(Neueste Nachrichten) (Mseftcrer kZezugspreis 80 Pfg. monatlich vierteljährlich 2,40Mk., vorauszahlbar, frei ins Haus. Ab geholt in unserer Expedition oder in den ^weig- cruLgabestellen vierteljährlich 1,80 Mk. — Erscheint Dierrslag, Donnerstag u. Samstag. — Nedaktionöschltch früh 8 Uhr. — Für Aufbewahrung oder Rücksendung nicht verlangter Manuskripte wird nicht garantiert. Verlag der „Gictzerrcr Zeitung", Gießen. Expedition: 8üdonlage21. KrrzeigeKMl' 24 PA die 14 mm breite Petitzeile, für Auswärts 36 Pfg. Die HO mm breite Reklame-Zeile 100 Pfennig. (£ x 1 ra Beilagen werden nach Gewicht und Grosse berechnet. Rabat: kommt bei Ueberfchreilung des Zahlungs- Zieles (30 Taaes. bei gerichtlicher Beirre K ling oder bei LronkurL in Wegfall. Platzvorfchüften ohne Verbindlichkeit. Druck der Giestcucr BerlagSdruckerci, Albru Klein. Ar. 106, Telephon Nr. 362. Donnerstag, den 21. November 1918. Telephon Nr. 362. 31 . Jahrgi Bekannimachung Der Bundckyot hat auf Grund des 8 3 des Gesetzes über die Ermächtigung des Bundiscats zu wirtschaftlichen Maßnahmen usw. vom 4. August 1914 (Reichs- Gesctzbl. S. 327) folgende Vermdnung erlassen: Die am 2. Januar 1919 fällig werdenden ZLns- scheine der 5prozentigen ReichökKegsanleihen sind vom 23 Oktober 1918 bis 2 Januar 1919 zu ihrem Rcn^ wert gesetzliches ZaKlungsmMel. Die Pflicht des Reiches zur Einlösung der Zinsscheine am Fäligkeitstage mit anderen gesetzlichen Zahlungsmitteln wird hierdurch nicht berührt. Die Verordnung tritt am 23. Oft. 1918 in Kraft. Berlin, den 22. Oktober 1918. In Vertretung Graf von Roedern. BekamrLMKchtmg. Alle Soldaten, Mannschaften wie Offiziere, welche sich unerlaubt von ihrem Truppenteil entfernen, haben nicht nur strengste Bestrafung zu gewärtigen, sondern haben auch keinen Anspruch auf Lebensmittelkarten, Verpflegung und Quartier. Sie gehen jedes Anspruches aus Rente, Edtiassungs-ebühr ro^ 50,—Mark, Malschgebühr, Anzug verlustig. Wer nicht oidrmngsgcmäß entlassen in das besitzte Gebiet kommt, sitzt sich der Gefahr der Internierung aus! Wer sich unerlaubt von seinem Truppenteil entfernt, hat sich fosort auf dem nächsten Garnison-Kommando oder Bahr.Hosskommandantur zu melden. Diese sorgen für Verpflegung, Unterkunft --nd Weite,beförderung zum Ersatz-TrrppcnrcU bezw. Entlassung zum BeZirk^kom- mando des Heunotortes gemäß den Verfügungen des ste ll v. G en er alko m m a n b c §. Alle ZivUbeHörden finb ongew? sin, keinerlei Lelnns- mittelkarttN auszugebrn, keine polizeiliche, Anweldung «itgegenzünehmen und keine ÄrbeitsgelegeuhAt zu Vermittln ohne vorschriftsmäßigen Entlüssungsausweis. Kameraden! Sorgt für Ordnung damit der Feind nicht cinmaischiert um diese Ordnung herzustrllen. Kameraden! Der Feind schließt keinen Frieden, wenn in Deutschland leine Ordnung-herrscht. Dev Avtzritev- nnd ZoLdntrrrrat. Stellvev. Grncvailrommands XVIU. A. K. in Deutschland nicht an einen Frieden, auch nicht an eine Demobilisation denken können. Rach Londoner Telegrammen sprach Balfour am Samstag über die Frage der StaatLform in Deutschland. Seine Auslassungen gingen dahin, daß die Alliierten für Deutschland die Voraussetzungen des Friedens in einer demokratischen, nicht aber in einer sozialistischen Republik erblicken. Eine Vergewaltigung der nichtsozialistischen Parteien in Deutschland würde von den Alliierten nicht geduldet werden. Auch ein Friede würde nur mit einer demokratischen Republik, die alle Berufs klassen umfaßt, gcschloff n werden. Die „Times" melden aus New Aork! Lansing erklärte -stm Konpreß, die Alliierten seien bereit, mit Deutschland einen Präliminarfrieden äbzuschlicßen. Ein endgültiger Friedensschluß bei aber erst nach Herstellung der vollkommenen staatsbürgerlichen Freiheit durch eine allen Parteien gerecht werdende Reichs- Verfassung möglich. Weder eine kapitalistische, noch eine sozialistische Republik sei der Ausdruck des Volks- willens, sondern eine R>publik, die alle Staatsbürger umfasse. Experimente dürften bei den Alliierten auf Widerstand stoßen. auf die unerträgliche Notlage der: Nh ..mde hm, in die sie die hartm WaffmfitllstandLbedingungen versetzen. Die Herausgabe eines großen Teiles des Effenbcchm Materials verurteilt uns durch Ms Erschwerung Verbindung mit dem Osten ' H • § or. ^s ist uns außerdem unmöglich, große Besatzungen zu verpflegen. Der Rückzug der Armee durch unser Land he- scheuniat den Verbrauch der 2ei ^1. Wir mtten im Namen der Menschlichkeit d ^ der ganzen Welt, für die bedrohten Nh. inlande elnzutreten und zu fordern, daß ;in durch dm langen Krieg schon ganz erschopM Land nicht völlig Mhergetretett werde. Der friedliche Sinn in den alten Kulturländern am Rhein ist m der ganzen Welt bekannt. Schützt uns darum durch dre Macht Eures Einflusses vo- Gewftttat und Unmensch' lichkeit. Verein Rheinischer Zcitun s - a . Aufhebung der für den 4. Dezember !-i§ Zufammenfcblu$$ aller biirgerlicden Parteien. Berlin, 19. Rov. Wie man erfährt, haben in den letzten Tagen Besprechungen zwischen den bürgerlichen Parteien begonnen, die einen Zusammenschluß cll^c bürgerlichen Parteien für die kommenden Wahlen zur Nationalversammlung bezwecken._ Zur Pariamentarifierung In Reifen. angeordneten UoiK$zäblnnfl. Unter den inzwischen eingttretrnrn Verhältnissen wird die Durchführung der Volkszählung am 4. Dezemvrr 1918 und einer sich daran anschlictzlnden Fortschreibung dcr ZivUbivölkerung, insbesondere wegen der starken Bevölkerungsvelschievungen, welche durch die DemobM- iation und das Zurückst:ömen der Heeresangehongen in die Heimat bcwntt werden, aus erhebliche Schwiertg- kelUn stoßen, auch dürften die Ergebnisse dieser Erhebungen sehr unzuverlässig a r- sin. Es ist daher von der Reichsleitungr ang-w-dnet, c-'-iß *te 83 \x&L\vta& Verordnungen tom 24. Of toben 19x8 v ; j • l t e-L.olkszu!)tung i und üb« die Fortschretbvn btr Zivüd i,ö " tun;; nicht I in SEButjamfiti treten' unb sic dafür «in gejetteten Voc- bercitungsarbeiten rtngestellt umben. Hein enkgegenksnimen der feinde. Berlin, Ä). Nov. Alle zue Zeit in dcr Presse aurauchcnden Nachrichten ub« e-ecichte oder uns zuge- fa^te MUderungcn der Waffensilllstandsbcdingungen entsprich, n nicht deg Tatsache». Vielmehr ist seftzustrllen: TrotzJallec Vorstellungen und aller bereits zu Tage getretenen Unzuträglichkeiten in d.r praktischen Durch- 'ÜHÜlng der uns aufcrlcgten schweren Bedingungen des Waffenstillstandes ist von unseren Gegnern nicht das geringste Entgegenkommen gezeigt worden. Hein friede mit einer HlaffenbcrrRüaft. Dim „Tallst zufolge haben Lloyd George und Balfour ln ihren letz,tägigen Besprechungen mit Unt.rhauSmitgliedern keinen Zweifel darüber gelassen, dag die Alliierten auch keine amgezwungene sozialistische Republik in Deutschland anerkennen und auch mit dieser, die wieder die Herrschaft einer einzigen Klasse sei, keinen Friedm schließen könnten. Die Alliierten verlangten auch für Deutschland die Gleichberechtigung alter Parteien und eine Verfassung, die iüc alle Zeiten den Terrorismus ciner einzigen Klasse ausschlösse. Durch Rußland gewärmt, würden die Alliierten vor der Sicherstellung der absoluten. Freiheit Wie man zuverlässig ersähit, hat die neue hessische Regierung die feste Absicht, die verso ssunggebende Landls- Versammlung alsbald einzuberufcn. Brreits in der vorigen Woche hat Erstminister Ulrich in ciner Sitzung des hessischen A.. u. S.-R. diesem Willen seinerseits ent. schieden Ausdruck gegeben. Die Vorbereitungen für den . Entwurf einer neuen Wahlordnung sollen schon abge< - schlossen sein, so daß vielleicht für die kommende Woche die Wahlordnung für die verfassunggebende Versammlung zu erwarten ist. Ais Havptgrundsütze können schon jetzt angegeben werden: Gleiches, geheimes, unmittelbares und aUgemelues Wahlrecht auf Grund des Verhältniswahlsystems für alle mindestens 20 Jahre alten männlichen und weiblichen Personen, die am Tage der Wahl ln Hissen sind. Das ganz- Land bildet einen Wahlkreis, so daß die Wahl ein möglichst unversälschtes Bild der politischen Auffassung in Hessen bieten wird. In Aussicht genommen ist, die Wahl elwa in der ersten Halste des Januar statifinden zu lassen. Ein bestimmter Tag kann natürlich »och nicht feftgclcgt werden, da erst einmal festftchen muß, inwieweit die Besetzung der Provinz Rheinhessen durch die Berbandstruppen und die Verhältnisse des durch Starkenburg führenden neutralen Gebietes eine allgemeine Wahl ermöglicht. Ferner kommt in Betracht, daß auch den heimkehcenden Feldgrauen die Teilnahme an der Wahl sicher gestellt sein muß. Ecstininistcr Ulrich hat bereits durch die Zusamnien- setzung seines Ministeriums, dem auch Mitglieder ander« Parteien angehöccu, bewiesen, daß ec eine Diktatur nicht will, und in der erwähnten Sitzung des hessischen Arbeiter- und Solvatencatcs hat er ausgesprochen, daß nur die Demorcatie, die sich aus den Gesamtwtllen deL Volkes ausbaut, die Errungenschaften der Revolution sichern werde. __ (UfntereindecKting mit Kartoffeln. Die Wintexemdeckung mit Kartoff In ist noch nicht überall in dcr erwünschte Weise' so-!', ichntten. Dies beruht in erster Linie auf der un!-ünst '' n Tr< nsportla^e tm September und dec ersten Oktober Hälfte. Durch ernschnet. ende Maßnahmen ist inzw'sch. n hsir einc L sferung erztelfc worden. Daneben hat es' sich^aber a!s ersorderttch irwicsin, die Ablieferungspflicht für Speffekartoffel» zu erhöhen, da die Ernte vielfach hint oaitunaen zutückgeblicben ist. Der StaatssekLetäc d s KriegSernay« runasamts hat daher angeoidneft daß ein Teil der msyer . füc Zwecke der gewerblichkn Vera -)enen Kartoffeln zur Deckung des Speiscto'U-ff h^an- zuzichen ist, in-beiond-^e .. zum Brennen belassenen Kartoffeln in Höhe vvn 25^Proz. der urspiünglich freigegebenen Mengen.für duie Zwecke in Anspruch genommen. § Kartoffeln künftig nur noch dann v. ^ sie kleiner als 1 Zoll, bisher VU Zoll, sind.. Diese Maßnahmen o, rn ft rvl. ftu!Z^mit den getroffenen Berwaltu ' die dringend notwendige Eindeckung der Beüarfsgevtete mit dem größten Nachdruck zu » _ MM II -1 -■>.,:r-r,^ ra r.. W . III II.IW— I Ein notruf der Rfteiniänder. * Kötu. 18. Nov. Die „Köln. Ztg." veröffentlicht nachstehenden Funkspruch'. An all- Zeitungen in den Ländern der Alliierte» und an alle Zeitungen in »eu- lral-n Ländern! Die Vertreter der Presse in Köln und iin Rhcinlande weisen die Zeitungen dcr ganzen Welt $*vtm der Reichs-. ^rlrs?r über- 500 Gramm, vKo.fi-r 15. ixznuakr d. «s.- werden die üv r. 500 n Reichs»Rcric- bcotmarken au^er Kraft l is, -lw vom dh Dezember einschließlich ab ft ->s fr: G-.r-ftck v^r- absolgt werden. Füc den ft - - I - •« 1untau;ch der 500 Gramm-Marktn in 50Gramm.MarftEzum 15. Dezember eiuschlichlich tzatlsinden. Nachdem m Dezember ist ein Umtausch nicht mehr Zi « wenn dec Verbraucher einen Lebcnsmittrlkartm°AbWnde» schein oder sonstigen Ausweis vorlcgt, aus dem hervor- geht, daß er über den 15. .. zembcr hinaus mir Reise« brotmarken statt mit örtlichen Brrik.» für.i-iNe Beot Versorgung versehen ist. _ Sie Zlllsnß. Heber den jetzt beendeten Weltkrieg sind, wie bekannt, eine Menge Schilderungen im voraus geschrieben worden; von allen diesen Prophezeiungen ist keine ein- getrofsen, weder für den Verlaus des Krieges, dessen lange Tauer und Ausbreitung niemand wegen eintretenden Menschen-, Lebensmirel- und Geldmangels für möglich hielt, und schon gar nicht für seinen Abschluß. Der Krieg hätte wogt anders verlausen können, wenn Deutschland vor HK4 mehr für eine gewaltige Speisekammer gesorgt h te; aber hä.ce man uns dann nicht erst recht zugerufen, daß wir den Krieg im Schilde führten? Vielleicht wäre dann der Krieg noch früher vom Gegner vom Zaune gebrochen worden. Wir wollen nicht wieder sr.r die Zukunft Voraussagen, da wir nun das neue Deutschland haben. Das wirkt irreführend. Wir wollen für die Notwendigkeiten sorgen. Und da gilt es, zuerst ein sicheres Dach zu schaffen, das uns und unser Eigentum hütet, desen Sicherheit von der neuen Volksregierung - versprochen worden ist. Dieses Dach muß die gesetz- - liche Garantie sein für jeden Bürger, daß er in Ruhe arbeiten und die Früchte seiner Tätigkeit mit seinen Gehilfen genießen kann. Dann werden sie ihres Lebens froh sein und redlich mitschaffen können, daß Deutschland die schweren Wunden überwindet, die ihm der Krieg geschlagen hat, und deren Tragweite exst beim Friedensschluß übersehen werden kann. Ohne eine solche allgemeine Lebensfreude an der eigenen Tätigkeit geht es nicht; die Jahre nach dem Kriege werden nicht so leicht sein, daß die moderne Leichtlebigkeit, wie sie vor 1914 bestand, wieder einreißen kann, denn es ist nicht damit getan, daß jeder Tag seine eigene Sorge habe. Um Eigentum, Recht und Gerechtigkeit darf also eine Sorge nicht bestehen und wird sie auch nicht, wie wir hoffen, zu bestehen brauchen. Wenn Deutschland wieder aufblühen soll, müssen wir den Nationalwohlstand fördern. Und das können wir nur, wenn wir auf dem Welten- markt konkurrenzfähig bleiben, wenn uns der Wettbewerb des Auslandes nicht tot drückt. Arbeitgeber und Arbeiter hätten den gleichen Nachreil davon. Wenn die neue Regierung die Taten für diese Leistungsfähigkeit deutscher Arbeit schafft, so kann sie schöner Worte des Auslandes entbehren. Diese Ueberzeugung hat sie auch selbst wohl gewonnen. Wenn für Armee und Marine gespart und die Steuer reformiert wird, so erhöht auch das die gewerbliche Leistungsfähigkeit, die zugleich dem Jnlande zugute kommt. Aber wir wollen uns, wie gesagt, hüten Voraussagungen für diese Möglichkeiten aufzustellen. Ihre Erfüllung ruht nicht allein bei unserem guten Willen, sondern mehr noch bei dem anderen. Niemand mag wohl die Frage auch nur erörtern, ob der Weltkrieg die Weltkarte endgültig festlegt. Nach dem langen Kriege, der nicht nur Gewinnler ondern auch Verlustträger gebracht hat, handelt es ich für jedermann um ein ungefährdetes Dasein. Das ist das Gebot des Tages. Die polvi chen Angelegenheiten wird die deutsche Nationalversammlung und die gesetzgebende Körperschaft jedes Einzelstaates lösen. Das ist eine Arbeit, die nicht allein Zeit haben will, sondern auch Zeit haben muß. Wm. Zur Lase. Eine neue Note an Deutschland angckündigt. Die Beratungen des Versailler Kriegsrates sind wieder ausgenommen worden. Gegenwärtig wird der Wortlaut einer neuen Note an Deutschland sestgelegt, die die Aufforderung zur Entsendung von Delegierten für die Friedenskonferenz enthält und auch den Ort, wo diese Konferenz stattfinden soll, sestsetzt. Allgemein nimmt man an, daß Versailles in erster Linie in Betracht kommt. Gegenstand der Beratungen in Versailles sind auch die inneren Vorgänge in Deuisch- land und die Frage, an welche deutsche Persönlichkeit künftighin Noten des Verbandes zu richten sind. Verhandlungen auf hoher See. Das Reutersche Bureau erführt, daß der deutsche Kreuzer „Königsberg" Freitag nachmittag mit britischen Kriegsschiffen zusammentraf. Er wird zu einem Punkte auf See eskortiert werden, wo die deutschen Delegierten ihr Schiff verlassen und sich äruf die britischen Kriegsschiffe begeben werden, um dem Admiral Beatty die deutschen Vorschläge für die Durchführung der auf die Seestreitkräfte bezüglichen Bedingungen des Waffenstillstandes vorzulegen. Deutsch-österreichische Note an Wilson. Ein von Dr. Bauer gezeichnetes Schreiben des deutsch-österreichischen Staatsamtes für Aeußeres verständigt Wilson von der Proklamierung der deutsch- österreichischen Republik. Darin wird die Hoffnung ausgesprochen, daß Wilson die Bestrebungen des deutschen Volkes :n Oesterreich auf Wiederherstellung einer engen staatsrechtlichen Verbindung mit Deutschland unterstützen wird. Der Präsident wird ersucht, baldmöglichste Gelegenheit zu Verhandlungen über einen Präliminarfrieden zu bieten. Mit großer Genugtuung werde die Mitteilung des Präsidenten zur Mitteilung genommen, daß er Deutsch-Oesterreich dur, Sendung von Lebensmitteln helfen wolle. Das Schreiben bittet den Präsidenten, diese Hilfe möglichst zu beschleunigen. Enteignung der Großbetriebe. Das Berliner Organ der Unabhängigen Sozialdemokratie stellt die Forderung aus, daß die großen lebenswichtigen Betriebe sofort als Nalionaleigentnm erklärt werden sollen. Das Blatt zählt als solche Betriebe auf: die Bergwerke, die Schwereisen- und verwandte Industrien, die Textilindustrie, die Werke der chemischen, der Nahrungsmittel-, der elektrischen und der Ledergroßindustrie. Tic Zustände im Osten. Der Regierung ist eine Reihe von Telegrammen zugegangen, wonach sie in der Provinz Posen die Bevölkerung. soweit sie polnisch ist, ziemlich aufsässig zeigt, wahrend die Deutschen in großer Unruhe und Besorgnis sind. Es zeigt sich sowohl in Posen wie in . Gneseu die Erscheinung, daß in den Soldatenraten die ! Deutschen, in den Arbeiterräten die Polen die Träger ; der Autorität sind. Die Folgen sind Zwiespalt und ' Schwierigkeiten mancher Art. Daß die Lage durch ' Dazwischenkvnft polnischer Legionäre noch erschwert sei, : ist nicht richtig. Bei den Polen besteht zweifellos das l Interesse, im Volke eine Stimmung zu erzeugen, durch - die Gebiete für polnisch erklärt werden, die es nicht i sind. Die er Propaganda wird die Regierung ent- gegentretc", sobald sie mobile Truppen zur Verfügung hat. Vie ceicht werden Freiwillige zum Schutz der deutschen Ostmark aufgerufen. Kein tschechischer Einmarsch in Oesterreich. Der tschecho slowakische Gesandte Tusar sprach dem Wiener Auswärtigen Amte sein Bedauern über die I blutigen Vorfälle auf dem Stadlauer Bahnhofe aus J und erklärte namens seiner Regierung, die Behauptung, d^e tschecho-slowalischen Truppen wollten Niederösterreich besetzen, für vollständig grundlos. FrscdcnsoLrhaudl ngen gemeinsam mit Deutsch-Oesterreich. Der Vollsbeauftragte der deutschen Republik Dr. Hugo Haase hat Dr. Otto Bauer, dem Leiter des Staatsamtes für Aeußeres der deutsch-österreichischen Republik, ein Telegramm übermittelt, in welchem es heißt: Der Rat der Volksbeauftragten ist gern bereit, mit Ihnen alle Fragen der Friedensverhandlungen zu erörtern und diese Verhandlungen in engster Freundschaft mit Ihnen zu führen. Wir erwarten zu diesem Zwecke Vertreter von Deutsch-Oesterreich in Berlin. Wir empfinden die Not unserer Brüder in Deutsch-Oesterreich aufs schmerzlichste. Wir brauchen nicht zu versichern, daß wir den besten Willen haben, Ihnen zu helfen. Wir werden sofort an zuständiger Stelle festzustellen suchen, ob und in welcher Weise dies möglich ist." Für den ungehemmten Nheinverkehr. An den Mannheimer A.- und S.-Rat hat das Auswärtige Amt auf eine Anfrage folgendes mitgeteilt: „Wir verhandeln mit dem Feinde über die Festlegung der Einzelheiten des Waffenstillstandes und dringen dabei auf Milderung der Bedingungen. Wir verlangen insbesondere, daß der Verkehr zwischen dem rechten und linken Rheinufer ungestört bleibt und in wirtschaftlicher. Beziehung zwischen dem rechten und linken Rheinufer keine Aenderung eintreten darf." Abermals Ermahnung zur Disziplin. Das Telegramm der Volksregierung an die Soldaten und Matrosen, in dem zur Selbstzucht aufgefordert wurde, um die geordnete Durchführung der Waffenstillstandsbedingungen und der Demobilisierung zu sichern, hat insofern zu Mißverständnissen geführt, als teilweise die Befürchtung laut wurde, die Volksregierung wolle die Besehlsgewalt in der alten Form wieder Herstellen Diese Befürchtung ist unbegründet. Es sei deshalb noch einmal hervorgehoben, daß die jetzt an- geordneten Maßnahmen für die künftige Regelung der Besehlsgewalt nicht bindend ist. Mit ihnen soll vielmehr nur im Interesse der Soldaten und der Heimat das regellose Zurückfluten der Truppen von den Fronten verhindert und die Durchführung einer planmäßigen Demobilisierung gefördert werden. Bei der Marine ist die genaue und rasche Durchführung der Waffenstillstandsbedingungen von entscheidender Bedeutung. Wird sie nicht gewährleistet, so besteht die Gefahr, daß der Waffenstillstand in Frage gestellt, Helgoland, Kiel und Hamburg be-etzt und wegen Nichterfüllung der Waffen- stillstandsbedingungen die Feindseligkeiten wieder ausgenommen werden. Das will gewiß niemand. Deshalb ist nach dem Aufbau der bisherigen Heeresorganilativn bei der Demobilisation und der Durchführung der Wafsenstillstandsbedingungen die Mitwirkung der Offiziere mit ihren technischen und militärischen Kenntnissen erforderlich. Ruhe und Geduld und nicht drängeln! Der Kriegsminister hat an die Soldaten, die vor der Heimkehr stehen, einen Ausruf erlassen, in dem er ihnen folgende Selbstverständlichkeiten vorhält: Es können nicht al le Soldaten des großen deutschen Heeres und der Flotte zug leich entlassen werden! Es können auch nicht alle bis auf den letzten Mann entlassen werden! Die Entlassung muß sich nach den VerkehrSmöglich- keiten richten, sie muß ordnungsmäßig vor sich gehen. Darum Geduld und Ruhe bis jeder an die Reihe kommt. Im H e i m a t h e e r ist fürs erste die Entlassung der alten Jahrgänge bis 1879 einschließlich angeordnet, jüngere werden folgen. Leute in unentbehrlichen Diensten z. B. Gefangenenbewachung, müssen warten, bis sie ersetzt sind. Leute aus dem linksrheinischen Räumungsgebiet und aus den Brückenköpfen können sofort en lassen werdsn, wenn sie nicht den Jahresklassen 1 898 und 1 899 angehören. Wer von seiner Formation aus irgendeinem Grunde abgekommen ist, sucht die nächste militärische Dienststelle auf und bittet um einen Urlaubsschein in seine Heimat oder um einen Fahrschein zu seinem Ersatztruppenteil. Wer mit Urlaub heimfährt, sieht zuhause nach den öffentlichen Anschlägen und Zeitungsnachrichten, aus denen er erfahren wird, wie er nachträglich zu seinen Entlassungspapieren und- Marschgebührnissen kommt. Bis dahin dient ihm der Urlaubsschein als Ausweis. Jeder Soldat erhält: a) unentgeltlich einen Entlassungsanzug (soweit der Vorrat reicht Zivil, sonst Uniform), b) ein einmaliges Entlassungsgeld von 50 Mark, c; als Marschgeld, soweit Marschgebührnisse zuständig sind, vom Truppenteil ein Pauschbetrag von 15 Mark. Die Demobilisierung in Ordnung. Die Gerüchte über eine große Desorganisation an der Westfront sind, wie wir von zuständiger Stelle erfahren, unzutreffend. An der Front vollzieht sich alles in denkbar bester Ordnung; die Truppenteile sind fest beisammen und der Rückzug geht in vollster Ordnung vor sich. Dagegen scheint in der Etappe eine große Desorganisation Platz gegriffen zu haben. Jeder versucht, so schnell als möglich nach Hause zu kommen. i Gegen das regellose Zurückfluten der .Truppen sind j Maßnahmen getroffen worden. Es soll zunächst jeder Soldat seinem Truppenteil zugesührt werden. Der Lebensrnittetdi^tator Europas. Der amertkaniiche Lebensmittelkontrolleur Hoover reist am Sonnabend' an Vord des Dampfers nach Europa ab, um das Problem der Lebensmittelversorgung der Bevölkerung von Frankreich, Belgien und den Ländern der Mittelmächte sowie des nahen Ostens zu studieren. ES ist erinnerlich, daß in der letzten Note der deutschen Regierung an Lansing der Wunsch ausgedrückt wurde, Hoover möchte nach Europa kommen und die Ernährungsfragen regeln. LcbeusmiLtelzüge nach dem Westen sind von Berlin abgegangen. Die LebenSmittelzüge sollen zur Verpflegung der zurückflutenden Truppenmassen dienen. Dadurch soll auch etwaigen Plünderungen vorgebeugt werden. In Belgien sind große versteckte Lebensmittellager aufgefunden worden, die der Trupepnverpflegung dienstbar gemacht werden. Man rechnet damit, daß die große Welle der Truppen in drei Tagen Berlin erreichen wird. Heuderson über Ernährung», und Lchuldfragen. Arthur Henderson wies in einer Rede in East- ham auf die Pflicht der Alliierten hin, den geschlagenen Feind mit Lebensmitteln zu versorgen. Er sagte, es freue ihn, Mitteilen zu können, daß bereits Beamte aus England abgereist seien, um einer Konferenz beizuwohnen, die sich in erster Linie mit der Lebensmittelversorgung und dann auch mit der Lieferung von Rohstoffen beschäftigen würde, die nötig seien, um den Menschen Arbett zu verschaffen. Er erklärte ferner, daß diejenigen, die die Kriegsgesetze verletzt hätten, vor einem Gericht angeklagt werden sollten. Er sei aber nicht dafür, daß man einen U-Boot-Kommandanten anklage, während der Kaiser frei bleibe, oder daß ein General von der Front vor die Schranken des Gerichts gebracht werde, während der Kronprinz frci nilsgehe. Man müßte an der Spitze beginnen. Die Druppenbcwcgunge». Nachdem am Donnerstag an der EnsiSheimev Brücke französische Patrouillen gemeldet worden sind, wurde Kolmar am Freitag von französischen Truppen besetzt. In Mülhausen erwartete man den Einzug französischer Truppen für den Abend. Antwerpen ist von den deutschen Truppen geräumt worden. Aus Brüssel zogen die letzten deutschen Truppen am Freitag aus und wurden durch Kavallerie der Alliierten ersetzt. Belgische Regimenter kommen am Dienstag nach Brüssel. Die königliche Familie wird ihren Einzug in die Hauptstadt am nächsten Freita» halten. Aus Polen wird durch Flieger berichtet, daß der Abtransport der Soldaten und Zivilisten ordnungsgemäß fortgesetzt wird. Aus Finnland werden Vorbereitungen gemeldet für die unmittelbare Rücksendung der deutschen Truppen. Mackensen hat in Ungarn in Waffenabgabe seiten» der deutschen Truppen zugestanden. Somit steht dev Rückbeförderung der dort stehenden zirka 80 000 Mann nichts mehr im Wege. In der Ukraine bleiben die deutschen Truppen bi» zur Bildung einer ukrainischen Armee. Die Oberste Heeresleitung au Foch. MarschaU Foch harte der deutschen Heeresleitung gegenüber behauptet, daß in Belgien Plünderungen vorgekommen seien und Abhilfe verlangt. Die deutsche Heeresleitung hat darauf erwidert, daß die Schuld hieran den harten Bedingungen der Alliierten zuv Last fallen. Die Bedingungen des Waffenstillstandes sollten in einem Geist durchgeführt werden, der die Wahrung der Menschlichkeit bei Freund und Feind nicht ausschließt. ' Das Ende des Reichstage». Nach einer amr- lichen Meldung telegraphierte Reichstagspräsident Feh- renbach an das Kabinett: ,,Gedenkt die Reichsleitung, gegen vielfach angeregte Einberufung des Reichstages Montag oder Dienstag Einspruch zu erheben und eventuell Maßnahmen dagegen zu treffen?" Das Kabinett erwiderte: „Infolge der politi- schen Umwälzung, die sowohl die Institution des deutschen Kaisertums als auch den Bundesrat in seiner Eigenschaft als gesetzgebende Körperschaft beseitigt hat, kann auch der 1912 gewählte Reichstag nicht mehr zusamrnentreten. Ebert. Haase." Die Reichsregierung ist mit den Vorbereitungen zur möglichst schnellen Einberufung einer konstituieren- den Nationalversammlung beschäftigt. o Rheinkand — Republik? Bestrebungen, die ans die Ausrufung der Rheinprovinz als Republik Hinzielen, haben in Koblenz Boden gefunden. Eine Versammlung von 3000 Teilnehmern sprach sich sür die Republik Rheinland aus, wenn die Entente Annexions- absichcen zeigen sollte. 0 Korfu, der künftige Aufenthaltsort Kaiser Wilhelms. In Paris ist das Gerücht verbreitet, Exkaiser Wilhelm II. habe die Genehmigung nachgesucht, nach Korfu überzusiedeln. 0 DaS Schicksal der kaiserlichen Familie. Der Potsdamer A.» u. S.-Rat hat der Kaiserin, sowohl wie der Kronprinzessin je einen Extrazug zur Verfügung gestellt. Es ist ihnen gestattet worden, von ihrem persönlichen Eigentum soviel mitzunehmen, wie sie wollen. Das übrige persönliche Eigentum wird vom A- u. S.-Rat sichergestellt. Die Kaiserin, die noch immer unter Herzbeschwerden zu leiden hat, fügt sich in die veränderten Verhältnisse mit bemerkenswerter Ruhe. Sie hat wiederholt den Herren des A.- u. S.-Rates, unter denen sich übrigens ein früherer Flügeladjutant Oberst von Hahnke befindet, ihren Dank für die entgegenkommende Erledigung ihrer 9lngelegenheiten ausgesprochen. — Inzwischen soll die Kaiserin in Holland eingetroffen sein. Die Kronprinzessin ist mit ihren sechs Kindern wieder nach ihrem Besitztum Cäcilienhof übergesiedelt. Auch sie dürfte in den nächsten Tagen Deutschland verlassen und wahrscheinlich nach Dänemark reisen. Freitag abend hielt die Kronprinzessin im Cäcilienhof eine allgemeine Andacht ab, an der sämtliche Hofangestellten teilnahmen. Ueber den zukünftigen Wohnsitz der Prinzsnund Prinzessinnen dos königlichen .HaustzZ ist noch picht» OirviMigeS festgesteM Prinz CUel Friedrich ist von der Front nach Potsdam gekommen und hat mit den Leitern de- dortigen A. u. S.-Rates die Auge- s legenheiten besprockien Er hat auch die Becyandlun- j gen über die Ausreise der Kaiserin geführt. * Bauer nlre-ingmrüerr für ven Eintritt iu den Arbeiter- und Loldatenrat. In Bayern bat der Arbeiterund Loldatenrat die Führer der christlichen Bauern- dewegung um ihren Eintritt in den Arbeiter- und Soldatenrat. Man bot ihnen äO Sitze an. Die Herren Dr. Heim und Dr. Schlittenbauer stellten zur Bedingung, daß die neue Negierung die gewaltsame Requirierung der Lebensmittel auf dem Lande verhindert. daß der verfassungsmäßige Zustand, den eine Nationalversammlung schafft, von der neuen Regierung und dem provisorischen Parlament als gesetzlich anerkannt wird. Daß die Wahlen sobald als möglich ausgeschrieben werden und frei von tedem Terror bei voller Rede-, Versammluugs- und Preßfreiheit durchgeführt werden. Im übrigen erhebt der Bauernverein eine Reihe von Forderungen für die praktische Durchführung der Lebensmittelversorgung, Bereitstellung der Transportmittel, Schutz gegen Schleichhändler, Hamsterer. Raub, Plünderung, Anweisung der Distriktsbehörden usw. 0 Das Zentrum und die kommende Nationalversammlung. Zur Vorbereitung der Wahlen für die Nationalversammlung hat die Zentrumspartei in Berlin ein Generalsekretariat eingerichtet, das von dem Abgeordneten Dr. Pfeiffer geleitet wird. Die in Berlin anwesenden Mitglieder der Zentrumsfraktion des Reichstages und des preußischen Abgeordnetenhauses wenden sich in einem besonderen Aufrufe an die Arbeiter, Soldaten und Matrosen, die ^entrumsmilg icder |inb, und fordern sie unter Hinweis darauf, daß die Arbeiter- und Soldatenräte der Ruhe und der Ordnung dienen wollen, auf, auch ihrerseits Manneszucht zu bewahren, die anarchistischen Elemente niederzuhalten und die Beamten und Behörden in ihrem Bestreben, den geordneten Gang der Dinge zu sichern, zu unterstützen. ' Die Natiouakversammlung gesichert. Auf Anfrage in einer Versammlung von Pressevertretern gab der Lolksbeauftraate Dr. Landsberg Aufklärung über Fragen der Politik. Er ist überzeugt, daß die Wahlen zur Konstituierenden Nationalversammlung im Januar erfolgen werden. Sie würden keine Minute länger hin- auögezögert, wie die notwendigen Vorbereitungen es fordern. „Ich stehe und falle mit der Konstituierenden Nationalversammlung, und meine Kollegen in der Regierung stehen auf demselben Standpunkt." Die Wahlvorbereitungen zu treffen ist Sache des Reichsamts des Innern, das unter der Leitung eines Bürgerlichen, des Staatssekretärs Dr. Preuß steht. Die einzuführende Verhältniswahl sichert jedem in Stadt und Land das völlig gleiche Wahlrecht. Es wird keinerlei Ausnahmen geben. ' Der neue Eifenbahnminister für die preußisch- hessische Eisenbahngemeinschaft ist der bisherige Ministerialdirektor Hoff. Schon für die allernächste Zeit sind bedeutsame Maßnahmen auf dem Gebiet der Diensterleichterungen und Einkommensverbesserung für Beamte und Arbeiter zu erwarten. * Berlin, 16. Noevmber. Die Luftpost des Frankfurter Nachrichtendienstes hat ihre erste Fahrt mit Post nach Berlin angetreten und ver Reichsregierung wichtige Nachrichten übermittelt. MkWäu m WiMk Rotterdam, 15. November. Nach der „Times" verlassen acht ehemalige deutsche Dampfer am 19. November mit Lebensmitteln beladen Newyork. Berlin, 16. November. Der Großadmiral von Tir- pttz, der wenige Tage vor dem Ausbruch der Revolution vou Berlin in aller Stille abgereist ist, ist in der Schweiz «ngekommen. LMiebrn uni) Mrffchast. ---> Die Lohnzahlungen hatten in der letzten Woche mehrfach mit Mangel an flüssigem Geld zu kämpfen, so daß eine Restzahlung mit in diese Woche übernommen werden mußte. Es lag also keine Zahlungsunfähigkeit, sondern nur eine technische, schnell beseitigte Schwierig- fcit vor. Für alle solche Möglichkeiten ist die Mitarbeit der alten geschulten Beamten gar nicht zu entbehren. - Der Rückmarsch der Truppen aus dem Westen geht bereits in gesteigertem Tempo, dank der meist bewährten strengen Ordnung, vor sich. Auch übckr die Unterbringung der großen Garnisonen des Reichslandes ist bereits verfügt worden. So kommen die 50 000 Mann aus Straßburg nach Thüringen, nach Erfurt. Bei diesem gewaltigen Transporte ist der pünktliche Zugverkehr auch auf den Strecken, auf welchen er besteht, beim besten Willen nicht genau einzuhalten, und ein Verzicht auf nicht unbedingt erforderliche Reisen ist in diesen Wochen mehr wie je anzuraten. Es ist ja aber nur vorübergehend, und das gleiche gilt für die erforderlich werdende Unterbringung der Heimkehrenden. Selbstverständlich ist es, daß jede Familie ihre Angehörigen zunächst bei sich zu haben wünscht, und die kriegsgetrauten Paare werden sich um so lieber bei Verwandten einrichten, als es an Einrichtungsgegenständen fehlt. Auch können die jungen Frauen den Müttern und Schwiegermüttern einstweilen noch recht behilflich sein, und gemeinsamer Haushalt ist, was besonders ins Gewicht füllt, billiger. Die Ehemänner können sich dann auch eher in Ruhe eine neue Beschäftigung suchen. --- Amerika will und kann helfen. Die Zusage des nordamerikanischen Präsidenten Wilson, uns mit Lebensmitteln auszuhelfen, kann um so leichter aus- gesührt werden, als die Getreideernte in den weiten amerikanischen Korngebieten, auch iu Kanada, Argentinien, Australien, eine reiche gewesen ist. Ebenso ist an Fleisch, Fischen, Konserven kein Mangel. In Erwartung des Friedens sind längst große Vorräte zum Versandt nach Europa aufgehäuft. Die Bedingung der Ausrechterbaltung der üffent- Rchen Ordnung in Deutschland hat der Präsident scho« frühem ausgesprochen, und sle ist auch vorn englischeu Ministerpräsident Lloyd George sehr deutlich betont ' worden. Er hat mit allem Nachdruck hervorgehoben. j daß die klaren Grundsätze des Rechts gerade deshalb überall hochgehalten werden müssen, weil der Geist der Revolution heute in der Luft liegt. In Deutschland ist jetzt überall die Staatsform umgewandelr. selbst in den freien Städten, die schon Republiken waren aber das gute Recht ist nicht anzutasten. ----- Die Freigabe von täglichen Bedarfsartikeln, die bereits mit der Aushändigung beschlagnahmter Metalle eingesetzt hat, soll sich bald weiter vermehren. Am dringendsten wird wohl im.Hinblick auf die Jahreszeit Leder und Flickmaterial für Kleidungsstücke benötigt. Allerdings sind gerade bei diesen Gegenständen des täglichem Bedarfs die Schwierigkeiten groß, aber es wird sich doch wohl etwas tun lassen. Auch aus Amerika können viele Artikel hereinkommen, denn an gewerblichen Erzeugnissen besteht dort kein Mangel. In Kopenhagen z. B. sind alle Läden längst mit amerikanischen Waren gefüllt. Ein allgemeiner Preisrückgang in Lebensmitteln und in Jndustrieerzeugnissen steht also vor der Tür. --- Der grüne Tisch -er Kriegsgcsettschaftcn, von dem so manche gar zu bürokratische Verordnung in die deutschen Lande gezogen ist, tritt nun in die letzte Periode seiner Tätigkeit ein. Ein plötzliches Abbrechen dieser Tätigkeit ist nicht möglich, aber es besteht wohl Uebereinstimmung darin, so bald wie möglich Schluß zu machen. Das Personal der Gesellschaft wird wohl noch lange an ihre Klubsessel, über die so oft im Reichstage und in den Zeitungen gesprochen wurde Zurückdenken, aber im allgemeinen wird niemand den ! Kriegsgesellschaften und Aemtern eine Träne nachweinen = Kriegsbeschädigte und Heilverfahren. So mancher Kriegsbeschädigte scheidet aus dem Heeresdienst aus, krank und elend; eine weitere Lazarettbehandlung hatte nicht den erwarteten Erfolg; die ihm zuerkannte Rente ist bescheiden und unzureichend. Jetzt steht er dem rauhen Leben gegenüber und soll wieder hinein in des Tages Unrast, hinein in die Werkstätten er hat Sorge, ob er mit seiner angegriffenen Gesundheit den Kanrpf ums tägliche Brot aufnehmen kann. Da ist es die Kriegsbeschädigtenfürsorge, die ratend unb helfend ihm beisteht. Durch die großzügige, über das ganze Reich und darüber hinaus sich erstreckende Organisation der Abteilung Bäder- und Anstaltsfürsorge des Zentralkomitees vom Roten Kreuz ist die Kriegsbeschädigtenfürsorge in der Lage, ihre Pflegebefohlenen in den bestgeeigneten Heilstätten unterzubringen. Durch besondere Abmachungen wurden Vergünstigungen erwirkt für den Bezug und Gebrauch der Heilmittel, für ärztliche Behandlung und für Unterkunft und Verpflegung. Erachtet nun der Arzt die Unterbringung eines Kriegsbeschädigten in einer Heilstätte als für die Genesung notwendig, so wendet sich der Kriegsbeschädigte am besten an seine zuständige Fürsorgestelle. Diese läßt kein Drittel unversucht, um diese Kur zu ermöglichen. Wenn nötig, übernimmt sie selbst einen Teil oder auch iu besonders bedürftigen Fällen die ganzen Kosten. So ist es durch einträchtiges Zusammenarbeiten der Kriegsbeschädigtenfürsorge mit dem Roten Kreuz bis jetzt gelungen, schon vielen Kriegsbeschädigten Heilkuren zu vermitteln und sie widerstandsfähig für die Mühen des Alltags zu machen. Vuß- und Vrttag. Ein ernster Tag in ernster Zeit. Was wir in der letzten Zeit erlebt haben, ist eine Predigt für das deutsche Volk gewesen, wie es sie seit den Tagen von 1806 nicht erlebt hat. Und wir haben darauf nur die Frage, was haben wir verschuldet, daß alles so ganz anders gekommen ist, als wir es für möglich gehalten haben'? Vor einem halben Jahre bekam Feldmarschall von Hindenburg den goldenen Blüchecstern für den großen Sieg im Westen von Saint-Quentin bis Amiens und heute führt er die Truppen heim, unbesiegt, aber doch einem harten Geschick folgend. Wir haben unsere Schuldigkeit getan, haben schwere Opfer gebracht, die umsonst waren, so vergeblich, daß es auch im Reiche ganz anders geworden ist. In solcher Zeit muß sich das Gold der echten Volkskraft bewähren; das Hadern mit der Gegenwart bringt uns nur rückwärts, und wir müssen wieder vorwärts und aufwärts. Solche Zeit ist ein Prüfstein; Kleinmut ist verächtlich, Leichtsinn ist unwürdig. An Leiden wird cs nicht fehlen, und wir können nur wünschen, daß diesem wie jenem neue Prüfungen erspart bleiben. Jeder muß sich auf sich selbst besinnen und memand darf sich selbst verlassen. Der alte deutsche Gott lebt noch, er wird auch dafür sorgen, daß das Recht auf Erder: nicht erlischt. Dieser Lohn muß der deutschen Pflichttreue noch zu teil werden! Mit erhobenen Häuptern zogen unsere Soldaten in den Kampf, und sie lassen die Köpfe nicht hängen, da sie wiederkehren. Das Bewußtsein ihrer Talen bringen s i e mit, w i r müssen das Gefühl künftigen Handelns im Dienste des Vaterlandes pflegen. Die Meinungsverschiedenheiten des Tags sind wie die Welle im Meer, die vergeht; aber die gewaltige Kraft der Natur bleibt und stirbt nimmer. Vaterland und Volk sind durch alle Neuerungen nicht geschieden; erst wenn das einträte, müßten wir am Leben verzagen. Das neue Deutschland rst dem alten zu schnell gefolgt, als daß ein jeder sich klar besinnen könnte. Aber eS wird bald allen klar sein, daß es nun das ganze Volk ist, welches die harte Gegenwart in eine belfere Zukunft wandeln rann. Das walte Gott! 0. LV ie Straße blickte, von einer Matrosen-Patrouille erschossen. Der Matrose soll zur Verantwortung gezogen werden. * Ter Reichtum der armen Witwe. Eine etwa 80 Jahre alte Witwe aus Olbernhau, die in den kümmerlichsten Verhältnissen von den ihr von mitleidigen Menschen gereichten Gaben lebte, mußte dieser Tage, da sie erkrankt war. ins Krankenhaus übergeführt werden. Bei der Herrichtung ihres Bettes wurden darin versteckt ungefähr 8006 Mark, davon 2090 in Gold, gefunden. * Angemessene Soldatenlöhnung in Dresden. Ditz Soldaten erhalten täglich 7 Mark Löhnung, die Soldaten aber, die eine rote Binde tragen, also in besonderem Aufträge des Arbeiter-und Soldatenrates arbeiten, erhallen eine tägliche Löhnung von 12 Mark. Besondere Offiziersgehälter fallen weg. Sie werden in gleicher Weise wie die Mannschaft bezahlt. ** Ta» Ende »er Diktatur in Slogan, lieber große Ausschreitungen bei der Recolution in Glogau wurde berichtet. Dorr übte vier Tage lang ein 22 jähriger Soldat Karl Specht an der Spitze des A- und S.-Rate» zur allge- rneinen Erbitterung ein Schreckensregiment. Seine Diktatur ist -etzt gestürzt worden. Specht mußte wegen der Erregung der Bevölkerung und des Militärs ui Schutzhaft genommen werden. ** Schlechter Dank. Der Arbeiter- und Soldatenrat iu Magdeburg teilt mit. daß ver liberale ReichStagsabgeord-: netc Schlächtermeister Kobelt bei der Aufdeckung einer ve»- bächtigen großen Buttersendung war, bei ver es sich um. Millionenwerte handelte. Zum Dank dafür wurde er auf 4er Straße beschimpft und sogar mit Tätlichkeiten bedroht, weil das Gerücht umging, daß er den großen Schwindel begangen hätte. Der Arbeilerrat warnt in einer Zeitungsnotiz das Publikum, nicht kritiklos jedem Gerücht Glauben zu schenken. ** Tanzfreitzeit! Zu den Verordnungen, die mit der Proklamierung der persönlichen Freiheit durch die neue Regierung wegsallen, gehört auch da» Verbot der Tanzbelustigungen Der Volkskommissar steht auf dem Standpunkt, daß diejenigen, die in diesen schweren Zeiten noch Sinn dafür haben, sich im Tanze zu drehen, nicht behindert werden sollen. Es wird also der Wiedereröffnung der Tanzbelustigungen, die vor dem Verbot bestanden haben, nichts im Wege stehen. ** Ein entwichener Landesverräter wieder ergriffen. Bei dem Umsturz in Wilhelmshaven war der Steuermann Jonny Brandt entkommen. Er hatte sich, alsbald sein Haar gefärbt und die Abzeichen eines Sanitätsmaaten angelegt. Ties hinderte indessen nicht seine Wiederergreisung. Brandt hatte sein Vaterland auf dem Wege über Holland verraten. Durch diese» Verrat sind viele seiner Kameraden, meistens verheiratete Leute, ums Leben gekommen. HtrchKchrs. (D Heiratsschwindler. Der schon mehrfach vorbestrafte Eisendreher Friedrich Bock aus Seligental lernte auf der Reise von Kissingen nach Berlin eine 19jährige Dame aus Berlin kennen, der er sich als Vtzefeldwebel auf Urlaub und Sohn eines reichen Fabrikanten, der über 600 Arbeiter beschäftige, vorstellte. Unter gleichen Vorspiegelungen wußte er sich das Vertrauen der Eltern des Mädchens zu'erwerben, so daß es zur Verlobung kam und die Hochzeit auf Weihnachten festgesetzt wurde. Bor wenigen Wochen erschwindelte ler sich von den Leuten zirka 1660 Mack bareS-Geld, bis sich aus Nachforschungen herausstellte, daß B. verheiratet und Vater von 4 Kindern ist. Die Strafkammer ln Gotha verurteilte ihn zu einer Gefängnisstrafe von 2 Jahren 6 Monaten sowie zu 2 Jahren Ehrverlust. Unter brandenburgische« Dach. ES ist eine eigenartige Fügung, daß Wilhelm II., der zurzeit ein Asyl in fremden Lande gefunden hat, dennoch heute in buchstäblichen Sinne des Wortes von sich sagen kann, er habe Rast unter einem brandenburgischen Dach gefunden.. DaS dem Grafen Altenburg Bentinck gehörige prächtige Schloß ,.Het HuiS te Amergongen", das der Exkaiser bewohnt, kann sich nämlich eines TacheS rühmen, dessen Holz von Bäumen aus dem Grunewald stammt, die einst einem Vorfahren Wilhelms von Hohenzollern gehörten. Diese Bäume waren ein Geschenk des Großen Kurfürsten an seinen persönlichen Freund, den holländischen Grafen van Reende, damaligen Gesandten dec holländischen Generalstaaten in Berlin und Eigentümer von Ame- rongen. Ludwig XIV, hatte da? Kastell Amergon, in dem er auf seinem Eroberungszug durch Gelderland tags zuvor übernachtet hatte, teilweise niederbrennen lassen und nur wenige Gemächer — darunter auch sein Schlafzimmer blieben von den Flammen verschont. Beim Wieder aufbau des Schlosses aber fanden, wie gesagt, Hölzer aus dem Berliner Grunewald passende Verwendung in i Bachkenstruktien. Aus $Mt md Caid. * #r»twHlfflc Uersicherttng lief der ZnvaUden- urrd Hntterk-lkebenen-Ncrstcher nng. Nach dm Be *titnm;in^e}i brr jR^^DCtfi^eaiu Surbminq können V^'r ftdKrt., die aus einer veistchernnäspfllchtigen Be» h'äftt ung ausscheiöm, di. Be sichccuvg steiwillig fort ! tz n, oder spater er ik h. Boi? Recht wird in den I tzten Jschcen ausgiebig Gebrauch gemacht, ab r die Mmkenverwmdnng läßt in vielen Fällen sehr ZN wünschen übrig. Die Bjsttmmung, daß zur Erhaltung der AnwartschaftÄus die Invaliden- nrd Hmtc'bliebencn. rmte die V rwendung von mindestens 20 Beitrags, marken innerhalb zweier Iah vom AnLstkllungstag der K-?rte an gerechnet, zur Pflicht gemacht wird, hat vlk Versichert l i.n: $ . auch nur ditzse Zahl von Marken zu VerwcMm. Es geschah dick mein in dem guten Glauben, bpfj tcniu olle Rrchte auf die Leistungen der Jnvalidenversich.umg gewahrt seien. Daß dem nicht 'o ist, mußttn sc viele V.rsiche te erfahren als ihnen die Anträge auf llt£> rnahmr Don Hrilverfuhrm oder Zuhmrs 'tzkosteu wo cn ungenügender Markcnver- Wendung abgelehnt wurden. Es sei daher'ausdrücklich darauf hingewirsen daß ailln Besicherten, die nur 20Beitragsmarken in zwei Jahren veno nden, nur das Recht auf Reute . halten bl-.-ibr;- dagegen werden Kosten für Hciw^fahren und Zahncrüitz ufw. für diese Personen nicht überkommen. Dte Bew lltgrmg derselben sitzt vielmehr eine lückenlose Markenverwendung voraus. Allen freiwillig Weite versicherten kann daher nur dringend geraten werden, für jede Kalenderwoche eine Marke in ihre Qu.ttungskattc einzukleben. Die Wohl der Lohn klaffe ist siede m B tsichecten freiMtellt. » * Der umgekehrte Schlrichhandcl. Wenn man w „hintenrum sich e-n bischen Fett, sagen wir mal ein Pluridchm Butter, verschaffen konnte, so hatte die Freude über dtesin E werb auch eine recht unangenehme Kehc- seite, nämlich man mußte auch die Schleichhandelspcetse bezahlen, und die sind ö-.kanntlikh g Pfeffert, weil es ja Pfeffer auch nur im Schleichhandel ju *. Dazu kommt ^och das unangenehme Bewußtsein, daß man sich nicht erwischen lassen darf, denn dann ist Butter und Geld weg. und man hat vielleicht auch noch Gelegenheit, im stillen, jedoch nicht gemütlichen Kämmerlein über sein Dch cksal nachzudmken. Daß man aber Fett erwerben kann und daran noch !eld verdient und dabei der Allgemeinheit nützt, da? scheint doch noch nicht so bekannt zu sein, wie man es eigentlich erwarten dürfte Zn Nütz und Frommen der Mitwelt sei doh?r das D. wyr.n dieses umg- kehrten Schlcichhandc's bekanntgegedey: G-He in de Wald und sammle Bucheckern, dis et -u dlesim Jahre dort in Hülle und Fülle gibt. Bcin e die c.esarnmettcn Bucheckern zur öffentlichen Sttmahme- 'c u ; man « hält dort für j . ;v ogrcnnm Bucheckern Zu ä^cti 1,65 u* i) außerdem cm a lDölb^zugsschri Kilogramm zum t und zwar muß Z- hlt werden, der Man Hit dann st -ücidLberschüß' lßtsetn, nicht nur andern gesorgt zu ! den Bezugsschein off n, was sich an k tzewin n läffr, ,'nd die - 1 ° so.'l . otwendige Der. 8 zu verhindern, tre All,, meinheit schädigt -st g leichtert, nützt d r O chcn Bo k, ve sorgt sich leinen Geldbeute!. für die Provinz Oberhessen besteht nur noch für Schlichtungen und Streiti ketten zwischen der Arbeiter- schast oder etncZ Teils derselben und dem Arbeitgeber. Das Geschäftszimmer befirbtt sich in Gießen, Ostanlage 11, 2 Trippen. IM Metzen Mär.:-^ im M r von 20 bis 45Jahren, die bereit find, in eine M ch e r h e i t s w e h r einzutttten, werden gebeten, sich bei dem Stadlbauamt, Asterweg 9 1. Stock in den Stunden von 8—12 und 2—6 Uhr, unter Vorlage von Au°w spüpier. n sofort zu melden. Gediente oder aus dem Heeresdienst Entlassene sind befände! s willkommen. Für Nebernahme eines ständigen Wachdienstes wird Vergütung und Verpflegung gewährt unter den bei der Meldestelle zu erfahrenden Bedingungen. Mai«?. Unter bm Krieg und feinen Folgen hat die hiesige allgemeine OctSkrankenkaffs sibr zu leiden, sie hat ein Defizit von rund 750000 Mark für das fttzlge Geschäftsjahr auszuweiscn. Hervorgeruftn wurde diese Mehrausgabe durch die Grippe und die starke JnansplUch. nähme der. Munitioncn - beiter. Die Kaffe si tzt sich daher v.ezwung -r, die Stadt Mainz um einen regelmäßigen Zu- schuß von 60000 Mark pro Monat anzugehen. * Rückkehr der Flrrgrenge van der Westfrout. Die Flugzeuge, die seit einigen Tagen vom Westen kommrnd, durch die Lütte nach Osten rattern und vielfach Gotha als ihrem'Heimathafen zusteuern, lverden auch schon dazu benutzt, um den beschleunigten Brief- Verkehr zu übernehmen. der rci der um [i iz ftdcs ovj Kliefm? zuge von 60 { 8ramm Oci b rke tij für dieses Ott nn> der. ormall Preis g etchN 90 dis- 95' bttragei märkmsreikS £ K , dazu kommt nocy des cck) b.r ibe Bew ?uc sich seid., H b .:, denn i e O. Epeisiöl aus den 8 andere Hälfte otent K/zu^ü der r.Q'.i Während bu Sch und den Gcldbiv! ! Bucheckernsa mm lev i Mt F \t Uv^ flillt £ lOfcl il ; Ö , lau 6 echt m t O. Der FcrnfprLchVrrkchr. besonders imlge u.mc h^tb d <. Out'G n, t . inen \ Umfang angenommen, daß zu Bewältigen ist. D e : uch sol oer- chrn / - t mehr ordnungsmäßig längere Zeit durch ; r: während unttLdesfln werden od c auch c. verlangten Bc-bindur nicht her; estrltt werde.-, ffe Z.it der Abrüst : können hierdurch iplechte! N'.hmer und t*U tctligtvn werden da der < 1 l *j.t riif-i cn sind oft auf - ' / p äche belastet, MrtteU n n f f V‘ iCCö' o e -t J\ iyc: n|| recht l die he di. /i’S ü verzögert müssen, weil die i-tztec Leitung,, e j»tzt während Truppen ^ Die Fe.n- SN Fernsprechverkehr Be- t 11 wähend dieser »rnsten m d-5 Benutzung des < ick - c w chttge und meist d r '--ststellen, die für u *o>‘j n ' b sich unguter v w>' n : o t >cht un st ** Der Zeit mud l o. oem du ch d an Persona! Sck'w.e. --l lear Hi' lllelch nen zu kö:. wä.trg'N Z, gcn Föllni >rtn — o r Kehr h - - sich s-it längerer geckugert, so / b:r. B trieb bet ■o i hä u> sst emg sch.'äz ftin Bestand itunQcri sehr erschwert ist. Diese i r- noch tveseutlich vermchrf, weil 1 ^ - - wll n in großem ttmfüng an " ttch, chcff- n h. bcn sich vielfach die / du ' lrä.'Ligen iessin, daß sie Pr . r jandt wroocu sind. Das v: aus -ügemeiv ZuftiWmung rech- wpfiehlt, sich in der gegen- 1 cchh. n m.c io umgänglich' vöti- ' n urb oöe anderen MÜteilungLn ' üuwünsche und ähr' iU err.din'N. In treuster Pflieliterfüllung starb am 1. ds. Mts den Heldentod der Leutnant der Reserve Karl Dielil Ritter des Eisernen Kreuzes II. Klasse und Inhaber der Grossh. Hessischen Tapferkeitsraedaille. Erst wenige Tage beim Bataillon hatte er es verstanden, sich in den schweren Kämpfen des Bataillons das Vertrauen und die Achtung bei Vorgesetzten, Kameraden und Untergebenen zu erwerben. Mit seinem en, herzlichen Wesen war er uns ein lieber Freund geworden, dessen ndenken wir in Ehren hallen wollen. Im Namen der Offiziere, Obetjager und Jäger . eines Reserve Jäger-Bataillons von Diepow, Major und Kommandeur. 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