Gemein$cbaft$blatt für dessen. Erscheint wöchentlich einmal. Einzelne Exemplare bestelle man bei der Post vierteljährlich. «erlag der Buchhandlung der Pilgermission Kietze». Redakteur: Stadtmissionar Herrmann-Gießen. Mitarbeiter: Pfarrer Sperber-Cassel, Pfarrer Strauß-Leipzig u. d. Predigerd. Pilgermission. Druck v. I. G Oncken Rachf., G. m. b. H., Cassel. Nr. 26. Sonntag, den 27. Juni 1915. 8. Jahrg. Waemi und Ruth. Die alternde Naemi entschließt sich nach dem Tode ihres Mannes und ihrer beiden Söhne, wieder nach Bethlehem, ihrer Heiniat, zurückzukehren. Ihre beiden Schwiegertöchter Ruth und Orpa wollten sie begleiten. Unterwegs fordert nach einiger Zeit Naemi dieselben auf, wieder in ihr Land und in ihr Vaterhaus zurückzukehren. Nach einigem Drängen nimmt Orpa innigen Abschied von ihrer Schwiegermutter Naemi und wendet sich wieder dem Lande Moab zu. Nicht so Ruth. Sie spricht ihren Entschluß in den Worten aus: „Rede mir nicht ein, daß ich dich verlassen sollte und von dir umkehren. Woduhingehst, da will ich auch hingehen; wo du bleibst, da bleibe ich auch. Dein Volk ist mein Volk, und dein Gott ift mein Gott. Wo du stirbst, da sterbe ich auch, da will ich auch begraben werden. Der HErr tue mir dies und das, der Tod muß mich und dich scheiden." So folgt Ruth ihrer Schwiegeimutter nach in die Fremde, und die Fremde ist ihr zur Heimat geworden; sie folgt ihr in die Armut, und sie ist reich geworden. Gott hat ihre Kindesliebe und ihren Glauben geehrt und schon hienieden reichlich belohnt. Er hat über Bitten und Verstehen an ihr getan und sie ge- würdigt, in den Stammbaum einzutreten, aus dem der König David und sogar Jesus Christus hervor- gegangen ist. Der feste Entschluß der Ruth, mit der Naemi in deren Land zu gehen, hatte seinen Grund im Vertrauen auf den lebendigen Gott Israels. Schon in der Moabiter Land hatte Ruth Vertrauen zu Gott, und dies Vertrauen brachte ihren Entschluß hervor. Du, teurer Leser, glaubst, daß ein lebendiger, allmächtiger, allwissender Gott im Himmel ist. Du bist überzeugt, daß deine Werke nicht rein sind in Seinem Lichte, daß du vor Ihm nicht be- stehen kannst. Vielleicht glaubst du auch, daß Gottes Sohn als Heiland der Welt erschienen und am Kreuze auf Golgatha für die Gottlosen und Sünder gestorben ist. Und doch, du hast noch nicht Frieden mit Gott, bist noch nicht bekehrt. Weshalb nicht? Du hast noch nicht einen Entschluß zur Herzensübergabe an Gott gefaßt. Ruth war ent- schlossen, mit Naemi zu gehen. Zachäus, der Ober- Zöllner, war entschlossen, Jesum zu sehen. Der der- lorcne Sohn war entschlossen, sich aufzumachen und zu seinem Vater zu gehen. Dieser Entschluß hat bei dir bis heute gefehlt. Willst du ihn nicht jetzt fassen? Willst du dich nicht jetzt vor Gott beugen und Ihm sagen, daß du um jeden Preis errettet werden möchtest? Willst du nicht um deiner Seele Seligkeit willen ein wenig Spott und Schmach auf dich nehmen und mit deinem bisherigen Leben einen Bruch machen? Es gibt Entscheidungstage in jedem Menschenleben, Tage und Stunden, wo der oft gerufene ♦♦♦♦♦♦♦♦♦♦♦ Sünder an der Wende seines Lebens steht für ewig. Da trifft Gott den wunden Punkt im Gewissen und fordert: Brich mit der Sünde, brich zuerst und sogleich mit der Sünde, welche dich an ihrer Kette hält! Ob dies, wie bei Herodes und ungezählten anderen Menschen, die Sünde unreiner Fleischeslust ist, oder was es ist: dein Wille, dein Herz muß entschlossen sei», im Gehorsam gegen Gott mit der Sünde zu brechen. Die Kraft dazu gibt der HErr, welcher aufrichtiges Flehen erhört. Wenn du die Sünde festhalten willst, so ist es vergeblich, daß du Gottes Wort gern hörst und manches danach tust; das tat Herodes auch. Aber der Dienst der Sünde, der Ungehorsam machte das Wort Gottes kraftlos an ihm. Darum zog ihn der Feind an der Kette, von der er nicht befreit sein wollte, nach dem Abgrunde des ewigen Verderbens. O. D. R Kenke an das Sterben. Die vielen Todesnachrichten vom Kriegsschauplatz rufen uns mit erschütterndem Ernste zu: „Denke ans Sterben!" Und wir tun wohl daran, in dieser Zeit des großen Sterbens besonders die Bitte vor Gott zu bringen: „Lehre uns bedenken, daß wir sterben müssen, auf daß wir klug werden!" sPs. 76, 12.) Das Sterben aber ist uns Gewinn, wenn Christus der Mittelpunkt unseres Lebens geworden ist. Und dazu eben will Christus, der für uns alle gestorben ist und dem vom Vater alle Gewalt gegeben ist im Himmel und auf Erden, auch durch das viele Todesleid dieser ernsten Kriegszeit viele Menschenherzen bringen: Er will viele durch das Todesleid au Sich ziehen nach Seiner Verheißung: „Wenn Ich erhöht werde von der Erde, will Ich sie alle zu Mir ziehen." Er, der arm geworden ist um unsertwillen, damit wir durch Seine Armut reich würden, will alle unsere Verluste in Gewinn verwandeln, und nach Seinen hohen Friedensgedanken sollten alle unsere Verlustlisten zu Gewinnlisten werden. Auch das Sterben teurer Angehöriger auf dem Schlachtfelde will Er für die Hinterbliebenen zum Gewinn machen, indem Er selb st in die eiitstandenen Lücken tritt und Sich selbst mit Seinem einigen Heil denen schenkt, welche Ihn noch nicht hatten, und Sich noch völliger schenkt denen, welche Ihn haben. Wenn du zu den vielen Trauernden gehörst, die durch eine Todesnachricht vom Kriegsschauplatz betrübt worden sind, bleibe nicht bei deinem Schmerze stehen. Sieh hinweg von dem Schlachtfeld, wo der Teure siel und ins Grab gebettet wurde, auf den Kampfplatz, wo für ihn und für dich das ewige Heil erkämpft worden ist. Laß dich durch den Opfertod unserer Helden, welche durch ihr Sterben uns das irdische Glück und teilweisedas irdischeLeben g e re t te t h a b e n, erinnern an jenen einen heiligen Opfer- tod, durch welchen uns allen das ewige Leben erworben worden ist. Blicke auf den einen Gerechten, der für die Ungerechten starb, auf Jesum Christum, den ewigen Sohn Gottes, der als das Lamm Gottes am Kreuze der Welt Sünde und auch deine Sünde trug. Und nimm Ihn an als deinen Retter, danke Ihm, daß Er auch für dich ge- storben ist, rufe Ihn, den auferstandenen und zur Rechten Gottes erhöhten HErrn, an als deinen HErrn, bekenne Ihm deine Sünden, gib Ihm dein Herz und lege dein Leben in Seine Hand. So nimmt Er dich an, nimmt dir deine Sünden ab und gibt Sich dir durch Seine» Heiligen Geist; und du bist ein Kind Gottes, bist reich in Gott, hast das ewige Leben und darfst dich auf das Wiedersehen in der himmlischen Friedensstadt mit allen denen freuen, ivelche vor dir im Krieg oder Frieden im Glauben an Jesum Christum heimgegangen sind. E. W. & Zweierlei Sterben. Es ist nun bald 100 Jahre her, da lag eine berühmte und geistreiche Frau auf dem Sterbebette. Sie hatte im Leben allezeit einen starken Geist gehabt und konnte über allerlei Dinge sehr klug reden; über Politik und Moral, über Kunst und Wissenschaft hatte sie ihre Ansichten und wußte sie in feiner Weise den Leuten kundzutun. Sie lebte immer in den schönsten Idealen und ließ sich darin nicht gern stören. Da wurde sie krank, und die Krankheit war zum Tode. Die hochfliegende Frau lag auf einmal in der tiefsten Tiefe. Noch nicht ganz fünfzig Jahre war sie alt und sollte schon sterben?! Das fand sie entsetzlich, furchtbar, grausam! Sie schrie ihren Arzt an: „Retten Sie mich, ich gebe Ihnen mein ganzes Vermögen, denn mir graut vor dem Tode!" Aber der Arzt stand machtlos der töd- lichen Krankheit gegenüber, er mußte seine Patientin ihrem Elend überlassen. Ach, wie schwanden doch angesichts dieser furchtbaren Realität des Todes all die Ideale der feingebildeten Frau, die das höchste und beste Ideal nicht kannte, die Jesum nicht ihren' Heiland nannte I — Komm mit mir an ein anderes Sterbebett, lieber Leser! Da liegt ein Familienvater fast ohne Besinnung. Frau und Kinder umstehen in großer Trauer sein Lager. „Vater, kennst du mich?" so fragt eins von den Kindern, aber er gibt keine Ant- wort. Weinend beugt sich seine Gattin über ihn: „Erkennst du mich?" Nur ein starrer Blick, kein Zeichen der Teilnahme und Liebe mehr! Da naht sich ein alter Freund und fragt den Sterbenden: „Denkst du au Jesum Christum?" Und stehe, die erstorbenen Züge verlieren ihre Starrheit, es folgt ein helles Aufblitzen, ein freundliches Lächeln, und et lispelt: „An Jesum Christum denken? Der liebe Heiland I Er ist mein ganzes Heil und meine einzige Hoffnung." Für dieses Leben war er schon nicht mehr da, den Liebsten, die er hienieden besessen, war er bereits abgestorben; aber seine Seele lebte und frohlockte bei dem Gedanken an ihren Erlöser, in dessen Herrlichkeit sie nun eingehen durfte. HlmKehr zu Jesu. Als Saul von Tarsen auf dem Wege nach Danraskus mit Drohen und Morden schnaubte gegen die Jünger des HErrn, begegnete ihm der HErr Jesus und warf ihn zu Boden. Da galt es für Saulus sofort umzukehren und ein neues Leben zu beginnen, da hat ihm Golt nach drei Tagen den Ananias geschickt mit der Gnadenbotschaft, und da galt es für Saulus zu glauben an das Evan- gelium. Und Saulus besprach sich nicht mit Fleisch und Blut, sondern er stand auf und ließ sich taufen au den Namen des HErrn Jesu, den er bisher so furchtbar gehaßt und verfolgt hatte. So war aus einem Berfolger in drei Tagen ein Prediger Jesu Christi geworden. Vielleicht ist dies manchem zu schnell, aber es gefiel Gott also, den Saulus umzu- wandeln, daß er nach dreien Tagen den Namen Christi bekennen mußte. Wahrlich, der Apostel Paulus ist ein Beweis dafür, daß Gott in kurzer Zeit aus einem Löwen ein Lamm zu machen vermag. O mein Freund, der du diese Worte liesest, wie steht es denn mit dir? Wann soll denn die Stunde kommen, in welcher d u einmal stillstehst vor Gott, uni dich von der Obrigkeit, Macht und Gewalt der Finsternis befreien zu lassen? Bedenke, es ist dir zur Umkehr nur kurze Zeit gegeben. Die Gnadenbot- schaft erklingt heute an dein Ohr. Heute ist der Tag des Heils für dich, heute sollst du errettet werden, darum gib heute der Welt den Abschied und ergreife heute den Anker des Heils, damit du heute ein neuer Mensch werdest! Manche fürchten sich sehr, sie würden nicht standhaft bleiben. Diese sind sehr zahlreich unter ben Neubekehrten, und sie sind zugleich sehr hoffnungsvoll. Ich freue mich jedesmal, wenn ich jemand sinde, der sich selber mißtraut. Solche muß man ermuntern, zu Gott aufzublicken und zu bedenken, daß sie es nicht sind, die Gott halten müssen, sondern daß es Gott ist, der sie zu halten verheißen hat. Etliche meinen, sie müßten Christum halten und bewahren. Solche mögen einmal Ps. 121 aufmerk, sam lesen, wo es heißt: „Ich hebe meine Augen auf zu den Bergen, von welchen mir Hilfe kommt. Meine Hilfe kommt von dem HErrn, der Himmel und Erde gemacht hat. Er wird deinen Fuß nicht gleiten lassen; und der dich behütet, schläft nicht. Siehe, der Hüter Israels schläft und schlummert nicht. Der HErr behütet dich, der HErr ist dein Schatten über deiner rechten Hand. Daß dich des Tages die Sonne nicht steche, noch der Blond des Nachts. Der HErr behüte dich vor allem Übel; Er behüte deine Seele, der HErr behüte deinen Ausgang und Eingang von nun an bis in Ewigkeit." Man hat diesen Psalm ein Wanderlied genannt. Wahrlich, es ist ein herrlicher Gesang für solche, die als Gäste und Fremdlinge auf Erden sich auf der Pilgerschaft nach der seligen Ewigkeit befinden. Was Gott in der Vergangenheit getan hat, vermag Er auch heute noch zu tun. Er bewahrte Joseph in Ägypten, Moses vor Pharao, Daniel in Babylon; und Er befähigte den Elias in jener finstern Zeit, zu stehen vor dem gottlosen Ahab. Und ich habe mich immer darüber gefreut, daß diese Männer, die ich eben nannte, Menschen waren gleichwie wir. Gott allein ist es, der sie so groß und siegreich machte. Was uns not tut, ist aufschauen auf Jesum. Es ist realer, wahrer Glaube, wenn sich die menschliche Schwachheit lehnt aus die göttliche Macht. Unsere Schwachheit hindert uns nicht am Glauben, wohl aber unsere Kraft und unser Selbstvertrauen. Moody. Ich weiß. „Ich weiß, daß in mir, das ist in meinem Fteyche, wohnt nichts Gutes." Rom. 7, 8. Das ist ein sehr trauriges „Nichts". Und es hält sehr, sehr schwer, bis man dieses „Nichts" wirklich glaubt. Für gewöhnlich haben die Men- sehen so gute Meinungen von sich selber. Sie trauen sich und ihrer Tüchtigkeit wer weiß wieviel zu. Sie denken, sie brauchen nur gute Vorsätze zu fassen, dann wird schon alles gut werden. Ach, sie kennen gar nicht den verdorbenen und verkehrten Zustand ihres Herzens. Sie meinen immer, so schlimm wird es nicht sein. In meinem Fleische wohnt nichts Gutes. So sagt Paulus. Kannst du auch so sagen? Du gibst wohl zu, daß neben einigem Guten auch einiges Böse in deinem Herzen wohnt. Aber das steht nicht da. Du denkst auch vielleicht, neben einigem Guten wohne viel Böses in dir. Das ist schon besser, aber dem Worte des Paulus ist es auch noch nicht gemäß. Er sagt: Nichts Gu tesl Du vergleichst dich mit anderen. Du siehst, der tut hies, und der tut das. Das würdest du nie tun! Und weil nach deiner Ansicht die anderen noch schlechter sind wie du, darum denkst du: Nichts. Gutes — nein, das ist doch nicht wahr! Ja, wie lange dauert es, bis wir das glauben daß in uns nichts Gutes wohnt! Da kam ein Prinz in ein Gefängnis. Er hat:e die Erlaubnis, einem der Gefangenen die Freiheit zu geben. Er sprach mit allen Gefangenen und ließ sich erzählen, warum sie hier seien. Da erzählte ihm einer nach dem anderen, wie unrecht das sei, daß er hier sitze, er sei immer ein ordentlicher Mensch gewesen; aber falsche Zeugen hätten ihm hierzu ver- Holsen, oder die Kameraden hätten ihn im Stich gelassen usw Sie waren alle ganz und gar unschuldig im Gefängnis. Nur einen fand der Prinz, der sagte: „Ach, ich bin mit Recht hier. Ich war schon als Knabe der Kummer meiner Eltern. Ich war ein verlorener Sohn. Nun habe ich bekommen, was ich reichlich verdient habe." Und dabei flössen ihm die Tränen über die Wangen. Da rief der Prinz: „Ei, wie kommt denn dieser schlechte Mensch in die Gesellschaft dieser vortrefflichen und ausgezeichneten Leute? Der würde die anderen ja nur schlecht machen, wenn er hier drin bliebe. Der muß hier heraus!" Dem einen, der seine Sünde erkannte und bereute, dem gab er die Freiheit. Liebes Herz, es gibt auch für dich eine Freiheit, eine herrliche und völlige Freiheit. Aber du mußt erst diese beiden Worte glauben: Nichts Gutes! Glaubst du sie? E. M. Ein Ende mit Schrecken. Schrecklich ivar das Ende des berühmten französischen Schriftstellers Voltaire, des großen Spötters und Verächters Christi. Während seines letzten Besuches in Paris hatte sein Triumph seine Höhe erreicht. Alles jauchzte ihm zu und lag bewunderungsvoll zu seinen Füßen. Inmitten dieser Herrlichkeit schien er wie ein Held sterben zu sollen; da traf ihn Gottes Hand. Heftige Blutungen stellten sich ein und ließen für sein Leben fürchten. Seine Freunde, die berühmten Männer d'Alembert, Diderot und Marmontel, beeilten sich, ihm ihren leidigen Trost zuzusprechen, daß er in seinem Unglauben standhaft bleibe. Sie mußten aber Zeugen seiner und ihrer Schmach sein. Ohnmächtige Wut, Ge- wissensbisse, Schmach und Lästerungen begleiteten den langen Todeskampf des Sterbenden. Auch seine gottlosen Freunde vermögen die Schrecken seines Todes nicht zu leugnen. Den Männern Diderot, d'Alembert und mehr als zwanzig anderen dieser alten Freunde fluchte er und rief ihnen zu: „Fort! Ihr seid es, die mich in dieses Elend gebracht; ich hätte ohne euch alle fertig werden können, ihr aber nicht ohne mich; und welch eine elende Herrlichkeit habe ich nun durch euch erlangt!" Bald hörte man den Sterbenden beten, bald fluchen, abwechselnd Gott lästernd und anrufend. In seinen Todeskämpfen war er aus dem Bett gefallen und lag auf der Erde, schäumte vor Verzweiflung und rief: „Will der Gott, den ich verleugnet habe, nicht auch mich erretten? Kann das unendliche Erbarmen nicht auch bis zu mir ge. langen? Richelieu, ein Freund, floh von dem Ster- benden und sagte, er könne solches Elend nicht länger ansehen. Auch sein Arzt, Herr Tronchin, hatte den armen Kranken verlassen, weil er solches Leiden nicht zu lindern noch zu sehen vermochte, kam aber wieder und fand Voltaire im letzten Todeskampfe. Der Sterbende aber erkannte ihn und sagte: „Doktor, geben Sie mir nur noch sechs Monate!" „Mein Herr," antwortete dieser, „Sie können keine sechs Tage mehr leben!" „Dann werde ich znr Hölle gehen", schrie der Unglückliche, „und Sie mit!" Bald nach diesem furchtbaren Ausruf starb er. K Vers ammlungs-Anzeigen Bezirk Gießen. Stadtmisston Gießen. Löberstr 14. Sonntag, den 27. Juni, nachmittags Beuern, abends Frauenstunde in Altenbuseck; abends 8 Uhr Grünberg. 29 .: Wieseck, Frauenstunde. Bezirk Bellnhausen. Sonntag, den 20. Juni, Sonntag, den 27. Juni, Sonntag, den 4. Juli, jedesmal nachmittags 2 Uhr: Versammlung in Bellnhausen. Sonntag, den 11. Juli, nachmittags 2V- Uhr- Versammlung im Freien in Airchvers. Anzeigen für die Nummern 29—32 Bezirk Niederweisel. In Niederweisel jeden Sonntag, nachmittags 3 Uhr Sonntagsjchule; abends 8 Uhr Versammlung; jeden Donnerstagabend Bibelstunde. In Kirchgöns jeden Sonntagnachmittag V«4 Uhr Versammlung. In Butzbach jeden Montagabend 9 Uhr Bibelstunde. In Fauerbach 22. Juni abends, 27. Juni nachmittags 3 Uhr, 6. Jul, abends Versammlung. In Gambach 27 . Juni, nachmittags 3 Uhr, Gemeinschaftsfest. 29. Juni, 13. Juli abends Versammlung. In Munzenberg 20. Juni und 11. Juli 3 1 /» Uhr nachmittags Versammlung, bis zum 4 . Juli ds. Is. erbeten.