(Neu.' 1 Bezugspreis 80 pfg. monattich v ierteljährlich 2,40 Mk., vorauszahlbar, \r c i i nö Hu u Abgeholt in unserer Expedition oder in den Zwerg- ausqabesiellen vierteljährlich 1,80 Mk. — Erscheint Dienstag, Donnerstag u. Samstag. — RedaktionSschluh früh 8 Uhr. — Kür Aufbewahrung oder Rücksendung nicht verlangter Manuskripte wird nicht garantiert. Berla« der ,Wehlarer Zeitung". )j(X. IG 8 . Tclcphon Nr. 3«S. (Mieftcucr Tageblatt) Anzeigenpreis 24 pfg. die 4-4 mm breite Petitzeile, für Auswärts 36 Pfg. Die 90 mm breite Reklame-Zeile 160 Pfennig. €{ßC5Hi0ft: §üüanlage 21. Extrabeilagen werden nach Gewicht und Größe berechnet. Rabatt kommt bei Ueberschreitung desZahlungS-- . zieleS (30 Tage), bei gerichtlicher Beitreibung oder bei 5ronkurS in Wegfall. Platzvorfchriften ohneBerbindlichkeit. Verlag der „Gieß euer Zeitung", Gießen. I o!KX£&jK#siKi&. >&tru: ’.’x'. vA^grBguT Kssurmnau ^ i w^u. f • ' -*rr4i&r~T!*Tv n nw*fBKwr*mwH*mwr7~r^nwmammwmTWfmmmr*nwntmBn Dienstag, den 26. November 1918, Telephon Sir. 362. 31. Jahrg. ßindenbiirg. Wenn im Grauen der Nacht der Wanderer den rechten Weg nicht zu finden weiß, richtet er den Blick voll Zuversicht nach dem Himmel, wo der Polarstern unwandelbar strahlt, Wegweiser und Leuchte zugleich. Auch das deutsche Volk braucht in diesen Tagen, wo olles wankt., wo ihm noch nicht klar ist, welchen Weg cS zu gehen hat, Wegweiser und Leuchte. Und der in vier schiiksalsvoll'.'« Jahren Erprobte versagt auch fitzt nicht: Htndenburg. Sein Erlaß an die Armee Zeigt, wie eine in sich gefestigte Persönlichkeit sich auch in den, schwersten Lagen treu bleibt, du ch sein Handeln ein Vorbild für alle. Wie aus Granit gehauen sind die Sätze des Ec- losfts; kein Wort zuviel, jedes voll Kraft und Mark. Nicht prunkend, nur als Tatsache wird he vorgehoben, was das Heer vollbracht, wird ecklü-.t, weshalb die die WaffenstillftandSbingungen angenommen werden mußten. Mit voll begründetem Selbstbewußtst in wird sestgestellt, daß die Armee Land und Ehre bis zum äußersten verteidigt hat. In schlichten und gerade deswegen ons Herz g'eiftndcn Mo-i n wird die Zuversicht ausgesprochen, daß das Heer auch ferner seinem Feldmarschall folgen wird. Durch den ganzen Erlaß, wenn auch unaus- gesprochen, aber klingt; das Vaterland kann auch ferner auf mich zihlln. ich rechne darauf, daß cs auch auf Euch Zählen kann. Ein ganzer Mann! Das ringt sich unwillkürlich vo r den Lippen, wenn .man den Erlaß ein, zwei, drei Mal ßckf u hat. Er muß jeden: eine Auffo d rung, Äne ins Innerste dringende Mahnung s in, in Tal und Gesinnung diesem Manne zu folgen. War eS schon immer erst- Pflicht, dem Vaterlande die beste Kraft zu weihen, sitzt ist cs erst recht nötig, denn jetzt braucht das Vaterland die volle Hingabe eines Jeden. Es nach diesem Niederbruch wieder aufzubauen, alles daranzufitzten, daß es wieder »in Innern und stach außen fest, stark, g-vß dast.ht, danach muß jetzt jeder mit Herz und Hand streben. Daran muß jeder arbeiten, keiner darf betseile stehen und wenn ec noch soviel Herzenwünsche zurückdrängcn muß. Niemals war es nötiger, das eigene Selbst-zu vergessen um des Ganzen willen. Mög n auch die alten Fomen z.rbrochep sein, »s ist der Geist, d^r sich dcn Körper baut. Wenn dieser Geist, der deutsche Geist, ba; Geist, der eine Sache um i-,in selbst w'llen tut, in jedem emzeinm l.bt, in jedem nach besten Klüften zur Tor wird, wenn cstle einig und treu sind in Dienst am VateUaude, bann wird auch das Reich zu neucr HerUichkeit c.sichen, und wir Waden unseren Nachkommen ein festes, wohnliches Haus übec- - eben können,' wie wir solches von unseren Vorfahren übernommen haben. Deshalb gelobe sich jeder: Ich stehe zu Hindcnburg! Ans der Republik kessen. Das hessische StaatLWmstelium hat an alle Beamten, Notar- und Amtsstellen der Republik Hessen tolgendrö Rundschreiben e:lassen. Dir neue Ordnung Oec Dn ge tu Hessin macht, unter vielem anderen^ auch eine Aenderuug der Dtenstbezeichnung einer Behörde als „Großherzoglich" nötig, was zu unterbleiben hat. Die vorhandenen Vordrucke sich aufzubrouchcn, wobei die Bezeichnung „Großherzoglich" zu durchstceicben ist. Im inneren Dte-:stv.rkeh:' genügt es, die Dienftbczeichnung ■[' r Br Hörde — Kreisarr.t, Bürg-rmeistecei — anzufühcen. Im förmlichen und un Ve k.hc mit nicht hessischen Be- Horden ist anstatt „Großhazo st'.ch" die Bezeichnung ..^isisch" zu gebrauchen. * Berlin, 23. Nov. Auf das Telegramm des hessisch cn Staatsministers Ulrich erteilte der Bolksbeaustragte Echert im Namen der Neichsreaieruna folgende Antwort: ^ „Durch ihre Einladung der Einzelstarten zu einer Konscr^rz in Berlin brachte die Reichscegierung zum Ausdruw, daß sie weit davon entfernt ist, die Einzel' staaten mrszuschließcn, vielmehr aus engste Zusammenarbeit mit ih. cn an der Wiederaufrichtung des Reiches Wert k .L Sie sieht in der Nationalversammlung i mfatls das vornehmste Mittel zur Erreichung di f.s Zi-elcs. Sie strebt nicht ne:ch der Diktatur einer T:.stOt oder Bundesstaates, sondern nach eincc solidarischen Demokratie des einheitlichen D e u t s ch l a n d." Wie zuverlässig verlautet, ist der Gesetzentwurf über die Mahl ?nr Uolksverfamminng der JU- pnklik Helfen vom Ministerpräsidenten Ulrich dem Ministerkostegium unterbreitet worden, das nunmehr in die endgültige Verhandlung über die Vorlage etntreten wird. Die Vorlage bewegt sich in dem Nahmen der von der sozialdemokratischen Landtagsfcaktion in der Zweit. Kammer in Jahrzehnte langen schweren Kämpfen verfochtenen Grundsätze. Hauptpunkt ist die gleiche, geheime, direkte und allgemeine Wahl nach dem Verhält- ! niLsyftem durch alle männlichen und weiblichen Personen, I die zur Zeit der Wahl das 20. Lebensjahr zurückgelegt haben, in Hessen wohnen und die hessische Staatsangehörigkeit besitzen. * Main?. 23. Nov. Der Mainzer Arbeiter- und Soldatenrat hat den Beschluß gefaßt sich einmütig und geschlossen hinter die Volksregierung zu stellen und mit allem Nachdruck für deren Entscheidungen einzutreten. Ein in diesem Sinne an den Reichskanzler Ebert abze- j sandteö Telegramm hat folgenden Wortlaut: „Der Mainz.x A.-u. S.-Rat stellt sich geschlossen hinter die VolkSregicrung. Ec wendet sich mit allem Nach, ! druck gegen den Beschluß deS Vollzugsausschusses des A.- u. S.-Rates in Berlin, der auf Errichtung einer j Diktatur der Minderheit hinausläuft. Die proletarische I Republik auf sozialistisch wirtschaftlicher Grundlage -'aßt sich nicht durch einen Beschluß herbeiführen. Ihre Verwirklichung hat zur Voraussetzung die Zustimmung der übel wiegenden Volksmehrhctt. Bet Ausschaltung j größerer Teile des Volkes wären wertvolle Kräfte ausgeschlossen. Wir fordern deshalb eine beschleunigte Einführung der Nationalversammlung und halten bis dahm die gegenwärtige Regi-eruug als die gegebene Verkörperung ! des VolkSwillenL. (grz) Adelung." Der Unterstaatösekretüc Dr. David ist hier ein- getroffen, um sich über die Mainzer Verhältnisse zu orientieren. » hessischer Arbeiter- und Soldaienrat. In der letzten Sitzung erfolgte die Mitteilung, daß alle entlassenen jungen Mannschaften, die sich zu weiterem Arbeitsdienst bereit erklären, als freie Ar beiter gelten und entlohnt werden sollen. Bürger ! Sparr trat für die genaue Einhaltung des Achtftunden- i tagcs ein. Bürger Dr. Ing. Hchd beantragte, daß bei der Reichsregierung dahin gewirkt werde, daß auch unsere Großgrundbesitzer, ähnlich wie die Litauer und Kurländer, 30 Prz. ihres Besitzes zur Ansiedlung zur Verfügung stellen. Bürger Bastion teilte mit, daß der StaatLministec Ulrich seine Zustimmung dazu gegeben habe, daß die Mannschaften eine Löhnungscrhöhung von 50 Prz. und die Ehargierteu eine solche von 25 Prz. erhalten sollen. Im Namen deS Bekleidungsausschuffes berichtete Bürger Eisinger über die schwierige Ausgabe, die darin besteht, dem Wunsche der Neichsregierung zu entsprechen, jedem entlassenen Soldaten einen neuen Anzug mitzugeben. Mil den fl.* u. S.-Räten wird nicht verhandelt. Genf, 23 Nov.' Pichl)n hat sich im Kammerausschuß dahin ausgesprochen, daß mit den Bevollmächtigten der deulschen Soldaten- und Arbeiterräte auch über die Verlängerung des Waffenstillstandes nicht mehr verhandelt würde. Rotterdam, 23. Nov- Die „Times" melden: Die liberale Unterhauspartei hat am Donnerstag eine Besprechung zur Friedensfrage ubgehaltcn. Die Partei ist der Auffassung, daß die jetzige deutsche Revolutionsregierung ohne ihre beschleunigte Bestätigung durch eine gesetzgebende Volksvertretung nicht als eine Regierung angesehen werden dürfe, mit der England Frieden schließen könne. Basel, 23. Nov. „Daily News" schreibt zu der Lage in Deutschland: Mit den Soldaten- und Arbciterräten unterhandeln die Alliierten nicht. Beauftragte der Räte nach russischem Vorbild sind keine Negierungsgewalten, die Verträge im Namen ihrer Völker abschließen können. Wenn die nächsten vier Wochen keine gefttzmäßige Negierung in Deutschland bringen, muß die Frage offen bleiben, ob der Waffenstillstand von den Alliierten foctzusetzen sei. Betan«tMachr?ng. Hier und da vorgekommene Mißverständnisse veranlassen uns, darauf hinzuweisen, daß die Front- Irrrppen selbstverständlich nicht \n entwaffne« find. Zu den Fconttcuppcn zählen auch vorausgeschickte, im dienstlichen Interesse tätige Militäcperf'onen, wie Quartiermacher, Verbindungs Offiziere usw. Frankfurt a/M., 25.11. 1918. Der Arbeiter- und Soldatenrat beim stell« Generalkommando XVIII. A.-K. Die Ankunft der Armee IDarwitz. Die 5. Armee unter dem Oberbefehl des Generals Kavallerie v. d. Marwitz wird auf ihrem Heimzuge, wie wir aus sicherer Quelle erfahren, am 2 9. November den Rhein überschreiten. Der Uebergang vollzieht sich in drei Heeressäulen an drei verschiedenen Punkten. Die Hauptmasse, eine Doppelreihe, geht bei Mainz über die Brücken und dann in zwei Reihen nach Osten. Die südliche bewegt sich in der Richtung Groß- Gerau, Langen nach Seligenstadt und erreicht den Main; die Hauptgruppe, ebenfalls von Mainz kommend, marschiert über Höchst—Frankfurt weiter. Der nördliche Flügel der Armee setzt bei Rüdesheim über den Rhein und geht nach Norden bis zur Lahn, wobei Ems wahrscheinlich nicht mehr berührt wird. Die ganze Durchmarschzeit der gewaltigen Menschenmaffen, sowie des umfangreichen Heerespacks durch unser Gebiet wird falls alles glatt vonstatten geht, auf 8—9 Tage becechet. m Zur Erquickung dev demnächst in größeren Verbänden Gießen berührenden Truppen eignen sich in erster Linie warme Getränke, vor allem Kaffee und Tee. Die Ausgabe muß aber straßenweise einheitlich organisiert werden; deshalb ist es gut, wenn sich die Bewohner der Straßen, welche die Truppen passieren, zusammentun. Die Schaffung einheitlicher Organisationen auch nach dieser Richtung wäre sehr zweckmäßig. » An die Bevölkerung des Korpsbezirks! In den nächsten Tagen werden unsere Armeen den Rhein überschreiten. Auf mehreren Macschstcaßcn werden sie staffelweise unser Gebiet passieren. Millionen barver deutscher Soldaten, die bisher tapfer kämpften, werden von ihren Oberbefehlshabern heimgcführt. Nach den geltenden und von der Volkscegierung bestätigten Bestimmungen geht für die Dauer des Durchmarsches die Befehlsgewalt des stellv. Generalkommandos auf die Oberbefehlshaber der durchmacschiecenden Truppen über. Den Anordnungen derselben ist Folge zu leisten. Aber nicht nur der Befehl, sondern das eigene Herz wird jeden Volksgenossen in Stadt und Land und jede Behörde dahin bringen, willig alles zu tun, was für die Unterstützung der Truppen auf dem Mansch bei Unterkunft und Verpflegung zu leisten ist. Folge jeder dem Oberbefehl, damit cS keine Wirrnisse gibt. Alle Anordnungen zum Wöhle der Truppe müssen bis ins Kleinste erfüllt werden. Wer dagegen verstößt, versündigt sich nicht nur an unserem Vaterlande, sondern auch an dem Wohl unserer tapferen Soldaten, die uns bisher vor dem Schlimmsten bewahrt haben. Herrscht^ keine Ordnung, so steht die Armee und das schöne Land, durch das sie marschiert, unbedingt in wenigen Tagen vor einer Hungersnot. Die Arbeiter-, Bauern- und Soldatenräte werden alles tun, um der Sicherung des Durchmarsches jede Förderung angedeihcn zu lassen. Volksgenossen, empfangt unsere Soldaten gut! Die Ducchmarschgebiete werden durch die Presse bekannt gegeben. Im Namen deo Arbeiter«-, Bauern- und Soldatenräte des Bezirks des XVIII. Armeekorps: Der Arbeiter- und Soldatcnrat Frankfurt a. M. Sie VoraASiktzlmg des Friedens. Gs wart sehr übereilt, Wollte das deutsche Volk anneh- wen. daß ihm der Friesen, den cs er^e.bnt und den es dringend braucht, schon gewiß ist. Der Nffftnstillstand ist da. er über oen Frieden wird erst verhandelt werden müssen. ^Ind da stell: nun die Entente' eine Bedingung und fügt hin- Zll. daß sie unter keinen Umstanden mit sich Wer den Frieden reden lasten werde, wenn die Bedingung von Deutschland n.cht erfüllt wird. Mit dieser unerbittlichen Forderung der Entente besäst, sich der Volksbeauftragte Scheidemann im Vor. ? r ^ 3 U hoffen, daß schon die allernächsten Wochen den Präliminarfrieden bringen werden, der ebenso wie der Waffenstillstand eine vorläufige Regelung bedeutet. Den endgültigen Frieden aber, der zugleich die Neuregelung anderer Geschaftsbeziehungen zu unfern bisherigen Gegnern und unsere Wledereinreihung in Weltverkehr und Weltham del. also konsolidierte Verhältnisse bringen soll, wird die En^ ^nte nur mit einem konsolidierten Deutschland abschließen. Das haben alle chre Wortführer oft und dringend genug er- riart. und drefe Erklärung ist nur eine Folgerung aus ihrer K^so lMftgen Drohung, ein terroristisch beherrschtes Deutschland imt Waffengewalt besetzen zu wollend Es kann gar en Delegierten werden noch Louis de Drandeß, General Bliß und Admiral Sims genannt. Die VertzarrdluvKeri der Marine. DTB- Admiral Beaty hat bei ben Waffen ftillstandsver- Handlungen in Rearer als den alleinigen von der englischen Regierung anerkannten Bevollmächtigten der Marine das Ersuchen gerichtet, ihm umgehend die Liste sämtlicher bis 25. 11 . fahrbereiter U-Boote und der zu desarmierenden U-Doote zu übermitteln. WTB. London, 21. Rom Kontreadmiral Zyrwhltt übernahm heute nach Tagesanbruch 30 Meilen von Harwich von feinem Flaggschiff aus die ersten 20 U-Doote. die ausgelie- fert wurden. Die Boote gehen mit ihren eigenen Befatzun- gen nach Harwich. WTB. Der englische drahtlose Dienst meldet, daß die deutschen Kriegsschiffe wahrscheinlich in' dem Hafen von Seapaslow auf den Orkney-Inseln interniert werden. Ein feindlich:- Friedensangebot niemals erfolgt. In den Berliner Kasernen 'werden Gerüchte verbreitet, die deutsch Regierung habe im Herbst 1916 ein Friedensangebot Frankreichs abgelehnt. Demgegen- über kann nur wiederholt werden, was schon frül)er mehrmals mntlich erklärt mord-en ist, daß kainer der Foinde Deutschlands ün Weltkrieg jemals ein Friedensangebot gemacht hat. Metz besetzt. TU. Am Dienstag sind die französischen Truppen in Metz eingerückt und zwar die 1. und 10. Armee mit Marschatt Petain an der Spitze. Am Vorabend hatte ein Vortrupp bereits von der Stadt Besitz genommen. Alle Glocken lau- teten. Die Artillerie donnerte unablässig. 600 französische Flugzeuge überflogen die Stadt. Marschall Petain, von sei- nem Stabe umgeben, hielt auf der Esplanade vor der Statue des Marschalls Ney eine Ansprache und nahm dort das Defiles der einzelnen Heeresabteilungen ab, welss>e von Gene- ral Mangin, dem Oberbefehlshaber der 10. Armee, vorge- führt wurden. TU. Rach einer Meldung aus Karlsruhe stockt der Verkehr über den badischen Rhein nach beiden Richtungen vollständig. Es fahren keine deutfcl)en Züge mehr von ben Stationen Dreibach. Mühlhausen und Leopoldsche über den Rhein. Von Dienstag morgen 5 Uhr ab wird der übrige ge- famte Zugverkehr zwischen dem Elsaß einerseits und der Basel-Schweiz andererseits vollständig eingestellt. Der RLürmM vriserer TrnvpeK. WTB. Die Franks. Ztg. nwldet aus Luremburg: Roch immer passieren große derrtsche Truppenmassen cmif dem ^'iückz,ige Luxemburg. Die Ordnung und Organisation ist an Stelle des anfüngliä-en Durcheinanders wieder herge- stcllt. Die Presse stellt fest, daß die Soldaten einen guten Eindruck machen. Donnerstag sollen die Ententetruppen dae luxemburgische Grenze besehen. Am 24, 11. treffen sie in der Stabt Luxemburg ein. Der Süden des Landes wrrb von A.nerikarwrn, der Norden von Franzose besetzt. In Longwy kanren bereits amerikanische Dorvoüen an. bahnhos usw.) haben sich reinste Heerlager gebildet. Truppen aller Gattungen mit Gepäck und Wagen lagern hier. Es ist ein ewiges Kommen und Gehen. Die Soldaten stnd guter Dinge und werden gut ausgenommen. Diele Frauen sieht man, die den Soldaten Kaffee anbieten, wofür diese bei der Kälte sehr dankbar sind. MTB. Nachdem schon Massen von Etappen truppen und Versprengter in den letzten Tagen Köln zu Fuß und auf der Eisenbahn passiert hatten, trafen gestern vormtttaa die Spitzen der v. und 17. Armee mit klingendem Spi« M Fuß ans dem Wege nach Osten hier ein. Die durch, ziehenden Truppen werden von der Bevölkerung mit KaH fte gestärkt und mit Zigarren und Zigaretten beichenkt. Raofahrerkolonnen eröffneten den Zug der Franktruppen, Venen lange Züge Sturmtruppen folgten. Die Truppen zeigen gute Halwng und beste Ordnung. Trotzdem herrscht besonders vor der Rheinbrücke, leben^gefLbr- "ches Gewühl. Der Berkehr stockt teilweise gänzlich. Ditz Stvoßenbahnen müssen voi-aussichtlich den Betrieb tn den nächsten Tagen einftellen. Die Stadt trägt in allen SLrvke» reichen Flaggen- und Blumenschmuck. , . », Feierlich empfangen t 21 ‘ dtov. Der Reichsleitvng ging m% Wishelmshobe, dem augenblicklichen Sitz der Obersten Heeresleitung, folgendes Telegrmnm vom 18. 11. zu: Das Feldheer würde es dankbar begrüßen, wenn es beim Einrückea in das u^ftb.che Grenzgebiet und später beim Einrücken in die Garnisonen feierlich empfangen würde. linksrheinischen Gebiet ist in weiten' Kreisen die Befürchtung verbreitet, daß die feindlichen Heeresleit^m- aen die im wehrpfflchtiaen Alter stehende männliche Bevölke- keru.ng entweder als krieasaefangen oder zu Arbeitszwecken nach Belgien und nach Nordfrankreich abtühren lassen wer» den. Die Befürchtung entbehrt ieder taffächlichen Untcrlaae. denn Mschnitt 6 des Waffenstillsiondsabkommens bestimmtr In allen geräumten Gebieten ist die Forfführung von Einwohnern uni -saat. Cigentikm und Einwohner 'darf kein Schaden oder Nuchieil zugefüg^ werden. Die deutsche Waf- fenstMstandskommission: Staatsftkretär Erzberger. Die Milltärbcstände links des Rheins. MTB. Bezüglich-der deutschen Militärbestande links des Rheins, namentlrch soweit Lebensmittel in Frage kommen, ist folgendes bestimmt worden: Die Lebensmittel flehen in erster Linie den durchmarschierenden Truppen zur Verfügung. Ieder Soldat erhält an Lebensmitteln, soviel er tragen kann, d. h. also Derpffeauna für mehrere Tage. Im übrigen soll der Abtransport sämtlicher Militärbestänbe unter Aufbietung aller Kräfte bis zum Raumungstermin soweit irgend möglich durchgefiihrt werden. Die deutsche WaffenstillstanLakoiM Mission: Staatssekretär Erzberger. WTB. Amsterdam, 21. Rov. Die deukschen Derwaltnpgs. behörden von Brüssel und Antwerpen stnd über Olbemzaan nach Deutschland zurückgekehrt. AKtuW in Berlin. TU. Ans Berlin wird gemeldet: Nachdem Grneralfelb-. marschall von Mackensen mit feinem Stabe bereits am Avend hier eingetrosfen war, stnd, wie die Dossische Zeitung ersäht nunmehr 2 weitere Züge mit dem gesamten Wirtschaftsstobe aus Bukarest kn Berlin eingetroffsn. Sie haben die sowohl in Rumänien wie in Ungarn geforderte Entwaffnung abgelehnt und ihr.: Waffen erst ans den'.schem Boden abgeliefert Unterwegs hatten fle öfter Kampfe mit Rumänen, Ungarn und Tschecho-Slowaken zu bestehen, bei denen pe jedoch an* einige Verwundete zu verzeichnen hatten. FLr und gegen die NküsnalverlmumiMg. WTB. In der Versammlung der ArbeiterrSte Groß- Berlins empfahl das Mitglied des Dollzugsrates Richard Dtüller, wie der Vorwärts meldet, eine Resolution, tn der es u. a. heißt: ^.In der revolutionären Organisation der A.« und S -illäte hat sich die neue Staatsgewalt verkörpert. Diese Gewalt muß gesichert und ausgedaut werden, damit die Errungenschaften der Revolution der gesamten Arbeiterklasse zugute kommen. Das Bestreben der bürgerlichen Kreise, so schnell wie möglich eine Rationalverlammlung einzuberufen, soll die Arbeiter um die Früchte der Revo- lutron bringen. Der Vollzugsrat der Arbeiter- nnb Sol- datenrate Groß-Berlins verlangt daher die Einberufung einer Delegiertenverfammlung der A.- und S-Räte Deutsch- lands. Diese hat einen Zentralrat der A.- und S.-Rätv Deutschlands zu wählen, der eine neue, den Grundsätzen der proletarischen Demokratie entsprechende Verfassung zu entwerfen hat Letztere ist «ner von ihm einzuberr,sende« konstituierenden Generalversammlung zur Deschlustfassung vorzulegen." Wciter führte Redner aus, die Konipetenz- konflikte, welche der Vollzuasrat mit der gegenwärtigen Regierung hatte, seien erledigt Der Dollzugsvat hat das Reä)t, die Negierungen des Reiches und Preußens zu nennen, und wenn sie nicht in seinem Sinne arbeiten, haß er das Recht, sie davon zu jagen. Doch hoffen wir, daß diese Notwendigkeit nicht eintreten wird. In der Debatte über die Hauptlrage. konstituierende Rotionalversamne- lung oder Cnnsctzung eines Zentrolarbeiterrateis, betonte Hermann Mütter, wir seien darin einig, daß wir die sozialistische Republik wollen, die im Rahnien der Demokratie durchgeführt werde. Hugo Haase erÄlürte es für unmöglich, baß die Errungenschaften der Revolution wieder verloren gehen könnten, denn das Proletariat habe in Deutschland die Mehrheit. Das Proletariat habe die Aufgabe, jede Regierung, auch eine sozialistische, vorwärts zu treiben. Der Schrei bürgerliä-er Kreise nach der Konstituante dürfe un» nicht betören, so schnell könne sie nicht einbcrufen werderr. Die Sozialisierung großer Betriebe sei notwercdig. Georg Leöebour sprach dafür, daß das Proletariat die Macht, die es jetzt habe, ohne Rücksicht onwende, um die fozialisÜsche Republik zu sichern. Unter der Herrsä-ast des Kapitalist mils gebe es keine Demokratie. Liebknecht trat ebenfalls oafür ein, daß alles getan werde, um die Wiederkehr de» Herrschaft des Kapitulismus zu verhindern. Rach Schluß der Debatte erklärte Ebert, er sei stets für Einigkeit ge- wesen. Im Großen und Ganzen könne er Haase zustin^ . e Resolution des Referenten sowie mehrere andere Reschutronen und Anträge wurden dem Vollzugs^ übev WTB. Staatssekretär Dr. Preuß äußerte zu einem Ver. treter der Politischen Parlamentarischen Nachrichten über die Ratlonawerfammlung u. a.: Ich hoffe von ganzer Seele daß me Nationaloersammlung jeden deutschen Mann unt> jede deutsche Frau fest und innig on das Vaterland binden wird. Dre nationale Einigkeit Deutschlands unverbrüchlich festzu- halten und in freien und festen Formen auszugestalten, das A zur Zett das.w-chtigste Antlegen. Aür uns law es Uinm fnrchkbrrreren G^cmken geben als bke Gefahr, dast Kl dem Augenblick, wo sich draußen die staatliche Welt auf Grund des Nationalitätsprinzips neugestaltet, der Zusammenhalt des deutschen Nationalstaates bedroht sein konnte. Damit würde das deutsche Volt wiederum zum Aschenbrödel unter den Völkern werden. Die Nationalversammlung must beweisen, daß der Volksstaat der deutsche Nationalstaat ist, sonst sind die politiscksen, wirtschaftlichen, materiellen und ideellen Inter« essen eines jeden Deutschen schwer bedroht. Tll. Der Berliner Lokalanzeiaer berichtet: Die Kampe- tenzstreitigkeiten, die zwischen dem Rat der Volksbeaustragten und dem Vollzugsrat des A.« und S.-Ratos bestanden haben, scheinen nunmehr durch ein Übereinkommen chre Regelung erfahren zu sollen. In politischen Kreisen begegnet man bezüglich der Ansicht auf eine baldige Lösung einem gewissen Optimismus. Jedenfalls hören wir, daß man sich auf gewisse Richtlinien Betrieben, in den Fabriken oder in den Werkstätten erscheinen. Sie können deshalb es nur begrüßen, wenn die Besetzung Westdeutschlands, welche sie nun einmal vornehmen müssen, in nicht allzu ferner Zeit zu Ende geht. Das liegt im Interesse unserer Feinde. Die derttsche Regierung kann dem wohlverstandenen veidersettigeNInteresses cm? besten dadurch dienen, daß sie den Abschluß des Präliminarfriedens möglichst rasch betätigt. Unsere Feinde werden dann kein großes Interesse mehr an der Besetzung haben. Sie haben das dann besorckers nicht, wenn wir ihre Entschädigungsansprüche in kurzer Zeit erledigen können. Aus diesem Grunde wäre eg sehr gut, wenn die gegenwärtige Regierung doch unter Zuhilfenahme des Reichstages sich einenFriedenskredit von einigen Milliarden aewahren läßt. Vielleicht kann dadurch das westdeutsche Problem, das wir heute haben, das ?Ä)en Deutschen mit ernster Sorge erfüllt, ln andere Bahnen gelenkt werden. Vielleicht läßt sich auch ein anderer Weg finden, um finanzielle Ansprüche der Gegner zu befriedigen. Das neue polusichr MiMerium. WTB. Warschau, 21. No-v. Das neue polnische Kabinett, das von Pilfudski eingesetzt worden ist, besteht vor allem ans Mitgliedern der polnischen sozialdemokratische". Partei und des Bauernbundes. Ministerpräsident ist d^r ehemalige Abgeordnete des österreichischen Reichsrates, Führer der sozialistischen Partei tn Galizien, sowie Leiter mehrerer Gewerkschaften. Andrzes Moraczewsli. Er übernimnrt ebenfalls das polnische Verkehrswesen Das Kriegsministerium übernahm als Oberbefehlshaber Iossy Pilfudski selbst. Minister des Innern wurde Stanislaw Rhagutt, ein bekannter Statisttkeu. Einige Fachuünisterien sind mit Bürgerlichen besetzt. Ein Merur aus dem BaltenlandZ. WTD. Die baltische Landesvertrettmg richtete an die deuffche Negierung folgendes Telegramm: Die plötzliche Zurückziehung der deutschen Truppen aus den baltischen Landen, in Sonderheit aus Estland und Oesel, bringt das schutzlose Land in die größte Gefahr und setzt es sicherer Verheerung vom Osten her aus. Im Interesse der Menschlichkeit bitten wir um Belassimg der deutschen Wehrmacht in allen Gebieten des Daltenlandes, bis anderweitige Hilfe in sicherer Aussicht stcht. Baltische Landesvertretung. Krem ia den Händen der BoWervisten. bb. Das ukrainische Pressebureau teilt mit: Nach harten Kümpfen mußte Kiew geräumt werden, weit von Norden starke bolschewistische Kräfte einmarschierten und von Süden aus der Astrachangegend monarchistische Truppen unter Führung des Fürsten Tountouff kamen. Die Regierung in Kiew wurde gestürzt und durch eine moskowitische ersetzt. Die Nationalversammlung floh nach Dila, wo sie ein Direktorium ernannte Furchtbares ExplasionsungM ia Belgien. WTB. Der Amsterdamer Telegraaf meldet aus Harmni in Belgien, daß dort ein Waggon eines Munitionszuges in Brand geriet und daß bei den darauf folgenden Explosionen 800 Menschen runs Leben kamen. — Weiter wivd noch über die Explosion gemeldet: Die Explosion ereignete sich ungefähr um 10 Uhr auf dem Bahnhof, wo ein deutscher Munitionszug stand. Dabei flog ein Waggon mit Granaten in die Luft, deren Splitter auf die Umgebung mederfielen. Die Umgebung des Bahnhofes war ein einziges Trümmermeer. Auf dem Dahnhof Händen auch 3 Lazarettzüge mit deutschen Verwundeten, die nuf den Transport nach Holland warteten. Diese Züge gerieten in Brand. Die Verwundeten fiüchteten. soweit sie dazu im Stande waren, aber 18 Schwerverwundete kamen in den Flammen um. Ein Lazarettzug konnte recht- zeitig in Sicherheit gebracht werden, nachdem die brennenden Wagen mit großem Heldenmut abgekoppelt waren. Er steht jetzt auf dem Bahnhof Dudel. Indessen ist man des Brandes Herr geworden. Der Anblick der Verwundeten, die über die Grenze kommen, ist unbeschreiblich. Während der Katastrophe wagte sich niemand in die Nähe der Stridt. Die Zahl der Toten ist noch nicht genau festgestellt, sie muß sehr groß sein. In Hamend sind mehrere Häuser einqestürzt, wobei die Einwohner unter den Trümmern begraben wurden, über die Ursache des Unglücks läßt sich noch nichts bestimmtes sagen. WTD. Nach den letzten Berichten ist das Unglück in Hamont entsetzlich. Die Zahl der Getöteten, meist Deutsche, wivd auf über 1000 geschätzt. WTB. Von d«z, Lazarettzitgen. die von der Explosion bei Ham. ont betroffen wurden, sind zwoi durch Holland nach M.-Gladbach gebracht worden. Die Züge befinden sich in einem unbeschreiblichere Zustande; keine Fensterscheibe ist rnchr ganz, im Innern herrscht völliger Wirrwar. Die geretteten Soidaterr erzählen, daß ein dritter Lazarettzug volb ständig vcrbrarrnt sei. während von einem vierten Zuge nur ein Waggon heil davonkam. Die Anzahl der Getöteten wird über roc , Ineng«- - — ... Mttnnnt, daß ein Munitionszug in die Luft flog und dadurch die vier in der Nachbarschaft stehende Lazarettzüge fo fchro« oe» troffen wurden. Aus «eftdElau». Köln. 21. Nov. Die aus dem Westen kommenden Trnp» pentransporte werden von den Soldaten derart bestürmt und besetzt, daß bei der Fortdauer dieses Zustandes schwere Un» alücksfälle unvermeidlich sind. Die Soldaten lagern sich auf ven Bahnhöfen, besetzen die Tender und Lokomotiven und hindern so d!e Tätigkeit des Zugpersonals.^ Bei Call wurden eine Anzahl Soldaten von den Wagendächera abgestreift. Die Zahl der Opfer ist noch nicht bekannt. Düsseldorf, 21. Nov. Hier hat sich wtter dem DorsrJ Professor Dr. Schloßmann ein Ärzterot gebildet. Derselbe wird sich mit dem hiesigen Arbeiter- und Soldatenrat m Verbindung setzen. — Auf der Postannahme in der Meich- straße unterschlug eine Postaushelferin 100 000 Mark in bar. Duisburg, 21. Nov. 8 Todesopfer hat das Mitfcchren von Soldaten auf den Waggondachern der Militär- und ZivU» ritge, das man jetzt tagtäglich beobachten kann, auch hier ge^ fordert. Hannover, 21. Nov. Durch bas Gericht des Arbeiter- und Soldatenrates Hannover find standrechtlich zum Tode verurteilt und am 15. bezw. 16. Rov. erschossen: der Gefan» gene Jasper wegen Raubens und Plünderns und Bkzefeld» webel Oskar Lünsmann aus Bremen wegen mrberechtigtep Erschießens dreier Personen. Hannover, 21. Nov. Der deutsche Handwerks, und Ge* werbekamnlertag hatte vor Jahresfrist beschlossen, Grneralt feDmarschall von Hindenburg zum Ehrenmeister des derttschert Handwerks zu ernennen. Die Urkunde wird in diesen Tagen der Gattin des Feldmarscholls Überreicht, werden. Aus Mr Wtil Die Erlassungen ans dem Heetes-ieust. WTB. Berlr^, 21. Sioo. (Amtlich.) Alle in der Heimat an ihrem Wohnort oder khrem Arbeitsort mit UrlaubsscheiB anwesenden Offiziere des Beurlaubteustaudes, Unteroffiziere und Mannschaften aller Jahrgänge, mit Ausnahme der Jahrgänge 1896, 97, 98 und 99, sind bis zum 39. November d. I. aus dem Heeresdienst behelfsmäßig zu entlassen. Sie ermir. ken sich bei der nächste« militärischen Dienststelle eine» Ent» lassungssch-in. D?e gesetzlichen Bersorgungs- u. Eutlassungs anfprüche dieser behelfsmäßig au ihrem llrlandsort Entlasse» nen werden später durch die Bezirkskommandos und Melde» ämtsr geregelt. Urlauber, die sich vor dem 39. 11. bei ihreH Ersatzformütionen melden, werden dort mit ihrem Jahrgane ordnungsmäßig entlassen. Urlauber der Jahrgänge 96, Vl 98 und 99 begeben sich zur nächsten Erfatzformcttion. wenn sie ihren Truppenteil nicht erreichen könne». Der Kriegsministev Scheüch. llnterstaatsfekretär Goehre. De Erhöhung der Soldatenlöhnung. WTB. Die Ausführungsbestimmungen zu dem Erlast über die Echöhung der Soldatenlöhne werden vom Kriegs- minksterium noch gegeben werden. Die Beerdigung dar Revoluttonsopfer. Berlin, 21. Nod. Gestern mittag fand hier die Beer» digung der 9 bei der Revolution (Äfallenen statt. Hun. derttaufende folgten dem Zuge; eine Unmenge von Krär^» zen wurden von den verschiedenen Trägern getragen. Man sah im Zuge Soldaten aller Waffengattungen, Matrosen, französische und russische Kriegsefangene und Angehövige der großen Berliner Werke. Uber die Anzahl der Revo- luttonsopfer gehen die Meinungen der Bevölkerung stark auseinm»der. Amtlich scheinen bis jetzt nur 15 Todesfall« festgesirllt zu sein, einschließlich der Soldaten. Das Gerücht, es seien ihrer 60, ist falsch. Deutschlands Berkuste. TU. Eine Berliner Korrespondenz gibt auf Grund zuverlässiger Unterlagen die Gesamtverluste Deutschlands Vis zum 31. Oktober 1918 genau an. Deutschland har 1580000 Tote zu bellagen. Als vermißt werden 260 000 Mann gemeldet, wovon ebenfalls sin großer Teil nicht mehr unter den Lebenden weilen wird. Die Zahl der in Feindeshand befindlichen deutschen .Kriegsgefangenen betragt 490 000. Verwundet worden sind 4 Millionen Soldaten, wobei aber eine wiederholte Zahlung vorgekommen ist, wo ein Soldat mehrmals verwundet worden ist. Uber 3 Millionen britische Brrluste. bb. Im Unterhause teilte Unterstaatssekretar Manss- pferson unt, daß die Verluste der britischen Truppen mit Einschluß der irdischen Streitkräfte unter Ausschluß der Lufftreitkraste bis zum 10. November 1918 an Tvtcn, Verwundeten, Vcrurthten und Gefangenen 3 049 991 MauH betragen hätten. Der nrue Oberbürgermeister von Polen. WTD. Posen, 21. -7cov. In der Stadtoeroronetensitzung gab der neue Oberbürgermeister von Drewskt eins Erklärung ab, worin er u. a. ausführto: Ich I>abe das Amt unter den schwierigsten DerhLltnissrn übenwmmen. Ich zweifle aber 'keinen^ Augenblick, daß es uirs gelingen wich, die Kluft nationalen Gegensatzes zu Überdrücken. Die Verbiw» düng zwischen Berlin und Pose.', ist nicht mehr so, wie sie vo« der letzten Zeit war- Anordnungen von BerUrl aus konnten nicht mit der nötigen Ser sine Zwifchenstatton zwischen Berlin unb Posen geschaffen werden. Diese Statton ist das Proviw- zürl-ErnLhrungsamt. Zurmchst nmffen wir an unsere Pro» vinz denren, denn, wenn irgendwo Urcruhen entstehen, dann ist überlMtpt die dlnsftchr gestört. Es wird von nianchen Stellen eine Agitation getrieben. Man spricht z. B. von der Einrichttmg eines Heimatschutzes. Wenn sie wirklich ausgeführt werden sollte, dann befürchte ich das Schlimmste filr unsere Provinz, denn Nmn wird die Ausfuhr um oinfach ganz unmöglich gemacht. Ich gestehe es ganz offen, dann müssen wir eben als Promnz-Ernährungsamt unsere Arbeit einstellen, denn dann sind wir nnichtlos. Unser« Bevölkerung würde eine derartige Bevormundung gar nicht lxv*teT f m, würde in der Hersendung der Truppen aus dem De. u nach dem Osten eine BenornrunLung erblicken. Sorgen des amerikausischeu Kapttukisrnns, WTB. Dem „Nieuwe Rotterdamsche Eourcntt* zufolge meldet „Daily Telegraph"' aus Nerupotk: Die Erklärung von Gonlpers, daß die amerikanischen Arbeiter nichts unterlassen werden, um die jetzigen Wochen Löhne und ritr,; .h den Bestrebungen, die jetzigen Löhne und b -i« zubehalten, ernstlich widersetzen. Jfttt Sfadl MS llZUS GuLLastnng Linksrheinischem MiMir pc^sonerr. Es iss aro r'rbnpt worden, daß 8olbcucy; au& dem links- rbern i s ch cn RäuMn n gß gebi-.t sofort entlassen w:.'de^. so w-.it sie nickt d?n Jahrgängen 1898 un- 1899 cr.nrlbö fr». QQQQQQQQQQ OrdnrettK Im Heer, 'er ?lrbe:' ' und Soldoten rat gibt br.kunnt: Alle Soldnten und Mannschaft n ivic Offiziere, welche sich unerlaubt von ihrem Truppen teil entfernen, hoben nicht nur strengste Bestrafung zu gewärtigen, sondern hoben auch keimn Anspruch Pif 5 ♦♦ Mt» fis# 2 V-»L B ■ yKMWzWß Lebensmittelkarten, Ve pfle.zu^^ u. Ounrtier. Sie geft-n jedes Anspruches auf Rente, Entlassur asgebüh von 30 Mark Marschgestübr, Anzug verlunis;." Wer nicht ord-. nungsqemäß entlassen in das besetzte Gebiet kommt, setzt sich der Gefahr der Internierung aus. ganz vorzügliche Qualität liefert in .jedem Quantum * Kaulerbach (Hessen). Bo r nur das Wohl des Vaterlandes schwer besorgten Burgern im 5tteisc Lauttt- bach ging h^ute sowohl an die Reichsreg cum; ((frfcr-t, Haasc. Scheidern 5 nn) wie an den Vollzngsrcn der A beiter- und Soldatencäte von Groß-Berlin folgende Depesche a- : Das Mißtrauen Süddeutschtonds wächst abgrundtief, w«nn die Sozialdemokratte tn der Frage ' ^ cm :rr v- _M* .o ' P. C, Saal Wächter W eingntshesiizer Nieder-iugeielm a. K. ovovoowoo TV.* rmerdttsrige „«»«, ■- Aes-'Magr31 r«ß Oictct Frauen und Mädchen unentgeltlich Auskunft und Beistand in häuslichen und persönlichen Angelegenheiten, sowie Beratung bei der Wahl der Beschäftigung. Oer beste Ersatz für Kautabak — o--,, —.. .. vx. vii ü«-uw>- e sind meine Knurüliclien der Rotionalvetsammlung versagt. Wll d^ Spartakus 1000 Rollen 350 Mk., Probepost- illup't» wtid 5ä«g!mgrfcdulr. Kta&rfärforat. Sprechstunden: IHonüa «»fl DOiineritafl, adens? t?ost § hjZ 7 ildr. &* t: ; U jeder Schuhkrcm! K. ®”. Gerüner's Oelwach>lederp«tz t • ■ J*'*Z’* " x kolli 100 Rollen 40 Mark. Kanstangen Im Geschmack vorzüglich. 1000 Stangen 350 Mk., Probepostkolli 90 Mark Nachnahme. Gruppe freventlich alles aufs Spiel setzen, Deutschlands elendvolle Zertrümmerung besngelrrt? Ist cs mit l 1 /* Millionen Lachen noch nicht genung? Wehe uns, wehe unseren Kindern! Lieber freiwillig den Tod suchen, als die Höllenqualen eines Bruderkrieges, dem Verhungern p'eisgegebcn, erleben j Kur anWiederTerkäufer. Main? Ein internierter Franzose im Provinzial ¥r __ _ arresihaliö ließ sich die Idee nickt ausreden, daß vor i ^Ubo8ehr06ck6l-,8tbttjn60. dem Einzug der Franzosen in dem zu besetzenden Gebiet i sämtliche intermierten Franzosen ermordet würden. In einem unbeobachteten Augenblick stieß sich der Verzweifc ln drein Messer tief in die Brust. Der Verletzte wurde sofort ins Krankenhaus gebracht und.einer Operation unterzogen. Kensheim. Der Vfscklagnahm? durch den ?lxbciter und Soldatenrat Bensbt'iln verfielen 32 große Killen mit Stearinkerzen, die. sich eine hiesige chemische Fabrik als „UmzügSgut" hotte enden lassen. 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