♦♦♦♦♦♦♦♦♦♦♦♦♦♦♦♦♦♦♦♦♦♦ ♦♦♦ ♦♦♦ ♦♦♦ ♦♦♦♦♦♦♦♦♦♦♦♦♦♦♦♦♦♦♦♦♦ ! ! Huf warfst Gemeinscbaltsblaü für Ressen. ♦♦♦♦♦♦♦♦♦♦♦♦♦♦«♦♦♦♦♦♦»♦♦♦♦♦♦♦♦♦♦♦♦♦♦♦♦«♦«♦♦♦♦♦♦♦♦♦♦» Erjchiint wöchentlich einmal, Einzelne Crimplore lestolle man bei der Pest vierteljährlich. Verlag der Buchhandlung der PilgermisMon Lichen. Redakteur: Stadtmissionar Herrmann.Gießen. Mitarbeiter: Pjarrer Sperber Cassel, PsarrerStrauß Leipzig u. d. Predigerd. Pilgermission. Druck v. I. G. Oncken Rachf., G- m. b. H., Casiel. Nr. 27. Sonntag, den 4. Juli 1915. 8. Jahrg. Johannes Kns. Am 6 Juli sind es fünfhundert Jahre, daß Johannes Hus um seines lebendigen Glaubens willen dei Konstanz verbrannt morden ist. Aus dem Platze habe ich deshalb getan, um Seelen aus der Gewalt des Teufels zu retten." Ja, der Teufel ist der Fürst und Beherrscher dieser Welt. Ihm sind die Menschen untertänig. Sieht man doch in dieser Kriegszeit in be- Der Husienstetn bei Konstanz. der Verbrennung hat man den Hussenstein errichtet, und man will ihm in Prag ein Denkmal setzen. Aber wie viele Menschen mag es in Prag und in ganz Böhmen geben, die ein Verständnis für den lebendigen, unerschütterlichen Glauben des Hus haben? Als man Hus schon mit Stricken an den Pfahl gebunden hatte, um den man Stroh und Holz ausge- schichtet, hat man ihn noch einmal zum Widerruf seiner Lehre von Jesu aufgesordert, aber er aut- wortete klar und bestimmt: „Was ich gelehrt habe, sonderer Weise, was Satan auf dieser Erde ange» richtet hat Doch daß solche Kriege als Folge der Sünde entstanden sind, ist nicht die größte Tat des Lügner» von Anfang, sondern daß er sucht, die Menschenkinder, die von Gott und zu Gott geschaffen sind, in ewiges Verderben hinabzuziehen. Johannes Hus kannte den Weg, auf dem Seelen aus der Gewalt des Satans errettet werden konnten. Kennst du, teurer Leser, auch diesen Weg? Der ewige Sohn Gottes, der Heiland Jesus Christus, hat gesagt: „Ich bin der Weg." Ja, Jesus ist der Weg. Willst du errettet werden aus der Gewalt des Satans? Dann laß dich durch das Licht Gottes überzeugen, daß deine Sünden dich von Gott trennen, erkenne deine Schuld, und dann fliehe zu dem gekreuzigten Erretter. Das Lamm Gottes ist geopfert zur Sühnung deiner und meiner Sünden, und wer mit Sündenbekenntnis sich zu Ihm wendet, der empfängt Vergebung seiner Schuld. Die Gottestat von Golgatha war dem Johannes Hus und Tausenden vor und nach seiner Zeit so bestimmt und klar zum Bewußtsein gekommen, daß sie lieber den qualvollsten Tod erduldeten, als von dem Bekenntnis zum Sohne Gottes abzulassen. Und stehen wir einen Augenblick still, denken wir darüber nach, damit auch wir ergriffen werden von der großen Tat des Lammes Gottes. Er hatte die Macht, herabzusteigen vom Kreuz, aber freiwillig hat Er die ganze schivere Sündenlast der Menschheit aufs Fluchhvlz getragen. Fürwahr, Er ist um unserer Missetat willen verwundet und um unserer Sünden willen zerschlagen. Die Strafe liegt auf Ihm, auf daß wir Frieden hätten, und durch Seine Wunden sind wir geheilt. rechter Lammesart hat der inenschgewordene Gottessohn unsere Schuld auf Sich genommen. Er schalt nicht wieder, da Er gescholten ward, Er drohte nicht, da Er litt. Willig und stumm ließ Er Sich zur Schlachtbank führen. Es gehört ein Herz von Stein dazu, um bei dem Anschauen dieser wunderbaren Tatsache nicht bewegt zu werden Bewegt es dich auch, mein lieber Vejer? vas es für steinharte Herzen gibt! Vielen von denen, welche mitten im Lande nur für die alltäglichen Dinge, für Essen, Trinken, Geldverdienst, Lebensgenuß besorgt sind, wäre es gut, wenn man sie einmal nach dem Kriegsschauplatz im Westen oder im Osten führen könnte. Dort sieht man zerstörte Dörfer, in Trümmer geschossene Ge- Höfte, verwüstete Felder, vernichteten Wohlstand, hungernde Familien, kranke Kinder, für die kein Obdach da ist uiw. Da lernt man, wieviel unser Volk dafür zu danken hat, daß der Krieg im Osten und im Westen (dom Ostpreußen und kleinen Grenzstreifen in, Westen abgesehen) jenseits der deutschen Grenzen blieb. Wunderbar, Gott redet zu unserem ganzen Volke, und Er redet doch zugleich zu jedem Einzelnen, >vie dieser es nötig hat. Er redet zu den Eilten und zu den Jungen. Glückselig der Mensch, welcher aufrichtigen Herzens antwortet: „Rede, HErr, Dein Knecht hört!" v. B. » titt Gnade. „Gott war in Christo, die Welt mit Sich selbst versöhnend, ihnen ihre Übertretungen nicht zurechnend." (2 Kor 5, 19.) Er läßt auf dem weiten Erdenrund die Botschaft der Gnade verkündigen: „Laßt euch versöhnen mit Gott! Den, der Sünde nicht kannte, hat Er für uns zur Sünde gemacht, auf daß wir Gottes Gerechtigkeit würden in Ihm." (2 Kor. 5, 21.) über dem friedelosen und hoffnungslosen Geschlecht der Sünder ging eine neue Sonne auf: „Die Gnade Gottes ist erschienen, heilbringend für alle Menschen." Gnade ist eine himmlische Gabe. Sie reicht aus für jedes Bedürfnis, für jeden Schmerz, für jede Schuld. Die Gnade Gottes bringt das Heil für alle Menschen, für Kaiser und Könige, für Landstreicher und Bettler, für Greise und Sterbende, für Eltern und Kinder. Es ist kein Menschenleben so unglücklich, so verloren, so verdorben, daß nicht die Gnade Gottes cs noch heilen könnte und wollte. Diese Gnade Gottes ist erschienen nicht in einer geheim- nisvollen Lehre, die man mühsam erlernen müßte, nicht in Opfern, die man darbringen müßte, sondern in einer heiligem, wunderbaren Person, in Jesu, dem Sohne Gottes. Dieser rettende, gnadenreiche Heiland ist allen nahe, ist für jeden zu ffnden; Er liebt und sucht alle, Er versteht alle. Er, der die Menschen kennt bis auf den Grund ihrer Herzen, ruft in diese seufzende Sünderwelt hinein: „Kömmt her zu Mir alle, ihr Mühseligen und Beladenen, und Ich werde euch Ruhe geben." (Match. 11, 28.) „O, ihr Durstigen alle, kommt zu den Wassern; und die ihr kein Geld habt, kommt, kauft und eßt! Ja, kommt, kauft ohne Geld und ohne Kaufpreis Wein und Milch! Warum wägt ihr Geld dar für das, was nicht Brot ist, und euren Erwerb für das, >oas nicht sättigt? Hört doch auf Mich und eßt das Gute und eure Seele labe sich an, Fetten! Neigt euer Ohr und kommt zu Mir, hört und eure Seele >oird leben!" (Jes. 55, 1—3.) Keine Religion dieser Welt hat jemals die Menschen zur freien Gnade gerufen; in keines Menschen Herz ivar der Gedanke gekommen, daß Gott vom Himmel her Sich neigen wollte, um Sünder zu begnadigen und zu versöhnen, ohne daß der Mensch dafür Opfer oder Kaufpreis zu zahlen hätte. 'Nun sind bald ziveitausend Jahre vergaugeu, seit Jesus auf Erden erschien, aber noch hat kein Mensch das Meer der Gnade Gottes audgemessen, und kein Menjchenwort hat darstellen können, welche Höhen und Tiefen der Barmherzigkeit und der rettenden Liebe da erschlossen wurden,' als der Sohn Gottes Sich selbst opferte auf dem Kreuz, um das Tor der Gnade aufzutun. >. Sünde' und Erlösung. Die Sünde hat den Menschen von Gott getrennt und sein Herz mit tausend Ängsten erfüllt. Durch die Sünde ist Not und Tod in gar mannigfacher Gestalt in die Welt gekommen, auch der Krieg mit seinen Schrecken. Die Sünde hat ja nicht nur den Menschen zu einem Feinde Gottes gemacht, sondern auch zum Feinde seines Nächsten. Die Menschen hassen einander. In diese Welt nun, voll Elend und Not, Furcht und Tod, ist Jesus Christus gekommen, der Sohn Gottes, von Gott herabgesandt als Heiland und Er- löser. Er ist es, den wir die Worte sagen hören: „Fürchte dich nicht, glaube nur!" Und es istwunder- bar, sobald das Herz des Menschen sich zu Ihm im Glauben wendet. Ihn als Heiland erkennt, wird es allgemach von aller Furcht befreit. Durch Ihn findet das verirrte Menschenkind den Weg zu Gott, wie Er selbst gesagt hat: „Ich bin der Weg, die Wahr- heit und das Leben; niemand kommt zum Bater denn durch Mich." Alles, was dem Herzen sonst Schrecken und Angst und Furcht einflößt, wird durch den Glauben an Ihn überwunden oder seiner Schrecklichkeit und Furchtbarkeit entkleidet. Denken wir zunächst an die Sünden oder Schuld des Menschen, von der einer unserer ersten Dichter mit Recht sagt, daß sie „der Übel größtes" sei. Die Heilige Schrift sagt uns: „Christus ist gestorben für unsere Sünden." (1 Kor 15, 3.) Und „Ihm geben alle Propheten Zeugnis, daß jeder, der an Ihn glaubt, Vergebung der Sünden empfängt in Seinem Namen." (Apg. 10, 43.) Hat sich aber ein Herz in aufrichtiger Buße mit dem Bekenntnis seiner Schuld zu Gott gewandt und im lebendigen Glauben an das kostbare Blut Jesu Christi Ber- gebung und Frieden gefunden, so ist damit auch als- bald alle Furcht vor dem Tode aus dem Herzen verbannt. Denn wir lesen in Gottes Wort: „Der Stachel des Todes ist die Sünde." (1 Kor. 15, 56.) Ist die Schuld also vergeben, was Gott dem Gläubigen durch Sein Wort klar bezeugt, so hat der Tod für ihn keinen Stachel mehr, keine Bitterkeit. Der Gläubige weiß, daß Jesus Christus das Gericht ! für ihn am Kreuze völlig getragen und erduldet hat. Ihm gilt das klare Zeugnis Gottes: „Wer an Ihn glaubt, wird nicht gerichtet" (3ob. 3, 18.) Ebenso bezeugt Jesus Christus den Gläubigen in oller Deutlichkeit und Bestimmtheit: „Wahrlich, wahrlich, Ich sage euch : Wer Mein Wort hört und glaubt Dem, der Mich gesandt hat, hat ewiges Leben und kommt nicht in das Gericht." (Joh. 5, 24.) Siehe, geliebter Leser, auch dir winkt im lebendst gen Glauben an Jesum Christum, den Sohn Gottes, der durch Seinen Tod und Seine Auferstehung über Sünde, Tod und Satan einen völligen Sieg davontrug, die göttliche Befreiung von aller Schuld und Todesfurcht und von dem ewigen Gericht. So eile denn, wenn's noch nicht geschehen ist, noch heute im Glauben in des Siegers offene Retterarme; zu Jhni nimm deine Zuflucht! Da ruhst du wohlgeborgen für Zeit und Ewigkeit. Ist aber Jesus Christus dein Erlöser geworden, dann — und nicht früher — ist auch Gott dein Vater, und du bist Sein Kind und Erbe. Ihm, deinem Gott und Vater, kannst du hinfort auch all deine Schmerzen, Kümmernisse und Sorgen mit Kindeszuversicht an das treue Vaterherz legen: „Er ist besorgt für dich." (1 Petri 5, 7.) Wie dunkel es auch jetzt um dich her sein mag, Er wird's wohl mit dir machen in Seiner Liebe, Güte und Vatertreue. Fürchte dich nicht, glaube nur! G.B.d.F. K Die Pilger nach Zion. Ich sah aus engen, Pfade Ein Häuflein still vorübergehn, Sie sprachen viel von Gnade, Tie jüngst an ihnen sei gescheh'n. , Eins lehnte sich am andern, Sie gingen liebend Hand in Hand; Man sagt, die Leute wandern Hin in ihr fernes Vaterland Sie sollen auch Verwandte Und Erben eines Königs sein, Ter sie mit Namen nannte Und der sie lieb hat groß und klein. Ja, es ist gut zu merken, Sie sind aus einem fremden Reich; An Worten und an Werken, Am ganzen Wesen spürt man's gleich. Sie äußern groß Gefallen An einem, namens Jesus Christ, Es scheint, als ob Ter allen lind jedem unentbehrlich ist. Ter kam sie zu erlösen Aus schmählicher Gefangenschaft, Sonst wären sie vom bösen Und starken Feind hinweggerafft. Ter will auch allen schenken Ein Erbteil >n der Vaterstadt, Trum isl's auch leicht zu denken, Taß jeder Ihn so gerne hat. Sie sagen auch, sie werden Ihn bald von Angesichte seh'n, Sobald nur die Beschwerden Ter Pilgerfahrt zu Ende gehn. Fürwahr, ich glaube feste, Es wäre gut und wohlgetan, Es wär' das allerbeste, Man schlösse diesem Volk sich an. Zwar ist es sehr verschrien, Zu jeder Zeit, an jedem Ort, Jedoch, was tut's? Sie ziehen Ja. unbekümmert weiter fort. Sie werden balde sehen Ihr teuerwertes Vaterland Und dann mit Freuden stehen Vor ihrem König Hand in Hand. Ja, selig ist'?, zu reisen Mit diesein Volk aus engem Pfad, Man muß es selig preisen, Weil's solche schöne Aussicht hat. Vers amml ungs-Anzeigen. Bezirk Gießen. Sta-tmissian Gietzen, Löberstr. 14. Sonntag, den 4. Juki: Nordeck und Wißmar; abends 8 Uhr: Frauenstunde in Grünberg; 6.: Altenbuseck; Kleinlinden. Bezirk Bellnhausen. Sonntag, den 20. Juni, Sonntag, den 27. Juni, Sonntag, den 4. Juli, jedesmal nachmittags 2 Uhr: Versammlung in Bellnhausen. Sonntag, den 11. Juli, nachmittags 2 1 /» Uhr: Versammlung im Freien in Uirchvers. Bezirk Niederweisel. In N i e d e r w e i s e l jeden Sonntag, nachmittags 3 Uhr Sonntagsschule; abends 8 Uhr Versammlung; >eden Donnerstagabend Bibelstunde. In Kirchgöns jeden Sonniagnachmittag 1 /a4 Uhr Versammlung. In Butzbach jcben Montagabend 9 Uhr Bibelstunde. In Fauerbach 2.2 Juni abends, 27. Juni nachmittags 3 Uhr, 6. Jul, abends Versammlung. In Gambach 27. Juni, nachmittags 3 Uhr, Gcmcinfchaftsfest. 29. Juni, 13. Juli abends Versammlung. Juni und 11. Juli In M ü u z e n b e r g 20. 3'/a Uhr nachmittags Versammlung. Anzeigen für die Nummern 29—32 bis zum 4. Juli ds. Is. erbeten.