Nummer 5 Montag, den V. Januar 1918 11, Jahrgang Neue Tageszeit Die ,,rlene Saarsreitnttg" erichemt ,eden SU5etlta\ Regetmaßrge Beilaaen ..Ser «anrr ans weisen" Sie III ' Z ~ ---- m u mtt noch da, Seitcllgelb; fei den Stremen mano.IIS, «5 P,g. etnlchlietzlich Xiägerlotm. Am--a-n töranö’cUe L P.q totale 20Sr«nwiafn'' ’' lSoi ‘ a " ltQlten °>°rlellähr»ch ffl«. 2.4C ' -'.U'ma,or. ^edderq. SchriN.ei.unq und Uee.aa r.E.'t t.e.cntz ^Sauer.rag^^^7^ Pik Hn||ni Itommrn nafli t-.fi deutsche Feststellung. — Kloyd Gemoe als Kriegsredner. — Anerkennung Finnlands 4M 000 Tonnen versenkt. Der dentsche Generalltak ——— meldet: —- 1 W. T. K» Großes Aonplquartier. den 5. Zarrn»rr. Amtlich. Westlicher Kriegsschauplatz. An der flandrischen Front östlich von Ppern, in einzelnen Abschnitten zwischen Scarpe und Somme sowie in Gegend von Avocourt und St. Mihiel entwickelten sich zeitweilig lebhafte Feuerlämpfe. An dqr übrigen Front blieb die Arillerietätig- teit auf Störungsfeuer beschränkt. Oestlich von Bullecourt Hane eine gewaltsame Erkundung vollen Erfolg und brachte eine gröbere Anzahl gefangener Engländer ein. Oestlicher Kriegsschauplatz Nichts Neues. * Mazedonische Front. Keine besonderen Ereignisse. Italienische Front. Zwischen Brenta und de Montello Lebte das Artilleriefeuer vorübergehend auf. Der Erste Generolquartiermeister: Ludendorff. Abendbericht. Berlin. 8. Jan., abends. (WTB. Amtlich.) Don den Kriegsschauplätzen nichts Neues. * W. T. p. Gi sßes Aanzrtqnariier, den 6. Januar. Amtlich. Westlicher Kriegsschauplatz. Die Feuertatigkeit blieb meist gering. Sie steigerte sich vorübergehend an verschiedenen Stellen der Front im Zusammenhang mit Erkundungsaefechten. Französische Vorstöße in der Champagne wurden im Nahkampf abgewiesen. Bei Iuvincourt und nordöstlich von Avo- ccurt brachten eigene nach Feuervorbereitung durchgesührte Unternehmungen ebenso wie ein überraschender Einbruch in die feindlichen Linien westlich von Bezonvaux zahlreiche Gefangene und einige Maschinengewehre als Beute ein. Im Walde von Ailly versuchten die Franzosen zweimal * vergeblich in unsere Gräben einzudringen. Am 4. und 5. Januar wurden im Lustkampf und von der Erde aus 15 feindliche Flugzeuge und 4 Fesselballone abgeschossen. Oestlicher Kriegsschauplatz. Nichts Neues. Mazedonische Front. Die Lage ist unverändert. Italienische Front. Beiderseits der Brenta, im Tombagebiet und am Montello zeitweilig Arlillcriekampf. Der Erste Ceneralqnartiermeister: Ludendorff. Abend Bericht. Italienischer Kriegsschauplatz. Auf der Hochfläche von Asiago, im Gebiet des Monte Afo- lone, des Monte Tomba und des Montello entwickelten sich zeitweilig Artilleriekämpfe. Der Chef des Grneralstabcs. Sofia, 3. Jan. (WTB Nichtamtlich.) Gsneralstabsbericht. Mazedonische Front' Westlich des Ochrida-Sees vertrieben unsere Erkundungsabtellungen feindliche vorgeschobene Einheiten: auf den Höhenstellungen im Cernabogen etwas lebhaftere Artillerietätigkeit. Nördlich des Tcrhinc^Sees für uns günstige Erkundungscp fechte. Nach einem Luftkampf schoß der deutsche Vizefeldwebel Eredig ein feindliches Flugzeug ab. das hinrer unseren Stellungen nordwestlich des Doiransees niederfiel. Zu ei englische Flieger wurden dabei zu Gefangenen gemacht. Dobrudschafront: Waffenstillstand. Das türkische Hauptquartier •====== meldet: ———— Konstantinopel. 5. Jan. (MTV. Nichtamtlich.) Amtliche Tagesberichte vom 4. und 5. Januar: Palästinafront: Etwas lebhafteres Geschützfeuer gegen un- st-re Front zwischen der Küste und der Eisenbahn. Feindlick-e Patroi.'illeivorstöße gegen unsre Stellungen bei El Bire wurden abgewiesen. Die Luftangriffe des Gegners bei Afule waren erfolglos. Sonst keine Ereignisse von Bedeutung. Palästinasront: Ein feindlicher Posten wurde von uns teils aufgehoben, teils niedergemacht. Sonst keine besonderen Ereignisse. Kriegslage. Berlin, 6. Jan. (WTB. Nichtamtlich.) An der Westfront hielt auch am 5. Januar die rege Erkundungstätigkeit und der lebhafte Feuerbetrieb an. Englische Erkundungspatrouillen mußten nordöstlich Poelcapelle und östlich Zandvoorde nach blutigen Verlusten über das Trichterfeld in ihre Gräben zurllck- flüchten. Oestlich Reims und in der Gegend nördlich Prunay scheiterten französische Erkundungsvorstöße. In der Champagne versuchten die Franzosen nach mehrstündiger starker Feuervor- bcreitung an zwei Stellen in unsere Stellung westlich des Kanonenberges einzudringen. Unsere Grabenbesatzung ließ sie hier bis dicht an unsere Linien hcrankommen und warf sie sodann w schneidigem Gegenstoß zurück. Ebensowenig Erfolg hatten französische Absichten in den Argcnnen und zwischen Maas und Mosel. Unsere Erkundungsabtellungen erfiillten an mehreren Stellen der Front voll ihren Auftrag. Nordöstlich Avocourt brachen unsere Sturmtrups am Morgen des 5. Januar überraschend nach kurzem Artillerie- und Minenfeuer in die feindlichen Gräben und brachten trotz starker Gegenwehr 37.Gefangene und 2 Maschinengewehre zurück. Berlin» 6. Jan., abends. (WTB. Amtlich.) Erhöhte Ee- fechtstätigkeit an der flandrischen Front, südlich von der Scarpe und auf dem Westufer der Mosel. Von den anderen Kriegsschauplätzen nichts Neuess. Der österreichische Generalstab ===== meldet: ====== J 3Eteit, 5. Jan (WTB. Nichtamtlich.) Amtlich wird ver- lautbart: Oestlicher Kriegsschauplatz. Waffenstillstand. Italienischer Kriegsschauplatz. 4M 000 Tonnen ve senkt. Berlin, 5. Jan. (WB. Amtlich.) Kühnes Draufgehen unserer U-Boote bei stärkster feind Ücker Gegenwehr hat unseren Feinden wiederum den Verlust von 22 000 Brutto- registertonnen eingetragen. Drei große Dampfer fielen den Torpedos im Aermelkanal zum Opfer. Eines der Schisse war ein tief beladener ostwärts steuernder großer Tankdampfer; er sank binnen 40 Sekunden. Von den übrigen Schiffen konnte einer als der bewaffnete englische Dampfer „Polwarth" (3146 Tonnen) festgestellt werden. Das Schiff war mit wertvoller Eisenerz- und Phosphor-Ladung nach England bestimmt. w Die Gefechtstätigkeit blieb auf zeitweiliges Artilleriefeuer beschränkt. * p t, Der Chef des Ceneralstabc». * - ffiicn, 6. Jan. (WTB. Nichtamtlich.) Amtlich wird oer- jautbart: Oestlicher KriegrsH-«p*,tz. - jf / Waffenstillstand. /> - ^ > 1 Berlin, 4. Fan. (WB. AmtllchF Im östlichen Aermel- kanal sind von unseren U-Booten kürzlich 21 000 Bruttoregistertonnen vernicklet worden. Sämtliche Schiffe waren schwer beladen und bewaffnet und fuhren bis auf einen unter starker Sicherung. Ein tief beladener, belvafsneter großer Tankdampfer, der Kurs auf Cherbourg hatte, wurde ans inem starken, durch viele Fischdampser und schnelle U- Bootszerstörer gesicherten Geleitzng hewusgeschossen. ! An dem Erfolg, der unter erschwerenden Verhältnissen errungen und darum umso bemerkenswerter ist war in erster Linie ein kleines U-Boot beteiligt, dos unter der ichn ewigen Führung seines Kommandanten, Oberleutnant ^J r Stemdorff. im Dezember vorigen Jahres durch chnelle Arbeit in zwei Unternehmungen insgesamt 22 500 Brmwregistertonnen vernichtet hat. Der Chef des Admiral st abr der Marine» , *«!•«/4-San. (WB.)' Der Verlust dieses Tankbanip. fers trifft die Entente umso schwerer, als der deutsche Bericht fcH Mitte vergangenen Monats bereits vier ähnliche Ver- senknngs fälle melden konnte. Die Frage der Oeleinfnhr, die zur Versorgung der auf Oelfeuerung angewiesenen feindlichen Kriegsflotten große Bedeutung hat. gestaltet sich für den Verband immer kritischer. Vor kurzeni trat in Washinq- ton ein Ausschuß englischer und amerikanischer Fachleute zusammen, um über die Oelverteilung zu beraten. Die U-Bootabwehr, zu der besonders Motorschiffe herangezogen werden müssen, hat durch Erweiterung des Sperrgebietes und Dadurch vermehrten Oelverbrauch die englische Einfuhr vor ^ neue Schwierigkeiten gestellt. Eine der neuesten Wirkungen äußert sich in dem Verbot des Kraftwagenfahrens für Privatleute in England. Zur Beschlvichtignng der erregten Bevölkerung funkt Poldhn die Nachricht in dis Welt, daß in England ein Oelbrnnnen entdeckt worden sei, der jährlich 150 000 Gallonen liefern könne. Was Poldhn verschweigt ist, daß England einen jährlichen Bedarf von 600 Millionen Gallonen hat, daß also 180 000 Gallonen leine ^ Abhängigkeit von der überseeischen Zufuhr aus Amerika und Asien nicht neimenswert zu mildern in der Lage sind. „Ein Königreich für ein Schiss." Haag, 5. Jan. Unter dem Titel „Ein Königreich für ein Schiff" meldet die amerikanische „Evening Mail" am 23. November, daß der Mangel an Schiffsraum die Schiffsvreise unerhört in die. Höhe treibe. Ein fünf Jahre altes Segelschiff. das ursprünglich 30 000 Dollars kostete, wurde für 50 000 Dollars verchartert. \u ■ 0 Quintals Fische nach dem Mittelmeer zu transportieren. Die Versickerung des Schiffes betrüg. 25 Prozent, die der Fracht 15 Prozent. Trotz . ller Unkosten konnte aber der Eigentümer noch einen Gewinn von 5000 Dollars bei dieser Fahrt machen. Ein deutsches Schiss out Roten Meer. Bern, 6. Jan. Von besonderer Seite erfährt das „Bern. Tagbl." aus Athen, daß deutsche Seeleute auf einem ans einem ostafrikanischen Hafen entführten Schiffe am Südans- gange des Noten Meeres kreuzen, weshalb in Aegypten du» Jndienfahrer Vorsichtsbefehle erhielten. Die Friedettsvcrhaudlnn-i-en. Im Hanptausschuffe gab der Untcrstaatssekretär Freiherr von dem Bussche folgende Erklärung ab: Der Herr Reichskanzler hat gestern die Insinuation der rust sischen Presse zurückgewiesen, daß wir uns in illoyaler Weife unserer Zusage betr. das Selbstbestimmungsrecht der Völker ent« ziehen wollten. Im Anschluß an diese Erklärung stelle ich im ausdrücklichen Austrage des Herrn Reichskanzlers das folgcnvv fest: „Der Standpunkt des Herrn Reichskanzlers zu dem Selbst» bestimmungsrecht der Völker bleibt unverändert, aber dieser Standpunkt darf keine Deutung finden, dre lediglich von den Interessen der Entente eingegeben ist. Die in der neutralen Presse veröffentlichte Darstellung, als ob die russischen Delegier» len den deutschen Vorschlag vom 28. Dezember als undiskutierbar abgelehnt hätten, ist tatsächlich unrichtig. Die russischen Delegierten haben zwar Bedenken gegen die von uns vorgeschlagene Formulierung erhoben, sich indeß ausdrücklich damit ein- verstanden erklärt, daß über diese Formulierung in einer Kommission weiter beraten werden sollte, um eine Verständigung herbeizuführen. Zwischen unseren und den russischen Delegierten war vereinbart worden, daß die Fortsetzung der Verhandlungen auch über die strittig verbleibenden Punkte am 5. Januar tit Brest-Litcwsk erfolgen sollte. Unsere Verbündeten haben untev diesen Umständen mit uns einstimmig den Vorschlag der Rüster nach Veränderung des Verhairdlungsortes abgelehnt. Inzwp schen ist uns von Vrest-Litowsk folgendes Telegramm zu- gegangen: Am 1. Januar 10 Uhr abends ist hier das in Uebersetzung folgende Hughes-Telegramm aus Petersburg eknaetrofserr: .In die Herren Vorsitzenden der Delegationen der vier ve». btzndeten Mächte i Die Verlegung der Verhandlungen auf neutrales Gebiet entspricht dem erreichten Stand derVerhandlungen In Anbetracht der Ankunft Ihrer Delegation am früheren Ort der Verhandlungen wird unsere Delegation zusammen mit dem Volkskommissar für auswärtige Angelegenheiten, Trotzki, morgen nach Brest-Litowsk fahren, in der lleberzeugnng. daß eine Verständigung über die Verlegung der Verhandlungen auf neutralen Boden kerne Schwierigkeiten machen wird. Unterschrift' Die russische Delegation." Inzwischen ist mit den in Breft-Litowsk anwesenden, mit Vollmacht versehenen Vertretern der U-oine in befriedigender Weise verhandelt worden. Weitere tatjächliche Mitteilungen können von Seiten der Regierung heute nicht gemacht werden." Der erste Zwischenfall. Berlin, 6. Jan. (MTV.) Die „Norddeutsche Allgemeine Zeitung" schreibt unter der Überschrift: „Ruhige Sicherheit" u. a.: Der Zwischenfall von Brest-Litowsk. der in den Morgen, blättern vom Stamstag zum Teil schon abnorme und groteske Formen anzunehmen begann, ist durch die feste, aber inhalrs- volle Erklärung, die der Unterstaatssekretär Freiherr von dem Dussche im Auftrag des Reichskanzlers im Hauptausschuß abgegeben hat, auf den richtigen Weg zurückgeführt worden. Die Verhandlungen sind mit nichten abgebrochen, sie waren nicht einmalig zeitweilig ganz ausgeseht. Was vorliegt. sind einige Wünsche der Rusien. die aber ohne Form und Gebräuche vorgebracht wurden, deren Erfüllung prompt von unseren Vertretern abgelehnt wurde und die nun ordnungsmäßig, aber mit demselben Endergebnis besprochen werden dürften. Was dann weiter geschehen wird, entzieht sich seder Voraussicht. Es wäre also nieder einmal bester gewesen, keinen Sturm im Wasterglase zu erzeugen, nicht gleich die Vorgänge in die grellsten Farben zu kleiden, sondern besten eingedenk sein, daß eine Friedensver- handluna nach einem 3>?jährigen Kriege nicht in den Formen eines Kaffeeklatsches sich abfpielen kann, und daß diesem ersten Zwischenfalle manche andere folgen werden. Wenn man ge wissen Zechen glauben wellte, dann wäre der Freitag --tt her Erklärung des Reichskanzlers der große Tag der politischen Reinigung gewesen, dann wäre an diesem Tage der chirurgische Schnitt gemacht worden, der unserer Politik wieder die Gesundheit gebracht, der unsere Friedensunterhändler auf den richtigen Weg gebracht hatte. Davon kann natürlich keine Rede sein. Unsere Vertreter sind von Berlin abgereist. aufrichtig in dem Vertrauen, desten sie sich in der Werhnachtspause versichert batten. Die Verhandlungen mit den Ukrainern. Vrest ^ltowsk, 5. Jan. (WTB. Nicktanrtlicsi.) Gestern Und heute fanden in Brest-Litowsk unverbindliche Be- sprechunaen mit der ukrainischen Abordnung statt, die einen Oefricotoenben Verlauf nabmen. Brest-Litowsk. 6 (WTB.) Die Besprechungen mit der ukrainischen Abordnung wurden heute in einer Vollsitzung, an der Bevollmächtigte sämtlicher vier Bundesmächte teilnahmen kcttgesetzt. Bern statt Brest-Litowsk. Genf, 6. Jan. Die„Times" erfahren aus Petersburg: Hier geht das Gerücht, daß die Rüsten Bern als Ort für die Frisdens- «erhandlungen vorgeschlagen hätten. Russische Stimmen. Das Wolffsche Büro veröffentlicht ein Telegramm, wonach die Vertreter der Armeen im Sowjtt als die russische Regierung gesagt habe, auf der Basis des deutschen Angebotes sei ein Frieden nicht möglich, erklärt hätten, die Soldaten würden nicht mehr kampln, nach Lage der Dinge könnten sie es auch nicht tun. Stockholm. 5. Jan. ..Nowaia Schisn" schreibt zu den Ver- handlungssänvierigleiten, wie man sich denn denkt, wirklich wieder den Krieg mit Deutschland zu beginnen, nachdem das Offizierkorps vernichtet, die Front in eine chaotische Maste verwandelt. die neigen streitbaren Abteilungen an inneren Kämpfen beteiligt und nachdem die gesamte Waffenindustrie abgeschafft; den Krieg wieder anzufangen. wo die gesamte Popularität der Regierung darauf beruht, daß ste einen rechtmäßigen demokratt. scheu Frieden zu schaffen im Begriff stand. Lenins „Prawda" bringt in einem Kommentar zu den russischen Aufrufen keinerlei Angriffe gegen Deutschland, schiebt vielmehr die Schuld an den Schwierigkeiten der Ukraine, Kale- din und den Kadetten zu. Eine Kundgebung ans Riga. Die Rigaer Kaufmannskammer in Riga richtete zum ÄL rC 'i 6e9lnn Qn Hamburger DetaiMstenkammer ein Schrerben. worin die vffene Zuversicht auf Angliederimg des Balkenlandes an Deutschland bekundet wird. In dem Schreiben heißt es: gilt für uns, Bürger zu werden in einem Lande in dem Gesetz und unwandelbares Recht eine Heimstätte haben, in dem wir ficbgr sind, daß unsere ehrliche Arbeit und ihre fruchte geschützt werden durch die Staatsgewalt, G ücklicher e§ l nft ,mfere Vater waren, denn wir können Fremdherrschaft uns heute aussprecben fiir bre Wlederveremigung dieser ältesten deutschen Kolonie mit wem Mutterland. Hut Vermeidung einer emfetttgen Festlegung hatten sie die Gültigkeit dieser Leitsätze ausdrücklich davon abhanchg go. macht, daß sich sämtliche jetzt am Kriege beteiligten Mächte innerhalb einer angemessenen Frist ausnahmslos und ohne jeden Rückhalt zur genauesten Beobachtung der alle Völker in gleicher Weise bindenden Bedingungen verpflichten muß- ten. Mit Zustimmung der vier verbündeten Delegationen war darauf von der russischen Delegation ein zehntägige Frist festgesetzt worden, innerhalb welcher die anderen .Kriegführenden sich mit den in Brest-Litowsk aufgestellten Grund- sätzen eines sofortigen Friedens bekanntmachen und über den Anschluß an die Friedensverhandlugen entscheiden sollten. Die Delegationen der verbündeten Mächte stellen fest, daß die zehntägige Frist mit dem 4. Januar 1918 abge-' laufen ist und von keinem der anderen Kriegführenden eine Erklärung über den Beitritt zu den Friedensverhand- lungen bei ihnen eingegangen ist. Gezeichet: Der Vorsitzende der verbündeten Delegationen: v. Küb^mann fiir Deutschland, Graf Czernin für Oesterreich-Nngarn, Vovow für Bulgarien. Nessimy Bei fiir die Türkei. En!jM8Mg pf^n uni) Drr Rotterdam, 5. Jan. (MTV Nichtamtlich.) Nach dem ..Nieume Rolterdamschen Eourant" erklärt der „Dailn Telegraph", die ukrainische Regierung habe den Rat der Volkskommissare um eine ausdrückliche Erklärung ersucht, ob er sich bereits im Kriegs, zustande mit der Ukraine befinde. Die Kommissare antworteten, daß ftc bereit jeten, Frieden mit der Ukraine zu schlichen und die Unabhängigkeit der Ukraine anzuerkennen wenn die ukrainische Regierung darern willige, Kaledin als revolutionsfeindlichen Führer anzusehen und den Durchzug von Truppen gegen Kale- dm durch ihr Gebiet zu gestatten. In der ukrainischen Regierung finden eigenartig« Veränderungen statt. Der Kriegsminister Petrula. der das ukrainische Heer organisiert hat. ist durch den Advokaten Porsk ersetzt wor. den, während andere Aenderungen die Möglichkeit einer Verminderung des scharten Gegensatzes, der bis vor kurzem zwischen der Ukraine und den Mittelmächten bestand, durchschimmern lasten. ManarchiMe üroMMli in pmnyal. Paris, 8. Jan. (WTB. Nichtamtlich.) Meldung der Agcnc» Havas. Ein Madrider Bericht des „Temps" besagt: In den monarchistischen Kreisen Portugals geht das Gerücht, daß der frühere König Manuel auf die Krone Verzicht leisten und sich demnächst nach Madrid begebn werde, wo er seinen Entschluß bekannt geben werde. Man behauptet, daß dieser Verzicht, der olle monarchistischen Elemente zusammenzuscharen bezweckt, z» Gunsten des Prinzen Duarte, des Enkels des Dom Miguels.'der gegenwärtig in Oesterreich weilt, erfolgen soll. Die ausgewan- derten portugiesiischen Monarchisten kehren nach Portugal zu. rück, während alle Demokraten der Gasta-Partei nach Madrid strömen. Sie versichern, daß sich in Portugal eine monarchi- stische Bewegung vorberite. An verschiedenen Orten seien Verhaftungen von Republikanern vorgenommen worden. Die Agence Havas fühlt sich bemüßigt, der Meldung den Zusatz beizufügen: „Es ist zu befürchten, daß Agenten der Mute.machte sich bemühen, aus dieser Bewegung einen Vorteil zu ziehen, um die Wirren zu begünstigen, gleichgültig, welches die Ursachen oder dre Folgen seien." Diese Unterstellung der Agentur Havas deckt sich mit den systematischen Verdächtigungen, dre seit einiger Zeit in der fran. zösischen Presse ersännen. Es ist offensichtlich. daß dieses fran- zösische Spiel lediglich den Zweck verfolgt die eigenen Umtriebe zu verschleiern. Die vorjährige Augustrevolution in Spanien bewrst zur Gengüge, in welchem Lager die Rubestörer zu suchen sind, deren Führer bekanntlich in engen Beziehungen zu Frankreich und England stehen. Eine herrliche Feststellung. Kekv Beitritt der Entente zu den Verhandlungen. Brest-Litowsk, 6. Jan. (WTB. Nichtamtlich.) Gestern abend ist folgender Funkspruch in deutschem Klariert abge- sandt worden: An die russische Delegation zu Händen ihres Vorsitzenden Herrn Soff« i n Petersburg. Äst chrer Antwort auf die Vorschläge der russischen Delegation hatten die Delegationen des Merbundes am ^ Dezember 1917 in Brest-Litowsk gewisse Leitsätze für den AD astuß crnes sofortigen allgemeinen Friedens ausgestellt. Dcr rnürlihk Önnfrnfeonprfff rrgni die Kadetlkn. Rikolajewsk, 3. Jan. (WTB. Nichtamtlich.) Meldung der Petersburger Tel.-Agentur. Der dritte Banernkongretz begrüßt die demnächst zusammentretende verfassunggebende Versammlung, die den Hoffnungen der Arbeitermassen entgegenkommt, und fordert ihre alsbaldige Eröffnung und den Ausschuß der Kadetten und ähnlicl-er Elemente, Die Anerlrennunn Finnlands. Berlin, 6. Jan. (WTB. Amtlich.) Nachdem die ruf- fische Regierung erklätt hat, daß sie zur sofortigen Anerken- nung der Unabhängigkeit Finnlands bereit sei, soßa'd ein Antrag der Finnen vorliege, und nachdem die finnische Regierung einen entsprechenden Schritt tn Petersburg getan h den Ertrag der Arbeit, nicht mehr zu würdigen und nicht mehr zusammenzuhalten weiß. Es muß unseres Erachtens unter allen Amständen von amtlicher Seite darauf hingearbeitet werden, daß jugendliche Arbeiter unter Spar-Zwang gestellt werden. Aus den Zeitungen sind täglich kraste Fälle von Verschwendungssucht zu ersehen, wohin aber soll das führen, wenn in späteren Zeiten nicht mehr so viel verdient wird als in der jetzigen Kriegs! infunktur. Mehr als je ist das Wort am Platze: Spare kn der Zeit, so hast Lu in der Rc., Der Nailerelocke letztes Geläut. Am Sylvesterabend hat die große Kcriferglocke im Kölner Dom. „Maria Gloriosa" genannt, zum letzten Male ihre dumpfe Stimme über dem heiligen Köln erschallen lassen. Voll tiefer Bewegung hat die Bürgerschaft die Klänge der größten Ktr- chenglocke Demschlands verfolgt, denn sie bedeuteten eine Ab- schiednahme für immer. Schon wenige Stunden später hat man mit der Zerstörung des 560 Zentner schweren Ungetüms begonnen, dessen Metall nunmehr auch den Zwecken der Kriegswirrschaft dienen soll. Line volle Stunde hindurch wurde die im südlichen der beiden Domtüre Hängende Glocke geläutet, die am Geburtstag ihres Stifters, Kaiser Wilhelm I., am 22. Mürz *877 zum ersten Male ihre eherne Stimme hatte erschallen lassen. Damals mußten 27 Läutcmänner sich nahezu eine halbe Stunde lang an den Seilen abmühen, bevor der 13 Zentner schwere Klöppel' überhaupt an den Glocke uraud anschlug. Spater erhielt sie ein elektrisches Läutewerk» mit dem sie bereits inner- halb 33 Sekunden zum Anschlag gebracht werden konnte. Be- lantlich ist die Kölner Kaiserglocke aus im Kriege 1870/71 erbeuteten französischen Kanonen in der Glockengießerei Franken- thal in der Pfalz gegossen worden. Sie krönte den Abschluß de« durch mehrere Jahrhundert hindurch in wechselvoller Ge*. schichte vollendeten Dombau, mit dem Deutschland sich das schönste gotische Baudenkmal an den Ufern des deutschesten Stromes schuf. — Von der Anwendung des ursprünglich vorgesehenen autogenen Schneideverfahrens bei der Zerlegung der Riesenglocke hat man inzwischen abgesehen. Es war in Bor. schlag gebracht worden, weil sich die Abmontierung der Glocke in der gewöhnlichen Form als undurchführbar erwiesen. Sie soll jetzt gleich oben im Turm durch ein elektrisches Bohrverfahren zerstückelt werden. Hierbei wird der Glockenmantel durch elektrisch betriebene Bohrer, die Loch an Loch in die Wandung htn- eintreiben, sodaß beliebig kleine Stücks abgetrennt werden können, zerkleinert. Di« elektrische Kraft, die zum Treiben der Bohrer in dem Glockenturm benötigt wird, ist in der elektrischen Läutewerkanlage im Glockenturm bereits vorhanden. — Wie die „Derttsche Journalpost" dazu aus Köln erfährt, rechnet man in den Kreisen der dortigen Bürgerschaft damit, daß nach der siegreichen Beendigung des Weltkrieges der Enkel des kaiserlichen Stifters, der „Maria Gloriosa" dem Dome wieder eine Kaiscrglocke zuwenden wird. Usm Felde der' Ehre. Butzbach. Gesrefter Freitag, jetzt beim Landsturm Vatl. XVIII/32, Bewachungskompagnie Friedberg, im ! Zivilberuf Bäckermeister in Butzbach, erhielt für tapferes j Verhalten vor dem Feinde das Eiserne Kreuz zweiter Klasse, I das ihm von feiner früheren Kompagnie überreicht wurde. Herz lichen Gl ii ckw unsch! ?«$ d ee X Durch die Bekanntmachung Nr. Pa. 1600/11. 17. K. N. A. vom 6. Januar 1918 ist die Beschlagnahme aller Mengen von Papier zur Verstellung geklebter Papiersäcke j (Sackpapier) an geordnet. Die Besch'agnahme umfaßt Ver- autzerungs- und Vercn'bertungsverbot. Vom 20. Januar 1918 ab darf die Veräußerung und Lieferung von Sack- Papier nur gegen einen Bezugsschein der Neichsfackstelle, Berlin, . erfolgen. Die Verarbeitung von beschlagnahmtem Sackpapiec zur Herstellung geklebter Papiersäcke von mehr als 3000 gern Sackflächcninhalt bleibt zu'ässig. Der genaue Wortlaut der Bekanntmachung ist in unserer Geschäftsstelle einzusehen. Bad-Nauheim. Vielen Wünschen entsprechend veranstalten Mitglieder der Kurkapelle Donnerstag, den 10. Januar, abends 8^ Ahr, im Theatersaale des Kurhauses einen Kammermusikabend. Das zur Aufführung kommende Divertimento Rr. 17 von Mozart und das Klavierquintett von Schubert sind Perlen der Kammermusikliteratur und in Bad-Nauheim unseres Wisiens noch nicht aufgeführt worden. Frau Baumeister-Jacobs, die gefeierte 1. Altistin der Darmstädter Hofoper, singt Lieder von Mozart und Schubert. Den Klavierpart im Forellenquintetl hat liebenswürdiger Weise Frau Kapellmeister Fanny Drumm übernommen Allen Freunden klassischer Musik stehen große Genüsse bevor und ist der Besuch des Konzerts nur zu empfehlen. Aus Starkenburg. Darmstadt. Neue umfangreiche Geheimschlächtereien wurden dahier entdeckt und haben zur Verhaftung des etwa 60 Jahre alten, kür vermögend geltenden Landwirtes Ludwig Mit- teldorf, der in weiten Kreisen bekannt ist und als flotter Lebemann gilt, geführt. M. hat seit längerer Zeit heimliche Ankäufe aller Art, hauptsächlich von Großvieh in Oberhesien ausgeführt, die Tiere heimlich schlachten lasten und meist zur Nachtzeit das Fleisch iir Möbelwagen heimlich nach größeren Fabriken vertrieben, sowie Wirte in Frankfurt am Main versorgt. Nach, dem erst kürzlich der Ankauf und die Schlachtung von 6 Rindern fostgeltcllt wurde, konnte ai'.f erfolgte Anzeige der heimliche Ankauf von weiteren 12 Ochsen aus Oberhesten, die heimlich geschlachtet worden sind, ermittelt werden. Auch ein heimlich obgeschlachteles Schwein befindet sich darunter. Damit sind tue weiteren Verdachtsgrüude noch nicht abgeschlosten. und ist man eifrig an der Arbeit, hat aber inzwischen zur Vermeidung von Kolussionsgefahr die Festnahme des M. veranlaßt. Es wird ihm auch die Unterschlagung eines wertvollen Brillantringes zur Last gelegt, den er einem zum Heer eingezogeuen Fabrikanten angeblich im Scherz abnahm, aber verkaufte, obwohl der Ring einen Wert von 5000 Mark haben soll. Darmstadt, 4. Jan. Ein Konflikt wegen der Freigabe des bei der Firma Merck dahier beschlagnahmten Fleisches ist anscheinend zwischen den maßgebenden Behörden ausgebrochen. Während die Reichsfleischstelle noch vor den Feiertagen das Schweinefleisch freigegeben hat, ist auf Antrag der Verwertungs- kcmmission des Kriegsernährungsamtes erneut die Beschlagnahme angecrdnet worden. Die hiesige Kriminalpolizei Hai nun die noch vorhairdenen 200 Zentner Fleisch in den Kühl- und Kelleräumen versiegelt, obwohl die Firma Merck sich auf das von dem Reichs fleisch amt erhaltene Telegramm, welches vre Freigabe verfügt hat, bezieht. Mau darf gespannt sein, wer den Sieg davonträgt. Darmstadt. Einem bekannten Gaunertrick zum Opfer gefallen ist eine hiesige Frau, deren Mann zwar ein ganz schönes Einkommen hat, die es aber darauf abgesehen hat, die Beispiele der großen Lebensmittelwucherer nachzuahmen und sich auf Kosten ihrer Mitmenschen einen guten Verdienst zu verschaffen. Schon seit längerer Zeit treibt sie einen Lebensmittelschleichhandel, der anscheinend gute Erfolge bringt. Vor einiger Zeit wurde ihr nun durch einen jungen, ihr unbekannten Menschen ein halber Zentner guter Speck, ebensoviel Schinken, sowie 10 Liter Oel angeboten, die in einer Wirtschaft in der Sandstraße liegen sollten und gegen bar zu haben seien. Man wurde um die Summe von 700 Mark handelseinig, die Ware konnte sofort obgeholt werden und zahlte die Frau den Bettag gegen Quittung an den Burschen aus. worauf man sich gemeinsam auf den Weg begab. An dem Haus, wo die gekauften Sachen liegen sollten und wo auch ein Karren zum Rachhausesahren bereit stand, bat der Verkäufer di« Frau, einen Augenblick im Hofe «*. warten, er bringe di« Sachen sofort. Als der Frau aber das Warten zu lange dauerte, begab sie sich in das Lokal, wo sie za ihrer Verblüffung hören mußte, daß der Bursche schon vor längerer Zeit die Wirtschaft durch den Ausgang auf der anderen Seite an der Riedeselstraße verlasten hatte.- Sie hat nun da, Nachsehen, obwohl man dem Schwindler auf der Spur ist. PC. CriLferchanserr, 4.. Jan. In diesem Jahre blickt da» Ohlystift dahrer. eine Erziehungsanstalt für verwahrloste Km- der, auf ein 30jähriges Bestehen zurück. Das Stift ist ein Werk des Oberbürgermeisters der Residenzstadt Darmstadt. Albreyr Ohly. der von 1874- -1891 die Geschicke der Stadt leitete, und war die Errichtung dieser allen Konfessionen dienenden Er- ziehung-austalt für verlasiene und verwahrloste Kinder der Residenz Darmstadt die letzte Schöpfung des verdienten Mannes. Um die Anstalt unterzubringen, wurde gerade vor 30 Iah- ren das sogen. Schlößchen dahrer mit seinem zwei Hektar umsap senden Gelände für 17 500 Mark gekauft. Das Schlößchen hatte von 1775 ab infolge einer Schenkung des Landgrafen Ludwig des IX. bis.1818 als Jnvalidenanstalt, mit der eine Erziehungsanstalt für Jnvalidenkinder verbunden war. ähnlichen Zwecken gedient. 1888 wurde die Anstalt mit vier Zöglingen eröffnet. Im ersten Arbeitsjahr wurden bereits zu diesen aufgenommen 32 Knaben und 14 Mädchen, in den ersten zehn Jahren 274, da. von 202 Knaben und 72 Mädchen. Seitdem entwickelte sich das Ohlystrft weiter segensreich. PC. Bikcnbach, 4. Jan. Der ftüher« langjährige hiesige Seelsorger, Pfarrer Göhrs, der in Darmstadt im Ruhestanve lebt, ist dort gestorben. Er war ein bekannter Förderer der In- ncren Mission und war Vorstandsmitglied des evangelischen Rettungshauses in Hühnlein. Aus Hessen.Nassau. PC. Wiesbaden, 8. Jan. In der heutigen Vollverfamm- lung der Landwirtschaftskammer stellte das Kammermitglied Landrat Duderstadt-Diez folgenden Antrag, der Annahme fand: Die Landwirtfchaftskammsr erklätt, daß eine noch schärfere Er- faffung der Milch im Kammerbezirk möglich und bei der augenblicklichen Lage aus vaterländischen Rücksichten und in Anbe. tracht der Notwendigkeit, die Kinder- und Krankenernährung bis zum Kriegsende sicher zu stellen, geboten ist. Die Landwirt, schaftskawmer hält es deshalb für dringend erforderlich, daß nicht nur von den dazu berufenen Organen, sondern von jedem Landwirt selbst sogar bei eigener Einschränkung alles daran gefetzt wird, für das Heer, die Großstädte und Industrie-Mittelpunkte die größtmöglichste Menge an Butter und Milch zu liefern. Als geeignete Wege jur Erreichung des angestrebten Zieles bezeichnet die Landwirtfchaftskammer fttengste Bestrafung des verbotenen Butter- und Milchhandels sowie rücksichtslos« Anwendung von Zwangsmaßnahmen im allgemeinen gegenüber Hebelwollenden, lückenlose Gestaltung der Sammele in r ich- ttrngen. Den durch die Reichsfettstelle herausgegebenen Richtlinien über den Zusammenschluß von Molkereien vom 3. Novvr. 1917 stimmte die Landwirtschaftskammer unter dem Vorbehalt zu, daß der Eigenart der kleinen bäuerlichen Besttzoerhältniff» des Regierungsbezirks Rechnung getragen wird. PC. Wiesbaden, 3. Jan. Der „fliegende" Händler Wilhelm Block aus Nordhausen, der hier 17 Pfund Butter durch Hausieren abgcfetzt und für das Pfund 15 Mark verlangt und erhalten hatte, wurde von dem Schöffengericht wegen unerlaubten Handelns und Hochstpreisüberfchrettung in eine Geldstrafe von 500 Mark genommen. PC. Wiesbaden, 3. Jan. Die Königliche Regierung hat jede der ihr unterstellten Schulen des Bezirks angewiesen, durch die Schüler eine Sammlung von Knochen vorzunehmen. Jeder Schulleiter hat bis zum 1. Februar d. I. dem zuständigen Kreisfchulinfpektor bezw. der Schuldeputation zu Frankfurt am Main und Wiesbaden anzuzeigen, daß und in welcher Weife dt, Sammlung eingeleitet ist und durchgeftihrt wird und ob Mängel bei der Einrichtung zu beseitigen sind. Ferner ist bis zum 20. Mai zu berichten, in welchem Umfange und mit welchem Erfolge die Schulen des Regierungsbezirks sich an der Knochensammlung beteiligt haben. Kelsterbach am Main. Die Einbrüche tn den Vurger- ksieistereien nehmen auch im neuen Jahre in der näheren und weiteren Entfernung Darmstadts ihren ungestörten Fortgang. Mit gleicher Dreistigkeit, wie seither in Dieburg Eberstadt. Ar- Heilgen. Griesheim, Egelsbach ufw. wurde in der verflossenen Nacht auch in der Bürgermeisterei Kelsterbach im Rathaus etn- gebrochen, das auch das Büro des Gemeinderechners beherbergt. Nach Erbrechen der Fensterscheiben und Türen drangen die Diebe in die Zimmer ein und erbrachen alleVehälter, wie Tische, Schränke, um daraus die vorhandenen mehrere hundert Mark bares Geld sowie über 100 Rersebrotmarken zu stehlen. Kommunalverbandsmarken ließen sie unberührt. Man konnte bl, Einbrecher bisher nicht ermitteln. PC. Aus dem Rheingau, 3. Jan. Naturbutter gelangte ln Eltville seit sehr langer Zeit gestern wieder einmal in dem städtischen Lager zur Ausgabe. Diese Begünstigung verdanke» die Bewohner Eltvilles Spitzbuben, die die für die Stadt bestimmte Margarin« in ihrer ganzen Menge gestohlen hatten. Die Staatsanwaltschaft fahndet eifrig nach den Dieben. Di, Eltviller sind voll des Lobes über die Margarinespitzbuben. PC. Weilburg, 4 . Jan. Der hiesige Magisttat laßt infolg« mangelhafter Zufuhren von Kohlen zerkleinertes Buchenscheitholz zentnerweise in Wagenladungen von fünf, zehn und fünfzehn Zentern den hiesigen Familien auf Anttag anfahren. Er berechnet für den Zentner frei Haus 3,10 Mark, ab Lager 2.80 Mark. Die minderbemittelten Krieger und sonstigen Familie» erhalten das Holz ab Lager den Zentner für 2,50 Mark. Sol- billige Sä geworden. Voraussage: Vorerst ttüb und regnerisch, mttd, später ze^t, weise aufllarend. _____J Verantwortlich für de» politischen und lokalen Teil: Lttck H i r s ch e l. Friedberg: für den Anzeigenteil: R. Heyner. Friedberg. Druck und Verlag der „Neum Tig^eitunA^ A- G.. Friedberg u ^ tze für Brennholz sind bis jetzt noch mrgends bekanntz Frankfurter Wetterbericht, ff- » -Machen Md»"?:,..,! rtMNg smd e tU'D'0.« n Notatiou- it (ltt53«^ ,->,eiMen Grane Gefahren. Roman aus der Gegenwart von M. Gontard ° Schuck. -0) Äl'achdruck versoten. Lady Douglas fuhr sich erregt mit der Hand über die Stirn. :ntiet?licT> ist das! Helen hat einen Willen wie ihr Vater. Mir graut davor, wenn sie erst wirklich begreift, daß der Vater keinen Scherz nmcht. Was dann noch kommen mag?" ..Was noch kommen mag? Daß weiß ickstjetzt schon ganz genau. Edward wird nacbgeoen. Er wird ihr auf die Tauer lücht widerstehen. Das Mädel ist maß'os verwöhnt und sie weiß ganz genau, daß sie stets ihren Willen bekonnnt, sie würde sonst auch das Ganze nickst so leicht nehmen." „Edward wird nicht nachgeben, ich weiß es. Ich kenne leine Gesinnung gegen Deutschland. Wir werden eud'ose Kämpfe haben, denn wenn es sich um politische Ueber- zeugungen handelt, ist Edward unerbittlich."- Alfred Werkbeim wartete nstt fieberhafter Ungeduld auf Helens Botschaft. Wie würden ihre Eltern cs ans- nehmen? Er ärgerte sich setzt, daß er Helens Bitten nackgegeben, daß er nicht sofort selbst zu Sir Edward Douglas ge gangen war. Es konnte sehr gut möglich sein, daß dieser nichts von einer Verbindung seiner Tochter mit einem Deutschen wissen wollte. Denn so höflich er sich auch immer zeigte, so war es doch allgemein bekannt, daß gerade Sir Edward einer der größten Deutschenfresser gewesen war. Warf War er es wirklich gewesen? War er es nicht jetzt noch ebenso, wie Harthansen immer behauptete! Und war diese Ruhe vielleicht nur die Ruhe vor dem Sturm? Aber schließlich, wenn es wirklich so sein sollte, was ging . das im Grunde genommen seine persönlichen Angelegenheiten an? . Hatte seine Heirat mit der Tochter eines englischen Staatsmannes etwas mit Politik zu tun? „Ber mir wobl nicht," dachte er, „aber bei einem Manne wie Sir Edward sicher." D'r Gedanke, daß Helens Elteiw gegen eine Verbindung mit ihm sein könnten, verletzte seinen Sto'z empfindlich. Er, ^ der sich in Deutschland seine Gattin ans den ersten Häusern holen konnte, fühlte sich schon bei dem Gedanken an eine Abweisung verletzt. s Am andern Dwrgen kam ekn kurzer Brief von Helen. Sie habe noch keine Gelegenheit gehabt, den Vater zu sehen. Nur r.\H der Mutter habe sie gesprochen, und die fei ganz damit einverstanden. Mann sie ihn Wiedersehen könne? „Also die Mutter ist damit einverstanden!" murmelte er. „Will allerdings wenig sagen. So wie ich die Ver- h'tttnisie kenne, gibt es im Hanse Douglas nur eineu Willen." Seine Augen blickten finster. Die Brauen zogen sich zusammen. Unschlüssig drehte er das Blatt in seiner Hand. >Lagte ihm Helen auch die Wahrheit? Hatte sie vielleicht doch schon mit dem Vater gesprochen, und der war dagegen? Seine Gedanken irrten ab. Sie flogen nach Deutschland zu seinein Vater. Ein unbehagliches Gefühl beschlich ihn. Leicht würde es ihm sein Vater sicher auch nicht machen. Mußte er doch mit dieser Heirat seinen liebsten Herzenswunsch begraben. Er dachte Regina, sein Pttegefchwesterchen, die der Vater so gern als Gattin an seiner Seite gesehen hätte. Was würde Regina lagen, wenn sie von seiner Wahl erführe? Kannte sie überhaupt die Wünsche des Vaters? , Wohl kaum, Regina war ein Kind und dachte noch mehr an ihre Puppen als au ben künftigen Mann. — III. Helen Douglas saß im Park unter einer großen, alten Eiche, die ihr dichtes Blätterdach über sie ausbreitete. ti Sie hatte sich zurückgelehnt und ließ ihre Augen in dem grünen Meer nmherscküveifen. Ein wundersames Spiel. Vom dunkelsten Grün bis zum leuchtenden Go d wechselten die Farben. Das Sonnenlicht fing sich hier und da im Blättergewirr und sandte leuchtende Strahlenbündel durch die schwanken Zweige. Ein Stückchen blauer Himmel lugte hier und da nach dem blonden Kopf. Die Vögel hüpften von einem Ast zum andern. Kamen und zwitscherten sich wichtig und geheimnisvoll ihre Neuigkeiten zu und verschwanden wieder. Andere Vögel, weit fort auf fernen Bäumen, riefen und lockten. Bienen und Fliegen summten. Bewegungslos hing eine Spinne an langem selbstgesponnenem Faden. Bewegungslos nur, so lange nichts in ihre Nähe kam. Wehe der Fliege oder Mücke, die sich in den Bannkreis des kleinen Strauchritters verirrte, sie war rettungslos verloren. — ' Eine ganze kleine Welt für sich," dachte Helen. Zuweilen knackte irgendwo ein Ast und unterbrach die Stille. ^ I! ' 1 nn Sckxck'.?. der Eiche war rwll wur^aek Duste und wirkte eiuschläser..o. ‘ wurde müde. Sie dack'e -sicht gern und wenigsten gern dachte sie über uuanaenchme Dinge nach — fm - «km«*. »» - - Aber was half es! Auch bei geschlossenen Augen kamen die unangenehmen Gedanken.. — . ü i ,^ 0ren mm schon vergangen und trotz des Vaters Verbot hatte sie Alfred oft gesehen. Aber er wurde ungedu.dig. Er liebte diese Heimlichkeiten nicht. Täglich drang er darauf, selbst mH dem Vater zu sprechen, und davor .urchtete sie sich. Denn bic Erfüllung ihrer Wünsche war uiwrbtttttch QeiMt ^ QtCr hlkh nQff) wie t)o r , ..Schrecklich war das! Wie oft hatte sie den Vater um- j!i)iimmen versucht. Er schnitt ihr stets kurz das Wort ab Tranen der Empörung traten ihr in die Augen und drängten sich unter den geschossenen Lidern hervor. Daß man sie auch so sch'echt behandelte! Kein Mensch hatte sie mehr lieb. Auch die Mama nicht. Sonst würde sie viel besser für sie eingetreten sein. Und nun gar der Papa! Immer war sie sein Liebling geweien und nun, da sie wirk ich einmal einen Herzen? Umnsch hatte, nun zeigte er sich so hart gegen sie. ^ Aber sie war es müde, sich noch länaer so rücksichtslos begaiide.n zu lassen! So würde sie eben A freds Frau wer- deii auch ohne die Einwilligung des Vaters. Noch einmal wollte sie mit dem Papa sprechen, noch ein- mal ihn so recht von Herzen bitten und wenn er wieder so schroff war, dann — .^ Entschlossen öffnete sie die Augen und wollte sich auf. richten, aber mit einem Schrei des Entsetzens fiel sie wieder znrlick. Eine dicke, grüne Raupe kam au eiueiu langen Leiden faden von oben und schien nicht übe! Lust zu haben, sich ans dem rosigen Gesicht niederzulassen. Wie gebannt starrte Helen auf das Tier. Raupen! Huh! Raupen waren schreckliche Tiere. Der ganze große Kummer war für den Augenblick ver- En. Nur erst aus dem Bereich dieses gräßlichen, grünen Tieres sein. Behutsam" rückte sie zur Seite, um dmm rnsck, a„fzi,. 'pnngen iind davonzulaufen. — lFörtsetzung folgt.? Krüauntmachnng. Am 5. Januar 1918 ist eine Bekanntmachung Nr. Pa- 1600/11. 17. K. N. A., betteffend „Beschlaanabme von Papier zur Anfertigung geklebter Papiersäcke (Sackpapi'er)" erlasien worden. Der Wortlaut der Bekanntmachung ist in den Amtsblättern und durch Anschlag veröffentlicht worden. C kllv. CkürMoinniiiiidg 18 . 3 lrtnfffo>| 3 . Zum Abschluß von Kauf-Zuckerrüben werden bei den Landwirten gut eingefiihrte Vertreter gesucht. _Zuckerfab rik «rra nk eut hal fPfalg. krmgsf Btas, in derKon ektionsbranche ce^andt sucht mm bald. Eintritt S-ellung. Offerten unter Nr. 9 an die Ceschäf.sstelle der „Neu.n Tages- zei ung. W c uchen zum so artigen Ein- triti einen fleißigen und strebsamen Mann als Lagerarbeiter. Auch Kriegsbe chüdigte. die so'- che Pollen ver ehen können, wollen sich bei uns melden. E ehr. Nkbttliiich-MW kt Prosiriz LSerhlsskll ___Kriedberg Gesucht^ für meine Ri- ds-, Kalbs- und Schweinemetzgerei zu Ostern einen feriittiflfn ffluliiui. Th. Söllner. ßofmrljtzer, .>ie'b 7ri l H, StaiN »nöäirliheiibkikn, Wrüt- u. Kuh-Ksriätjchkli, Striegel. Alle Sorten Kurilen Großen u. Einrelverkauf Thksdilld Zleinel Kürslenfabrik r?riedberg, Kaiserstrage 117. Einen sprungfähigen Zi!!l!lkel!ti!!er Mm und eine junge, aus der Schweiz importier! e Kuh, in vier Wochen kalbend, zu verlaufen. Adolf Eoburger Witwe, Bin^enheimer Mühle, Station Reichelsheim (Wetter u). Zwei nagende Ziegen zu kaufen ge ucht. Offerten mit Breisannabe an Will). Lichtinahagen. Bad Homburg. „Maua" Fi.chgLiDhtszumKalt- und Warmessen), in l-Pfd.-Dosen ä Mk.3L5. Dr. Engelhardts NährpasLste saus Hülienfrllchten hergestellt), in Do en von 450 Gramm Inhalt Mk. zm. ^eiiiüe Sutfcrfprpftc in Do en von 125 Gramm Inhalt Mt. ä 1.25. Kriegssalat lose gemogen das 7* Psd. 60 Pfg. empfiehlt Friedrich Michel _^riLNsterg. Lisi!eiikltttkil "L7L" f?fir ffflflfcrfiloHff WrnAfrrr Selranuimachnng DieEmpsängerinnenvoaKriegs- unterstützungen haben die Entlassung ihrer Ehegatten vom Mnitär auf Frist oder für immer auf der Bürgermeisterei. Zimmer Nr. II, innerhalb 24 Stunden anzuzeigen. Fnedüerg. den 2. Zuni k917. m Der Bürgermeister. 2. B.: Damm. <]T. Vif. TTtSL 17A. '’^errfen durch mein© Vagfnal- and Bullenstäbe schnell, billig, bequem unj sicher gchs-lf. 4 Bezug durchTlerSrzle. Prospehfegraliadurch ~nn Emm. ' geiw. Seit 25 Jahren fertige als Spezialitüt Schuhe für kranke Füße besonders für Klumpfüße und verkürzie Beine. Wilh. Zernikow, Bad-Nauheim. Burgstraße 7. Komme aus Wunsch. Rücksprache oder lchrifttiche Auskunft ve, . pflichtet zu nichts. (