Nummer 3 Freitag, den 4. Januar 1918 11. Jahr gm g Neue Tageszeitung Die .,Nene E a, es»ei1»»ny" erscheint jeden WerUa-. Regelmäßige Veitaoen „L er Dauer aus Letten". „Pie Spinnltnde". Nein isprers - Bei den '^<üa»rtait:n oiecrclrai^rlicli '.Wt 2.40 hin u «ritt noch das Bestellgeld: ^e> de" v Zenten mona'lich 85 Pia. einschließlich Xraqcrlobn. Anzeigen : Gr.md eile 25 P>g., oiale 20 ^«g^ Anrergen von auswarrs oeroen durch Po rnachna n>e r iii'lhinnfOTT A-rieöbeta. Schriftleitnn, und 'Jerltt t nedb?o « dessen >. 'anaiertraqe 12. ve--nvreü'r 18. l,t> )ef* So it3 Jlc. UVi, lr cr , i.iurt a. I. Gcneralscldmarfthall v. Ws?)rßch. R«unänische Umtriebe. — Jene ll-Zso1crso!ge. Der deutsche GeneraMad — meldet: —- W. T. K. Brakes Ha * »-quartier, den 3. Januar. Amtlich. Westlicher Kriegsschauplatz. An verschiedenen Stellen der Front Artillerielampf. Nahe «'er Küste wurden bei gelungener Unternehmung Gefangene eingebracht. Französische Vorstöße in der Champagne, nördlich van Prosnes und nördlich non Le Mesnil scheiterten in unserem Feuer. OestUcher Kriegsschauplatz. Nichts Neues. An der Mazedonischen und italienischen Front ist die Luge unverändert. Der Erste Ceneralquarticrnreister: Ludendorff. Alrerrd erickt. Berlin. 3. ?att , abends. (WTB. Aurtlich.) Von den Kriegs- Schauplätzen nichts Neues. Der bulgarische Grneralstab !! -—7- meldet: Sofia, 31. Dez (MTV. Nichtamtlich.) Generalstabsbericht. Mazedonische Freut: Zwischen Wardar und Doi:an-See nahm das Arlilleriefeuer am Nachmittage zu. Cs dauerte bis Mitternacht an. Hierauf versuchte eine englische Abteilung »ich unseren Stellungen südlich des Wardar bei Sloijakovo zu nähern, uurde jedoch zurückgeworfen. •Pu' Kämpfe im Ifanctr. Konstentincpel, 2. Jan. (WTB Nichtamtlich.) Meldung der Agentur Milli. Aus dem Pemen wird berichtet: Die bei Aden operierenden Truppen setzen ihre heldenhaften Unternehmungen an denen auch alle Oberhäupter der S ämme von Tais mit außerordentlicher Hingebung teilnehmen. kort. In der Provinz herrscht Sicherheit. Ein Versuch der Enaländer, Marinetruppen in Hodeida auszuschiffen, wurde zurückgeschla- gen. Seitdem geht die Küstrnschisfahrt ungehindert vor sich. D.e Treue des Pneu Pahta gegenüber dem Kalifat und die Bedeutung seiner Dienste verdienen jedes Lob. Asfr und die benachbarten Gegenden liegen außerhalb des auiwieglerischen Einflusses des aufständischen Scheriss Pdris. der Uber keine Anhänger mehr verfüge und in seiner Umgebung nicht gern gesehen sei. Zeh' Schösse versenkt. B rlin, 2. Fan. (MTV. Amtlich.) Durch unsere U-Boote wurden im englischen Kanal und Atlantischen Ozean neuerdings vier Dampfer, drei Segler und drei Fifcherfahrzeuge versenkt, darunter ein bewaffneter tief beladener Dampfer, ferner der englische Schoner „Proba" mit Kohlen von Swansea nach Cherbourg, der portugiesische Schoner „Aportugeza" mit Salzladung nach Frankreich, sowie der portugiesische Fischdampser ,,Argos". Von den übrigen versenkten Dampfern hatte einer Stahlwaren von Swansea n.. , Cherbourg geladen. Ein ande. ,er Dampfer wurde aus einem gesicherten Geleilzuge heraus- «elchofsen. Der Chef des Admiralstabs der Marine. Der österreichische Generalstab Ij meldet: Wien, 3. Jan. (WTB. Nichtamtlich.) Amtlich wird ver- laulbarl: vestlicher Kriegsschauplatz. Maffenstislstand. Italienischer Kriegsschauplatz. Keine besonderen Ereignisse. Der Chef des Eeneralflabe». G cn rr n \ fc!£ inorfrifo'- v. Mo?frfch. Berlin, 2. Jan. (WTB.) Das „Militärwockenblait" meldet: Generaloberst v. W o y r s ch ist zum Generalfeldmars^all befördert worden. Dailcr nnd Ncscksto'*. Berlin, 3 Jan. (WTB. Nichtamtlich.) Beim Jahreswechsel wurde vom Prasidelen des Reichstages. Exzellenz Dr. Kämpf, j an S. M. den Kaiser folgendes Telegramm gerichtet: Eure Kaiserliche und Königliche Majestät bitte ich, beim j Jahreswechsel die ehrfurchtsvollsten nnd herzlichsten Glückwünsche des Reichestages entgegennehmen zu wollen. Eure Majestät blicken mit dem deutschen Volke auf ein Jahr zurück, das den deutschen Mafien und denen seiner Verbündeten zu Wasser und zu Land und in den Lüften die ruhmreichsten Erfolge gebrockt hat, den nnwidersteh!ichen Offensivgeist unserer Heere und Flotte von neuem bewiesen und die Widerstandskraft des deutschen Volkes an d-cr Front und in der Heimat zum glänzendsten Ausdruck gebracht hat. Das Samenkorn des Friedens, das Eure Majestät mit Eurer Majestät hohen Verbündeten am 12. 12. 1910 gelegt hat. ist aufgegangen. mit Eurer Majestät treten wir in das neue Jahr in der begründeten Hoffnung, daß das blutige Völkerringen sich feinem Ende nähert und dem ersehnten Ziele eines Friedens entgegenbringen wird, ber unsere und, unserer Verbündeten unbehinderte Entwicklung aller geistigen und wirtschaftlichen Kräfte in der Welt gewährleisten möge. Des Allmächtigen Segen ruhe auf Eurer Kaiserlichen und Königlichen Majestät, dem ganzen kaiserlichen und königlichen Hause und auf unserem geliebten Vaterlande. Darauf ging folgende. Antwort ein: Ich dank/ Ihnen herzlichst iür die freundlichen Wünsche, die Sie Mir im Namen des Reichstages beim Ausgang aus dem alten sieg- und rubmaekrcnten Jahre dargebracht haben. Den unerschütterlichen Willen, einen die Zukunft und Wohlfahrt des Reiches sicherstellenden Frieden zu erkämpfen, wird das deutsche Volk, das vertraue Ich zuversichtlich, auch im neuen Jahre an der Front und daheim zu Kaiser und Reich voll bestätigen, und mit Gottes Hilfe wird das schöne Werk gelingen, wird das ersehnte Friedensziel in absehbarer Zeit erreicht werden W i l h el m I. R. . deutscher Friede beschieden sein wird. Also mit Gott getrost vorwärts! Allen Mitbürgern herzlichen Dank. Feldmarschall von Hindenburg. (FpIMp HwkrnnniM liir i>. ll'lM-ssörhch. Amsterdam, 3. Jan. (WTB.) Die Londoner WochenschrEt ,.Truth^ widmet dem deutschen Oberbefehlshaber in Ostafrika folgende Worte der Anerkennung' „v. Leltow-Borbeck hat sich als ein tüchtiger Truppenführer erwiesen, der mehr als drei Jahre gegen mächtige Streitkräfte unter Umständen kämpfte die bei einem weniger energischen Kommandanten lähmend gewirkt hätten. Was der deutsche Kaiser vor ein paar Monaten von ihm gesagt hat. nämlich daß die Welt niemals erwartet habe, was seine eiserne Kraft ermöglichte, ist wahr." Aie Friedensverhaudlmiften. Berlin, 3. Jan. Staatssekretär v. Kühlinann ist in dieser Nacht Zwischen 12 und 1 Uhr mit seiner Begleitung von Bahnhof Friedrich'stroße wieder nach Brest-Litowsk abgereist. Mit dem gleichen Sonderzug haben sich die türkischen und bulgarischen Delegierten nach dem Orte der Friedensverhandlungen begeben. Wien, 3. Jan. (WTB Nichtamtlich.) Der Minister des Aeußern, Graf Czernin, ist heute früh mit Begleitung zur Fort, sctzung der Konferenzen nach Brest-Litowsk abgereist. Konstantinopel, 2. Jan. (WTB. Nichlamtlich.) Meldung der Agentur Milli. Der Großwesir Talaat Pascha ist gestern mit dem Balkcmzug abgereist. um sich als erster Delegierter der Türkei über Berlin nach Brest-Litowsk zu begeben, wo er an den Verhandlungen teilnehmen wird. Wien, 2. Jan. (WTB.) Kaiser Karl empfing heute den Minister des Aeußern Grafen Czernin in besonderer Audienz. Der polnische Ministerpräsident Kucharzewsti ist heute nach Warschau abgereist. Ein D meebefebl fgrditvvimnt Düsseldorf, 3. Jan. Ter Kronprinz hat am Januartag folgenden Armeebefehl erlassen: Das Jahr 1917 gehört der Geschichte an lind mit ihm die Waffentaten unserer Armee. Zu gewaltigen entscheidenden Silagen batte sich das französische Heer an der AiZne und in. der Champagne vereint, ihre erdrückende ebermack>t an Menschen. Waffen und Munition sollte den Feinden den Sieg bringen. Vor eurer Treue und Tapferkeit brach, der Ansturm blutig zusammen. Dadurch habt ihr die feindlichen Kräfte gebrochen und den deutschen Waffen in Rust and und Italien den Weg zum Siege aebahnt. Nur auf die eigene Kraft gestellt, habt ibr in den schweren Kämpfen in der Champagne, bei Cambrai und auf dem blutgetränkten Boden von Verdun dem stürmenden Heere den Rücken gedeckt. In treuer Kameradschaft habt auch ihr in Flandern nnd bei Cambrai für Dentsckckands Ehre gesochten. Stolz nnd voll dankerfülltem Herzen blicke ick heute auf euch als meine tapferen, bewährten Führer und meine' heldenhaften Truppen. Mit blankem Schilde und scharfem Schwerte stehen wir an der Schnelle des neuen Kriegsjohres für unseren kaiserlichen Herrn bereit, zu schlagen und zu liegen. Großes Hauptquartier, 1. Januar 1918. Wilhelm, Kronprinz. Ern denkt chev £vUbi\ Hannover 3. Jan. Auf eine zum Jahreswechsel vom Magistrat an den Generalfeldmarschall von Hindenburg gerichtete Begrüßungsdrahtung ist zu Händen des Stadldireltors Tramm folgende Antwort eingelaufen: Euer Hochwohlgeboren und dem Magistrat der Residenz stadt Hannover tiefen Dank für gütiges Meingcdenken und herzliche Glückwünsche zum Jahreswechsel. Ich trete voll Zuversicht in das neue Jahr mit dem festen Vertrauen, daß uns nach endgültigem Siege und nach Ueberwindung etwaiger Schmierigkeiten ein ehrenvoller, der schweren Opfer würdiger Französtlche Delavftniste. Die Presse der Linken in Frankreich beschwört die Regie» rnng Clemenceaus. die Beziehungen mit den Maxi^atisten wenigstens indirekt aufzunehmen, um nicht Rußland vollständig von Frankreich loszulösen und dieses jeden Einflusses auf die Friedensverhandlungen zu berauben. Der sozialistische Abge. ordnete Sembat äußert in der „Lanterne" die Ileberzeugung, daß das Jahr 1918, wenn es nickt den Frieden, so doch die Entscheidung über das Ergebnis des Weltkrieges brickgen werde. Denn diese Enischeidnng falle jetzt in Rußland. Wenn Deutschland ungestört seinen wirtschaftlichen Einfluß in Rußland organisieren könne, so sichere es sich die Vorherrschaft über ganz Osteuropa und Asien für das ganze Jahrhundert, und selbst wenn es in der Folge des Krieges auf Elsaß-Lothringen verzichten sollte, so könnte ihm die Vorherrschaft im Osten nicht mehr genommen werden. Wenn Frankreich jetzt in dieser kritischen Periode des Krieges dre Arms kreuze, so verliere es seinen Einfluß auf die große Entscheidung des Krieges. Das sozialistische „Journal du Peuple" macht darauf aufmerksam, daß Elemenceau durch die Verweigerung der Pässe für die Rußlandreise der französischen Sozialisten den Beweis geliefert habe daß er di? falsche Politik fortsetze. die Briand und Ribot begonnen hätten. Clemenceau fürchtet sich davor, den Eindruck zu erwecke«», als ob er Furcht habe. Der Feind wisse, wie man in Frlrnkreicki denke, ebnso gut wie man in Frankreich über das unterrichtet sei, was in Feindesland vorgehe. Alle Bölter feien bereit zu einem ehrenvollen Frieden, und es fei nicht ehrlich, wenn Clemenceau den Sozialisten die Reisepässe verweigere aus Furckt vor dem schleckten Eindruck, den ihre Bewilligung auf die Soldaie»! an der Front machen könnte. frite ?ziidrr'r'ckensmjMe der sinke«. Der Berliner Mitarbeiter der „Zürcher Post" hatte Gelegenheit. in Berlin den türkischen Minister des Aeußern Nefsimi Bey darüber zu befragen, ob die in letzter Zeit in den welschschweizerischen Blättern enthaltene Nackricht zutreffe, wonach die türkische Sondergesanotschast in der Schweiz, welche «nit englischen Vertretern über Eesangeirenaustausch unterhandele, auch in Verhandlungen über die Frledensfroge eingetreten fei. Der Minister erklärte: Diese auch mir bekannte Nachricht gehört zu den von der Entente geflissentlich verbreiteten Gerüchten, daß die Türkei geneigt sei, in Sonderfriedensvcrhandlungen mit den Westmächten zu treten. Tatsächlich hat die Gesandtschaft, welche sich ln die Schweiz begab, lediglich den Auftrag, mit englischen V- tretern Über die Frage des Eesangenenaustausches zu ' ^dein. Zu einer Erörterung -er Frte-enssrage ist sie in keiner ^Weise befugt. Wenn man der Gesandtschaft andichtet, daß sie auch über Frieden verhandeln soll, so ist dies lediglich eine Er. findung, um die Stimmung der Entente zu heben. Die Türkei wird den Frieden nur enger Gemeinschaft mit ihren Verbündeten erörtern, mit denen sie ihre Geschicke vereinigt, und mit denen sie durch treues Bündnis und lange Waffenbrüderschaft sich verbunden hat. Eine litauische Erklärung. Loslosung vom russischen Reich. Berlin, 3. Jan. (WB.) Ter oberste litauische Rational- rar in der Schwei;, der von sämtlichen titanischen Or- ganisationcn in^itauen selbst, in Rußland, in Amerika und in der Schweiz als oberste Vertretung des litauischen Volkes eingesetzt worden ist, faßte soeben folgenden Beschluß: In der Erwägung 1. daß Litauen vom 13. bis 18. Jahrhundert unabhängig gewesen ist, 2. daß Litauen nach der geivaltsamen Einverleibung in Rußland nicht oufgebärt hat, seine Unabhängigkeit zu fordern. fe!Ut mit Waffengewalt in den Jahren 1830, 1863 und 1905, 3 . daß Litauen 120 Jahre lana durch das Zarentum schimpflich unterdrückt und mißhandelt worden ist und daß nach der Revolution die provisorische Regierung sechst seinen nationalen Ansprüchen keinerlei Rechnung getragen hat, obwohl sich Litauen der provisorischen Reaieruna unmittelbar nach ibrer Einsetzung angeschlossen hat CCFrflarimg vom Avril 1017), 4 . daß gegenwärtig der größere Teil Litauens von den Deutschen besetzt ist und daß ganz Rußland kraft der durch die letzten Ereignisse geßch-affenen neuen Lage sich in der Unmöglichkeit siebt, seine Rechte und Pf ich- * ten gegenüber dem litauischen Vcckk wahrzunebmen und daß andererseits das litauische Volk trotz der ein Jahrhundert lang ertragenen Unterdrückung bis zum heutigen Tage nie aufgehört hat, den Verpflichtungen gegen den russischen Staat loyal nackzukommen, beschließt der oberste litauische Nationalrat ct f § Träger und Getreuer Wächter der höchsten Interessen des Landes: 1. Das litauische Volk betrachtet sich schon jetzt aller Bande gegen den russischen Staat ledig. % Unter Anrufung der von den Mächten anerkannten Grundsätze, daß alle Völker über ihr Schicksal selbst zu bestimmen haben, hat das litauische Vo'k das Recht und die Pflicht, f ein Schicksa' selbst in die Hand zu nehmen und seine Unabhängigkeit zur Anerkennung durch die Mächte zu bringen. Rußland. Mn rumänischer Putsch. Dem 4. russischen Heer, dessen ukrainische Truppen die Mrda und Tscherbatschew nicht anerkannt haben, werden weder Nahrungsmittel noch Vorräte geschickt. Tscherbatschew und die rumänischen Behörden in Jassy haben das dort gebildete revolutionäre Komitee gefangen genommen. Vo'ks- kommissar Trotzki machte darauf, wie schon kurz gemeldet, der rumänischen Gesandtschaft in Petersburg von den Vorfällen Mitteilung und fragte, welche Maßregeln die rumänische Negierung getroffen habe, um die verbrecherischen Elemente unter den rumänischen Offizieren und Bürokraten zu strafen, die es gewagt hätten, die Hand gegen die Revo'ution zu er- heben Weiter teilte Trotzki der rumänischen Gesandtschaft mit, daß er die Unterdrückung nicht länger dulden werde, und der Sowjet nicht zögern werde, die strengsten Maßregeln gegen die gegenrevolutionären Verschwörer in Rumänien und die Mitschuldigen Kaledins, Tscherbatschew' und die Rada zu treffen. Tie Antwort der rumänischen Gesandtschaft wurde von Trotzki für ungenügend erklärt. Die Antwort weist auf die Pflicht der Vertreter der Alliierten hin. freundschaftliche Beziehungen zwischen den alliierten Staaten zu fördern. Rumänien bedauere die Konf ifte unter den russischen Truppen sehr, er werde dies nicht zulassen. Petersburg, 3. Jon. (WB.) Meldung der Peters- buraer Tel.-Agentur. Der Volkskommissar für die auswärtigen Angelegenheiten gibt folgende Mitteilung bekannt: „Das Dorf Leowo und einige Dörfer in Vessarabiei sind durch Truppen besetzt und einige Revolutionäre erschos sen worden. Nach einer authentischen Mitteilung luden dü Rumänen durch einen rumänischen Oberst und einen rumL- nischen General alle Mitglieder des Ausschusses nach Fasst ein, wo ihnen völlige Sicherheit gewährleistet werden sollte Indessen wurde der ganze Ausschuß in Jassy festgenommer und alle Mitglieder vor die Behörde gebracht. Die rumänische Behörde versuchte alle zu erschießen, aber die Kosaken besannen sich eines Besseren und hinderten sie daran. Derartige verbrecherische Handlungen können nicht geduldet werben. Wir ersuchen den Herrn rumänischen Gesandten, uns heute noch mitzuterlen, welche Maßnahmen ergriffen worden sind, um die verbrecherischen Elemente, die rumänischen Offiziere und Beamte zu züchtigen, die die Hand gegen die ruf. lischen Revolntionäre erhoben haben. Wir hacken es für dringend g'boten. die rumänische Gesandtschaft ZU benach. richtigen, daß d'e russische Republik keinerlei Unterdrückung mehr dulden wird, nicht nur gegen russische Revolutionäre, sondern auch gegen rumänische Revolutionäre und So- Lmlisten. . Jeder rumänische Soldat, Arbeiter und Bauer findet die Unterstützung der Macht des russischen Sowjet .Mgen die Willkür der reaktionären rumänischen Büro- HraUker. Wir erachten es für nötig den rumänischen Behörden durch ihre Gesandschast mitzuteilen, daß die Macht der Sowjet auch vor den schwersten Maßnahmen gegen die rumänischen Verschwörer und Gegenrevolutionäre, die Helfershecker der Kaledin, Tscherbatschew und der Rada nicht zurückschrecken wird." Basel, 3. Jan. Nach einer Pariser Havasmeldung teilte dem „Ercelsior" eine hohe rumänische Persönlichkeit die russische Drohnote an die rumänische Negierung mit. Tie Persönlichkeit gab zu. daß zwischen den beiden Ländern ein gespanntes Verhältnis bestehe, da Rußland nicht mehr weiterkämpfen wolle, während Rumänien auf Seiten der Entente den Krieg fortsetzen möchte. Die Persönlichkeit fügte hinzu, daß unterrichtete Kreise der Ansicht seien, daß man den Ereignissen mit Vertrauen entgegensehen könne und den entschlossenen Geist des Königs in Betracht ziehen müsse, dessen Zuversicht sich auf die Tatsachen und aus die einge- ilbten Streitkräfte stütze. Die Marimalisten könnten wohl ihre Trobnoten vermehren, sie könnten dadurch aber die Ereignisse nicht aufhalten. Rarva dem Gebiet Estlands angegliedert. Stockholm, 3. Jan. (WB.) Das estnische Bureau in Stockholm teilt mit: Durch eine Verfügung der Petersburger Regierung ist Narva, Me frühere Hauptstadt Jnger- manlands. dem Gebiet Estlands angegliedert. Sofortige Maßnahmen zur Verwaltung und Z"ntra isation der bisher unzusammenhängenden Ortschaften von Narva, Jwangorod. Joachimsthal und Krönholm nebst ihrer Teilnahme an den Wahlen zur estnischen Nationalversammlung sind angeordnet Damit hat die estnische Grenze den Narovafluß überschritten. Mg uüd sin isrr lüfäl'toni? tsillmM irr tfntfntfprfff. Ja ..Daily Mail" schreibt Lovat Fraser unter dem 17 Dezember — die Zeitungen aus Feindesland kommen natürlich nur auf Umwegen und daher verspätet in unsere Hände — über .Die Bedrohung im Westen": Das Trommelfeuer der feindlichen Presse, die von einer Bedrohung im Westen redet, ist ungewöhnlich. Es war bis auf deutscher Seite nicht Regel, militärische Pläne im voraus zu erzählen. Vielleicht wollen sie uns ängstlich machen: vielleicht sagen sie die Wahrheit und nehmen an. daß sie nicht geglaubt wird. Es ist unwahrscheinlich, daß sie sofort ongreifen werden. Ich für meine Person glaube, daß die gefährlichste Stelle Italien ist . . In ..Morning Post" vom 10. Dezember findet sich das Urteil: „Die augenblickliche Lage ist furchtbar, aber noch nicht hoffnungslos . . Im..Globe" vom 13. Dezember lesen wir: Wir wollen uns nicht verheimlichen, doß die deutsche Armee an der Westfront in diesem Winter den Höhepunkt ihrer Leistungsfähigkeit erreicht hat. Wir werden während der kommenden Monate hart be. drängt werden. Während dis Deutschen ihre Kräfte an der Entscheidunysfront vereinigen, haben wir und die Franzosen viele Truppen auf Nebenkriegsschauplätze geschickt, wo sie keinen Deutschen antreffen werden. Somit ist die Kriegsaritmethik nicht für, sondern gegen uns . .." Der Frontberichterstatter der „Morning Post" berichtet unter dem 17. Dezember von dem neuen Geist, der die deutschen Truppen an der Westfront beseele und an die Tage vom Anfang des Krieges erinnere. „Sie sprechen von einem nahen Frieden, der auf dem Schlachtfeld diktiert wird, und der nicht ein Frieden der diplomatischen Unterhandlungen sein soll. Die Truppen sind gut verpflegt usw. Gefangene Offiziere erklären, der Krieg werde an der Westfront entschieden, und zwar bald! Der Gedanke an den U-Bootkrieg sei etwas zurückgetreten: jeder Deutsche träume jetzt vvn dem entscheidenden Sieg auf Frankreichs Schlachtfeldern. . „ „Rouvelliste de Bordeaux" vom 19. Dezember meint: „Die Waffenstillstands Verhandlungen in Brest-Litowsk sind absichtlich in die Länge gezogen worden. Man mußte ja Zeit gewinnen, um gewisse Truppenverschiebungen vornehmen zu können. Jetzt sind sie ausgesührt. und cs hat nichts mehr auf sich, wenn sie nachträglich feierlich untersagt werden. Jeder gibt sich klare Rechenschaft über die gewaltigen militärischen Möglichkeiten, die sich künftighin den Generalen des Kaisers bieten. Wer könnte daran zweifeln, daß sie ausgenützt werden?" An anderer Stelle desselben Blattes findet sich der Satz: „Eine allgemeine Offensive zur Wiedererlangung der vom Feinde besetzten französischen Gebiete ist heute mehr als je zuvor gänzlich aus- geschloffen." Roch deutlicher findet sich die Erkenntnis, daß die Verbündeten wieder in die Verteidigung gedrängt sind, im „Expreß de l'Quest" vom 18. Dezember, wo L. C de Eroidys sich unter niedlichen Schimpfereien gegen das verbündete Rußland wie folgt äußert: „Wir haben an unserer ganzen Front außerordentlich heftige Angriffe zu erwarten Der Feind gibt uns zu verstehen, daß er seine sämtlichen aus Rußland kommenden Truppen im Westen zusammenzteht. Wir werden uns nicht überraschen laffen und auch Engländer und Italiener werden wiffen, woran sie sind. Wir werden einem Angriff gegenüberstehen, für den der Feind seine ganze Kraft elnsetzen wird — alle seine Reserven, alles, was der russische Verrat freigegeben hat! Unter diesen Umständen bleibt uns nur eine Taktik — die Defensive! Wir dürfen lein einziges Bataillon mehr für abenteuerliche Angriffe opfern! Wir wußten, daß die Deutschen im Begriff waren, sich sehr weit hinter ihre seitherigen Linien zurückzuziehen, als Rußland sich dieser abscheulichen Bande übergab — die übrigens alle zil befriedigen scheint! Denn keinerlei Protest erhebt sich seitens der 120 Millionen Menschen, die zu allem bereit sind, außer dazu, ihre Ehre hochzuhallen! Weit entfernt, sich zurückzuziehen, be- reiten die Deutschen die Wiederaufnahme ihres Vormarsches vor. Wahrscheinlich wird Hindenburg seinen Hauptvorstoß Anfang Februar gegen die Yser oder doch zum mindesten gegen den Teil der Front ansetzen, der von Engländern gehalten wird. Wir werden noch ganz andere Dinge zu sehen bekommen als seither schon: eine ungeheure Anhäufung schwerer Artillerie z. V. zu der auch die russischen Geschütze beitragen werden, die zweifellos ln die Hände der Deutschen übergehen werden (!), Eine sehr ernste Stunde bat geschlagen . . . .* \ Don der mililiirilijini Uckttlegenhkit dcr Mtkliniiililk. In den „Vasler Nachrichten" vom 28. 12. 17 verteidigt sich der bekannte Militärkritiker Oberst Egli gegen eine Kritik seiner Berichte, die in der deutschfeindlichen „Gazette de Lausanne- unter der Chiffre PH. S. erschien: Oberst Egli schreibt: Es ist mir allerdings die Bemerkung gemacht worden, daß ich feit meiner Reise nach Belgien noch viel zuversichtlicher schreibe, als ich das schon früher getan habe. Das ist richtig, denn dort bei den deutschen Truppen in Flandern, die seit Monaten in ungleichem Kampfe standen, habe ich die ganze Aenderung der Gesamtlage, wie sie durch die Ereigniffe in Rußland und Italien entstanden ist. in ihrem vollen Umfange erfaßen können. Wenn die Verbandsmächte bisher mit ihrer gewaltigen Ueberlegenheit im Westen nicht mehr erreicht haben, wie muß sich da ihre Lage gestalten, wenn nun gewaltige Kräfte der Mittelmächte frei werden und in Frankreich und Flandern erngreifen können? Ucbrigens habe ich nie ein Hehl daraus gemacht, daß ich die Ansicht habe, daß trotz der Ueber- macht der Verbandsmöchte die Mittelmächte und ihre Verbündeten siegen werden. Mit dieser Anschauung bin ich in den Krieg getreten, denn ich habe seit langen Jahren die Entwicklung der Armeen genau verfolgt und viel von ihnen gesehen. Meine Meinung hat sich in den Kriegsiahren. trotz allen Verschiebungen in der Lage und tn den Verhältnissen, nicht geändert: bei jedem Besuch an einer Front hat sie sich nur bestärkt DurRede Mchon's schreiben die „Zürcher Neusten Nachrichten": An der Preffe des Vierbundes wird es sein, sich mit dem Inhalt der Rede des Herrn Pichon in den Details auseinanderzusetzen und die grenzenlosen Einseitigkeiten, Unterschiebungen und Unrichtigkeiten — man könnte diese auch anders nennen — in ihr klarzulegen. Es wird ein Leichtes sein. Für die Neutralen ist es schon längst undankbar geworden, sich mit den Situationsreden der Entenleminister in Rücksicht auf ihre Offenheit, ihren Wahrheitsgehalt und ihre gute Treue zu beschäftigen. Sie gleichen der mvtischen Schlange. Haut man einen der Köpfe ab. wächst sofort ein anderer nach, gewöhnlich noch häßlicher als der erste. Dagegen intereffiert die Neutralen, was der französische Außenminister über die Kriegsziele der Entente und die Kriegsdauer sagte. Das geht auch an ihr Fleisch, nachgerade bis auf die Knochen. Für die letztere hatte Herr Pichon die Formel: Krieg bis zum Sieg. Er verhehlt sich aber selber nicht, daß diese Aufgabe schwerer ist als je zuvor. Seine Rede klingt nach dieser Seite ganz anders als seiner Zeit die Reden von Vivianl, von Vriand und Ribot und ganz anders als die Reden Poincares, als „der Präsident noch reden durfte", in welchen es immer wieder hieß, fett 1915 wohl ein paar dutzendmal: „Die Stunde des Sieges, die Stunde des Triumphes ist nahe." Er spricht von den furchtbaren Verlusten Frankreichs und von der gewaltigen Verbesse- rung der militärischen Lage der Mittelmächte durch einen eventuellen Sonderfrieden mit Rußland. Aber wie sein Kollege Balfour in London hängt auch er all sein Hoffen nun an amerikanische Nägel. Gewiß ist deren Tragkraft nicht zu verachten. Ob aber Frankreich und ob Italien noch so lange auf den Füßen bleiben, bis ihr Schicksa! bei der transozeanischen Hilfe einigermaßen geborgen werden kann? Herr Pichon und sein Chef Clemenceau sicher nicht, denn sie wird wahrscheinlich schon die kommende deutsche Offensive weglegen. Aber selbst wenn Amerika noch frühzeitig, genug stark auf dem Platze wäre, würde dann die Entent» der Mittelmächte wirklich Herr werden, nachdem er für diese nur mehr eine einzige entscheidende Front gibt. wäh. rend sie bisher an deren drei sich siegreich zu wehren und vorzu- fchrekten wußten. Diese eine Tatsache hätte Herrn Pichon die Erwägung nahe legen können, daß jene französischen Deputierten doch die beffe-, ren Freunde Frankreichs seien, welche eine Revision der Kriegs«^ Ziele der Entente forderten. Er hat diese rundweg abgclehnt. Dann aber doch die Ausflucht gebraucht: zuerst „siegen", ehe man hiervon redet. Später schränkte Herr Pichon diese Definierung dahin ein, daß man den Krieg als „gewonnen" betrachte, „wenn das deutsche Volks Uns durch feine Vertreter sagen wird, daß es bereit ist, einen Frieden anzunehmen, der auf der Gerechtigkeit und der Wiedergutmachung des angerichteten Schadens beruht." Wenn es erst nach Verwirklichung dieser beiden Definitionen wieder „Friede auf Erden" werden sollte, dann hätten wir auch noch 1919 Krieg. Denn bis das „Siegen" für die Entente sich erfüllte, kann das Korn noch zwei- und dreimal reifen, und bis das deutsche Volk sich zu einem derart schmählichen Friedensgang, wie ihm denselben Herr Pichon zumutek, versteht, noch viermal. Nach diesem soll es durch Negierung und Parlament sich bereit erklären, nicht etwa zu einem Frieden „Hand zu bieten", nein den Frieden „anzunehmen", den die Entente zu diktieren ihm geruht, freilich auf der Grundlage der „Gerechtigkeit", aber einer Gerechtigkeit, deren zehn Gebote Me 1 Entente festsetzt. Dabet soll es eine Rechnung von einigen 69 oder 70. vielleicht auch 80 Milliarden bezahlen, Elsaß-Lothrin--, gen, Posen und wahrscheinlich Danzig herauogeben und soll sein- treuen Verbündeten den Naubplänen ihrer Feinde auslicferns Was Herr Pichon mit jener Friedensumschreibung dem deut-, schen Volke zumutet, ist nackte „Friedensbitte eines Besiegten auf Gnade und Ungnade", mit der Aussicht auf wirtschaftlichen und politischen Ruin als — Gnade. Herr Pichon scheint uns mit dieser Formel weniger das Schicksal Deutschlands als jenes für sein eigenes Land herausgefordert zu haben, bis zu welchem Maße^, mag er aus der harten Drohung herauslsfen, die der sonst so frredensweiche sozialdemokratische Berliner „Vorwärts" gestern an Frankreich richtete. Wir hatten vorgestern geschrieben, mit der Einladung, die zu Weihnachten aus Brest-Litowsk an die Entente erging, fei aufs neue eine ungeheure Verantwortungauf deren Lenker gefallen. Schon am Abend dss gleichen Tages hatte sich die un. geheure Verantwortung durch Pichons Rede verwandelt in eins — ungeheure Schuld. j. * , v ' N i\.' ' Ans der Entente. Bis zum letzten Franzosen. ^ Haag, 3. Jan. Die „Times" melden aus PariS: Die Tatsache, daß französische Divisionen von der Westfront für b\e italienische Front zurückgezogen werden, macht es not- wendig, die Männer von. über 50 Jahren zu den Waffen ein- zu berufen. Der Munitionsminister hat nun in Ueberein- stimmung mit Clemenceau beschlossen, daß die Arbeiter, die für den Dienst mit der Waffe ausgebildet sind und den Jahrgängen bis zum Jahrgang 1914 angeboren, aus den Industriebetrieben zurückgezogen und zur Verfügung des Ober- befeh shabcrs gestellt- werden sollen. Diese Maßnahmen treten am 15. Januar in Kraft. Englische Neujahr! Amsterdam, 2. Jan. (WB.) Der Korrespondent der „Times" bei der englischen Armee in Frankreich meldet: Das neue Jahr wurde von den englischen Truppen mit einem plötzlichen Orkan von Geschützfeuer eingeleitet. Um Mitternacht wurden 12 Salven aus 12 Batterien Abgegeben. Dabei wurden bestimmte Punkte systematisch besessen, während die leichteren Geschütze einen Regen von Schrapnells über das Gelände niedergeben ließen. Die Deutschen antworteten auf diese be Weise oder indem sie mehrere Minuten lang Gardinenfeuer abgaben. England rationiert! Die Blätter melden aus London: Das neue Jahr beginnt für England mit einer Anzahl starker Eirffchränknngs° maßregeln. Mit dem 4. Januar tritt die Zuckerkarte in Kraft, die Erhöhung der Fleischpreise und die Einsetzung ^ eines fleischlosen Tages pro Woche. ?rr jMplaiisichlil) des Rckikslims war gestern wieder einmal zusamemn. Die Herrschaften gefallen sich immer mehr in der Nolle des Konvents während der französischen Revolution. Die Abgeordneten die sich bei Ausübung ihres Mandats zwar nicht mehr auf das Volk berufen können, denn das harte sie nur bis zum 15. Januar 1916 gewählt, möchten selbst den Frieden bestimmen. Gestern erklärte der Reichskanzler, er wisse nichts, da er nicht in Vrest-Litowsk gewesen sei. ein anderer Regierungsvertreter sagte was ähnliches. Dann babbelte — wie natürlich — Herr Erzberger, er hätte am liebsten die russischen Vorschläge unbesehen angenommen und dann gab der Herr David noch seinen Senf dazu. feine Reilhsllnig-sigllnerlnmmluni. Berlin, 3. Jan. (WB.) Der Aeltestenausschuß des Reichstages hielt am Nachmittag eine längere Sitzung ab, um über die Geschäftslage des Reichstages zu beraten. Es kam eine Entscheidung der Mehrheit dahin zustande, daß die Vollversammlung des Reichstages vorerst nicht einbernfen werden soll. Dagegen wird der Hanptausschnß heute und in den nächsten Tagen zu den aktuellen politischen Fragen Stellung nehmen. Zunächst sind vier Tage dafür in Aussicht genommen. Die Sitzungen sollen von nicht allzu langer Dauer sein, damit die Fraktionen Zeit zu Beratungen haben. (Gott sei Dank!) (Hw likincr fncmmt. Heber die vorgestrige Beratung beim Kaiser sagt die „Tägliche Rundschau": Der Kaiser hat erst die gesonderten Vorträge Kkihlmanns und Hindenburgs gehört und schließlich gemeinsame Borträge, die sich zu einem kleinen Kronrat gestaltet haben mögen. Zu einem Kronrat im üblichen Sinne gehört die Versammlung des gesamten Staatsministeriums. Aber je kleiner der Kreis der Ratgeber des Kaisers, desto größer der Augenblick, in dem sie sich versammelten. Der Augenblick vor der Wieder- \ eufnahme der Friedensnerhandlungen mit Rußland war so groß j mie keiner seitdem wir den Beschluß gefaßt haben, in den Krieg zu ziehen. Zn der „Deutschen Tageszeitung" heißt es: Hindenburg und . Ludsndorsf kommen nicht aus dem Großen Hauptquartier, wenn rs sich um Fragen von alltäglicher Bedeutung handelt. In - Vrest-Litowsk ist bis zu einem gewissen Grade die Arbeit der Soldaten getan. Auf ihren fachmännischen Rat wird man nicht verzichten können, und dieser Rat wird gewichtig sein und gewichtig sein müssen. Unsere Lage an den Fronten ist beispiellos günstig. Der deutsche Sieg ist sicher aber die englische Diplomatie ist am Werk, den Sieg an der Front in eine Niederlage zu verwandeln. Das Steigen der deutlichen Ua?ntn. Gern. 3. Jan. Laut „Berliner Tageblatt" hat Pichons Kriegvrede ein weiteres Ansteigen der Wechselkurse der Mittelmächte in der Schweiz zur Folge gehabt während die Kprse der Entente sanken. Heute steht die Mark auf 86.50. die Krone auf 53, der Rubel aus 90. der Frank auf 76. Zn Genf bestärkt Pi- chcns Rede die Meinung auf baldigen Frieden. sie 200 Pässe des W-Ker Gkmd. Der amerikanische Oberst Edwin Emerson schreibt über Tiefes heikle Thema in der „Bayerischen Landeszeitung" fot- kendes: ».Ihre (die deutsche) Regierung besaß schon im August 101.1 Kenntnis von dem Mißbrauch der Gerardfchen Passe. Ich behaupte dies mit solcher Bestimmtheit in Anbetracht der Tatsache» daß ich mein Telegramm über Gcrards verlorene Pässe auf einem Ihrer staatlichen Telographenämter ausgab, wo meine Mitteilung zu jener Zeit (August 1911) der Durchsicht Ihrer «militärischen Zensur unterlag. Später erhielt Ich als offene Posise.chung, nachdem sie ihrerseits auch von der Zensurbehördr durchgesehen war. ein Exemplar der „New Pork World", auf deren ersten Seite meine Mitteilung in großen Letter,l stand, und worin hervorgehoben wurde, daß es eine zensurierte Mitteilung aus Deutschland sei. Dieselbe Nummer der Zeitung habe ich im Amerikanischen Institut und an anderen Plätzen in Deutschland gesehen, wo amerikanische Zeitungen damals gewöhnlich durch die regelmäßige Post ankamen. Es kann also kein Zweifel darüber bestehen, daß der berichtete Verlust der Gerardfchen Pässe Ihrer Negierung seit August 1911 bekannt war, zu welcher Zeit diese Angelegenheit als ein diplomatischer Skandal in Holland. Skandinavien, der Schweiz, England und Amerika bekannt wurde. Es war auch eine allgemein bekannte Tatsache, da?» jene verloren gegangenen Pässe in den Händen von Engländern und Russen wieder zum Vorschein kamen. / Ich selber traf im September 1911 im Hotel Bristol in Berlin den Berichterstatter eines antideutschen New Parker Blattes, von dem ich wußte, daß er ein Engländer war. Als ich meine Ueberrafchung zum Ausdruck brachte, in diesen Kriegsragen einen Engländer mitten in Feindesland anzutreffen, erzählte er mir gleichgültig, daß er für einen Amerikaner gelte uird daß er einen amerikanischen Paß besä'-e. Auf meine Bitte zeigte er mir das Dokument. Es trug.die Unterschrift von James W. Gerard. Bei meiner, nächsten Begegnung mit Botschafter Cerard sprach ich mit ihm über diesen in unsere Farben gekleideten Engländer, worauf Gerard tiefe Verstimmung darüber zeigte, daß' man mir seinen Paß gezeigt hatte. Als loyaler Amerikaner verlor ich keine Zeit, diese Angelegenheit meiner Regierung in Washington zu berichten, aber der Engländer wurde in ungestörtem Besitz seines Passes gelassen und blieb persona grata bei Cerard. Ich weiß auch noch von einem anderen Engländer, der im Seprcmber 1911 von Deutschland un. ter dem Schutze eines amerikanischen Passes abreiste, der ihm durch Gerard ausgestellt worden war. sobald dieser Engländer die holländische Grenze passiert hatte, zerriß er lachend seinen amerikanischen Patz mit tem Bewerten daß er ihn jetzt nicht mehr brauchte — Im Winter 1916 traf ich im Hotel Adlon j jemand, den ich lange als Korrespondent von Reuters Bureau j gekannt hatte, der jetzt aber zwischen Berlin und London hin , und her fuhr unter dem Schutze eines amerikanischen Passes für j einen amerikanischen Gesandtschaftskurier. der ihm durch Gerard Uom Felde der Ehre. Södel. Gefreiter Heinrich Z e r b in einem Landwehr- Jnfanterie-Regiment Inhaber der Hessischen Tapferkeits- Medaille, des Eisernen Kreuzes zweiter Klasse, nnd des Kriegsehrenzeichen, wurde zum Unteroffizier befördert. Herzlichen Glückwunsch! Hvlzhauscu v. d. H. Schmiedmeister W e i n m a n n, welcher bei einer Munitions-Ko'onne als Wachtmeister im Felde steht, wurde zum Offizier-Stellvertreter befördert. Gln^e aridl. Die Brotverhältnisse in Fricdberg. In Erwiderung Ihres am 29. 12. 17 unter der Spitzmarke „Friedberg" gebrachten Artikels über das schlechte Brot ersuchen wir folgendes in ihrem geschätzten Blatt zu veröffentl chen. In dem Artikel beschwert sich der Einsender über das schlechte Brot, das d-er Friedberger Bevölkerung vorgcfetzt wird. Er weitert, spricht von Sünde und Schande, von Knatsch, der gesundheitsschädlich wäre, von 10 Prozent Kartoffeln und noch mehr, Kar- toff-elbrocken, klotzige Masse, glasiges Brot, vom vielen Verdienst, den die Bäckereien haben, von zu wenig Kontrolle in den Bäckereien. er fordert die Behörde sogar auf. eine Revision abzuhalten. er spricht der Teufel wäre los, vom Fressen, vom Bauchanf- platzen usw. Aber alle diese Aeußerungen geben wir dem Einsender zurück mit dem Bemerken, daß wir unser Kartofielbrot so gut wie möglich Herstellen. Daß wir kein Friedensmehl haben, umiß jedes kleine Kind, sondern nur 91 Prozent Mehl, und daß wir in Fricdberg Immer ein gutes schmackhaftes Brot gehabt haben und noch haben, ist im ganzen Hessenland, ja sogar bis über die Grenze bekannt, und daß einmal eine Bäckerei nicht so schönes und gutes Brot backt als die andere, daß ist uns schon längst bekannt. Da sprechen eben die Kriegsverhältnisse mit, denn 11 Bäckermeister sind zum Kriegs.dienst eingezogen und deren Frauen backen mit Lehrjungen oder ganz jungen Gehilfen. Was für eine Last liegt da auf der Kriegersfrau. um nur einigermaßen ihre Kundschaft gut zu bedienen, denn erstens ver- ausgestcl!, trat. Während meines kurzen Zulammenseins mit ! st°ht sie die Führung nicht sogut wie ihr Mann, zweitens, was diesem Manne versuchte er, von mir Nachrichten herauszubekom men. über den genauen Zeitpunkt des nächsten Zeppelin-Angrif- fes auf England. Es ist unnötig, hinzuzufügen, daß ich keine Nachrichten über diesen Angriff hatte, noch, daß ich sie ihm nicht mitgeteilt hätte, wenn ich zufälligerweise irgendetwas gewußt hüte. Als der Botschafter Gerard mir zuerst erzählte, wie die oben erwähnten 200 vermißten Pässe aus der Botschaft „gestohlen" waren, glaubte ich ihm nicht: aber ich berichtete getreulich seine unwahrscheinliche Geschichte nach Amerika in der einzig möglichen offiziellen Form eines außerordentlich unangenehmen diplomatischen faux pas. Mein Verdacht über den angedeuteten „Diebstahl" von Geralds in blanco Unterzeichneten Pässen wurde bald bestätigt, als ich einen unserer amerikanischen Ee- sandtschattsattachees in Berlin nachlässig zugestehen hörte, daß er amerikanische Pässe an Engländer verabfolgt hätte, „nur um den armen Teufeln fortzuhelfen". Dieser Attaches machte dasselbe Eingeständnis gegenüber zwei ausländischen Freunden von mir, die sich beide noch in Deutschland befinden. Derselbe Attachee füllte in Gegenwart zweier anderer Freunde von mir. die ebenfalls noch in Deutschland sind, von Gerard Unterzeichnete Gesandtschaftspässe für einen Bittsteller aus. der nicht imstande war. seine amerikanische Staatszugehörigkeit zu beweisen, aber eingewilligt hatte, zwei 20 Mark-Gold-Stücke in eine Sammelbüchse zu tun. die ihm vom Gesandtschaftsattachee unter die Rase gehalten wurde. Dar war derselbe Attachee. der auch einen Gesandtschaftspah für e^ren Ausländer ausstellte, der offen zugab. daß er nicht amerikanischer Bürger sei. aber nachdem er dem Attachee eine Schachtel mit Seife geschenkt hatte. Während diese amerikanischen Pässe so bereitwillig und profrtbringend an Ausländer ausgeteilt wurden, von denen bekannt war. daß sie keine Amerikaner waren, beraubte Botschafter Gerard eine Anzahl gutgläubiger Amerikaner ihres rechtmäßigen Passes, oder enthielt sie ihnen ungerechterweise vor. aus keinem anderen Grunde, als weil sie gewagt hatten, Wilsons ausgesprochenen friiheren Widerstand gegen Deutschland als unneutral zu charakterisieren. Alles dieses sind alte Geschichten, die Tausenden von Deutschen und Amerikanern längst bekannt sind. Nichtsdestoweniger mögen Sie oder Ihre Leser sich vielleicht darüber wundern, wie ich, ein Amerikaner, mich dazu entschließen konnte, so frei über die schändlichen Taten eines früheren amerikanischen Botschafters zu schreiben. Zur Erklärung versichere ich. daß es Millionen von Amerikanern gibt, die ebenso wie ich für ihr Recht Hallen, frei darüber zu sprechen und für ihr Recht, nein, für ihre Pflicht, unsere Negierung und unsere öffentlichen Beamten frei zu kritisieren, wenn sie im Unrecht sind. Da ich- weiß, daß Amerikas Eintritt in diesen Krieg von Grund aus unrecht ist, und da ich weiß, daß Botschafter Gerard äußerst handgreifliches Unrecht getan hat, bin ich durchaus nicht geneigt, zu glauben, daß zwei solche Ungerechtigten eine Gerechtigkeit ausmachen. Betreffs Botschafter Gerard gibt es ebenfalls viele Millionen guter Amerikaner, die sich von Grund ihrer Seele schämen Über das ftandalöfe Schauspiel von Hemdsärmel-Diplomatie, wie man es sich nicht schlimmer vorstellen kann. Mit unzähligen anderen Amerikanern glaube ich, daß der gegenwärtige verderbliche Bruch von jahrhundertealten guten Beziehungen Zwischen unseren beiden Ländern sich niemals ereignet haben würde, wenn das amerikanische Volk in Berlin durch einen wahren Diplomaten oder geschulten. Herrn, wie Vancroft, Motley, Bayard Taylor, White oder Charleniagne Tower vertreten worden wäre, als durch einen reichen, aber jammervoll ordinären Parvenü, einen Mann, der in feinem eigenen Lande nicht nur für gesellschaftlich unmöglich gehalten wird, sondern auf dem die Schande ruht, daß er ösentttch als Lügner gebrandmarkt ist." liegt den jungen Leuten daran, ob sie ein gutes oder ein minderwertiges Brot Herstellen und drittens waren doch die Feiertage da, wo man Rücksicht nehmen kann, denn 2 Tage wurde doch deiH Ofen nicht geheizt, den man wegen der Knappheit von Kohle,r? nicht so durchheizen kann, wie in Feiedenszeit, obwohl das Kriegsbrot eine größere Hitze braucht als früher, dann die kalte Witterung sowie das hohe ausgemahlene Mehl, der Kartoffelzusatz sowie die Führung, alles dieses spricht hier mit. daß das Brot einmal etwas nässer ist und auch manchmal einen glasigen Boden bekommen kann. Aber daß wir 10 Prozent und mehr Kartoffeln darunter machen, ist einfach nicht wahr, wir haben von der Stadtverwaltung 30 Prozent Kartoffeln auf einen Ztt. Mehl bekommen und dieses wurde so eingeteilt, daß die Kartoffeln mit dem Mehl reichen müssen bis zum 1. Februar 1918. Ist nun eine Bäckerei hier, die mehr Kartoffeln im Brot hat. so ist das unsere Schuld nicht, aber der Einsender hat die verdammte Pflicht und Schuldigkeit, den Namen dieser Bäckerei zu nennen und nicht die ganze Innung anzugreifen. Ebenso steht ihm jederzeit der Weg zur Behörde offen und wird auch Gehör finden. Dort kann er Auskunft und Untersuchung verlangen. Der Einsender rechnet uns sogar den Verdienst vor und schreibt/ vom billigen Kartoffelpreis pro Malter 10 Mark, aber er verschweigt. wo diese Bezugsquelle ist: uns dagegen kostet pro Malter 12,15 Mark. Ebenso schreibt er. durch den Kartoffelzusatz würden wir mehr verdienen. Das ist ebenso wie alles andere unzutreffend. Wir dagegen können ibm nur offen und ehrlich erwidern, daß die Kartoffeln ebenfalls so teu-er sind wie das Mehl, ohne die' vielen Arbeiten, die man dadurch hat und daß der Verdienst noch lange nicht ausreicht zu den vielen Unkosten» die man eben hat. Man darf nur an die Kohlen denken, die eben das Doppelte kosten als in Friedenszcit. Wir sind aber gerne bereit, dem Einsender eine Bäckerei einen Monat lang zur Verfügung zu stellen, damit er einmal einen Einblick bekommt, und die vielen Arbeiten sieht, die wir durch die Kartoffeln haben, ebenso den großen Verdienst in seine Tasche stecken kann. Aber froh ist die Innung, wenn wir den Kartoffelzusatz los sind: wir wollen absolut nicht unsere Taschen füllen, sondern unserem Handwerk den kleinen Verdienst lassen. Die Bäcker-Innung FriedScrg-Frnerbach. Wir kommen dem Wunsche- der verehrlichen Bäcker innung um Veröffentlichung gerne nach. Unseres Wissens hat es dem Einsender durchaus fern gelegen, die Vackerinnung und ihre Mitglieder zu beleidigen. Daß Mißstände vorgekommen sind, wird in der Entgegnung ausdrücklich zugegeben, das beweisen' auch die vielen Zustimmungen, die uns über ^en betr. Artikel ) zugegangen sind. Daß die Bäcker in der Jetztzeit viele Schwie-' rigkeiten haben und daß das Brot nicht von der Friedensquali- f lät sein kann, wurde in der Zuschrift ausdrücklich hervorgehoben,- ebenso wurde anerkannt, daß das Friedberger Brot bis vor kur-^ zem ganz vorzüglich gewesen ist. Hoffen wir, daß es sich diesen Ruhm wieder erkämpfen wird. Verantwortlich für den politischen und lokalen Teil: Otto H i r s ch e l. Friedberg-, für den Anzeigenteil: R. H e v n e Friedberg. Truck und Verlag der „Neuen Tageszeitung" A- G.. Friedberg i H. Offene Stellen: 1 Gutsvermalter o^er Kriegsbeschädigter. 1 Knechtefamilie, 3 Schreiner, 0 D.ciistmägde, mehrere Hausmädchen. * Für Etappe: Mehrere Stenographinnen und Maschinen^ schrciberinnen. * * Ctellensuchender 1 Guisverwalter zu Tagelöhner, mehrere Melkerfamilien ur.fcT ledige Melker, mehrere Melkerinnen, 2 Fräulem perjett in Sie*' nogravbie und Ma'chinenfchreWeu. 1 Büroiraulein. ^ ‘ Grmre Gefahren. Non ran ans der Gegenwart vor, M. Gontard ° Schuck. 8) v achdru^ ver o.en. ..Ach, Edward, ich bin ganz außer mir!" klagte Lady Isabel. „Denke Dir, eben sagt mir Helen, daß sie sich heut niittag ver obt hat." „Fiir gewöhnlich ist das kein Unglücksfall. Es fragt sich nur mit wem." „Aber das ist es ja gerade. Denke Dir doch, mit die- sinn Herrn von der deutschen Botschaft, diesem Baron von Werkbeim!" Sir Edward schwieg. Unsicher blickte seine Frau ihn an. Sie hatte eine heftige Abwehr, einen scharfen Einspruch, sie hatte irgend etwas erwartet, unb nun schwieg er. War das ein gutes oder ein böses Zeichen? t „Du sagst gar nichts, Edward?" fragte sie nach einigen Minuten zögernd. „Es ist wohl das erstemal, in seinem Leben, daß ihm ctwms die Rede ver'ch'ägt," sagte seine Schwägerin spöttisch. ,.Dnrck>ans nickt, teure Augusta. Aber diese Mitteilung, die ihr mit so großem Ernst ausgenommen habt, läßt mich tnhl, sie ist für mich gar nicht der Erörterung wert. Helen ist E ein Kind und Kindern erfüllt man nicht alle törickten Wünsche. Es wäre Deine Ausgabe gewesen, Isabel, ihr das begreif ich zu machen." Seine Frau hob lebhaft den Kopf. „Wenn Du Dich nur nicht irrst. Edward! Es war kein Kind, das zil mir sprach. — Und dann, Edward — ich sage se'ten etwas gegen das, was Du bestinunst, aber hier bandelt es sich nicht um Deine Angelegenheiten allein. Helen ist mein Kind iind sie soll nicht Unglück, ick werden, nur um — ,tm — was ball Du überhaupt gegen Herrn von Werkheim?" . Gar nichts! Er hat sogar alles, was wir von unserem ziikiinstiaen Schwiegersohn verlangen können. Aber er ift e« Deutscher, dieser Umstand beantwortet Demo Frage" „Aber, Edward, das ist fa Wahnsinn! Tu tust ja gerade, als ob Deutschland am Nordpol 'äcie." „In meinen Augen würde Deutschland nur gewinnen, ipreck-en wir nicht mehr davon, Liebe. Und Pelen überlaß mir. Ich werde selbst mit ihr sprechen, und sie wird Vernunft annehmen." „Wenn sie Deinen Starrsinn geerbt hat, wird es mit dem Bernunstannebmen nicht so rasch gehen." warf Miß Hardinge ein. „Uebrigens seid ihr selbst schuld an der ganzen Sache. Warum habt ihr den Verkehr solange ge- du det und warum ist Archibald immer mit diesen Deutschen zusammen?" „Das versiebst Tu nicht, Angnsta," entgegnete Sir Edward Douglas scharf. „Du bist sehr klug, aber alles verstehst Du doch nicht. Archibalds Verkehr mit den deutschen Herren hat mit Helens sonderbaren Wünschen nicht das Nlindeste zu tun." Helen betrat das Zimmer. Sir Edward Dong'as stand mit dem Rücken an den Kamin gelebnt und sah ihr entgegen. Kein Scherzwort, wie er es sonst für seinen verzogenen Liebling hatte, kam überfeine Lippen. Helen trat ans ihn zu. Sie trug ein weiches, weißes Kleid, im Gürtel hatte sie eine wunderschöne, baßrote Rose,, beftstigt. Ein zarter, feiertäglicher Hauch lag über der ganzen Erscheinung. „Wie eine Braut," dachte der Vater unwillkürlich und die Erkenntnis dämmerte in ihm ans, daß es ihm wohl schwer fallen würde, hart zu bleiben, wie er es mußte. „Pa?" sagte He'en fragend und trat ans ihn zu. „Pa, ich muß Dir etwas sagen. Etwas ganz —" Sir Edward wehrte mit einer kurzen Handbewegung ab. „Laß das! Ich weiß, was Tu sagen willst. Ich bin nicht weiter neugierig." Helen nmrs einen fragenden Blick auf die Mutter. Die nickte bekümmert. -Da warf sie den Kopf entschlossen in den Nacken und trat näher an den Vater heran. In ihren großen, dank "n Augen laa eine einzige stumme Bitte. „Papa, sieh mich nickt so böse an. Alter, lieber Papa. Du kannst ja Deiner Helen gar nicht ernstlich zürnen," schmeickelte sie. „Ich bin Tic nicht böse. Kind. Aber hier hört Kinderei und Spielerei auf. Du hast Dir jedenfalls nickt ganz klar gemacht, was Tn Deinen Eltern mit Deinen sonderbaren Wünschen znmutell." „Aber P-.ipa! Wie bist Du Mkt! Gibt cs einen besseren, gibt es einen vornehmeren Mann als Herrn von Werkheim?" . „Habe ich etwas gegen ihn gesagt? Ich nehme ihm nicht das Geringste von all seinen guten Eigenschaften. Aber cr ist ein Teutfckrer. und eine Tonglas heiratet keinen Deutschen." „Eine Douglas! Pah! Haben doch scbon Töckter aus dem könig ichen Hause nach Deutschland geheiratet!" „Das ist etwas ganz anderes^. Ta sind Staatsange-. leaenheften maßgebend. Uebrigens — wenn Tu so gut unterrickstet bist, dann wirst Tu auch wissen, welckzes Glück diese könig ick)e Prinzessin drüben gefunden hat. Bleib Du hier 'm Lande. Die Söhne unserer ersten Familien werden sich glücklich schätzen, Helen Douglas als Gattin heimsühren zu dürfen." Helen warf den Kops in der, Nacken. Ein zorniges Funkeln trat in ihre Augen. „Londoner Stutzer! Ich danke!" Sie wandte sich kurz um und fckritt nach der Türe. „He'en!" rief der Vcker kurz, „Du bleibst hier!" Kampfbereit sah sie sich um. Furchtlos b'ickte sie dem Vater in die strengen Angen. Ab, sie fürchtete sich nickt! Sle war nickt so ängstlich wie die Mama, die dem Vater nie zu wiedersprechen wagte. „Papa?" „Was soll das? Eine solche Antwort gibt man mir nicht I Londoner Stutzer! Was weißt Du davon?" „Es ist doch so, Papa! Unsere ganzen simgen Herren können mir — können mir — jawohl, sie können mir gestohlen bleiben. Kein einziger kann mit A sred Weikheim in die Schranken treten. Ungezogen und flegelhaft sind sie alle. Niemals würde einer der deutschen Herren einer Dame fo gegcnübertreten. wie es unsere Herren tun. Ar- chiba'd nickt ausgenommen. Ich danke für sie!" „Das wird sich finden! Kinder haben ihren Eltern zu gehorchen!" „Aber ich bin kein Kind mehr! Und ich liebe Alfred Werlheim und ich habe ihm mein Wort gegeben." „Dein Wort gilt nickt! Und Herrn von Werkheim stand kein Recht zu, es anznnehmen, ehe er meine Einwilligung hatte." (Fortsetzung folgt.? vis glückliche Geburt eines kräftigen Jungen zeigen hocherfreut an Heinrich Sänger und Fr au Emma Offulerstellvertreter, *. ZI. Im Feld« g*b. Walther. Friedberg-Fauerbach, den 3. Januar 1918, Bekanntmachung. Mainzer Handkäse find noch vorrätig bei M. Gerhard Schade & Füllgrade I. G. Michel W. Madre K. Brand (wenige). Auf Abschnitt „8- der Broftarte wird 1 Kä.e zum Pre.se von 22 Pfennig abgegeben. Fnedberz, den 3. Januar 1918. G:äot. Lebensmiltel-Au: Not.raut, in Mengen bis zu 5 Pfd. Preis pro Pfund 20 P g. Grotzverlranf in Menaen von 50 und 10» P und, nur vorm ltnqs von 9 - 1» Uhr. Monta^: gelbe Rüben, Preis pro Pfund 12 Pfg. Mittwoch: Kshlraerr. Preis pro Pfund 5 Pf^. Samstag: we.ge 2lübe.r, Preis pto Pfund 4 Psg. Fr.esberg, den 3. Januar 1918. Städtischer Lebensm ttel-Ausschuß. _ L q tt q s d o x f. Zum Abschluß von Kauf-ZuäerrÄben werden bei den Landwirten gut eingeführte Vertreter gejucht. Zuckerfabrik Frankenlhal (Pfalz). Drucksachen aller Art wie Brieiboqen, Briefumschläge. Rechnungen Postkarten, EMäftskarten, Eeichäftszirkulare Paketadressen, Frachtbriese. Lieferscheine. Avise Tabellen, Formulare sür Geschäfte, Behörden und Privatbedarf, in fauberster, zeitciemäszer Aussührunn bei billigster Berechnung und schnellster Lieferung. Reue Tageszeitung LL'L-» ^2: Hanauerftratze 12 FriedÜekg Fernsprecher 48 zk. 7SfK5m&Zm 3ni Ba!)Nljos tft.tDjjej ei le ^ritiirsTsJ Bttr.: Das Tiihren mit stand- und Sluhl^chlitten aui den rösch üsig. 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