I Bezugspreis 80 pfg. monatlich vierteljährlich 2,40 Mk., vorauszahlbar, frei ins Haus. Ab ge holt in unserer Expedition oder in den Zwerge ausgabestellen vierteljährlich 1,80 Mk. — Erscheint Dienstag, Donnerstag u. Samstag. — Redaktionsschluf; früh 8 Uhr. — Für Aufbewahrung oder Rücksendung nicht verlangter Manuskripte wird nicht garantiert. Druck der Greffener Werlagsdruckerei, Albrrr Klei«. Rr» 111. Telephon Nr. 382. — III II! II ■ITTT—IW'■Ülllimilll—1—■—Ü Expedition: Südanlage 21. Donnerstag, dm 5. Dezember 1918. gnzcigenpreis 24 P die 44 mm breite Petitzeile, für Auswärts 86 Pfg. Die 96 mm breite Reklame-Zeile 100 Pfennig. Extrabeilagen werden nach Gewicht und Größe berechnet. Rabatt kommt bei Ueberlchreitung des ZahlmrgS- zieleS W Taae), bei gerichtlicher Beitreibung oder bei Konkurs in Wegfall. Playvorschriften ohneVerbindltchleir. Verlag der „Gietzener Zeitung". Gießen. n AHn ’nrj n aKj**nxw *mmiMmrMrMmß>,v t im w u m i u n m >> 11.. Telephon Nr. 3SS. 31. Jahl'g. CUcra^f 3br Holz fein mii§st. Von Lenno ReifLttber 9 . Weil ihr so mv wäret, mdl ihr hungrig wäret, weil ihr müde wmet und ruch bo:1> geschlafen habt Wie kein Voll der Erde. Mit taufende von Gummi bereifte» Lafikrofiwogen warf Fach auf glatten Straßen leine Reserven euch ntf* gegen ; ihr mühet euch mit Erflnbereift-n, die Löcher in die Straße rissen, die auf Ketten gestützt meterweise vorrückten. Mit schlechtem Betriebsstoff — Benzol — lttspeist sprangen die Motore nutzt an. Nur die F'ieger durften da« wenige Benzin verbrauchen. Unsere Personenwagen fuhren ouf Holzrädern, selbst den Sanitsts- wagen sehtte der Gummi. Eure Kanonen gaben Tausende von Schuß mehr heraus als man je berechnet hatte. Die Franzosen hätten sie längst zum alten Eisen geworfen. Jh- mußtet mit elenden Psirdm sie wieder zur Weiklatt schleppen Geschütze die unsere Gegner im November 1917 an der LaBcmx-Ecke eroberten, fanden wir im Juni 1918 noch an Ort und Stelle vor. So wenig brauchten die drüben Material. Wir haben beim Rückzug von der Marne diesis Jahr Pf rde und Mann zum äußersten ang"- strengt, um unser Material zu retten. Mit sechs Pferde« vor Geschütz und Wagen nickten die Batterien 1914 ans — v «r elende ausgemecgelte Tiere zich°n sie j tzt zurück. Wie haben euere Pferde hunflcrn muffen. Preßheu und künstliches Gemisch aus Häcksil und gudn wurde ihn n Vorgesetzl. Sind die Pfnde nicht 80 Kilometer gcfchrm, um ttn paar Butt ^trog zu holen? Und wa8 hat man von euch verlangt beim MunitionSheranschaffen, von euch und e.ere« Tieren s Mit bwttndem Herzen hMihc aus den Nr men Tag und Nackt tue lctztrn Kräfte herausc preßt Schon längst sin'» die Sättel im Handpferde verschwunden, die ledernen Züge! durch Stoffe ersetzt. Die drüben hotten Gummi, Seide Alluminium. Ist es da sine Kunst, Flu-z. uge zu bauen? Mit E.satz Noffen Hab n wir unsere Apparate zusammengeleimt, oft NU, Benzol angctrtebkn. Und wah-Iich. unsere Flieger sind nicht schlecht grflogm. Jnh.elong uhk,n ans unseren Äahngleissl? die Lokomotiven ohne die uotwendixsten Reparaturen, mit schlechten Oft grölt, undicht, kaum eine Steigung überwindend. Bei fecm Uebeiflvß hat, vo>. d r Quai des Trommel, feuers, wenn nichts ua Mageü ,st'g!s ein Stuck hartes Kciegsbiot, dos tagelang auf dem Tornister getragen worden ist. Was holt du für einen armen Krieg sührm müsse«! Was hat man dir für einen Kaffee vo. gesetzt. Wie war dos Brot auf das Gramm abgewogen, wie kümmerlich dos bißchen Marmelade im Poppkacton empfange«. Schlechtes Seif.npulvc'.. gab man euch, Luchenblä tec zum Rauchen. Und ihr habt euch doch geschlagen. Seid stolz, flid stolz! Wer h at gesiegt? Die di üben, die alles hatten? Die schwarz, und Gelbe euch entgegen hetzten, die Ameri- kavir horanführten, mit der ganzen Welt sich verbände«? Oder ihr, dw ihr überall sein mußtet, in Finnland, Aegypten, in der Ukraine, im Westen? Ihr, die ihr nun alletn stundet, verlassen von Bundesgenossen noch ärmer als ihr se!bst Du zi Heu sie über den Damen-Weg, üb r dtc CoteLorraine, wer den Kemmelberg, im Schutz ihrer Panzerwagen, ihrer Tausenden von Geschützen, wohlgenährt, in Hellen Haufen; wo rhr gestanden habt I lange Jahre, bittere lange Stunden, mit brennendem I Magen, keinen Trost im Herzen als das eiserne: ich muß! Ihr seid die Sieger! Hut ab vor euch, Leute aus dem Schützengraben Laßt euch den Stolz nicht nehmen, kein Auge drüben darf so leuchten wie das eure. /ins bellen Hessischer Arbeiter- und Soldateurat Darm- siadt. Zunächst wurde ein Schreiben dcr Industriellen- Vereinigung verlesen, in dem diese um Aufnahme von drei Vertretern in den A.- u. S. Rat ersucht. Dies soll später entschieden werden. Bürger Knaus bringt Beschwerde über den großen Beamtenappart bei der Gendarmerie und die Doppelbesetzung der Stationen mit Vorgesetzten und Untergebenen vor. Bürger Wolfs stellt fest, daß wir durch die maßgebenden Persönlichkeiten und Behörden über die Ursache, den Fortgang und Verlauf des Krieges in gröblichster Weise belogen worden seien. Unser en zwei Millionen Toten seien wir cs schuldig, jetzt nach dem verlorenen Kriege von den verant- wörtlichen Personen, zu denen Wilhelm 2., Bethmann- Hollweg, v. Tirpitz und von den Alldeutschen Stinnes, Thyssen, Krupp u. a. gehören, die den Krieg verlängert haben, Rechenschaft zu fordern. Bürger Loos führt aus, wie sehr wir unter dem Eindruck dieser wahrhaft erschütternden Anklage stehen, wie wir jetzt nach über vierjährigem Kampfe, am Ende unserer Kraft, noch ungeheueren Opfern, hören müsse», daß wir zum größten Teil den Krieg selbst verschuldet haben. Wtc sind dankbar für die jetzt errungene Freiheit, aber die Schuldigen müssen im Andenken an unsere Gräber verfolgt werden. Es wird beschlossen, eine entsprechende Forderung an die Reichscegierung zu stellen. Einer Anregung des Bürgers Wolfs, betr. die Wegschaffnng sämtlicher Bestände der militärischen Depots zur Nutzbarmachung für die Be völkerung, wird zugestimmt. Rohstoffvrrforgttttg der heimkehreriden Krieger. Der Bund der Bezugsvereinigungen deutscher Ge- werbszweige hat Vorsorge getroffen, den heimkehrenden Kriegern, soweit es Gewerbetreibende sind und Klebstoffe benötigen, solche ouf schnellstem Wege zu beschaffen. Es sind deshalb alle Landesstellen mit einer größeren Anzahl sogenannter Blanko-Bezugsscheine mit dem Aufdruck „vorläufige Kriegszuteilung" ausgerüstet worden. Es handAt sich um Bezugscheine: a) über 5 Kilo Knochenleim I für Tischler, Stellmacher, Wagenbauer, Sattler, b) über 75 Kilo Malerleim 4V 2 Kilo Qucllstäcke ohne Füllstoff für Maler, Anstreicher, Weißbinder, Tapezierer. Die heimkehrenden Handwerker des Kreises Gießen wollen sich zwecks Beschaffung eines Bezugscheines an die Rohstoffverteilungsstelle des Octsgewerbevereins Gießen, Kirchstraße 16, 1. Stock Zimmer Ny. 5 wenden. Arbeitsbeschaffung und Rohstoffversorgung für Handwerker. Am letzten Freitag fanden sich im Gewecbehaus die Vorsitzenden der hiesigen, im Gewerbe- Verein gebildeten Fachvereinigungen zusammen, um gemeinsam mit dem Vorsitzenden des Ortsgewerbevereins Prof. Dr. Krau^rnüller und dem Leiter der Handwerkec- beratungsstelle H. Kirchner etru? Aussprache über Arbeitsbeschaffung und Rostoffversocgung für das Handwerk herbeizuführen. Bei dieser Gelegenheit wurde festgestellt, doß für einzelne Be'.ufszweige Aussicht auf genügend Arbeitsaufträge best, hi, die eine normale Fo tführung b^.w Wiederaufnahme der Betriebe ermöglichrn Hierbei werden auch die von anderer Seite bereits getroffenen Maßnahmen sörd^clich fein. Bei anderen Betriebszweigen dagegen sind die Ansfichten aufU berweisimg von Austräger, außerordentlich gering. Was die Rostoffversoigung an- langt, so leiden die einzelnen Beulfszwetge durchweg an dfm Mangel an geeign^n Rohstoffen. Durch Verhandlungen mit d m Kitegsausschuß für Ersatzfutter, sowie der Handwerker - ZenNolgenossenschait soll etrc Klärung dieser Frage herbergesüy't werden. Im weiteren Verlaus der Verhandlungen machte Dc. Krausmüller I nach Mitteilung von der in Aussicht genommenen Lehr^ I lingSvermittlnngsstrlle, die allen Handwerkern und Lehrlingen unentgelrlich zur Verfügung steht. Außerdem, ist beabsichtigt, die Mitglieder des Ortsgewcrbcvereins bei der. Führung der Bücher in geeigneter Weise zu unterstützen. Reisebeschräukttugen in das Sperrgebiet. Die Sperrgrenze ist Obecerbach, Fehl - Ritzhuufen, Runkel, Usingen, Holzhausen (Oberhessen), Dortelweil, Gronau, Bischofsheim - Rumpenhetm, Mühlheim a. M., Bieber, Oberroden, Dieburg, Groß - Zimmern, Ober-Ramstadt, Zwingenbecg (Hessen). Wer in das Sperrg-biet reist, versteht sich am besten mit Rückfahlkarte für den gleichen Tag, andernfalls muß für die Rückreise eine besondere polizeiliche Bescheinigung beigebracht werden, was'sehr schwierig und zeitcaubmd ist. Fahrkarten dürfen ionst für die Rückfart nicht verabfolgt werden. Arbeitecfahc- karten und Zeitkarten für den Berufsverkehr erleiden kerne Beschränkung. Der Gepäck- und Expreßgutverkehr aus dem Sperrgebiet hinaus ist bis aus weiteres aus- gkschlossen Es darf nur ein Stück Handgepäck mitgenommen werden. HandwerKslrhrttnge. Jetzt macht es sich schon bemerkbar, daß cs schwer hält, die ungelernten Arbeiter insbesondere die jugendlichen, zu beschäftigen, während gelernte Handwerker noch überall gesucht werden. Die Heranbildung des Nachwuchses im Handwerk hat in brr: Kriegszeit volkommen geruht. Für die jungen Leute, die während des Krieges in der Kriegsindustrie oder sonst beschäftigt waren, dürste cs sich d-shalb jetzt r.och empfehlen, ein Handwerk zu erlernen oder zu der bereits ongefangenen Lehre im Handwerk Zurückzukehren. Hierdurch ist ihnen später ein bffseces Einkommen und eine beständigere Beschäftigung gesichert. * Grosien-Kttseck. Am letzten Sonntag fand auf Anregung des Beznksverbands Gießen der Octsgewe^b:. Vereine bei Gastwirt Aug. Geclach eine außerordentlich gut besuchte Versammlung statt, Zu der außer drn Mit gliedern des hiesigen Oitsgewerbevereins ;ämtliche htesi- gen Gewcrb.tceibendcn eingeladen waren. Nach einer Begrüßung durch Prof. Dr. Kcausmüller'Gießen, der aus die Wichtigkeit eines Zusammenschlusses dec Gcwcrbc- treibenden Hinweis, hielt Berustgenossenschastssekretär H. Kirchner-Gießen einen Vortrag über das »me Umsatz- steuergesetz. Redner behandelte zunächst den Umfang der Steuervflicht, die Bffeeiungsvoischriften sowie den Steuersatz usw. um sich dann mit der Duchführungspflicht, der Steuererklärung sowie dem Rechtsmittelweg zu beschäftigen An den Vertrag schloß sich eine rege Au^- spräche, die sich auch auf Rohstoffversorgung, die Ein« richtung eines Kursus für einfache Buchführung und sonstige Handwerkecfragen erstreckte. Mainz. Oberhalb der fliegenden Brück, wurde Zum Ucbergang unserer. Truppen aus das rechte Rheinuser für die Dauer von mehreren Tagen eine Pontonbrücke aufgeschiagen. Für die Schiffahrt ist während dieser Zeit eine 72 Meter breite Rinne fcetgelasscn, die indessen nur mittags von 12 bis 3 Uhr offen ist. In der übrigen Zeit bleibt die Rheinschiffahct an dieser Stelle ge- schlossen. Zur Flucht iu die Oeffenllichkeil sieht sich der seit 175 Jahren im Verlage des evangelischen Waisen- hauscs zu Hanau erscheinende „Hanauer Anzeiger" gezwungen, der im Wege einfacher Anordnung zum Pupli- kationsorgan des Hanauer Arbeiter- und Soldatenrats bestimmt wurde. In dem Blatte erscheinen jetzt nicht nur die amtlichen Veröffentlichungen der oben angeführten Stelle, vielmehr ist cs zum großen Teil mit Artikeln ausgcsüllt, die aus der Feder von Anhängern bei un abhängigen Sozialdemokratie, insbesondere der Spartakusgruppe stommen. Beschwerden bei dein vom Arbeiter-' und Soldatenrat eingesetzten Landrat und Polizcidicektor sowie bet dem Ministerium des Innern haben bishe keine Abhilfe gebracht. Wohin soll solches Vergehen gegen Preßfreiheit und Sicherheit des Privateigentums führen? Ist das sozicstdemokcatifche Freiheit? Sie Sozialisierung. Den veutschen Nerven werden überaus harte Proben zugemutet: Der Krieg, der Waffenstillstand, die Revolution. ES soll weiter folgen die Sozialisierung. Verstaatlichung der wichtigsten Betriebsmittel. Der Plan besteht, und eine Kommission zur Prüfung der Einzelheiten ist eingesetzt worden. Es scheinen zunächst die Produktionsgruppen Kohle, Eisen, Chemische Industrie, Elektrizität in Betracht kommen zu sollen. Es wird aber auch vom Großgrundbesitz gesprochen. Tatsächlich liegt die Sache jo. daß, wenn mit dieser Sozialisierung ein Anfang gemacht wird, das Ende schwer abzusehen ist. Die neue Regierung übernimmt damit eine sehr hohe Verantwortung. Schon der Plan schafft Beunruhigung und lähmt die Unternehmungslust, da seine Wirkungen auf die Gesamtheit der industriellen Betriebe. auch auf die, welche selbständig bleiben sollen, nicht leicht zu ermessen ist. Diese gedrückte Stimmung ist um so erklärlicher, als zugleich die Industrie den Erwerbslosen Arbeit geben, soll, und die Ernährungsschwierigkeiten bekannt sind. Wir sind heute so .weit gekommen, daß wir so leicht nicht mehr vor irgend etwas erschrecken. Wir hatten im Kriege bereits die Rationierung der Lebensmittet und der wichtigen Rohmaterialien, aber der private Besitzer blieb doch unangetastet, wenn auch das Reich über sein Eigentum verfügte. Der Reichstag hat im letzten Sommer ebenjalls ein Stück Sozialisierung vollbracht: indem er das neue Branntweinmonopol genehmigte. Aber beim Branntwein kommt kein Fabrikat in Betracht, das unsere Welthandelsstel- iung wesentlich beeinflußt. Es wären auch wohl noch andere Monopole zur Erhöhung der Einnahmen erschienen, aber man würde kaum so weit gegangen sein, das gesamte industrielle und gewerbliche Leben vom Staate abhängig zu machen, wie es bei der Sozialisierung von Kohle und Eisen geschehen müßte. England plant ein elektrisches Strom- und Kraft-Monopol, will also auch nicht die Industrie als solche verstaatlichen, sondern hat nur den Steuerzweck im Auge. Daß eine Verstaatlichung auch heilsam wirken kann, sehen wir bei der Eisenbahn und bei der Post. Aber auch hier ist der individuellen Tätigkeit des Einzelnen noch Spielraum gelassen, Kraftwagen und Schifffahrt machen der Eisenbahn noch Konkurrenz. Bei der Sozialisierung der Betriebsmittel haben wir aber mrt einer Belastung der Industrie zu rechnen, die das gesamte Ausland nicht kennt, die also die Fähigkeit unseres Wettbewerbs auf den Weltmarkt gefährdet. Und ein so guter Abnehmer seiner gewerblichen Fabrikate das deutsche Volk selbst ist, jetzt, nach dem Kriege wird es nicht die Kaufkraft entfalten können, die nötig ist, um die wesentlich gestiegenen Löhne der arbeitenden Bevölkerung aufzubringen. Wir müssen viel einnehmen, und dazu gehört großer Unternehmungsgeist und starke Produktion. Und dazu gebrauchen wir das Ausland, das durch kaufmännische private Tätigkeit neu gewonnen werden muß. Noch zu erwähnen ist die Rückwirkung einer Sozialisierung auf die Tätigkeit der geistigen Arbeiter, die im Dienste der Industrie tätig sind und die wesentlich dazu beigetragen haben, sie groß zu machen. „Ohne Profit raucht kein Schornstein", hat schon vor Jahren selbst August Bebel gesagt. Wer sich müht, will auch davon etwas haben, und zwar so viel, als ihm sein Erfolg wert dünkt, nicht so viel, als ihm. der Staat zu zahlen für gut befindet. Darauf besteht schon der intelligente Landarbeiter, der in der SvzlckNsterung wohl eine Programmnummer, aber keine praktische Förderung seiner Interessen erblickt. Die Unternehmungslust und der wirtschaftliche Wettbewerb brauchen Selbständigkeit, freie Sonne, Luft und Licht, damit sie sich natürlich entfalten können. Mit erheblichen Lasten können sie sich abfinden, aber nicht mit der Schaffung einer Existenz-Grundlage, welche die Konkurrenz nicht kennt. Und von einer internationalen Sozialisierung ist nichts zu merken. Wir säßen damit fest, wenn schließlich England und Amerika billiger die Produkte lieferten, als wir sie zu geben im Stande sind. Es gibt keine Unmöglichkeiten mehr, so kann man beinahe sagen. Sie RepnM Wringen. Don Rechtsanwalt Dr. Gutmann in Gotha. Nur eine Stimme hört man darüber, daß die Thüringer Kleinstaaterei, die sich wie eine ewige Krankheit sortgeerbt hat, aufhören muß. Aber schon darüber gehen die Ansichten auseinander, ob man eine Republik Thüringen als Teil des Deutschen Reiches wünschen, oder ob man nicht besser für einen deutschen Einheitsstaat einrreren soll, in dem es keine Bayern, kerne Sachsen, keine Thüringer, sondern nur Deutsche gibt. Ob es überhaupt wünschenswert wäre, daß wir zu einem deutschen Einheitsstaat, zum Wegfall der Bundesstaaten gelangten, daran sind erhebliche Zweiter möglich. Der Süden Deutschlands hat zum Teil andere Lebensbedingungen als der Norden, der Osten andere als der Westen. Die Bevölkerung ist zum Teil verschieden geartet und hat noch manche Stammesergenarten. Die Einzelstaaten werden eine Garantie dafür bieten und darüber wachen, daß Ideen und der herrschenden Richtung nicht bequeme Bestrebungen nicht durch Gewalt oder Mehrheitsbeschlüsse willkürlich niedergehalten werden. Wie es in den einheitsstaatlichen Demokratien aussieht, zeigen uns Frankreich und England, deren Hauptstädte Paris und London, obwohl ihre Bevölkerung nur ern Siebentel bis ein Zehntel des Landes ausmachen, doch ihr ganzes Schicksal beeinflussen und bestimmen. Ist es ein Zufall, daß die freiesten und blühendsten Republiken der Erde, die Vereinigten Staaten von Amerika, bundestaatliche Republiken sind? Dort gedeihen neben der Hauptstadt Washington Neuyork und San Franzisko, Chicago und St. Louis, neben Bern, Zürich. Gens und Basel und andere Städte, neben den industriellen auch die landwirtschaftlichen Staaten. Wird dort der Bundesstaat demokratisch regiert, so hindert nichts die Ernzelstaaten in Amerika, sich von der republikanischen Partei, in der Schweiz von der ^beraten oder sozialistischen beherrschen zu lassen. Me sozialdemokratischen Landtagsabgeorßnelen der Thüringischen Staaten waren die ersten, Oie schon vor dem Umsturz in Konserenzen und Programmen für den Staat Groß-Thünngen eingetrelen sind. Jetzt ist die Zelt da, die Worte in die Tat umzusetzen. Da droht eine andere Gefahr: Koburg und Teile von Sachsen- Meiningen erstreben den Anschluß an Bayern, Teile von Sachfen-Altenburg und Reuß an das Königreich Sachsen. Teile von Sondershausen i nd Weimar an Preußen. Mögen einzelne abgelegene Teile und Enklaven zweckmäßig Anschluß bei den Nachbarstaaten ' suchen, die Republik Thüringen hat unbestreitbar ihre Berechtigung und ist lebensfähig. Unselige und unzählige Teilungen haben das ehemals einheitliche Thüringen zerspalten und zerrissen, das Gefühl der Zusammengehörigkeit in der Bevölkerung tonnten sie nicht brechen. Die ganze Kultur, Sitten, Gebräuche und Lebensgewohnheiten hat die Bevölkerung gemeinsam einschließlich der untrennbar zu Thüringen zählenden preußischen Kreise Schmalkalden, Schleusingen und Ziegenrück. (Bei den Kreisen Erfurt, Langensalza und Mühlhausen mag das zweifelhaft, vielleicht späterer Feststellung und Beschlußfassung überlassen fern.- In einem stärkeren Maße haben sich gemeinschaftliche Einrichtungen trotz der bisherigen Schwierigkeiten durchgeseht: Universität, Oberlandesgericht.Oberverwaltungsgericht, Versicherungsanstalt, Oberversiche- rungsamt. Alle nicht bloß lokalen Vereine mit politischen, geistigen, sozialen, wirtschaftlichen und sonstigen Tendenzen haben ihren „Bezirksverband Thüringen". Geographisch, Verkehrs- und handelspolitisch bildet Thüringen ein Ganzes. Die Lebensfähigkeit unseres Thüringer? Staates ist bei dem Fortfall der vielen fürstlichen Zivillisten und Apanagen, bei dem Anfall der Domänen bezw. der Steuerpflicht der fürstlichen Güter, bei der Vereinfachung der Verwaltung außer allem Zweifel. Man darf annehmen, daß dieser Staat finanziell sogar günstiger dasteht, als die anderen Freistaaten des Reiches, jedenfalls als die meisten. Wer wollte da noch schwanken, ob sich ganz Thüringen zu einem Staat zusammenschließen muß, oder in der Deutschen Republik untergehen oder sich im Anschluß an die Nachbarstaaten zersplittern soll? Die Liebe zu unserem Volke, zu unserem Lande und zu unserem Thüringer Wald schmiedet uns zu einer Einheit zusammen. Wir wollen nicht Preußen, nicht Bayern, oder Sachsen werden, sondern bleiben, was wir waren: Thüringer. Kaiser Wiihr'm «ni> Kr!eg-«bmch. Professor ^Wegener, der bekannte Kriegsberichterstatter, hatte am Tage vor der Kieler Revolution eine längere Unterredung mit dem Kaiser. Wilhelm II. sagte u. a v : „Die ganze Politik der letzten Wochen vor dem Krieg haben Bethmann Hollweg und Jagow allein gemacht. Ich wußte überhaupt nichts mehr davon. Sie haben mich ja durchaus wider meinen Willen nach Norwegen geschickt. Ich wollte die Reise nicht machen, da die Gespanntheit der Lage nach der Ermordung Franz Ferdinands auf der Hand lag, — aber der Reichskanzler sagte zu mir, Majestät müssen die Reise antreten, um den Frieden zu bewahren. Wenn Majestät hier bleiben, dann gibt es sicher Krieg, und die Welt wird Ew. Majestät die Schuld daran zuschieben. Ja, und da bin ich denn gereist. Und während der ganzen Zeit habe ich von meiner Regierung keine Nachricht über die Vorgänge mehr erhalten. Ich erfuhr eigentlich nur aus norwegischen Zeitungen, was in der Welt geschah, so auch über den Fortgang der russischen Mobilmachungs-Vorbereitungen. Als ich dann aber das Auslaufen der englischen Flotte hörte, da bin ich aus eigene Faust zurückgekehrt. Beinahe hätten sie mich noch abgefangen. Aus meinen Befehl sind auch noch die deutschen Schiffe, die in norwegischen Häfen lagen, zurückgekommen. Später wäre das nicht mehr möglich gewesen. Gefordert und erzwungen hat den Krieg die russische Kriegspartei am Hofe. Die Vorbereitungen gingen ja schon bis in den Frühjahr 1914 zurück; schon seitdem wurden die sibirischen Regimenter etappenweise nach dem Westen gezogen. Man sprach ihnen selbst immer von Manövern. So kamen sie zuerst an die Wolga, dann weiter nach Westen, zuletzt waren sie in Wilna. Da erhielten sie plötzlich scharfe Patronen, und es wurde ihnen eröffnet, nun ginge es los. Tatsache ist ja auch, daß russische Truppen schon vor der Kriegserklärung unsere Grenzen überschritten haben." Was die d.ulche Wähler n wissen muß. Es gibt keine ttnterschiedc bei der Wahl. Wenn früher Reichstagswahlen stattsanden, die für manche Hausfrau eine Qual stillen Aergers waren, weit der Hausherr von einer Wahlversammlung in die andere mußte, wurde oft daraus hingewiesen/ daß der deutsche Reichskanzler gerade ebenso seinen Wahlzettel abgede, wie sein Portier. Der Mann, der das Reich leitet, galt als Wühler nicht mehr wie der Mann, der auspaßte, daß keine unberufenen Persönlichkeiten ins Haus kommen. So wird es nun auch bei den Wählerinnen sein. Ob Gräfin oder Kommerzienrätin, Bürgersrau oder Beamtin, Köchin oder Fabrikmädchen, alle haben sie er n Recht zum Wählen und etnen Wahlzettel. Das mag nicht jeder Frau passen, aber wenn sie daran denkt, daß es früher unerhört schien, wenn die Minna aus der Küche bald ebenso modern gekleidet ging, wie ihre Gnädige, während heute das neuzeitliche Gejchäftsleben jeder neue Moden in den Schoß wirst, die sie bezahlt, so wird sie darüber lächeln. Die Nichtigkeit des Kleinlichen in allen seinen Einzelheiten und Schattierungen ist erkannt. ES ist äußerlich wie zeitlich alles anders geworden, und jetzt soll sich die Seele ändern. Das will sagen: Das Bewußtsein der eigenen Tüchtigkeit soll groß werden, jo groß, daß es' auch Anderer Tüchtigkeit gelten läßt. Daher kann sich jede Frau mit dem neuen Wahlrecht absinden, wie sich jeder Wähler mit dem bisher geltenden Wahlrecht ab- gesunden hat. Es ist richtig, nicht jede Wählerin ist tüchtig, aber eben deshalb müssen die Tüchtigen durch ihre Wahr beweisen, daß sie Recht und die Mehrheit haben. i Zu beachten ist, daß dar gleiche Frauenwahlrecht . nicht Gleichstellung aller Personen bedeutet. Wir wer- ; den immer verschieden bleiben, weil wir verschiedene Neigungen und Charaktere haben. Die Ungleichheit I die das Geld hervorrust, ist viel weniger bedeutsam! j DaS haben wir schon im Kriege gesehen, das wird sich in Zukunft noch mehr zeigen. Bildung eint und sie trennt. Hohe Geistesbildung kann nicht jeder haben, wahre Herzensbildung steht höher. Herzen?oil- dung soll das weibliche Geschlecht vor den Männern voraus haben. Darum ist es auch eine stille Hoffnung, daß die Wählerinnen die Erbitterung des poluftchen Kampfes wohltuend beeinflussen werden, an Deutschland marschiert mit dem neuen gleichen Wahlrecht für Frauen und Männer allen Staaten von Bedeutung voran. Frankreich, daö bald fünf- -ig Jahre Republik ist, hat ein solches Wahlrecht heute noch nicht. Das parlamentarische, das heißt von der gewählten Volksvertretung regierte England wrli s .) ihm erst nähern. Auch in Amerika sind nur ei:zelne Staaten so weit. Deutschland muß also mtt seinem neuen Wahlrecht Ehre einlegen, Zeugnis ablegen für die Intelligenz seiner Bürgerinnen. Niemand will nun auch das Leben und die Gewohnheiten der deutschen Frauenwelt durch die Einführung des Wahlrechts beseitigen, sie der eigentlichen Frauentätigkeit entfremden. Im Gegenteil wird die Bedeutung der Hausfrau gewaltig wachsen, und auch jedes Mädchen soll in der Vorbildung dafür ihre Meisterschaft suchen. Das Wahlrecht legt eine große Macht in die weiblichen Hände, die Frauenarbeit im Haus behütet einen großen Teil allen deutschen Eigentums. Wm WEM. Vaufioffe. Wandbekleidung aus Holzsohle«. Der Ziegel- und Kohlenmangel hat dazu geführt, daß sich die Baumeister nach Ersatzmaterial umschauen, und da Not auch aus diesem Gebiete erfinderisch macht, gelangte man auch zu einem erfreulichen Ziel. Das zeigt sich bei einem Gang durch die Ausstellung^ die der Reichsverband zur Förderung spar- sämer Bauweise im Berliner Zoologischen Garten veranstaltet. So stellte man aus Hochofenschlacke stein- harte Quadern her, die sich ganz vortrefflich für Unterbauten ergnen. Eine neue Wellpappe gestattet, daß sie von außen und innen mit Putz beworfen werden kann und die Ziegelwand tatsächlich entbehrlich macht. Auch vre Unmengen Sperrholz, die aus der Kriegsindustrie übrig geblieben sind, haben eine praktische Verwendung gefunden. Die in Unmengen fabrizierten Holzsohlen kommen für die Bedachung und Wand- öekleidung in Betracht. Die Ausstellung zeigt auch 0er den Hausbauten viel künstlerischen uno praktischen Sinn. Es sind einige ganz besonders schmucke Häuschen zu sehen, die teilweise ganz aus Holz, teilweise aus massivem Unterbau errichtet sind. Die heimkehrenden Soldaten, die sich ansiebeln wollen, und auf Wunsch der Regierung sich die Ausstellung ansehen werden, dürften sicher viel Anregung finden. Es soll auch versucht werden, die im Schützengraben erworbenen Handfertigkeiten systematisch auf den Selbstbau ordentlicher Häuser anzuwenden. Znr Lage. Die Heimkehr der Ostfront. Im Osten sind die Räumungen und NücktranS- Porte unserer Truppen im großen Maßstabe eingeleitet. Zunächst werden Estland, Klein-Livland, das ganze Gebiet östlich der Linie Molodetschno—Baranowitschi— Taurien und die Krim geräumt. Wegen der großen Entfernungen und den mangelhaften Bahnen dauert die Räumung längere Zeit. Die ersten kleinen Transporte sind in Ostpreußen angekommen. Durch die Verhältnisse in Polen werden die Räumungen zwar erschwert, aber nicht verhindert. Die .Heeresgruppe Mackensen befindet sich mit ihrer Hauptmasse im Raume zwischen Szeged und Kronstadt. (Sie wird nach den letzten Meldungen interniert. Die Rek.^ Kleinere Dransporte sind bereit in Bayern und in Schlesien angekommen. Ein Gespräch mrt Hirrdenbnrg. Reichstagsabg. Justizrat Tr. Ablaß berichtete in einer Rede folgendes über ein Gespräch mit Hinden- bürg: Hindenburg gab seiner Liebe zu Schlesien beredten Ausdruck und sagte: Früher habe er in seinem Lande etwas gegolten, heute sei das vorüber. Er habe aber das Empfinden, seine Pflicht getan zu haben. Im Osten habe er den Feind geschlagen, im Westen sei dieser serngehalten vom deutschen Boden. Mehr habe er nicht tun können. Daß es anders gekommen sei, „wer weiß, wozu das gut ist!" Anmaßung der Tschccho-Slowakeu. Die tschecho-slowalijche Regierung hat den deutschen Behörden alle Telegraphen-Leitungen nach Wien gesperrt. während sie ihrerseits die über Deutschland führenden Leitungen zur Uebermittlung ihrer Nachric!)- ten nach wie vor ausgiedig benutzt. Ties muß aus die Dauer zu unerträglichen Zü- ständen führen. Ter Rat der Volksbeauftragten wird sich mit der Frage beschäftigen, wie der tschecho-slowaci.chcn Regierung das Unzuläftige ihres Verfahrens durch W:e- dervrrgeltung zum Bewußtsein gebracht .werden kann. Ausländische Pressevertreter in Wien. Die in Wien eingetroffenen Berichterstatter feindlicher und neutraler Länder werden seit einigen Tagen von sachverständigen Sozialisten durch die Wiener Arbeiterviertel geführt, um sich ein Bild von der herrschenden Hungersnot zu machen. Nach der Schilderung der Wiener „Arbeiterzeitung" zeigten sie sich über das Elend, das sie zu sehen bekamen, ganz entsetzt. Tie am.-narrische» Journalisten aus Berlin abbernse». Die fünf amerikanischen Journalisten, die auf recht abenteuerliche Weise, im Flugzeug und mit Kraftwagen, nach Berlin gekommen waren, um sich über die Ernährungsverhältnisse in Deutschland zu informieren, haben von Amerika die dringende Aufforderung erhalten, Berlin bezw. Deutschland zu verlassen, und kehren sofort nach Frankreich zurück. 5'te -krmee Marwitz äSerfchreitet ven Khrirt Die Armee des Generals v. d. Marwitz überschritt Freitag den Rhein det Mainz in fünf Heeressäulen. Nachmittags erreichten Teile das Weichbild Frankfurts, wo rbnen ein begeisterter Empfang zuteil wurde. Die Truppen sind in ausgezeichneter Verfassung und Stimmung.. ' Wer wM zur Aat oiialver ammlunz? Die Wahlordnung zur konstituierenden Nationalversammlung bestimmt, daß auch Personen des Soldaten- standes berechtigt sind, an der Wahl teilzunehmen. Ausgeschlossen vom Wahlrecht ist erstens, wer entmündigt ist oder unter vorläufiger Vormundschaft steht, zweitens wer kraft rechtskräftigen Urteils der bürgerlichen Ehrenrechte- ermangelt. Armenrechte und Konkurs find nicht mehr Gründe für den Verlust des Wahlrechts. Voraussetzung der Berechtigung zum Wählen ist einjährige Reichsangehürtgkett. Auf durchschnittlich 150,000 Einwohner, berechnet nach der Volkszählung vom 1. Dezember 1910, entfällt ein Abgeordneter. Ein Ueberschuß von mindestens 75,000 Einwohnern im Wahlbezirk wird den vollen 150,000 gleichgestellt. Der Termin, bis zu dem Wählerlisten aufzustellen sind, ist noch nicht sestgelegt. Die Wahlvorschläge müssen von mindestens hundert Wahlberechtigten des Wahlkreises unterzeichnet sein. 'Sie dürfen nicht mehr Namen tragen, als Abgeordnete im Kreise zu wählen sind. Mehrere Wahlvorschläge können miteinander verbunden werden. Die Verbindung muß von den Unterzeichnern der betreffenden Wahl- Vorschläge oder ihren Bevollmächtigten übereinstimmend bis zu einem bestimmten Termin beim Wahlvorsteher angemeldet werden Eine solche Verbindung kann nur gemeinsam zurückgenommen werden. Zur Prüfung der Wahlvorschläge und der Verbindung der Listen wird in jedem Wahlkreis ein Wahlausschuß aus einem Vorsitzenden und vier Beisitzern gebildet. Leitsätze des mmn KultMiümsieriMS. Aus dem preußischen Kultusministerium verlautet über die Richtlinien der Arbeit der revolutionären Regierung das Nachstehende: * A. Allgemeiner. Die Tre n n u n g v o n Kirche u n v S t a at ist grundsätzlich ausgesprochen. Religion ist nicht mehr Prüfungsfach. Die Einführung eines konfessionslosen Moralunterrichts wird vorbereitet. Die geist liche OrtSschulaufstcht ist aufgehoben. Die gemeinsame Erziehung von Knaben und Mädchen ist in einzelnen Fällen schon jetzt erfolgt. Lehrer und Schüler erhalten Selbstverwaltungsbefugnisse. Die Einheitsschule ist gesichert. Mit dem Abbau der Standesschule (Volksschule) wird sofort begonnen. Das Rektorat wird feines out okratischen Charakters entkleidet und in kollegialem Sinne ausgebaur. Das Abiturientenexamen wird umgestaltet. Die Cramina werden vermindert. DaS preußische Kultusministerium erhebt Anspruch auf einen Teil der beschlagnahmten königlichen Schlösser, zum Zwecke der Volksbildung (Landerztehungsheime, Internate, pädagogische Muslerscminare, Museen. Volkshochschulen). B. Lehrer. Kein Lehrer darf mehr zur Erteilung von Religionsunterricht gezwungen werden. Sofortige Beschaffung von Beschäftigung für die aus dem Felde zurückkehrenden Lehrer durch Verkleinerung der Klassen. Wegen ihrer politischen oder religiösen Neberzeugung Gemaßregelte sind wieder einzustellcn. Die Lehrer senden Vertreter in die Regierung und in di« Schulvertretung. Zu Kreisschulinspektoren sollen bewährte Lehrer auch ohne besondere Examina berufen werden. C. Univ ersttäten. Hervorragende wissenschaftliche Vertreter des Sozialismus und anderer bisher systematisch ferngehaltener Lehrrichtungen sollen auf a ademische Lehrstühle berufen werden. Das in großem Stile auszubauende Volkshochschulwesen wird in organische Beziehung zu Schule und Hochschule gesetzt. Die akademische Lehrfreiheit wird von den letzten Fesseln befreit. Lehrstühle und Forschungsinstitute für Soziologie werden eingerichtet. D. All gemeine Kulturbestrebungen. Das Theaterwesen untersteht dem Kultusministerium. Eine Theaterzensur besteht nicht mehr. Für die aus dem Felde zurückkehrenden beschäftigungslosen Künstler und Schriftsteller wird Arbeitsgelegenheit und nötigenfalls Unterstützung bereitgestellt. Da- Äu stcllungswescn wird im Verein mit den Organisationen der Künstler aller Richtungen neu geregelt. Tie ehemaligen königlichen Bühnen werden National- theater, desgleichen die Hoslapellen Nattonalorchester. Wir erfahren hierzu, daß Herr Haenisch, der Kollege des Herrn Adolf Hoffmann im Kultusministerium. die Frage der Trennung von Kirche und Staat u'.cht aus dem Wege willkürlicher einseitiger Verfügung erledigt sehen will Ausschlaggebend sind für '.tzn nicht nur Rücksichten auf die allgemeine Politische ac. sondern vaterländische Gesichtspunkte geistiger Kulturwertung. Auch sein politisches Ziel bleibt die Trennung von Kirche und Staat. Aber er kennt die ungeheuren vottspshchologifchen Schwierigkeiten zu genau, um einen raschen Weg zur Erledigung mitzumachen oder auch nur einen willkürlichen Eingriff gutzuheißen. Würde ein solcher doch beabsichtigt, so könnte Herr Haenisch hierfür die Verantwortung nicht mehr übernehmen. VMches MH Keine blindwütige Zerstörung von Denkmälern. DaS sächsische Landesamt für Denkmalpflege erläßt folgende Verordnung: „Sachsen ist reich an Kunstdenkmälern aus vergangenen Jahrhunderten. Viele von ihnen erinnern an frühere Herrscher des Landes und an nicht mehr bestehende Staatsformen. Unverständige könnten hieraus Anlaß nehmen, solche Denkmäler zu mißachten oder gar zu beseitigen. Ein Volk aber, das die Förderung und Pflege der Kunst zu den vornehmsten Aufgaben des freien Gemeinwesens rechnet, ist es sich selbst schuldig, auch die Kunstdenlmäler der Vergangenheit wert zu halten und zu yüten. Wir empfehlen sie daher dem Schutze der ÄllAemvinheit." ' An den Fleischtöpfen der Nebokutiou. Unter dem Banner läßt es sich ganz gut leben, wenigstens für die, die an den Fleischtöpfen der Revolution sitzen. Eine sozialistische nicht eine bürgerliche Korrespondenz bringt hierfür folgenden Beitrag: „Noch im Jahre 1917 lehnten die „Internationale Korrespondenz" und die „Glocke" Aussätze dieses Dr. Broh ab. weil sie abweichend von der Kriegs- Politik der Partei rein imperialistische Gedankengänge enthielten. Jetzt schwingt derselbe Dr. Broh große unabhängige Prinzipienreden. Er ist Sekretär des Vollzugsausschusses des Berliner Arbeiter- und Soldatenrats und bezieht dafür 50 Mark Diäten den Tag. Natürlich hat er auch seine Frau dort untergebracht, die indessen nur 40 Mark Diäten für den Tag bezieht. Mit 2700 Mark Diäten den Monat werden hoffentlich selbst Herr und Frau Justizrat Broh sich in der U. S. P. wohlfühlen. Es lebe die Revolutionskarriere!" Das paßt in das Bild, das in der Sitzung des Soldatenrates von der Vettern- und Basenwirtschaft in der neuen Negierung gegeben wurde. * Berlin, 30 .Nov. Das letzte U-Boot „U 117" ist Sonnabend in England interniert worden. Dr esd en, 30. Nov. Die Tschechen haben die Braun- kohleneinfuhr aus Nordböhmen nach Deutschland gesperrt. m fäüMnbt 0 Genf. 30. November. Wie der „Temps" mitteilt, sind die angeblich von den Deutschen aus St. Quentin entwendeten Pastelle von Laour wohlverpackt und unversehrt in Gewölben wiedergefunden worden, wodurch wohl am besten bewiesen ist, wie wenig angebracht das Geschrei der französischen Presse wegen des angeblichen Diebstahls dieser Bilder gewesen ist. 0 Sebenico, 30. November. Hier sind zwei japanische Torpebobootszerstörer eingetroffen. Salm die KnkgMfalWnen zurülk! Vielfach haben sich in den letzten Tagen Kriegsgefangene aller Nationen eigenmächtig aus Gefangenenlagern und von Arbeitsstellen entfernt oder sind von örtlichen Stellen entlassen worden, um auf eigene Faust zu versuchen, ihre Heimat zu erreichen. Sie sind dabei ohne genügende Bekleidung, Verpflegung und sonstige Mittel, entgegen völkerrechtlichen Vorschriften und den Vereinbarungen der Waffenstill- standskommisfionen sreigelassen worden. So sind sie sehr bald darauf angewiesen, sich Unterkunft und Verpflegung zu erzwingen, und bilden infolgedessen eine große Gefahr dadurch, daß sie sich zu Banden zusammenrotten und womöglich rauben und plündern. Einige von ihnen sind aber auch tatsächlich in ungenügend versorgtem Zustande in Feindesland angelangt. Sofort hat die englische Regierung gedroht, für den Fall, daß die Versorgung und Sammlung der Kriegsgefangenen nicht ordnungsmäßig vor sich gehe, unverzüglich mit dem Kriege wieder zu beginnen. Die Kriegsgefangenen müssen deshalb unter allen Umständen in den Lagern und auf den Arbeitsstellen so lange festgehalten werden, bis ihr Abtransport' auf Anweisung der damit betrauten Dienststelle und im Einvernehmen mit den Heimatstaaten erfolgt. Er hat bereits begonnen. Alle Arbeiterräte, Soldatenräte, sowie alle Militär- und Zivilbehörden werden dringend gebeten, die Inspektion und deren Organe mit allen zu Gebote stehenden Mitteln in der Durchführung der hierzu notwendigen Maßnahmen zu unterstützen und nicht die Anordnungen der Inspektion zu durchkreuzen. Volksleben «nd Mrlschast. — Tie Glocken zurück au die Kirchen! Die in der Kiegszeit für Zwecke des Heeresbedarfs beschlagnahmten Metalle sind vor einigen Tagen teilweise wieder sreigegeben. Es sei deshalb mit allem Nachdruck das seinerzeit von der Regierung gegebene Versprechen in die Erinnerung zurückgerufen, daß den Gemeinden die beschlagnahmten Glocken, soweit sie noch vorhanden seien, zurückgegeben werden sollten. Wie verlautet, sind die Glocken zum großen Teil tatsächlich noch vorhanden, und da ist es wohl selbstverständlich, daß sie wieder in die Hände ihrer rechtmäßigen Eigentümer zurückgslangen. — Feldpost nach dem Westen wieder zulässig. Trotz der entgegenstehenden überaus großen Schwierigkeiten sollen fortan versuchsweise unter Feldpostadresse ausgelieferte nichtamtliche Feldpostkarten an die von der Westfront zurückkehrenden unterwegs befindlichen Truppenangehörigen wieder zugelassen werden. Es wird aber darauf hingewiesen, daß die Beförderung nur soweit möglich ist, als die Empfänger bestehenden, noch nicht aufgelösten Truppenverbänden angehören. Die Absender werden daher dringendst ersucht, solche Feldpostkarten nur dann aufzuliesern, wenn ihnen bestimmt bekannt ist. daß in der Adresse angegebenen Truppen in ihrem Verbände noch vorhanden find. Auf allen Feldpostkarten ist die Adresse des Absenders genau anzugeben, damit die Sendungen, deren Beförderung sich infolge Auflösung der Verbände usw. als unmöglich herausstellt, zurückgegeben werden können. Sofern bekannt wird, daß eine Truppe einen festen Standort bezogen hat, ist dieser als Bestimmungsort in der Aufschrift anzugeben. Nach den östlichen Gebieten (Kurland, Estland, Livland, Litauen und den besetzten Teilen von Groß- ruhland, sowie Ukraine, Heeresgruppe Kiew) sind nach wie vor sämtliche Feldpostsendungen (außer Päckchen) zugelassen. — Weihnachtsgeschenke, die von Handwerkern vollendet werden sollen, müssen tunlichst sofort in Arbeit gegeben werden oder zur Anfertigung bestimmt für den Tag angemeldet werden. Es werden ja weniger als sonst bei dem herrschenden Warenmangel sein, aber die Betriebe sind auch noch nicht alle wieder vollständig darauf eingerichtet. Es wird die Erledigung zweifellos erleichtern, wenn sich die Geschäftsleute mit ihren Kunden, die regelmäßig zum Fest Aufträge hatten, in Verbindung setzen. Auch Gewerbe- gehilsen, die sich in den Dienst des Weihnachtsmannes stellen wollen, können durch vorübergehende Tätigkeit viel dazu beitragen, daß jede Weihnachtsüber- ' raschung auch wirklich zum Fest fertig ist. --- Generaloberst v. Heerittgen — Präsident der Kriegervereinc. Wie wir hören, ist Generaloberst von Heeringen, der frühere Kriegsminister und Führer der bekannten Heeresgruppe im Süden der Westfront, zum Präsidenten des Deutschen Kriegerbundes und des Preußischen Landeskriegerverbandes gewählt worden. Als Präsident des Preußischen Landeskriegerverbandes ist er gleichzeitig Präsident des Kyfshäuser-Bundes der deutschen Landes-Kriegerverbände. Der neue Führer der Kriegervereine steht vor einem dankbaren Felde der Tätigkeit. J W Her Mi * Reibereien zwischen Fronttruppcn und A- und S.-Räterr. Zu Tätlichkeiten kam es auf dem Bahnhof Königslutter zwischen durchfahrenden Feldgrauen und- Angehörigen des Arbeiter- und Soldatenrates. Einem Soldatenrat wurden Waffen und Kleidung genommen, ein anderer wurde in den Zug gebracht und mitgenommen. — In Helmstedt kam es aus dem Bahnhof zwischen aus dem Felde zurückkehrenden Truppen, Gardisten, und einem Soldatenrat zu Tätlichkeiten, wobet verschiedene Beteiligte erhebliche Verletzungen erlitten. * Hereingefattene Schwindler. Im Dorfe Oldershausen erschien ein Leutnant in Begleitung eines Zivilisten und drei bewaffneten Soldaten mit der Behauptung, vom A.- und S.-Rat Hannover beauftragt zu sein, sofort bei dem Baron v. Oldershausen Haussuchungen zu halten, da er verdächtig sei, der weißen Garbe anzugehören und große Geldmittel im Hause habe. Ern Hauptmann Brandes aus Hannover sei im Kraftwagen mit weiteren Besetzten unterwegs. Eine gefälschte Legitimation wurde vorgelegt. Dank tatkräftigen Auftretens des Gemeindevorstehers, der sogleich den Bauernrat zusammenrief, wurde die nächtliche „Haussuchung" verhindert. Wie es sich später herausstellte, waren es Schwindler, die nur plündern wollten. Sie hatten geglaubt, die Landwirte blüffen zue önnen. * Drei Menschen überfahren unv getötet. Ein schweres Unglück hat sich auf dem Bahnhof Bargteheide ereignet. Der um 5 Uhr von Hamburg ab« fahrende Zug mußte kurz vor Bargteheide aus freier Strecke halten, um den von Bad Oldesloe kommenden Eilzug vorbeifahren zu lassen. Trotz warnender Zurufe stiegen einige Bargteheider Passagiere aus dem haltenden Zuge aus, um schneller den Ort zu erreichen. In diesem 'Augenblick brauste der Eilzug heran, und drei Personen wurden vom Zuge erfaßt und getdtet. Nenn Mark für ein Brot. In der Schönhauser Straße in Berlin wurde ein Brotkartenhändler verhaftet, der vor der Volksspeisehalle aus offener Straße Brote zu 9 Mark das Stück verkaufte, und trotz dieses hohen Preises willige Abnehmer fand. Der Verhaftete ist ein Arbeiter Werner.. * Aus Unachtsamkeit erschossen. In Lychen ist das elternlose 18 jährige Dienstmädchen Gertrud Bahls aus Neukölln aus unerklärliche Weise tödlich verunglückt. Es ging in unmittelbarer Nähe eines Soldaten der Sicherheits-Patrouille, als plötzlich das scharfgeladene Gewehr, das jedenfalls nicht ordnungsgemäß gesichert war, losging und ihr eine tödliche Verletzung am Kopf *• Ein 71 jähriger tödlich verunglückt. In Mannheim verunglückte der 71jährige Glasbläser Louis Förster in seinem Hause dadurch, daß er infolge Fehltritts aus der Treppe diese hinunterstürzte und mit dem Kopf auf den Asphalt ausschlug. Er trug einen Schädelbruch davon, wodurch der Tod alsbald herber- geführt wurde. •• Die Beute des Offizierstettvertreters. Nicht weniger als vier Lastautos waren zur Heranschassung der „Beute" des aus dem Felde heimgekehrten Offizier, stellvertreters Scheider in der Waldstraße tn Griesheim erforderlich. Als die Mengen wollener Decken, neuer Stiesel und Schuhe, Fleischkonserven u. dgl. glücklich in der Wohnung verstaut waren, erschien der inzwischen benachrichtigte A.- und S.-Rat und beschlagnahmte die gesamte Beute. • v Die Folgen des Revolntionsprogramms. Infolge der unsinnigen Plünderungen und Verwüstungen in Neisse am Abend des 9. November sind außer dent Justtzsiskus poch Privatpersonen und Geschäftsleute bedeutend zu Schaden gekommen. Die bisher beim Neisser Magistrat angemeldeten Schadensersatzansprüche belaufen fich auf 150 447 Mark Die Folge wird eine eine allgemeine Steuererhöhung in Neisse sein. •* Ausgcnommene Hamsterneftcr. Bei einer vom Arbeiter- und Soldatcnrat on Friedrichsort eranlaßten Haussuchung tn sieden Offizrerswohnungen wurden zutage gefördert: 20 000 Flaschen Wein, 300 Flaschen Rum, 300 Flaschen Liköre, 700 Flaschen Portwein. 35 000 Zigarren, 40 000 Zigaretten, 600 Pfund Marmelade in Fässern, 1500 Dosen Konserven, 60 Tosen kondensierte Milch und 12 Zentner Seifenpulver. ** Für 100 000 Mark Seide gestohlen. In Frankfurt a. M. wurde im Modewarenhaus Gebr. Robinsohn eingedrochen. Es erbeuteten die zweifellos orts- und warenkundtgen Einbrecher Seidenstoffe und Modewaren im Werte von mehr als 100 000 Mark. Gerichtliches. (D Gehcimschlächtcreicn. Vor der Strafkammer des Landgerichts Oldenburg wurde gegen den Fabrikanten Rab« ben-Aschhausen bei Zwischenahn, den Viehhändler Osten» dorf und de Levie-Rastede verhandelt. Rabben betrieb in Aschhausen eine große Fleischfabrik, die namentlich während des Krieges einen ausgedehnten Umfang annahm, da Rabben große Aufträge für Heereslieserunyen übernommen hatte. Das Vieh konnte er sich auf ordnungnsmätzigem Wege nicht verschaffen . Durch Vermittlung der Viehhändler Ostendorf und de Levie ließ er sich daher große Mengen wertvolles, fettes Schlachtvieh zuführen und in seiner Fabrik im geheimen schlachten. Das Vieh kam auf den Stationen Bloh, Kayhauserfeld und Rastede an, und wurde meistens während der Nacht auf dem Landwege nach Aschhausen gc trieben. Viel Vieh ist aus diese Weise geschlachtet und der Allgemeinheit entzogen worden. Rabben war geständig und gab die Tat in vollem Umfange zu. Auch Ostendorf bekannte seine Mithilfe, de Levie war nicht erschienen. Gegen ihn wurde sofortiger Haftbefehl erlassen. Das Gericht verurteilte Rabben zu sechs Monaten Gefängnis und 1500 Mark Geldstrafe. Ostendorf erhielt 17,500 d-ldstraf«. Bekanntmachung. 1. Die Zwischenscheine für die 5°| 0 SchrU-verschreihrmgett der VIII. Kriegsamleihe können vom %_ vere«dek <1$. % »d in die endgültigen Stücke mit Zinsscheinen umgetauscht werden. Der Umtausch findet bei der „Umtauschstelle für die Kriegsanleihen", Berlin W 8, Behrenstraße 22, statt. Außerdem übernehmen sämtliche Reichsbankanstalten mit Kasseneinrichtung bis zum 15. Jnli 1919 die kostenfreie Vermittlung des Umtausches. Nach diesem Zeitpunkt können die Zwischenscheine nur noch unmittelbar bei der Umtauschstelle für die Kriegsanleihen" in Berlin umgetauscht werden. Die Zwischenscheine sind mit Verzeichnissen, in die sie nach den Beträgen und innerhalb dieser nach der Nummernfolge geordnet einzutragen sind, während der Vormittagsdienststunden bei den genannten Stellen einzureichen; Formulare zu den Verzeichnissen sind bei allen Reichsbankanstalten erhältlich. Firmen und Kassen haben die von ihnen eingereichten Zwischenscheine rechts oberhalb der Stücknummer mit ihrem Firmenstempel zu versehen. 2. Der Umtausch der Zwischenscheine für die 4^°}, Rchatzknweisungen der VIII. Kriegsanleihe und für die 4 1 | 2 °| 0 Schatzanweisungen von 1918 Folge VIII findet gemäß unserer Anfang d. Mts. veröffentlichten Bekanntmachung bereits seit dem 4 . November d. 3s. * Bfs*». Die der Heeresgruppe unterstelltem N meen, die 5. A mee unter Führung des Generals der Kavallerie von der Marwitz and die Al mec.Abteilung C unter Führung des Generalleutnants Fuchs, über schreiten in diesen Tagen in tetter Front zwischen Coblcnz und Lpcher ! den Rhein. Bis zur letzten Stund ' haben die Truppen der Armeen dem Ansturm des an Zahl sehr überlegenen Gegners standgehalten. Unbesiegt und in guter Ordnung kehren sie zurück im Bewußtsein treu erfüllter Pflicht. Sie freuen fick, die Heimat wieder, zusihen. wissen sie sich doch des Dankes und eines freu» dtgen Empfanges der Bevölkerung sicher. Die Truppen der Heeresgruppe werden sich jeden Eingriffes in die Tätigkeit der Verwaltung und Sicherheitsocgane der Heimat enthalten. Anderseits erwarten sie. daß die hei- mailichen Behörden und die Bevölkerung sie nach Kräften unterstützen und alles ve. meiden, was ihre Ordnung und Disziplin stören könnte. Dev Gbevdrfehlshadrv dev Heevesgvuppe C y. Gallwitz Getteva! dev Avtillevle ^us dem Heeresdienste entlassen, halte ich meine Herren- u. Damensohneiderei wieder bestens empfohlen. 8. Oppenheim, Schneidermeister, ßaknhofstrasse 33, II, Aus dem Heeresdienst emlassen, habe ich mein Geschäft wieder eröffnet. bei der „NmtKUschstelle für die Kriegsanleihen '. Berlin W8, Behrenftratze 22, sowie bei sämtlichen Reichsbankanstalten mit Kasseneinrichtung statt. wich. AikHENlMN, Mchlossermeister, Frankfurter Straße 72. Von den Zwischenscheinen der früheren Kriegsanleihen ist eine größere Anzahl noch immer nicht in die endgültigen Stücke umgetauscht morden. Die Inhaber werden aufgefyrdert, diese Zmischenscheine in ihrem eigenen Interesse möglichst bald bei der Umtauschfteüe für die Kriegs«-,- leihen". Berlin W 8, Behreuftr«ße 22, zum Umtausch einzureichen. Berlin, im November 1918. Reichsdai! ir-Vrrrktori« m. Ha v enstein. v. Grimm. Nie fiirforgmritiittfintgsftdk für emMEtige iien und IlMsten. —-— 7 ^ 77 . Weslaniage it — 1 bietet Frauen und Mädchen unentgeltlich Auskunft und Beistand in häuslichen und persönlichen Angelegenheiten, sowie Beratung bei der Wahl der Beschäftigung. Mutter- «na ZäugiiiWlchM. WdettürsoM. Sprecbstuinlri«r MontZg und Boaaenlag, abendi m § b U 7 ilbr 7 f€§-$ipen-Schreibmaschine Reichte Erlernbarkeit! Grosse Jbanerhaftigkcit! Sofort lieferbar! Preis kompl. Mk. 250. — Verlangen Sie Prospekt! ^CjJ-Sehreiimaschinsn fj. m. b. y., Berlin W. 65|19 lüanerstrasse 83—84. 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