Bezugspreis so pig. monatlich vterteljähttich 2.40Mk., vorauszahlbar, frer lnö Haus. Ab geholt irr unserer Expedition oder in den Zweig- auSgabestellen vierteljährlich 1,80 Mk. — Grscheiu» Dienstag, Donnerstag u. Samstag. — Redaktionsschluss früh 6 Uhr. — Für Aufbewahrung oder Rücksendung n ich t verlangter Manuskripte wird nicht garantier: r«ck 'oer Gietzener Verlagsdruckerei, Albin 5Nein. fFir. 115, Telephon Nr. 382. Mittwoch, dm 18. Dezember 1918. KeelnA »er Metzlarer Zeitrrug". Telephon Nr. 363. m 31. Iahrg. Das Programm 3er Dew«Kra?*ff&en Partei Berlin, 14. Dez. Die Deutsche demokratische Partei veröffentlich nunmehr ihren Wahlaufruf sü' die Wahlen Zur Nationalversammlung. Ec lautet in seinen wesentlichen Punkten „Das alte Regi-rungLsystem in Deutschland ist zw s^ntmengebrochen. Drei Millionen Tete und Invaliden, die Einbuße des größten Teiles unfi''s Volksvecmög ns, der Verlust von Sch'ffahstU'.td Außenhandel Hunger, und Elend kennzeichnen dis Trümmerfeld, dos uns eine vec kehrte äußere und inw raPolitikbinterlassen hot. Die Bahn ZUM freien Volk^ftaot ist offen. Aber allzu lange schon dauert die mit der Revolution verbundene Unordnung und Gesetzlosigkeit. Erleben wir nicht täglich die Be» drohung durch die Spartaknsleut?, die Zo-rüttung unseres Wirtschaftslebens durch politische Streiks und sinnlose Lohnforderungen, Loölösurg deutscher Reichsgebiete durch die Polen und die würdelose Z rsolittr runz im Innern. Wahrlich die Geschicke Deutschlands sind schlecht aufjje* hoben, solange nicht die Ordnung u*b Gesetzmäßigkeit wiederkehren. In diesic Not können nur. große Parteien wirksam am Wederaufbau unseres Vaterlandes Mitarbeiten. In der Deutschen deawkratischen Partei haben sich olle zusammengeschlossen, die, auf deck Boden der Revublrk stehend, bei den Wahlen zur Nationalversamm» lung dos Schicksal Deutschlands weder der Reaktion ausliefcrn, noch der SozialdemokcottL allein überlassen wollen. Wir verlangen, coßd e Wahlen zu^ Notionalver- sammtunq mit grösster Bttchleumgung durchgesührt werden. Wir wollen die errungenen politischen Freiheiten reicht wieder pretSgrben. Wir treten deshalb bet den Wahlen ein für dir GrrLchtrmg üntv derrLschen Ue pabtik, in der alle öffentliche Macht allein auf dem Willen des souveränen Volkes beruht, denn in ihr sollen die einzelnen deutschen Stämme ihr« Eigenart selbständig und frei entw n soll Entschädigung gewahrt werden. Es ist nickt zu ssiimiftisch gerechnet, wenn man die Höhe dieser Entfcka. aiaungen in Geldwerten auf über 200 Milliarden Mark berechnet. Zwar hat man sich während des Krieges gewöhnt, mit Milliarden sehr verschwenderisch umzugehen, aber diese Ziffern sagen nichts weniger, als daß das deutsche Volk länger als ein Jahrzehnt Frohnarbeit für feine Gegner wird leisten müssen. Alle diele Snmptone aber find nur der Beweis dafür, daß die Gesinnung der Entente keine Aenderuna erfahren hat und auch nicht erfahren wird. Präsident Wilsons Gesinnungen in ollen Ehren, aber auch er ist nur ein Mensch und muß als Politiker mit Stimmun- gen rechnen. Seine letzte Botschaft im amerikanischen Kongreß weist bereits darauf hin, daß er nicht imstande ist. die imperialistische Strömung in den Vereinigten Staaten zu hemmen. Deshalb wäre es verfehlt, sich heute schrankenlosem Optimismus zu wiegen, alles spricht dafür und auch nichts daaegen. daß die Entente entschlossen ist, das Menschenmöglichste vom deutschen Volke zu verlangen. Es besteht nicht oie geringste Hoffnung auf einen Frieden der Mäßigung. Das einzig Positive, auf das das deutsche Volk in dieser /rüden Zeit zu hoffen vermag, ist die Zuversicht auf seine ungebrochen innere Kraft und auf seinen Genius, der es immer noch aus den Zeiten tiefster Not besseren Tagen ent. g^gen geführt hat. 3m Dezember YrSliuiiiMiriede? 2*11. Wie die Agenzio Volta m"ldet, dürfte die llnl r Zeichnung des Pr«ilü linucftiedens Ti ‘er 2. HZ'i'e de» Cf zember erfolgen, da Wilso« den Vereinbarungen b-7 Alllit". ie w zusilmmcn werde. 2lrn Feinde werde k-gnerlr" Diskussion über d»e Hauptbebunlurgen des PrL'l^inarftftdens zug.fftcrndcn werden, höchstens die Berichtigung etwaiger un- w sentlicher Einzelheiten. Dis sei erklärlich. La dl? Prinzipien des Friedens, den die V erbündeter: diktie"^ würden, dem st.ts betonten Gcar-djaz der Gerochtigk'.ft entsprachen würden. Die Kopenhagener „Po lltlken* meldet aus Paris, daß nach den vorliegenden Nachrichten aus diplomatischen Krei- sen die Friedensbedingungen auf dem interalliierten Kongreß und nicht auf dem allgemeinen Friedenskongreß in Paris festgesetzt werden. Dieser Entschluß wird damit begründet, daß es den Alliierten nicht möglich sei. sich mit den Vertretern der Mittelmächte auf gleichen Fuß zu stellen und die Dedkngimgen zu erörtern. Die Vertreter der Entente werden auf der interalliierten Konferenz das Friedensdoku- ni'.uit aufsetzen und dann den Mittelmächten vorlegen, ohne sich auf die geringste Erörterung der einzelnen Bedingungen einzulaffen. Demgegenüber meldet „Herald" aus Newport: Auf die Anfrage mehrerer Senatoren im Senat erklärte Lun sing, es finde keine biftatov che Festlegung der Friedens- bedingimgen gegenüber den Mttd'lmächten statt, sondern ;';te freie Au^'> rache. Voraussetzung hierfür iei, daß eine vorn deutschen Volt beglarU-igte & cianOßn f$L Der interalliierte Kongreß wird voraussichtlich im in Paris zusammentreten und dürfte ,o in fünf bis Wochen alle Fragen regeln, so daß der Frredensver.rag im Februar von allen beteiligten Nationen unterschrieben werden fatm. Zum UlÜMtum Fschr. TU. Ru der Meldung von den, jvngsten Ultimatum s^ochs an Deutschland schreiben die Dafty News, ein ^^^r Schritt sei wenig wahrscheinlich. Foch habe nickt die Vollmacht, selbst wenn er wollte, weitere Ultima zu stellen. Seine Sache sei es lediglich, auf die Durchführung der Waffenstillstandsbe- dingungen zu achten. Alles übrige fei Sache der Fnedens. konferenz. Wenn es zur Besetzung Berlins kommen sollte, was man in Berlin befürclste, so könne dies nur in Form 9h!ftmnpj5 der Friedenskonferenz geschehen. Die sriMM Besetzung. WTB. Mirmant, der Oberkommandierende für Elsaß. Lothringen, hat angeordnet, daß überall wieder die früheren französischen Bezeicifnungen eingeführt werden müssen. Die deutschen Straßenschilder und die deutschen Firmeninschrift ten sind zu entfernen. Ferner hat der Generalinspekteur für den öffentlichen Unterricht in Llsaß-Lothringen. Heulot, den Straßburger Korrespondenten des Petit Paristen erklärt, daß das gesamte Unterrichtswesen mit den französischen Unwer" sttätsorganen in Einklang gebracht werden müsse. Das gesamte deutsche Lehrpersonal wird abgesetzt. Die deutschen Kollegien auf der Universität werden eingestellt. In den Gymnasien und Schulen wird die Umbildung so schnell wie möglich vorg rommen, wobei französische Lehrer, womöglich Elsaß-Lothringer, herangezogen werden sollen. Düsseldorf, 6. Dez. Der Kommandant der belgischen Truppen in Neuß hat angeordnet, daß jeder Verkehr zwischen den beiden Nheinufern, also auch auf den Düsseldorfer Rhein» brücken, ferner der Straßenbahnverkehr Düsseldorf-Neuft, der Schiffahrtsverkehr auf dem Rhein und der Postverlehr auf dem linken Rheinufer vorläufig verboten ist. Köln, 5. Dez. Der Vielverband beharrt darauf, daß muh die Ostenden der Rheinbrü-r von seinen Truppen besetzt werden, um den Verkehr zu überwachen. Foch hat sein Tin- Verständnis damit erklärt, daß die deutlch'-n aroßen Städte nicht länger vhne Besatzung bleiben, die Alliierten werden sofort nachrücken. Das englische Oberkommando gab Anweisungen. für Köln sofort Truppen verfügbar zu machen. Einer vom Erzbischof von Köln, Kardinal von Hartmann, ausgesprochenen Bitte um Schonung der Kirchengebaude wird entsprochen werden. Es ist Vorsorge getroffen, daß die Kirchen und die Konvikte nicht zu Einquartierungszwecken benutzt werden. Frankfurt a. M., 8. Dez. Der OberbürgermeMer Doigt erhielt folgendes Telegramm des Staatssekretärs Erzberger: Nach einer soeben eingetroffenen Meldung der Waflenstill- standskommisston in Spa fallt Frankfurt nicht in das besetzte Gebiet, sondern in die neutrale gone. Wird Mannheim besetzt Der Arbeiter- und Soldatenrat in Heidelberg erklärte in einer Vollsitzung, daß auf Grund eines bedauerlichen Vorkommnisses, bei dem ein Wachmann des Mannheimer Gefangenenlagers 3 Franzosen bei einem Zwischenfall vor wenigen Tagen erschoß, damit zu rechnen sei. daß Mannheim vom Feinde besetzt werde und daß möglicherweise ein Vorstoß der Franzosen nach Heidelberg erfolge. Professor Weber gegen Sllnnes. TU. Professor Mfred Webest hatte ln der Versammlung im Zirkus Dusch am Freitag einige scharfe Anariffe gegen Hugo Sftnnes unternommen, gegen die Stinnes sckarf protestiert hatte. Professor Weber sendet nun aus Mün- chen mit dem Ersuchen m Veröffentlichung telegraphisch die folgende Entgegnung auf Stinnes Protest: Soeben lese ich Ihren Protest gegen meine Aeußernng im Zirkus Dusch vom vorigen Sonntag. Ich frage Cie, in wessen Auftrag Sie als Vertreter des deutschen Volkes Spa unterhandelt hoben, welche Garantien hoben dabei Vorgelegen, daß nickt ganz andere Dinge als ' ie von Ihnen behcmvtet tn der Daffen- ftillstandskommiffion Geaenstond ihrer Verhandlungen mit der Entente waren. München, den 3. 12. 18. Professor Mfred Weber. Die EutwaffMirg 8er Armee Maüensen. TN. Wie ans Budapest gemeldet wird, stab die Beratungen mit dem Siabe ber Armee Mackenlen beendet. Mackensen selbst hält sich augenblicklich ln Groß-Wardcln auf. Der zuständige Ausschuß des ungarischen Krieosministeriums und rin französischer Hauptmann haben mit dem Stade der Armee Mackensen eine Vereinbarung getroffen, derzufolge die deutschen Truypen ln H«"rmapnstadt vor dem französischen General Dertbelant die Waffen niederlegen tollen. Die auf dem Durchmarsch befindlichen deutschen Truppen werden überall von ungarischen Kommissaren entwaffnet. Es herrscht vollkommene Ruhe und Ordnung. Unsere U-Booie. TU. Reuter meldet aus London: Die deutschen N-Doote, die in London ausgestellt werden, kamen am Dienstag morgen bei Greenwich an. S'e wurden den Fluß hinauf von Booten geschleppt. Die U-Boote führten die englische Ma. rineflagge über der deutschen. 2 Boote wurde von einem Torpedoboot begleitet. Die Tsgimg der Aontrsts. WTD. Die Ergebnisse des Dertretertages der Soldatenräte des Feldheeres in Bad Ems am 1. und 2. Dezember sollen dem am 16. Dezember in Berlin zusammentretenden Delegiertentag sämtlicher A.-S.-Näte in Form eines kurzen Berichts vorgelegt werden. Die Bearbeitung hat im Einver- nehmen mit der Leitung des Dertretertages in Ems der Vollzugsausschuß des Soldatenrates bei der'Obersten Heeres- litung übernommen. Die Hauptergebnisse der Tagung bestehen in folgendem: 1) Einstimmiges und entschiedenes Eintreten der 328 erschienenen Vertreter für die Regierung Ebert-Haase, fast einstimmiges Eintreten für deren soziales Programm, einstimmiges Verlangen nach der Einberufung der Nationalversammlung und ungeschmälerter Mitwirkung des Feldheeres dabei. 2) Wahl von 5 sofort zum Berliner Vollznasrat zu entsendenden Vertreter des Feldheeres. 3) Wahl von 64 Vertretern des Feldheeres für den Delegier- tentag sämtlicher A.-S.-Räte am 16. Dez. in Berlin. 4) Bestellung des bisherigen Soldatenrates bei der Obersten Heeresleitung als Zentralsoldatenrat des gesamten Feldheeres. 5) Aufstellung unverbindlicher Richtlinien über die Organisation und Tätigkeit der Feldsoldatenräte. Neuer Mojest Des RriHstrmVrWeMe?!. WTD. Aus F r e i b u r g antwortete der Reichstagsprä. sident Feh'renbach auf das Telegramm der Reichsleftung lob qcribes: Auf Grund der Revolution können Sie sich für ermächtigt halten, den Reichstag aufzulösen. Ich wurde dage- gen protestieren, aber mich fügen. Solange ihn aber nicht auflösen, sind Sie trotz der Revolution an d>- f'ir chn geltenden aesetzlicken Bestimmungen gebunden, Nach ihrer Recktsaufsassung könnten Sie sich ebensogut über belrebrge Bestimmungen des Gesetzbuches oder der Prozeßordnung hm- wegsetzen. Ihr Vorgehen bedeutet eine gesetzlose Wlllkürherr- schaft, dagegen protestiere ich. Der bayrische ^Ra! der aetsiigen DrbeiterE aufgeköft. TN. Aus München wird mitgeteill: Der im Landtags- aebäude versammelte Rat qctftrcer Arbeiter, der sich z»rc Kon- slituierung seines Ard^.^ausscbuffes unter dem Vorph von Professor Lujo Brentano eingefunden hatte, wucde von, zeipräftdenten und Stadtkommandanten in Deg'ei.ung oe- waffnrter Soldaten aufgelöst. Der Geschäftsführer des Rates geistiger Arbeiter, Schriftsteller Kurt Leißnmm'. wurde unter dein Verdacht, sich gegen die Volksregtcrung betatigk zu haben, verhaftet. Die übrigen Mitglieder des ?iates dürft ten sich nach Hause, legeben, mußten aber ihre )lotizen und Die Sozialdemotratte und die »etaST 1 " 1 ^ der Kriegs-Kredite. Der Vorwärts schreibt: Seit Jahren lebte die deutsche Sozialdemokratie mit einem Teil ihrer ftüheren Parteigenossen und noch mehr mit den Sozialisten des Austandes in Zank und Streit, weil sie die Kriegskredite bewilligte. Besonders waren es kr französischen Sozialisten, die sich über diesen angebUchen Verrat an der Internationale gar nicht genug entrüsten konnten. Sie selber bewilligten zwar die Kriegskredite, rieten aber den Deutschen, sich schlagen zu lassen und Revolution zu machen, dann würden sie schon dafiir'sorgen, daß der abzuschließende Frieden kein Frreden der Rachsucht und der Erniedrigung, sondern ein Frieden ohne Annexionen und Entschädigungen, ein Derstandigungs- frieden, sein werde. Wir fanden diese Beweisführung nicht ganz einleuchtend, sondern meinten, in einem nun einmal entfesselten Kriege müsse ein jedes Volk sich seiner Haut wehrerr. soaut es könne. Auf den Verständigungsfrieden, den wir noch unserer Niederlage erhielten, wollten wir uns nicht verlassen, sondern wir wünschten, daß ein solcher Frieden geschloc en würde, noch ehe die deutsche Widerstandskraft erlahmt sei. So kämpften wir wahrend des ganzen Krieges gegen zwei Fronten: gegen die Irrsinnigen, die glaubten, ein Zerleg, den eine kleine Minderzahl gegen eine erdrückende Uebermacht führte, fei eine Gelegenheit, Beut« zu machen, und gegen die Gutgläubigen, die meinten, es bedürfe nur des Sieges der Entente und " es Sturzes de« deutschen Machthaber, um das Glück der ganzen Welt, auch des deutschen Volkes, Herbeizufuhren. Jetzt ist das linke Rheinufer von den Gegnern besetzt, Deutsche stehen unter fein' dlicher Besatzung, General Foch steigert mit jedem Tag seine Forderungen und droht mit Abbruch des Waffenstillstandes, d. h. mit der Vesetzuna des ganzen widerstandslos gewordenen Deutschland. In ' Jülich, wo dir Belgier ein» geriickt sind, müssen Zioilversonen beim Nahen belgischer Offiziere den Bürgersteig verlassen und den Hut abnehmen. Von den ftonzösischen Sozialisten hören wir aber nichts... l Dies olles ist vielleicht erst ein kleiner Anfang. Aber wir gestehen, das haben, wir nicht gewollt, und darum haben wir die Kredite bewilligt. Man kann heute alle dmgs sagen: Hatte die Sozialdemokratie eine andere Haltung eingenommen, so wäre das ein Glück für Deutschland gewesen, denn dann wäre der Zusammenbruch, der jetzt eingetreten tft; früher gekommen, und wir hätten bei gleich^ Ergebnis Menschenleben in t Güter gespart. Da; ist logisch i cUlom- tnen richtig, nur würden wir nnch gleicher Logik etwa auch Spione, die dcu.jche Truppen dun 5od zmd dcr Gefangenschaft auslicferten, Wohltäter dos deutschen Volke s fein. Nie konnte ein Sozialist einer folcken Logik Eincpmg in fein Denken gewähren. Gegen die Niederlage kämpft man so lange man kann, smvie der Arzt gegen den Tod kämpft, der ja auch einmal kcunmen muß. Dir haben die Niederlage nicht gewollt, und darum haben wir die Kredite bewilligt! Wir wußten um die Schuld der deutschen Kcieastrciber, wenigstens viele von uns waren von ihr überzeugt. Freilich waren wir alle zu gut ge.chulte Sozialisten, um glazrben zu können, daß einzig und allein die Bosheit einiger Menschen einen solchen Brand entfesseln könnte, und wir waren interncftional gernw. um auch das klar zu sehen, was andere zu dem großen Scheiterhaufen bcigeiragen hatten. Wir ver- treten unsere Saä>e überall und sckeuen kein Urteil, Wir schreien es euch ins Gesicht: Ja, wir haben dis Kredite bewilligt, weil wir unser Volk lieben, und jetzt, wo es im tieft sten Elend ist, wissen wir erst recht, wie sehr wir es lieben! Wir haben die Kredite bewilligt, weil wir nicht nur inter. nationale Sozialisten, sondern auch Deiftsche find, weil als Deutsche leben und sterben werden, konzme, was da voVüi Die Arbeit der Zenkm. Der amerikanische Kriegsminister Baker hat am 1. Juli d. I. dem Präsidenten einen Bericht über die Truppenverschiffung unterbreitet, der auch in der Londoner „Times^ abgednlckt wurde. In den Hauptzahlen ergab sich daraus Folgendes: Es sind nach Frankreich ae'andt im Itlni 1617 12 000 Mann. Juli 13 000, August 18 000, September 33 000, Oktober 38 000, November 23 000, Dezember, 43 000 Mann, im Januar 1918 47 009 Monn, im Februar 48 000. März 84 000, April 117 000, Mai 247 000, Juni 276 000 Mann. Insgesanft 1 019115 Mann. Auf der See verloren gingen nicht mehr alo 291 Mann. Prof. Delbrück wollte seinerzeit diesen V richt obdn'k- ken. Darüber erzählt er jetzt in se '.n „Preußischen Jahrbüchern": Dielen ganzen Passus hat mir die Zc' ur gestrichen, und als ich darauf hinwies, daß die Zahlen aus der „Times" entnommen, also dem Feinde nichts verraten wäre, und inan dem detftschen Volke dock für den zugestandenen Rückschlag eine Erklärung geben müsse, wrrrde mir Erwidert: Die Oberste Heeresleitung habe die Deroffentlichring dieser Zahlen ausdrücklich verboten: sie stehe auf dem Standpunkt, der Dakersche Bericht sei nickt als ein amerikanischer Bluff, um uns irre zu fiihren: selbst nrit dem Zusatz: sie seien un° glarrbwürdig, dursten die Zahlen nicht veröfferrtlicht werden Cme K»AdqeSrmg Mimen Prinz Heinrich von Preußen veröffentlicht in der Kreuz- zeitung eine Kundgebung an alle Familienmitglieder dos königlich preußischen Hauses, in der es nach einem Hinweis 6 auf den Erlaß des Kaisers vom 28. Rcuember heißt: Als f Senior der znrznt in Preußen und im Reiche wohnhaften Müglic-dsr dos preußischen Klmigshauses erkläre ich hier- ' daß trotz der Neuordnung des Meiches und in Preußen, tffc ich unter dem Druck der Verhältnisse anzuerkennen ge- zwungen bin, ich bestrebt sein werde, einer geordneten gesetz- und verfassungsmäßigen Negierung zur Erlangung erträglicher Verhältnisse zu helfen, daß ich aber andererseits mich persönlich bis an mein Lebensende an die Politik unseres Königs gebunden erachte und alles das tun werde, was in meinen Kräften steht, um Schaden von ihm abzuwenden und ihn als mein alleiniges Familienoberhaupt restlos anerkenne. Indem ich diesen meinen Standpunkt allen Mit- gliedern des königlich preußischen Hauses zur Kenntnis bringe, erhoffe ich von diesen eine gleiche Gesinnung. ' Eine Erklärung des Prinzen Adalbert. TU. Prinz Adalbert von Preußen übermittelte dem Der- llner Lokülanzelger aus Kiel durch de« Draht nachstehende Erklärung: Die Kundgebung des Prinzen Heinrich an alle Mitglieder des Hauses Hohenzollern, die mir lediglich durch die Zeitungen zur Kenntnis gekommen ist, zwingt mich für meine Person zu nachstehender Erklärung: Am 20. November habe ich mich durch ein Telegramm an den Bolksbeauftragten Ebert zur Verfügung der jetzigen Regierung gestellt. Im Gegensatz zu den Erklärungen des Prinzen Heinrich sehe ich allein in dieser die Obrigkeit, die mit allen meinen Kräften zu unterstützen ich für meine vornehmste Pflicht halte. Adalbert, Prinz von Preußen. ■ Die Addanknngsmklmde des Klonprinzen. TU. Wie die Deutsche Allgemeine Leitung erfahrt, ist die Abdankunqsurkuude nunmehr vom Kronprinzen unter- zeichnet worden. Die Wünsche der Welfen. TU. Die in Bremen abgehaltene Versammlung des wel- fischen Vereins verlangte in einer Entschließung die Wieder- gutmachung des Unrechts von 1866 und die Errichtung ines Bundesstaates Hannover. Der WailenstWand verlSusert. WTB. London, 8. Dez. Der interalliierte Kongreß besprach die Dauer des Waffenstillstandes, der wahrscheinlich verlängert werden wird. Die aUgemeine Friedenskouseren- wird in Paris wahrscheinlich Ende Januar pattfiuden. Das halte England. TU. Aus London wird gemeldet: Donar La« sagte in einer Rede, die Regierung beabsichtige, di« Auslieferung des früheren deutschen Kaisers zu fordern und ihn vor Gericht zu pllen. Eia Folge des Krieges müsse sein, daß man klar zeige, daß die Männer, die die Welt in diesen Krieg gestürzt haben, um selbst Vorteile zu erringen, zur Verantwortung gezwun- gen werden. Es fei gerecht, daß die Deutschen bezahlen. Man müsse aber zuerst prüfen, wieweit die Deutschen bezah- len können, ohne daß die Alliierte« selbst Nachteile davon haben. Dle englische Regierung habe einen Ausschuß ernannt, um diese Frage wissenschaftlich untersuchen zu lassen. Dle Alliierten wurden ebenfalls Ausschüsse zur Prüfung der glei- chen Angelegenheit einsetzen. Dana würde man Schritte tun, um diese Bezahlung zu erzwingen. England sei nicht bereit, Deutsche wieder auf englischem Boden zu begrüßen, und die englische Regierung werde nicht nur die jetzt internierten Deutschen zurückschickeu, sondern auch anderen Deutschen in Ankunft nicht erlauben, nach England zu kommen. WTB. London, 5. Dezj Ehurchlll erklärte in einer Wählerversammlung in Dundee, man brauche nicht zu fürchten, daß Deutschland mit einer leichten Strafe davonkommen 'werde. Die Strafe werde alles bishere an Schrecklichkeit übertreffen. (Das nennt man einen Frieden der »Verständigung" und der »Gerechtigkeit^.) Feiudllche Truppen für Berlin? WTB. Die Deutsche Allgemeine Zeitung berichtet: Wie der amerikanische Funkspruch Velmar berichtet, sollen alliierte und amerikanische Truppen Berlin zeitweise besetzen, um dort Polizeidienste zu versehen. Abreise Wilsons «ach Europa. TU. Aus Washington wird gemeldet: Wilson ist in De- aleiturm von Frau Wilson am Dienstag abgereist, um sich am Mittwoch an Bord-des Dampfers »George Washington" zu begeben, der sofort abfahren wird. Vor der Konferenz wird der Präsident mit Ll>md George, Ele^eneeau, Orlando und wahrscheinlich auch mit dem König Albert verhandeln. Er beabsichtigt, wahrend seines Aufenthalts in Europa Frankreich einschließlich der Schlachtfelder, ferner England und Ita- lft^ v''^li«-s^n'osse /v* Brüssel ru besuchen. Eine amerikanische Flotte wird Wilson von der französischen Küste entgegenfahren und den Dampfer ln den Hasen begleiten. Eine rheinIlch-WeWiische uMil? TU. Köln, 5. Dez. Die Bestrebungen zur Bildung einer rheinischen Republik im Rahmen des Deutschen Reiches fanden lebhaften Ausdruck in einer von der Kölner Zen- trumspartel einberufenen Versammlung. Nachdem der Führer des rheinischen Zentrums, Trlmborn, eine Darstellung des neuen Programm der Partei gegeben hatte, sprach Dr. Höber, der Chefredakteur der Kölnischen Volksztg., der scharf die gegenwärtige Regierung kritisierte. Nach stürmischem Bei fall wurde eine Entschließung angenommen, in der es heißt: Die Versammlung fordert die Vertreter des Volkes aller Parteien des Nheinlau'ves, Westfalens und anderer Länder a» Rhein auf, baldigst die Proklamierung einer dem Deut- scheu Reiche angehörigen selbständigen rheinisch-westfälischen Republik ln die Wege zu leiten. Das Vrogramm der Kriegsgewirm» und PermSgrnsftener. WTB. In der »Freiheit"' bespricht Dntlantikus bas Problem der Kriegsgewinn> und Vermögenssteuer vom streng sozialistischen Standpunkte aus. Er verwirft die anderen Methoden der Kapitalverringerung. Der Plan, die Kapitalisten durch eine Lohnsteigerung zu »expropriieren"', ist unreif und undurchdacht. Eine reelle Lohnerhöhung in einem sozialen Staate ist nur möglich durch Steigerung der produktiven Kräfte und durch eine geregelte Beschränkung des Kavitalprofits, deshalb die Vermögenssteuer. Wie sie Atlantikus vorschlägt, wurde sie bei Vermögen von 6000 bis 20 000 Mark mit 32 Prozent beginnen und steigen bei Vermögen Über 20 Millionen bis zu achtzig und neunzig Prgz. Eie würde nach der Abschätzung für 1914 des deklarierten preußischen Dolksvermogens einen Steuerertraq von 41,3 Milliarden ergeben haben. Unter den heutigen Verhältnissen würde das gesamte deutsche Dolksvermögen bei richtiger Erfassung und zwangsweiser Registrierung aller Vermögen mindestens das Dreifache des für 1913 für Preußen deklarier. Betrages erreichen. So kämen wir immerhin auf rund 124 Milliarden Mark Gesamtsteuerertrag. Daneben fei eine Kriegsgewinnstcuer erforderlich. Sitzung des voini-chen Landtages in Polen. WTB. Aus Posen wird gemeldet: Der Landtag wurde in feierlicher Welse durch eine vom Erzbischof von Posen- Gnesen zelebrierte Pontlfikalmesse elngeleitet, während der Reichstagsabgeordnete Prälat Stychel an die etwa 1500 Dele- gierten eine Rede hielt, dle in einem tiefen Dank an die Vorsehung für die Befreiung Polens von fremder Herrschaft ausklang. Nach der Andacht bewegte sich der Zug der Delegierten durch die von einer gewaltigen Menschenmenge um- säumten Straßen. Die erste Plenarsitzung wurde von dem Abg. Seyda mit einer Begrüßungsansprache an dle Delegierten' eröffnet, in der der Redner betonte, daß das neuentstandene Polen ein Volkspolen sein müsse, ohne irgendwelche Partelprivilegien und Glaubensbeschränkungen. Polen müsse unbedingt auf demokratischer Grundlage aufgebaut werden. Er sprach dem Erzbischof als Primas feinen Dank aus für fein Erscheinen, der seinerseits die Delegierten willkommen hleX wobei er auf die Gefahr der von Berlin aus- gehenden Bewegung einer Trennung von Staat und Kirche hinwies und die Versammelten ausgefordert werden, stets geaen ein solches Vorhaben zu stimmen. Die vorgenommene Wahl ergab als Marschall den Reichstagsabgeordneten ftir dle Stadt Posen Ravicki, als Vizemarschälle Herren aus Ober- schlesien, Preisen, Rheinland und Westfalen. Als erstem wird nunmehr dem Reichstagsabgeordneten Kocfanty das Wort erteilt, der Huldigungstelegramme verliest, die der Landtag an die Verfechter eines freien, geeinigten Polens, an den Papst, an Wilson, Clemenceau, Lloyd George, Orlando, das Brudervolk der Tschechen, die Jugoslawen, ferner dle Einwohner von Lemberg für die wackere Verteidigung und Befreiung Lembergs, das österreichische Schlesien und auch an den Feldmarschall Foch, dem die Polen zu ganz besonderem Danke verpflichtet seien. _ Aus WMerrtWM. DTB. Köln, 5. Dez. Vom 5. 12. ab mittags 12 Uhr ist sämtlicher Personen- und Güterverkehr von der links- nach der rechtsrheinischen Seite gesperrt. Brühl, 5. Dez. Hier ist ein Anfang mit der rheinischen Selbsthilfe gemocht worden, indem das hiesige Schloß, ein in der Kunstgeschichte so hochstehender Bau aus der Kölner Kurfürstenzeit, von der Stadt übernommen und der St. Sebostianus-Schtttzenbruderschaft mietweise überlassen worden ist. Koblenz, 8. Dez. Das Spielen mit Munition hot schon wieder in unserer Stadt Unheil angerichtet. Abends hatten Kinder Sprengkörper zur Entzündung gebracht. Die Folge war. daß in der Nähe sämtliche Fensterscheiben herausgedrückt wurden. Auch fiel an einzelnen Stellen der Verputz von den Wänden. Einer der Taugenichtse wurde erheblich am Kopfe verletzt. — Die Kriminalpolizei teilt mit: Von Zivil- und Militärpersonen wurde in die Stallung der Korpsschlächterei eingebrochen und daraus 300 Stück Vieh weggeführt. Es handelt sich um bayerisch-buntgeschecktes Rindvieh, das seuchenverdächtig ist. Vor Ankauf wird gewarnt. Düsseldorf, 5. Dez. Die Vertreter der Sozialdemokrati- schen Partei in dem A.S.R.. legten ihre Aemter nieder und forderten Neuwahl des Arbelterrates auf demokratischer Grundlage durch die gesamte Arbeiterschaft Düsseldorfs und Öffentlichkeit der Verhandlungen. Kempen, 5. Dez. Auf tragisch Welse kam der Flug- zeugsührer Plnks aus dem benachbarten Hüls ums Leben- Der aus dem Heeresdienst bereits Entlassene sollte noch ein Flugzeug fortführen. Dabei stürzte er ad und fand den Tod. Arnsberg, 5. Dez. Der Landrat erläßt folgende Be- kanntmachung: Wie ich erfahre, wird jetzt einzelnen Gendar- :ü.T • Mannschaften im Kreise zum Vorwurf gemacht, sie hatten in der Vergangenheit ihren Dienst zu scharf ausge- führt, insbesondere wären sie bei Beschlagnahmen zu ener- gifch vorgegangen. Die Gendarmen des Kreiser haben in av-n §OT«n nur «uT (ftrTflTeHTWjt Anordnungen Kn iBM- delt; sie haben in mustergültiger Weift ihren während dev Kriegszeit besonders schwierigen Dienst versehen und had^n wesentlich dazu beigetragen, daß die Lebensmütelvrrl0rqung des Kreises sich in geregelter Weift durchfuhren ließ. Wenn in einzelnen Fällen ein scharfes Zusassen nötlg war, so geschah dies im Interesse der Gesamthert. Herne. 6. Dez. Der A.S.R. erläßt folgende Bekannt, machung: Mehrere Beschwerden veranlassen uns. die Kauf- leute dringend zu ersuchen, ihrem Personal Anweisung zu geben, die K'.mdschaft in geziemender Welse zu behandeln. Im Gegenfalle sehen wir uns zu anderen Maßnahmen gezwungen. Dasselbe wird aber auch von den Käuftrp gegenüber den Perkäufern erwartet. ' , Bocholt. 8. Dez. Gegen die beabsichtigte Trennung von Klrche und Staat hatte sich ln einem Telegramm an de" Dolksbeauftragten Ebert der hiesige Arbeiter- und Soldaten- rat gewandt. Hierauf ging folgende Drahtantwort aus Berlin ein: »Wir bitten, der Beunruhigung im Münster- lande durch dle Erklärung entgegenzutreten, daß eine überstürzte Trennung von Klrche und Staat von der Regierung nicht beabsichtigt wird. Dortiges Telegramm ist an das Pnu- bischen Kultusministerium abaegeben. Reichsregierung. Ahaus, 6. Dez. Im hiesigen Kresse ist in den letzten Tagen das Marlnekorps in Stärke von etwa 80M0 Rraim einauartiert worben und wird von hieraus demoblUsierr. Stadthagen. 8. Dez. Bor 300 Jahren (1618) wurde hier von dem Fürsten Ernst von Holstein zu DUckeburg im Anschluß an sein 1610 gegründetes Gymnasium eme Uni- versitat errichtet, die bald zu einer Pfleqstütte der Wissenschaft und Kunst für Westfalen und Niedersachsen wurde. Im Jahre 1621 wurde sie nach Rinteln verlegt. König Ierome von Westfalen hob dle Srnestina auf. weil er sich den Luxus von fünf Hochschulen m feinem Lande nicht glaubte leisten zu können. ' Ans Mer Wett. Die Kosten des ASR. ■ a WTB. 'Gegenüber der durch eine Korrespondenz verbttk- Mt Nochrvck»t, daß der Finanzbedarf der AS.-Räte bisher E Millionen matt betragen habe, schreibt die »Freiheit : Wir haben bereits darauf hingewiesen, daß diese Angabe srm>n deshalb stärksten Zweifeln begegnen müsse, weil es ja bisher gar keine Möglichstest geben konnte, eine halbwegs zuverlas, fige Berechnung der von den AS.-Räten in Anspruch genom. nwnen Beträge vow.unchmen. Dle allerverschiedensten Stel- len, Dutzende, vielleicht sogar Hunderte wären da zunächst zu befragen. 800 Millionen sind eine völlig haltlose De, önuvtünL Gold für den Kaiser? TU. Die der Vorsitzende des Arbeiter- und Soldatenkate« in Hamburg gestern erklärte, ist ihm die bestimmte Kunde geworden, daß 20 Sack gemünztes Gold dem Grafen Dentink. dem Gastgeber des Exkaisers, übersandt worden seien. Di- Sendung sei für den Kaiser bestimmt gewesen. Heringe für Deutschland. TU. Wenn die norwegische sozialdemokratische Presse «cht unterrichtet ist, wird die Regierung Norwegens uns mit Heringen aus Heeresbeständen beliefern. In Stcwanger sollen 50 ÖOO Faß liegen, deren Abtransport nach Deutschland in Vorbereitung sei. Prag, 8. Dez. In dek gestrigen Sitzung der tschechischen Nationalversammlung wurde der Gesetzentwurf auf Abschaf, fung des Adels, der Orden und der Titel nach einem Bericht des Derfassungscmsschusses einstimmig zum Beschluß erhoben. ' Heimkehr der Schwerverwundeten aus England. TU. Die englische Regierung beabsichtigt, wie das Der!. Tageblatt hört, die in englischer Gefangenschaft befindlichen Schwerverwundeten und die Zivilinternierten demnächst nach Deutschland zu schicken. Ä . A«g Holland, 5. Dez. Wie von der Insel Wieringen mitgeteilt wird, hat der ehemalige deutsche Kronprinz sich ein Paar HolzschuheMie übliche Fußbekleidung aus der Insel, gekauft und maM darin seine Spaziergänge. Bewacht wird er nicht, er kann sich auf dem kleinen Eiland ftei bewegen. Die Jungen und Mädchen beschenkt er mit Schoko- lade und anderen Näschereien. — Die Ausfuhr deutscher Steinkohlen nach Holland ist zurzeit unterbrochen. Die mo- nailiche Lieferung sollte 120 000 Tonnen betragen; davon liefert jetzt England 60 000 Tonnen, so daß noch 60 000 To. fehlen. Die Förderung von Stein- und Braunkohlen im eigenen Lande wird möglichst vergrößert. 50 000 Todesopfer der Grippe in Südafrika. WTB. Lord Durton kündigt an, daß die Grippe unten der weißen und schwarzen Bevölkerung Südafrikas bis jetzt Uber 50 000 Todesopfer gefordert habe. Bmmschte?. • Zum Postverkehr in den Weihrrachtstogen. Dom 16. bis einschließlich 24. Dezember treten im Paketverkehr die nachstehenden Beschränkungen ein: 1. Zur Beförderung unter Wertangabe (bis 100 Jl u. über 100 werden von Privatpersonen nur solche Pakete angenommen, die aus- schließlich bares Geld oder Wertpapiere, Urkunden, Gold, Silber, Edelsteine oder daraus gefertigte Gegenstände enthalten. Pakete mit anderem Inhalt sind während der angegebenen Zeit von der Versendung unter Wertangabe ausgeschlossen. 2. Eilbestellung ist für diese Tage bei gewöhn- lachen Paketen nicht zugelassen. 3. Zur Beförderung als »drünsend* werden während der angegebenen Zeit Pakete von Privatpersonen nicht angenommen. • Die deutschen Sparkassen im Oktober. Trotz ber un- günstigen Zeitverhältnisse und der Geldhamsterei sind den deutschen Sparkassen auch im Oktober gewaltige Summen zi^eflossen. Die »Sparkasse", dag Amtsblatt des Deutschen Sparkasftnverbandes, schätzt den Zuwachs der Spareinlagen bei allen deutschen Sparkassen für den Oktober zusammen auf 300 Millionen Mark. In der ersten Halste des November drohten den Sparkassen stärkste Abflüsse, doch ist inzwi- chen wohl überall eine Beruhigung der Sparer eingetreten, odaß auch für den November mit einem stattlichen Zuwachs rer Spareinlagen gerechnet wird. Staßfurt, 5. Dez. Der Kinnbacken ausgerissen wurde einem jungen Mädchen aus Staßfurt, das an Zahnschmerzen litt. Gin auf Besuch weilender Onkel konnte das Jammern der Gepeinigten nicht mit anhören. Er überredete daher die Nichte, sich von chm den Zahn ziehen zu lassen. Nach vielem Zureden willigte das arme Schlachtopfer eln. Der aemüts volle Oheim schlang um dorr kranken Zahn ine Dvcchtschlinge — Mndfaden halt nicht meinte er — und zog mm aus Leibeskräften. Trotz des entsetzlichen Gosch: ies der Gefolterten zog der brave Onkel rubög weiter, bis dev. Za.hn heraus war und die Kinnlade auch? Jetzt lrer.t Lasj arme %xim im Krankenhaus in Will dem H ssrl! n, 13. Dez. Tcr ^Volwäfts" schreibt fy\V nn feer Sp'tz' seiner Abendausg-ib' Jnfo'che der g.C>- meinen Lage und et netz. stärmi'ch geäutzectm W-:rsi.Z der Bevölkerung werden vermutlich die Woh'> Nct oraivcrsammlMg zu einem s uh. n ursp ünglich ong - ommencn Termine stattstnd?n. -im Sfadi sf?-:rt Ca»d. * In der lktztin Sitzung des A. u. S. Rotes in Darmstadt trnube scharf kritisiert, daß de. ?og ßvttß zttdwr§ r-tcht b,m Beispiel der übri^n Fürsten folge und offiziell auf f. n Thron v züchte. Es sei zu befürchten, daß a Rheinbund mit d"m'^ro<- Herzog an der Spitz, - b'.lden w?rr-e. Für einen Grotz- herzog sei jetzt in Hessen kein Platz mehr. Entweder solle fliehen, ober cr müsse interniert werden, wenn er nicht abdanke. Bei der Frage der Seguestration b^s Vermögens der grotzherzoglichkn FamUke erklärt d^ Ministerpräsident Ulrich, daß sich die Regierung w?t dieser Frage schon eingehend beschäftigt Kobe, es sewn ober allgemein rechtliche, polnische und wirtschoflll.L Berhä-tniffr in Betracht zu ziehfn. ^ Wertere GKrttisorrver'legrrngetr. Zu den fcor einigen Tagen gemeldeten Garnisonverlkgungen ist nach- zutragen: Es find verlegt worden dis stellvertr>teni>- 41. Jnf.-Brig. von Wiesbaden ^ach Bad Orb 42. Jnr. Brig. von Frankfurt nach Wetzlc-r, 49./50. Inf.- Bilz. von Darmstadt nach Friedberg, KraftfuhL-E.s.-Äbt 18 von Frankfurt nach H u n s-e n , Nahkampfmitrelpa.k Bat. 408 von Kelsterbach noch Schlierbach, Blutunte^ iuchungsstelle 23 von DarmsLadL nach Hanau, Ldst -Inf - §rs-'Bat, XVIII/31 von Frankfu t nach 5Nllenburg, Ldz.- ^nf. Ers.-Bat. XVIII/36 von Docmstodt nach Schott n ^m/b8 von Mainz nach Haiger,^ ^dst.^nf.-Ecs.'Bt. XVHI/4Z von Worms noch Linder.fels, ^§- 3nf. Ers.-Bt. XVIII/27 von Limburg nach Weikburg, 1. Ers.-Masch.'Gew Komp, von Mainz nach Tr Mb.-Pl. ^rb, 2. Ecs.-Masch.^Gew.-Komp. von Darmstadt nas Erbach, 4. Ecs.-Masch. Gew.-Komp, vrn Darmstadt nach Bensherm. , ^ r %$,**£}*, Crkflrssrrrrg dee eittheimfscheu LattdwLrt,chafMchen prunkte, Die außeiocdent- ich ernste Lage, die sich für die Versorgung Deutsch. Lands M's dem Fortfall der besetzten Gebote und der Verzögerung der von der Entente bezw d.n Vec-iumren Staaten in Aussicht gestellten Hklfelmiung ergeben, hat, zwwgt zur schalsten Enossung d.x einh.'mischen P o cuktwn; nur eine rastlose und cückhalislose E.fülluna der Anlieferung^ Pflicht von Se ren aller Erzeuger wo b c;e zur Zeit höchst u»wr"'stwe Einähinngsioge so weit gu vtstkln Vermögen, datz die schlimmjl n Gefahren sudle Lolksgesunvhtit Me öffntltche O doung obge- wenoet werden können. Zn beiden Btreue der Erz u^r; wrnn sie m ihren Lei« Jungen m dieser oller,chwitsten Zeit der nächst n -Lloch^n Versagen, droht weiten KcMeir in dev Hovpt- wohnbezitkm d-r Hungcrtypht.>. M die Ocdemkrank Dmifchm M OM-Versammlung sowie zm hessischen Volkskammer hat sich auch hier eine »retfclMtatioitaleit Uoiksparsci gebildet Anmeldungen zum Beitritt nimmt entgegen Oberpostsekretär Uohlhsje. Bückingstraße 2. Ein- öffentliche GrÜNöANgZ-VersammlUNg findet statt: Freitag,' den 20. Dezember, abends 8 Uhr, im Stadttheater. Näheres später. fi€i ß iflon-lckeilmaschine Leicht« Erlernbarkeit! ©rosse Banerhaftlgkeit! Sofort lieferbar! Preis kampl. Mk. 250*—. Verlangen Sie Prospekt! 410-Sclirdbinasclinen §. a. b. H.. Berlin W. SS|19 9Eanerstrasse 83—84. TLLös» esx DerCaNk Genaue Anleitung Lbev Anbau, Pflege, Beizen u. Verar beitung zum eigenen Gebrauch. Den Freunden der Selbsthilfe zur Linderung der Tabaknot gewidmet. — Preis 1.25 Mark. Verleger: Th. Langenbach, Schrvanhetm a. 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