vezugspreis 80 Pfg. monatlich er Taget.:at 24 Pr i lcrleljcjhrlich 2,-10 M?, uovttuszahlbar, frei ins (unis Ab ge holt in unserer Cjpediüon oder linden Zweig- ausgabesteUen vierteljährlich 1,80 Mk. — Ers6)cint Dienstag, Doriierstag v. Samstag. — ^kebaktionsschküß früh 8 Uhr. — Kür Aufbewahrung oder Nückjeu- dung u ich t verlangter Manuskripte wird nicht garantier. Vcrl, g der Zeitung Gtetzkn. ^.«a^gaa wBiwa area. m - iw-w*^.***®* ^ ?«*a 9cr* 1(11, ' Tele ;> h o n Ar. 302. ————L —- cf c M ! (o n : Sfiftnnlage 21 r - v-r,vvJSfJ*r!i%«Ri«*RSi»*' #.'4«v-u_.. ‘r-'J. zr.-s - »-^» SU-«W.C ir. • \v;. .m Dienstag, den 5. November 1918, Me 44 mal breite Petitzeile, für Auswärts 30 Pfg. Die M) mm breite Reklame-Zeile 100 Pfennig. 1 rabeilagen werden nach Gewicht und Grütze l " 'chne: - "-'t« kommt bei Neberschreimng des Zal-'nngi- '.icles ^80 bei gerichtlicher Beitreibung oder bei Konkurs in Wegfall. Platzvorschriften ohneBerbindttck'eit. Druck der Giestcncr Vcrlagsdruckcrci, 2llb?n Lnein. Lclkphon 'H:. 31. Jahrg. D«r groß angelegte fei diiche DurKhz uchsverfuch von d deutsche' Armeen abgef:ylage^. Miiliche üemsche CaaesDerfcftfe. Berlin, 2. Nov, abends. E.ncnte Angriffe der. Engländer südlich von Valencienn s, Oer Amec kan r westlich der Maas beachten dem Feinde nur örtlich n Geländegewiün. An den übrigen stampff onten ruhiger Tag. » wtb. Großes Haup t q u a xti e r, 3. Nov. 1918. Westlicher Kriegsschauplatz: . Heeresgruppe Kroupriuz Nupprccht. In Flandern nahmen wir die an der Lhs stehenden Truppen im Anschluß an unsere neuen Front an der Scheide auf @yit zurnick. Gestirn bestand hier Geftchtsfüh'ung mit dem Gegner. Nordöstlich von Gudcnaarde und bei Tour nah wurden Teilangriffe des Feindes abgewi-sen. BZ und südlich von Valene'ennts setzte der Engländer seine heftigen Angriffe fort. In Vorm'.itagökämpfcn drückte er uns auf Sautain und fetzte sich wieder in P-.oseau fest, Villecspo! wurde gegen mehrfache Angriffe gehalten. E.neute am Nachmittag östlich von Valencicnncs gefühck'e Angriffe scheiterten. Das Infanterieregiment Ne. 24 unt-.r den Hauptleuten v. Brandys und Haupt und Batterien des Feldartil lecieregimentS N-. 44 zeichmte. sich besonders aus. Westlich von Lapd- füh ung mit dem Gegner. Orstlich von Valße der gewaltigen Rräfte, die noch in unserem Volke vorhanden sind. Auf dieses Wort des Reichskanzlers Prinzen Max von Baden wird die 9. Kriegsanleihe die Probe abgeben. Zeichne jeder nach bester Rrafc! Tm 1 Seifer Sie Monarchie nahm der Hauptausschuß nationaler Arbeiter- und Be- rufsverbünde Deutschlands socbe« in einer Eingabe an den Rcichskanzicr Stellung. Ja dicsec wird auf die ungeheuren Gefahren hingcdcutet, die darin liegen, daß die linksstehende Presse in verh tzcnder We se unvuhüllt di^ Abdankung des Kaisers fordert. Mitierüberwiegenden Mehrheit dcs deutschen Lölkes blk.nvt sich auch die lv ck'ts c: cMfn dl ich. Nation a ls Ar bei t e rbcw ? gmv ; u «bei c i t zur Monarchie. Gerade bei dem jctztigen E.nst der Lage hack die wirtschastefeiedliche Arbeiterbewegung cs für d.n verhängnisvollsten Fehler, der begc-ngcn werden könnte, wenn.der Kaiser jctzt zu seinem Rücktritt ver- aulaßt-ober sich auch freiwillig dazu entschließen würde. DeNnohneZweifel würden die republikanischen Kreise sofort versuchen, den Th onw.'chsel zu einem Umsturz der monarckischtn Stgat'sv.ecfossung überhaupt zu benutzen. Die politische Lage im Innern würde noch verworrener werden und blutig- Unruhen würden die unausbleibliche Folge s in. Gerade die Erfahrung in anderen Ländern hat gelehrt, dost fiic byj Arbeiterschaft und die werk- tätigen Stände die kon^itutionelle Monorchie die be währrestc StaatSversassung sei. Reicbsraflsneuwafcleüi wi9- Berlin, 2. Nov Die Ges tzicbnngszckt des gegenwärtigen Reichstages, die 1917 avgelaufen war, ist bereits zweimal verlängert worden. Da sich de. Wunsch nach Neuwahlen sowohl in der Regierung als auch tu den NeichStagspalkei n bemerkbar macht, soll der Beschluß gefaßt worden sein, schon in den ersten Monaten d-s konnnenden JahccS solche fioUfinbui zu lassen. Die Ausstellung der Wahllisten wäre diesmal allerdings uut besonders sä lvierige Arbeit, so daß mit Ne uwahle n vor Mat wohl kaum zu rechnen sein dürfte. Zm 0erdan. bi«: Nerchsdluckerei nicht sofort behebe« konnte. Im überigen hätten wir unsere Mit» burgee za warnen, sich nicht von Maßnahmen überraschen zu lassen, die die ganz unbegründete Gcldhamfterei mit schwerem Nachteil ahnden würden und die natürlich nicht lang? vorher ang^kündigt werden könnten. Die Steuerbehö dcn erführen nichts von den Einzahlungen. Auch beweise doch eine solche Einlage noch kein? Ver- mögensmehrung. Vernünftige Sparer hätten di? Spar- kasseneinlagcn allein im September um 1 I» Milliarde Mark gesteigect. Die Sparkassen rhrcrsells legen die Einlagen so an, daß sie sich j:d§lZett wieder Geldmittel beschaffen können Sie lassen ober die eingehenden Gelder nicht bar im Hause liegen. Die Versammlung unter L.itung dcs Herrn Gcheimrat Micke! hat das einstimmig gebilligt. — Ein Gegenstand gewissenhafter Prüfung sei die Frage, ob sich unter heutigen Verhältnissen etwas geändert habe an der Stellungnahme ge^ genüber der Kriegsanleihe. Wir aber seien gewiß alle der Ü berzeugung, daß Deutschland nicht zerschlagen wcrd'N könne und sähig bleibe, die Zinsen der Ehrenschuld „KriegSanieih." zu zahlen, an der auch die klein- sten Gckdbcsitz r in Weitem Umfange, osi sogar mit ihrem garzm V r.mögen beteiligt ) kn. Dank einer Bevölkerung, die tu diesen Tagen erneut- gelobt durch hacke Arbckt die wirtschaftlichen tiefen Wunden zur Heilung zu bringen. — Die Kassen würden auch in der Uebcrgongö.pck rlhcbliche Einr Ohmen haben ohne K.ckcgsanleih? verkaufen zu müssen —, weil auch back) dem Kriege Geld verd'ent und Geld gespart wird und w'il viel Geld, das jetzt noch zu Hause ruht, sich auf den Weg zu dm Kaffen befinden lverde. Auch sei der Geldbedarf für d e Abhebungen nach dem Kriege sicherlich nur ein v'rhältnismäßig airu*. weil das, was man für die häusliche Wirtschaft zu kaufen sich vocge- nommen habe, erst in geraume. Zeit und dann auch nur nach und nach zur Verfügung st»he. Gleichwohl seien die in Llussicht genommenen Einrichtungen der NüchLfinanzvccwallung derart ausgeftattet, daß sie für jede, aud) d e allergrößte, Bewegung von K. i gsanleihcn gerüstet seien. Man werde also nicht nur immer Geld haben können, sondern sich auch darauf verlassen dürfen, daß der Kurs vorsorgliche Pflege fi^dck.Beschlossen wurd' auf Anregung dcs Vortragenden, den Beanrten die Beteiligung an der Krt gsanleihe du durch zu Hddit irr, daß bk Sparkassen je nach Wunsch die Mittel für die Z r-.chnung einstweilen voclegeu. Die Großh. Hüuptstaatskaff behält b i der monatlichen Gehaltszahlung immer 1 "/o des Zeichnungsbctcages Zugunsten der Zeichnenden Sparkasse in. In 7 Jahren würde der gezeichnete Betrog zur Verfügung der Beamten stehcn. Müsse er vo zeitig den Vertrag aufheben, so wird unter Umständen das mittlerweile anacsam- melte Kapital mit Zinsen in Kriegs ?"ivy mir d m üderschli-ßenden Betrag in bar auSgchändkr. GekKWNtmachltzKg. Wegen der noch immer bestehenden ernsten Schwierigkeiten der Vetriebslage fallen vorn 4. November ab weiterhin noch nachstehende Züge vorübergehend aus: T. 421 (W) Cobkenz ab 4,00 N, Limburg an 5,23 N, T. 4901 (W) Limburg ab 5,26 N, Gießen an 6,51 N. T. 4902 (W) Gießen ab 8,IO V., Limburg an 9,20 D. T. 4906 (W) Limburg ab 9,38 D-, Coblenz au 10,50 V. Die 2Lageuzahl der noch verbleibenden Züge muß mit Rücksicht ans die Leistungsfähigkeit der Lokomotiven und wegen der Heizung möglichst eingesä rankt werden, diese Züge haben in erster Linie dem Berufs- und dringendsten Reiseverkehr zu dienen. Es wird deshalb wiederholt und auf das dringendste ersucht, alle nicht unbe- dingt nötigen Reisen zu unterlassen, da andernfalls einschneidendere Maßnahinen zur Einschränkung des Personenverkehrs nicht zu venneiden sind. Frankfurt a. M., 3. Nov. 1918 Kgl. klsenbadnattekilsii TriuiKfun (IH) Sie SediiWNßeii ifir die Türken. Als die Türkei ihr Friedensangebot hatte ergehen lassen und um Waffenstillstand nachsuchte, wurde voi: englischer Sfite versichert, man werde der Türkei „milde Bedingungen" auferlegen. Wie diese milden Bedingungen aussehen, ergibt ver jetzt wirklich abgeschlossene Waffenstillstand, der den Türken folgendes vorschreibt: 1. Oeffnung der Dardanellen und des Bosporus, sowie des Ausganges nach dem Schwarzen Meer. 2. Angabe derjenigen Stellen, an denen sich Minenfelder und andere Hindernisse in den türkischen Gewässern befinden und Beseitigung dieser Minenfelder und Hindernisse, falls die Entente dies verlangt. 3. Alle verfügbaren Informationen über die Lage der Minenfelder im Schwarzen Meer müssen gegeben werden. 4. Alle alliierten Kriegsgefangenen sowie internierte Armenier und Zivrlgefangene müssen nach Konstantinopel gebracht und bedingungslos Zur Verfügung der Entente gestellt werden. 5. Sofortige Demobilisierung des türkischen Heeres mit Ausnahme derjenigen Truppen, welche sÄr die Grenzbewachung und für die Äuf- rechterhaltung der Ordnung im Jnlande nötig sind. Später werden die Alliierten die Stärke des Heeres sowie die Einteilung desselben in Verbindung mit der türkischen Regierung feststellen. 6. Uebergabe aller Kriegsschiffe in den türkischen Gewässern und in den Gewässern, welche von den Türken besetzt sind. Diese Schiffe müssen in türkischen Häfen interniert werden. Ausgenommen sind kleine Fahrzeuge, welche für Polizeidienste oder andere Dienste in den türkischen Gewässern nötig sind. 7. Die Alliierten haben das Recht, alle st r a t e gischen Punkte zu besetzen, falls diese für oie Sicherheit der Alliierten notwendig erscheinen. 8. Freie Verfügung über alle türkischen Hä - fen für die alliierten Schiffe, sowie über alle Häfen, welche von den Türken besetzt sind, und Verbot, daß die feindlichen Schiffe diese Häfen benutzen. Freie Benutzung aller Reparaturwerkstätten und Depots in allen türkischen Häfen und Arsenalen. Die weiteren Punkte (insgesamt 25) betreffen die Kontrolle der Eisenbahnen, der Telegraphen, die Kriegsgefangenen, die Uebergabe der türkischen Garnison in Hedschas, in Mesopotamien, Tripolis usw. Punkt 23 bestimmt die Einstellung aller B e- ziehungen zu den Mit telmächten. Diese Bedingungen bedeuten, daß sich die Türkei mit Mann und Roß und Wagen ergibt; von ihrer staatlichen Selbständigkeit kann nicht mehr gesprochen werden Alle Deutschen müssen die Türkei verlassen. Von größtem Interesse für Deutschland ist der Punkt 19 der türkischen Wafsenstillstandsbedingungen. Er lautet: „Alle deutschen und österreichischen Marine-, Militär- und Zivilpersonen müssen innerhalb eines Monats aus türkischen Gebieten entfernt werden. Tie in entfernteren Distrikten befindlichen Personen müssen so schnell wie möglich abgeschoben werden." Wie im Wäffenstillstandsvertrag mit Bulgarien, so wird auch in dem mit der Türkei vorgeschrteben, oaß nicht nur die Militär-, sondern auch die Zivil» Personen das Land in kürzester Frist verlassen müssen. Diese Bedingung ist für die Zivilbevölkerung sehr hart, da die Frist von einem Monat für die entfernteren Gegenden ungemein kurz ist. In Voraussicht der kommenden Tinge hat unsere Heeresleitung rechtzeitig die deutschen auf türkischem Boden in Europa kämpfenden Truppen in der Gegend von Konstantinopel gesammelt, sodaß deren Rücktrans- Port in die Heimat kerne allzu großen Hindernisse im Wege stehen. Das Ende des ungarischen Königtums. Tie Verhältnisse in Ungarn entwickeln sich in der durch die Ereignisse v orgezeichneten Richtung mit großer Schnelligkeit. Ter Schattenkönig Karl IV. vollzieht Regierungshandlungen, die ihn selbst immer mehr ausschalten. So mußte sich das Ministerium Karolyi nach kaum 24 ständigem Bestehen infolge der Stimmung des ganzen Landes in der Frage Republik oder Monarchie veranlaßt sehen, vom König oie Entbindung vom Treueid zu fordern, die Kaiser Karl auch gewährte. Tann folgte ein Ministerrat, der beschloß, die Frage ob Königtum, ob Republik, ehestens durch eine Volksabstimmung entscheiden zu lassen. Ten Ausgang dieser Abstimmung hält man nach den anhaltenden Kundgebungen im ganzen Lande nicht für zweifelhaft. Eine Kundgebung des Natioualrats besagt: „Ter Nationalrat werde dafür sorgen, daß innerhalb weniger Tage ein allgemeines, gleiches und geheimes, sich auf alle Männer und Frauen erstreckendes Wahlrecht geschaffen werde. Tie gesamte Bevölkerung werde in 4 bis 6 Wochen in einer Abstimmung darüber entscheiden, ob die Monarchie bleibt oder ob die Mehrheit des Landes sich der republikanischen Staatssorm anschließen wolle." In den öffentlichen Lokalen, in den Theatern usw. erschienenen besondere Abgesandte des Nationalrats und verkündeten das große Ereignis: König Karl, seines Namens der vierte apostolische König von Ungarn, werde das seit tausend' Jahren bestehende ungarische Königtum abschließen. Ungarn gegen Deutschland. Inzwischen scheint die neue Regierung bei de Entente dadurch auf gut Wetter zu spekulieren, das ste srch feindlich gegen Deutschland stellt. Sie verfügt die Zurückhaltung aller österreichischen und reichs deutschen Schiffe samt Ladung, darunter 20 000 Tonne: Lebensmittel für Deutschland und Oesterreich, ferne Erzladungen aus dem Kaukasus und Oelladunaen au »lumänsen. Ferner wurde die Durchfuhr von^ranS portmitteln iiach Deutschland eingestellt, dadurch wird für Deutschland der Abtransport von 500 Lokomotiven und 50 000 Waggons aus Rumänien unmöglich. Auch wird dadurch der Rücktransport zweier deutscher Armeekorps, die zurzeit noch auf dem Balkan kämpfen, und den ungarischen Böden verteidigen, unmöglich. Auf dem Ostbahnhos in Budapest war eine Weiterreise deutscher Militärpersonen unmöglich gemacht. Ein Zug mit d eutschen Soldaten, die für die Balkanfront bestimmt waren, wurden auf dem Bahnhof entwaffnet. Note Garde und Studentengarde in Wien. Am Wiener Deutschmeister-Denkmal fand eine Versammlung der roten Garde statt. Etwa 500 Per- fonen, Offiziere und Mannschaften mit roten Abzeichen, zuweilen aber auch mit schwarz-rot-goldenen Abzeichen, nahmen an der Versammlung teil. Korporal Haller hielt eine Ansprache, in der er sagte, daß sich die Rote Garde vorläufig dem Nationalrate unterwerfe. Er bemängelte die Zusammensetzung des Staatsrates, weil er zu wenig Sozialisten aufweise. Sodann wurde zum Parlament xgezogen. Der Zug war mittlerweile auf mehrere tausend Personen angewachsen. Vor dem Parlament hielten die einzelnen Soldaten Reden, in denen sich die verschiedenen Richtungen geltend machten. Die einzelnen Parteien gerieten wiederholt hart aneinander. In der Aula der Universität versammelten sich eine Anzahl von Hochschüler,:, darunter viele Offiziere aller Truppengattungen, um zur Bildung einer Studentengarde Stellung zu nehmen. Tie Verstimm- lung stimmte einer Entschließung zu, in der die Versammelten sich bereit erklärten, den Hochschulausschuß in seinen Bemühungen um die Aufrechterhaltung der Ordnung zu unterstützen und sich dein Staatsrate zur Verfügung zu stellen. Weltkriegsrevoltttionskomitec. Einen Verband mit diesem schönen Namen wollen in einer Konferenz, die Anfang November in Moskau tagen soll, die Vertreter der „ausländischen kommunistischen Gruppen" bilden. Als Gegenstück hierzu kommt aus Kiew die Meldung von einem geplanten Wcll-Anti-Bolschcwiftcn-Bunb Die Regierung soll in geheime Verhandlungen mit den Vertretern der Entente eingetreten sei, die darauf hinzielen, sämtliche Regierungen der Welt für eine gemeinsame Koalition zum Kampfe gegen den Bolschewismus znsammenzuführen. Auf Vorschlag des englischen Vertreters verfaßte Krasnow eine an die deutsche Regierung gerichtete Denkschrift mit der Mit- ! teilung darüber, daß auf Vorschlag der Entente sich sämtliche Regierungen der Welt zum Kampfe gegen die Sowjets zusammenschließen sollten. Die österreichisch-ungarischen Verhandlungen. Eine Meldung aus London besagt, es besteht aller Grund zur Annahme, daß die Waffenstillstandsverhandlungen zwischen Oesterreich-Ungarn und Italien bereits begonnen und die Feindseligkeiten im großen bereits beendet seien. Sie sollen sehr bald gänzlich eingestellt werden. Das ncutralitätswidrige Luxemburg. In französischen und belgischen Kreisen verlangt man den Rücktritt der Großherzogin von Luxemburg wegen Neutralitätsbruches. Dieses Verbrechen soll darin liegen, daß sie ihren ehemaligen Lehrer, den früheren Reichskanzler Grafen Hertling zur Tafel geladen. und indem sie ferner zugegeben habe, daß die 19 jährige luxemburgische Prinzessin Antoinette sich nut dem bayerischen Kronprinzen verlobt habe! Vorschlag aus Einstellung der Lustaugrifse hinter der Front. Tie deutsche Regierung hat aus Gründen der Menschlichkeit und um wichtige Kulturzentren ans beiden Seiten zu erhalten, den Feinden durch Vermittlung der Schweiz vorgeschlagen, Luftangriffe hinter dem Operationsgebiet künftig gegenseitig zu unterlassen. Die deuts.hen Luf:streitkräste haben schon Anfang Oktober entsprechenden Befehl erhalten. Trotzdem haben die Gegner noch in j". . ' er Zeit gegen eine Anzahl öeutscher Stäore Bombenangrifse unternommen, die zahlreiche £ ;ei unter der bürgerlichen Bevölkerung gefordert haken. Wann kommt der Friede? Ter Londoner Korrespondent des „Manchester Guardian" hat in gut informierten Kreisen folgendes über das vermutliche Ende der Feindseligkeiten gehört: Tie vorsichtigste Schätzung des Kriegsendes war nicht später als Anfang Januar. Die Gemäßigten glauben Ende November sagen zu müssen, während einige davon überzeugt waren, daß der Krieg in der kommenden Woche zu Ende sein werde. Ter Kampf gegen den Frieden. Die Pariser „Humanite" bringt die Enthüllung, der Feldzug gegen den Frieden und speziell die Friedensvorschläge Wilsons sei das Werk großer Verbände französischer Vereine, die Clemenceau nahestehen und durch einen Geheimfonds gespeist werden. Die deutsche Gesandtschaft aus Rußland zurückgezogen. Wie der Berliner „Lokal-Anzeiger" hört, sind dieser Tage die Reste unserer einst von Moskau nach Ploskau verlegten Gesandtschaft für Rußland sang- und klanglos zurückgezogen worden. Keine Internierung der Bulgaren. Unter den in Deutschland befindlichen Bulgaren ist die Ansicht verbreitet, daß sie demnächst als feind liche Ausländer behandelt und interniert werden wür» den. Demgegenüber stellt W.T.B. fest, daß, trotz der Entfernung aller Deutschen aus Bulgarien, von deutscher Seite nicht beabsichtigt wird, den hier lebenden Bulgaren das Gastrecht zu kündigen. Bekanntlich ist auch den hier lebenden Oesterreichern und Ungarn der ^reie Aufenthalt in Deutschland weiter gestattet worden. Zur Kaiserfrage. Es bestätigt sich, daß Staatssekretär Scheidemann an den Reichskanzler ein Schreiben gerichtet hat, in welchem er die Notwendigkeit darlegt, daß der Kaiser znrücktrete. Zu dieser Forderung haben Besprechungen ! der Parteien Aattgefunden. Das Zentrum hat, wie schon mitgeteilt, in den Verhältnissen keinen Anlaß gesehen, sich die Forderung Scheidemanns zu eigen zu machen Im Gegenteil. Denselben Standpunkt nehmen die Nationalliberalen ein. Ter „Lok.-Anz." glaube konstatieren zu können, daß die überwältigende Mehrheit des deutschen Volkes gegen einen solchen Schritt sei. * Tie „Kölnische Zeitung" schreibt zur Kaiserfrage: Wäre irgendwelche Aussicht, den Abgrund, der sich heute vor uns auftut, dadurch zu schließen, daß der Kaiser seine Krone, ja sich selbst zum Opfer brächte, man darf versichert sein, das Opfer wäre längst gebracht. Was den Kaiser veranlaßt, vielmehr an der Krone sestznhalten, das ist, des sind wir überzeugt, sein Pflichtgefühl in der Enkenntnis, daß das Opfer nicht nur vergeblich sein, sondern daß eine kaiserlose auch wieder eine schreckliche Zeit sein würde, eine Zeit der Anarchie und der staatlichen und völkischen Selbstzerfleischung. Sem'MW Reich W.T.B. Berlin, 2. Nov. Ter Kaiser hat bei dem Inkrafttreten der Verfassungsänderungen folgenden trlaß an den Reichskanzler gerichtet: Euerer Großherzoglichen Hoheit lasse ich in der Anlage den Mir zur Ausfertigung vorgelegten Gesetzentwurf zur Abänderung der Reichsverfassung und der Gesetze, betreffend d'.e Stellvertretung des Reichskanzlers, vom 17. März 1878 zur alsbaldigen Veröffentlichung wieder zugehen. Ich habe den Wunsch, bei diesen: für die weitere Geschichte des deutschen Volkes so bedeutungsvollen Schritt zum Ausdruck zu bringen, was Mich bewegt. Vorbereitet durch eine Reihe von Regierungsakten,' tritt jetzt eine neue Ordnung in Kraft, welche grundlegende Rechte von der Per so:: des Kaisers auf das Volk überträgt. Damit wird eine Periode abgeschlossen, die vor den Augen künftiger Geschlechter in Ehren bestehen wird. Trotz aller Kämpfe zwischen überkommenen Gewalten und emporstrebenden Kräften hat sie unserem Volke ene gewaltige Entwicklung ermöglicht, die sich in de,: wunderbaren Leistungen dieses Krieges unvergänglich j offenbart. In den furchtbaren Stürmen der vier Kriegsjahre aber sind alte Formen zerbrochen, nicht um Trümmer zu yinterlassen, sondern um neuen Lebensgestaltungen Platz zu machen. Rach den Vollbringungen dieser Zeit hat das deutsche Volk den Anspruch, daß ihm kein R ech t v o r e n t h a l t e n wird, das eine freie und glückliche Zukunft verbürgt. Dieser Ueberzeugung verdanken die jetzt vom Reichstag angenommenen und erweiterten Vorlagen der Verbündeten Regierungen ihre Entstehung. Ich aber trete diesen Beschlüssen der Volksvertretung mit Meinen I hohen Verbündeten bei in dem festen Willen, i was an Mir liegt, an ihrer vollen Auswirkung mitzn arbeiten, überzeugt, daß Ich damit dem Wohle des deutschen Volkes diene. Das Kaiser- ! amt ist Dienst am Volke. So möge die neue Ordnung alle guten Kräfte jreimachen, deren unser Volk bedarf, um die schweren Prüfungen zu bestehen, die über das Reich verhängt sind, und um aus dem Dunkel der Gegenwart mit festem Schritt eine Helle Zukunft zu gewännen. Berlin, den 28. Oktober 1918. gez. Wilhelm, l. R. ggez. M a x, Prinz von Baden. Bayerns Grenzschutz gegen Barrdeneinfälle. Gegenüber laut gewordenen Befürchtungen wird von amtlicher bayerischer Seite folgende Beruhigung verbreitet: „Beunruhigende Gerüchte, zum Teil schlimmster Art, sind aus Anlaß der Ereignisse an der italienischen Front und der staatlichen Umstaltung Oesterreich-Ungarns im Umlauf. Auf Grund aintlicher Informationen kann mitgeteilt werden, daß die vielfach verbreitetem Nachrichten über das Vordringen sengender und plündernder Banden in Tirol und Böhmen nach neueren Meldungen sich als unrichtig oder übertrieben erwiesen. Für alle Fälle aber sind bayerische Grenz- schutz truppen aufgestellt, sie werden ein Eindrin- gdn derartiger Banden nach Bayern uninöglich machen. Durch ihre Anwesenheit schützen sie das Getreide in den Scheunen, das Vieh auf den Weiden vor Raub und Zerstörung durch landesfremde Elemente. Deshalb hat unsere Bevölkerung allen Anlaß, die Truppen freundlich aufzunehmen und ihnen ihre Pflicht nach Kräften zu erleichtern. Auch in rein militärischer Hinsicht besteht für Bayern zur Zeit keine unmittelbare Gefahr. Es sind aber für alle Möglichkeiten Vorkehrungen getroffen. Überhaupt: die herrschende Beunruhigung gründet sich weniger aus die tatsächlichen Verhältnisse, als aus die unwahrscheinlichsten Gerüchte, die unter den Leitten unlgehen und leider vielfach Glauben finden. Solchen Gerüchten entgegenzutreten, ist die Pflicht eines jeden seiner Verantwortung bewußten Menschen. Also kühlen Verstand und ruhige Nerven! 0 Blühender Unsinn. Tie „München-Augsburger ! Abendztg." stellt fest: Wenn die „Leipziger Volkszeitung" unter der ! Ueberschrift „Eine Kaiserofferte der Wittelsbacherschreibt: „Wie mir erfahren, hat der bayerische Ministerpräsident zu Berlin den Anspruch der Wittels- bacher aus den deutschen Thron angemeldet, im Falle er von Kaiser Wilhelm ll. verlassen werden sollte", so wird an Münchens zuständigster Stelle diese Albernheit als blühender Unsinn bezeichnet. o Die Schleswiger gegen Abtret,rngsgcdanken. Der Provinzialausschuß von Schleswig-Holstein ^hat eine Eingabe an die Staatsregierung gerichtet, rn der er jegliche Abtretung nordschleswigischen Bodens mit aller Entschiedenheit ablehnt. Tie Abtretung eines Teils von Nord-Schleswig würde treue bewährte deutsche Brüder wieder unter Fremdherrschaft bringen ein nie zu sühnendes Unrecht! :: v. Delbrück nicht Ministerpräsident. Die im „Berl. Tag»ebl." enthaltene Nachricht, daß der soeben erst zum Chef des Geheimen Zivilkabinetts ernannte Staatsminister v. Delbrück für den Posten eines ireußischen Ministerpräsidenten in Aussicht genommen ,ei, entbehrt, wie uns amtlich mitgseteilt wird, jeder Begründung. Alle öffentlichen und nichtöffentlichen lnnaen gestattet. Eine Beschränkung findet statt für Me, die d e Kriegführung, den FrredenSschlu ß be- treffcn oder die Aufrechterhaltung der öuertttrchen Sicherheit gefährden. :: Lachfentz neues Ministerium. Ter Königs hat die Landtagsabgeordneten Fräßdors, Günther, Helot und Nitzschke, die den verschiedensten Parteien de„ Landtags angehvrcn, zu Staatsministern ernannt. :: Innere Reformen in Weimar. Tie Großherzogliche Staatsregrerung hat an den Landtag ein Terret aericdtet, wonach sie sich bereit erklärt, mit einem Aus» fchnh des Landtages sofort in Beratungen über die Abänderung des Wahlrechts einzutreten. Tic Gres,Herzogin oon Luxemburg an den RerchHtanzlcr. Tie Grotzherzogin von Luxemburg wendet slch nunmehr auch persönlich an den deutschen Reichskanzler, um die Rücklehr der m Deutschland internierten Luxemburger zu erwirken. :: Tic n. re Tagung des Abgeordnetenhauses Im Abe'vrdnerenhau.e fand eine Bespreuung der Partet- iükrer Natt Wie wir hören, wurde darüber ge- vrochcn ob es ratsam sei, die auf den 15. November festgesetzte nächste Vollsitzung des Abgeordnettnhau- ses schon vorher ein uberufen. Dre heutige Bespre- chung über diese Anattegenheit hat ledoch noch zu keinem Ergebnis geführt. Wic varlautet, soll rn den ersten Tagen der nächsten Woche der Aeltestenrat zusammentreten. . , Gegen Abtretung ttvrdfchlcsiv raschen Hodens. Ter Provinzialausschuß der Provinz Sch.eswlg-Hott stein hat an die Staatsregiernng folgende. Eingabe gerichtet: Schleswig-Holstein ist in reinem ganzen bl-- Bestand- seit ^°h. Hunderte.. eine unteilbar« £>inhcit ? iii seine Freih.il von Frenidherrschast und ungeteilte Zugehörigkeit, für die Erhaltung deutseger ?lrt und Eilte haben Schleswig-Holstein jahrelang un- gezählte Opfer gebracht und mit anderen deutschen Stämmen in heißen Kämpfen ihr Blut vergoren. Holland: Fliegernnglück. - » Ueber dem holländischen Flugplatz Soesteros sind zwei in 100 Meter Höhe fliegende MrNta. r- fluazeuge zusammengestoßen und abgestürzt. Dre Insassen, zwei Leutnants, und zwei Unteroffrzrere srnd tot. Australien: Mas die Verbrecher stämmlinge oon uns wollen. * der aesetzaebenden Versammlung in Sidney gab Menning der Ansicht Ausdruck, daß kein Friede für Australien ausreichend ist, der nicht bestimmt, daß Deutschland dem australischen Staat alles auvge- gebtzne Geld ersetzt. e ^ Also: Tie Nachkommen der aus England alv gemeingefährlich deportierten englischen Verbrecher und der ihnen als Frauen nachgesandten altgewordenen Dirnen greifen gegen uns in den Krieg ein, ohne dag wir ihnen jemals etwas zu leide getan hätten. Uno dann verlangen sie auch noch das Geld zuruck, das sie dafür ausqegeben haben. Armer Wilson, was wird dein Gerechtigkeitssinn noch für Proben auszuhalten haben. . ^ . Waffenstillstand und innerer Krieg. * China hat sich an dem Kriege gegen uns nur , offiziel" beteiligt, nicht aktiv. Es hatte im .^nnern selber genug zu tun. Die Londoner Mornrngpost meldet 'aus der südchinesischen Hafenstadt Schanghai, daß auf unmittelbare Bitte der Regierung in Peking oie Regierung Südchinas einen Waffenstillstand gewährt hat zur Anbahnung von Friedensverhandlungen. Von dm Kampfsronien Valenciennes in Flammen. Balenciennes und die umliegenden Ortschaften stehen, von englischer Artillerie in Brand geschossen, m Flammen. Ruthe,renerhebung in Dstgalizien. In Ostgalizien, das den Anschluß an die Ukraine erstrebt, sind die Geigjensätze zwischen den Polen und Rüthenen zum Aufslammen gekommen. , r . , Tie Städte Lemberg und Przemhsl sind in den Händen der Rüthenen, deren Macht durch das Militär gestärkt wird. Tie neue Regierung in Ungarn. Ministerpräsident Graf Karolyi hat das Amt als Vorsitzender des Nationalrates niedergelegt, wett dies für unvereinbar mit der Stellung eines Ministerpräsidenten gehalten wurde. An seiner Stelle wurde der Abig. Stadtpfarrer Johann Hock, eingesetzt. Graf Ka'rolyl leitet vorläufig auch das Ministerium des Aeußeren Tie Pressezensur ist abgeschasst. KÄs Md LMWi 4 Ter große Umwälzer Krieg bringt auch das unmöglichste zu Wege. Papiere, auf die seit IHN keine Zinsen mehr gezahlt worden sind, wer gibt etwa.' dafür? Die mittelamerikanische Räuberrepublik Honduras aber will sie nicht verkaufen. Tie Kriegserklärung von Honduras gegen Deutschland hat eine rasche Kurssteigerung der Schuld von Hunduras zur Folge gehabt. 1914 bewegte sich der Kurs zwischen 7 und 10,5, im Juni zwischen 6 und 7, und jetzt hat er 12 erreicht. Die Regelung der Staatsschuld, die rn den Fahren 1909—1911 geplant war. wurde durch Me Ankündigung vereitelt, daß die amerikanische Regierung den Eingang der für eine amerikanische Anleihe verpfändeten Zolleinnahmen beaufsichtigen würde: da--. Haus Morgan, das sich erboten hatte, die Schuldverschreibungen, auf die seit 1873 ohne Unterbrechung keine Zinsen mehr gezahlt worden sind, zu 15 v. H. zu kaufen, mußte sein Anerbieten zurückziehen: das Anleiheabkommen wurde vom Kongreß von Honduras verworfen, und die paar Abgeordneten, die dafür ein* getreten waren, werden von der Bevölkerung der Hauptstadt mit Schmutz beworfen. Und jetzt hat der Krieg das Wunder vollbracht, die schon arg vergilbten steigen von selber. ^ ^ ,, 1# = Sicherheit der Bankguthaben. Im Publikum soll der Glaube verbreitet sein, daß bei den Banken, »pgrkassen und Genossenschaften eines Tages die Guthaben der Kunden beschlagnLchmt werden können. Wie ein solch unsinniges Gerücht auskommen kann, ist nicht zu erklären. Jeder, der die tatsächlichen Verhältnisse kennt, wird ohne weiteres zugeben, da« ei,re derartige Beschlagnahme praktisch unmöglich ist. Tie Gelder der Kunden sind doch, abgesehen von dem nötigen Kassenbestand, gar nicht in dar vorhanden, sondern in .Hypotheken, Darlehen und Wertpapieren angelegt Was will man denn da beschlagnahmen? Jedermann muß sich bei ruhiger Ueberlegung doch sagen, daß gerade nr gegenwärtiger Zeit die Barmittel oei ven öffentlichen Kassen und Banken am besten untergebracyt sind, um der Gefahr des Diebstahls oder Verlustes zu entgehen. Es ist dringend zu raten, ln KrtegSzeiten nur die allernotwendigsten Barmittel im Hause zu halten und solche nur nach Bedarf von den Kassen und Banken abzuheben. -- Schuhversorguug der Landwirtschaft. Ter Kriegsausschuß der deutschen Landwirtschaft ist Mitte September in dieser wichtigen Frage an die Reichs- stelle für Schuhversorgung herangetreten und hat damit einen gewissen Erfolg erzielt. Es sind nach dem Bescheide der Reichsstelle Lieferungen von Schuhen und Leder an die Kommunalverbände im Gange. So groß die angeführten Zahlen auch erscheinen, so sind sie im Verhältnis zum Bedarf doch nur mäßig. Wi dir neu Mchsbürckrote zu 50 M. aussieht. Tie neue Reichsbanknvte ist auf einem Papier her- gefteilt, welches ein natürliches Wasserzeichen enthält. Tie Größe beträgt 14'-»: 13'/» Zentimeter. Die Vorderseite gliedert sich in zwei deutlich geschiedene Teile, ! einen'Hauptteil rechts und einen Nebenteil links. Beide Teile tragen einen erdbraunen Unterdrück, welcher im Hauptteil die ganze Fläche einnimmt und einen Reichsadler enthält, in dem linksseitigen Anhang dagegen nicht die ganze Flüche bedeckt, sondern durch eine bewegt verlaufene Linie abgeschlossen ist. Ter Hauptteil wird nahezu quadratisch von drei Linien, einer starken und zwei schwächeren, umgrenzt, innerhalb deren der Tert angeordnet ist. Rand und Text sind in braunschwarzer Farbe gedruckt. Ter Text hat folgenden Wortlaut tu nachstehender Anordnung: Reichsbanknote. Fünfzig Mark Der Graf zeigte seiner Braut einen Kontoauszug einer Berliner Bank, ans dem hervorging, daß er dort ein Guthaben von 100 000 Kronen habe. 50 000 Kr. wollte er sich übersenden lassen, das Geld müsse jeden Tag ankommen. Einstweilen mußte die Braut mit 1000 Mark aushelfen. Tann bekam der Herr Graf eines Tages die Idee, seiner Braut seine Güter zu zeigen. Sie mußte ihm ihre Schmucksachen in recht erheblichem Werte ausliesern, worauf das Paar nach Oesterreich fuhr. Im Hotel Imperial in Wien streg das Brautpaar ab. Ter Herr Graf mußte zu erner Besprechung ins Kriegsmiinisterium und kam nicht wieder. Kurz vor der Abreise hatte der Bräutigam alle Sachen der Braut einpacken lassen, da sein Treuer sie abholen und auf das Rittergut bringen sollte. Als die Schauspielerin den ganzen Tag auf dre Rückkehr gewartet hatte, ging ne ins Kriegsministerium, wo sie erfuhr, daß man einen Grafen Kovacz gav nicht kenne. Nachdem die Betrogene sich überzeugt hatte, daß sie einem Hochstapler zum Opfer gefallen war, kam sie in ihre Wohnung und erfuhr, datzl inzwischen der Diener die eingepackten Sachen abgeholt hatte. * Mord au einer Schrankenwärterin Jii Schneidemühl wurde die 29 jährige Schrankenwärterin Sumnik auf dem Bahngleise ermordet aufgefunden. Sie hatte noch bis 11 Uhr nachts Dienst verrichtet; morgens ö Uhr fand man ihre Leiche. Ter Tod rst durch! Messerstiche im Genick und Nacken herbergefuhrt; von dem Tater fehlt jede Spur. zahlt die Reichsbankhauptkasse in Berlin gegen diese Banknote dem Einvieferer. Vom 1. März 1919 ab kann diese Banknote aufperufen und unter Umtausch gegen andere gesetzliche Zahlungsmittel erngezogen werden. Berlin, den 20. Oktober 1918. Reichsbankdirektorium Havenstein v. GlasenapP Schmiedicke Korn Maron v. Lumm v. Grimm Kauffmann Schneider Budczres. Ter auf dem Unken Teil angebrachte Text ist quer zum Truck des Hauptkerls gestellt. D-rt steht längs der Umrandungslinie des Hauptletts in der Farbe des Haupttextes zunächst die Strafandrohung: „Wer Banknoten nachmacht oder verfälscht oder naai- gemachte oder verfälschte sich verschafft und in Verkehr bringt, wird mit Zuchthaus nicht unter zwör Jahren bestraft." Außerdem ist auf dem Anhang über dem miterflniio etn aus sein verschlungenen Linien gebildetes Zierstück in grüner Farbe gedruckt, dessen Mitte die Nummer der Banknote in roter Farbe trägt. Tarüber rechts öden steht in der Farbe des Haupttextes eine Reihennummer, die sich aus einem Buchstaben und einer d :*; :.Ilgen Zahl zusammensetzt. Tie Rückseite besteht aus einem m brauner Farbe her estettien Truck. Die Zeichnung ist dreiteilig. Das rechte und linke Seitenfeld bilden gleichmäßig gestellte Fianren, die aus sein verschlungenen Linienzügen ge- bi.'det sind. Tas Mittelfeld ist aus einer vollen Ton- 11 r " o aebildet, aus welcher, weiß in braune.n Grunde, in ' 'i~ Mitte eine große 50. darüber und darunter Fcderzüge au'gespart sind. Aus Mer Arli Wieder AwereS Gisenbahnungmü. 20 Tote, 30 Schwervcrwunvete. Tie Zeit der Herbstnebel mit ihren regelmäßigen Eisenbahnunglücken naht; in diesem Jahre ist es wegen der mangelhaften Beschaffenheit der Eisenbahnwagen und wegen der Personalfrage besonders gefährlich. Tonnerstag vormittag 3,50 Uhr fuhr ein Militärurlauberzug vor Bahnhof Briefen (Mark) auf den abgerissenen und stehengebliebenen Schlußteil eines Güterzuges auf. 19 Militärpersonen und der Schluß- bremser des Gülerzuges sind tot, 30 Militärpersonen schwer, 13 Militärpersonen und zwei Mann vom Zugpersonal leicht verletzt. Ten Verletzten leistete ein im Ür lau Verzüge befindlicher Militärarzt die erste Hilfe. Tie Schuldfrage ist noch nicht geklärt. * Winter im Riesengebirge. Seit einigen Tagen *eiat im Riesengebirge auch nn Tale das Thermometer in der Nacht schon Kältegrade. Auf dem Kamm war die Temperatur auf — 5 Grad gesunken. Seit Sonnabend hat es auch wiederholt geschneit und der Schnee blieb bis in die Gebirgsdörfer herab liegen. Allerdings beträgt bis jetzt die Schneedecke nur wenige Zentimeter. Der Verkehr nach dem Gebirge hat fast völlig aufgehört. * 38 806 Nahrungsmittclkarten gestohlen. In einer Neuköllner Brotkommission sind 38 866 Nahrungsmittelkarten gestohlen worden. Es handelt sich um 34 3o() Brotkarten, 3400 Kartoffelkarten, 758 Vollmilchkarten, 240 Magermilchkarten und je 59 Speisefettkarten und Eierkarten. * Ter „Herr Gras" und die Schauspielerin. Eine Schauspielerin lernte in Hamburg einen angeblichen österreichischen Oberleutnant, den Grasen Arthur Kovacz kennen, der sich ihr als Landsmann vorstellte und erzählte, daß er große Heereslieferungen zu machen habe und auch selbst in der Lage sei, Lebensmittel zu liefern. Nach kurzer Zeit verlobte sich das Paar, und es wurde Kriegstrauung beschlossen. Tie Dame versuchte ihren Vertrag mit dem Theater zu lösen. * Beim Obftbicbstahl erschossen svurde auf Rattajer Gebiet ein 14 jähriger Schuljunge aus Zegrce durch den dortigen Gendarmen Prretzel. Letzterer überraschte eine Anzahl von Erwachsenen und Schuljungen bernr Obstdiebstahl, die sich bei seiner Ankunft aus dem Staube machten. Als sie auf sein wiederholtes Haltrufen nicht standen, gab er aus seinem Tienstrevolver einen Schutz aus die Fliehenden ab, der einen 14 jährigen Jungen tödlich verletzte. * Schwer bestrafte Leichtsinnigkeit. In Walternienburg war der Sohn des Händlers Kneuert spät vom Felde aekomlnen und wollte schnell mit der Fahrradlaterne Heu holen. Dabei stolperte er über ernen Sack und setzte das Haus in Brand, sodaß der Statt in Flammen aufging. . : Eine Verwechslung Verstorbener, veranlaßte rn der Friedhofshalle in Potsdam peinliches Befremden. Tie Leidtragenden waren um den Sarg versammelt, der vermeintlich die sterbliche Hülle ihrer Verstorbenem barg, als plötzlich festgestellt werden konnte, daß man vor einem fremden Sarge stand. dreier barg in Wirklichkeit die irdischen Ueberreste emer Frau die schon tags vorher vermeintlich bestattet war. In Wirklichkeit hatte man eine fremde Tote zur Ruhe gebettet. Man mußte nun den Sarg mrt der tags vorher bestatteten Toten in die Leichenhalle zurückholen, damit die Feier ordnungsmäßig erfolgen konnte. Andererseits muß die Leichenfeier für dre nur scheinbar schon vorher begrabene Frau wiederholt werden. * Selbstmordversuch eines verhafteten Schleichhändlers. Einen Selbstmordversuch verübte ein „Arbeiter" Emil .Heß aus Schwedenhöhe. Ein Gendar- 'meriewachtmeister verhaftete ihn auf der Bahn, wert er zwei tote Schweine im Rucksack hatte. Während der Beamte die Türglocke zum Polizeigesängnis zog, schoß sich Heß eine Revolverkugel in den Kopf.^ ** Tie neuen Berliner Stadtkaisenscheine. und zwar die zu 20 Mark und die zu 50 Pfennigen werden wahrscheinlich schon im Laufe des Sonnabend zur Ausgabe gelangen. Tie Ausgabe der 5 Mark-Scheine er- folgt in den allernächsten Tagen. ! * * In Berlin wurde ein zweispänniger Brotwagen mit 600 Broten gestohlen. ^ , _ A * Für 20 000 Mark Geflügel wurde der Fernkosthandlung Rollenhagen in der Potsdamer Straße in Berlin entwendet. ^ r * In Waldenburg wurde der Brldhauer Paul Schiller vom hereinbrechenden Gestern getötet. Berlin. Einbrecher entwendeten aus der Ta- bakgroßhandlung von Karl Röcker in der Lichten- berger Straße für 30 000 Mark Zigarren. Waldenburg. Ter Berghauer Paul Schiller wurde von hereinbrechendem Gestein verschüttet und sofort getötet. B o l k e n h a i n. Ter Streckenarbeiter Manch und seine Ehefrau wurden durch Kohlenoxydgase, die während der Rächt dem Ofen entströmten, vergiftet auf- gefunden. Gerichiiich§s. (D Gericht gegen Gericht. Tie neben den ordentlichen Gerichten wegen deren früher so sehr langsamen Arbeitsweise errichteten Ersatzgerichte, Fachgerichte scheinen zum Teil einer flarccen Aufsicht zu bedürfen. Ein bei einem Berliner Friseur eingetretener Lehrling hatte wegen schlechter Behandlung die Lehre verlassen und wurde bald darauf zum Jnnungsvorstand hinbestellt. Tort fand eine „Verhandlung" statt. Als später die Eltern die Klage beim Berliner Gewerbegericht einreichten, erfuhren sie von einem Urteil des Jnnungsschiedsgerichts, nach welchem die Auflösung der Lehre für unberechtigt angesehen wurde. Tas Gewerbegericht „forderte" aber von der Innung eine Abschrift dieses Urteils ein, und da stellte es sich heraus, daß als Richter in diesem Schiedsgericht der Jnnungsvorsitzende und der Rendant fungierten. Ter verklagte Meister berief sich auf diesen Schiedsspruch, das Gewerbegericht belehrte ihn jedoch, daß der Spruch in ungesetzlicher Weise zustande gekommen sei. Hier liegt also der Fall vor, daß der Vorsitzende eines dieser Ersatzgerichte das andere Ersatzgericht „belehrt", daß es „ungesetzliche" Sprüche fälle. Ter o-all lag ja zweifellos vor, aber wohin soll es mit dem Rechtsbewutztsein des Volkes kommen, wenn das eine Gericht über dem anderen zu Gericht sitzt? Tas Ge- wervegertcht hatte hier gar nichts zu sagen, die Instanz gegen den Spruch jenes sonderbaren Jnnungsschleos- gerichts war das zuständige ordentliche Gericht alv Beschwerde-Instanz. Auf diese Werse kann es schlretz- lich dahin kommen, daß beide Konkurrenz-Gerichte entgegengesetzte Urteile in derselben Sache fällen und pfändbar machen! %v *?> • -M) m, 4.'j m m #;i m M? m -E Oi vV vv: \ 'T'.A r , .. In _ schwerer Zeit bitten die Landesnniversität und die Techniche Hochschule um Gehör beim hessischen Volk in Stadt und Land. Hart liegt das Schicksal auf unserem geliebten Vaterland. Wir aber wollen Zuversicht un Steu»labt auf jo;oit gesucht. Anmeldungen dos ibst. flrflwr Pfeiffer, Okiziar. TicZllkWc,Mcmcftrd!c 4 'I-°;.Si--a-»«wrist!«ge. »er VIII. «ries». CH;t und für die 4 |a |o TchaHanweisttAgen- vo- vin uijuicu vom ' ‘ is 4 IlMlirbEk di H. m Eekatt rtmachung. äöon dem zur Deckung der GeländeerwetlbS. k o st e n süc den B a h n b a u G c ü n b e r g — L o n d o r f durch den Kreis Gießen im Jahre 1895 oufginommencn Kapital von 80 «SO Mlr sind per 1. März 191» zur Rückzahlung auZgclos! die Obligationen Lit. A 91t! 5 mit 1000 Mk., Lit. C Nr. 40 mit 200 Mk. Gießen, den 26. Oktober 1918, Grotzh. Kreisamt G'etzen. I. V. Laugermann. für eint ^«mättjge Pulverfabrik wird eine Anzahl Frauen und Mädchen Milcht. den Auskömmliche Verpflegung wird gewährt. Näheres durch in die endgültige,, Stücke mit Zinsscheinen umgetauscht werden. M , .® er llmtaü ® findet bei der „UAlauschftells für die Krie-saAleiheu», Berlu W 8 TJlT&nwJ**' .?f m gliche Reichsbankanstatten mit Kasseneiurichtung bis f V l ° f fl ' CIC ^»"ttlung des Umtausches. Nach diesem Zeitpunkt können die Zv cheuscheuie nur noch unmittelbar bei der „Umtauschstelle für die Kriegsanleihen» in Berlin umgetanscht Die Zwischenscheine s.nd mit Verzeichnissen, in die sie nach den Beträgen und innerhalb dieser nach Nr Nummer,.folge geordnet eiuzutragen sind, während der Vormittagsdieuststunden bei den genannten stellen einznreichen; Formulare zu den Verzeichnissen sind bei allen Reichsbankanstallen erhältlich. Firmen und Kassen haben die von ihnen cingcreichlen Zwischenscheine rechts ober halb der Stuck»,,mmer mit ihrem Firmenstempel zu versehen. Sil. Arlieitocirois Giessen, West-Anlage 31 , Tel. 2054 . Oie Frau Bis A®ntin #; :J Hßmus® und in dar Ehe. Ein Buch über Entstehung, Einrichtung und Geburt des Menschen, über die Krankheiten in der Ehe, deren Vorbeug- u. Heilungsmög- ichkeilcn von Seiten der Gattin selbst. Das illust. Buch von der Frauenärztin Dr. med. Miller ist bereits in 60000 Exempl. verkauft und kostet 3 Mk. Wilhelm Dlgel, Verlag, Stuttgart 4Ä5. Y,n un ou für die 5"g Ichuldversch?eibnugeu d v .. bic "'dg--ltig-n Stücke mit Zinsscheine» kann erst später begonnen werden- eine besondere Bekanntmachung hierüber folgt alsdann. dm.Z«„ch,»Ma,n »er ?r»her,:> ifl °m° jrJJ™ Anjahl m a.nct mgl m bis -ndgultig-i, atMe „mgetauscht wordm, Sit gu,,»btr werde» „ufzef-,d-N dies! fÄtr.” 't'» T" 3m * "W*** m de, [iit 0 s 1 " 8, Behrenft.--asie 22, zum Umtausch einznreicheii. Berlin, im Oktober 1918. r* Burnus T» wäsoht Wäsche wunderbar». CD.R.P.) Gen. K. A. 2633 H c t ütf s ti a ufe -0 i r ektori tt m. Havenstein. n. Grimm. Gas icivstv Kiaweicdmittol Gut geweicht ist käst gewaschen. E-rhaltlicJi in allen feintchlägigen, durch Plakate kenntlich gemachten Geschälten. Vertretung: August Jacobi, Dariustadt. Hersteller: Rohm & Haas, Chem. Fabrik, Darmstadt. Verantwortlich: 211 bin Klein, Gießen.