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Das mag wohl jener Korporal denken, der sinnend auf die zweite Kanone niederblickt. Ja, Tod und Verderben bringen sie, aber, Gott sei cs gedankt, nur für den sterblichen Leib; unsere unsterbliche Seele kann kein Schuß verderben. Wer seine Seele dem Herrn anvertraut hat, den kann der Tod nicht töten. „Fürchtet euch nicht vor denen, die den Leib töten und die Seele nicht können töten, fürchtet euch aber vielmehr vor dem, der Leib und Seele verderben mag in die Hölle I" Furcht kennen unsere tapferen Soldaten nicht; aber diese eine Furcht, die soll und muß jeder kennen, und wehe dem, der sie nicht kennt, das ist die heilige, große Furcht um unsere unsterbliche Seele. Ja, wir sollen unsere Seligkeit schaffen mit Furcht und Zittern, wir sollen die starke Hand unseres Retters fassen, damit wir nicht verlorengehen. Gott kann und will jeden von uns erretten aus unserer Sünde, die uns von Ihm trennt. Aber man muß sich retten lassen wollen, sonst geht man verloren. Nicht Gott läßt uns verderben, nein, Er will, daß allen geholfen werde, daß alle zur Erkenntnis der Wahrheit kommen. Und diese „Wahrheit" ist: unsere Sünde und Jesu Erlösungstat, die uns mit Gott versöhnt. Aber unser Unglaube, unsere Gleichgültigkeit führt ins Verderben. Wer nicht nach dem Retter ruft, wer sich nicht im Glauben fest hält an die Hand des Retters, der kann nicht gerettet werden. Darum ist für uns alle die wichtigste Frage: Bist du gerettet? Angesichts der todbringenden Kanonen, die so vielen in der Schlacht ein rasches Ende brachten, da ist's an der Zeit für jeden, sich ernstlich zu fragen: Bin ich gerettet? Für gar viele ist bald die Lebenszeit, unsere Gnadenzeit, unsere Entscheidungszeit, abgelaufen. Komm vorher noch zu voller Klarheit, ob du gerettet bist. Fasse im Glauben die ausgestreckte Hand unseres Heilandes Jesus Christus und lasse dich von Ihm retten. — „Christus, der Retter, ist da!" I. v. Hindenburg. & Kin gesegneter Krieg. (2 Chrom 33.) Die ersten neun Verse unseres Kapitels zeigen uns, daß Manasse tat alles, was böse war in Gottes Augen. Er bückte sich vor allem Heer des Himmels und diente ihnen. Er tat viel Böses in den Augen Jehovahs, Ihn zu reizen. Er setzte ein Götzenbild in das Haus Gottes. Er verführte Juda und die zu Jerusalem, mehr Böses zu tun, als die Bewohner, die Jehovah vor den Kindern Israel vertilgt hatte. Und dieser Mann war König und Führer des Volkes Gottes. Dazu war er der Sohn des frommen Königs Hiskia. Wahrlich, die Kinder von gläubigen Eltern können weit abirren. Sein Vater hatte gewiß nicht verfehlt, seinen Sohn früh mit dem wohlgefälligen Willen Gottes bekannt zu machen und ihn in der Zucht und Ermahnung zum Herrn zu erziehen. Aber göttliches Leben ist kein Erbgut; das zeigt uns auch die Geschichte von Manasse. In V. 10 lesen wir, daß Gott mit Manasse und seinem Volk reden ließ, und daraus sehen wir, daß Gott die Menschen liebt trotz ihrer großen Feindschaft. Gottes Erbarmen übersteigt alles Denken. Er will nicht den Tod des Sünders, sondern daß er sich bekehre und lebe. Er geht dem Sünder nach und will ihn finden. Er redet mit Manasse, Er bittet und warnt ihn. Doch der König und sein Volk merken nicht darauf. Manasse verachtete die Belehrungen seines treuen Vaters und auch die liebevollen Bemühungen Gottes. Manasse steht nicht allein da. Überall begegnen wir Jünglingen und Jungfrauen, Männern und Frauen, die gleiche Vorrechte als Manasse genossen haben und zu denen Gott deutlich und klar geredet hat, welche noch bis heute auf den Wegen der Sünde dem ewigen Verderben entgegengehen. Sie verachten Gott, der unablässig bemüht ist, sie zur Buße zu leiten. Ja, sie streiten wider Ihn und üben bösen Einfluß auf andere aus. Bei Manasse versuchte es Gott lange durch sanftes Zureden, ihn zur Umkehr zu bewegen. Doch als alles nichts hals, da hatte Gott noch andere Mittel. Jetzt kam der Krieg. Wir hören in unserer Geschichte: „Jehovah brachte über sie den Heerobersten des Königs von Babel, und sie nahmen Manasse gefangen mit Fesseln und führten ihn nach Babel." Ach, wie traurig ist der Weg Manasses nach Babel gewiß gewesen! Was muß sein Herz gefühlt haben in den ehernen Ketten! Ja, „der Weg des Sünders ist hart". Möchten doch alle Menschen dies erkennen! Auch in unserem großen Krieg sehen wir, wie Gott ernste Wege mit den Menschenkindern geht, um sie von der breiten Bahn der Sünde und des Todes abzuwenden, damit sie nicht ewiglich umkommen. Alle Mittel und Wege stehen Ihm zu Gebote: Krieg, Armut, Krankheit, Schmerzen und Widerwärtigkeiten, und Er kann sie benützen, um die Menschen zur Umkehr zu bringen. Er sagt: „So viele ich liebe, überführe und züchtige ich." (Offb. 3, 19.) Für Manasse schlug der bittere, schwere Weg zum Guten aus. Wir lesen in V. 12: „Und als er bedrängt war, flehte er Jehovah, seinen Gott, an und demütigte sich vor dem Gott seiner Väter und betete zu Ihm." Dies ist der erste und einzig richtige Weg, den der Sünder einschlagen kann, wenn er errettet werden will. Er muß sich demütigen und Gott anrufen. Zu den Füßen Gottes im Staube und im rückhaltlosen Selbstgerichte ist der Platz des Heils und Segens für den hilflosen Sünder. Gott allein, wider den der Sünder sich aufgelehnt und gefrevelt, wider dessen Liebe und Heiligkeit er so oft und lange gesündigt hat, vermag ihn aus aller Schuld zu erretten und aus allem Elend zu befreien. Wie handelte nun Gott mit Manasse? Erhörte Er ihn? Ja, Gott ließ sich erbitten und erhörte sein Flehen. Wie oft und wie treu wird Gott zu Manasse geredet haben; aber derselbe hatte nicht darauf ge- achtet. Nun rief Manasse, dieser gottlose Sünder, zu Ihm, und kaum dringt dessen Notschrei an sein Ohr, so erhört Er ihn schon. Nicht nur befreit Er ihn von seinen Ketten und errettet ihn von seinem Elend, Er führt ihn auch in sein Land und auf seinen Thron zurück. Er tut noch mehr als das: Er gibt sich ihm zu erkennen zum Heil und Leben. Wir lesen: „Manasse erkannte, daß Jehovah Gott ist." Daß aber Manasses Bekehrung zu Gott wahr und echt, und daß seine Erkenntnis eine heilbringende war, das zeigt uns der Rest seiner Tage. Er brachte die Früchte einer wahren Bekehrung und des neuen Lebens hervor. Er wurde noch ein treuer hingebender Knecht und Anbeter Gottes. Nun, teurer Leser, gehst du noch deinen Weg ohne Gott durch diese finstere Welt? Oder hast du dich, wie König Manasse, vor Ihm gedemütigt und Ihn von Herzen um Gnade und Vergebung angerufen? Das Evangelium verkündet dir, daß Gott dir auf Grund des Opfertodes Jesu eine vollkommene Erlösung, eine ewige Errettung anbietet. Jesus starb, um dich zu erretten. Beachte Gottes Gnadenruf, und du findest Heil und Frieden. Gehe nicht weiter in Satans hartem Joch, denn Gottes Gnade und Barmherzigkeit hat alles getan, was sie zu tun vermochte, um dich zu retten und zur ewigen Herrlichkeit zu führen. Wende dich jetzt zu Jesu, der Sein Blut für dich vergoß und dich rein macht von aller Sünde. O. D. Sein oder Nichtsein. „Es geht um Sein oder Nichtsein." Oft ist in jetziger Zeit dieses Wort gefallen in bezug auf unser Vaterland und seine Zukunft. Und wahrlich, wenn es unseren Feinden gelingen würde, über uns den Sieg zu erringen, wäre es mit der Herrlichkeit und Größe unseres Deutschen Reiches und auch unseres Verbündeten an der Donau gewiß für immer vorüber. Sie haben es ja schon vor Beginn des Krieges unter sich geteilt und nur wenig davon übrig gelassen. Ja, um Sein oder Nichtsein kämpft unser Volk voll stürmischer Begeisterung, voll hehrem Opfermut in noch nie dagewesener Einigkeit aller Parteien und Stände. Daß wir aus solchem Kampfe siegreich hervorgehen werden, dürfen wir mit der größten Zuversicht erwarten. Um „Sein oder Nichtsein" handelt es sich da- bei freilich auch für viele Tausende unserer kämpfenden Brüder und Söhne. Reiche Ernte hält der Tod, und unsägliche Trauer bringen die täglich erscheinenden Verlustlisten in die Familien derer, deren Angehörige man im Feindeslande in die kühle Erde bettete. Wie mancher unter ihnen hat noch vor etlichen Wochen im entferntesten nicht an den Tod gedacht I Die Zukunft, das Leben lag rosig und glückverheißend vor ihm, und er fühlte die Kraft in sich, den Wider- wärtigkeiten des Daseins siegreich zu begegnen und Freude und Glück dieses Lebens an seine Seite zu zwingen. Und nun? Wie oft werden sich in dieser Kriegszeit die Worte des alten Rciterliedes als Wahrheit erweisen: „Kaum gedacht, kaum gedacht. Wird der Lust ein End' gemacht. Gestern noch auf stolzen Rossen, Heute durch die Brust geschossen, Morgen in das kühle Grab." Es wird angesichts der Todesgefahr im sprühenden Kugelregen, oder im Anschauen der das Schlachtfeld bedeckenden Toten, oder in stiller Nachtstunde auf Vorposten, oder schlaflos auf der kalten Erde liegend mancher wohl über dieses Sein und Nichtsein, über den Wert des Lebens und über den Tod und was danach folgt, Nachdenken und gewißlich ganz andere Gedanken darüber haben als noch kürzlich daheim im Frieden, wo er vielleicht oft unter den Spöttern gesessen und deren Weisheit sich aneignete, daß mit dem Tode alles aus sei und hinter dem Sterben das „große Nichts" folge, wo niemand danach frage, was einer im Leben getan habe. Da wird manches schlummernde Gewissen aufwachen und Gott im Schlachtendonner oder danach im hilflosen Zustande des Verwundetseins mit manch einem reden von seiner Sünde und seinem verlorenen Zustand, und tausendmal oft wird der Schrei leise und laut zum Himmel dringen: „Mein Gott, erbarme Dich über michl" Denn jedem Menschen ist, auch wenn er es lebenslang zu bestreiten sucht, die Ewigkeit in das Herz gelegt. Das „Nichtsein" nach diesem Erdenleben bezieht sich nur aus unsere sterbliche, der Verwesung anheimfallende Leibeshülle. Unserer Seele aber ist ein ewiges Sein beschieden, und wohl dem, der sie, auch wenn es noch kurz vor dem Tode wäre, in Reue und Buße und kindlichem Glauben an Jesu Blut befiehlt, dessen Gnade allein sie einführen kann und gern einführen möchte in die herrlichen Gefilde ewigen Lebens und ewiger Seligkeit! G. H. „Du yast Jesum vergessen!" Während des Deutsch Französischen Krieges wurde ein französischer Offizier schwer verwundet in ein Lazarett gebracht. Derselbe hatte in einem abgelegenen Teil des Schlachtfeldes gelegen und war deshalb lange übersehen worden, wodurch sein Zustand natürlich sehr verschlimmert war. Man sagte ihm, daß das zersplitterte Glied abgenommen werden müsse, daß aber sein geschwächter Zustand es sehr zweifelhaft erscheinen lasse, ob er die Operation überstehen werde. Er bat, man möchte die Operation vornehmen, aber, falls er sterben sollte, dies seiner Frau, die in der Nähe wohne, mitteilen und ihr seine Leiche ausliefern. Dies versprachen die Ärzte und machten sich an ihre Arbeit. Er starb während der Operation. Kurze Zeit darauf, als die Arzte noch um ihn beschäftigt waren, trat die Frau, die man gleich benachrichtigt hatte, mit ihrem Töchterchen ein. Als ihr klar wurde, daß ihr Mann nicht mehr lebe, brach sie in krampfhaftes Weinen aus, so daß auch die Ärzte zu Tränen gerührt wurden. Dann wandte sie sich zu ihrem Töchterchen und rief aus: „O mein Kind, unser bester Freund, unser Beschützer und Geliebter, ist dahin, und du und ich, wir sind nun ganz verlassen in dieser Welt der Trübsal!" Da legte das Kind zärtlich die Arme um den Hals der Mutter und sprach: „O Mama, du hast Jesum vergessen!" Bei diesen Worten kam eine merkwürdige Ruhe über die Mutter, und sie sagte: „Ja, mein Liebling, in meinem Schmerze hatte ich Jesum vergessen." Die Macht, welche dieser Name auf die schmerzgebeugte Mutter ausübte, durchdrang wie ein Pfeil die Seele des jüdischen Arztes. Er sah die Kraft des Evangeliums, und dies überzeugte ihn. Er wurde nicht wieder ruhig, bis er zu den Füßen des Heilandes niedersinken und ausrufen konnte: „Mein Herr und mein Gott!" Ä». -DL Versöhnung und Arieden. Suchst du Versöhnung und Frieden? Siehe, dort auf Golgatha ist beides für dich erworben worden. Dort gab Jesus Christus nach Gottes herrlichem Gnadenratschluß sein teures „Leben als Löse- geld" hin für dich. (Mark. 10, 45; Joh. 3, 14. 16.) Aber ach! wie furchtbar muß dein Teil sein, wenn du unbegnadigt und unversöhnt aus dem Leben scheidest in die Ewigkeit! Denn wollen wir das gerechte Urteil Gottes über die Sünde kennen lernen, so sehen wir es am Kreuze auf Golgatha, wo Gottes Sohn für fremde Schuld von Gott verlassen war. Ja, getrennt und verlassen zu sein von Gott, das ist das Teil aller Selbstgerechten und Uubekehrten in Ewigkeit. Warst du je ernstlich um das Heil deiner Seele bekümmert, und hast du je im Geiste vor dem Kreuze Christi gestanden und hast dich im Gefühl deiner Schuld vertrauensvoll zu Christo um Vergebung und Errettung gewandt? Dann kannst du auf den schmerzvollen Notschrei des HErrn: „Mein Gott, mein Gott, warum hast Du mich verlassen?" anbetungsvoll antworten: „HErr Jesus, um meinetwillen warst Du ans Kreuz geschlagen und verlassen; es floß dort Dein teures Blut, um mich von aller Schuld zu reinigen und mit Gott zu versöhnen. Und durch den Glauben au Dich und Dein Blut bin ich nun versöhnt. Ich bin nun Dein, Dein auf ewig und darf Dir nun leben, der Du für mich gestorben bist." Versammlungs-Anzeigen. (Versammlungen innerhalb der Landeskirche.) Brbelkurs in Gietzen. Vereinshaus, Löberstraße 14. Sonntag, den 10. Januar, nachmittags 3 Uhr: Die Bereitschaft der Jünger Jesu. Referent: Herr Pfarrer W i t t e k i n d. Abends: Evangelisation. Montag, vormittags 9—9 3 A Uhr: Gebetsvereinigung. 10 bis 12 Uhr: Das prophetische Wort, eingeleitet von Herrn Pfarrer Knipp. Nachmittags 2—4 Uhr: Die Bereitschaft der Jünger Jesu. Referent: Herr Pfarrer Wittekind. Dienstag: Fortsetzung der Themen in derselben Reihenfolge. Vom 11.—17. Jan. wird Herr Pfr. Knipp Evangelisations Verträge halten. Wir laden in dieser so großen, ernsten Kriegszeit zu diesen Glaubensversammlungen ganz besonders ein. X3E>~OE>iK3E>i K3EXX30* K3E>. <