✓ (Neueste Nachrichten) Bezugspreis SO psg. monatlich vierteljährlich 2,40 Mk., vorauszahlbar, frei ins Haus. Ab ge holt in unserer Expedition oder in den Zweigausgabestellen vierteljährlich 1,80 Mk. — Erscheint (EfpCÖHlOII! Dienstag, Donnerstag u. Samstag. — Nedaktionsschluh früh 8 Uhr. — Für Aufbewahrung oder Rücksendung n ich t verlangter Manuskripte wird nicht garantiert. Verlag der „Gießeuer Zeitung", Gießen. (Mictzerrer Tageblatt) Knzcigenpreis 24 psg. die 44 mm breite Petitzeile, für Allswärts 86 Psg. Die 90 mm breite Reklame-Zeile 100 Pfennig, üdanlage 21. Extrabeilagen werden nach Gewicht und Gröhe berechnet. Rabatt kommt bei Ueberschreitung des ZahlungL- zteles (30 Tage), bei gerichtlicher Beitreibung oder bei Konkurs in Wegfall. Platzvorschriften ohneVerbindlichkeit. Druck der Gießcner VcrlagSdruckcrei, Albiu Allein. Nr Telephon Nr. 362. Dienstag, den 29. Oktober 1918. r->-ph°„ Nr. -m. 31. Jührg. # Erfolgreiches Ringen att vielen Teilen der Westfront. Das tapfere Verhalten des hessischem Jufanterie-RegiMeni Nr. iIS in Flandern. Jfmtlicbe ileutlede Da«$bericble. wtb. Großes Hauptquartier, 26. Oft. 1918. Westlicher Kriegsschauplatz: Ein gewaltiges, dank der glänzenden Tapferkeit unserer Truppen erfolgreiches Ringen an vielen Teilen der Front. Heeresgruppe Kronprinz Ruppcecht. In der Lys'Niederung südwestlich von Deinze und zwischen der LhS und dcr Schelde brach der Feind u starken Angriffen vor. Vom Nordflügel des Angriffes is zu der von Kortrik am Oudenarde führenden Bahn wiesen wir ihn vor unseren Linien ab Hierbei haben sich das 6. Garde - Infanterie' Regiment unter seinem Kommandeur Major Hadelni an der Lys, die 40 Säch siche Infanteriedivision am Spttaals Dosschen und das hessische Infanterie-Regiment Rc. 118 unter seinem Kommandeur Major von W^y auch an der Schelde besonders erfolgreich geschlagen. Nördlich der Schelde brache ten wir den Feind nach anfänglichem geringen Gelände- gewinn sehr bald zum Stehen; die neue Linie zwischen Jngeoigem und Avelgen wurde gegen wiederholte Anstürme am Rachniiitag behauptet. Ans dem Kampffflde hielt die feindliche Artillerie tagsüber die hinter der Front liegenden, vom Kriege bisher unberührt geblie denen Ortschaften unter Feuer. Zum großen Teil wurden sie hierdurch zerstört. Die belgische Bevölkerung hat schwere Verluste an Toten und Verwundeten erlitten. Zwischen der Schelde und Offe beschränkte sich der Engländer gestern auf heftige Teilangriffe. Südlich von Fauars warfen wir den Feind durch umfassend ange- sttzten Gegenangriff in seine Ausgangsstellungen zurück. Südwestlich von Le Qutönoy und nordwestlich von Land rccics scheiterten seine Angriffe vor unseren Linien. Heeresgruppe Deutscher Kronprinz. Zwischen der Oise und Aisne große einheitliche An« griffe der Franzosen auf mehr als 60 Kilometer breiter Front. Seinen Hauptstoß richtete ec gegen unsere Linien zwischen der Oise und Serre, sowie zwischen Sisonne u. der Aisne. D u Ser e-Souch^°Abschnitt suchte er unter Aussparung der von Natur aus starken Geländcabschnitte zu gewinnen. Die am frühen Morgen zwischen Oise und Serre vorbrechenden Angriffe scheiterten vor unseren Linien. Am Nachmittage faßte der Fcind in Villers le See und auf der Höhe östlich des Ortes Fuß. An der übrigen Front wurde er auch am Nachmittag abgewiesen und erlitt in unserem Feuer schwere Verluste. Am Serre- und Souche. Abschnitt konnte drr Feind bei Mortiers und Freidmont, bei VeSlcs und Pierrcpont unsere Linien erreichen. Truppen des Generals Freiherr» von Lüttwitz nahmen in einheitlichem Gegenangriff zwischen Vesleö und Pierrcpont ihre alte Stellung wieder. An der übrigen Front hat unser Feuer den Fcind anl Ueberschreilen der Abschnitte verhindert. Westlich der Aisne waren die Angriffe d.s Gegners von starken Panzerwagengeschwadern begleitet. Sie sind östlich von Sisonue und beiderseits von La Solvehter trotz siebenmaligen Ansturmes völlig gescheitert. Besonders starke Kräfte setzte der Gegner zwischen Hizh le Coute und der Aisne an. Vor der östlich von Banogne käm- pfeuden 4. Garde - Infanterie - Division liegen allein 23 zerschossene Panzerwagen. Gefreiter Menschkici der 9. Batterie des 6. Garde - Feldartillccie - Regiments hat hiervon 8 Panzerwagen, Unterosfiziec Breckmann der- sslbrn Batterie 10 Panzerwagen vernichtet. Auf den Höh n westlich der Aisne drang der Feind in unsere Stellung ein, um deren Besitz tagsüber schwer gekämpft wurde. Trotz hohen Kräfteeinsatzes konnte der Feind hier von seiner Einbcuchsstelle am Sachsenwalde (nordwestlich von Herpy) keine Vorteile mehr erzielen. Nur Teile unserer vorderen Lmie blieben in seiner Hand. Teilkämpfe in der Aisne - Niederung südwestlich von Amagne. Der Feind, der bei Ambly vorübergehend aus das nördliche Aisne-Uffr vorstieß, wurde im Gegenstoß wieder über den Fluß zurückgeworfen. Oestlich der Aisne lebte der Artilleciekampf nur vorübergehend auf. Tetlangctffe des Gegners drückten unsere Posten auf den Nordrand der. Höhe nördlich von Grandpce zurück. Im übrigen wurde ex abgewiesen. Heeresgruppe Gollwitz. Beiderseits der Maas blieb die Gefechtstätigkeit auf Störungsfcuec und kleinere Jnsantertegefechte beschränkt. Auf dem östlichen Flußusec säuberten sächsische Truppen ein aus den letzten Kämpfen zurückgebliebenes Amerikanernest. Heeresgruppe Herzog Albrecht. Südlich der Sello machten wir bci erfolgreicher Unternehmung Gefangene. Der Chef des Generalstabes des Feldheeres. * Berlin, 26. Oft., abends. In Flandern ruhiger Tag. Teilkämpfe zwischen der Schelde und Oise. Von der Oise bis zur Aisne hat der Franzose seine Angriffe fortgesetzt. Südlich der Oise wurden sie nach anfäng» lichem Geländegewinn zmn Stehen gebracht. An der übrigen breiten Angriffsscont sind sie gescheitert. L»J Berlin, 26. Okt. Unsere Mittclmeer-U Boote vernichteten nach neuen Meldungen in erfolgreichen Angriffen aus stark gt sicherten GUeitzügen über 42.V00 Bruttoregistertonnen Schiffsraum. DeS weiteren wurde eine mit einem Zerstörer zusammenarbeitcnde U-Boot- falle durch mehrere Artillerietccffec beschädigt. Mch.fach wurde als Ladung der verscnktcn Schiffe Kriegsmaterial festgestcllt. Ein Munitionsdampfer flog unmittelbar nach dem Torpedotreffer mit hoher Stichflamme und unter gewaltiger Detonation in die Luft. Der Seglerveckchc in der Nordägäis sowie der Phosphattransport von Sfax (Tunesien) nach Italien wurde durch Versenkung von 31 Seglern geschädigt. Der Chef des Admicalstabs der Marine. * wtb. GroßesHauptquartier, 27. Okt. 1918. Westlicher Kriegsschauplatz: Heeresgruppe Kronprinz Rupprecht.j In Flandern keine besonderen Kampfhandlungen. Der Feind setzt die Zerstörung der belgischen Ortschaften inter der Front fort. Die in Otegcn und Jngooigem et Beschießung durch Brandgcanoten in die Keller geflüchtete Bevölkerung kam zum großen Teil um. Südlich der Schelde wies.u wrr stacke feindliche Angriffe zwischen Famars und Actres im Gegenstoß ab. In Teil- angriffen drang der Gegner in Engle Fontaine und H hat sich verrechnet. Er war der Akk^ sicht, er durch überlegene K v\\): Jmittel unseren Wir ' lud werde blechen können. Vom rein rech- nciii /e;i Standpunkte aus hatte er darin recht, denn die Zahlen waren aus seiner Seite. Nur ausgebaute Stellungen gab es in dein fti; uns re strategischen Bewegungen benutzten Gebiete kaum inehr, aber in einem hatte sich der Feind geirrt, nämlich in der Einschätzung l.r Truppen. 'Auf unserem rechten Flügel im Norden und dem Sch nkungspunkt unserer strategischen Bewegung an der Aisne versuchte in den letzten Tagen der Feind mir ein n Krastaufgebot sondergleichen den Durchbruch zu erzwingen, oder vielte cht auch durch einen großen Erfolg unsere Heeresleitung davon zu überzeugen, daß unsere Armee in der Zwangslage sei, Wilsons an- gedrohle Bedingungen anzunehmen. Sein Mißerfolg war in jeder Beziehung ein ganz überraschellder, denn die kleinsten Einbruchsstellen, die der Feind an seiner südlichen Angrisssfront hervorries, vermochten den großartigen Abwehreriolg unserer Tapferen in keiner Weise zu schmälern, und zwischen LyS und Schelde, wo die Niederung dem in der letzten Zeit beträchtlich verstärkten ' Angreifer nur verhältnismäßig geringe Hindernisse ln den Weg legte, wurde dem Feind auch dieser schwache Trost geringer lokaler Erfolge völlig versagt. Aushören ver Liquidationen in ven Reichslanden. Jll Gemäßheit einer Vereinbarung der elsaß-lothringischen Regierung mit der Reichsleiturtz werden alle lausenden Liquidationen feindlichen Eigentums ln El- jaß-Lothringen sofort eingestellt. Reue LiquidationS- und Zwangsordnungen werden nicht mehr erlassen. Ob, in welchem Umfange und in welcher Art beendigte Liquidationen etwa rückgängig gemacht werden, darüber schweben zurzeit noch Verhandlungen. Es handelt sich dabei um die Verkäufe deS bis zum Kriege in französischen Händen befindlichen Eigentums, namentlich an Grund und Boden, Schlössern, Kunstgegenständen ustv., deren Wert sich aus viele Millionen beläuft. Die Liquidation dieses Besitzes wurde seinerzeit von uns erst angeordnet, als die Franzosen und Engländer mit der Liquidation dentscheit Besitzes vorangegangen waren. Palästina als jüdisches Reich? Tie Entente hat sich in ihrer TrA ei gegen die Türket auch der zionistischen Judengruppe bedient, die bekanntlich die Zurückführung der Juden in einen jüdisch .i Nationalstaat in Palästina fordern Jetzt, nachdem die Entente aber diesen Sitz des alten Judenstaates den Türken weggenommen hat, glaubt sie, ihre zionistischen Freunde betrügen zu können. Diese wenden sich jetzt an die Welt mit einem Rundtelegramm: „Auch das jüdische Volk erhebt in dieser geschichtlichen Schicksalsstunde seine Forderungen. Im Friedensvertrag muß ihm zu ge sichert werden: 1. Tie Festsetzung Palästinas in den durch die geschichtliche Uederlieserung und durch politische wie lvirtschastliche Notwendigkeiten bestimmten Grenzen als völkische H e i m st ä t t e d e s j ü d i s ch e n Volkes sowie die Schaffung der sür den ungehinderten Aufbau dieser Heimstätten notwendigen Vorbedingungen. 2. Die volle und tatsächliche Gle.chüerecktigung der Juden in allen Ländern. 3. Völkische Selbstverwaltung c..lf kulturellem, sozialem und politischem Gebiet für die jüdische Bevölkerung der Länder mit jüdischer Massen- siedlung sowie aller anderen Ländern, falls deren jüdische Bevölkerung Anspruch auf sie erhebt." England mit Wilson zufrieden. Der „Petit Parisien" veröfsentlicht folgendes Telegramm aus London: Die Antwort des Präsidenten Wilson hat einen ausgezeichneten Eindruck gemacht. Im Auswärtigen Amt lehnt man es ab, eine Erklärung abzugeben, so lange man nicht im Besitz der vom Präsidenten der Vereinigten Staaten angekündigten Mitteilung ist. Tie Mitglieder des Kabtnettß sollen mit der vom Präsidenten Wilson eingenommenen Haltung vollständig einverstanden sein. Sozialdemokratische Parlamentsmchrhcit. München, 26. Oft. Tie sozialdemokratische Landtagsfraktion ist den interfraktionellen Besprechungen über die N e u o r d n u n g in Bayern plötzlich ferüge b l l e d e n. Als Grund wird das neu zu schaffende V e r h ä l t n i ö w a h l r e ch t angegeben. Bisher schienen sich 133 Jraktionsmitglieder auf die Schaffung von acht in Regierungsbezirken entsprechende Wahlkreise einigen zu wollen, von denen dem Zentrum zuliebe die fünf girößten Städte für besondere weitere Wahlkreise ausgenommen worden wären, und nach dem verbleibenden Stimmrecht sollten sogenannte Landesmandate unter den Parteien verteilt und die alte Zahl von 163 Abgeordneten beibehalten werden. Ter Reichsrat, die Erste Kammer, mit zurzeit 84 Mitgliedern, darunter. 67 erblicken und 18 auf Lc- 84 Mitgliedern, darunter 67 erblichen und 18 auf Le- benszeite rnannten, sollte durch 42 berussständig zu wählende Abgeordnete verstärkt werden. Diese Beter- ligung der Fraktionen an der Regierung war durch den erweiterten Staatsrat gedacht, zu dem zwei Zentrums- leilte, sowie ein Sozialdemokrat, Liberaler und Bauernführer hinzugetreten wären. Nun sollen die Sozi albe mo traten plötzlich an der Abtrennung der fünf Wahlkreise keinen Gefallen mehr finden, und dies der Grund ihres Fernbleibens von deni nterfrak- tionellen Besprechungen sein. Es mögen aber auch Rücksichten aus radikale Strömungen mitspielen, und die zum Eintritt in die Regierungb ereil gewesenen Fraktionen beeinflußt haben, haben doch am 17. November die Mehrheitssozialisten Vollmars Erbe, sein Reichstagsmandat in Münchelt 2 und später sein Landtagsmandat gegen die Unabhängigen zu verteidigen. In München wird man die erste Kraftprobe dieser Art erleben, und der Wahl- kampf ist bereits danach. Tie Negierung, die sich bisher an den interfraktionellen Verhandlungen schon etwas beteiligte, wird erst in itächster Woche, nach Rückkehr des Ministerpräsidenten aus Berlin, im geheimen Ausschuß mit Vorschlägen hervortreten. Politische Rundschau. :: Wilsons Rote ist in Berlin überreicht worden. Ihr amtlicher Text, der durch die Schweiz übermittelt wird, liegt nun der Reichsregierung vor. Er stimmt mit dem durch Reuter übermittelten genau überein. Es ist beabsichtigt, die Note Wilsons zu beantworten, doch ist die Antwort noch nicht fertig gestellt. Es läßt sich im Augenblick der Zeitpunkt noch nicht bestimmen, zu welchem dies der Fall sein wird. :: Abbau der Lchnellzugsznfchlägc? Die Verwaltungen des Deutschen Eisenbahn - Derkehrsver- banoes haben sich jetzt entschlossen, der Lösung der brennenden Frage eines allmählichen Abba u e s d er enormen Verteuerung der Schnellzugsfahrpreise näherzutreten. Die jetzigen Taxen sind für weite Bevölkerungsschichten ganz unerschwinglich, und so kommte S. daß die im Fahrplan verbliebenen wenigen Personenzüge ausnahmslos überfüllt sind, was auch eine Gefahr für die Betriebssicherheit in srch schließt. Tie neuen Tarife sollen tunlichst am 1. April k. I. in Kraft treten und so gestaltet werden, daßdie. k. I. in Kraft treten und so gestaltet werden, daß die jetzigen Zuschlägen m etwa 50 Prozent herabgesetzt werden. Die näheren Festsetzungen sind einer Sonder-Konferenz Vorbehalten, welche im Dezember in Berlino der Dresden stattfinden dürfte. Aus einzelnen Zügen ivird dann allerdings die dritte Wagerx-» klaffe wieder entfernt werden — jedoch nur bei solchen, die in erster Linie dem großen Durchqangsver- kehrd tc' ;;i. * . * Hiußland Annäherung an die Ukraine. I Tie Bolschelviki sind seit Deutschlands Frontverlegung in gefährlicher Situation. Ter Ansturm gegen ihr Regiment wird immer schärfer. Trotzdem glauben sie sxch halten zu können. Ter Volkskommissar des Auswärtigen, Tschitscherin, hat sich an die ukrainische Regierung mit dem Vorschläge gewandt, tu der Ukraine russische Konsulate gründen zu können, wofür auch der Ukraine das Recht zustehen würde, in Rußland ukrainische Konsulate errichten zu können. In Petersburg ist der Verleger der „Birschinswa Wjedomosti", ein Galizier namens Propper, erschossen worden. Sein Blatt, linksliberales Börsenblatt war englandfreundlich. In Moskau hat man allgemein die Entlassung verhafteter Aerzte durchgeführt. Die Grippe. Vom „inn ;t" Feind. In der Medizinalabteilung des Ministeriums des Innern in Berlin fand eine Sitzung sämtlicher beamteten Aerzte von Groß-Berlin unter Zuziehung von Vertretern der Polizeipräsidien und der Städte Berlin, Eharloitenburg itnD Schöneberg, sowie hervorragender Kliniker über den Stand der Grippe und insonderheit über die Frage statt, ob es mit Rücksicht auf die Ausbr.Uung der Grippe erforderlich wäre, als weitere Maßregel die vorübergehende Schließung von Theatern, Kinos unD ähnlichen Vergnügungsanstalten ins Auge zu fassen Rach der übereinstimmenden Ansicht der Sachverständigen hat die Grippe ihren Höhepunkt erreicht und ist vorläufig eine Schließung öffentlicher Vergnügungsanstalten nicht zu empfehlen. 'Auch besteht bezüglich der Schulen Uebereinstimmuug dahin, daß eine grundsätzliche Schließung nicht erforderlich ist. In Deutschland scheint die Hauptgefahr überwunden zu sein. Die Nachrichten stellen ein langsames Nachlassen der Krankheit fest. In Holland wütet sie zur Zeit jedoch sehr. Auch ans England kommen Nachrichten über eine beängstigendes Umsichgreifen der Grippe. :: VcrkchrscinschränEuirgeii wegen der Grippe. Gegenwärtig sind 45 000 Bedienstete im Betriebe der preußisch-hessischen Staatseisenbahnen infolge der Grippe dienstunfähig. Folge ist die Aufhebung weiterer Züge, um ernste Schwierigkeiten bei der Abwicklung des kriegswichtigen Und des Nahrungsmittelverkehrs, insbesondere bei der Kartofselversorgung abzuwenden. Ta von Schnellzügen nur noch der 5. Teil des Frie- densverkehrs fährt, und diese Züge zum weitaus größten Teile dem Militärverkehr dienen, hat sich die Eisenbahnverwaltung genötigt gesehen, nunmehr auch die Personenzüge erheblich einzuschränken und einen großen Teil der zurzeit fahrenden Züge vorübergehend aufzuheben. Aus aller WeU A Richtpreise für Rohtabat Ter Bundesrat hat die Richtpreise für inländischen Rohtabak aus der Ernte 1018 mit sofortiger Wirkung festgesetzt. Die Preise bewegen sich gegenüber den für gleichen Tabak aus den Ernten der beiden Vorjahre maßgebenden Sätzen in beträchtlich höheren Grenzen. Es soll damit der im Laufe der Zeit eingetretenen Verteuerung der Erzen- gungskosten und berechtigten Wünschen der Tabakpflanzer Rechnung getragen werden. Die Preisfestsetzung ist auf Gipseltriebe (Köpfe) und Tabakstrünke ausgedehnt worden. A Wcjhttachtspalrtverkchr für Die Truppen. Um Me über die Militär-Paketämter zu leitenden Weihnachtspakete für die Truppen im Felde möglichst bis zum Feste ihren Empfängern zusühren zu können, müssen sie vis zum 2. Dezember d. I. aufgeliesert sein. In der Zeit vom 3. bis zum 25. Dezember d. I. werden Pakete für das Feld nicht angenommen. Wegen der schwierigen Beförderung ^Verhältnisse nach den entfernter gelegenen Gebieten wird die Auflieferung von Paketen dorthin bis zu den nachstehend angegebenen Tagen empfohlen: Nach der Türkei und dem Kauka- stls bis zum 31. Oktober d. I., nach Rumänien und Italien bis zum 10. November d. I., nach Finnland bis zum 20. November d. I. Für Frachtstücke werden dieselben Aufgabetermine empfohlen, doch tritt für sie die Annahmesperre ab 3. ezember nicht ein. Ter Päckchenverkehr wird durch vorstehende Anordnungen nicht berührt. ** Tü „wertlosen" Kartoffeln. Es gibt Gegenden, in denen Kartoffeln iveniger wertvoll sind. In Varrelbusch scheint das der Fall zu sein. Tenn einem Landwirte wurden dort von seinem Kartoffelselde 34 Säcke gestohlen, aber von dem Inhalt wollte,t die Diebe anscheinend nichts wissen, sie eutlertcu die Säcke und ließen die Kartoffeln liegen. ** Kampf mit Zigeunern. Ein Lüneburger Schutzmann traf ans dem Hanptbahnhof eine Zigeunersa- milie, welche Oel bei sich führte, das unrechtmäßKg erworben war. Als er das Oel beschlagnahmen wollte, setzten sich die Ztgenner zur Wehr, rissen dem Beamten die Kleider vom Leibe und schlugen mit schweren Knüppeln auf ihn ein. Einem Alaune, der dem Beamten zu Hilfe eilte, wurde ein Stück eines Fingers völlig abgebissen. Die Täter entflohen. ** Ein Geldschrank mit 90 000 Mavt Inhalt gestohlen wurde aus dem Geschäftslokal der Baufirma Holzmann in Berlin. Tie Diebe haben Me 8 bis 40 Zentner schwere Beute mit einem Fuhrwerk fortgeschafft. ** Verwegene Flucht öu-ch Oprnrig an: .>em zweite,, Stockw7kt Tie Duisburger Kr,m:nalpol, i hat den Musketier Walter Probst, der r.ti- >n : •>, le Wochen als Des teur in Duisburg he,.' aushielt, in Frie- mershktm festgeuomme.l 'd der dortigen P'lizei ab geliefert. Zwei P Aizeibeamte wollt.n Preist schon einmal festnehme." hierbei ist er wer vom Fenster aus dem 2 . Stock entsprungen. ** Ztv Tr!/ •! : F: ?>»,blebe-. Einem raffinieren Schwind l .st ein Juwelier in der Breslauer- straße in Berlin zum Opfer gefallen. Bei ieß sich ein Mann mehrere Ringe vorlegen, die se 7 ,r- ger, der Bibliothekar an der königlichen , Mhek sei, zu kaufen wünsche. Der Juwelier gab dem .anno ein Mädchen mit den Ringen mit Ter Kunde zeigte sich in der Bibl.othek sehr bekannt, - xhm dort dem Mädchen einen Rina tin Werte von 4000 Mark ab, angeblich, um ih". seinem Schwager zu zciaen, und er verschwand dann durch einen anderen Ausgäng ander Bibliolhek. Verzweiflungstat zweier Frauen in Berlin. In der Roslocker Straße 42 wurden in ihrer Wohnung die 78jährige Witwe Gelling, ihre 36jährige Tochter, die Kriegerswitwe Gertrud Jeschke, und deren beide Kinder durch Gas vergiftet tot aufgesunden Wiederbelebungsversuche hatten nur bei den Kindern Erfolg ** Schüler als Schleichhändler. Bei einer Bäuerin in Hegenhäule bei Mainhardt logierte sich ein Jüngling ein, der sich als Doktor der Philosophie ausgab. Er bestahl seine Wirtin und wurde flüchtig, konnte aber verhaftet werden. Dabei stellte es sich heraus, daß man ein schönes Nest ausgehoben hatte. Es handelt sich um sechs junge Bürschlein im Alter von 16 bis 17 Jahren, die ihren Sitz in Frankfurt am Main haben. Sie entstammen alle besseren Familien und sind Realschüler. Ter Verhaftete gab aix, 6000 Herrenanzüge gestohlen zu haben, wovon sie einen Teil zu 75 Mark und gegenLebensmittel absetzten, ferner 7 Kilo Sacharin, das Kilo zu 800 bis 1000 Mark, Kernseife und wollene Decken in größerem Umfange. *'■' Schon wieder -nri Rauinoro ii B r*in I.n Hause Königstraße 48, r,i der Scke jc» Hohen CU-in» weg-^-- wurde Der Billeithänoler Köhler ermordet auf- gesunden. Es liegt anscheinend Raubmord vor. ** Rückgang des Wildbestandes in Bayern. Ter Wildbestand im bayerischen Hochland scheint sich infolge der ungünstige.x Witterungsverhältnisse, nicht zuletzt aber auch wegen des gewaltigen Ueberhaudn.h.nens des Wildern- derart vermindert zu haben, daß jüngst eine Treibjagd bei Berchtesgaden, zu der die besten Gebirgsschützen und die des Flachlandes versammelt waren, nur vier .Hasen ergeben hat. ** Mil Morphium betäubte eine Frauensperson auf der Bahnfahrt von Kassel nach Leinefelde ein lbjähriges Mädchen und raubte es aus. ** Vom Zuge überfahren. Bei der Blockstation Blankenhain der Strecke Eisenach-Hersfeld wurde die Bahnwärterin Elisabeth Söker aus Rom-hausen oon dem Eis- nach-Frankfurter D-Zug überfahren und gelötet.. Sie hatte das Nahen des Zuges zu spät bemerkt. ** Fünf Scheunen mit sämtlichen Erntevorräten ver- brannt sind in Danischin. Das Unglück betrifft nur kleinere Leute, die weder Scheunen noch Getreide oersichert hatten. Es wird vermutet, daß das Feuer oon Kindern verursacht worden. * . - * In Budapest wurde der Nennstallbesitzer Auer wegen zahlreicher Schwindeleien verhaftet. Einem General hat er 200 000 Kronen entlockt. Ter Dom in Calcar am Niederrhein, eine ^ :r schönsten, reichsten deutschen Kirchen, wilrde durch Feuer teilweise zerstört. * Im Bekleidungsgeschäft von S. Behrendsohn in Königsberg i. Pr. wurden von Einbrechern für 100 000 Mark Pelzsachen gestohlen. ' Wie aus Amsterdam mitgetetlt wird, hat die niederländische Regierung die Ausfuhr oon 500 Millionen Stück Zigarren erlaubt. * Durch eine Gasexplosion wurde in der Brunnenstrag» in Berlin der 55 Jahre alte Kaufmann Schweriner getötet. Gerichtssaa! i Lcmciugc..chr Ahcr Irrsinn Im November war in Berlin eine Frieda Strnse bet D,en Eheleuten Otto in Dienst getreten, wurde aber oon Heimweh geplagt und hat ihrer Herrschaft eines Tages Rattengift in den Kaffee gemischt. Das Ehepaar hatte aber den Kaffee nicht getrunken, da er schlecht schmeckte. Das Mädchen wollte dann den Bergiftungkwersuch wiederholen und schrieb nach ihrer ;:i,uat an ihre Eltern einen Brief mit der Bitte, ihr doch von dem dort bekannten wirksamen Rattengift „Es hat geschnappt" etwas zuzusenden, da in der Wohnung ihrer Herrschaft viel Ratten sich zeigten. Diesen Brief hat das Mäd- chen verloren; er wurde gefunden und sein Inhalt wies darauf hin, was mit dem schlecht schmeckenden Kaffee vorgenommen worden war. Die Anklage gegen das Mädchen wurde wegen mangelnder Zurechnungsfähigkeit eingestellt. ± Schlechte Verpackung der Postpakete sollte eine Postaushelferin Jda Böker in Berlin auf die Bahn des Perbrechens geführt haben. Eines Tages kam ein auf der Strecke Berlin—Stralsund befördertes Postpaket in beraubtem Zustande cfn. Es fehlte u. a. ein Voilekleid, dagegen fand man als überschüssig darin die Ausweiskarte der im Fahrpostdienst beschäftigten Aushelferin Frau Jda Böker, ferner einen Roman „Unverstandene Frauen" und einen an Frau B. gerichteten Brief vor. In diesem Briese bedankte sich der im Felde stehende Ehemann für die Zusendung von drei Paketen, in denen sich Gänsekeulen, Wurst, Butter, Oelsardiueu, Zigarren und Zigaretten befunden haben. Diese Entdeckung ver- anlaßte eine Haussuchung bei Frau B.: letztere förderte ein ganzes Warenlager gestohlener Sachen zu Tage. Folge: Geständnis von gleich vier Aushelferinnen. Entschuldigung: Sie hätten die Pakete nicht gewaltsam geöffnet, sondern diese seien beim Hineinwersen in den Postwagen auf den Stationen beschädigt unD dadurch geöffnet worden. Urteil: 1 Jahr Gefängnis. ib Ein Warlesaal-Mnrder Die Strafkammer in Cassel verhandelte gegen einen jener Spitzbuben, die es als Sondergebiet betreiben, die Reisenden in den Wartesälen, auf den Bahnhöfen und während der Reisen auf den Eisenbahnzügen zu bestehlen. Der Angeklagte war der Fabrikarbeiter Br. von Cassel, ein arbeitsscheuer Bursche von erst 19 Jahren, der schon wiederholt wegen Eigentumsvergehens bestraft wordexx ist. Vorzugsweise hatte es der Angeklagte auf den Wartesaal 3. und 4. Klaffe des Bahnhofes abgesehen, wo es ihm auch gelungen ist, in vielen Fällen I die Koffer von Reisenden zu entwenden. Als dem Angeklagten der Boden ln Eaffel zu heiß würde, verlegte er den Schauplatz feiner diebischen Tätigkeit nach anderen Großstädten, bis er schließlich in Braunschweig erwischt wurde. Der Gerichtshof verurteilte den An geklagten zu einer Gesamtstrafe von einem Jahr Gefängnis. iE Seine Zwillinge in geistiger Umnachtung getötet. Das Schwurgericht in Halberstadt verhandelte gegen den Bergmann Rudolf Küllmer wegen vorsätzlicher Tötung seiner Zwillinge. Ter Angeklagte soll seine beiden vier Monate alten Kinder dadurch ermordet haben, daß er ihnen das Deckbett so fest über den Kopf zog, daß sie ersticken mußten. Er bestritt in der Verhandlung jedwede Schuld. Im Laufe der Ver- Handlung wurde von ärztlichen Sachverständigen fest- gestellt, daß der Angeklagte an den Folgen einer schweren Nervenkrankheit leidet. Die Sachverständigen erklärten, daß bei Küllmer zur Zeit der Tat die freie Willensbestimmung ausgeschlossen war. Das Urteil lautete demgemäß auf Freisprechung. Scherz und Ernst. tk Tie au-gebliebene Ohrfeige. Vor etlichen Jahren begab sich in Ettlingen bei Karlsruhe ein drolliges Geschicht- chen, das jetzt, da dessen Held, Prinz Max von Baden, Reichskanzler geworden ist, iaktuelleS Interesse hat. In dem genannten Orte kam, so liest man tm „Tag", ein elegante-, rotlackierteS Auto mit einem Dragoneroffizier einer weißgekleideten Dame und dem Schofför im mäßigen Tempo zum Städlle heraus, um hinein nach Karlsruhe zu töffen. In einem Fabrikvorgarten war der Laufbursche gerade mit dem Besprengen der Pflanzen beschäftigt und gab dabei mit sichtlichem Vergnügen dem vorüberflitzenden Auto auch einen Guß. Sofort wurde das Fahrzeug ungehalten, der Bursche nahm Reißaus, der Offizier und der Schofför folgten ihm und holten ihn aus seinem Versteck in einem Kaufladen hervor. Der Offizier packte den Missetäter am Kragen, der Schofför führte ihn hübsch an der Hand, und so g tngs zu dritt zum Auto. „Hier, leiste der Dame Abbitte." sagte der Offizier, und der Bursche stammelte eine Entschuldigung. „So, nun kannst du gehen!" sagte der Offizier. Während der Bursche dein davoneilenden Automobil scheu nachsah, sagte ihm jemand: „Du, daö war der Prinz Max und seine Frau." — ,,O," erwiderte der Bursche, „Der hätt' «x'r schon eine hineinhaue derfe!" tk Tas Winterpalais als Volkshaus. In d'esen Tagen wurde im früheren Winterpalais in Petersburg, dere hemaligen Residenz des Zaren, e*ne Volksküche, in Der 2000 Personen gespeist werden sollen, eröffnet. Diese Volksküche wird auch effxe Zentralküche haben, iix Der für alle anderen Volksküchen Petersburgs Speisen zubereitet werden. tk Ter erste „Friedens-Vergnügungspark" in Berlin. Tie Schausteller, die während des Krieges ihrem Gewerbe entsagen mußten, beginnen sich zu regen. Der erste große Vergnügungspark, der seit Kriegsbeginn die Erlaubnis zum Betriebe erhalten hat, wird in Kürze inmitten der Friedrichstadt seine Pforten öffnen. Er befindet sich auf dem Terrain nördlich des Bahnhofs Friedrichstraße, auf dem früher Me „Pepiniere", die militärische Chirurgenschule, stand. Bis Kriegsausbruch war auf dem Bauplatz ein „Rummel" in Betrieb, derbem Fremdeuviertel nicht gerade zur Zierde gereifte. Der neue Vergnügungspark soll aber einen eleganten Anstrich erhalten und nur erstklassige Unterhaltungen bringen. Zurzeit wird an einer Riesenrutschbahn fleißig gebaut. Man merkt also schon, daß der „Rummel" — verewigter „Kirmetz"-Ersatz der Kölner — we'ter gepflegt werden soll, wenn auch unter anderem Namen und im — Glaeee. tk Beerdigungen ohne — Särge? Der Unterseebootkrieg richtet sich auch gegen die Holzversorgung Englands; vor allem mangelt es jetzt empfindlich an Grubenhölzern. Das geht auch ans einer vielsagenden Anregung des „Manchester Guardian" hervor: Jetzt schlägt man die Beerdigung ohne Sarg vor, und zwar wegen des Mangels an Ulmenholz. Die Beerdigungs- Unternehmer schlagen Korbsärge vor. Mister Leweson Gewer tritt für die Wiederaufnahme der „guten alten Sitten" ein. überhaupt auf einen Sarg zu verzichten. Diese Sitte ist aber nicht einmal so alt, denn bis zum Ende des 17. Jahrhunderts, wo die Einsargung für alle zur Regel wurde, beerdigte man in England die Armen, zwar in Ehrfurcht, aber nur mit einem Tuche, in manchen Fällen nur mit Heu und Blumen bedeckt. Es ist bemerkenswert, daß das Totenamt des Gebet- buchs den Sarg nicht erwähnt . . . Diese „wertvolle Anregung" läßt in der Tat tief blickeix! tf Ter Erfinder ohne Modelle. Kürzlich machte eine Notiz die Runde durch die Zeitungen, die lautet: „Arthur Bürger aus Kuhla, ein 18jähriger Ersinder, ist für erfolgreiche Tätigkeit auf dem Erfindungsgebiet vom Verein Deutscher Erfinder E. B. ein Ehrendiplom in Anerkennung seiner großen Leistungen und Verdienste für die Allgemeinheit verliehen worden. Der junge Mann, der sich schon seit seinem 15. Jahre mit Erfindungen befaßt, besitzt zurzeit 25 schntzfahige Erfindungen, darunter angeblich auch größere, die von besonders weittragender Bedeutung nach dem Kriege sein sollen." — Einige Zeitschriften brachten sogar das Bild des jungen Mannes dazu. Der Sache wurde nun auf den Grund gegangen. Von dem, was der „Erfinder" vorzeigen konnte, ist nicht zu erwarten, daß er Geld damit verdienen kann. Bürger hat als Kaufmann in Jena gelernt und war seit seiner Lehrzeit noch nicht wieder in einem festen Arbeitsverhältnis: er hat. wenn er arbeitete, nur — „erfunden", aber nur auf dem Papier, denn er hat nicht ein Modell. tk Tic gestohlenen Trcssurschwciue. DW Wohnwagenbegleiter eines Wanderzirkusses, denen n. a. die Verpflegung zweier dressierter Schweine oblag, verkauften in Leipzig die beiden vierbeinigen Künstler an einen Bahnarbeiter für das Spottgeld von 150 Mark. Die beiden „gelehrten" Tiere waren aber 5000 Mark wert, was man dem Bahnarbeiter natürlich verschwieg. Der Käufer hatte sozusagen schon das Messer gewetzt, um die Schweine abzustechen, als die Polizei auf Der Bildfläche erschien und dem Zirkusbesitzer seine wertvollen Tiere noch retten konnte. Die beiden gewissenlosen „Zirkuskünstler", die ihrem Chef außerdem noch 7000 Mark bares Geld gestohlen hatten, sitzen hinter Schloß und Riegel. Heeresgruppe Deulschcr Kronprinz. Von der Oise bis zur ArSne setzte der Franzose s.iu> Angriffe fort. Beidciseits von Ortgny schlugen wir st. vor unseren Linien ab. Der (Regner, b r bei Plcinc Geld« in unsere Stellung cindrang, wurde auf bet Höhe ro d östlich d.s O tcs aufgefangrv; seine Versuche, von hier aus durch Ängr ffe in nö diicher Richtung unsere Fron' an der Oise zu Fall zu bringen, sind unter schw.lsten Verlusten für den Feind gescheitert. O(igny und die Hö hen südöstlich davon wurden behauptet. Zahlreiche Pan zerwagen des Feindes wurden zerstört. Dte Batterie dck Leutnants Meyhöf r vom ReserveFeld-Artillerie N gi ment 9U. 1 und Leutnant Zuppke vom Feld Artillerie Regiment Nr. 37, sowie Leutnant Otto vom Feld Artillerie Regiment 445 hatten dabei hervorragenden Anteil. Am Serre-AbschniU blieben feindliche Vorstöße aus Mortters heraus vor unseren Linien liegen. Heftige An griffe gegen den Souche-Abschnitt zwischen Froldment und Picrrcpont wurden von posensch-n und württem- bergischcn Regimentern abgew tsen. Gegen Abend .schlugen das Füsilier-Regiment 37, das G.enadirr Regiment 119 und das Infanterie Regiment 121 vier erneute, mit großer Kraft vorbrcchende Angriffe des Feindes zurück. Beiderseits von Siffenne blieb die feindliche Infamer!', gestern untätig. Auf den Höhen westlich der Alsne stieß ein eigener ö.'tlicher Gegenangriff gegen den Sachsen Wald mit starken Angriffe zusammen, die der Feind mit weitgestccktcn Zielen zwischen Nzy le Comte und der Aisne angesetzt hatte. Schon beim Uebecschreiten der Hö he nordwestlich von Nizy lc Comte erlitt der Feind in unserem Feuer schwerste Verluste. Hier sowie westlich von Banogne sind die Angriffe des Gegners völlig grscheitert. In dem schluchtenreichrn und dichtb.waldeten Gelärrde westlich der AtSne daurrten erbitterte Kämpfe tagsüber an; bis zum Abend waren sie zu unseren Gunsten ent schieden. Sie fanden etwa an der Stceße Banogne— Chateau Per eien und Hcrpy ihren Abschluß. An der Aisne-Front und b i Heeresgruppe Gallwttz beiderseits der Maas keine größeren Kampshindlungen Südöstlicher Kriegsschauplatz: Die Bewegungen in rückwärtige L nicn verlaufen plangemäß. In erfolgreichen Abwehrkämpfen bei Kcagn jevac und Jagodina sicherten Nachhut n den Abmarsch unserer Hauptkräste. Der Chef des Geueralstabes des Feldheeres. » Ber lin, 27. Okt. abends. Der Tag verlief ohne größere Kampfhandlungen. O wtb. Großes Haup t.q u a x ti e r, 28. Okt. 1918. Westlicher Kriegs sch auplatz: Heeresgruppe Kronprinz Rupprccht. Keine größeren Kampfhandlungen. Südwestlich von Deinze, östlich von Avelgen und bet Artces (südlich der Schelde) wiesen wir feindliche Angriffe ab Bei Säu berung einzelner Engländernestcc bei Famars und Eagle Fontaine machten wir Gefangene. Heeresgruppe Deutscher Kronprinz Uebergaugsversuche des Feindes über den Otsekanal bei Topigny wurden vereitelt. Zwischen Oise und Serre nahmen wir in der vorletzten Rächt in dem vorspringenden Bogen zwischen O igvy und La Ferto stehende Truppen in die Linie westlich von Guise — östlich von Grecy an der Serre zurück. D.r Feind griff gestern unsere neuen Linien südlich von Guts- an; unter Ein büße zahlreicher Panzerwagen wurde ec abgewiesen. Am Souche- Abschnitt scheiterten am frühen Morgen erneute Angriffe der Franzosen zwischen Froidmont und Pier rcponl. Westlich der Aisne fanden gestern nur örtliche Kämpfe statt. Feindliche Angriffe gegen unsere auf dem Südufer der Aisne südöstlich von Rethel und bei Rilly stehenden Truppen wurden obgewiesen. Auf den Aisne- Höhen östlich von Vouziers nahm der Artilleriekampf am Abend in Verbindung mit erfolglosen Angriffen des Gegners östlich von Chestces vorübergehend große Stärke an. Heeresgruppe Gollwitz. . Auf den Höhen östlich der Maas wiesen wir Angriffe der Amerikaner am Walde von Consenvoye und am Ormont-Walde ab. Südöstlicher Kriegsschauplatz: Die einßckiteten Bewegungen wurden planmäßig weitergesühct. Südlich von Rudnik und Trpola erfolg reiche Rachhutkämpfe. Beiderseits der Morava besteht nur geringe Gefechtsfühlung mit dem Feinde. Der Chef des Genercllstabcs d(S FUdhectes. • * n ' 28. Okt. abends. Keine größeren Kämpfe. Ludllch der Schelde, um Ork-Kanal und am Souche Abschnitt scheiterten heftige Tcilangnffe des Gegners. begierungrreform in Hessen. Darmstadt. 26. Okt. Staatsministec Dr v. Ewald gab lm Berfassungsausschnß der Zweiten Kammer fob gende Erklärung ab: Nachdem für Preußen die Einführung des gleiche Wahlrechts ohne jede Zusatzstimme und die Einfü rung der Verhältniswahl für große Wahlkeerje a Abslchert zu betrachten ist, trägt die großheizoglich h fische Regierung kein Bedenken, h ule scton zu erkl ren daß sie die Aufhebung ds Mehr stimme rechts und die Einführung der V e e h ä l t u is w a ! für die Wahlkietje, in denen mehrere Abgeordnete wählen sind, Vorschlägen wird, wenn nach dem E gebnis der AuSschußverhandlungerr die erforderliche Mehrh it sih hierfür finden wird. Ferner ist die Re- gi-xunu bereit, mit d«nr Ausschuß üb r lvcterg. Herde Wünsche zur A enderung des Wahlgesetzes und der Vermal l'u n g S g e st tz e zu beraten. 11 Oer die Fcage der Teilnahmcvon B c r tr a u- en sIN än c t n des Parlaments an di n Regie- r u n g Sg r sch ä ft e u äußerte sich der Staats Minister wie folg': Rach der ntw ck'Auug d