K w M (Neuest Nachrichtcu) Bezugspreis 80 Pfg. monatlich vierteljährlich 2,40 Mk., vorauszahlbar, frei ins Haus. Abgeh.olt in unserer Expedition oder in den Zweig- ausgabesteilen vierteljährlich 1,81) Mk. — Erscheint Dienstag, Donnerstag u. Samstag. Nedaktionsschlufz srüh 8 Uhr. — Für Aufbewahrung oder Nückfen- dung nicht verlangter Manuskripte wird nicht garantiert. Verlag der „Gicßcncr Zeitung", Gießen. ? kpedUion: Südanlage 21 die 44 breite Pe 1 itzeile, für Auswärts 36 Pfg. Di 90 m w breite R e k l a m c - Z e i l e 100 Pfennig. 5 i r a b e i l a g e n werden nach Gewicht und Größe bc . echnet. Rabatt kommt bei Ueberschreitung des Zuhtung«.- .teieS (30 Tacie), bei gerichtlicher Beitreibung oder bei Konkurs in Wegfall. Platzvorschriften ohne Verbindlichkeit. Druck der Oiestencr Verlagödencker>i, Älbin 51 lein. fix. 105 , Telephon Nr. 362. Montag, tu: 18. November 1 18 vho 31 Jcchrg. Gegen die SelützamMrü. Der Hessisch- Arbeiter-, Bauern u. ^olbatcncat hat folgenden Aufruf beschlossen: Mitbürger im fiefsenlanüe! * Die ohnehin scbon vorhandenen Schwienigkeiten unseres wirtschaftlichen Lebens werden ganz um.bttß da durch bedrohlich gesteigert, daß wir nicht so viele Geldzeichen im freien Umlauf haben, als d r ungeh uer gcstie gene Bedarf erfordert. Das kommt daher, daß immer noch Viele glauben, daheim bei sich unvernünftige und gemcinschädliche Geld Hamsterei treiben zu müssen. Das Geld gehört sitzt aus die Banken, Sparkassen und Kreditgenossenschaften. Dort ist es am sichersten aufgehoben. Dle Kassen legen es auch nicht duhttm hin, sondern suchen dafür eine sichere und verzinsliche Anlage, aber *,d, daß sie sich jederzeit selber wieder die nötigen Geldmittel verschaffen können. Erklärt Euch deshalb zufrieden, daß das Geld für Eure Lieferungen nicht in dar erlegt wird, sondern daß an dessen Stelle die buchmäßige Uclnrwersupg an Eure Kasse ccjogt. Bei ihr könnt Ihr dinn wieder verjügcn, wenn di Not es verlangt. ' Die Schaffung von Notgeld und die E Hebung ron Kriegsanleihe - Zinsscheinen zum gesttzckchcn Zahlungsmittel können fclbstv lstänUlch nur voiübigehndr Behelfe sein. ~ äßtnn aber unser.Noten - Umlauf immer werter steigt und unser geldwirtschastllche: BUd rn den Augen d.s Auslandes getrübt wird, so erschweren wir aufs Gefahr Uchpe die Wlcde Herstellung unseres geldwirtfchaststchen Ansehens im Ausland. Das bedeutet eine Minde.b- weriung unseres Geldes im Ausland und hat die ebenso bedauerliche als unnötige Folge, daß damit die Waren- Einfuhr zum Vorteil des Auslandes, zum Nachteil des Inlandes — verteuert wird. Im Augenblick ist das Wichtigste, Geldzeichen für den Waren eie kauf dem Verkehc an d. Hand zu geben' Wir wenden uns deshalb in diesen schweren Stun den au di-. Einsicht aller M'tbü gcr! Falls di.ser Mahnruf ungehön verhallt, crgiebt sich, wenn das Volkswoh! nicht utbert soll, die unbedingte Notwendigkeit, Maßnahmen gegen das Geldhamstern durchzusctzten. Sie könnten selbstverständlich nicht lange vorher angekündigt werden. Laßt Euch also von solchen Maßnahmen nicht überraschen! Im Auftrag des HLsstfchtn Arbeiter-. Kauern- und Soldateurats Der Finanzausschuß. {Uillerlcbulung der Wegrbescbäüigren. Mun kann ruhig {g frfn: ven der Willensschumm, der Ktiegsblschädigten hängt der. Erfolg der Kriegsbe schädsgtenfü'sorge ab. Sie ist entscheidend sur die Gewöhnung an das Ersatzglied, ist Wiederaufnahme her Arbeit und ist nicht in letzter Linie entscheidend für die gtsundheitliche Wiederherstellung Es mag sein, daß die Arbeitsfähigkeit durch den Verlust dieses od.r jenes Kö perglstdes stark beeinträchtigt wird; aber bufe Beeinträchtigung ist nicht gleichbedeutend mck völliger Arbeitsunfähigkeit, wie sie so oft sorgende Liebe bei: Angehörigen als gegeben glaubt. Der Kcitt'öbe- schädigte soll und darf nicht aus eine niedrigere Stufe sinken: er wird es nicht, wenn er selbst den Willen stählt und in nutzbringender Arbeck je nc Lebensaufgabe siM' er kann es aber nicht, wenn seine engere und weitere Umgebung ihm bchilsiich ist beim Wicdercmtntt ins Erwerbsleben. Der Invalide als Bettler, Hausierer oder als Leierkastcnmann ist ctae Erscheinung, die im neuzeitlichen Deutschland nicht auftauchen darf. Dies Ziel wird erreicht, durch die Erziehung drs Willcnö zur Arbeit, aber auch durch die Erziehung der Allgemei. hnt zur Heranholung der Kriegsbeschädigten zur Arbeit. Lin fiohenrsilrk für die neue Regierung. An fcin Plakatsäulen in Potsdam ist solgerdcx Anschlag zu lesen: „Ich bitte di Kameraden der Garnison Potsdam, sich der neuen Reichs rep t rung zur Verfügung zu stellen. Wir alte wollen das Wohl unscccs Vaterlandes und Volkes. Pcinz Ei'el Füedrick^" k-nr kdrk g Ri? aenbrngs! ^ Kassel Der Arbeiter und Soldatenrat veröffentlicht zur Uebersüdelung d s Hauptguarliecs nach Kassel folgere Erklärung- „Mitbürger und Soldaten! Heute trifft der G^neral- seldmarschoü v. H'mdn bürg mit O.fiziercn und Mann schäften d.s Großen Hauplquattlres in Kassel ein, um von Wllh lmshöhe aus die DomobiUsution unserer Truppen zu leiten. Hlndenbmg g hört dem deutschen Volke und dem deutschen Here. Ec hat sein Heer zu glünz-nden Siegen geführt und sein Volk in schwerer Stunde nicht v'Nassen. Rie hat Hindlnburg in der Größe seiner Pflichterfüllung uns näher gestanden als heute. Seine Person steh' unter unserem Schutz-! Wir wissen, daß die bür., rliche und solda- tische^Bevölkerung Kassels ihm nu Gefühle der Verehrung und Hochachtung cntgegenb ingrn wi d und daß er vor Belästigung sicher ist. Der Generalfeldmarschall trägt die Waff , ebenso die Ossiz'ere und Soldaten des Großen Hauptezuartiers, wenn sie ihn begleiten. Die knüalfung von Kriegsteilitebmern. Dos ftellv. G neralkommando d.s 18. Arme>.kp ps gibt bekannt: Dir- Verfügung des ftellv. Generalkommandos, b t ef send die Entlassung von Mannschaften, h t vielfach zu mißverständlicher Auffassung geführt insofern, als nunmehr das Begehen um sofockj e EntlaffU'ig an die Truppenteile und Dienststellen in großer Anzahl gestellt wird Es wird daher erläuternd daraus hingewiestn, daß stz in der Verfügung ausdrücklich heißt: „Sämtliche Ent lossungen baden nach den Guik.dsätzen der Demobilma- chungsvorschrift zu erfolgen". Diese Vorschrift besagt aber ausdrücklich, daß E-Ue.ffuvgen nur nach Maßgabe der Entbehrlichkeit vorgenommen werden dürfen. Die t* der Verfügung genannten Angehörigen besonderer Arbkilsklassen sind hierbei im allgemeinen und im Volks wirtjchaflltchen Interesse lediglich zu bevorzugen, nicht 'ober Hils über Kopf vorweg zu entlassen. Es ist selbn- verständlich, daß in diesem Augenblick nicht alle milUa rischen Decnststellca und Truppenteile von Hilfskräften und Mannschaften entblößt w^rven sonnen uns daß Enlaffungen nur ganz allmählich, evtl nach Einstellung von Ersatz, stattsinden können. Ein anderes Verfahren würde nicht nur die sichere Weiterarbeit der m'litü sichen Dienststellen ouffchlleßeu und dadurch unsagbare Verwirrung Hervorrufen, sondern auch die Ernährung der Zivilbevölkerung,und der Ent löffelten selbst aufs äußerste gesäh-den, we^n nicht ganz unmöglich machen.. Das obengeduchte Bereh.cu, sofort er-tlaffen zu wilden^ ist daher duechnichts gcrechksertipt. Es hat jeder auf seinem Posten zu verbleiben, bis dre Reihe der Entlassmig an ihn kommt. Aas wir« aus den arbeitenden Trauen? Die „Korrespondenz dcö Bundes Deutscher Fraum- vereinc" schreibt: Wenn der Friede kommh wenn die Männer zurückkehren, wenn keine G anatrn, kein preng- stoffe, keine Gewehre mehr hergesteüt zu werden brauchen, wenn die Scharen von Helleiivnen aus d n besetzen Gebieten und aus der Etappe eutvchrlich werden, was wird dann aus all den Frauen, die Wecker arbeiten und verdienen müssen? Das ist eine Sorge, die vielen die Aussicht auf den Fckeden verdunk'in wird. Aber dieselbe Frage hat Neicksb höcden. Kricgsamt und Froueuvcrcine ichon lan^e b-schäfttgt und zur Durchberatung der Maßnahmen gksüyrt, die den H-rauen die schwere U-bergangszut erleichtern tollen, ^chon lange sind die Acbcttsnachwe-se ausgcbaut, und imm^r noch wird daran gearbeitet, so daß sie nachher .n der Lage sind, auch btt großem Andrang schnell zwischen ^tell^ suchenden und Aiveitsgclegenhttten zu vermitteln. Es toi'd ferne' bofiH gesa gt io den, daß b^i Entiafsungeu chst Rücksicht genommen wird auf soll neu, die noch v ? dien, u wüsffn. daß Künd! \uw,} :n lau r, Zeit vorh.r erfolgen, so daß die zur Entlastung kommen- d n Zeit haben, sich nach andere A. ^ - Man wird d^n vielen Arpeiterinnen oie n m no Krieges außerhalb ihres Heimatortes Arbeit ge,und.n haben, die Rückkehr, in die Heimat mit allen Metteln k-.l ichtcrn und dort-sä- sie sorgen. Man wird, wenn es nötig ist, auch die Arbeit „strecken", um mehr Manscht-. noch beschäftigen zu können wie man es im dritten Kcicasjahr m der Web rei und Spinner i getan hat; man uck?d eine Arbeitslosenunterstützang einfuhren, durch welche denen ochoiftn wird, die aus thrrr Aib.it entlassen werde- , b's sie neue gefunden hab^. Die Zot nach dem Kriege wird in vieler Hinsicht schwierig lein ; wir können nicht wissen, wie schnell unsere Fabriken wieder Baumwolle und Wolle zum Verspinnen bab n werden, wie schni ll die Stoffe h'reinkommerr, die beinahe jede einzige Industrie zum Wiederbeginn noug bat, wie schnell der Handel wieder anMuht und sinne Angestlllleu wied r beschäftigen kann. ^ vorige alles Gewerbe braucht, um miete, in. dem Fricdenszui.and zu kommen. AVer die Vorarbeiten des Kriegsam..es und der Reick sbehörden, haben schon viel getan, um uns für den Frieden und seine Schwierigkeiten zu rüsten, und wir dücsen vertrauen, daß jetzt erst recht all.s geMeht, was die arbeitenden Frauen vor der Rot der Erwe.bs- losigkeit schützt. Es ist auch zu erwarten, dag die Ketegs Unterstützungen für eineZ itlong sorige^ahtt werd.n, ,o daß alle Familien Z it h^ben, sich mir ihrem Leben mu einzurichten, und daß nicht zwischen dem Aushöun der Unterstützung und der W^d ^ beschästignng des Mannes eine Lücke der Versorg«ngslosikeck enistetzt. Auch bte Reichswochenhilfe wird sie z in irgendeiner Weise weiter gesuhlt werden. * Aufruf rnr Kildmrg von Knrgerausschüsse». Der Hänsabund veröffentlicht folgen^n Aufruj? Die ^ 'Elsahrun cn ec l tzn Zeit bew i n, dag das dert:che Bur - rtum als solches selbst den ckchw rsten innecn Ua.- Wälzungen täte -los geg>nübecsteh!. In Dieser entschtt- dent n Stunde sorde r wir das seutsche Bucgertum auf, zur sofortigen Dildun von Bürgetausschüssin überall in Deutschland zu schrecken. Diese BürgerarisschUseckhaden in Fühlung Mit d.r Rcichslcckung und den bestehenden Arbeiter- und Soldaten at >. in erstkr Lnue folgende Aufgabe zu lösen: Wah 'ung der bürgerlichen Rechte und der vollen' Glelchb recktigu?'g des Bü.' .ttums btt allen stoackich'n Maffnohmen. B irung cin-.s solch n^ur^ auLschussts für ( wß Berlin haben wir bereits dte nock gen Schritte getan. Hansabund D - Ri sser. Di.se m Aufruf ist soso:t überall 'utsprochen ent- sp ochkn worven; rn za.3 tll en rlädten und Sez sind solches BürgerauslchüsiS, hie und da auch Burg errate genannt, gebildet. ^ ' »* Gießen. 15. Nov Z>. cntci. Versammlung von Vertretern der Vtteine des werktätigem Bürgertums von Gießen wurde hocke nach Liagehender Äussp äche unter dem Vorsitz von ' omnuizicnivck Kiingspoc. des Vockip nden des Ve-Landes Mickeld, scher Sndullruuer, ein Bnruerrat für Stadt urd nrctS Güßen gebildet, der die iu| hat, im engst n Anschlu: an den lrerk.ei b. st.-h -d.' ^ nrat uUi »em Aebcit! und ^owad.n rot in Vcibiriduug zu treten, um die Rechte des deut sch.« Bür 'lt 8 zu w'h n uno d ss . vcckle clllc'.cho.'- rechttgung bc llen staatlichen Mas. uhm. duechz jetzen. Ueber die Rotwcndigk it und Zw ckmäßi^k it dre artig r Bürger:äst-, die i Ucbe ctnftimmung mtt der Rttchs.tt. tung in cLIcii Stä' Weidin sollen» bestand volles Einverständnis. I Zn den Bürg rat w"rr .. V trck aller .serussgruppen gewählt und zwar die fr gbnd. n H.' n: Eisenbahnbetricbssi Entzuoth.Schreinermci- ftcr Georg Haubach, Kaufmann Wilhelm KUbinger, Kommerzienrat Klmgipor, Obcrleh er P.of. D>'. Kca: llmuller, Fabukdicektor May. Lchcec Valentin Müller, G.oße 2 Usi mann Rudolf Nowack, Gastwirt Rchn-ckH, Fabuwnt Rinn, H '??ll heim, Kaufmann Roh , Untv .suatsp.'olcs?or D-. Rosen btt, Obe meist r E. L. Suck^Pog'sckcttar Sehrt, U,i Vc.si1ätsp.of..ssm D . Strahl, Schutz mau'cc- merstcr Waldschmidr, Straßenwar< W.llet, D her Fritz W- z !.. it Bü s rat . d sich dtt rw wrtttte Zu Pa hl nameutllch n:o d S 'ädten des Kreises ergänzen. Bcr Vorsitz ivu.de P'vf. Dr. Rosenberg übertragen. Gi unle Dir Lanowi.Uchast treibende B^völke- ung unserer L-t.adt w r sur Mrttwow abtno .)'! einer Bckprccht'i-t- ü ' r di. Lage u:' Voll th UN : nach Bauernrat gernählt, der d>e l n-h:uug » ^ Gegend mit behilflich sein will. DaffeuktWaud. Vrallmlokffrirde. Friede. Von unserem Berliner Vertreter. «. ^.^stwicklung der Derl-andlungen. die znm enbgük- rlgen Abschluß des Frieden zwischen Delüschland und 'der Entente führen, nimmt anscheinend einen anderen Verlauf, als es bisher bei Frredensverhondlungen zwischen kriegffch. renden Staaten der Fall war. Schon die Note der deutschen Regierung an Lansing, in dem um Modifizierung einzelner Punkte des Waffenstillstandes gebeten wurde, zeigte, daß noch andere Faktoren für das Stärkeverhältnks der beiden Par- teien maßgebend sind, als die rein macht» und militärpolili- scheu. Die Antwort Lansings auf die deuffchen DorsKNun- gen ist sehr schnell erfolgt und hat wenigstens in dem wesent- nchen Punkte. den deutschen Wünschen entsprochen. Allerdings berührt die Antwort nicht die wichtige Frage der Aus» Neuerung des deutschen Derkehrsmaterials. Es ist zu hoffen, dap man in Washington über diesen Punkt wird mit sich reden lassen, denn Deutschland kann in der schwierigen Lage, in der es sich augenblicklich befindet, eines so großen Bruchteils sei- nes Bestandes an rollendem Material nicht entehren. Wie Joll Deichchlrrnd das schwierige Problem der schleunigen Räumung der besetzten und von der Entente zu besetzenden Gebiete lö>en? Wie soll es das brennende Problem der Dolrsernü./Lüng auch nur einigermaßen in befriedigendem Sinne regeln, wenn ihm die hierzu unbedingt nötigen Mit- tel abgezwackt werden. Die Garantie, daß dadurch'Deuffch- rands Sicherheiten für die prompte Innehaltung der Frie- densbedingungen geringer werden, worauf die Entente bei der Schwere der sonstigen Bedingungen Wert legt, ist doch wirklich nicht zu fürchten. Wenn es auch ein schwacher Drost ist, so ist es immerhin em Trost, für den das deutsche Volk in seinem Unglück dank- bar sein darf, daß sich ihm durch das Entgegenkommen Amerikas die Aussicht auf die Möglichkeit bietet, bei den kommenden Friedensverhandlungen wesentlich günstigere Bedingnn- rren zu erhalten. In begreiflichem Triumph bat sich das englische Parlament bei Dekanntwerden der Waffenstillstands- bedingungen vertaot und in feierlichem Zuge nach der Kirche begeben. Hoffentlich sind sich die Führer des englischen Volkes bei dieser Gelegenheit auch der Tatsache bewußt gewesen, daß sie trotz des äußeren Triumphes in einer kritischen Stunde leben. Hoffentlich haben sie sich bei dieser Gelegenheit jedoch innerlich auch einmal mit der Frage beschäftigt, daß der Kampf gegen die eiaene Überheblichkeit zum mindesten nicht weniger notwendig ist, als der Kampf und die Strenae gegen den überwundenen Feind. Mag auf der Geaenseite nicht veraessen werden, daß das deutsche Volk trotz seiner militari- scheu Niederlage durch sein Bekenntnis zur Idee der wirk- licken Demokratie innerlich starker ist als je zuvor. Über die Bedeutung der Idee im Kampf der Völker braucht man der Entente doch kaum eine Vorlesung zu halten. Lloyd George, Wilson und Elemenceau haben in den Zeiten, da die äußeren Erfolge auf Seiten Deutschlands waren, die Zuversicht ihrer eigenen Völker dadurch belebt, baß sie ibnen überzeugend klar machen konnten, der Kampf für die Sache der Freiheit bilde das höhere Ideal, dem trotz aller Fährnisse früher oder später der Sieg sicher sein müsse. Diesen moralischen Trumvf hat, falls die Entente sich nicht zu den Ideen der Vernunft und der Verständigung bekennt, das deutsche Volk ln seiner Hand, und es wird ihn zu spielen wissen, wenn von der Gegenseite der Versuch gemacht werden sollte, die Möglich- keiten seiner Weiter-Existenz zu beschränken oder gar zu vernichten. Die Notwendigkeit, über den provlsorkschen Abschluß der Feindseligkeiten hinaus zu einem dauernden Zustande des Friedens zu gelangen, hat die deutsche Negierung veranlaßt, an Wilson das Ersuchen zu richten, baldige Schritte zum Abschluß eines^ Präliminarfriedens einzuleiten. Als wichtigster Grund für den Weiterbau, des Friedenswerkes wird die Bedrohung der deutschen Volksernährung bezeichnet, die unbedingt gefährdet ist, wenn es dem deuffchen Volke nicht möglich wird, durch baldigen Anschluß an das Welthandelsnetz zu einem schnellen Abbau der Hungerblockade zu kommen. Von Seiten der führenden Männer Deuffchlands wird damit auf das Problem gedeutet, von dem es in erster Linie abbangt, ob sich die Entw'ckelung des neuen Deutschlands in ruhigen und gesicherten Dahnen vollziehen wird oder ob das Hunaeryespenst dos deutsche Volk in jene Schrecken hineintreiben wird, in die es das russische getrieben hat. In dem Worte Präliminarfrieden lieat ein bedeuffamer Vorbehalt. Die deutsche Regierung meist darauf bin, daß sie wohl geneigt ist, Frieden zu machen. Sie spricht aber damit zugleich die Hoffnung aus. eine endaültioe Reaeluno der schwebenden Fragen einem allgemeinen Friedenskongreß zu überlassen. Der Präliminarfrieden soll eben nur dazu dienen, den Grundstein des allgemeinen Friedens zu leaen und einen Pfeiler zu jener Friedensbrücke zu bilden, über die die Volker der Welt den Weg zueinander finden sollen und finden müssen. Die aanze Entwickelung der Dinae weist daraus hin. daß dieser Präliminarfrieden dem Waffenstillstand gegenüber ein bedeutender Fortschritt sein muß. Die Führer der Entente sind nach dieser Richtung hin ihren Völkern gegenüber viel zu viele Verpflickt'maen einoeaanaen, als daß es ihn»n gegenüber noch ein Zurück gäbe. Aber dieser Prall- mknarfriede ist, maa er noch so vorteilhaft sein, für Deu.ffch- land nickt das AusscklgaaHbende. In der Sck'lle seiner Leiden bat sich das deutsche Volk zum Gedanken des Völkerbundes bekennen gelernt, und es ist heute mehr denn se davon durckdrunaen. daß ein dauernder Friede und ein wirkliches Glück der Völker nur durch eine Verwirklichung dieses großen Gedankens zu erreichen ist. Durch das Bekenntnis zu. dem Gedanken Wilsons hat das deutsche Volk gezeigt, daß es für die Idee gewillt ist, nickt nur ideelle, sondern auch praktische Opfer zu bringen. Aber auf der anderen Seite ist es auch klar, daß diese Opfer nicht einseitig von Deutschland verlangt werden brauchen und verlangt werden dürfen. Im im« bedingten Bekenntnis aber zur reinen und unverfälschten Idee lieat die große innere Krfft. über die das deuffch- V"l? trotz feines Unglücks noch verfüat. Möaen he".te die Mack*- baber der Entente in der Stunde ibres äußeren Glückes nickt Worte d-r Vernunft versessen. zu denen sie sick einst bekannt haben: Das neue Deuffchland wird nicht müde werden, sie daran zu erinnern. Beratung des öetrtff * Ersuchens um AWeruW dermmmgen. TU. Das in Paris erscheinende Blarr Rewyork Herald meldet au» Rewyork: Das deutsche Ersuchen um Milderung 11 stillstandsbedinqungen in der Nacht zum Diens- tag hier elnge.-->ffen. Wilson rief sofort «ansing und dl- Departementschess Krieges und der Marine zu sich. Die Weitergabe der Rote au die Alliierten dürfte nicht vor Miff m*4k dich NTl»or1 nicht so * Ende der Woche zu erwarten sein. Die Waffen cHHafends -Bedingung en Frankreichs Absichten cuf das linke Aheinufer. TU. D!e Dosstfche Zeitung schreibt: Wie wir von znver- lässiger Gelte au» der Schweiz hören, besteht in fränzöfifchen chauvinistischen Kreise» der Plan, da» linke Ufer Rheinvreu- ßen» möglichst lange besetzt z» halte», bi» alle Entschädig«»- gen »nd Wiedergutmachungen voll bezahlt feien. In dieser Zeit soll unter der linksrheinischen Bevölkerung eine großzügige Propaganda enifaltet werden, um sie zum Anschluß an Frankreich zu bewegen und schließlich in irgendeiner Form eine Enffchädignng in diesem Sinne verwirklicht werden, die es ermöglicht, diesen Anschluß als freie» Wille» der ItaU* rheinischen Bevölkerung auszugeben. Die Engländer fordern die Auslieferung des Kaiser». WTB. Amsterdam, 14. Rov. (Telegr.) Dem .Augemeen Handelsblad" wird von feinem Londoner Korrefpon^ en telegraphiert, daß. van vielen Seiten, such von der gemäßig. ten, gegen den Aufenthalt des frilheren deutschen Kaisers in Holland energisch protestiert wird. Wan verlange allgemein seine Auslieferung an die Alliierten. Zu dev Bedlngrmserr des Waffeusiivpaodes zur See. WTD. Der deuffchen Woffenstillstandsdelegatlon ist fol. gender Zusatz zu demDertrage zugegangen: Mit Rücksicht auf die neuen Ereignisse wird den Bedingungen des Waffenstillstands zur See hknzuqiigt: falls die Fahrzeuge nicht in den bezelchneten Fristen übergeben werden sollten, werden die Negierungen der Verbündeten und der Derrknigten Staaten das Recht haben, Helgoland zu besetzen, um ihre Uebecgabe zu sichern. WTB. Für Ziffer 23 der DaffensMstandsbedlngungen (Internierung deutscher KrtMschtfse in neutralen' Hafen oter Hafen der verbündeten Mächte) ftrxb von England zunächst folgende Kriegsschiffe namhaft gemacht Bayern. König, Großer Kurfürst, Kronprinz Wilhelm, Markgraf, Friedrich der Große. König Albert, Kaiserin, Kaiser, Prinzregent Ln.it- pold, HindenburK, Derftinger, Seydlitz, Moltke von der Tann, Drummer, Bremse, Köln, Dresden, Emden, Frank- furt, Wiesbaden u. 50 modernste Zerstörer. Die Abfahrt muß bis zum 18. Nov. & Uhr vormittags erfolgen. Das Ziel ist noch nicht genannt Die Schiffe sollen mit reduzierter Besatzung fahren, ohne Munition. WTB. Aus Wilhelmshaven wird gemeldet: Der kleine Kreuzer Königsberg ist um 1 Uhr mittags mit den Be- vollmächffgten des Arbeiter- und Soldatenrates der Flotte zur Zusammenkunft mit Vertretern der englischen Admiralität in See gegangen. Den Vertretern ist eine Vollmacht mitgegeben, in der es heißt: Der Arbeiter- umd Soldatenrat der Nord seella Lion und der Flotte erteilt hiermit dem Obermatrosen Wilhelm Wezgora, dem Obersteuermann Alfred Jans und dem Torpedoobermaschinistenmaat Mohrmann, die Vollmacht. Verträge abzu schließen. Admiral v. Hipper nimmt als fachmännischer Berater an den Verhandlungen teil. Gestern nacht hat durch Funkspruch der Ehef der engliscl)en Flotte dem Cl)ef der Hochseestreitkräfte Anweisung gegeben, sich mit einem Kreuzer an einer bestimmten Stelle einzufinden, um die Besprechungen zur Ausführung der Waffen st illsbcmdsbe- dingimgen aufzunehmcn. Dos französische H/uptquarffer ln Metz? TA. Das Echo de Paris nn'del. daß das französische Hauptquartier binnen 10 Tagen ir. Metz errichtet lein wird. (Vielleicht handelt es sich hier um e.nen Wunsch des französischen Blattes.) TU. Ans belgischer Quelle verlautet, daß die Alliierten in ihren jetzigen Stellungen noch 3 Tage verbleiben werden. Vom 3. Tage^ab werden sie täglich 16 Klm. vorgehen. Die Deutschen müssen also täglich 16 Klm. räumen. Daraus er- gibt sich, daß die Alliierten am Sonntag in Druffel und Ant- werpen fein werden. Der Mkltrvkispsrt der Armee. TU. Ober den Rücktransport unseres Frvntheeres und Besatzungsheeres nach der Heimat scheinen an den maßgebenden Stellen endgülffge Bestimmungen noch nicht getroffen zu sein. Während man noch gestern amtlich die Ansicht vertrat, von heute ab täglich 7 bis 8 Militärzüge verkehren zu lasten und die Helmbeförderung in Angriff zu nehmen, ist jetzt in Aussicht genommen, daß das Heer zu Fuß bis zu un- ,'erer Landesgrenze oder wenigstens bis weit zur belgischen Grenze ziehen soll, wo dann die größeren Zugtransvvrte zu- sammengcstellt werden. Soviel scheint jedenfalls festzustehen, daß von Freitag, den 15. d. M. ab, eine ganz erhebliche Einschränkung des Zivilpersonenverkehrs in Aussicht genommen ist und sogar in Erwägung gezogen wird, nur Zivilpersonen mit besonderen Ausweisen zum Zugverkehr zuzulassen. Das deuffche Hauptquartier. TU. Das Große Hauptquartier mit Generalfeldmarschall Hlndenbu \ an der Spitze wird morgen vormittag ln Wilhelmshöhe eintreffen und im dortigen Schloßhotel, das schon heute für die Aufnahme Vorkehrungen getroffen hat, Wohnung nehmen. Die Elsaß-Lothrsnger. TU. Das deutsche Oberkommando hat am frühen Nachmittag des 13. November einen Funffpruch folgenden Inhalts an das alliierte Oberkommando gerichtet: THe französische Bevölkerung Elsaß-Lothringens nimmt an gewissen Punkten eine feindliche Haltung den deutschen Truppen gegenüber an. Um Kollisionen zu vermeiden, erjuchen wir die Regieru rg, die Elsaß-Lothringer radiotelegraphisch zur Ruhe zu ermahnen. Lebensmittelversorgung durch Amerika. WTB. Die „Times^ meldet aus Washington: Die be, ^ isterte Frledenssttmmung in Amerika bedeutet nicht, daß muh dir Rührigkeit im Ergreifen der Maßnahmen nachfasse» wird, die getroffen werden sollen, um'Europa mit Lebens-' Mitteln zu versorgen. Man hat in Amerika das Gefühl, daß es die Pflicht des Landes, dessen Opfer im Kriege verhältn s- mäßig gering waren, ist, Europa mit Lebensmitteln und an-^ deren notwendigen Artikeln zu helfen, und man stimmt allgemein mit der Ansicht des Präsidenten überein, daß die Lieferung von Lebensmitteln das beste Mittel zur Verhütung revolutionärer Entwickelungen ist. Rücktritt Lord RortycNffes. WTB. Aus London meldet Reuter: Rorthcllffe nahm seine Entlassung als Direktor der Propaganda der feindlichen Länder. Der Premierminister nahm das Entlaffungsgeftuh an, da der Posten nicht mehr nöffg ist. Der Staatssekretär des Innern Eave wurde zum Richter des Derufsgerichts ernannt und erhielt die Peer-Würde. Er bleibt aber Vorsitzender des Depots für Kriegsgefangene. Russische Abordnung für die Frieder? sverhandlungeu. bb. Einer aus Charkow in Petersburg eingetragenen Meldung zufolge hat die Kadettenpartei beschlossen, eine aus den Herren Miljukow, Sassonow und Nabokow bestehende dlbordnung in die Ententeländer zu senden zur Teunahlp» an den bevorstehenden Friedensvechandlungen. Die deutschen Konsulat« kn Rußland interniert. Tll. Don maßgebender Seite wird der Berliner Morgenpost mitaeteilt: Das Personal der deutschen KonsuIVte in Moskau und Petersbura ist interniert worden. Es fft nicht sicher, von wem diese Maßregel ausgeht. In Petersburg ist das deutsche Generalkonsulat ln den Händen eines revolutks- nären Ausschusses, das seine Festnahme mit Hilfe von Roten Gardisten vornahm und über dessen Zusammensetzung ma, keine näheren Nachrichten hat. Die Schweiz und die Waffevitiilstauds- dedingmlgev. WTD. Zu den Waffenssillftandsbedlngnngen schreibt- das Berner Tagblatt: Der allgemeine Eindruck dieser von' General Fach festgesetzten Bedii gungen sek ein überaus nkedcrdrückonder. Keine Spur von jener von den Franzosen beanspruchten Generosität, jenerRitterlichkeit einem besiegten Feinde gegenüber, auf die Frankreich einst stolz war. Nichts« als rohester Dernichtungswllle, Haß und Unmenschlichkeit^ komme in diesem schrißlichen Schriftstück zum Vorschein, verlangt werde, Deutschland habe alle 5kriegsgefangenen zu- rückzugeben, ohne daß das Gegenrecht geholten würde, ist ein derartiger Schimpf, daß die Geschichte ein kvum derartiges^ Beispiel auzuweisen nicht sicher sei, daß sich unter solchen ständen kein Völkerbund des Friedens bilden würde. Für die Schweiz müsse die Abgabe von Lokomotiven und Wagen in der vorgechffebenen Zahl ebenso schwere Folgen haben. Di Zlohlenzufuhr würde, dg die Schweiz selbst nicht genügend Wagen stellen könne . uns ganz unterbunoe werden. Da» könten wir, fo schreibt das Blatt, den Landsleuten zu denken geben, die sich vielleicht in ihrem Deuffchenhaß über diese Bedingurcgen freuen. Wir werden sie stark zu spüren be- kommen. ; Die Schwelg und Deuffchlands Ernährung. TA. Di« Schroerzer Regierung Hai, wie man der Voss. Zeltnug mitteilt, sich bereit erklärt, nach besten Krasten- Deuffchlands Volksernährung sichern zu helfen und der deutschen BolksregHerung zu diesem Zwecke jede Unterstützu^ angedeihe« zu lassen. Sie setzt jedoch dabei voraus, daß die gegenwärtige Regierung nicht von einem Regime öey Anarchie abgelöft wird. - Die deutschen Frauen an WNW. WTB. Der Bund deutscher Frrmenvereine in Berlin^ hat durch Frau Moodrow Wilson: die Gattin des amerikani-j schon Präsidenten, ferner durch die nationalenDereinigungrn der französischen, englischen und amerikanischen Frairen. mit denen er vor dem Kriege in gemeinsamer Arbeit verbunden war, auf telegraphischem und drahtlosem Wege die dringend» Bitte an die Frauen jener Länder gerichtet, ihren EinftuG dahin geltend zu machen, daß die Wasfenstillstandsbedingun* gen gemildert würden, da sonst der Hungertod von Milli-' onen in Deutschland unvermeidlich wäre. Unterzeichnet sind die Telegrcmune von Dr. Gertrud Bäumer und Dr. Ali« Solomon. . v . r v fc V FtwEcher AnrzUemngsserluHlm De«tW«nd7 bb. Die in Berlin zum ersten Male wieder erschienene Korrespondenz der russischen Telegraschenagentur veröffentlicht den Entwurf eines deuffch-japanischen Abkommens zur Säuberung Rußlands, welcher von japanischer Seite der bürgerlich-sozialistischen Regierung unter Prinz Max von Baden vorgelegt worden sei und deren Zustimmung gefunden habe^zi soll.. Ä if Scheidemann soll bereit gewesen sein, den Ver»s trag abzu,ustießen. Japan verpflichtete sich in dem Vertrage,! Deuffchlands Interessen bei der kommenden Friedenskonferenz in wohlwollendem Sinne indirekt zu wahren. Anderer-! seits verpflichtete sich Deutschland zum Abschluß einer ge-! Heimen M'.litärkonvention zu Wasser und zu Lande, deren Zweck ein Rückversicherungs- v.nd Vcrteidigungsvertrag ge°^ gen aggressive ^lbsichten Amerikas und Englands darstellt.', Die beiden vertroaschließenden Teile vervffichten sich, anderen vertragschließenden Teil, Deuffchland an dem sich aus diesem Berttage an einer dritten Macht, Rußland, ergebenden Vorteile, soweit sie Zenttc.l-Asien und Persien betreffen, teilnohmen zu lassen und den Abschluß eines Be- günstigungs- und Rückversicherungsvertrages zwischen dieser dritten Macht und dem anderen vertragschließenden Teil zu fördern. In dem dem Vertrage beigegeckenen Memorand^un wird gesagt, daß der Schwerpunkt der künftigen Weltpolitik in einem vom Bolschewismus gesäuberten und in den ersten Jahren von außen gestützten Rußland lieae, an dem Deutschland llnd Japan in gleichem Maße interessiert seien. A«f dkM Mtm hleißen. Es ist nicht ganz leicht, sich in die neuen Verhältnisse, die ble große Staatsmruoälzung in Deuffchland hervorgerrrfen hat, hineinzu finden. Bei vielen Leuten besteht über den Zustand, in dem wir staatsrechtlich jetzt leben, noch völlige Unklarheit. Demgegenüber sind folgende Taffachen festzu- halten. Die alten Reichsei^irichtunaen sind beseittgt. Die politische Macht liegt augenblicklich in den Händen der beiden sozialdemokratischen Parteien, der Mehrheiitspartc! und der Unabhängigen. Me Regierung von 6 Männern, die üch aus diesen beiden Parteien'gebildet hat, ist aber keine. Regierung im alten Sinne. Die volle Reoierungsgewalt liegt bei der Gesamtheit der Arbeiter- und Soldatenräte. Die Re» gierung ist nur der Vollzugsausschuß dieser Oraan-isattonen. Die beiden jetzt herrschenden Parteien haben sich bei ihren Einigungsverhandlungen verpflichtet, die verfassu.noaebende Versammlung' für Gesamtdeutschland nach Konsolidierung der inneren Verhältnisse wählen zu lassen. Für die Archärrger . «met Parteien mvb Jene Wahl dann dls Möglichkeit einer Wertretunc» schafft». ^ rZwischen aber erfordert es das ge- | We BoÜs'interesse, --ch jeder auf seinem Po,ren, wo er steht, uvd wo er tts: ; u dem Vaterlande gedient hat, bunot. Das Schlimmste, was uns passieren könnte, wäre iefct pte tzSeger.revolution. Sie würde einen blutigen Bürgerkrieg sinit ungewissem Almgonge ormgen. Die obersten mllitall- scken Stellen, Oberste Heereslc :ung, der Kriegsminister, der «efeMsfiaber Ober-Ost und die Festungskamwand-mten ha- «den sich den Arbeiter- und Soldatenräten zur Verfügung gestellt. Damit ist ein Beispiel gegeben. Die Beamten nn .Lande, gleichviel in welcher Stelle sie wirken, müssen und »erden das Funkt: irren der großen Stoatsma g.nerie aufrecht erhalten. Eie vergeben ihrer politischen r-rcr-^gung damit nichts; denn dienen nicht der h^rsche'chen Partei, sondern der Dolksge,». beit, die sa durch eine Hungersnot, eine Derlehrslrise oder ne sonst-ge Stockung ohne Unter- tschied der Partei leiden wsiÄe. Vor allem gilt es \a omh. lim Aufkommen eines Bolschewismus zu mrhuten. Mt- Bietung hat aber auf der anderen Seite die Pflicht, dafür zu sorgen daß dieser Dienst aller b: hörigen Organe uckt Freu- JÄ, nicht mit Seufzen geschb i. Die beSen ^rr,chen- den Parteien haben sich, mie gesagr. znr Bemifung der Kon- Mtuante oervsllchtet. Sie werden chre Position um so mehr «chern und olle gegenrrvolutionaren Strömungen verhm- D^zugsnli des A.- u. E.^iate. zur Verfügung Neben. Süden. Mr frühere Reichstagspräsident Grenbach ist am Bvnntoq abgereist, wohin ist unl-ekonnt. Der Reichstag seli^t wird, wie bereits gemeldet, nicht rufammentreteru Sie der frühere Retchstogsabgeordncte und Unterstaatssekretar Dr. David in der heutigen Pressekonferenz mitteilts st' «Reichstag nicht mchr kompetent, da der Kaper und die Du .besfürften verschwunden sind; er sei durch die Tohachen cnißerAktion gesetzt. — Die »on zu stand «er Seit« mibg-Et wird, bleiben die bisherigen gesetzmäßigen Dejuge sür Off ,iere und Reserveoffiziere bi» auf weiteres bestehen. Das Regienmgsvrogramm. «TD. Der .Vorwärts» schreibt: Das PwgrE» Reichsleitung ist. kurz gesiigt, gut s°z,aIdemokratis^ Es stellt die konstituierende Versammlung in sichere Ausstty Die Wadi erfolqt auf Grund des allgemeinen Wahlrecht. Jeder Volksgenosse nimmt an ihr mit dem gleichen Recht teil' dasselbe ailt für alle Wahlen zu öffentlichen Körperschaften. Die persönliche Freiheit wird nach allen Serien geschützt: soziale Reformen, darunter der Achtstundentag, werken gekündigt. Über die großdeutsche Repubitk m». reich schreibt der Vorwärts"': Nach Mlderung der Waffen- slillsto^sbedingungeu und Berbefferung der Aussigen ftl einen gerechten Völkerfrieden ist dies der zweite große fola den die deutsche Republik nach außen hin errunaen hat. Dir grüßen die neue Bundesrepublik in Heller Dellelstenrng. Die Demokratie fetzte Großdeutschland in den Sattel. Reiten wird es schon Annen. M üos Programm ves „Aals gelkiger Elrbüter. DTD. Der Rat geistiger Arbeiter in Berlin verSfftnt- licht sein Programm, dem folgendes zu entnehmen yl- u. kämpft gegen die Unterdrückung der Arbeiter durch das kapitalistische System. Er will persönliche Freiheit und soziale Gerechttakelü Er begrüßt alle Methoden der Umwälzung, zur Anarchie, das heißt zur Vernichtungi von Kul« turaütern und zur Blutherrfchast der Minderheit süyren. Er 0 fordert u. a. Völkerbund, Völkerparlament. Zwangs- fchledsaericht, gerechte Verteilung der äußeren Lebensguter, Vergesellschaftung von Grund und Boden, Konfiskation der Der?nögen von einer bestimmten Höhe an,Deichcankung des Strortrechts, Vermenschlichung des Stwsvollzugs, radikale Reformen der öffentlichen Erziehung, Einheitsschule, freie Dozentur, Wahl der Profesioren durch die Studentenj, 6mj* beruna der Presie oon nationalistrzcher und kapitalistischer Korruption, Trennung von Kirche und Staat, ständiger Rat aeiMaer Arbeiter. Vorbedingung zur Durchführung die- ?es Programms ist nach Herstellung der Ordnung die Embe- rufungeiner konstituierenden Nationalversammlung. Prale- karier und Intellektuelle vereinigt Euch! Der Rat geistiger Arbeiter, Reichstag, Zimmer 15 B. Vollzugs rat des A.» u. S.-Rate. zur Verfügun g stehe n« Eure Löhnung und Verpflegung soll gesorgt werde«. WTB. Paderborn, 14. Rav. Der ASR. meldet: Die Besatzung der gestern nachmittag 1,3v Uhr von der Front nach hier zurückgekehrteu Flugzenae «Udet, daß in de» fran- röfischen Schützengräben, von der deutschen Grenze bis Mons die Rote^ne gehißt ist. und daß die dentschen Truppen sich mit den französische» verbrüdert haben- Leipzig, 14. Rov. Oberst Pinkau und Oderstleutnarn Freise. Stabschef des 19. Armeekorps, sowie 10 andere höhere Offiziere wurden angesichts des widersetzlichen Geists des Offi^ierkorps auf Defch! des A.« und S.-Ratrs vechaftet. Tbronverzicht Ludwig HI. von Dauern. WTB. Arünche«, 14. Rov. (Telegr,) Die Korrespondenz Hosfmann meldet den Thronverzicht Ludwigs Prinz Helurrch. TU. Nach einer Meldung aus Hamburg befinden sich in Grünholz bei Schwanken. Der Prinzessin wurde duvch einen Schuß aus der Flucht ein Arm verwundet. Die Revoluilon in Drüffel. ^ . TU. Nach einer Lietduna aus dem Haag herrscht m ganz Belgien Revolution. In Brüssel beherrscht ein deutscher Soldatenrat allerschärfster Richtung die Loge. In den Straßen wird dauernd gekämpft. Es gab viele Tote »^Verwundete. Eine grcße Gefahr biwen die deutschen Waffenbestände. ' • Zkundgebuugen k« Holland. _ WTB.Bmsterdam, 14. Rov. In den >vtraßen Amfler- dcuns herrschte gestern ziemlich aufgeregtes Leben. Vor dem königlichen Palast und dem Damm vor der Dorfe haben sicy im Laufe des Nachmittags große Menschenmengen angesam- melt. Vor dem Palast hielt ein revolutionärer Redner eine Ansprocl-e an das Volk, in der er die Menge anfsorderte, die Republik aufricbten zu helfen. Die militärische Wacl)e vor dem Palast tü drrrch Polizei verstärkt, on Amsterdam, m Rc-tterdam und im Haag waren weitgehende müitirische ^or- geklart. Wir nnv oerarur^u^ vuiu? m. dingungen dazu gezwungen unsere Die Grenze von 1914 zuriickzunehmen, werter cbajWL »<* augeÄlickllch« deutsche Regierung hat men bn Vorgehen bet den Ententemächten Einspruch -ch°b«n und a^ polnische Vorgehen tn krassem Gegenlog proklamierten Rechtobegrisien und «i den DaftenMsta^? bedinqunqen der Entente. Die Frage der künftigen Ost- grenze Deutschlmrds wird auf der Friedens^nferenz en^ schieden werden. Vorläufig wird jedem Pjlntfdjen Swmarsch übet die Grenze von 1914 hinaus mrt Waffengewalt entgc^ ^MB^Poseu. 14. Rov. Der A.- u. E Hck der Stadt Posen erklärt, daß alle Gerüchte über Ei:.,alle polnischer Legionäre tn die Provinz Posen, sowie über Plünderungen^ irgend welcher Art unbegründet sind._ WrstdE!<«H ftiltt, 14. Rov. Dom Lande wird geschrieben: Diele der in Köln von der Volksmenge wider deni Wllen der Sol- baten freigelassenen Insassen der Gefängnisse und Zuchthäuser mcuben sich unllÄam auf dem Lande beurerkbar. Vielfach stellen sich die Leute, die völlig brot- und arbeitlos sind, dm leidlichen Behörden. Zum Teil sprechen die Leute birett den Wunsch aus wieder nach Köln zuruckgebracht werden^ damit sie Unterkunst und regelmäßiges Essen bekamen. Rheydt, 14. Nov. Infolge der eingetretenen politischen, Ereignisse wurden die für heute anaesetzten Etadtverord^. netenwahlen aufgehoben und beschloß dos Staotverordneteu- kollec^um die Verlängerung der ablaufenden Mandate UM ein Jahr. ^ Süchteln, 14. Rov. Die bei der Einstellung der Nustungs- ««weiten und der eventuell bald folgenden ^mobilisalE eintretenden Schwierigkeiten dürften dadurch behoben Nin,. daß sämtliche Fa. kanten sich bereit erklärt haben, dieien.gen . Süchrelner Soldaten, die bei der Mobilmachung bei ihven ! gearbeitet haben, sofort wieder einzustellen. ohne die letziger^ l Arbeiter zu entlassen. ' Süchteln. 14. Nov. In das Haus des KvErz-ienra^ Holh hierselbft kamen mehrere Personen in Soldat^rmiforw und verlangten die Dr^lieftrung von Geld und Wertsachen, Da H schwer krank darniederliegt, war es den Einbrechern; leichter, ihren Zweck zu erreichen. Mi ^nerDeutemiWertei von 8000 JC gingen sie ab. Dw Polizei hat die Derftlgmrg in die Hand genommen. M.-Gladbach, 14. Rov. Unsere Stadt ist in den letzft«) Tagen zur großen Garnison geworden; z. Zt. halten sich hley über 9000 Soldaten auf. Kempen. 1«. Rov. In nicht geringe Angst waren Sonni tag viele Bauern des hiesigen Bezirks versetzt worden das Gerückt, es treffe eine Strafexpedition von ..900 ManUj au, Esten ein. um die Dauern, die den Essener H-msiern ge- aenvber Wuchsrpreife gefordert, zu entgelten. Selbsiver« ständlich gab es eine solche Expedition nicht. Ein Spakv^el! hatte sich wohl den Scherz, erlaubt, das Gerücht auszuftrm^ MSIhelm-Ruhr, 13. Rov. Unter Hinzuziebung der Direk, Kren der Firma Thysien u. Eo. Aktien.Gesellfchaft und deL Friedrich.Wilhelms.Hütte fond gestern morgen eine gemein.' same Sitzung des Arbeiter- und Soldatenrates und des Er, nährungsauskchuffes der Stadt Mülheim-Ruhr statt zwecks endgültiger Einführung des Achtstundentages. ^ Essen. 14. Rov. Bei Krupp würben bisher etwa 10 09» auswärtige Arbeiter entlassen. Die Firma ist weiter bemüht,' die ^isländischen und auswärtigen Arbeiter abzuttansvor- tteren, um Platz zu gewinnen für die zurückkehrenden Soll daten. Don der neuen Regierung. TU. Staatssekretär des Reichsschatzamtes wird der bisherige Unterstnatsfeiretär Schiffer. Der unabhängige Sozi- alift Eduard Bernstein tritt in das Reichsschatzawt ein. ^-as Reichsjustizamt wird Herr von Krause weiter dirigieren. Das Unterrichtsministerium. WTB. Folgende Herren sind zu pädagogischen Fachbei- räten für ^ Ilnterrichtsmimsierium ernannt: Dr. ^r.Y. Baeae, Dozent Dr. Blankenburg, Oberlehrer, Fritz Kunert, BoUsschullchrer, Dr. Gustav Mynyeken, Schuldrrekbor. Amnestie. TU. Wie der Berliner Lokalanzeiger hört, schweben zur- »eit Erwägungen, die bereits erlassene Amnestie auch a»i ändere P^e.h?n. also nicht nur aus politische Vergehen, aus. m,dehnen, wenn in dem Urteil ausdrücklich aner^nnt nnrd, Lag i;:; Täter als Milderungsgrund eine durch dm Knegs- vttHLlLnisse verursachte Notlage zur Secte steht. Ausruf an die Zeutrumspartei. bb Die Zentrumsfraktionen des Reichstages und des preußischen Abgeordnetenhauses erlassen einen Aufruf die Zentrumswähler, worin es heißt: Jetzt gil es, si Ruhe. Sicherheit und Ordnung Im Lande zu arbetten. um die geregelte Führung der Staatsgefchaste zu ermöglichen. Da £c< ÄU16 jedem die Wahrung seiner politischen und religiösen Ueberreucmna gewährleistet sein. Wir bitten unsere P^tet freunde ganzen Lande: Beratet die Lage, bereite^ die Wahlen vor, klärt auf und belchrt die Frauen schließt euch von der Arbeit für öffentliche Einrichtungen nicht aus, helft Ordnung bewahren und öffentliche Suherhett, damit w»r alle Brot und Leben haben. Vne rote Garde in Berlin. WTB. Gestern morgen erließ der Vollzugsrat des A.- > und S.-Ratesw Berlin, gezeichnet Richard MuIieruudMol. kenbuhr, folgenden Aufruf: Arbeiter uiü> V°rteiMloffen tn Große-Berlinl Me Revolution bedarf der Sicherung. Euer Mut Hot dte alte Zwingburg zerstört. Helft letzt die Errungenschaften der Revolution zu befestigen. Wir bwu- chen Eure Hilfe. LMO geschuite und politisch organisierte Genossen und Arbeiter mit militärischer Ru^bidungl^beu im fi jf-t i ba S*w>iutten p» übernchmea. eitUl Euch jae beteihingen getroffen. "In Amsterdam sprach in der ange- kündigten Volksversammlung Troesitra. WTB. Amsterdam, 14. Rov. Der Riederlanolrchen Tele- aravhenagentur zufolge teilte das Ministerium des Äußern mit, daß das Schloß Amerongen der Utrecht von der hon. Regierung als zeitweiliger Aufenthaltsort dem früheren deut- schen Kaiser zrir Verfügung gestellt wurde. Das Schicksal der Armee Mackensen. TU. Rach einer Meldung aus Budapest erklärte Graf Karolni, daß Rumänien an Deutschland di; Kriegserklärung richtete, um die Armee Mackensen zur Entwaffnung zu de- wegen. Mackensen habe die Waffenstreckung mit der angeb- »chen Begründung verweigert, die Republik Deuhchland sei keine legitime Gestaltung. Die ungarische Regierung bo- stätiate der deutschen Regierung telegraphisch, daß sse infolge ihrer pazifistischen Grundsätze nicht nur ^sien da-tschech.iche Vorgehen protestiere, sondern auch ihrerseits u\c Entwafs- nung Mackensens fordere, weil sie die derzeitige deutsche Regierung als gesetzlich anerkenne. Forderung auf Umgestaltung der französischen Derfsssnng. TU. Der Lyoner Prares meldet ans Varls: T^r Synoi- kalistische Verband Seine-Deporiew^ts hat beschb^n, einen Antrag auf Umgestaltung der Verfassung in eine demo- kratisch-proletarisK; zn stellen. Defetznng Wiens durch Entente-Trnppen? bb. Aus Ofenpest kommt die Meldung, daß ine Besetzung Wiens durch die Ententetruppepn beoorfteht. Ein aus dem Hauptquartier der Orientarmee In Ofenpest eingetrorkner I Verbündetenoffizier erklärte, General Franchet bealsichtige ! auch die Besetzung Preßburgs sowie Mens durch di« En. » tentetruppen. Der ungarische Kriegsmmlster verstaiü»igte u Maglfttatsrat In Offenpest, daß in ^"nächsten Tagen französische Offiziere und 1090 Mann dort «intreffen ma Der Lhronverzfche rn Ungarn. TU. Wie «ms Budapest berichtet wird, haben zur Erlöst, qung der ungarischen Thronfrage gestern die tetnta^ teien, nachdem festgestellt wurde, daß der u°-rmegende Teil Ungarns für die republikanische Staa.sform ist, deschltMen. eine Abordnung an König Karl zu «uffenden, die ihn tcher diesen Wunsch Ungarns unterttchten und zum Tbronverziasi bewegen sollen. Man hält es fiir sicher, daß die Mrfsion den Erfolg haben wird, daß sämtliche Mitglieder der Habsburger Dynastie der S'ephans-Krone für alle Zelten entsagen. Bewegung der lt-Nenische« Sozialisten und Republikaner. TU Nach Meldungen von der italienischen Grenze Ist in Nom rmd Mailand infolqe Straßenkundgebungen der Repu- blikaner und der Sozialisten für Absckssiffun, der Monarchi ein allgemeines Versaiumlungsverbot »lassen worde n^ M r Zugverkehr nach Rom erleidet aus unbekannten Grünven Stockungen. Die polnischen Einfälle. ypffl lieber den Umfang der petnische» Won teilt Essen, 14. Rov. Der Arbeiter- und Soldatenrat zieht den Erlaß eines allaemeinen Alkoholverbsts in iim eln Liebes- Verhältnis mit einem russischen oivrlgefangß-nen. Der ^uff» hatte die Erlaubnis erhalten, in seine Heimat önrliSzuke^E». und lud seine Geliebte noch einmal zu einem Abendspazter. gang ein. den sie nach dem Kur^rk unternahmen. Das bort zwischen Velden vorgekommen ist, konnte noch nicht ausge Närt werden. Sie wurden beide mit Schußwunden aufge- > funden. Das junge Mädchen im Halle und der Russe zweß Kopfe und in der ^ .?Veu:e wurden in Ims Kran Z^lVmn: HU'd-rÄüsseleinen Verletzungen erlegen. Das junge Mädchen ist schwer, aber nicht lebens- gefährlich verwundet. _ Ass aller Welt. Das endgültige Ergebnis der S. Kriogsanlekhe._ WTB. Das Ergebnis der 3. Krlegsantech« betragt nach den bisher in Berlin vorli^enden Meldun^en ohne d,e zam Umtausch gelangten alten Kriegsanleihen 10 337 000 MO .*. Teilzeichnungen stehen noch «us, f» «wTW b ‘* noch stwor echShen dürste. Im Hmbl ck auf die ,chwierlM»i Verhältnisse, unter denen dte Krtegsanleihe ausgeiost wurde, mutz dieses Ergebnis, wenngleich -s an die Resultate der früheren Anleihen erklärlicherweise nicht heranreicht, doch al, höchst befriedigend bezeichnet werden. Me blshernen Ktt^sanleihen hotten folgende Ergebnisse: 1. Anleihe l6 Millionen J(. 3. Anleihe (Oltebct 1915): 1 -' G “ ;.5’ 4 Anlsibe kAvrll 1916): 10768 Millionen M, 5. .me (Oktvberl916): 10 699 Millionen J(, 6. Anleihe 13122 Millionen M, 7. Anleihe (Oktober 1917)^12 6-3 . »ll. Mark. 8. Anleihe (AprN 1918): 14 766 W. Mark. S. Anleihe bisher 16 337 Millionen Mark. Zusammru. X OQX Millionen Mark. Relchstaasabaeordneter Frhr. v. Gamp r. DTB. DerNu. 14. Rov. Der Reichstagöo^eov- netH Fchr. v. Gamp ift m der Grippe gestorüen- ^ i ML 5iätU tlrä L&U. * Gießen, 16 Nov. Die Vaterlandspartti Ortsgruppe Gießen hielt Hestern Abend im großen Saale des „Hote Großherzog"' eine Mktgsiedersammlung ab, b:c sihr ^ut besucht war. Der Saal kannte die Geschienenen kaum fassen. Geh. Hofcat Professor Dr. Sieders als Vor sitzender'gab wichtigcMitteliungew Alle anderen Redner, und cs walen der«n nicht wenlgf, legten Wert darauf zu betonen, daß der. den bevorstehend?» Wahlen zur Nationalversammlung alle Bürger und alle bürgec lichen Wählerinnen don ihrem Wahlrecht Gebrauch machen müssen. Es ist weiter von allen Rednern wiederholt bervorgehoben worden, daß auch alle partilu- laristischen Wünsche zurücktreten müssen und das Be streben aller Bürgerlichen dahin gerichtet sein muß, daß Deutschland als ein ganzes Slaatsgebüde bestehen bleibt. Wir Deutsche haben seit dem Tage der Einigung von 1871 einen Ausstieg ohne gleichen erlebt, was nicht der Fall gewesen wäre, wenn das Einzelstaat, nwesen nach. 1871 fortbestanden hätte. Ob dieser vom Ausland uns beneidete'wirtschaftliche Ausstieg je wieder eint et n wird, ist sehr fraglich, w ’ Me Zustände, wie sie sitzt sind, nicht gründlich revidiert werden. Für ganz Deutschland. eine Monarchie und mit einem Kaiser an d-.r Spitze, das sei ihm — so sprach der Stadtverordnete Krumm es offen aus — viel lieber als solch ein Chaos, wie es jetzt über U'?s hercingebrochen ist. Augenbücküch \hat sich ein Arbeiter- und Soldatencut gebildet, der süc Nutze und Ordnung, Schutz von Leben und Eigentum Sorge trägt. ^ * Arslserr Fürst Friedrich von Waldeck Pyrmont hat freiwillig auf die Regierung verzichtet. * Kostet» 12 Nov. Wie der Alb iter und Soldaten- Rat rnitt !r, h bü sich neflc n von unlauteren Elementen angrsiist.t, tt» der ' Stadt vorüberg-h nd unliebsame Szenen ereignet. Osstzieren würd n Degen und Achselstücke heruntergerissen und ander, grobe Ungehöcigk-iten ouSgrsührt. Die Anstifter sind auf d r Stelle festgenommen . und wehrlos gemacht worden. Ruhe und Ordnung wu b n binnen ganz furjer Zeit wieder her- gestellt. Der Rat maecht erneut darauf aufmerksam, daß alle Verstöße gegen stine Ano -dnungen aufs schärfste bestraft werden. Wer Plünderungen begeht oder die Ruhe und Sicherheit gefährdet, wird dem Arbeiter- und Coldatenrot vorgffüh-t und, we-m er aus frischer Tat ertappt wurde, auf der Stelle standrechtlich erschossen. *ch* Kevtin. Am 16. November vereinigte sich im Flugverbundhaus eine große Anzahl von Männer und Frauen verschiedener Berufe und errichtete den demokratischen Aotksbund. Zur Versammlung hatten ein- geladen: P of ffor Karl Becker, Graf Berustorff. Ernst von Bursig, P'.ofessoc Alb.it Einstein, Professor Emil Fischer, Konrad Hönisch. Dr Hauptmann, Prosiffor Heinrich Henkner, Pcosiffor Friedrich Meinck', D. Friedrich Naumann. Walther Rathenast, Professor Schleich, von Lisman?, Adam St-werwald, Professor Ernst Tröltsch, Professor Alfred Weber. Der demokratische Volsbund will alle diejenigen samm ln, die den Wandel der Zeit anerkennen, an ein r neuen O dnung auf demokratischer Grundlage Mitarbeiten wollen und die unverzügliche Einberufung eine Nationalversammlung fordern. Stadt-cimter. Mittwoch, den 20. November, nachmittags 3 x / 2 Uhr: Drei alte Schachteln. Freitag, den 22. November, abends 7 1 /* Uhr: Gin Frnstlingsspfer Schauspiel in 3 Akten von E. von Kayserling. Sonntag, den 24. .November (Totensonntag): Keine UorsteUnng Verantwortlich: Albin Klein in Gießen. In diesem Augenblick der Wehen, die Deutschlands Leib und Seele estchüttern, damit,, wie wir erhoffen, ein neues lebensstarkes Reich geboren wer e, dürfen alle, die für des Landes Schicksal eine Verantwortung in sich suhlen, N i nicht einsam, vereinzelt abseits bleiben. Wir halten nicht zu dem Zertrümmerten, sondern zu dem Werdenden. Wir stellen uns rückhulllos dem Volke, seinem Willen und seinen Vertretern zur Verfügung. Wir wollen nach besten Kräften, wo man uns braucht, der werdenden Gestaltung dienen. Wir wollen Mitwirken, daß die Wurzelndes geistigen und wirtschaftlichen Lebens im großen Wandel der Dinge, den wir gut heißen, nicht Schaden leiden, sondern neue Krafl gewinnen. Emil Abderhalden, Fritz Andreas, Professor Vallod, Franz Vehrens, A. Veqerlein, Karl Becker. Peter Behrens, Georg Bernhard, Graf Bernstorff, Moritz Bonn, Professor M. vorchardt, E. von Jorsig, Robert Bosch, Heinrich Braun, Lujo Brentano, Richard Dehmei, Professor Deutzen, Felix Deutsche, Oberbürgermeister Dominicus, Aibert Einstein. Emil Mischer, Wilhelm Flügel, August Gaul, Johann Giesberts, Freiherr Heinrich von Gleichen, Paul Goldmann. Walter Goetz, Dr. Stefan Grotzmann, Dr. Guggenheimer, Wilhelm Gntsche, Fritz Haber, Dr. Hachenburg, Hermann Hahn, hamspohn, Professor harries, Ronrad Hönisch, Ernst Hardt, Karl Hauptmann, Gerhart Hauptmann, Professor hatschest, Professor heilfron, Felix heimann, Direktor Henrich, Professor herstner, Theodor Hause. Dr. höfele, Ernst Iaeckh, Professor James Israel,- Professor Jastrow, D^. Hans Jordan, Edwin Ratz. Maximilian Rempner, Oberstudienrat Rerschensteiner, Professor Kilian, Professor Rlingenberger, Albert Röster, Professor Rraus, Professor Friedrich Lenz, Max Liebermann, Paul Mamroth, Dr. Gustav Mayer, Friedrich Meinecke. Graf Metternich, Richard von Möllendors, Alexander Motzstowssti, Dr. August Müller, Hermann Mathusius, Friedrich Naumann, Ciiven Hermann Gncken, Franz Oppenheimer. Albert Osterried, Bruno Paul, Franz Pauli, Gustav Pauli, Theodor Plieninger, Walter Rathenau, Professor Rathger, Georg Reinste, Dr. Riezlrr. Lehrer Röhl, Franz Röhr, Heinrich Rubens, Rar! Ludwig Schleich, Oberbürgermeister Scholz, Alice Salomon, Dr. Walther Schotte, Professor Seeberg, von Siemens. Professor Zievers, Werner Ssmbark, Adam Stegerwald, Hugo Stinnes, Gtto Stollberg. Dr. Thimme, Ernst Tröltsch, von Tschudi, Ludwig Tuaillon, Dr. valentiner, Professor Werworn. Adolf wach, Alfred Weber. Fritz wicherd, Max wiesner, von winterfeld, Menstin Nathan Zuntz. Auf dem Boden dieses Bekenntnisses ist der D MskeMtrsehe Volkrbunö errichtet worden. Die erste Erklärung des Demokratischen Volksbunds lautet: Wir trete o ein für unverzügliche Viuberufung der , Natronal-Bersammluug für Deuifchlüred ur.d Deutfch- Oesterreich auf Grund d^s allgemeine^, gleichgeheimen nnd direkten Wahlrechtes in der Forr der Bsrhältnis- wahl mir gleichem Recht für beide Ge sch achter. Wir erwarten, daß eine Gesetzgebung, die in die Grundlagen unseres geistigen sozialen und wirtschaftlichen Aufbaues eingreift, nicht beginnt, bivvr die Nationalversammlung gesprochen hat. . . Deutsche Männer und Frauen schließt Euch dem Demokratischen Bolksbnnd an. Beitrittserklärungen sind zu richten an Dr Frcmz Pauli, Flngverbaudhaus Berlin, Blumshof 17.