Umrrmer 4 Kamstag. den 5. Januar 1918 11. Jahrgang Dte .Zieiie Ta. esreituny" erichemt ieden Wertia'. Regetmahrge Beitapen „Ser Sauer aus Ljellen", „Hie 5»pinnkt«be". Serngspreis: Lei den Postanitatten oiecteiralirlid) SKI 2.40 hin u rrttt noch Das Bestellgeld: ^ei ven Center, nwna'lich 85 Big. einschließlich Trägertodn. Anreigen: Grund.eile 2d Psg., totale 20 p?g^ Äu^ergen von auswuris werden durch Po.tnachnahmr r oln»p. orrTiiUimosort Friedbera. Schriftleiluna und Ueria , kieddsra iHeffenr. Hanauer trotze 12. -eern orechsr 18 . P- ti Hek-Lsaro Rr. 13>9. 4-nr Fraatfurt o. Jl. i .. ' - - ~ -- " 1 - ~ • ■ ■ ■■ ■ i ■ — i — i i mih ii i i Die ruft scheu Uertreter blieben ans, der rnsstfche Aorsch'ag, in Stock'ra'm weiter zn verljaudel,», g'att abgeleljut. — 34000 Tonnen vcrlenlrt. w. T. K. l^rsSes H.nrpLquarrirr, den Januar'. Westlicher Kriegsschauplatz. Fast an der ganzen Front kam es zu lebhaften Kämpfen der beiderseitigen Artillerien. Klares Frostwetter begünstigte ihre Tätigkeit. Bei englischen Borstößen, die östlich von Pperu und nördlich vom La Baffee-Kanal scheiterten, sowie bei eigenen erfolgreichen Unternehmungen südöstlich von Moeuvres und in drr Lh-inioeg: c wurden Gesungene und einige Maschinengewehre eingebcacht. Seit dem 1 . Januar verloren unsere Gegner im Luftkampf und durch Abschuß von der Erde 23 Flugzeuge und 2 Fesselballone. Oberleutnant L o e r z e r errang seinen 20 . Luftsieg. Oestlicher Kriegsschauplatz. Nichts Neues. An der Mazedonischen und Italienischen Front keine besondere» Ereignisse. Der Erste Generalquartiermeister: Ludendorif. A!>enh'erickt. DerNn. 4. Jan., abends. (WTB. Amtlich.) Von den Kriegsschauplätzen nichts Neues. Der österreichische Generalstab -- - meldet: ==j Wien, 4. Jan. sWTB. Nichtamtlich.) Amtlich wird verlautbart: Oestlicher KrieZsschsuplatz. Wafsenstillftand. Italienischer Kriegsschauplatz. Keine Ereignisse von Bedeutung. Der Chef dev Ceneralstabc». [| Der bulgarische Grneralstab jl meldet: ===s Sofia, 2. Jan. (WTB. Nichtamtlich.) Generalstabsbericht. # Mazedonische Front: Westlich von Tobropolje kbkiaites Artilleriefeuer. Nordöstlich vom Doirans'-e mehrere Feuerüberfälle. Auf der übrigen Front mäßige Kampftätigkeit. Dobrudschofront: Waffenruhe. 21000 Tann n v^r^enbl. Berlin, 3. Jan. (WTB. Amtlich.) Im St. George- und tnr Bristo -Kanal wlirden durch unsere 11-Boote sieben Dampfer und ein Segler mit rund 24.000 Bruttoregistertonnen verniastet. Unter oen beenden sich der bewaffnete englische Dampfer „Cbarleston" mit einer Koh- lenladuna. vier schwer bewaffnete Damvfer. von denen zw.'i offenbar Munition als Ladung hatten, da sie nach einer auffallend schweren Detonation sofort sanken. Bon d?m englischen Dampfer „Gharleston". der durch di? Artillerie des lt-Boches n'edera^kämpft wurde, wurde ein Geschütz erbeutet und zwei Leute seiner Geschützbedienung wurden gefangen genommen. Der Ebef des Admiral st ab $ der Marine. * bitte amerikanische Bestätignno. Nach der amerikanischen Zeitung ,.P"b!ic Leader" ist ous den Angaben des Leiters des eug'ischen Schiffabrtsamtes MacLay zu erwähnen, daß seit öenr 3. Februar in diesen elf Monaten der lsnterwassertätiak?it die Deutschen mehr a s fünf Millionen Tonnen englischen Schiffsraumes versenkt und nahezu eine Million Tonnen sr^stiawi feindlichen oder neutralen Handelsschiffsraumes. Tie Zeitung erklärt, haß diese Zahlen bewiesen, daß die Deutschen ihrer Prahlerei tn unangenehmer Weise nahegekommen seien, und fügt noch hinzu: Die Bedeutung dieser sct>auderhasten Tatsache sollte .'ich das amerikanisckre Volk vor Augen halten. Tie Angaben MacLays bestätigen erfreulicherweise die Angaben des deutschen Admira'stabes und zeigen uns, daß rin guter Teil des versenkten internationalen, a's neutralen oder sonst als feindlich, angesehenen Schiffsraumes ebenfalls auf englische Rechnung zu setzen ist. Was sagt Lloyd George zu diesen Angaben seines Ministerkollegeu? * Berlin, 2 . Jan. Folgende Stelle aus der Rede des Vremienministers Lloyd George wird für diejenigen, welche im Zweifel waren, ob der Unterseebootkrieg eine erhebliche Schädigung der militärischen Bereitschaft unserer Feinde bedeute. und ihren Zweifel dadurch zu stützen suchten, daß sie auf die ungeheuren Mengen von Megsmitteln unserer Feinde an allen Fronten, z. B, auch aus die von uns den. Italienern abaenommenen. verwiesen, besonders beachtenswert sein: ..Wie ich schon wiederholt gesagt habe und wie gestern im Unterhause aelagt wurde, ist der Kampf setzt überwiegend eine Frage d"s Frachtraums geworden. Nichts kann uns Magen und nichts kann für uns den Sieg gewinnen — das beißt, alles andere, was wir besitzen, wird ^iir uns wertlos, *ein. wenn wir nicht unsere Frachtranm'age Verbessern. Frachtraum bedeutet Kanonen — ich meine Frachtrau in in der Schiffahrt: Frachtraum bedeutet Flug- zeuge, Munition Tanks und Truvpen. ob sie in Frankreich steten oder in: Osten, und alles ist jetzt eine Frcwe der Schiffe." An diese Worte, di" Mr. Llovd Georae am 21. 12. gesprochen bat. sei noch, die Frage aeknüst: Wieviel stärker wäre beute die Kriegsbereitschaft Englands und seiner Verbündeten. wenn nicht die Unterseeboote mittelbar oder nn° mittelbar Kriegsmittel aller Art vernichtet, deren Produktion durch die Verringerung der Rohstoffzufuhren verringert und deren Transport nach allen Fronten verlangsamt hätten? Die Worte des englischen Premierministers sind ein k'ares Eingeständnis der verbängni-vollen Bedeutung des Unterseebootkrieges für die Operation unserer Feinde zu Lande. Berlin. 4. Jan, (WTB. Nicktamtlich.) Vo», 20. Na- vencher 1017 bis 2 Januar 1018 haben die Engländer allein auf dem Schlachtfeld östli^ Eambrai 227 Ostiäe^e. 0600 Gefangene verloren. An Beute wurden ibnen wäbrend der Eaurbraikämpfe 172 Geschütze. 724 Maschinenaewebre imb 19 Minenwerfer abaenommen: außerdem eroberten die siegreichen deutschen Truppen die den Anfangserfolg der Engländer in kurzer Zeit in eine außeraewöbnlich blutige Niederlage verwandelten, 32 deutsche Geschütze zurück, die bei dem ersten englischen Einbruch in die Hände des Feindes gefallen w"ren. Von dw über 300 eingesetzten Tanks verloren die En^'änder 107. von denen 7.0 b'mter den deutschen Linien in unsere.^-and fielen, wäbrend 32 zwischen den eng- lifchen und deutschen Gräben zertrümmert und zerschossen liegengeblieben sind. Gin in Eine Erklärung des Grafen Bertling im Hauptausfchuß. Berlin, 4. Jan. (MTV. Nichtamtlich.) Der Hauptausschuß des Reichstages trat heute vormittag 10 Uhr zu einer neuen Beratung zusammen. Als erster sprach Abgeordneter Graf Westarp über die Friedensverhandlungcrr in Vrest-Litowsk. Im Anschluß an seine Ausführungen ergriff Reichskanzler Dr. 0) r n f v o n H e r 1 li n g das Wort zu folgenden Erklärungen: Der Herr Vorredner hatte die Güte, an das zu erinnern, was ich gestern am Schluffe meiner kurzen einleitenden Worte sagte, daß, was gestern galt, vielleicht heute nicht mehr gellen würde, und daß wir immer mit der Möglichkeit von Zwischenfällen zu rechnen hätten. Ein solcher Zwischenfall scheint einge- treten zu sein Schon früher hatte wiederholt während der Verhandlungen die russische Regierung den Wunsch aussprechen lassen, daß die Verhandlungen von Brcst-Litowsk verlegt und an einem neutralen Orte, etwa in Stockholm, fortgesetzt werden möchten. Jetzt ist dieser Vorschlag ausdrücklich gemacht morden. Die russische Regierung schlägt die Verlegung der Verhandlungen von Vrcst-Litomsk nach Stockholm vor. Ganz abgesehen davon, daß wir nicht in der Lage sind, uns von den Russen vorschreiden zu lassen, wo wir die Verhandlungen meiterführcn sollen, darf ich daraus Hinweisen, daß die Verlegung nach Stockholm zu außerordentlich großen Schwierigkeiten führen würde. Ich will nur die Schwierigkeit anfllhreu, daß die direkte Verbindung, die dle verhandelnden Delegierten mit ihren Hauptstädten Berlin. Wien, Sofia, Konstantinopel und Petersburg haben muffen — die direlten Verbindungen, die in Vrest-Litowsk angelegt worden find, funktionierten gut — in Stockholm auf die größten Schwierigkeiten stoßen würde. Schon dieser eine Punkt führt dazu, daß wir nicht darauf eingehen können. Dazu kommt daß die Machenschaften der Entente, Mißtrauen zu säen zwischen der russischen Regierung, ihren Vertretern und uns dort neuen Boden gewinnen würden. Ich habe daher den Staatssekretär von Kühlmann beauftragt, diesen Vorschlag abzulehnen. iVravo.) Inzwischen sind tn Vrest-Litowsk die Vertreter der Ukraine eingetroffen, und zwar nicht nur als Sachverständige» sondern mit Vollmachten zur Verhandlung ausgestattet. Mir werden ganz ruhig mit den Vertretern der Ukraine weiter verhandeln. Ich füge noch hinzu, daß von Petersburg mitgeteilt worden ist, die russische Regierung könne auf Punkt 1 und 2 unserer Vorschläge nicht eingehen Diese beiden Punkte beziehen sich auf die Modalitäten der Räumung der Gebiete und die Vornahme von Volksabstimmungen. In der russischen Preffe wird uns insinuiert, daß in diesem Punkte 1 und 2 ausgedrückt sei, wie wir uns in illoyaler Weise unserer Zusage, betreffend das Selbstbestimmungsrccht der Völker, entziehen wollen. Ich muh diese Insinuation zurückweisen. Punkt 1 und 2 find lediglich durch praktische Erwägungen bestimmt. Wir können davon nicht abgehen. Ich glaube, meine Herren, wir können getro;? abwarten, wie dieser Zwischenfall weiter verlausen wird. Wir stützen »ns auf unsere Machtstellung, auf unsere loyale Gesinnung und auf unser gutes Recht. (Lebhaftes Bravo.) 9 Der Ausschuß vertagte sich nach diesen Erklärungen, um den Fraktionen Gelegenheit 3 » bieten, zunächst unter sich über die Situation zu beraten. Vrest-Litowsk, 4. Jan. Der Vorsitzende de: russischen Delegation hat am 3. Januar aus Petersburg an die Vevollmachtig- ien der Vierbundmächte in Vrest-Litowsk eine Depesche gerich^ tot. in der er unter Bernfung auf den Beschluß der Regierung der russischen Republik verschlägt, die Verhandlungen im neutralen Auslände fortzusetzen. In Erwiderung hierauf haben die Delegationen der Vierbund-mächle an Herrn Joffe am 4. d. M. telegraphiert, daß sie jede Verlegung des Verhandlungsortes abiehnen, da bindend vereinbart worden fei. die Verhandlungen am 5 Januar in Vrest-Litowsk wieder aufzunehmen * '* Die Ukrainer in Vrest-Litowsk. Vrest-Litowsk, 3. Jan (WTB. Nichtamtlich.) Am 1. Jan. ist in Vrest-Litowsk die Jriedensdelegation der ukrainisa;en Volksrepublik, zusammengesetzt aus folgenden vier Bevollmächtigten, eingetroffcn: M. F. Lewitsky, N. M. Ljubinsky, M. N. Polosow, A. 9t. Sewrjuk. Alle vier Delegierten sind Mitglieder der ukrainischen Zcntralrada (des ukrainischen Parlaments) und der allrussischen konstituierenden Versammlung (in Petrograd). Die Delegierten der Ukraine haben alle Vollmachten der ukrainischen Vollsregierung zur Führung der Friedensverhandlungen. Im Gespräch mit unserem Korrespondenten haben die Bevollmächtigten erklärt, daß nach der Note des Eeneralsekre- tariats (Regierung der Ukraine) die ukrainische Republik jetzt den Weg selbständiger internationaler Beziehungen einschlage. Tie Bevollmächtigten der Ukraine bemerkten, daß sie bedauerlicherweise gezwungen seien, die Tatsache zu konstatieren, daß die deutsche Preffe bezüglich der wahren Sachlage in der ukrainischen Republik sehr schlecht orientiert sei. So sei zum Beispiel die deutsche Gesellschaft durch unrichtige und teilweise geradezu phantastische Nachrichten über die gegenseitigen Beziehungen Zwischen der Ukraine und Frankreich» sowie England verwirrr worden Die Ukraine hätte zur Zeit der Kriegserklärung keinen Staatskörper gebildet und hätte weder direkt, noch indirekt an der Entfachung des Weltkrieges Anteil gehabt. Jetzt, nachdem das Volk der Ukraine einen festen Staat geschaffen habe, wünsche es den schleunigen Abschluß eines demokratischen Friedens, und es werde schwerlich jemanden gelingen, es von diesem Wege av- zutringen. Die Ukrainer, die sich immer so heiß um die Selbstständigkeit der Form ihres Staatswesens bemühten, wüßten, daß erst vom Augenblick des Abschluffes eines demokratischen Friedens ab. der die ökonomisck)en und staatlichen Jntereffen der Ukraine sichern werde, eine neue Lebens-Aera für die ukrainische Volksrepublik beginne, eine Aera des Aufblühens der dts dahin unterdrückten und unausgenutzten Lebenskräfte des von den Fesseln der Sklaverei befreiten Volkes. Die Delegierren der Ukraine hoffen, daß sie bei den Friedensverhandlungen fo- ludarisch mit den Vertretern des Voiles der Dolkskommiffare würden Vorgehen können. In den nächsten Tagen wird das Eintreffen der übrigen Mitglieder der DelegiilUm darunter auch des Vorsitzenden. Der Zwischenfall von Brest-Litowsk ist einigermaßen über- rafchcnd gekommen, zwar war man sich bewußt, daß noch manche Schwierigkeiten zu überwinden seien, denn die Gegensätze, die ein Z^jähriger Krieg geschaffen hat. lassen sich im Handumdrehen nicht Überdrücken. Man hat aber das Friedensbedürfnis de» russischen Volkes so hoch emgeschätzt, daß man die schroffe Form, in die Rußland seine Forderung gekleidet hat, nicht für möglich gehalten hätte. Wie die Dinge liegen, wird sich ein jeder, der noch nicht ganz verlernt hat. deutsch zu fühlen, ohne Rückhalt hinter die Erklärung des Reichskanzlers stellen, den Rüsten mutz es gezeigt werden, daß es nicht dem Besiegten sondern dem Sieger zukommt, Forderungen zu stellen. Die ultrarevolutionären Herrschaften sind ja vor vornherein so aufgetreten, als wenn sie nur zu befehlen hätten und es wurde ihnen zu leicht gemacht. Wir glauben nämlich nicht fehlzugehen, wenn wir einen Teil des russischen Widerslandes auf die schmähliche Haltung der linksstehenden Preste in Deutschland schieben, die durch ihr jeglicyer Würde bares Cewinsel die Russen übermütig machten und ihnen den Gedanken beibringen mußten, daß wir den Frieden um jeden Preis haben müßten. Gewiß, wir alle ersehnen den Frre- den, aber Rußland und vor allem seine durch und durch zerrüttete Negierung hat ihn noch viel mehr nötig und Rußland ist außerdem der Geschlagene. Wie weit die Würdelosigkeit geht, zeigt eine Aenßerung der Wiener „Neuen Freien Preste". die ln Oesterreich die Rolle der „Frankfurter Zeitung" spielt und die w i r zu den deutschen Blättern nicht rechnen: dieses Blatt der internationalen Hochfinanz rät der Entente, sich jetzt an den Frreoensverhandlungen zu beteiligen, es könne dann sogar ein gewisser Ersatz für Schäden in Belgien durchsetzt werden. Hoher gehts bald nimmer.' Aber von gewissen Kreisen in Österreich-Ungarn ist in letzter Zeit so viel Böses gekommen. daß wir in dieser Aeußerung mehr als eine Zeitungs- mernnng zu erkennen befürchten müssen. Die „Frankfurter Zeitung", die zu der gegenwärtigen Nelchsregrerung sehr nahe steht, brachte gestern Abend, als von dem Zwischenfall in Brest-Litowsk noch nichts bekannt wur. einen Aufsatz, der ausnahmsweise über die Friedensfrage mr: Rußland recht vernünftige Ansichten enthält und der jetzt nach Lage der Dinge darauf schließen läßt, daß der Reichsregierung etwas geahnt hat. daß die Wege zum Frieden sich s>icht so glatt ebnen wurden. Der Schreiber dieses Aussatzes bewirft diejenigen. die für einen deutschen Frieden eintreten, nicht mit Schmutz ~ und das will bei der Frankfurter Zeitung viel heißen' — sondern geht sogar auf ihre Ansichten ein und würdigt sie Wir lesen u. w: Diejenigen, die am liebsten das ganze besetzte Gebiet den Russen wieder zur Verfügung stellten, sind natürlich am festesten überzeugt, daß sie dadurch die Russen Deutschland zu ?I e ü2 roürücn Tie glauben sogar, daß das der sicherste Weg fei. Rußland mit Deutschland zur Grundlage einer europäische,, Konstellation gegen England und Amerika zu wachem Das ist möglich, es ist aber auch das Gegenteil mög- I 0111 !” 1 babci oiet darauf an. ob man mit der jetzigen , russischen Regierung, als der Regierung der Zukunft sicher recy- nen kann, oder ob sie nicht eines Tages von einer anderen av- gelost werden kann, die von Joseph und seinen Brüdern nichts weiß oder nichts wissen will . . . Rach allem, was man weiß, wollen die Bosschewisten nicht nur mit Deutschland, sondern mit der ganzen Welt in Frieden leb-n. und sie hoffen, das um so schneller zu erreichen, je eher die übrigen Völker des russische Beispiel nachahmen und die Herrschaft des Proletariats errichten. Diese Hoffnung wird sich nicht erfüllen, und ob die Herrschaft der Bolschewisten Bestand har. ruuß auch erst die Zukunft erweisen. Es erhellt, daß man. wenn man Frieden schließen will, den Boden der Wicklichkeitspoiitik nicht verlassen und die Möglichkeit neuer kriegerischer Konflikte dabei nicht außer Acht lassen soll. Schöne Worte und Gelöbnisse. selbst wenn sie zu Papier gebracht sind, schaffen keine Grenzsicherung, die Einverleibung von Fremdoölkcrn noch viel weniger, und Volksabstimmungen werden, ganz abgesehen oa- ron. daß der allgemeine Bildungsstand dabei eins Rolle spielt selten so unbeeinflußt vor sich gehen, daß sie gegen jede Anzwetft lung gefeit sind. Man weiß ja auch, wie Napoleon III. Kaiser geworden ist." ^ Mit diesen,^ im Grunde genommen, recht verständigen Anstalten. vereint sich aber schlecht die Haltung, den dasselbe Blakt heute nach Bekanntgabe der russischen Forderungen, einntmmr. Statt sich, wie es gestern sagte, auf den Boden der W t r k! i cy - ke tt zu stellen, fängt es schon wieder an zu weinern und um eine Verständigung zu betteln. Gewiß, es wird bei einem geg^n- sertrgen guten Willen auch jetzt noch nicht unmöglich sein, eine Verständigung zu finden, aber unter keinen Umständen dürfen die besiegten Russen als Gebieter auftreten. Die heutigen Nachrichten aus England und Rußland beweisen ja. daß die Entente wieder ihre Hände im Spiel hat und daß eine Verständigung Mischen England und den Dolschewikis nicht ausoefchlossen ist England würde ja in seiner Rot mit dem Teufel ein Bündnis schließen. Hofentlich führen diese Vorgänge die deutschen Ver- treter dazu, daß sie endlich mit aller Entschiedenheit die deutschen Interessen wahrnehmen und sich nicht von Schönrederei vnv gleisnerischen Redensarten hinters Licht führen lassen. Die Teilnahme Polens. . Kerlen, 3. Jan. Zu dem Wunsch der polnischen R°- a ? * en Z rieb ™frtmbhmen teilrunehmen. wird gemeldet, daß es den Polen ermög icht werden soll, zu deu Beratungen von Sondersragen bei den Friedensverhandlungen von Fall zu Fall je nach dem Gang der Verhand- lungen Sachverständige zu schicken. Kriegsfälle 1917. Blicken wir auf das Krlegsjahr 1917 zurück so ergibt eln «vergleich mit den vorangegangenen Kriegsjahren, daß 1917 ganz besonders reich an wichtigen und folgenschweren Erelgnis- rsn wU cn großen Erfolgen für die Mittelmächte gewesen ist. « - ^Ä»nen wir mit der Westfront, so steht für die Zeit bis «noe Marz die Schlacht an der Somme und der strategische »tuckLug der Deutschen von der Somme nach Osten hin tm Bor- dergrunve. Dre spätere Zeit h«rt dargevr^ wte richtig der Enk- schluß der deutschen Heerführung gewesen ist. die Schlacht an der Somme im rechten Augenblick abzubrechen und hierdurch dem Feinde das Gesetz vorzuschreiben. Wir verbesserten auf diese Wesse unsere Stellungen, indem wir die Front um ein großes Stuck verkürzten. Kräfte sparten und viel bessere Verteidigungsstellen schufen, als sie uns die zerschossenen Gräben an der Somme gewähre» konnten. Das Freudengeschrei der Engländer und Franzosen, als wir freiwillig den Sommekampfplätzen den .nncken kehrten, war durchaus nicht begründet. Der ganze Verlauf des weiteren Kriegsjahre- im Westen hat es bewiesen. Vergebens setzten die Engländer bei Arras in einer ganzen ^eihe von Angriffen, später zusammen mit den Franzosen in Flandern, ihre höchsten Anstrengungen dazu ein, uns aus den neuen Stellungen zu verdrängen. Ueberdics gestaltete uns eln neues Kampiverfahren. die „bewegliche" Verteidigung, eine besonders witKime Führung der Verteidigung, die sich nicht mehr an die starre Behauptung bestimmter Linien band, sondern nach- gab und gewisse Abschnitte placklnäßig räumte, um dann im Gegenstoß zum Angriff zu schreien und dem Feinde den curfgege- benen Boden wieder zu entreißen. Dieses Gepräge tragen die Schlachten auf der Westfront 1917 zum Vorteil unserer Waffen und zum Schaden unserer Feinde. Die Engländer wollten in Flandern gegen die Küste bei Ostende und Zeebrügge hin durch, brechen, wo die Stützpunkte unserer Unterseeboote sich befinden. Fn sechzehn Schlachten haben sie cs versucht, ohne mehr zu erreichen. als daß sie ungeheure Verluste erlitten und auf einer ^ront von etwa 20 Kilometern höchstens eine Tiefe von 6 bis 7 Kilometern verwüsteten Geländes schrittweise erkämpfen konnten. Die Franzosen waren nich? glücklicher. Sie setzten gewaltige Mittel und die schwersten Opfer dazu ein. um sich bei St. Quentin. an der Aisne, Zwischen Caissons und Reims, bei Verdun eine Lücke in die deutschen Linien zu brechen, wo der Durchbruch erfolgen und alsdann die Befreiung Nordfrankreichs und Belgiens einsseleitet werden sollte. Alle Versuche blieben im An- fangszustand stecken, und wenn die Franzosen auch hier und dort am Damenweg und vor Verdun einige Kilometer Tiefe gewannen. so stand das Ergebnis ganz außer Verhältnis zu dem. was sie erhofft hatten. Die letzte große englische Niederlage 1917 fand um die Wende des November und Dezember vor CamSrai statt, wo unsere Armee von der Marwitz den Engländern ihre Anfangserfolge nicht allein wieder entriß, sondern auch im Gegenstoß noch ein großes Stück der feindlichen Stellungen dazu abnahm. Der Krieg im Osten nahm 1917 feine Wendung zum vollen Siege der Mittelmächte. Im Januar beendeten sie die Eroberung der Moldau bis an den unteren Sereth, im Februar wur- den die russischen Angriffe bei Riga abgewiefcn. Der russische Umsturz stieß im März den Zaren vom Throne und überlieferte Heer und Volt der zunehmenden Unordnung und Zerrüttung Roch einmal raffte sich im Juli das russische Heer, durch Ke- rensU geleitet, zum Angriff auf. Allein dem Anfangserfolg folgte sehr bald der Rückschlag. Bei Tarnopol. dann bei Sta- Nislau geschlagen und durchbrochen, flutete das Heer in völliger Zerrüttung auseinander. Ostgaltzien und die Bukowina wur. dem vom Druck des Feindes befreit. In der Moldau scheiterten rumänisch-russische Angriffe. Dann folgten die deutschen Vor- stoße auf Riga und gegen die Inseln des Moon-Sundes. die uns in kurzer Zeit wichtige Landesteile einbrachten. Nachdem in Rußland die Richtung der „Volschewiki" ans Ruder gekommen war. hatte die Teilnahme Rußlands am Kriege den Anfang vom Ende erreicht. Mitte Dezember trat der Waffenstillstand ern. an den sich die Friedensverhandlungen anscbließen sollten Roch liegt es in der Zukunft, zu welchen Ergebnissen sie gelangen werden. Eines aber steht schon jetzt fest, nämlich die Tatsache, daß in den Verband unserer Feinde eine breittlaffende Lücke gerissen worden- ist, die sich nicht mehr schließen wird. Italien erlitt in, Spätherbst 1917 seine gerechte Strafe. Schulter an Schulter brachen deutsche und österreichisch-unga- rssche Heere durch die italienische Front am Jsonzo und jagten die Italiener unter einem Verlust von fast 300 000 Gefangenen und 2500 Geschützen nebst ungeheurem Kriegsgerät bis hinter den Piave zurück — eine Niederlage von geradezu überwältigender Wucht. Zu diesen Erfolgen der Mittelmächte zu Lande schlossen sich ihre Siege zur See. Am 1. Februar erklärte das Deutsche Reich den uneingeschränkten Unterseeboot-Krieg und hat ihn mit zäher Folgerichtigkeit durchgcfiihrt. Riesige Werte an feindlichem Handelsschiffraum wurden versenkt: alle Gegenmaßregeln erwiesen sich als wirkungslos: der Unterseeboot-Krieg zehrt am Lebensmark unserer Feinde in einem Umfang, daß alle Beschönigung und alle Ausrede nicht darüber hinweghelfen kann. Rund 9 000 000 Tonnen gingen unseren Feinden tm Laufe dieses Jahres verloren ein Einbuße, die nicht mehr gut zu machen ist. Wenn England sich rühmt. 1917 Bagdad und Jerusalem er. obert zu haben, wenn auch nach dem Heldenkampf unserer ost- afrikanischen Schutztruppe Ostafrika in die Gemalt der Engländer gefallen ist, so steht dies in gar keinem Verhältnis zu unfern Erfolgen in Europa und auf dem Meere. Hier aber wird der Endsieg entschieden werden. Mögen unsere Feinde aus die zweifelhafte amerikanische Hilfe hoffen, mögen sie mit allen an- deren Möglichkeiten rechnen, so steht für uns eines fest, worauf wir bauen: das ist die Zuversicht, daß wir. im Innern einig und nach außen unbezwingbar, den Krieg bis zu einem guten Frieden führen werden. Dafür bürgen uns die Erfolge des Jahres 1917. / Darum mit ganzem Vertrauen in das Jahr 1918» Möge es uns weiteren Sieg und ruhmvollen Frieden geben. Auf beides hoffen wir mit berechtigtem Vertrauens _W \ / * i ßtöfeter Sieg des Jahres gefeiert wuroe, nunmehr seckÄ ft» Cnera 's u f. , eine 0ro&e Anzahl englischer Gcn^. ra^staosoffrziere crogesetzt worden. ^ Kuchanans Ablchiev. Zürich, 4 Jan. Nach einer Meldung aus London Mf er eng ische Botschafter Buchanan wegen Krankheit Peters- ^? verlassen und ist nach London Zurückgekehrt. Auch die NÄST * mn ^Emission sind aus Peters. Anerkennung der Bolschetviki-Regierung durch d'c Entente Haag, 4. Jan. Reuter meldet aus London: „Dai'u Chronicle und „Daily News" fordern, daß die Alliierten MelderD'erung anerkennen. „Daily Chronic e" meldet weiter: Wie verlautet, ist cs möglich, daß die West- ÄV" f s o erta " fä bcr ^''Handlungen zwischen f u6lQ " b , ,''"b den Zentralmächtcn die Regierung Lenins dennoch tatsächlich anerkennen werden. Demnächst wird eine ^er egung der Politik der Alliierten in demokratischem Smne abgesandt werden. Es ist möglich, das, auch der neue russische Botschafter m London, Lilwinow anerkannt werde. Der englische Botschafter Buchanan wird durch einen Diplomaten ersetzt werden, der mit dem Jdeengang des revolutionären Rußland übereinstimmt. Die „Times" erklärt, Biichanan habe Urlaub' erhalten, weil seine Gesundbeit er- futtert sei. Es sei unwahrscheinlich, daß jetzt bereits ein Nachfo ger ernannt werde. Wenn jedoch die Ereignisse in Petervburg es wünschenswert erscheinen ließen, die Botschaft m Petersburg aufreck)t zu erhalten, so werde sie unter Leitung eines Geschäftsträgers gestellt werden. nigii/djfR m\) äi!i!frif!(inild)fji Panijjp dkg MMrlp tö's. Das russische offiziöse Militärblatt „Armiai Flot" schreibt zu de- Kriegserklärung Amerikas an Oesterreich-Ungarn: Amerika hat Oesterreich-Ungarn den Krieg erklärt, in dem Augenblick, wo die russische Demokratie alle Anstrengungen macht, untz ein Ende der verbrecherischen Menschenschlächteret herbeizu-) führen, bemüht sich die amerikanische und englische Bourgeoisie^ diese blutigen Schrecken zu verlängern, nur um den Gegner derart zu zerschlnettern und zu entkräften, daß er als Konkurrent auf dem Weltmarkt ausscheidet. Denn nur darin liegt Sinn und Wesen des Widerstandes der englischen and amerikanischen Kapitalisten. Sie wissen, daß die Länder, die den Krieg führen, wirtschaftlich sehr geschwächt sind, daß sie als Konkurrenten in absehbarer Zeit nicht mehr gefährlich sein können. Sie wissen, daß sie. wenn sie den Krieg bis zur völligen Kräfterfchöpfung durchführen, auf dem Knochen besäten Leichenfelde die einzigen Sieger bleiben, weil sie ihre Kräfte geschont haben. Dann werden sie es sein die die Welt teilen. Die verführerische Perspektive der Weltausteilung steht vor den mächtigsten Vampyren des Weltkapitals der englischen und amerikanischen Bourgeoisie. iittD dir SflbM« Finnlands. Die „Norddeutsche Allgemeine Zeitung" schreibt: Eine fkn. Nische Abordnung, bestehend aus dem Staatsrat Hjelt. Profef-, lor Erich und Direktor Carlo. ist hier eingetrofftn und vom! Reichskanzler in Gegenwart des Unterstaatssekretärs im Aus. wärtigen Amt Freiherrn von dem Vussche empfangen worden. Die Deputation überreichte eine Vollmacht des Präsidenten der finnischen Senats, die die Abordnung ermächtigt, bei der deut- scheu Regierung die Anerkennung der Selbständigkeit Finnlands nachzusuchen. In ihrer Adresse betonte die Deputation, daß es Finnland sehr auf die Anerkennung seitens Deutschlands ankomme, zu dem es sich durch eine starke Gemeinschaft der Kultur und der Interessen hingezogen fühle. Der Herr Reichskanzler erwiderte auf die Ansprache des Staatsrats Hjelt, daß die deutsche Negierung und das deutsche Volk den Bestrebungen des finnländischen Volk?» lebhafte Sympathie entgegenbringe, daß aber eine Anerkennung der Selbständigkeit Finnlands durch Deutschland von einer Der- ständigung Finnlands mit der russischen Regierung abhängig sei. mit der sich Deutschland gegenwärtig in Friedensunterhandlungen befinde. Diese Verständigung sei um so leichter, als Herr Trotzki als Minister des Aeußern die russischen Vertreter in Brest-Litowsk den deutsckzen Delegierten auf eine Anfrage habe erklären lassen, daß Rußland den finnischen Wünschen voll entgegenkominen werde, wenn Finnland sich an die russische Re- gierung wenden würde. pf e»iDche Nikdellage bei (Cnm&rai. Berlin, 4. Jan. (WB.) Infolge der englischen Nieder- wge bet Cambrai sind, nachdem der erste englische Anfangs- erfolg auf dem dortigen Schlachtfelds voreilig in London unter, Glockengeläute und in den Reden Lloyd Georges als Die beiden Meistertzenchler. Bafel, 4. Jan. Nach einem Londoner ReuterberW empfing Lloyd George von Wilson folgendes Telegramm: .Hch bin sicher, die Gefühle und den festen Willen des Vol^ kes der Vereinigten Staaten wie die meinigen zum Ausdnrck zu bringen, wenn ich Ihnen und durch Ihre Vermittlun,j der englischen Regierung und der., eng!lsck>en Volke eine Botschaft der herz ichen Uebereinstimmung sende, in der ich Ihnen unseren festen Entschluß versichere, alle Männer und alle Hilfsmittel der Vereinigten Staaten unserer Aufgabe und unserer gebieterisck)en Pflicht weiter zu widmen, um für die Welt einen ehrenvollen und dauerhaften, auf die Gerech^ tigkeit und die Ehre sich stützenden Frieden zu erlangen, und! um für die großen tlnd kleinen Völker des Weltballs diä Wohltaten der Sicherheit und Freiheit in ihren Entwick^ lungsmög'ichkeiten und freundschaftlichen und fruchtbaren Beziehungen zu erreichen. Ihre eigene Botschaft im Namen des Kriegskabinetts wurde sehr gewürdigt, und Ihre freund- schaftliche Gesinnung fand in unfereni Herzen ein lebhaftes Echo,*. . , , , j Porträtie beim Kaiser. *4? Berlin, 3. Jan. (WTB. Amtlich.) Der Kaiser empfing den General von Cramon zum Vortrag, hörte den General« stabsvortrag und empfing den bayerischen Ministerpräsidenten Dr. v. Dandl in Audienz. Zur Frühstückstafel bei den Majestäten waren geladen Ministerpräsident von Dandl, bayrischer Geschäftsträger v. Schön, Unterstaatssekretär im diplomatischen Korps Vizeoberzeremonienmeister v. Röder, Hausminister Graf Eulenburg und Oberburghauptmann v Cranach. FlieaerongriLe ntif badische Städte Karlsruhe. 4. Jan. (WTB. Nichtamtlich.) Beabsichtigte Fliegerangriffe in der vergangenen Nacht auf Mannheim, Rastatt und Freiburg scheiterten in unserem Abwehrfeuer. Einige abgeworfene Bomben verursachten keinen oder ganz unerheblichen Schaden. . , Stockholm? ' Mit Recht hat Graf Hertling im Hauptausschuß des Reichstages auf die Schwierigkeiten hingewiesen, die bei einer Verlegung der Friedensverhandlungen nach S 1 o tk h o l m für den Vierbund dadurch entstehen würden, daß eine direkte Verbindung mit den jeweiligen Hauptstädten sehr erschwert würde. Es kommt aber noch ein anderes hinzu, was der Reichskanzler -war nicht gesagt hat, was aber unseres Erachtens noch viel schwerer wiegt. Man wird sich noch erinnern, daß im Juni v. Is. der schweizer Bundesrat Hoffmann einem schweizer Vertreter in Petersburg ein chiffriertes Telegramm geschickt hat, das eine Verbindung der Mittelmächte mit Rußland bezwecken und dem Weltfrieden dienlich sein sollte. Der Führer der schwedischen Sozialdemokraten. Vranting. in Stockholm, einer der heimtückischsten Kriegshetzer, hat dieses Telegramm der En. Lente verraten und der brave Schweizer mußte von seinem Amt zurücktreten. Inzwischen haben die Wahlen in Schweden statt- gesunden. Englisches Gold hat die schwedischen Proletarier- masten beeinflußt und dem von der Entente bestochenen Suv- jekt Vranting OLerwaster gebracht. Er ist jetzt Minister ln Schweden» Ihm ist die Post und der Draht zugängkg, gewissermaßen unter seiner Kontrolle würden die deutschen, die österreichisch-ungarischen. die bulgarischen und die türkischen Berichte Laufen. Muß da nicht ein jeder annehmen, daß die Entente noch am selben Tage Mitwisser aller vertraulichen Berichte des Vierbundes würde. Der Gedanke. Stockholm zum Verhandlungsort zu wählen, ist so durchtrieben und dem Vierbund derartig schädlich, daß man annehmen muß. er ist von dem Sozialdemokraten Vranting. unserem boshaften Feind, ausgegangen. Und darum haben unsere Vertreter recht daran getan, daß sie ihn glatt abgelehnl haben. Anerkennung der finniidifti Repuhlik ünrdi S'iiitndifn. Stockholm. 4. Jan. (WTB.) Der König beschloß, im heutigen Mimsterrat, Finnland als unabhängigen Staat anzuerkennen. PerWe ParlMenlsmjiqlikdtt in ßnfn. „ Kevenkliche Erscheinungen. Herr Pfarrer Th. Wahl ln Essen, der s. Zt. in Langen als Seelsorger wirkte, regen Anteil an den kirchlichen und politischen Leben in Hessen nahm und bei uns wohlbekannt ist, gibt die „Rheinische Eorrespondenz" heraus. In einer der letzten Nummern fand sich darin folgender interessante Aufsatz: Die Löhne für Schwer- und Schwerstarbeiter haben hierzulande allmählich eine fast schwindelnde Höhe erreicht. Die- ser Tage wurde mir eine Familie genannt. Der Vater und drei Söhne sind an der Arbeit, dazu noch eine erwachsene Tochter. Tie Familie hat eine Einnahme von monatlich rund 2000 Mark. Löhne von 16 bis 20 Mark täglich und höher für gelernte Arbeiter sind durchaus an der Tagesordnung. Tie Folgeerscheinungen kann man sich ungefähr ausmalen. Es gibt zweifellos genug Familien, die die gegenwärtige günstige Lage vernünftig ausnutzen. Davon Legen die ungeheuren Mehreinnahmen auf den Sparkassen Zeugnis ab. Andererseits aber wissen viele, besonders die Jugendlichen nicht, lvas sie mit ihrem vie'en Geld vor Ilebermut noch anfangen sollen. Man hat in sonst sehr „vornehmen" Weinlokalen hier Jugendliche angetroffen, die hei „französischem" Sekt sich Zigaretten mit Fünfmarkscheinen anzündeien. G?wiß, das sind vereinzelte * *Lans- bubereien die man nicht dem Ganzen zur Last legen darf; aber sie geben doch sehr zu denken.. Man vergleiche dagegen die Lage des Mittelstandes, besonders des kleinen Mittelstandes. im Jndustriebezirk. Wir denken än Eisenbahner, Straßenbahner, an kleine Gewerbetreibende und Hand- werker.an Lehrer und mrtt'ere Festbesoldete soweit sie nicht im Dienste der Schwerindustrie stehen. Alle diese genannten Klassen stellen zurzeit die eigentlichen Proletarier dar, was die Möglichkeiten der äußeren Lebenshaltung anbetrifft. Hier wird der eigentliche Hungerkamps des Weltkrieges durchgekämpft. Ohne Geschrei, darum merkt man „oben" nichts davon, wo man lediglich darauf bedacht ist, der Masse den Mund zu stopfen. Dek kleine und mittlere Mitte stand duldet schweigend, denn der gemeinsame Mund einer großen Organisation fehlt ih,n und wird ihm immer fehlen. Wer will diese ungleichartigen Schichten zusammensch'ießen? Hier aber spielen sich in aller Stille die erschütterndsten Tragödien ab. und was insbesondere die Frau und Mutter des Mittelstandes leistet und duldet, das ist ein Rnhmesb'att für sich, von dem freilich das laute Tagesgeschrei nicht viel Kenntnis nehmen wird. Von den Abhilfeversüchen ist nicht allzuviel zu erhoffen. Festbesoldete erhalten wolü Teuernnasznlagen. aber es sind angesichts der riGg erhöhten Preise für alle , Lebensbedürfnisse doch nur Tropfen auf heiße Steine. Die Preise se bst aber werden hierzulande allein schon dadurch unablässig in die Höbe getrieben, daß die Arbeiter mit ihren Riesenlöbnen jeden Preis zahlen. Ob das Pfund Butter 14 bis 16 Mk. kostet, oder das Meter Stofs 50 bis 60 Mk. — die Arbeiterfrau kann kaufen und kauft. Es sind schwere, ungesunde Verhältnisse, und die schwerste Sorge geht in die Zukunft. Wie soll das nach dem Kriege werden? Und vor allem: in welch zerstörtem, zerttetenem Zustande wird der künftige Friede das Rügrat alles Volkstums finden, den gestruden, blühenden Mittelstand? Hier heißt es auch mit Rockt: „Videant consules!" Konstantinopel. 4. Inn. (WTB.) Gleichzeitig mit Tnlaat Pascha sind die drei persischen Parlamentsmitglieder Salar Munzem. Mirza Ahmed und Kban Mirza Kasin Khan nach Berlin zu Besprechungen abgereift. Der Zwischenfall auf dem Dodeufee Bern, 4. Jan. Das Preßbüro des Armeeftabes teilt zu dem Zwischenfall auf dem Bodensee mit: Am 28 Dezember 1917 nachmittags ließ ein Unteroffizier des Grenzpostens Sedorf bet Landschleckt einen deutschen Bodenseedampfer beschießen, der sich seiner Ansicht nach dem schweizerischen Ufer zu sehr genäherr hatte. Personen wurden glücklicherweise nicht verletzt. Die Untersuchung hat ergeben, daß der sonst gewissenhafte Unteroffizier im unerklärlichen Uebereifer den erlassenen Befehlen zuwider gehandelt hat. Er wird dafür bestraft. Den zuständigen deutschen Behörden ist das Lebhafte Bedauern des Armeeober, kom.nandos über den peinlichen Zwischenfall ausgesprochen worden. Eme lcharfere Dichtung? Der Vertreter der „Franks. Nachrichten" berichtet ans Berlin seinem Blatte: . ?5 r . Httuptausfchuß wird nun morgen vormittag und wahrschelnllch auch morgen nachmittag weiter tagen. Es ist, !vie ich höre, in Aussicht genommen, eine einheitliche Stel-' lungnahme der Partei im Hanptausschusse znstande zu bnngen. die dann in Form einer offiziellen Erklärung der Parteien an die Nation zum Ausdruck kommen würde. Mit anderen Worten, der Hauptansschuß wird sich mit der Haltung der Negierung solidarisch erk ären. Es wird für denk- bar- gehalten, daß nach den jetzigen Erfahrungen eine .chartere Richtung innerhalb unterer auswärtigen Politik zum Durchbruch kommen könnte. In den Kreisen der Natronalliberaten rechnet man mit der Möglichkeit, daß die Unterschiede zwisa>en Nationalliberalen und Zentrum, die m letzter Zeit hervorgetreten sind jetzt eher verschwinden kounteu. d. h. daß ein großer Teile des Zentrums, der bisher auf dem Erzbergerschen Standpunkt stand, sich jetzt Kr Auffassung der Mehrheit der Nationalliberalen nähern wird. Hervorgehoben muß werden, daß die Verhandlungen in Petersburg vorerst fortgesetzt werden. Wie ich erfahre, sind «och ln allerletzter Zeit neue Männer des praktischen Lebens Mach Petersburg gesandt worden. von den MGMini ffliiMfl'wrißfnuaMftt. Das Staatsministerium bat den Ständekammern eine Regierungsvorlage betr. die Abänderung und Ergänzung des Gesetzes betr. die Wahlen zum 37. Landtag zugeben lasten. Durch die Kammer wurde om 27. Oktober ein Gesetz genehmigt, das die Ersatzwahlen für die in Starkenburg und Oberhessen erledig, ten sechs Wahlkreise ans die zweite Hälfte des Jahres 1918 verschiebt Der Aufschub der Ersatzwahlen schien zur Wahrung des Burgfriedens geboten. Inzwischen ist nach dem Erlaß des genannten Gesetzes eine Aenderung eingelroten. da die Fraktionen der zweiten Kammer übereingekommen sind, bei den Ersatzwahlen. die vor der Anberaumung der nächsten ordentlichen Er- neuerungswablcn. vorgcnommen wurden, den bisherigen Besitzstand zu wahren. ^ Der Aeltestenrat der zweiten Kamme^hat nunmehr eine Entschließung dem Staatsministerium zugehen lasten, in der er um Anberaumung der Ersatzwahlen noch bis zur Hälfte 1918 ersucht, wobei er erklärt, daß alle in der zweiten Kammer vertretenen Fraktionen sich für alle Wahlkreise, sechs Wahlkreise mit Ausnahme von Butzbach, zu vollem Burgfrieden verpflichtet haben, so daß in allen diesen Wahlkreisen der bisherige Besitzstand gewahrt bleibt und nur ein Kandidat der Fraktion in dem betreffenden Wahlkreise in Betracht kommen kann, welche den Kreis vor seiner Erledigung besesten hatte. Sollte gegen jede Erwartung in einem der in Frage kommenden Wahlkreise gegen den Beschluß sämtlicher Fraktionen ein anderer Kandidat gewählt werden, so verpflichten sich die Fraktionen, den Gewählten in keiner Weise und in keiner Form in ihre Fraktion auf- zunehmen. Hinsichtlich dos 3 Oberhefsischen Wahlkreises Bad- Rauheim-Butzbach war eine Einigung nicht möglich, da der verstorbene Abg. Joutz, der diesen Wahlkreis vertreten harre, keiner Kammerfraktion angehört hotte. In diesem Wahlkreise werden demnach voraussichtlich mehrere Kandidaten aufgestellt werden. Do;,, Felde ^^ der Ehre. Rieder-Nosbach. Gefreiter Heinrich Anders. Sohn des Landwirts Franz Anders, Httfs-Trigometer bei einer Vermes- sungsabteilung, wurde das Hessische Ehrenzeichen am Kriegs- bande verliehen Derselbe ist bereits schon länger im Besitz des Eisernen Kreuzes 2. Kl. Dortelweil. Der Musketier JoH. v. Fulde, ein Enkel des hiesigen Bahnwärters v, Fulde, bei einer Ma- ichmengetvehr-ttoinpagui- cmes iiies.-Sm.-Regt. wurde bcT ©tferne Kreuz zweiter Klasse und die Hessische Tapferkelts.' medallle verliehen, auch wurde er zuni Gefreiten befördert. Herzficl>en Glückwunsch! Burg-Grüfenrode. Musketier Wilhelm Vetter. Sohn der Witwe Lina Hesicrmann, erhielt das Eiserne Kreuz 2 . Kl. - Herzlichen Glückwunsch. Ans der Heimat. )( Zu der vom Kriegsamt im Januar 1917 heraus- gegebenen Zusammenstellung von Gesehen, Bekanntmachungen uni) Verfügungen betreffend Kriegsrohstosfe nebst deren Nachträgen, Ausführungsbestimmungen und Erläuterungen, ist das 5. Ergänznngsblatt nach dem Stande vom 1. November 1917 erschicr.cn. Dieses Ergänznngsvlatt wird ans Anforderung kostenlos durch die Stellen abgegeben, durch welche die Zu ammenstellung Nr. Bst. 1000/1. 17. KNA bezogen worden ist. Mir dem 6. EeaeXz.rngsl att werden die Nachträge zu Vr Ziffarn lenstellung Nr. Bst. IOOQ'1. 17. KRA. vom 1. Jannlr 1917 cbg/ck'offen. Eine neue Zusammenstellung. deren Erscheinen in den „Mitteilungen des Kriegsamts" und in der Presse bekanntgegeben wird, wild nach dem Stande mm 1. Januar 1918 heransgegebm. Abschlachten der Schweine. Einen eiligen Antrag bringt der Abg. Leun bet der zweiten Kammer ein. durch den die Re- ; gierung ersucht werden soll, die Bekanntmachung des Ministe- \ tiitms vom 15. Dezember o. I aufzuheben, da sonst die Gefahr besteht, daß die Mastschweine vollständig verschwinden. Der- j selbe Abgeordnete beantragt weiter, die Regierung zu ersuchen, i daß sie im Bundesrat dahin wirke, daß Höchstpreise für die tm ! freien Verkehr befindlichen Spirituosen festgesetzt werden. Eine dringliche Anfrage hat der Abg. Nobel bei der zweiten Kammer i eingereicht. der die Beseitigung der Zölle auf Brotgetreide, Mehl, Gerste. Wein, Vieh usw. bei den z. Zt. zwischen Deutschland und Oesterreich-Ungarn schwebenden Beratungen über die Zukünftige Handels, und Wirtschaftspolitik betrifft, da dies» von deutscher Seite gemachten Zugeständnisie geeignet wären, auch die hessische Landwirtschaft aufs schwerste zu schädigen. Nieder-Wöllstadt. Einbrecher statteten heirte Nackt der hiesigen Moskereigenossenschaft „Wetteran" einen Bes,rch ab. 165 Pfund Butter sind ihnen dabei als Pente zugefallen. FC. Darmstadt 3. Jan. Der Ehrenbürger der Stadt Bens- Heim. Geheinrer Schulrat Geiger, ist nach langem Kranksein storben. Frankfurter Wetterbericht. Voraussage: Rach kurzem Aufklären erneute Trübung. n»e4- tere Erwärmung und Niederschlage. Kirchliche Anznaen. Sonntag Epiphanias. 6. Januar 1918. (Landesmisstonsfest.) Gottesdienst in der Stadtkirche. Vormittags 934 Uhr: Herr Pfarrer Kleberger. «Abends 8 l { Uhr: Herr Piarrer Ritter. Kollekte für die Heidenmission. * - . Katbottsche Gemeinde. Sonntag. 6. Januar 1918: Fest der Erscheinung des Herr«. B-üchtgelegenbeit am Samstag von 4 Uhr an und Sonn^ tag früh von 6 Uhr. Uhr Frühmesse. 8 Uhr- Militärgottesdienst (Singmesie mit Predigt). Gemeinsame hl. Kommunion der Jungfrauen 3410 Uhr' Hochamt mit Secttn und Predigt. Nachmittags 2'Ä Uhr: Rosenkranz-Vruderschafts-Andacht mit Segen und Umgang. Danach Versammlung des Rosenkranz- Vereins. Um 4 Uhr: Versammlung des Iünglingsoereins. Abends 8 Uhr: Kriegsandacht. Während der Woche: %7 und 7K Uhr hl. Messe. Nach dem Hochamt Ausgabe von Büchern au» der Dorro« mäur-Bücherei. Verantwortlick für den po'itttcken und lokalen Jeil: Ctto Hirickel Friedberg: für den Anzeigenteil: R Kenner. Friedberg. Truck und Verlag der „Neuen Tageszeitung". A G.. Friedbero i ^ Mi IWIS-M 8. -EfPfl Mayer J. Hirsch in allen Burschen-u. Mannsgrößen FriödbCfg, gegenüber* 6 UM Miri! V. HM »Al. WWS. El Geschäftsstelle Frankfurt a. M., Kronprinzenstraße 41. (Kronprinzenbau.) — Fernruf Römer 42055. Bürsstunoen. Mama". Dienstag Donnerstao, Freitag, nachmittags non 2 —i UH:. — Geschäftsanzeigen in diesem Raum mrr fU» unsere AMglie-er; dieselben sind kostenlos, jedoch muß bei An»- gäbe der Anzeige aus die Mitgliedschaft hingewiesen werden. Ein sprungfähiger Zuchtbulle 16 Monate alt, Simmentaler Rasse steht zu verkaufen bei H. Heuschkel. Wagner, Seulberg WOm-Pferd steht zum Verkauf bei Heinrich Pfeiffer V. Mwe., Seulberg. Einen leichten Wagen zum Ein- und Zweispännigfahreuj zu verkaufen Ernst Kleberger. Melbach. , Ern Simmentaler, 18 Monats. alter, gelbscheckiger Faselochse steht zu verkaufen bei Hch. Eberhardt. Rodheü» v,^. tzj 6 Rinder 10 Monate alt, zu verkaufen bei / x Robert Herbert. Ober-Erlenbach,/ Grane Gefahren. Roman aus der Gegenwart von M. Goutard - Schuck. 9'achdruck verbo:en. „Warmn nirät. Pa? Ich liebe ihn doch und er liebt mich. Und ich N'-?"de A'n heiraten!" „Das wirst Tu nicht! Hörst Du! Das wirst Du nicht!" Die Adern ans Douglas' Stirn schwollen an. Die sonst so ruhig und kühl blickenden Augen funkelten. Diesen Mann, den noch nie jemand erregt gesehen, verlieh alle Sechstbeherrsch-ung. Mit harten Schritten trat er an die Toebter heran und griff.nach ihrer Hand. "Das wirst Du nicht, Helen! Hörst Du? Du wirst ae- horchen oder —" ,£ocr, Papa?" Funbtlcs stand sie vor ihm und sah ihm in die Augen. Da schleuderte er mit kurzem Ruck ihre Hand von sich und schritt zur Türe. ^ ..Tu wirst von mir hörent Bis dahin bitte ich mir aus, daß Du keine unbesonnenen Schritte unternimmst." ^hae ein°n Blick oder Gruß für die beiden Damen ver- "reß er das Zimmer und warf die Türe unsanft hinter sich ins Schloß. Miß Hardinge lachte. „Das ist dom guten Edward gewiß zum ersten Ma'e geschehen, daß er die Segel streichen muß. Me Achtung. Helen! Dn bist ein tapferes Mäd- chon." „Ach. Unsinn, Tante Augusta. ich kann doch mit meinem Vater sprechen, wie es mir ums Herz ist. Wozu brauche ich da besonders tapfer zu sein!" ich weiß nicht so recht. Wenn dieser Vater gerade Edward DouglaS heißt, ist e§ nicht so leicht. Sich' Deine Mutter an. die hat sich halb zu Tode geängstigt." ..Ach, Mama. Mama ist viel zu zart und ängstlich. Arme Mal" Nxmdte sie sich an die Mutter und streichelte sie zärtlich. „Hast Du Dich geängftigt? Beruhige Dich nur. es ist nicht so schlimm. Ter Papa gibt schon nach. Er tut nur erst so. Alle Väter machen das so!" „Wenn Du Dich nur nicht täuschst. Kind! So erregt habe ich den Vater noch nie gesehen. Du solltest ihm den Willen tun!" „Aber Ma! Das sagst Du mir? Ich soll Alfred aufgeben?" Das unbekümmerte, blühende Gesichtchen wurde p ötzlich ernst. „Verstehst Du mich denn auch nicht. Mama? Und Du warst doch erst gar nicht dagegen. Du sagtest doch selbst, daß Du Herrn von Werkheini sehr gerne hättest." „Ja, ja. Kind, aber —" „Aber nian ist ein Held wie immer und möchte am liebsten vor einem strengen Wort des Herrn Gemahl in ein Mausewch kriechen." Miß Hardinge ries es spöttisch. „Laß mir die Mama in Ruhe. Tante Angusta. Me können nicht sein wie Du. Aber sei nur ruhig, Ma. Sei nur nicht ängstlich. Wenn Tu nur zu mir stehst, wollen wir den Papa schon kriegen. Du sollst sehen, es wird schon alles gut." Sie schwieg und sah einen Augenblick grübelnd vor sich hin. „Wenn ich nur wüßte, was ich dem Fred sagen soll? Ich muß ihm doch Nachricht geben! Und wenn ich ihm von Pas Weigerung erzähle, wird er beleidigt sein!" „Du bist ja sehr empfindlich für Deinen Herrn Zukünftigen. Er kann doch nicht erwarten, daß Sir Edward Dong as ibm seine Tochter mit einem Freudenschrei in die Arnie wirft." Miß Hardinge sagte es sehr spitz. „Warum denn nicht, wenn es mich glücklich macht?" Kekannimachuttg 2n der Zeit vom 1. Januar bis 15. ^nrunr 1918 wird ne'cn den Lieferungsab chnitt 16 der Siißstofflarien (biam und gegen den L,e erun sabstlmitt 1 der neu bezogenen Süßftofstarten (cel)} von den Sußstoff- abgabeiiellen Eüß'toff abgegeben. (Ls gelang ein Briefchen bezw. erne Schachtel auf den 'Abschnitt zur Ausgabe. Mit dem 15. - an. verliert der Abschnitt I" bezw. 1 seine Gültigkeit. Nach die'em Zeitpunkt nicht abgeruiene Sützstoff- Menaen dürfen von den Amabe- ftellen frei verkauft werden/ Fnedberg, den 2. Jan. 1918. Der Bürgermeister 2. V.: Damm. .. . "D^i solltest es Dir wirklich noch sehr überlegen mit dieser Heirat. Helen. Ich gönne zwar meinem lieben SaMiger diese Niederlage von Herzen und möchte schon, allein um ihn zu ärg^n, auf Deine Seite treten, aber es ist nur unmöglich! Es geht nicht! Eine Douglas — die einzige Tochter nieiner Schwester, die die Anwartschaft auf die höchsten Würden hier im Lande hat, heiratet einen Deutschen!" _.. .^ T ?Icn sröh'ich. Sie nahm die Rose aus ihrem Gürtel und hie t sie der Tante unter die spitze Nase „Duftet sie nicht prachtvoll. Tante Angusta? Ja? Nicht wahr? Na, siehst du. sie ist von ihm. Ein ganzer Korb voll kam vorhin. Glaubst Du nun, sie würde weniger schön duften, weil sie von ihm ist statt von einem Engländer? Ich glaube das Gegenteil. Und paß mal ans. Tante Angusta, wenn ich erst Alfreds Frau bin, wirst Tu oft genug unser Gast sein. Tn wirst Dich noch so mit Alfred befreunden, daß ich ganz eifersüchtig werde." „Kind, Kind," mahnte die Mutter, „ich verstehe Dich nicht? Du nimmst das alles viel zu leicht." „Aber Ma, warum soll ich es denn schwer nehmen, wenn es nicht nötig ist? Noch ist kein Grund zum Meinen!" „Du kennst den Vater nicht!" „£X doch, Ma. Ich kenne den Papa schon, aber ich fürchte ihn nicht. Warum auch? Er hat mich doch lieb, llnd ich hin der festen Ueberzeugnng, daß alles gut wird. Und wenn's nicht anders geht, dann — na, was meinst Du, was ich dann tue? Dann brenne ich durch!" Lachend lief sie zur Türe, drehte sich noch einmal um, machte eine kleine anmutige Verbeugung und war dann verschwunden. FovUewma solok. Kekanntmachnng. Die Mitnahme von Winterspottperiten (Schneeschuhen, No)elscl'liüen usw,) in die Züge als Handgepäck pt nicht mehr statthaft. Ebenso sind diese Svorigeräte zur Abfertigung als Reisegepäck oder Expreggut' nicht mehr anzunehmen. Franlsurt (Main), den 4. Januar 1918. Mfllidic WMjMttltM. iMamUlnrichmre. 2Jm 9., 10. und 11. Januar in den Na^m.tlrnsstunden von 1 ^»is 5 Ahr, werden von den auf Lager ge egten Prchfteinerr erstmals 5000J Stück au«eegeben und zwar an jede Haushaltung je ro Stück. J Die Aus abe erfolgt von dem Lager ^.Städ'. PfercestLlle" für die Be-u'sberech hten oes I. Bezirks am Eingang Schnursaffe U. Be i ls im Hrüe der Pferde-, stalle »E ngang Haagstraße) *31, Be irks am Eingänge Haag- straffe. Die Bezugsscheine werden am 7. und t'. ds. Alts, aur der Orts- kohlenüelle während der Büro- st'-'uden ron 8—12 lllr und 2-5 Ahr nachmittags aus rege en. F^r die zu empfangenden Preßsteine ii't Za lung im Voraus an die Siadiwffe zu leiten und die Be chemiguug hier ür bei er Ausgabestelle vorz-neü-en. Von dcm L'e^ug der Preß- stcr- e auLgcschko,.en find alle Ä.ohnnngs,nl:ader mit Zenlral- heizunv, alle stoct rchen Lean:- len. die Preßsteine Lurch Vermittlung i ;rer Vci?örde erhalten ! a^en. sowie alle dicjem^cn Haus raitungen, die ausreichend nur 'L.renn offen ver chcn stn^. Stadt»fche Orrslohleu.LeUe. Balzer. Brennholz ausgetrockrret von vorjährigen Fällungen haben abmgeben solange Vorrat re cht: BrrchrnsÄeiL- rr. Knüppelholz per rm ab Lager Mk. 48.— Eichcurollenkiolz per rm Mk. 45.— Kiefern- oder Lärchenrorlenstolz per rm Mk. 40 .— Tannen- oder Eichenrellenholz per Ztr. Mk. 5.60 auf ca. 20 cm geschnitten. Gustav Schwarz & Kriedberg t. S> I^T* Neu emgetroffen 1 Wilßls»!! Kteintöpse 1 W«WM fiiknkilifn (bekannte Marke „Kiichenche "). 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