Bezugspreis 80 pfg. monatlich vierteljährlich 2,40Mk., vorauszahlbar, frei ins Haus. Ab ge holt in unserer Expedition oder in den Zweig- außgabestellen vierteljährlich 1,80 Mk. — Erscheint C l V * 5 i t f 0 R * Dienstag, Donnerstag u. Samstag. — Nedaktionsschluß irüh 8 Uhr. — Für Aufbewahrung oder Rücksendung nicht verlangter Manuskripte wird nicht garantiert. Südarriage 21 Verlag der „Gicßcirer Zeitung", Gietzen. Nr. 164. Telephon Nr. 362. Mittwoch, den 13. November 19181 KnzeigerryreK 2h DH Ötc 44 mm breite Petitzeile, für Auswärts 36 Pfg. Die 60 mm breite Reklame-Zeile 100 Pfennig Extrabeilagen werden nach Gewicht und Grütze berechnet. Rabatt kommt bei Ueberschreitung des Zah-un'! ^- zieles (30 Taues, bei gerichtlicher Beitreibung oder bei Konkurs in Wegfall. Platzvorschriften ohne Verbindlichkeit. Druck der Gießencr Vcrlagsdruckerei, Ztlbrn Klein. eleph on Nr. 2 . 31. Jahrg. Deutschland eine Reichsrep'M-k. 3« alle« ^,!ndcöfta«>e« hahe» voewiege«» SozialSemoki-ate« die R- - sich und die Republik arrsgezmfsn. Schwere Wasfenitillfinn-sbediNgi)'« gen der feindlichen Aeerssleitnn-. eNSMmeer Wos noch voc einer Woche undenkbar schien, ist in wenigen Togen zur Tatsache geworden: Deutschland stcyt in einet vollständigere politischen Umwälzung. In Kiel Hot es begonnen (wir haben darübdc berichttt), dann k m die Bewegung nach Lübeck, nach Wilhelms- Hasen, nach Hamburg, nach Hannover, Köln, Mainz, Stuttgart. Münchin Leipzig. Und w lches war dar Ziel der Revolution: Beseitigung jcdwedcc Herrschaft der Fürsten, des M'Utäts, dts Obr.gkeitsstaat^s, Errichtung von Freistaat n (Republiken und — schneller Frieden mit drm äußeren Feind. Man fragt sich: Wie konnte es schließlich übcrhaupt zur Revolution kommend Die Antwort ist nicht einfach, ste kann überhaupt nicht klar geg.ben weiden. Im Ganzen genommen hatte sich eben beim Volk unendlich vrel Zorn aufgehäuft, Zorn üb.r den Wucher, Zorn über Rahrungsnuttelschitbercien, über die Tatsache, daß die Armen litten. dir Reichen aber nicht oder viel weniger, Zorn über die Geldmacherei, während andere Btut und LebiN verloren, Zo n über die Ungerechtigkeit im Heer:', die teuweise unwürd.ge Behandlung d.c Mannschaften die Länge des Krieges und so mancherlei. Dazu kam nun in den letzten Tagen Hie allgemeine Unzusriedenheit über den langsam-n Gang d. politischen Reformen und die Sorge, daß die Soldaten in einen zwecklosen Kampf gegen die Feinde gefüh t werden. Dann hat Rußland bei uns insoweit Schule gemacht, als man gel rnl Hai, wie es gemacht wird; man schafft Acbeftec- und Soldatenräte, erklärte sie als machthab 'ndc Gewalt und enthebt die bisherige Regierung ihrer Macht. Sv ging csftn Rußland und'so auch nun b i uns. Lassen wir nun die einzelnen Nachrichten folgen, wie sie cintcafen. * Dresden. 11. Nov. Der Acbutec- und Soldaten- rat von Gioß-DrtSden erläßt einen Aufruf an das Soft, worin gesagt wird, der König sei seines Thrones entsetzt und die Dynastie Wettiu habe aufgehört zu existieren. 0 * Stutlgaet. Die Umsturzbewegung in Württemberg hat mrt dem Stege der Revolutionäre geendet. Sämtliche Kasernen wurden besetzt, die Waff n unbrauch Var gemacht. Das Gemralkomniaudo und die städtischen Behörden haben sich bereit klärt, d.n Weisungen des Aroeiter- und Soidatenrates zu folgen. Sodann erfolgte die Prorianlielung der Republik r- iS Branrrschwets. 9 - ^ov. Der Arbeiter- und Soldaten at vonBcaunschweig emsantt eine Deputation zum Herzog und legte ihm eine Abbau kun^s lt-fuube Der Herzog zögerte nrchr, sie zu untecznchken. " GSdeudurg. 11. Nov. Der Großherzog von Oldenburg ist abgesetzt wurden. . * Gera. 10. Nov. H.u .lch XVII. von Reuß j. L. spricht Jiii sich und sein Haus Verzicht aus bcii Ty ou g u?. Wrimrrv. 10. Nov. D-v Gxoßherzog hat auf Wunsch des Arbeiter- und Sol'oatenrates abgedar.ri. ^ Weitete Nachrichten darüber sind in der 2 und 3 ^erte enthalten. Die Umwälzung iu Hesse«. Dalmstadt, 10. Nov Dcr hessische A^b.itcr- und Soldaterrat hat folgenden Aufruf an das hZsische Volk erlassen, in dem ec seine Ziele wie folgt zusammenfaßt: 1. Der sozialdemokratischen Fraktion der seitherigen Zweiten Kammer wird die Bildung des Ministeriums übertragen. 2. Der von dieser gebildeten Negierung wird auf- attragen, b.nnen 3 Tagen eiTi Gesetz zur Wahl einte Landes- vetsammlvpg vorzuftgcn, das den Grurdsüß n der Ver- jähcig^Heffe7etn soll jeder groß- . « ,a ? 50 ßherzog Ernst Ludwig wird abgcsrtzt und das Proßherzogtum als Republik erklärt. Die großherzog- l.chcn Domänen verfallen dem Land. 4. Alle Sonderrechte der Geburt und des Stand s werden beseitigt. 5. Sämtliche im Großhe.zogtum bestehenden Fideikommiss- sind auszulösen. 6. Vollständige Glaubens- und Gewissensfreiheit wicd gewährleistet 7. Trennung von Kirche und Staat. 9 Die alte Regierung Darmftadt, 11. Nov. Das StaatZministerium sowie das Ministerium des Jnrurn der neuen Regierung hat als einziger Minister der bisherige Abgeordnete Ulrich (Offenbach) übernommen. Ihm unterstellt sind als Ministerialdirektoren der bisherige Ageoidnete Neumann (Offenbach) für die Ernährung und Abgeoid- netec Naab für Sizialwirtschaft und das Land sar b.itsamt Wegen der übrigen Abteilungen schweben noch Verhandlungen. Nachdem unsere Aemter von den Beauftragten des Arbeiter- und Soidolenrates in Besitz enomm n sind, ist cs uns unmöglich, unsere Dienstgeschäfte w iterzu- führen. Beim Verlassen des Amtes sp .echen wir allen uns unterstellten Behörden und Beamten unseren auf« richtigsten und wärmsten Dank für die treue Pflicht- crfüllung^aus, die sie stets bcwieffn haben und mit der,!sie insbesondere während der Kriegszeit den ver- stärkten Anforderungen des Dienstes nachgekommen sind. Wir halten uns aber zugleich für verpflichtet, im Jnttesse unseres geliebten Vaterlandes und dcr Aufrecht. iHaltung der Ocd-iung in Stadt und Land alle Behörden und Beamten darauf hinzuweisen, daß sie so, wie sie seither mit unseren Personen der Sache des Vaterlandes gedient haben, auch in Zukunft ihre ganze Kraft dem Staate-zur Verfügung stellen. Darmstadt, den 11. November 1918. v. Ewalds Staatsministec und Minister der Justiz, v. Hombergk, Minister des Innern, Dc. Wcker, Minister der Finanzen. 9 Die weite Regierung Nachdem der Arbeiter- und Soldatenrat, als die von der Negierung proklamieren Träger der öffentlichen Gewalten, gestern der bisherigen sozialdemo krattschen Landragsfraktion die Bildur g des Mnristcri-- ums übertragen har, hat sie h^ute diesen Auftrag übernommen. Die Fraktion geht dabei von dem Gedanken aus, daß die neue (provisorisch.) Negierung auch das Vertrauen der nichlsozialdemoklaNschcn Bevölkerungs- kceise brsitzrn sollte. Darum ist sie bereit, bei der Bildung der neuen Ncgierungsgcwslt auch Vertreter anderer Parteien, falls diese zur aufrichtigen Mitarbeit, gewillt sind, in die Regierung mit aufzunehmen. Die Regierung soll rin Koll.gialministerium sein und aus einem verantwortlichen Minister, sowie Dlcektocen der einzelnen Minlsteri^aöteilungcn bestehen. Das Prä- stblum des Mrnlsterwws und die oberste Leitung der Mintsterialabteilungkn des Innern wurden dem Unterzeichneten übertragen. Lklur die Besetzung der anderen Ministerialabteilungen find Verhandlungen im Gange. Die Wahlen zur konstituie.enden -oikskammec werden sobald als möglich in die Wege geleitet weiden. Volks- genossen, das Programm der neuen Regierung heißt kurz: Volkswohlführt! Demokratie! Die Freiheit, die nun dem Volke gewährleistet ist, legt dem Einzelnen auch die Pflicht Zu Ordnung und Selbstzucht auf. Ja erstcx Linie inuß die Ecnährung des Volkes sichergestellt werden, denn nur so wird es möglich sein, den demokratischen Ausbau unseres Ver- füffungslebens zu vollend n. Die Erzeugung der Nahrungsmittel und d..'ren Ü berführung in die Städte muß mit oller Kraft gefordert werden. Geschieht das nicht, so haben wir das Schlimmste zu erwarten Hun geisnot, Plünderung, Raub und Mord würden das grauenvolle Elend dieser KriegSzciten verschärfen und verlängern. Dadurch würden aber die Aennsten und grade die Arbeiter am schwersten getroffen werden. Es muß daher alles geschehen, um die gerechte Verteilung der Lebensmittel zu sichern, wobei insbesondere völlige Unvecserthheit der Verkehrsmittel unerläßlich ist. Darum Volksgenossen, Arbeiter und Soldaten: Denkt alle daran. _ Die Mithilfe im Sinne dieser Auffassung gilt d'-m Hessenlande wie auch unserem deutschen Dateistände. Der sterbende Krieg darf nicht im Bürgerkftege. eine Auferstehung finden. An alle Beamten und Behörden des Landes ergeht der Aufruf, auf ihrem. Posten zu' bleiben und nach wie vor ihre Pflicht Z!l erfüllet. Die neue Regierung ist sich bewußt, daß nicht alle Kreise des Volkes politisch und wirtschaftlich auf ihrem Standpunkt stehen. Sie hofft und erwartet aber, daß auch diese Kreise in theer Liede zu unserem Volke mit ihr gemeinsam zu wirken bereit sind. Je allgemeiner die Mithilfe ist, um so leicht'r w!:d diese schwere Ib'ber- gangszeit getragen und überwunden werden können. Die neue Negierung unterstützen, heißt das Land vor der Anarchie bewahren. ' Jeder stehe auf feinem Posten furchtlos und unverd offen zum Bc'Wn der G-lamtheir, dann wird und muß es- gelingen, unsec Volk aus diesen schweren Stunden einer besseren Zukunft enr- gegenzufühcen. Darmstadt, den 11 November 1918. 7ec Ministerpräsident Ulri ch. » Darmstadt, 11. Nov. Heute vormittag waren sämt- liche ^Offiziere, eingZchließllch der Kommandeure, welch? sich der Bewegung angeschlossen haben, zu riner Besprechung. der sogenannten Parche im großrn Ausschußzim- mer versammelt, und hi^r gab der zum Kommandanten der Stadt ernannte Offizterstellvcrtreter Elsässer ei-rge- hende Anordnungen über d n Wach und Sicherheitsdienst usw. bekannt. Die bish-rigen Offiziere der Kommandantur versehen ihren Dienst weiter. Bisher: haben sich riur wenige Offiziere gewctg ft, auch ftrneihin ihren Dienst zu versehen. In dcr Sitzung u u.de v. o. noch btkanntgcgeben, daß der Polizeidirekloc Rein har mit seinem Bcamtcnopparat bereit e- klä-'t hat, dm Polizeidienst weiter im Sinne der neuen Regierung zu übernehmen, und werden nunmchc die PolizeibcaMten den öffentlichen Sicherheitsdienst wieder ausüben. In den sogenannten Regierungssälen der Kammer tagten H ute weiter die Mitglieder d-s am Freitag vou der altm Stäudekämmer gewählten Staatsrates, um'bei der Bildung der neuen Regierung mitzuwirken, während in einem anderen Beratungszimmer sich die Mitglieder der sozialdemokratischen Fraktion eingefunden hatteki, um den Auftrag des Arbeiter- und So!date«rates, das neue Ministeriums zu bilden auszusührcn. Zunächst winde man dahin einig, nur einen Minister zu wählen, während die Leitung der anderen RZsocts, wie dies unt'L früheren Ministerien schon war, durch Mirüsierral- direktoren geleitet wird, die der Minister ernennt und die ihm unterstellt sind. Zum Staa?Sminist«ch und Minister d-s Innern wurde der bisherige Abg. Ulrich ernannt, vsn der Sozialdemokratischen Parte! trete« weiter die seitherigen Abgg Reumann für die Ernährung und Abg. Naab für soziale Wirtschaft und Lau desarbeitsamt als Ministerioldilektoren in die neue Regierung ein. Die übrigen Ressorts sollten den bürger lichen Parteien Vorbehalten bleiben; der Abg. Henrich übernimmt das Finanzministerium und der Aba. Ucsta dt die Schulabteilung, wenn der Abg. b. Brentano das ihm angebotene Justtzportefeuille übernimmt. Dieser ist grundsätzlich dazu bereit. "" Gießen. 13 Nov Heute fand auf dem Brand, platz eine große Kundgebung siatt. . h Redner starten die Umänderung der ReichSgcwa' zu einer Vollere!' 7: rung. Es muß in Anerkennung bemerkt w.dev, daß Ruhe und Ordnung in der Stadt ist. leibt das so, dann wird für Arbeit u. Nahrungsmrtt i i. 7 / n. In Offenbach i.M, Wo u y und vielen anderen Orten von Hefsu ' ff: eher.falls durch gebildete Arbeiter-und Soldat: Umformierung elngetreten. Die Thronenffagims des Kaisers. (Amtlich.) Berlin ,9. Nov. (WTB.) Ter Kaiser und König hat sich entschlossen, dem Throne zu entsagen. Ter Reichskanzler bleibt noch so lange im Amte, -bis die mit der Abdankung de» Kaisers, dein Thronverzichte des Kronprinzen des Deutschen Reichs und von Preußen und der Einsetzung der Regentschaft verbundenen Fragen geregelt sind. Er beabsichtigt, dem Reg?nten die Ernennung des Abgeordneten Ebert zum Reichskanzler und die 'Vorlage eines Gesetzentwurfs wegen der sofortigen Ausschreibung allgemeiner Wahren für eine verfassunggebende deutsche Nationalversammlung vorzuschlagen, der es obliegen würde, die künftige Staatsform des Deutschen Volkes, einschließlich der Volksteile, die ihren Eintritt in die Reichsgrenzen wünschen sollten, endgültig festzustellen. Berlin, den 9. November 1918. Der Reichskanzler Max, Prinz von Baden. Zur Abdankung de- Kaisers. 30jähriger Negierung hat der Kaiser sich zur Abdankung entschlossen In den jetzigen stürmischen Zetten ist es nicht möglich, ein Urteil über diese dreißig Jahre zu fällen, das in jedem Punkte der Sachlichkeit spaterer Tage gerecht werden könnte. In jungen Jahren auf einen der mächtigsten Throne der Welt berufen, hat Wilhelm II. in hohem Idealismus seine Stellung angetreten, über deren Führung er in seinem strenggläubigen HerzenILott allein verantwortlich sein wollte Wenn er so einerseits die Formen des gnadentums auch nach außen hin streng gewahrt wissen wollte, war er andererseits ein sehr moderner Mensch, der an allen Errungenschaften der Technik und Wissenschaft lebhaften Anteil nahm. Dazu befähigte ihn eine seltene Austiahmesähigkeit, sein angebmeuer Intellekt und eine große Arbettsfreudigkeit. Den Problemen der Arbeiterbewegung stand er anfangs ablehnend gegenüber, bis nt reiferem Alter seine Anschauungen auch gegenüber den Sozialdemokraten änderte und schließlich mit rhnen den rein menjchlichen Pakt vom 4. Auaust 1914 schloß. Wilhelm II. hat zu wiederholten Malen in feierlicher Form versprochen, alles daran zu setzen, um dem deutschen Volke den Frieden zu erhalten. Die mächtige Rüstung Deutschlands sollte lediglich defensiven Zwecken dienen. Auch seine politischen Gegner haben ihm be- zeugt, daß die Schuld am Völkerkrieg nicht ihn treffe, Er in den verhängnisvollen Julitagen seinen großen Einfluß restlos einsetzte, um den Krieg zu vermeiden. Der unglückliche Ausgang dieses Krieges konnte auch auf seine Monarchenstellung nicht ohne Einfluß bleiben Seit geraumer Zeit schon erhoben sich Stim- die in der Festlegung auf seine Person ein FriedenvHindernis erblicken wollten. Wenn Wilhelm II dlesem Drangen erst jetzt nachgegeben hat, so geschah es ficher nicht, weil er aus persönlichen Gründen Kaiser blerben wollte, sondern um dem deutschen Volk innere Wirren zu ersparen. m Abdankungsdekret unterzeichnet. allein iveiß, wie schwer es ihm geworden sein mag. Tie Mehrheit des Volkes erwartet von der Neuordnung /l r ^rrge eine Wiedergeburt des Reichs nach dem schweren Volkerkriege. Mögen in den hoffentlich glück- MEren Tagen der Zukunft die Deutschen ihres wahrscheinlich letzten Kaisers mit der Ehrfurcht gedenken, die ein ehrliches Wollen jedem verbürgt: Tapfer ist der Weltbezwinger, Tapfrer wer sich selbst bezwang. Offiziers, dafür zu sorgen, datz Blukvergketzett vermieden wird. Unsere ganze Kraft gehört jetzt dem deutschen Volke. Gühre, M. d. R., Leutnant der Landwehr II, Landsturmregiment 19: Collin-Roß, Leutnant d. R.. Ausländsabteilung der OHL.; Südekum, Leutnant der Landwehr I, Eisenbahnregiment I; Tiburttus; Leutnant d. R., 3. Garderegiment zu Fuß. Tic ProklamieruMg des Generalstreiks. Der „Vorwärts" verbreitet folgendes Extrablatt: Generalstreik! Ter Arbeiter- und Soldatenrat von Berlin hat den Generalstreik beschlossen. Alle Betriebe stehen sttll. Die notwendige Versorgung der Bevölkerung wird aufrecht erhalten. Ein großer Teil der Garnison hat sich m ge,iylossenen Truppenkörpern mit Maschinen- gewehren und Geschützen dem Arbeiter- und Soldaten- rci *. 5 r l i r V'^'fugung gestellt. Die Bewegung wird gemeinschaftlich geleitet von der Sozialdemokratischen Partei Deutschlands und der Unabhängigen sozialdemokratischen Partei Deutschland.. Arbeiter, Soldaten, sorgt für Aufrechterhaltting der Ruhe und Ordnung. Es lebe die soziale Republik! Der Arbeiter- und Soldatenrat. Ebert Reichskanzler. Der neue Reichskanzler Friedrich Ebert ist feit der Wahl 1912 der Vertreter des ReichStagswahUrü e? Elberfeld-Barmen. Auf ihn entfielen damals bei der Hauptwahl von 68000 Stimmen 33 600; auf die Reichspartei 17 00(1 Nattonalliberalen 11 000 Zentrum 6000. Bei der St'ch- Wahl siegte er mit 36 00(1 über 33 000 Stimmen für die Reichspartei. Ebert ist am 4. Februar 1871 in Heidelberg als Sohn eines Schneiders geboren. Er besuchte dort die Volksschule und lernte dann Sattler. 1892 wurde «r Redakteur der „Bremer Bürgerzeitung". Während seiner Tätigkeit in Bremen lenkte er bei Gelegenheit des sozialdemokratischen Parteitages die Aufmerksamkeit auf sich durch seine Sicherheit und sein kühles Blut in der Führung der Verhandlungen als zweiter Parteipräsident. Er wurde damals — Ende 1905 — als Mitglied des Parteivorstandes nach Berlin entsandt. Er war auch Vorsitzender der Zentralstelle für die arbeitende Jugend Deutschlands. Seine Veranlagung, die kalte Ruhe und der sichere Ueberblick, haben ihn in der Partei andauernd weiter emporsteigen lassen. Er ist in erster Linie der verlässige Verwaltungsmann, den das kalte Blut niemals verläßt, der außerdem in seinen süddeutschen Verkehrsformen mit ledermann gut auSkommt. begannen feit den frühen Morgenstunden Tetlstrerkv, dre Immer allmählich größere Au.dehnuna gewannen Um 9 Uhr legten die .Arbeiter in den großen Elektrrzitäts- und Rüstungsbetrieben nieder und beaannen in geschlossenem Zuge nach dem Zentrum c?i abt >* u "^Eieren. Sie führten rote Fahnen Ir ."Ä^roße Plakate mit der Inschrift: „Brüder, schießt nicht! , „Frieden, Freiheit, Brot!". Das Schloß war in weitem Umfange durch Polizei und Militär ab- - r Mi" - * - ‘ . Berlin linier her tolen Zahne. In der sozialdemokratischen Fraktionssitzung am «onnadend, an der auch die Delegierten der Vertreter der großen Betriebe teilnahmen, herrschte Ueber- ernstimmung darüber, daß man nicht länger warten Anne. Die Arbeiterschaft dränge auf eine Lösung, die gründlich, restlos, ruhig und ohne Blutvergießen erfolgen müsse. Von verschiedenen Seiten wurde der Wunsch nach Verständigung mit den Unabhängigen betont; es soll ein gemeinsamer Ausschuß gebildet werden. Die Vertreter der Betriebe teilten mit, daß £ einzelnen Werken die Arbeit schon niedergelegt sei Einmütig wurde darauf der Austritt der Sozialdemokraten aus der Regierung beschlossen. Ebert, und Eugen Ernst wurden dazu bestimmt, mit zwölf Vertrauensleuten der Fabriken einen engeren Ausschuß zu bilden, der sich gegebenenfalls mit einem von anderer Seite gn bildenden Arbeiter- und Soldatenrat verständigen sollte. Unmittelbar danach trat der große Ausschuß der Partei in den Betrieben zusammen und beschloß den allgemeinen Ausstand. ^ Die sozialdemokratische Partei hat mit den Fa- ^^^^^ENsleuten einen engeren Ausschuß einae- fetzt, der mit der Regierung über die Uebernahme der Geschäfte verhandeln soll. Es gehören ihm air Abert, Scheidemann, Braun, Wusch ick und Hölder. Mit u£ U ^ Qb ^ngtöcn war eme Verständigung nicht möglich, da sie kemen bestimmten Standpunkt einzuneb- Ulen vermochten. Nachdem sich Iägerbataillone schon am Morgen der Bewegung zur Verfüguna acftcllt hotten, sprach Mittags Neichstagsabgeordneter Wels in der Kaserne der Gardejäger und des Alexander- N'Simenter beschlossen den UeLrg7ng ^ur Republik, und dre versammelte Mannschaft stimmte staat^" bin auf den freien deutschen Volks- ES ist folgender Aufruf ergangen: Au die Offiziere der Garnison Berlin und seiner Bororie. . Nachdem der Kaiftr abgedankt hat, wird zurzeit »ine neue Regierung gebildet. 0 2"les kommt daraus an, daß Ruhe und Ord- nung aufrechterhalten wird. ES ist vaterländische Pflicht .ines j»**n deutschen gesperrt Gegen Mittag bewegte sich Unter den Linden eine unübersehbare Menschenmenge, aus der heraus einzelne Redner, auch Soldaten, zum Volke sprachen Cie ft irrten die soziale Republik, aus die Hochrufe ausgi bracht wurden. Gegen Vs2 Uhr wurde durch Extrablätter du- Abdankung des Kaisers bekannt und bald daraus der Beschluß der neuen Regierung auf Pro- klamttrung des Generalstreiks. Die Straßenbahnen standen still, die Läden schlossen sich und viele Gebäude hißte dre rore Fahne. Die Ruhe wurde fast nirgends ß«wrt Dazu trug auch di- Mitteilung bei, dag de,,, der Gebrauch der Waffe verboten worden war. Die Haltung des Militärs Uißt sich dahin feststellen, daß es überwiegend mit der Bewegung sympathisierte. Das 4. Jäger-Regiment, das vor einigen Tagen aus Naumburg zur Unterdrückuiig von etwaigen Unruhen nach Berlin übergeführt worden war und die öffentlichen Gebäude sowie wichtige Ber- kehrszentren mrt Maschinengewehren besetzt hatte, ist am Sonnabend morgen zum Volke übergegangen. Deputationen dieses Truppenteiles erklärten der soziak- demokratischen Parteileitung, daß sie auf das Volk nicht schießen würden, dagegen mit allen Kräften für Auf- rechterhattung der Ordnung eintreten würden. Ebenso hat die Mannschaft des Kaiser-Alerander-Garde-Gre- nadier-Regiments sich im gleichen Sinne geäußert. . Jr 9 ro tf en Zusammenstößen kam es Mittaas in der Maikaferkaserne in der Chausseestraße. Zivilbevölkerung stürmte die Kaserne, in deren Hof eine Kom- vagnie Soldaten mit einem Offizier an der Spitze aufgestelll war. Der Offizier kommandierte „Feuer" vre Kompagnie weigerte sich, worauf der Offizier selbst von seinem Dienstrevolver Gebrauch machte. Darauf fie erx aus der Menge Schüsse, durch die der Offizier schwer verletzt wurde. Die ganze Kaserne wurde von Den Soldaten geräumt, die sich mit der Menge verbrüderten wurden* Unö b '' ^selstück« gewaltsam Herabgertsseck Die WilhelmShavener Matrosen schicken eine Ab- ^dnung ,m Luftschiff nach Berlin. Der Flugplatz Johannisthal ist von den Arbeitern besetzt damit ^uftsch'ff. ohne Schwierigkeiten landen kann. 300» Kieler Matro,en ,ind im Anmarsch. Da die Schienen teilweise aufgerissen sind, werden sie zu Fuß erst MM Ab-nd in Berlin einkreffen. Lin soztaldemokra- N« « Ser Aufstand im Reich. Die Ausstandsbeweguugeu im Reiche haben in d»n letzten 24 Stunden große Fortschritte gemacht. In Bayern ist unter Zustimmung des Zentrums und der Frcrnnnigeu Lollöpartei die Republik unter Uib eauus der Dynastie der Wittelsbacher ausgerufen worden Tie rote Fahne der Revolution weht von den Frausu- turmen Münchens als revolutionäres Wahrzeichen auf die im herbstlichen Sonnenschein liegende Stadt. Die Stra- J}? 1 * bunt unö bewegt von Menschen. Der preußische General von Delmensingen, der Kommandeur der zum bayrischen Grenzschutz entsandten Preußischen Armee und lern Stab Hatten vom Hotel „Bayerischer Hof" aus in unverantwortlicher Weise auf die Massen hinausgeschosssn. :^ aö mußten sie schwer büßen. Sie wurden, manche von chnen verwundet gefangen genommen. Die preußischen gruppen, die m Bayern eiugelrosfen waren, lieferten vo.l rhren Platzen aus die Waffen ab. Der bayerische Bau.rn- bund will die Ernährung sicherslellen. In Hessen hat die Kammer Beschlüsse über die Parlamentarisierung in Hessen einstimmig angenommen I.' Hamburg wurde schon in den frühen Morgenstunden eine Anzahl Laden in der inneren Stadr geplündert An den Plünderungen beteiligten sich auch haldwüchjige Bur- ° 9av Suaden von 14 bis 15 Jahren schnallten sich Waffen um und zogen damit durch die Stadt. Ern großer ^rnpp unter Vorantritt von Marinesoldaten zog vor die Kaserne Dorr wurde sehr heftig geschossen. Dabei gab ff e . m€ Anzahl Tote. An der Spitze der Demonstranten standen von Kiel nach Hamburg gekommene Matrosen die die Kaserne zur Uebergabe ausforoerten. Als Antwort erfolgte Maschinengewehrfeuer. Tie Matrose.r schossen in die Kasernen hinein. Durch das Maschinengewehrfeuer wurden 15 Marinesvldaten getötet, auch eine Anzahl Verletzte mußten vom Platze getragen werden. Inzwischen traf von der Kommandantur der telephonische Befehl ein, die Kaserne dedtngungöloS zu übergeben. Es wurde eine weiße Fahne aus dew Fenster gesteckt und die Tore geöffnet, sodaß die Demonstranten eintreten konnten. Es wurde dann der Oberst des Regiments, der den Befehl zum Widerstand ge- geben hatte, von den Aufrührern erschossen. Der Straßenbahnverkehr in der Stadt geht Überaus stockend vor sich, dagegen funktioniert der Hochbahnbetriev ohne Störung. Ter Eisenbahnverkehr hat große Störungen aufzuwei en der Vorortverkehr ist seit mittag überhaupt unterbunden. <.ie Verhandlungen nüt dem Generalkommando führten zu dem Ergebnis, daß die Bedingungen, die in Kiel angenommen wurden, auch für Hamburg und Altona und Unrg-e- gend gültig sind. Die Betriebe sind ausständig. In F r a n k f u r t a. Main haben in der Nacht zum 9. November die Vertreter der Unabhängigen Sozialisten Frankfurts mit den Vertrauensleuten der Betriebe und den Loldaten einen Arbeiter- und Soldatenrat gebilde, d^r int Frankfurter Hof seinen Sitz aufgeschlagen hat. Er verkündete heute in einem Aufruf, datz er alle vollziehende Le wall übernehme, bis sich die Zentralgewall der sozial^! deutschen Republik gebildet haben wird. Seit Freitag abend hat die Soldatenbemegung auch ans das rheinische Industriegebiet übergegrisssn. Doch ist es nirgends zu Ruhestörungen gekommen. Äm späten Abend wurde gestern in Essen die Einsetzung eines Sol datenrates ausgerufen. In dem großen Lokalen und in den Theatern wurden die anwesenden Milctürperfonen zur Abgabe der Waffen aufgefordert: ebenso auf den Straßen und in den Straßenbahnwagen. Doch ging alles in größter Ruhe vor sich. In Mecklenburg hat der Großherzog Vertre.er le^ Arbeiter-und Soldatenrates empfangen und eine neue Landesverfassung auf den Grundsätzen, des parlamentarischen Systems versprochen. In Braun schweig ist, ohne daß es zu blutigen Ausschreitungen gekommen wäre, die Republik auS^e.ufen worden. Nachnnttags ein halb vier Uhr trat der neugewä!! e Soldaten und Arbeiterrat zusammen. Abends 7 Uhr be 6vb sich eine Deputation ins herzogliche Residenzschloß und legte dort dem Herzog Ernst August ein Schriftstlick vor, des Inhalts, daß er für sich und seine Nachkommen aus den Thron in Braunschweig verzichte. Der Herzog hat dieses Schriftstück nach kurzer Bedenkzeit unterzsich net und außerdem durch seine Minister geqenzeichnen lass«: ™ ^LELMrilNg Berlins ist vorläufig nicht ae- stört. Dre Backerläoen sind allerdings meist ausver- rauft, da das Pitblikum aus Angst vor einer Stockung der Zufuhren alle Brotmarken umsetzte. Beeinträch- ttgt ist die MrlchVersorgung. Der Obevbürgermeister von Berlin erklärte: > » Misch- und Kartoffelversorgung, wie von hoffentlich unmaßgeblicher Seite geschieht, als polltrsches Pressionsmittel des flachen Landes be- trachtet wird das mit der neuen Ordnung der poli- ^fchEU Veryaltnlsse unzufrieden ist, so würde meines Erachtens dre Landwirtschaft selbst unter den poli- nschen Folgen eines solchen unsolidarischen Vorgehens ihre berechtigten Forderungen zur Partersache würden." Hü 1 // 23 ühr setzte der Ferndrucker des Wölfischen Telegraphen-Bureaus aus. Eine Stunde später meldete er, daß das Bureau vom Arbeiter- und Sol- k e j e ^ fei, bafi aber die Versorgung der deut- w? bsse mtt Nachrichten nicht beeinträchtigt sei; ^ unter der Vorzensur des Soldaten- , ö aL Abendstunden ist e- insofern zu eitl- zelnen Ausschreitungen gekonnnen, al» OffizterUn die Zolsch,iVismuS in alter Zen. Ter römisch«: Skiaveukrirg — die nritie.Deutsch»« Bauernkriege. cf Tie grauenhaften Umwälzungen und Ausschreitungen, die wir in Rußland beobachten und deren Ueber- greifen nach Deutschland wenigstens in ihrer äußeren Form zu drohen scheint, sind in der Weltgeschichte nichts ^ues Man braucht gar nicht lange zu suchen, um ähnliche Erschernungen zu finden. arr* > * m tvi al[tcn Rom gab es etwas derartige--. Als dort der Reichtum und Uebermut durch Jahrhun- anhaltender sehr erfolgreicher Raubkriege ins Maßlose gestiegen war und Elemente ohne jede Spur Brldung massenhaft Sklaven hatten und diese nicht als wertzu.chätzendes und zu pflegendes Eigentum, son- dern als Objekt der Launen und Mißhandlung ansahen, I [ tan k bem aus aller Welt in Rom züsammenge- \ schleppten Sklavenvolke ein Prophet in Gestalt des aus Trazien stammenden Lklavinr Spartacu's. Der Charakter dieses Mannes schwankt in der Geschichte. Dre revolutionäre Gruppe in der deutschen Sozialdemokratie hat sich nach ihm benannt, hält ihn also su.r ein ideales Vorbild. Dieser Spartacus entfloh 43 vor Christus, nachdem er in jungen Jahren in seiner Hermat Trazien gefangen genommen, nach Rom geneppt, m der Gladiatorenschule in Capua zum „TodeS- Cchauspiel-Kämpfer" ausgebildet war, in die unwea» samen und gefährlichen Schlupfnester des Vesuv und erließ einen Appell auf Erkämpfung ihr»r an die gesamien rSmischen EßlOven. Mau sandte ihm schleuingst sine tz^Zsadteilung uu ■■ | »t bwu Prütor P. VariniuS entgegen. Dieser wurde geschlagen. Darauf strömten dem Spartacus ungeheure ^ H-casseil Stlaven zu Sür bre Beurteilung der ganzen Bewegung war e» charakteristisch, daß der Prütor, also General. LariniuS in diesen Verhandlungen selbst zu der Gklavendewegung üvertrat, also offenbar von «partacu- einen guten Eindruck gewonnen hatte. SPartacuS hatte bald 70 000 Mann zusammen. Er suchte sich mtt diesen von Süditalien nach dem Norden, nach den Alpen, durch- zuschlagen, um die tzeeresangehörigen in ihre Heimat, nach Nordwesten, Gallien (Frankreich) und nach Osten, Tra° zien, hinüberzuführen. Auf dem Wege dorthin schlug er verschiedene große Heere Roms und seinem Abzüge hatte nichts mehr im Wege gestanden, seine Massen durchzogen raubend und plündernd, alle- Ungemach der Sklaverei rächend, nach Norditalien. Nach seiner Ankunft an den unwegsamen Alpen entstand unter der Gefolgschaft jedoch Meuterei. Die Leute wollten nicht aus dem sonnigen, fruchtbaren Italien, in ihre rauhe Heimat zurück und erzwangen die Umkehr. Wohl von Eitelkeit getrieben, hat SpartacuS diese mitgemacht. Den raubenden und plündernden zurückziehenden Massen warfen dann die Römer größere Heereshausen entgegen. Es kam dann zur Trennung seines Heereshaufens infolge Eifersüchteleien. Darauf griffen die Römer zuerst den abgesplitterren Teil an und vernichteten ihn und schließlich erreichten auch das Heer, damals noch 60 000 Mann stark, dasselbe Schicksal. Die Römer ließen alle bis aus den letztere abschlachten oder an» Kreuz schlagen. Im deutschen Mittelalter haben wir im südlichen Deutschland in den Kleinbauerndistrikten um die Zeit der Reformation herum eine ähnliche Erscheinung; »ie Bauernkriege. Tie Rechtsverhältnisse und die Ordnung in Teut.chmnd waren damals rn sehr primitivem Zustande. Tie Kaiser belehnten einzelne, besonders verwegene und anhängriche Heerführer, auch sonstige Anhänger, mit der Herrschaft über größere Bezirke. Darin hatten diese dann das Recht, frei zu schalten und zu walten. Die meisten nahmen es mit dem Ordnung- Halten nicht sehr genau, ihnen lag mehr an der persönlichen Bereicherung. Diese Landeslehnsherren setzten wiederum für kleine Bezirke ihres Landes eine Obri^ keit in Gestalt von Grasen usw. ein, die ähnlich wie ihre Bezirksherren für ihre Grafschaft unbeschränkte Herren waren. Grafen und Herzöge usw. nutzten die gegebene Macht nach besten Kräften zur Bereicherung aus. Der arme kleine Landmann, der „Bauer", war ihnen vollständig schutzlos preisgegeben, sowohl im Eigentum, als in seiner Person. Wenn die Herren untereinander Krieg führten, dann wurden die Aecker und wohl auch Sie Dörfer der Bauern rücksichtslos verwüstet, wobei natürlich von einer Entschädigung keine Rede war. Nachdem die gleichartigen Bewegungen schon fast zwei Jahrhunderte in kleinen Unruhen sich geäußert hatten, entstand 1593 in Remstal eine Verbindung ,,armer Konrad", die unter dem Zeichen des Bundschuh (ein loser lappiger Schnürschuh) sich gegen den Herzog Ulrich von Württemberg auflehnre. Aehn- liche Aufstände entstanden dann in Oesterreich, im Schwarzwald, in Tirol, im Elsaß und Thüringen. Die heftigsten Kanrpfe entwielten sich überall, zumal die Bauern bei ihren Kriegszügen erst einen Einblick in die Lebenverhältnisse ihrer Bedrücker taten und nun ihrerseits an ihrem Wohl leben Anteil zu nehmen suchten. ES kam zu gefährlichen Räubereien und Plündercien, Zucht und Sitten waren gänzlich gelockert, und selbst die Führer konnren die Heer» hausen nicht in ihrer Gewalt behalten, zumal unter ihnen selber ganz gefährliche Jntriguen um die leitenden Stellen üblich waren. So gelang es den Fürsten immer wieder, die Aufstände mit Gewalt zu unterdrücken, wobei die Ausschreitungen der Bauern an diesen gründlich vergolden wurden. Lrst später, unter Götz von Berlichingen. gelang t§, etn klares Nechrsreform-Programm in die Bewegung hinein zu bringen, das wenigstens eine kleRne Besserung vn der Lage der Bauern herbeisüHrte. Zahlreiche Tote bei Stragcrrtümpse«. Der „Vorwärts" berichtet: „Am Abend gerät plötzlich alle- in Bewegung: Ernste Nachrichten treffen vom Ai a r st a l l g e b a u o t ein, wo es zum blutigen Kampfe gekommen ist. Zm Nu sind einige Autos alarmiert und sausen mtt den Brüdern in Feldgrau davon, die bereit sind, ihr Leben noch einmal — dieslnal selbst gesteckten FreihettSzielen — zu opfern. ES mochte eben sechs Uhr geschlagen haben, als plötzlich aus den: oberen Stockwerk des Marstallgebäu- des auf die friedlich vorüberziehende Menge Schüsse abgegeben wurden. Ofsiztere und Mannschaften der Jugendwehr — so hieß es — lagen vier im feigen Hinterhalt. Sofort rückten Soldaten und bewaffnete Zivilisten mit Maschinengewehren vor dar -jüauDe, und nach tnrzcni. aber schwerem Kampf halte man sich den Eingang erzwungen, bei dem eö leider mehrere Tote ans unserer Seite gab. Von brr Besetzung war nichts mehr zu finden, sie hatte sich wahrscheinlich durch einen geheimen AuSgang geflüchtet. Auch aus der Kapelle des Schlosses, auf Dem die rore Fahne seit mehreren Stunden flatterte, ,oii geschossen worden sein, doch lieg sich in der Dunkelheit Nähere» nicht seltenen. Noch ernster als am Schlotzplatz gestattete sich der Kampf vor D r Universität und der wertend Königlichen B i l) 11 u t 9 c C. Auch aus diesen beiden Gebäuden wurde aus harmlose Passanten plötzlich Schnellfeuer eröffnet. Unsere Truppen rückten mit Maschinen- gewehren und einem kleinen Geschütz vor, und es entspann sich ein erbittertes Gefecht, das noch in den spaten Abendstunden forldauerte. Auch hier haben wir zahlreiche Tote zu beklagen " Zwei scl»)!irhc Sichtungen. Während die Ebert-Ücheidemann-Gruppe mit dem „Vorwärts" als Parteiblatr ihr Hauptlager im Reichstag ausgeschlagen hat, ist die Haase-Liebknecht-Lede- dour-Gruppe im Zirkus Busch versammelt und sucht die Massen durch zwei neue Blätter zu beeinflussen. Der bisherige Lokalanzeiger erscheint als „Tie rote Fahne", das bisheriae Regierungsblatt „Die Norbd. Allg. Ztg." als die „Internationale". Es sind Verhandlungen zwischen den Gruppen geführt worden, um sie zur Bildung der Regierung zusammenzubrtngen, indessen ist bas Ziel bi» jetzt nicht erreicht worden. Im Gegenteil' Ausrufe der Unabhängigen fordern zur Wahl von Delegierten in den Fabriken und Kasernen auf, durch die im Zirkus Busch eine neue Regierung gebildet werden soll. Die „Rote Fahne" antwortet in ihrer Sonntagnummer auf die Aufforderung des Reichskanzlers' Ebert: „Verlaßt die Straßen! Sorgt für Ruhe und Ordnung": „Wir fordern im Gegenteil dazu auf, nicht die Straßen zu verlassen, sondern bewaffnet zu bleiben und jeden Augenblick auf der Hut zu sein. Die Aufforderung des vom gestürzten Kaiser neugebackenen Reichskanzlers verfolgt nur den Zweck, die Massen heimzusenden, um die alte „Ordnung" wieder herzustellen." Daß bei solcher Stimmung die beiden Gruppen sich über die Regierungsfrage nickt einigen können, ist begreiflich. Der Sozialdemokratische Parteivorstand lehnte die Bedingungen ad, unter denen die Unabhängigen in die Regierung eintreten wollen. Er verweigerte insbesondere den Ausschluß aUer bürgerlicher Politiker von der Regierung, weil dadurch die Volksernährung unmöglich gemacht würde, und verlangt ein Zusammenwirken mit den Bürgerlichen bis zur konstituierenden Nationalversammlung, während die Unabhängigen es nur dis zum Waffensttll- stand bewilligen wollen. Ter KrieqSwinister zur Verftiftung »er Regier«»-. Kriegsminister General Scheüch. der durch einen Erlaß des Kaisers noch mit der Stellvertretung des Reichskanzlers in Heeresangelegenheiten betraut wurde, hat sich der neuen Regierung zur Verfügung gestellt. Ter sozialdemokratische LanotagSabgeordnete Hirsch wurde zum Polizeidirektor von Berlin bestimmt. Kriegsschiffe u«ier der roteu Flagg» in Hamlmng. Im Hamburger Hafen sind Kriegsschiffe eingelaufen, die unter dem Befehl des Matrosenrats fteh«en. Tie rote Fach»» über »em Schloß. Der Arbeiter- und Soldatenrat berichtet weiter: Das Polizeipräsidium sowie das Oberkommando sind in unserer Hand — Die Befreiung unseres Ga- noffen Daumig (am Tage vorher verhafteter „Vor* wärts"-Redakteur) steht bevor. Karl Liebknecht hat die rote gähne auf dem Schloß gehißt, auch vom Brandenburger Tor weht die rckie Flagge! Großer Jubel der Bevölkerung! Die deuWe Landwirtschaft für die Sicherung der L-näh ung. Tie Ernährung deS deutschen Volkes ist aufS schwerste gefährdet, wenn Unruhen auf dem Lande auS- brechen. Ihrer Aufrechterhaltung stehen schon jetzt die größten Schwierigkeiten entgegen. Sie werden bei Eintreten der Demobilmachung und bei Rückkehr der Truppen in außergewöhnlichem Maße sich noch sleigern. Es ist jetzt oberste Pflicht aUer Behörden wie aller Teile der Bevölkerung, unsere Ernährungswirtschaft im Interesse des Volksganzen in vollstem Umfange aufrechtzuerhalten. Jede Störung der Ordnung auf dem Lande muß mit allen Mitteln verhindert werden. SoU die Landwirtschaft lieferungsfähig bleiben, so muß die Sicherung ihrer Betriebe voU gewährleistet werden. Diese Aufgabe fällt in erster Linie den Behörden zu: sie kann aber nur erfolgreich durchgeführt werden, wenn auch die Landwirtschaft selbst durch sofortige Bildung von Orts- oder Gemeindeausschüssen für den nötigen Schutz ihrer Betriebe und der geregelten Lieferung sowie für die tatkräftige Abwehr aller eigenmächtigen Eingriffe kn diefelben sorgt. Jedes Zuwarten kann verhängnisvoll werden Wir fordern deshalb die landwirtschaftliche Bevölkerung auf, sofort mit der Bildring solcher Ort 6 - sder Gemeindeausschüsse vorzugehen. Diese Ausschüsse müssen gebildet werden von Arbeitgebern und Arbeit- nehmern. Sie müssen getragen sein von dem Vertrauen aller ländlichen Kreise: sie dienen keiner Sondsrorgani- sation und treten außer Wirksamkeit, sobald die derzeitige Notlage beseitigt ist. Auch die Zuziehung von Vertretern der nichtlandwirtschaftlichen Bevölkerung ist dringend erwünscht. Wir richten diesen Appell an die berufenen Vertretungen der deutschen Landwirtschaft in den einzelnen Bundesstaaten und Provinzen mit der dringenden Bitte, mit Rücksicht auf den schweren Ernst der Lage mit größter Beschleunigung an die Ausführung dieser Maßnahmen heranzükreten und auf dem Lande auf solche Weise einen ausgebreiteten Wohlfahrt?- und Ordnungsdienst zu organisieren. Krftegsau'sschuß der deutschen Landwirtschaft: Deutscher Landwirtschaftßrat Bund der Landwirte. Vereinigung der deutschen Bauernvereine Deutsche Landwirtfckas1SLe,el:schast. Reichsverband der deut- seHn landwirtschaftlichen Genossenschaften. General- verband der deutschen Raisseisenaenossenschaften. Bezugsvereinigung der deutschen Landwirte Eme des A ichrlanzlers Ebert. Reichskanzler Ebert a» »«» »rutsche U-lk. Der neue Reichskanzler Ebert erläßt folgende Ku gebung an die deutschen Bürger: Mitbürger! u- bisherige Reichskanzler Prinz Max von Bm hat mir unter Zustimmung der sämtlichen Sta 'kretäre die Wahrnehmung der Geschäfte des Reichskanzlers übertraaen. Ich oin im Begriff, die neue Regierung im Einvernehmen mit den Parteien zu bilden und iverde über das Ergebnis der Oefsent- lichkeit in Kürze berichten. Die neue Regierung wird eine Bolküregierung sein. Ihr Bestreben wird sein müssen, dem deutschen Volke den Frieden schnellstens zu bringen und die Freiheit, die es errungen hat, zu festigen. Mitbürger! Ich bitte Euch alle um Eure Unterstützung bei der schweren Arbeit, die unser harrt. Ihr wißt, wie schwer der Krieg die Ernährung des Volkes, die erste Voraussetzung des politischen Lebens, bedroht. Die politische Umwälzung darf die Ernährung der Bevölkerung nicht stören. ES muß die erste Pflicht aller in Stadt und Land bleiben, die Pro duftivn von Nahrungsmitteln und ihre Zufuhr in die Städte nicht zu hindern, sondern zu fördern. Wer sich an Nahrungsmitteln oder sonstigen O». durfsge§enstön»en »Ser «n Sen für ihr» Hertetlun- benökkaten Verkehrsmitteln Vera reift, vsrsLrMgt sW austz schwerste an der Gesamtheit. Mitbürger! Ich bitte Euch alle dringend: Verlaßt di« Straßen^ Sorget für Ruhe und Ordnung. Berlin, 9 Revember 1918. Der Reichskanzler. Ebert. Sie WaffensiWandsbediMiigeii. Eine Sonderdepesche von WTB. gibt folgenoen Auszug aus den WaffenstillstandLbedin^" I. Inkrafttreten 6 Stunden nach Unterzeichnung. 9. Sofortige Riinmrmg von Belgien, Frankreich, Glfah^Lothringen Hmttn 14 Tagen. Was an Truppen nach d ieser Zeit übrig bleibt, interniert oder triegsge- sangen. 3. «tzzugcbe» 5000 Kanonen, zunächst schwere, 30000 Maschinengewehre, 3000 Minenwerfer, 2000 Flugzeuge. 4. Räumung des linken RhcinuferS, Mainz, Kob« lenz, Köln besetzt vom fteind aus Radius von 30 Kilometer Tiefe. 5. Aus rechtem Rheinufcr 30 bis 40 Kilometer tiese neutrole Zone, Nämnung in 11 Tagen. 6. AuS linkem Rhetnufergebiet nichts hinwegführen, alle Fabriken, Eisenbahnen usw. intakt lassen. 7. 5000 Lokomotiven, 130 000 WaggouS, 10 000 Kraftwagen abzugebe«. 8. Unterbau der feindlichen Besatzunge truppen durch Deutschland. S. I« Osten alle Truppen hinter Grenze vom 1. Angnst 1014 znrücknehnren; Termin dafür nicht angegeben. 10. Verzicht auf Verträge von Brest-LitowSk und Bukarest. II. Bedingungslose Kapirnlation von LstaxrUa. 12. Rückgabe des Standes der belgischen Bank, des russischen und rumänischen Goldes. 13. Rnckgake »er Kriegsgefangenen ohne Gegenseitigkeit. 14. Abgabe »on 100 N-Yooien. 8 leichten Kreuzern, 0 T^earnoughtS: die übrigen Schiffe desarmiert und überwacht von Alliierten in neutralen oder alliierten Häfen. 15. Sicherheit »er freie» Durchfahrt du-rch Kattegat; Wegräumung der Minenfelder und Besetzung aller Forts und Batterien, von denen aus diese Durchfahrt gehindert werden könnte. 16 Blocka»e bleibt bestehen. Deutsche Schiffe dürfen wettergekaperl »erde«. 17. Alle von Deutschland für Neutrale verhängten Beschränkungen der Schiffahrt werden aufgehoben. 18. «asfenftillstand »auerl 30 Tage. As e tioit gegeben worden. " ^ v -- l)"b vwl *i lUULüVU. . ?^ufhin sind die gegenseitigen Feindseligkeiten clngert(llt Worden. Die dem Arbeiter- und Eoldatenrat !?f^rstehcnde hiesige Funkipruchstatlon Metz hat anr j . Jlothmbct folgenden Funkspruch aufgefangen: Marschvll Foch an die Obnkommandierendcn: 1. Die Feindseligkeiten werden an der ganzen Front «»; >' «- Um*m» ÄÄ 2 - fcie ajUieiicn Truppen werden bis auf weiteres ^34^! erhalten, die an diesem Tage und zu dieser Stunde erreichten Linien nicht zu überschreiten. . Marschall Fach. Einspruch gegen die unmenschlicken Mnffen- stillstnndsnerhanStunge«. < Ä der Nacht aus Montag ist folgend-- Note an Herr Staatssekretär! Uebcrzeugt von der Gemeinsamkeit der demokratischen Ziele und Ideale hat sich die deutsche Reaiernnn nn »« z\ a ,; öä/k» s«ä,s l&at ftcner erklärt, daß ec nicht mit dem deutschen Bocke und cs in seiner friedlichen EntnLckeluiw nich behindern wolle. Die deutsche Negieruna hat dj? Bedingungen für den Waffenstillstand erbait.n 9 clnct Blockade von 50 Monvten würden diese Bedü^ 6^6kn, insbesondere die Abgabe der Verklüismitt l und die Unterhaltung der Brsatzungktrvppen be 0 ick zeitiger Fortdauer der Blockade die (£/Küfiri!nn«rnn SK? S sdS aeei: den Präsidenten'Mffon''f°e"ich"'und an ft bactu" K ”Ä3Äff , "'" ,w -i Ltaa sstkcetär des Auswäitr^err Amtes: Sols vie neuen Männer. . ° “* &l,n “‘“' n *»»-« tili; Stedt Kd Eaad a(m f* ® 8 ** fte * 6 “ f f"* bi- Umformicrung in Ruhe vollzogen ?" ® nmSt ° a nttA > m '"«a bildete sich in den Kasernen der S o " 6 „ n ‘ Ct ' rn ‘, m T das Militär angetreten war. Aus led r KomoagN'e wurden ein Offizier, zwei Chargen und drei Solda- ten dngu gewählt. Seine Geschäftsstelle verlente er in ^ia ..’«.w äk S :: Lckannimachung am «amstag angeschlagen worden- Der Soldalenrat gewährleistet die öffentliche Sicherheit der ® E u"d wird Ansschrei,ungen nachdrücklich entgege,treten .. ÄE. "" •—«*? «.SSL, ©iefeen, den 10. November 1918. Der Oberbürgermeister. Keller. Am Samstag abend bildete sich im Gewerkschaftshaus dann och em Arbe ter rat, der sich zu gemeinsame Aufrech er h- tung der Ordnung und Weiterführung der öffentlichen Ausgaben oere.mgte. Beide, Soldaten- und Arbeiierrat haben no»' stehende Bekanntmachung veröffentlicht: ' ’ ” 1. Heute am 9 November 1918 übernahm der Soldatenrat nach- b Uhr sämtliche militärischen Gesetze und Gewalten für Stadt Glesten und Umgegend. 2. Der Soldatenrat erwartet von allen Zivil- und Militärperso- binbnh Fr ?tnorbnun 0 en fügen und weist darauf -ich bestraf werde?'"' ^'"Aufruhr sofort staudrecht- 3. Zapfenstreich für,sämliche Militärpersonen um 12 Uhr nachts Ucberschrcitungcn werden disziplinarisch bestraft. ^ . Das mili.arische Grüßen ist sedem freigestellt. I. A.: Der Soldatenrat Schindlmeier. I. A.: Der Arbeiterrat Georg Beckmann Alfred Kiel. öb imm fjwesmicbtt tetO. Großes Hauptquartier, 10 . Nov. 1918 Westlicher Kriegsschauplatz. npffpr» n?( Cn ^ lJ ^ e und der Maas ist der Feind un iT Bewegungen über Bonsee—Lenze—St me,«““•» Sec ErsteGeneralquartiermeister (Sroener. nicht^Neu""' ,10 ' 9!0b '’ Ql)fnfcS Sün d-r Westfront 9 Haupt gi, arti-k. 11 . Nov. 1918. Maos »ickneten^ück ??kanisch-c Angriffe östlich der biandcnbn, gische Rckrrw °^cclche Gegenstöße dos unter seinem So?!. ^ ' Zü'anterie. Regiment Nr. 207 Sühmng des Ob JnfaMer"e-Divisio?un5 » «, ^terkrichunng des Mnffettstillstands- c--rtrngrs wurden ffrntc mittag «» allen Fro". tcn die Frindseligkeitrn ringestxllt Ter Ente G. ncra-quartiermeistec: G r o e n e r. uim, «er ich des bitteren Grnstes der Sunde bewukt Straß Dn."F Treiben, nach dem Länder ra, i L X‘ oll' liuichp L vcn )oa nicht gestö' t w rdea treiben weitergehen, ober unnützes Herum-' Sort Oon b£n 0 iim6 n muß unterbleiben. f, o t - " den Stcaßkn vor allem mit den IuaeudliLen furchtbaren Einst der Stande ckena Du,ckelbt?t° i?' ihnen unbedingt nach eingcbro- tzsNiMzsr- st sTsaas SU l? a 4b?,Ä,2 £ " b ! s Q ' f fetn Jugendlicher bis 34 1V wahren mehr auf der Ltcaße sehen lassen! 12 Uhr.' ^°"^istunde für Wirtschaften ist nach wie vor Mrg mit dem l)iittthrr t (5tr?p H o ^ in ®cf £ nf4afl 8 !eb n“ unsas öfifiStSSÄftÄ §unb feine gesellschasisfeivile Phrasendrescher werden * euch seldst vot . per Grippe! notwkndAst'" Straßenbahn nur. wenn es unbedingt Unterlaßt jede unnötige Reise, lobt e„ck nicki angusten und nicht anniesen. m ^ nit ^ t S? m ftranfm ' wenn ihr nicht müßt. LpLi°L°7»"d de?Grippe"^''^"^°'""" 0 en als mögbche. Borläus» » sin im Üit^r SWontog Abend brach in einem Maga- ix Iterswcg Feuer aus, das durch die mittels gechsch tw" ?de""«.'°7 he-bngerufene Feuerwehr schueli fick Ni? ^ Ll)schungsacbeiten betkiligt->n d^ten ^ anerkennenswerter Weise auch mcheere Sol- Nauheim. In einem bisher sehr angesebe- m? * * * & * * /^ ft J auft Z - cin Einwohner eine Hose geaen ftfUte 86 /? hn6 Ui h 1Ö0 "!? ) arJ ? ® te Preisprüfungsflelle lu ^ H 0 e Geschäftsmann die Hose für i>«Ä<,;Ä 6 ,ff ”" s,öt >< s».K ^€p-|fignon»Schrcibraaschine Leichte Erlernbarkeit f ^ Sofort lieferbar! l*reii kouiDl TU. ... <),rOSSC «»nerhaftigkeit! Jlk. 2a «._. verlangen Sie Prospekt! $€|-Schreibüiaschinen §. m. b. |erün W. 66119 Manerstrasse 83-84. Ve, antwortlich: Alb in Klein in Gießen. lluttuf Zez Hnefl$ernäbr'ran Professor Dr. Simont Napyoarad (Ungarn) ' Battyanigasse 2. Lauterbach i. H. E Th. Helseubein Telefon 28 . N.n. 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