Blätter an. Selbst in den Zeitungen, die wie die „Frankfurter Nachrichten" eineu uns nahestehenden Standpunkt einnehmen, werden Kuckuckseier gelegt. Da konnten wir vor ein paar Tagen über die Zwiebelnot lesen, daß „die Landwirte die Zwiebel, wie so vieles andere. zu Wucherzwecken zurückbehielten. Wir können verraten, daß die Landwirte fast gerade so unter dem Zwiebelmange! lei- > den wie die Städter und selbst froh wären, wenn sie Zwiebel be- 1 kommen könnten. Die Zwiebeln sind in dem Augenblick der Be- scklQguahme „wie so meles andere" verschwunden. Der „Gene- j ral-Anzesi'er", der in der letzten Zeit ganz bedenklich nach links gerutscht ist, schrieb am 22. Dezember folgendes: „Die einen schelten, daß die Bauern für ihre Ware höhere Preise als die gesetzlichen Höchstpreis« nehmen: die anderen, daß die Städter ne zahlen. Das letztere heißt nun. den Spieß etwas heftig mvdrehen. Mit Vergnügen wird der Taler nicht gezahlt statt der Mark, aber er wird sicherlich mit Vergnügen genommen. Und sicherlich sind doch nicht die Städter es. die daran interessiert sein könnte», die vielfach um Tausend vom Hundert gestiegenen Preise für die Gaben der Landwirtschaft noch mehr in die Höhe zu treiben. Rach unserer bisherigen Kenntnis von der menschlichen Natur dürfen wir annehmen, daß in solchen Dinoen die Hauptschuld dort sitzt, wo der Haupt- vorteil sitzt, das wäre also weniger dort, wo man die Wucher- preffe zahlt, als dort, wo man sie einsteckl." Versorgung kommt zu dem Schluß. sag der Schleichhandel d!^ Hamstere, und der Wucher üppiger denn je blühe. Also darum Räuber und Mörder! Dao ist das Ergebnis all der Bestrebu». gen. wonach der freie Handel ausgeschloffen wird, das Er'cbnir der Elerchhert ,n der Verteilung, der Entrechtung des Erzeugers und der Beschlagnahme eines leben E-genstand-s, der auf Erden wacht und gedeiht! Kein Wunder, sobald ein Gegenstand de, Bedarfs der Beschlagnahme und der Zwangsb-wirtschaftuno r>er. fallt, so stürzt sich ein jeder darauf um noch etwas, auf erlaubtem oder unerlaubtem Wege, zu ergattern. Da macht niemand eine Ausnahme, selbst die nicht, die solche Gesetze ausgeheckt haben oder über ihre rücksichtslose Anwendung wachen sollen. Wir sprechen hier nicht vom Hörensagen! Die „Volksstimme" sieht das auch ein, sie w i ll es aber nicht eingestehen, weil es der Parteilehre widerspricht, und die Par. Lei geht doch über das Vaterland? Ihr Verhalten erinnert an jene Frau, die ihren Mann Läusknicker geschimpft hat und der sie darob erzürnt in den Fluß gestoßen hat. Mit dem Tode ringend wiederholt sie das Wort und selbst als sie untergehend nicht mehr sprechen kann, streckt sie noch die Hände aus dem Master und macht damit die Bewegungen des Läufeknickenv. Sie mußte Recht behalten und ob sie darüber zugrunde ginge. Also geht's unseren Zwangssozialpolitikern: das geht auch aus dem ange- zogenen Aufstitz der „Volksstimme" hervor. Zuerst wird zugegeben, daß die Kartoffeln „trotz derzeitig relativ hohen Preises verhältnismäßig immer noch das billigste Nahrungsmittel darstellen", dann verstellst sich das Blatt zu folgender Verdächtigung: „Wenn letzten Sommer, als die Kartoff'elnot in Frankfurt ihren Höhepunkt erreicht hatte, allen Ernstes versichert wurde, daß im Badischen und im Hessischen manche Bauern ihre Kartoffeln im Keller verfaulen ließen. Was nämlich diesen Patrioten an den Kartoffeln abging, das gewannen sie dreimal durch die hohen Ge m ü s e p r e i s e und nicht zu vergessen, ersparte Ablieferungskosten". Wir ffagen, welcher Landwirt geht einem solchen Gedankengang nach und läßt die Kartoffeln verfaulen, damit er hohe Gemüseprelse bekommt und an Ablieferungskosten spart! Wer baut denn eigentlich Gemüse? Wir meinen, es sind doch gerade die städtischen Grundbesitzer, die ihre Stimmen wie es in Sachsenhausea und den Frankfurter Vororten der Fall ist. den Rosaroten oder den ganz Roten geben. Anschließend daran verzapft der Artikelschreiber folgende Weisheit: „Denn Getreide muß. am es vor dem Verderben z» schützen, während der ganzen Anfbewahrungszeit ständig bewegt werden, während Kartoffeln, wenn einmal eingemietet. keiner lei Bearbeitung bedürfen. Sie verlangen nur sach- gemäß angelegte Mieten, die die Gefahr des Faulens oder Erfrierens ausschließen. und verursachen im übrige» bis zum Moment des Aufmachens keinerlei Kosten oder Mühen." Wenn dem so ist. so fragen wir. warum sind denn den Großstädten in den Jahren 1915/17 für Millionen Kartoffeln verfault; die Städte Frankfurt. Offenbach. Hanau. Mainz. Darmstadt und alle andern könnten ja so ein schönes Lied von verfaulten Kartoffeln singen, so daß die ..Volksstimme" ganz ruhig von den Kartoffeln sein sollte, die bei den Bauern verfaulen. Ern lichter Geda'cke aber durchzuckt die..Volksstimme". Sie erwägt, „obmandieEindeckungdenStädtenüber- Haupt frei stellen sollte" und führt zur Begründung an. . „Es besteht auch keine Gefahr, daß bei völliger Freigabe der Eindeckung übermäßig viel Kartoffeln zum Zwecke der Wiederverkaufs erworben werden, denn da jedermann das Recht hat. sich feinen vollen Bedarf zu sichern, so besteht für Händler wenig Aussicht, spekulativ gekaufte Ware an den Mann zu bringen .... Es ist in hohem Maße wahrscheinlich, eine absolute Gewißheit könnte uns natürlich nur der Versuch bringen, daß in diesem Jahre ohne Rattonierung die Preise vielfach unter die Höchstpreise gegangen wären, daß also in diesem Jahre die Rationierung von Kartoffeln eher zugunsten der Produzenten als der Konsumenten ausgeschlagen ist." Das sind durchaus irreführende Behauptungen. Wir wissen aus Erfahrung, daß der städtische Hamster die Preise in > die Höhe treibt und daß der Landwirt froh wäre, wenn er diese ! Gesellschaft los ist. "Wie raunt es sich mit dem angeblichen Hauptvortetk zusammen, daß tm Spätsommer v. I. das Land, wtnfchaftskammermitglied H e n f e l - Dortelweil eigens nach Frankfurt gefahren ist, um militärischen Schutz gegen die städtischen Hamster zu erbitten, da die Landwirt« selbst auf den Feldern vor ihnen nicht mehr sicher seien. Der Schreiber dieser Zeilen hielt am vorigen Freitag in Obereschbach eine Versammlung ab. wobei er die Landwirte mahnte, keine Milch und Butter nebenher abzugeben: da erhob sich der Landwirt Fkeck und bat unter dem Beifall der ganzen Versammlung, daß die städttschen Behörden die Landwirte vor den Hamstern schützen. Die Landwirte wären froh, wenn sie von den Hamstern nicht behelligt würden, die zum Cteinerbarmen jammern und nicht ablasten, bis sie etwas erhalten haben. Dabei weiden Preise geboten, die wett über die Grenzen gehen, daß sie genommen werden, liegt leider in der menschlichen Natur begründet Das höchste in der Entfremdung zwischen Städtern und Landwirten leistet sich natürlich die „Volksstimme", bei der jeder Tag als verloren gilt, an dem nicht den Landwirten etwas an- gehangt wird. Wiederholt beschäftigt sich das sozialdemokratische Blatt mit der bekannten Neuköllner Denkschrift und zieht daraus den Schluß, daß die Zwangsschrauben noch schärfer angezogen werden müßten. Wir meinen, die Denkschrift lehrt einen Jeden, ser sich in all den wirtschaftlichen Wirrnissen einen klaren Blick bewahrt hat, daß das System der sozialistischen Zwangswirtschaft elend in die Brüche gegangen ist. Trotz unseres sozialen Beschlagnahme- und Gleichheitssystems konnte der bayer. Städtetag eine Entschließung fasien. die mit den Worten beginnt: „Die Preise des täglichen Lebensbedarfs haben in den letzten Monaten eine derartige Steigerung erfahren, daß weite Kreise der Bevölkerung in Stadt und Land bis tief in den Mittelstand hinein in immer größere Bedrängnis geraten." Die sozialistischen Dokttinäre aber wollen nichts lernen, sie versteifen sich darauf, daß die Maßnahmen, die all das Elend erzeugt haben, noch verschärft werden. Einen ganz rabiaten Aufsatz bringt das sozialdemokratische Blatt am 28. Dezember. Er beschäftigt sich mit der Kartofsel- Das sind Gedanken, die sich hören lasten und über die man reden könnte. Kaum ober auf dem richtigen Weg, macht man sofort wieder Seitenspiünge. denn der Bauer muß doch gestei- nigt werden. Wir lesen also weiter: „Schon vor langen Monaten war von unserer Seite, so wenn wir nicht irren, von dem Gewerkschaftsführer E. Schmidt, gefordert worden, die ganzen geernteten Kartoffeln sofort vom Felde aus in die Mieten der Erzeugergemeinde zu verbringen, sie also überhaupt nicht dem einzelnen Landwirt anzuvertrauen." (Man höre: dem Landwirt soll das Erzeugnis seines eigenen Schweißes nicht „anveitraut" werden!) Das hätte bedeutet, daß die Beschlagnahme der Ernte nicht nur wie es jetzt der Fall ist, bloß ausgesprochen, sondern auch wirklich ausgefllhrt worden wäre. Wäre das geschehen, so hätten wir heute ganz verläßliche Angaben über die Ernte und wären überhaupt nicht auf Schätzungen angewiesen. Denn nichts ist einfacher, als die Menge der emgebrachlen Kartoffeln während des Erntevorganges zu berechnen. Man zählt die vollen Sacke bezw. Kastenwagen und gelangt so zu ganz zuverlässigen Ergebnissen. Dabei ist nur eine Kontrolle von Unparteiischen notwendig und diese hätte eben von Gemeindewegen gestellt werden müsten." Und die Schlußforderung lautet: „Zuverlässige Statt st ik, und. da diese nicht ander» zu erlangen, Beschlagnahme der Ernte und ihr« Einmietung auf Rechnung der Gemeinde." Wir meinen, es fehlt eben schon an Beamten nicht, die all' die Rationierung und Zwangssozialtsierung durchsetzen sollen. Auf einen Erzeuger kommt bald ein Konttollbeamter. Wenn es nach den Wünschen der „Volkssttmme" ginge, dann würde in jedem Dorf eine Kontrollkommission sitzen und danennt man dann: .Freiheit, die ich meine!" Mit solchen Leuten ist eine Verständigung unmöglich, die betrachten di« Landwirt« in ihrem eigenen Land als ihren Feind, die Bolfchrwiki in tcrsburg aber find ihre Freunde. Den Landwirten aber sei «* wieder einmal zu Eemüte geführt, westen fie sich von den Freun^. den und Anhängern der „Volkssttmme" zu versehe» habe». Herr UhMpp Scheidemann. hat in der Reichsicgsfitzung vom 29. November die Freundlich, feit gehabt, der Alldeutschen besonders zu gedenken. Nach dem Sitzungsbericht meint er: „Ein jedes Land hat seine Alldeutschen, das hat kürzlich ein englischer Staatsmann gesagt. In Deutschland sind die Alldeutschen längst unten durch, während sie in England und Frankreich noch obenauf sind." Die „Alldeutschen Blätter antworten darauf: Es wird unsere alldeutschen Freunds allenthalben im Lande belustigt haben, zu hören, wie schlecht es uns geht, während wir unverbesierlichen Optimisten des besten Gedeihens und Aufblühens uns zu erfreuen wähnten. Ueberall gewinnt die alldeutsche Bewegung an Boden, sie drinat in immer weiter e und. breitere Schichten der Bevölkerung, überall erstehen neue Ortsgruppen, die vorhandenen wachen und regen sich in eifriger Tätigkeit — Herr Scheidemann. der Mann, den „Götter nicht zu Rat und Tafel zogen", aber weiht uns mit einem Wort seines gewaltig tönenden Mundes bereits dem Tode. Gar leicht ist eben Wunsch und Hoffnung des Gedankens Vater und Mutter. AHer in einem hat Herr Scheidemann unzweifelhaft recht. In Frankreich und England gehts dem all- deutfcben — will dort doch sagen dem allfranzöstschen oder allenglischen — umfasiend gesagt dem völkischen Gedanken — besser als bei uns. dort ist nämlich, wie der Herr Abgeordnete richtig bemerkt, noch immer obenauf, d. h. selbstverständlich. während bei uns zeder Halbgebildete das verbriefte Recht hat. seines Geistes Unzulänglichkeit durch die kräftige und häufige Verwendung des Schimpfwortes „alldeutsch" — am besten in verleumderischer Verbindung mit der versehmten Schwerindustrie, nicht wahr. Herr Scheidemann? — zu decken. Auch genießt nationales Wollen in den westlichen „Demokratien" der verständnisvollen Förderung der leitenden Kreise, während es bei uns im Kampf gegen die nationale Gleichgültigkeit und Instinktlosigkeit der Regierenden sich erst mühsam durchzusetzen hat. Wir können uns wenigstens nicht so freundlicher Nachsicht seitens städtischer und staatlicher Behörden erfreuen, als der „bedeutende" Herr Scheidemann, dem sich neulich für einen auf der sattsam bekannten Hungersriedrnslinie laufenden Vortrag gastlich die Tore der Turn- und Festhalle der höheren Mädchenschule zu Mainz äff. neten. Vor einioen Monaten dagegen war es in einem anderen Städtchen des Eroßherzogtums Hellen — wie uns seiner Zeit berichtet wurde — nicht möglich iür einen reinnationalen Vortrag Baemeillers über die Wirkungen des U Bootkrieaes. den Alldeutscher Verband und Flottenverein gemeinsam veranstalteten, den dortigen Saal der höheren Schule zu bekommen — weil die Sache allzu politisch sei (Anmerkung der Schriftleitung: Es handelt llch hier um die Stadt Friedbeig.) Ist das der nese Burgfriede^ oder di? Freiheit des „neuorientierten" parlamentarischen Deutschlands? Würk ssiMrißlkün^n h ssi'fMimtthk'.u. St»ttgmch, 8. Jan. Rach einer Mitteilung der General« direktton der württembergifchen Staatseifenbahnen wird mit Rücksicht auf die bestehenden Betriebsschwieriqkeiten der Per- sonenzugfahrplan auf sämtlichen deutschen Eisenbahnen gegen Mitte dieses Monats bis auf weiteres wesentlich eingeschränkt werden. Die Maßnahmen werden sich auf alle Arten von Zügen erstrecken, doch wird den Bedürfnissen des regelmäßigen Arbeiter, und sonstigen Berufsverkehrs nach Möglichkeit Rechnung getragen. Eine besondere Einschränkung wird der Sonntagsverkehr zu erleiden haben Das gilt auch für Privatbahnen, namentlich soweit sie ihre Zugkraft aus Kohlen gewinnen. Die Aenderungen werden in den nächsten Tagen bekanntgegeben. Die SiranDung dks ttanWcheii UtjchW Weu.* Don Georg Wegen er. Am Abend wurde aus Rethel nach Vouziers telegraphiert, ein französisches lenkbares Luftschiff, von dessen Vorhandensein man seit kurzem gehört, sei auf dem Wege hierher beobachtet worden: man solle sich auf seinen Besuch gefaßt machen. Das war eine etwas unheimliche Aussicht für die Nacht. Die Flieger w^en doch wenigstens bei Tage gekommen: hoch in den Lüften hatte man das schimmernde Geschwader heranziehen sehen. Das Luftschiff geht aber seine Wege unsichtbar, ein näch- ttges Raubtier. Ern Wesen ungleich schreckhafterer Art. Nur das tiefe, finstere Dröhnen seiner Flügelschrauben kündet sein Nahen, ohne doch zu sagen, von wo es kommt und wie nabe es ist. Ich sah jungst in mondloser, sternklarer Nacht den Zeppelin üoer mir dahinfahren Es gibt nichts Phantastischeres, als das war. Das Dröhnen erfüllte den ganzen Himmel, ohne daß man erkannt«. w«her es kam. Es war nur irgendwo etwas Ungeheures, Seltsames, Gefährliches in der Luft: etwas, vor dem es nicht gut war, fein Feind zu fein. Mit einrmmal endeckte das Auge hoch oben zwischen den Sternbildern einen Gegenstand, der noch dunkler war als der NackMmmel: einen länglichen schwären Strich, der rasch am Firmament dahinglitt. Er war sehr klein in der großen Entfernung von mehreren Tausend Meter Höhe, und doch wieder schien er riesengroß: denn das Gefühl ubertrug etwas von den Sternenmaßen auf ihn: er schien nichts Jrdtiches. ein Cebild. das den PkancLenfphärerr angehörte» ein seltsamer uud rätselhafter Bote aus unbekannten Welten, der dort Mischen den uralttn Sternbildern dahmschwamm. Ich aber wußte, woher er kam. Ich wußt^ daß er von einer kühnen Fahrt nach Chalorrs zurückkehrte. Das schwarze Etwas, das zu meinen Häupten oorüberglttt. hatte soeben Entsetzen und Verderben dort herniederreznen lassen. Tin Luftschiff schleudert ungleich schwerere und stärkere Bomben, gegen die die einfachen Keller der lcichtgebauten Bürgerhäuser kaum ein Schutz sind. In den Straßen von Vouziers wurden auf Befehl alle Lichter gelöscht. Auch wir im Offiziers- kasino verhängten die Fenster. Mir saßen lange auf beim Glase, de»m niemand hatte recht Lust, Bett zu gehn. Ich spielte * Aus: Wegener, .^Der Wall von Eisen und Feuer. 2. Teil: Ehampagne—Verdun—Somme." Feldpostausgabe IM. (Leipzig Blockhaus.) * Schach, wie die Aberwe zuvor. AVer es war feine ganz gleiche Andacht. Endlich sagten wir uns. wenn es wirklich kommen wollte, müßte es schon da sein, und gingen zu Bett. Nichts geschah in der Nacht, und als ich am folgenden Morgen zum A.O.K. ging, erfuhr ich die triumphierende Kunde, daß unsere Abwehrkanonen den unheimlichen Gesellen, der in der Tat schon unterwegs gewesen war, unweit Rethel gestern Abend, noch vor Mitternacht, heruntergeschossen hätten. Wir hatten die Nachricht, daß er in einem Walde' unweit Tagnon an der Straße von Rethel nach Reims, noch etwa 20 Kilometer von den französischen Linien entfernt, hängen geblieben sei. Kurz darauf sauste ich in einem Kraftwagen in Gemeinschaft mit einem Offizier des A.O.K diirch die morgensrische Landschaft nach Tagnon. um die große Beute zu besichtigen. Schon viele Kilometer weit voraus erkannten wir das merkwürdige Eebil.de. Auf dem Kamm einer Hügelwelle, die ein dunkler Kiefernwald bedeckt, reckte sich etwas Unnatürliches. Riesenhaftes empor. Gelblich im Licht der von Osten darauffallenden Sonne. Wie der schiefe Turm zu Pisa schaute es aus. Dann, aus einer anderen Richtung gesehen, erschien es wmkel- förmig eingeknickl. Hier erinnerte es an einen aus der Erde herausfahrenden gebotenen Niefenarng- der einen warnenden Finger gen Himmel streckte. Noch naher heran glich es einem ungeheuren urwelttich hohen Mammut mit großen Ohren, das durch den Wald dahinzieht. Die Ohrmuscheln waren die Steuerflächen Hinteren Ballonendes, das noch mit Gas gefüllt em- porstand. Die entleerte Vorderhälfte hing schlaff zwischen den Vaumwipfeln. Ebenso die geräumige Gondel. Das sinkende Luftschiff war im leichten Nachtwind ganz sanft zwischen die Vaumwipfel hineingegllltten. Es hatte nur ein paar kleinere Bäume auf seinem Wege umgebogen und war dann rubig hängen geblieben. Die Gondel war in der Mitte du.rch^eknick't. sonst völlig erhalten, mit all ihrem Inhalt an Motoren, Instrumenten, Nahrungsmitteln und vielem, was uns ihren Fang interessant machen konnte. Oben ganz in der Höhe sah man auf der lickt^elben Ballonhülle die Buchllaben des Namens „Alface". — Wachen waren ausgestellt im Wald, und deutsche Flieger kreisten oben am Himmel, um zu verhindern, daß feindliche Flugzeuge die wertvolle Beute zu zerstören versuchten. Mengen von Soldaten. Offiziere und Mannschaften, waren bereits aus den benachbarten Lagern zur Stelle: sie erfüllten das Dickicht unter dem Ballon und standen mit vergnügtem Staunen und eifrigem Erörtern um den vor kurzem noch so gefährlichen, jetzt so hilflosen Gesellen herum. Und ich dc-chte daran, wie sich vielleicht nicht wett von hier vor einer Anzahl von Jahrtausenden die Bewohner dieser Lande gerade zu staunend, spottend und schwätzend um ein wirkliches Mammuttier geschart haben, das ein kühner Jagdzug ihrer Stammesgenossen zur Strecke gebracht hatte. Der Ballon war ein ganz neues Lenkluftschiff der Franzosen gewesen. Die Gedanken und Hoffnungen, die Frankreich mit ihm verknüpft hatte, waren tn seinem Namen „Alface" zum Ausdruck gebracht. Unsere Geschosse hatten gestern Abend, so horten wir. seinen Ballonköiper verletzt. Es war infolgedessen rasch gesunken, mid die Gondel streifte bereits über den dunklen Boden bin, als von der Besatzung drei Mann den gefährlichen Sprung hinaus wagten: augenscheinlich, um ihm neuen Auftrieb zu geben, in der Hofftumg, daß die übrigen die französischen Linien noch errcick'en könnten. Zwei der Männer kamen fielt zu Baden, der dritte, der unglücklicherweise gerade heruntersprang, als die Gondel einen tiefen Eisenbahneinschnttt überflog, verletzte sich jo. daß er starb. Die beiden anderen hielten die Toten, wacht bei ihm und wurden gefangen genommen. Der Ballon war aber nach kurzer Frist doch wieder so tief, daß nun auch die fünf anderen heraussprangen. Auch diese waren wohl der Meinung. daß wenigstens das leere Schiff selbst mit dem nicht ungünstig tteibenden Winde heimgelangen würde. Denn sonst hätten sie d"ch wohl Vorsorge getroffen, es zu zerstören. Sie kamen alle glücklich heraus, irrten die Nacht hindurch umber und stellten sich selbst am folgenden Morgen den deutschen Wachen. Der Ballon entkam aber auch diesmal nicht, sondern verfing sich in der geschilderten Weise in den Bäumen. Usm Felde der Ehre. Södel. Dem Gastwirt Unteroffizier August Gr a u l i ch und dem Handelsmann Lan.dsturmmann Hermann Wagner, beide rm Landfkurm-Inf. Bataillon XVIII/10. wurde für tapferes Verhalten die Hessische Tapferkcttsmedaille verliehen. Herzlichen Glückwunsch. Leidhecken. Der Telegraphist August Schmitt von hier erhielt im Westen das Eiserne Kreuz zweiter Kasse. Bisses. Der Wehrmann Adolf Greif wurde mit dem Eisernen Kreuz zweiter Klasse ausgezeichnet. i Ins. dev Heimat. * Dle Landwirte gegen die neue Milchverordnung. Aus dem Kreise Marburg wird gemeldet: Eine vom Landwirtschaftlichen Kreisverein einberufene Landwirteverfammlung nahm Stellung gegen dle neue AMchverordnung, welche die vollständige Ablieferung der MUchmengen und die Beschlagnahme der Butterfässer und Zentrifugen vorschreibt. Es wurde darauf hingewiefen. daß eine Nachprüfung der wirklichen Milchkühe wohl Veranlassung geben würde, diese scharfe Bestimmung, gegen die vereinzeltes Vorgehen nichts nütze, wieder rückgängig zu machen, denn durch solche Maßnahmen könne unter Umständen die Aufzucht von Jungvieh völlig versagen Es wurde auch mitgeteilt, manche Orte hätten sich bereit erklärt, jetzt doppelt so viel Milch und Butter zu liefern, wie früher. Einstimmig wurde beschlossen, ein Telegramm an den Oberprösidenten von Trott zu Solz in Kassel, den früheren Landtagsabgeordneten und Landrat des Kreises Marburg, zu richten und diesen zu ersuchen, seinen Einfluß geltend zu machen, daß die neue Verordnung wieder riick- Längtg gemacht werde. In dem Telegramm wird u. & darauf hingewiesen, daß diese Maßnahme eine tiefgehende Erbitterung sämtlicher, auch der bestgesinntestenLandwirte, hervorgerufen ha^ - dasselbe Gebiet gehört auch eine Anzeige der größeren Viehbesitzer aus Morischt in der Kreiszeitung: sie bieten nämlich chre sämtlichen frischmelkenden Kühe zum Verkauf an, da sie infolge der restlosen Milchablieserung kein Interesse an der Milcherzeugung hätten. FO. Irankfnrt am Main. 7. Jan. Eine allgemeine Versammlung der deutschen Darmhändler unter dem Vorsitz des Herrn Franz Finger-Berlin, die der Zentralausschutz des" deutschen Darmhandels einberufen. tagte heute in Frankfurt am Main. Sie war aus allen Teilen des Reiches sehr gut besucht. Vertreter hatte die Reichsfleischstelle, die Krirgswirlschafts- Aktien-Gefellschcft und die Z.E G gesandt. Die Versammlung beschäftigte sich mit den Bedingungen der Reichsfleischstelle wegen der künftigen Verteilung der Därme durch den Zentral- Ausschuß an die Händler. Die, Bedingungen hatte der Zentral. Ausschuß einstimmig angenommen mit Rücksicht darauf, daß sonst dem Deutschen Flcischerverbaird die überschüssigen Därme zur Verteilung von der Reichsfleischstelle überwiesen würden. Bei der Ueberleitung in das Friedensgeschäft dürfte dieser Punkt für den Darmhandel schwer in die Wagschale fallen, denn dann würde es schwierig fern, dem Deutschen Fleischerverband den Darmhandel wieder zu entwinden. Die Bedingungen der : Reichsfleischstelle gipfelien vor allem darin, nach einem bestimm- ! ten Zeitpunkte einheitliche Preise für Därme.platzgreifen zu las. j sen, sowohl für zur Verteilung kommende, als auch für die noch j am Lager befindlichen Quantitäten. Als Termin des Inkraft- j tretens des Abkommens wurde der 31. Januar 1918 vorgesehen | und bestimmt, daß die Zuteilung von DärMen an die einzelnen Händler erst nach Eingang eines Derpflichtungsscheines beginnen uno nur die Firmen zum Bezug der Därme berechtigt sein sollen, die vor dem ersten August 1914 gewerbsmäßig den Darmhandel betrieben. Der Zentral-Ausschuß hat nun eine besondere Organisation für die Verteilung geschaffen indem er dieselbe der Vereinigten Darmhändler C.m.b.H. übertrug, die zu diesem Vehufe eine besondere Abteilung einrichtete. Die Versammlung hatte nun zu den Abmachungen des ZentralAus- schusses Stellung zu nehmen. Der Vorsitzende wies darauf hin. daß plötzlich eine neue Bedingung von der Reichsfte/schstell-e gestellt worden sei. die dahin gehe, der Handel solle auch enthäutete Kranzdärme abnehmen, also Darme, die völlig wertlos sind. (Grosse Bewegung.) In der einsetzenden lebhaften Diskussion wurde von den meisten Rednern betont, daß der Deutsche Flei- scherverband kick absolut nicht in einen Gegensatz zu dem Darm. Handel stellen wolle, die seitherigen Abmachungen, zumal da die Abnahme der enthäuteten Kranzdärme nunmehr gefordert werde, unannehmbar, der Handel aber bereit fei. mit der Reichsfleisch, stelle auf einer neuen Basis wegen der Därme-Abnahme zu verhandeln. Ein Antrag des Herrn Sommer-Frankfutt am Main, der dahin ging, wer von den Versammelten bereit sei. den Ver- pftichtunosschein zu unterschreiben, wenn die Frage der enthäuteten Darme zur Zufriedenheit des Darmhandels entschieden würde, ergab, daß stch nur drei der anwesenden Händler für die seitherigen vom Zentral-Ausschuß gettofsenenAbmachungen entschieden. die überwältigende Majorität also sie ablehnte. Hieraus stimmte die Versammlung, nachdem sie dem Zentral-Aus- schuß ihr Vertrauen ausgedrückt einem Antrag Weidling.Mürzburg zu. der besagte, in neue Derhandlnngen mit der Reichs- fleischstelke unter folgenden Gesichtspunkten einzutteten: Keine Bindung freier Ware. Belieferung der Kommunalverbände mit Därmen durch den Handel. Einführung besserer Preisspannung und Regelung der Angelegenheit der enthäuteten Kranzdärme. Aus Starkendurg. Darmstabt, 8 Jan. Der Gesetzgebungsausschuß der Zweiten Ständekammer wird am kommenden Freitag, den 11. Januar, zusammentteten, um die Regierungsvorlage betr. das Wahlgesetz zu beraten. FC. Bierstadt, 8. Jan. Ganz enorme Preise wurden bei der gestrigen Holzversteigerung erzielt, zumal nur einheimische Bieter zugelassen waren, die nur je eine Klafter oder hundert Wellen steigern durften. Man bezahlte für Buchenscheitholz bis zu 150 Mark für die Klafter, ebenso für Buche nknüppelholz. Für Buchenwellen wurden bis zu 80 Mark pro hundert bezahlt. Aus Etavkenburg In Bensheim wurde ein Landwirt zur Anzeige gebracht, der in der letzten Zeit heimlich ein Rind geschlachtet und einen großen Teil des Fleisches an ein Wormser Hotel geliefert hat. Die Wormser Polizei war aber benachrich. tigt, die das Fleisch bei der Ankunft in Worms beschlagnahmte. Auch bei dem Landwirte konnte man noch einen kleinen Teil entdecken. Aus Hessrn.Rassau. FO. Wiesbaden. 8. Jan. Aus dem Bett heraus wurde heute vormittag in der Wohnung einer Kriegersfrau der gefährliche Einbrecher und fahnenftüchtige Soldat Johann Eckert aus Köln, der wiederholt aus der Mttitärhaft entsprungen, festgenommen. Eckert ist ein Komplize des berüchtigten Einbrechers Johann Montreal, der vor acht Tagen auch hier festgenommeu wurde. FO. Biebrich. 8. Jan. Die aus Schierftein gebürtige Wwe. Elisabeth Link erhielt wegen unerlaubten Verkehrs mit Kriegsgefangenen eine Gefängnisstrafe von 3 Dtonateu. FO. Oberlahnstei«. 9* Jan. In der Stadtversrdneteiwer- favlmlung bemerkte Bürgermeister Schütz, daß das hier eingeführte ostfriesische Milchschaf stch nicht bewährt habe. FO Bo» der Lahn, 8. Jan. In Schadeck stürzte ein Arbeiter in einer Scheune vom Gebälk in die Tenne und erlitt so schwere Verletzungen, daß er alsbald verstarb. FO. Aus Kurhessen, 8. Jan. Diebe schlichen sich nachts i« das Haus eiiws Landwirts inSimmershausen. um die tags zuvor «ungeschlachteten- Wurst- und Speckvorräte zu rauben. Damit ste ihr Werk sicherer ausführeu konnten, banden ste die Schlafstuben- tür das Landwirts mit einem Sttick zu. Der Landwirt jedoch merkte dies, es kam Hilfe und die Diebe suchten da» Wette. — _ mm ■ . . ■ .' ■■■—■■»l Verantwortlich für den politischen und lokalen Teil: Ltt« Hirsches. Inedberg; für den Anzeigenteil: R. $ et) n e t«! griedberg. Druck und Verlag der „Neuen Tageszeitung", A G.. Friedberg f. & Graue Gefahren. in kleiner Hitzkopf/ Roman oi?s der Gegenwart von M. Gontard - Schuck. diachdruck verboten- sagte er zärtlich, „Dir spukt wohs -Gretna Green Im Kopf. Aber etwas Haft Du wenigstens mit Deinen? unbesonnenen Schritt erreicht. Wir müssen )u;i so rasch als möglich unsere Verlobung veröffentlichen. Ob Dein Vater nun lrnll oder nicht, er wird müssen. Ich werde sofort mit ihn? sprechen." Helen hörte auf zu weinen. „Und Du meinst, er wird jetzt ja sagen?" „Er wird müssen! Wenn auch die beiden Herren vor- läufig schweigen, verbürgen kann ich mich nicht für sie. Zuma! Eardington ist ein altes Klatschmaul. Und was es in der Gelen oft bedeutet, wenn Dein unbesonnener Besuch bekannt wirb. 5 kannst Du Dir ungefähr denken." Helen hoi ' 0 J 3 den Kopf. „Pah! Was wollen sie mir denn tun? Ich mache mir gar keinen Kummer darüber, was inan sagt." «Und Deine Eltern ? Der Papa?" Sie lachte schon wieder. „Ach, meinetwegen! Den Kops kann er mir auch nicht abreißen. Und nun ist mir schon alles einerlei, wenn ich nur weiß, daß endlich das Ziel nahe ist." Der Wagen hiest vor dein Douglasschen Hause. Werkheim half Helen beim Anssteigen und schritt dann mit ihr durch die Tür. In der Halle blieben sie wie auf Verabredung stehen. „Liebling, kleiner, süßer! An? liebsten nähme ich Dich erst noch einmal in die Arme." flüsterte er zärtlich. „Aber der Kerl dahinten mit seinem langweiligen Gesicht braucht nicht gerade zrnnsehen. Ob ich Dich dann noch sehe, wenn |i$> bei Deinem Vater gewesen bin, weiß ich nicht." „Melden Sie Sir Edward Douglas, daß Baron von Werkheim, ihn in einer wichtigen Angelegenheit zu sprechen glÄns-tze, den Diener zu. „So." sagte ffe, als der Mann verschwunden war, „er ist fort, stört Dich also nicht mehr." In ihren Augen blitzte schon wieder der Sckelm. Werkheim schloß sie hastig in die Arme und küßte sie auf den schwellenden M??nd. „So, nun geh auf Dein Zimmer! Möglich, daß ich Dich noch sehe." — Die Unterredung mit Sir Edward Douglas war kurz und hatte die von Werkheim vorausgesagte Wirkung. Sir Edward Douglas bestimmte die sofortige öffentliche Bekanntgabe der Verlobung seiner Tochter mit dem Militärattache Freiherrn von Werkheim. Was im Innern dieses Mannes vorging, als er so ganz ohne Widerrede die Bedingungen des verhaßten Gegners annehmen mußte, konnte Werkheim von dem unbewegten Gesicht nickt ablesen. — Am nächsten Tage nahm Alfred von Werkheim Urlaub um zu seinem Vater zu fahren. Was er mit ihm zu besprechen hatte, ließ sich-nicht in einem Briefe sage??. Ehe . er abreiste, srchr er noch einmal in Grosvenor Street vor. - Mit ausgebreiteten Armen kam ihm He*en entgege??. „Alfred. Liebster, bleib nicht zu lange. Ich sterbe vor Sehnsucht, wenn Du mich lange allein läßt." „Und der Papa?" fragte Werkheim. „Hat er's gnädig gemackt?" Sie schnitt eine Grimasse. „Er ist mir noch immer böse. Schadet nichts, er wird auch wieder gut. Ein ganz nettes Donnerwetter war's ja, danke. Aber nun ist es überstanden und ick Hab meinen Willen. Schlimmer war's eigentlich mit der Mama. Sie hat sich noch nicht ber??higt. Es ist ihr unfaßbar, wie ich das habe tun können. Wie eine gnterzogene junge Dame in die Wohnung eines Herrn gehen kann. Ich möchte n??r wissen, was da so Schlimmes dabei sein soll." Er schloß sie innrg iw die Arme. „Laffel? wir das jetzt," sagte er zärtlich „Später, wenn Tn erst meine kleine, süße Frau bist. sprechen wir ma'. darüber. Jetzt, so kurz vor der Abreise, haben wir Besseres zu lim." — Das Bessere bestand darin, daß er die roten Lippen küßte und ihr törichte, verliebte Worte in die Ohren flüsterte. Von der Wichtigkeit dieses Beginnens war auch Helen vollkommen überzeugt, ste nestelte sich immer tiefer in die sie umschlingenden Arme. — IV. Nun, mein Sohn, welch günsttgem Zufall verdanken wir denn Tein Erscheinen hier in der Heimat?" rief Baron von Werkl)eim erfreut, als Alfred so unerwartet bei ihn? eintrat. „Ist die Herrlichkeit in London schon zu Ende? Kommst Du auf einen andere,? Posten?" „Im Gegenteil! Ich denke, es soll jetzt erst recht losgehen." „Na, na! Herr, dunkel ist der Siede Sinn! Was soll erst losgehen?"' „Wenn Du gehört hast, warun? id? hier bin, dann wirft Du verstehen, wie ich es meine." „Du machst mich wirklich nengieng!" Alfred von Werkheim zögerte. Wenn es nur erst gesagt wäre. Wenn nrrr die hellen Augen des Vaters nicht so forschend auf ihm ruhen wollten. — Aber was nützte das lange Zögern. Gesagt werden mußte es doch. Also heraus damit. — »Ja. also, Vater — ich habe mich verlobt." Er hielt inne. Die hellen freundlichen Augen hatten plötzlich allen Glanz verloren. „Verlobt?" Er fragte nickt mit wem, aber die Augen forderten desto deutlicher A?iskunft. »Mit Helen Doilglas, Vater! Der Tochter des englischen Ministers." Fnrttebnna solat. Bett.: D e Fiel chver orqun? und die Verbrauchsregelung für die Stadt Friedberg. Ketznnntmachnng Hierdurch bringe ich zur öffentlichen Kenntnis, daß der Verkauf von Rind- und Kalbfleisch, sowie Wu st jür diese Woche an» Freitag, den 11 . Januar l. Is. von nachmittaag 2—6 Ufjt in den fam lichen hüstgen Metzgeiläden stat! findet. Schweinefleisch gelangt nicht zur Ausgabe. , Die vorstehende Verkaufszeit ist genau ein^uhaUe,?. Fnedberg, den 10 . Januar 1619. Der Bürgermeister. 2. V.: Da inm. zum Einkochen. laini MS «ZW. empfiehlt W. pan. Kimmch, Fnedberg, Kaiserstr. 52. „Mama" Fi chger cht fzumKalt- und Wa rm- effen), in ? Psd.-Dosen ä Uff. 3.95. Dr. Engelhardts MhrpastZte saus Hüllen fruchten hergsstellt). 'in Toü'il von 4 )0 Gramm Inhalt Mk. 2.69. Wße Merfppfe in Dwen von 125 Gramm Snfialt Mt. ä 1.2 *. Kriegssalat lose gewogen das V, Pfd. 60 Pfg. empfiehlt Friedrich Michel Ich suche Kelranntmachm-g. Bestellung von Nährmitteln. Gemäß 8 5 der Bekanmma r)Ulig über die Verbrauchs- regelung der in die öffentliche Bewirtschaftung genommenen 'Nährmittel vom 23. März 1917 wird für die Stadt Friedberg folgendes bestimmt: Es sollen ausgegeben werden: I. Für brotgetreideoerforgungsberechtigte Kinder bis zu 12 Jahren (rote Karten) aufdieMarke 31 der Nährmittelkarte B (rot) Hafe flocken » ,» .. 32 „ », „ B „ Su-pen II. für die übrige brotgetreidcoersorgungsberechtigte Bevölkerung (blaue Karten) auf die Marke 35 der Nährmittelkarte C (blau) Grieß .» '» »» 36 „ „ „ C „ Morgentrank i# >, »» 37 „ „ „ C Suppen III. Für Selbstversorger lgelbe Karten) aus die Marke 9 der Nährmittelkarte A (gelb) Suppen. Wer die auf ihn entfallende Mare — die genaue Menge wird später festgeseßt — zu beziehen wünscht, hat unter Vorlage seiner Karte bei einem hiesigen Kleinhändler bis zum 15. Januar eine Bestellung auszugeben. Dabei ist darauf zu achte??, daß der Kleinhändler nur die betreffende Vestellmarke abtrennt und auf der gleichziffrigen Quitiungs- und Bezugsmarke die Bestellung bestätigt. Wer die vorgesehene Frist für die- Bestellung nicht einhält, verliert den Anspruch auf die ihm zustehende Ware. Die Kleinhandelsgeschäste haben die Vestellmarken aus die in Betracht kommenden VesteUüogen getrennt aufzukleben und an dem, dem Ablauf der Bestellfrist folgenden Werktage, also am 16. Januar an ??ns einzusenoeii. Nichteinhaltung dieser Frist zieht den Ausschluß des betreffenden Klemhandelsgeschäfts von der Beteiligung an de?n Vertrieb der Nährmittel nach sich. IV. Für Gastwirte haben wir zur Verpflegung auswärtiger Gäste eine kleine Partie Suppen abzugsben und ist die Bestellung hierfür bei uns. bis zum oben genannten Zeitpunkt direkt aufzugeben. Fnedberg, den 9. Januar 1918. Städtischer Lebensmittel-Ausschuß. Langsdorf. Keüamttmachnug. 2n den hiesten Kolonialwarengeschästen bringen wir von Freitag ab Obstmarmelade Preis 80 Pfennig das Pfund zum Verkauf. Fnedberg, den 10. Januar 1918. Siävt. Lebcnsmittel-Attsschtttz. Langsdorf. Holzversteigeruug. Im Slodheimsr Gemeindewald. Distrikt Ketz.rbori?, werten Montag. den 11. Januar l. Is. versteigert: 2 Kiefern-Stämme. 8 —10 in lang. 03) Durchmesser, 1,29 fm Inhalt 19 Fichlen-Stümme. 8 —iz m lärm, 0,35—0,54 Durchm., 15,91 Im Inh. 631 rin Kieiernrnndicheit, 1,50 lang 85 rm Kiefern-Kaüppel 11 rm Fichten Knüppel 71 rm Kie eru-Stöcks 3290 Stück Kiefern-Fetten. Anfang und Zusammenkunft vormittags 10 Uhr auf der Waldbahn, oberhalb de. Siaa:sstiaße Friedberg - Homburg Vemetti wird, daß das Stammholz gleichzeitig mit dem anderen Holz zum Ausgebot kommt. Rodheim v. d. Höhe, au? 8 . Januar 1618. Trotzh. Burgermsisierei Nodheim v. d. Höhe. H o f m a n n. Gr. Post, la Kranftiirme (srtil) GrosrcrPoZkii la. MlirULme große Knlldärme, sowi- Wlids-, Lchweiiik- »nr Sa!bs!»!i>lk«. r^-Wurk!rords!.-^ ZA. W. ^© 11 , Friedberg, kaiserstr. 12 , Te!.411L Fachmännische Bedienung. Stnif= nn) älraßenbeit», Mdr-«. K»tz-Karlä!)ihk 0 , Ztriegel. Alle Sorte» Siirlle« im Großen u. Einzelverkauf Theghiild Stc'mtl Kürflenfalrrik Frredbsrg, Kaiserstraße 117 j Achtung! chtung! Pollnt Sir IM Geld mdiem l gejucht! Redegewandte Herren oder Damen finden durch Verkauf an Landwir e von mehreren in je em Haushalt unentbehrlichen, vom Ktte swirlschafisausschuß ii? Berlin genehmigten, Artikeln leicht lohnende Beschäftigung. Man bitict sich a>? untenstehende Firma wenden zu wollen. Philipp Diener, Bertretringen. Friedbcr? i. H. (Postfach). tz aber von guter innerer relchaffenheir. gegei? Kaffe zu kauten. Offerten unter F. V. Z. 943. sw S'.usois B.'offch Franksurt a.M. Fischereiverpachtung. , Donnerstag, dei? 21. l. 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